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Soja oder Lupine?

Soja ist in der Kritik. Nicht zuletzt wegen den Importen. Kann Lupine eine Alternative sein? Hierzu ein sehr lesenwerter Artikel.

http://www.wiwo.de/technologie/green/biz/soja-ersatz-fuer-deutschland-gute-bohne-schlechte-bohne/14952274-all.html

Bildquelle: Facebook

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35 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    gestern ndr-fernsehen 21.00 transoceanica

    einer der grössten brasilianischen agrarunternehmer(deutschstämmig)erzählte,dass er zwei ernten im jahr einfährt,erst baumwolle,dann sojabohnen für den chinaexport.
    durch eine chinesische beteiligung konnte er die estancia weiter ausbauen.

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  2. Altbauer Jochen sagt

    Wir haben vor 10 Jahren über mehrere Jahre Lupinen angebaut.
    S-H Geestboden ,28 Punkte. (Sollte für die Lupine gehen)
    Die Erfahrungen waren genau so wie Friedrich es beschreibt.
    Der Ertrag dümpelte so bei 35 dt/ha, Vermarktung in der Region
    nicht möglich (auch wg. geringer Gesamtmenge)
    Verfütterung OK, aber eben nicht Konkurrenzfähig gegenüber
    den Erträgen von Getreide.
    War trotzdem eine interessante Erfahrung.

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  3. Friedrich sagt

    Es hat ja immer Versuche gegeben in Deutschland Eiweißpflanzen anzubauen. Diese Versuche sind immer wieder gescheitert. Die oft mangelnde Wirtschaftlichkeit , geringe Erträge, schlechte Erntebedingungen, Verpilzung , aber auch die geringen Mengen und damit keine Wirtschaftlichkeit für die Futtermühlen sind die Ursachen. Für Hofmischer kann das aber wieder anders aussehen. Der Sojabsatz geht seid einigen Jahren mit dem vermehrten Rapsanbau zurück , da das Rapsschrot auch ein Eiweißträger ist und immer mehr in der Verfütterung eingesetzt wird. Gegen Eiweißpflanzen spricht auch , daß der Ertrag hier in Deutschland bei 2 – 5 to/ha über alle Pflanzen gesehen liegt. Soviel wird in Brasilien oder den USA auch geerntet. Aber wenn auf der selben Ackerfläche hier Getreide angebaut wird , dann werden dann 5 – 11 to/ha geerntet. In den anderen Ländern aber nur 1 – 3 to/ha Weizen. Wir importieren ca. 3 – 4 Mill. Tonnen Soja und exportieren ca. 5 Mill. Getreide. Also ausgeglichen. Was ist am Sojaimport schlecht . Wir exportieren doch auch Autos usw. und importieren auch genügend Güter. Wenn von Regenwaldabholzung gesprochen wird , dann liegt das am explodierten Sojaimport von China. China hat den Sojaimport in den letzten rd. 20 Jahren von 10 auf über 80 Mill. Tonnen erhöht. Die Kritiker sollten da mal ansetzen und nicht meinen , daß unser kleines Deutschland die Welt retten könnte. Mit Angstmache löst man keine Probleme.

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  4. Astrid sagt

    Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft

    Die Lupine ist ein gutes Beispiel. Gerade in der Landwirtschaft=Pflanzenwirtschaft besteht noch ein ungeheures Potential.

    Nicht Deutschland ist sojaabhängig, sondern die deutsche Massen-Intensiv-Tiermisswirtschaft.

    Wenn wir nicht aufhören ständig Geld als erstes Kriterium zu nehmen, machen wir alles kaputt. Für Geld werden auch Waffen produziert, Tiere gequält und Menschen vernichtet.

    Diese Geldgier muss aufhören, mit der zerstören wir die ganze Welt und vernichten und misshandeln andere Tiere, davon auch Menschen, zu Millionen.

    So ist es: Bekommt der Bauer Geld dafür, dass er betäubungslos kastriert, Schnäbel abschneidet, den Kühen die Kälber wegnimmt und den Kälbern die Mütter, dann macht er das. Bekäme er Geld dafür, dass er die Tiere bis an ihr natürliches Lebensende hegt und pflegt, ohne sie auszubeuten und zu misshandeln würde er das machen.

    Der Bauer beschwert sich darüber, dass er ausgebeutet wird?

    Wir sollten endlich aufhören mit anderen so umzugehen wie wir nicht wollen, dass mit uns umgegangen wird.

    Bevor ich gewalttätig werde für Geld, besorge ich mir lieber einen anderen Job.

    Danke für den Artikel! – für Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft

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    • Gephard sagt

      Vorsicht Astrid, wenn du das „wir“ erhebst, stelle zuvor sicher, dass dich deine Leser auch zu ihrem „wir“ zählen. Dazu musst du das irgendwie kenntlich machen, ansonsten wird deine Aussage oder gar deine Person nur belächelt und du erreichst weder Dialog noch Verständnis, sondern Verhärtung irgendwelcher Fronten.

      Ich fürchte, du wirst hier niemanden erreichen, der nicht schon auf deiner Linie schwimmt. Dabei ist unerheblich, ob du recht hast oder nicht.

      Wenn du jemanden sagst, er sei ein Arschloch, weil er sich ziemlich daneben benimmt, wird er deshalb kaum sein Verhalten ändern. Er wird es meist abstreiten oder sich bestätigt fühlen. Überzeugen kannst du vor allem durch Vorleben und Inspiration oder indem du jemanden dazu bringtst, nachzuempfinden, was sein Verhalten bei anderen bewirkt. Zugegeben, das ist schwieriger als Vorwürfe und Unterstellungen zu erheben.

      Deine Gedanken mögen richtig sein, sind aber als Unterstellung formuliert und vor allem bietest du eine Lösung an, die Menschen nur aus eigener Überzeugung oder aus Not vollbringen: Ihr Leben auf den Kopf zu stellen.

      Willi spricht jedoch Menschen an, die den Ist-Zustand irgendwie verbessern oder zumindest verstehen wollen und nicht welche, die komplett undenken wollen.

      Verstehe mich nicht falsch, ich finde gut, dass du deine Grdanken hier einbringst, aber wundere und vor allem ärgere dich nicht darüber, wenn sie in der vorgebrachten Form wenig Gehör finden und keine positive Resonanz bekommen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Wir sollten endlich aufhören mit anderen so umzugehen wie wir nicht wollen, dass mit uns umgegangen wird.“

      Genau das sollten sie beherzigen, hören sie doch mal mit den Beschimpfungen auf und beantworten sie endlich mal meine Frage:

      Dann nehmen wir mal die „Gewaltfreie“ Ernährung der Veganer, was macht man mit dem Kartoffelkäfer und Blattläuse?
      Werden die Blattläuse, die vielleicht noch am Salat sind mitgegessen, oder werden die im Abwasser ertränkt?
      Die werden meistens mit Insektiziden bekämpft, also vergiftet. Oder die tierischen Schädlinge im Gewächshaus die mit eingesetzten Nützlingen bekämpft werden, ist das gefressen werden nicht auch Gewalt?

      Es wäre mal schön, wenn sie dazu auch mal Stellung nehmen würden, auch Blattläuse sind Lebewesen, die wollen doch auch Leben, oder?

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  5. Biobauer Andreas Fendt sagt

    Zu Süß-Lupinen könnte man viel sagen:

    1) bevor man eine Eiweißquelle zur Fütterung sucht muß man sich doch erstmal fragen, welche Tiere brauchen Eiweiß und aus welchen Quellen? Zu Schweinen kann ich nix sagen, die interessieren mich nicht. Kühe haben die wunderbare Gabe der Natur aus Gras Eiweiß zu machen, denen Eiweiß als Leguminosen zu füttern ist hochgradig sinnlos.

    2) Wir erleben im Rahmen von Low-Carb einen regelrechten Eiweiß-Boom. Nimmt man den veganen Trend noch dazu, stehen die Marktchancen Lupinen für menschliche Ernährung anzubauen sehr gut. Man sollte jedoch wissen, daß zuviel pflanzliches Eiweiß in der Ernährung im Verdacht steht Krebs auszulösen. Daher immer schön ausgewogen: Kohlehydrate, Fette, Eiweiße

    3) Die hochgradige technische Verarbeitung der Lupinen bei Lupino halte ich für kritisch. Letztlich wird das Produkt komplett zerlegt und nur das neutrale Eiweiß rausgezogen und in der Lebensmittelindustrie veredelt zu Eis oder Drinks. Wenn ich dann die Zutaten vom Lupinendrink ansehe : Wasser, Maltodextrin, Kokosfett, LUPINEN EIWEIß (2,3 %), Zucker, Säureregulator: Kaliumphosphate, Stabilisator: Gellan
    und dann den Preis von 2,49 €/Liter sehe wird mir wieder klar: es steht jeden Tag ein Dummer auf.

    4) Wie kann man Wertschöpfung bei den Bauern belasssen? Aus Milch kann jeder Bauer Bauernhofeis, Käse, Joghurt usw. machen und direkt oder regional vermarkten. Bei Lupinen schwierig.

    5) eigene Anbauerfahrung: Die Lupinen wachsen unproblematisch und sind eine Super Vorfrucht. Man sollte sie mit jedoch mit Rhizobien (spezifischen Knöllchenbakterien) zur Saat impfen. Leider werden sie ungleich reif und entweder man braucht eine gute Trocknung und hat dennoch unglaublich viel Grün im Drescher oder man nutzt die Methode unserer Vorfahren: Man mäht sie mit dem Messerbalken und trocknet sie wie Heu schön auf dem Schwad und drischt vom Schwad aus.

    Lupinen sind schwer zu reinigen und müssen vor der Direktvermarktung getrocknet und geschält werden. Als halbe „Linsen“ kauft sie auch kaum jemand, d.h. man sollte sie auch noch mahlen. Ich verkaufe Bio Lupinenmehl aus eigenem Anbau 500 gr. für 4,50 € und der Absatz ist recht überschaubar. Gut angenommen wird mein Vitalbrot, dem ich 15% Lupinenmehl zusetze.

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    • Sabine sagt

      Hühner, Andreas, Hybrid-Hennen in der Leistungsphase brauchen deutlich über 20% Rohprotein im Futter, sonst bekommen die unschöne Probleme. Da ist es häufig gedämpfte oder getostete Sojabohne, die mit über 30 % in den meisten fertigen Mischungen enthalten ist. Natürlich könnte man das Protein auch über Mehlwürmer oder Soldatenfliegenlarven in die Tiere bekommen, die dabei dann auch noch richtig Spaß hätten und man könnte wohl gleichzeitig die verschiedenen Pflanzenfette im Futter reduzieren. Habe aber noch nie gehört, dass das hier in Europa gemacht wird. In USA gibt es wohl vereinzelt Biobetriebe, die sowohl ihren pflanzlichen als auch tierischen Abfall von Soldatenfliegen „behandeln“ lassen und die Larven als Geflügelfutter ernten. Hier ist das so wohl nicht erlaubt.

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    • Biobauer Andreas Fendt sagt

      au weia, Märchenonkel Pollmer zieht wieder vom Leder. Wie wenn Mykotoxine nur bei Lupinen auftreten. Schwachsinn hoch 10.

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      • Mark sagt

        „Wie wenn Mykotoxine nur bei Lupinen auftreten“ Stimmt, die gibts auch bei BIO-Weizen.

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        • Biobauer Andreas Fendt sagt

          ja stimmt, aber wie mehrere seriöse Studien, die auch hier auf Willis Blog zu finden sind, ist der Mykotoxin Gehalt bei konventionellem Getreide im Schnitt höher!

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  6. Andreas Schmid sagt

    1. Das liest sich wie „Chemiefrass“
    2. Ich bin froh, dass ich diese Green – Bürokratie nicht mitmachen muss.

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  7. bauerhans sagt

    ich werde ein hafer/erbsen gemenge drillen,um meiner „leguminosenanbauverpflichtung“ nachzukommen,was in der fütterung eingesetzt werden kann.

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