Bauer Willi
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„Muten wir den Landwirten zu viel zu?“

Im „Tagesgespräch“ des Bayrischen Rundfunk geht es hoch her. Es geht um das Volksbegehren, um den Dialog zwischen Stadt und Land, um Bürokratie und Gesetze, um Bio-Landwirtschaft und Weltmarkt und vieles mehr. Im Studio ist Alois Penniger (28), Landwirt aus Fürstenzell, der sehr sachlich Rede und Antwort steht, auch wenn es nicht immer unbedingt sachlich hergeht. Übrigens auch eine hervorragend moderierte Sendung.

https://www.br.de/radio/bayern2/bauer-sucht-zukunft-muten-wir-den-landwirten-zu-viel-zu-100.html

Die Sendung ist auch als Podcast verfügbar, so dass man die Sendung gut nebenher hören kann. Und schließlich ist heute Sonntag…

https://www.br.de/mediathek/podcast/tagesgespraech/bauer-sucht-zukunft-muten-wir-den-landwirten-zu-viel-zu/1624606

Bauer Willi

 

 

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28 Kommentare

  1. Bergbäuerin sagt

    Dass Landwirten zu viel zugemutet wird, ist nichts Neues:
    Römerzeit:
    50 v. Chr.: Gegen Ende der röm. Republik sind die Vornehmen Roms durch Luxus, die Armen durch Freiverteilung von Lebensmitteln demoralisiert; beide ergeben sich dem Müßiggang … Verfall des Bauernstandes durch Zuzug in die Städte.
    79 n. Chr. warnte dann Plinius d. Ä. vor der auf Sklavenarbeit beruhenden Latifundien-Landwirtschaft, die die im Röm. Reich vorherrscht und mehr und mehr zu sozialer Schwäche und Anfälligkeit gegenüber äußeren Feinden führt.
    (Aus dem Kulturfahrplan von Stein)
    In den Jahren 1315 bis 1317 kam es zu mehreren Missernten, welche Hungersnöte und somit auch einen starken Bevölkerungsrückgang, Landfluchten und Wüstungen mit sich brachten. Zudem wurde der Bevölkerungsrückgang durch die Pest, die Mitte des 14. Jahrhunderts in ganz Europa ausbrach, verschärft. Insgesamt sank die Bevölkerung zu dieser Zeit um gut ein Drittel. Durch diesen Bevölkerungsrückgang brach die Getreidenachfrage drastisch ein. Da zuerst die ertragsärmeren Böden aufgegeben wurden, sank das Angebot nicht in gleichem Maße, wodurch es zu einem Preisverfall für Getreide kam. Gleichzeitig entstand infolge des Bevölkerungsrückgangs ein Arbeitskräftemangel, der die Reallöhne ansteigen ließ. So entstand zwischen den Getreidepreisen und Löhnen eine dramatische Preisschere, welche laut Abel die Landwirtschaft unrentabler machte und vielerorts zur Landflucht führte.

    Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen
    Infolge der Agrarkrise entwickelten sich andere Wirtschaftszweige umso effektiver. Die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten ermöglichten den Erwerb anderer Güter. Dadurch stieg die Nachfrage nach Handwerksprodukten aller Art, deren Angebot jedoch aufgrund des Arbeitskräftemangels überschaubar blieb. Zwar stiegen aufgrund der erhöhten Nachfrage die Löhne der verbliebenen Arbeitskräfte, gleichzeitig sanken jedoch die Einkommen der Bauern so drastisch, dass es unter ihnen zu einer vermehrten Landflucht in die Städte kam. Im Zuge dieser Landflucht wurden ganze Landstriche entvölkert und es entstanden zahlreiche Wüstungen. Die gesteigerte Nachfrage und die steigenden Löhne verursachten eine sich verstärkende Inflation. Die Landwirtschaft musste sich der geänderten Nachfrage anpassen, sodass sie ihre Produktion zum Teil auf andere Waren umstellen musste. So breitete sich beispielsweise in Gebieten mit weniger ertragreichen Böden die Viehwirtschaft aus. Innerhalb der mittelalterlichen Städte hatte die Agrarkrise jedoch kaum Auswirkungen. Dort konnten die Bevölkerungsrückgänge durch die Landflucht ausgeglichen werden, die Lebenshaltungskosten waren vergleichsweise niedrig und der Lohnüberschuss sorgte für eine große Nachfrage nach Luxusgütern und handwerklichen Produkten. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalterliche_Agrarkrise)

    Zu den Bauernaufständen 1524 – 1526 heißt es: „Die Bauern trugen die Hauptlast zur Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft: Fürsten, Adel, Beamte, Patrizier und der Klerus lebten von deren Arbeitskraft, und da die Zahl der Nutznießer immer weiter anstieg, stiegen auch die Abgaben, die die Bauern zu leisten hatten.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg#Ursachen_und_Umfeld)
    Die Band „Schmetterlinge“ dichtete dazu 1976 in der „Proletenpassion“:
    Der Bauer trägt das ganze Land
    Auf dem gebeugten Rücken
    Muss sich stets tiefer bücken
    Für Fürst und Pfaffenstand
    Je mehr die Herren sich schmücken
    Je härter drückt ihre Hand
    Da hilft kein zorniger Gott
    Der Teufel wohnt im Schloss
    Da ist des Bauern Not so groß
    Des Bauern große Not
    Der Edelmann reit‘ aus zur Jagd
    Der Fürst reit‘ über’s Getreide
    Der Bischof im goldenen Kleide
    Macht mir die Kindlein nackt
    Der Fürsten Gold und der Pfaffen Geschmeide
    Hab‘ ich aus dem Acker gehackt
    Der Adel reit‘ übers Brot
    Auf seinem hohen Roß
    Da ist des Bauern Not so groß
    Des Bauern große Not
    Ein Junker fuhr mit sieben Gulden
    Zur Stadt, und in den Gassen
    Sieht er reiche Bürger prassen
    Und macht beim Fugger Schulden
    Muss Bauern schinden lassen
    Die Bauern müssen’s dulden
    Auf’s Blut und in den Tod
    Trifft mich ein jeder Stoß
    Da ist des Bauern Not so groß
    Des Bauern große Not.

    Auch in der Zwischenkriegszeit waren die Probleme ähnlich. https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_(Schleswig-Holstein)

    Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die Bauern eine Goldene Zeit, aber die ist längst wieder vorüber.

    1+
    • Arnold Krämer sagt

      Bergbäuerin:
      Der ersten Hälfte Ihres letzten Satzes kann ich nur voll und ganz zustimmen. Nicht jeder konnte oder wollte die Goldene Zeit nutzen.
      Längst vorüber ist sie noch nicht, aber sie ist vorüber. Den Nutzen haben vor allem die, die aktuell ihre Betriebe optimal organisiert und technisch auf einem hohen Stand haben. Dort wird heute und auch in den nächsten Jahren teilweise viel Geld verdient ( auch Steuern bezahlt) und eine nie gekannte finanzielle Freiheit genutzt (und vielleicht auch genossen). Wer aber auf dem „falschen Fuß“ erwischt wird, erheblichen investiven Nachholbedarf hat, wird Opfer unklarer Rahmenbedingungen, verstörender gesellschaftlicher und politischer Diskussionen, staatlicher Gängelei und Bürokratie und möglicherweise den verpassten Chancen lange nachtrauern.

      1+
      • Bergbäuerin sagt

        Aber ist nicht genau die „industrielle Landwirtschaft“ das große Feindbild in den aktuellen politischen Diskussionen?

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        • Arnold Krämer sagt

          Wir sollten froh sein, über Landwirte, die gut produzieren, Geld verdienen, Steuern zahlen und nicht abhängig sind von der „Staatsknete“.
          Mich hat in jungen Berufsjahren der Spruch des SPD -Abteilungsleiters im damals CDU geführten Landwirtschaftsministeriums beeindruckt und ein Stück weit geprägt.: „Wir wollen keine Quälbetriebe“
          Es wäre gut für die Landwirte, wenn dies Maxime aller politischen Parteien in D wäre. Leider ist dem nicht so.

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  2. Andi sagt

    Also Herr Krämer, ich kann nicht ganz nachvollziehen, was an der bayerischen Landwirtschaftspolitik so grundsätzlich falsch gelaufen ist. Es sind überwiegend noch Familienbetriebe mit wenig Fremdarbeitskräften. Die wirtschaftliche Situation ist sicher nicht schlechter, als in den größeren norddeutschen Betrieben. Allerdings möchte ich festhalten, dass es bei uns in Bayern die meisten Betriebe mit dem wachsen nicht so übertrieben haben, wie viele norddeutsche Kollegen. Ich meine damit die Betriebe, die einfach nicht über genügend Fläche verfügen, und wirkliche Probleme mit der überschüssigen Gülle haben. Also nochmals meine Frage, welche „Grundhaltungen“ haben sie konkret zu beanstanden?

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    • Arnold Krämer sagt

      @Andi
      Ich antworte Ihnen morgen ausführlich. Bin erst heute Nachmittag im Urlaubsort angekommen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Hallo Andi
      Selbstverständlich bin ich nicht in der Lage, ein umfassendes und gerechtes Urteil über die bayerische Landwirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte abzugeben. Durch meine berufliche Tätigkeit als Berater aber auch in der Agrarverwaltung Niedersachsens hatte ich jedoch relativ viele Kontakte zu Landwirten und Beratern aus Bayern. Mehrere Jahre war ich auch Mitglied der Bewertungskommission von top agrar für landw. Meister- und Fachschularbeiten. Auch durch die Zusammenarbeit mit Herrn Josef Weiß von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft beim DLG- Forum Spitzenbetriebe Schwein weiß ich, dass die bayerischen Landwirte etwas anders „ticken“ und beruflich anders „sozialisiert“ wurden als ihre Berufskollegen im Norden und Nordwesten Deutschland.
      Das hat auch etwas mit den Kernaussagen und Maßnahmen der offiziellen Landes-Agrarpolitik zu tun. Die waren in Bayern immer etwas defensiver und zurückhaltender als im Norden, vielleicht weil man auch den Wirkungen der eigenen, letztlich sehr erfolgreichen allgemeinen Wirtschafts- und Strukturpolitik vor 30 oder 40 Jahren noch nicht getraut hat.

      Am Beispiel der Milchviehhaltung kann man am besten verdeutlichen, dass im Norden eher Gas gegeben, und in Bayern eher gebremst wurde. Bayern hat mit der Förderung von Boxenlaufställen später begonnen als Niedersachsen und es bei den geförderten Dimensionen nicht übertrieben, auch weil man den Verdrängungswettbewerb unter Landwirten nicht anheizen wollte.
      Die Folgen sind vielfältig. In den letzten Jahren des Milchquotenregimes sind viele Produktionsrechte nach Norden gewandert. In Bayern stehen in den Dörfern aktuell immer noch viele Kühe in ganzjähriger Anbindehaltung. Das gibts es im Nordwesten praktisch überhaupt nicht.
      In Norddeutschland nutzen die verbliebenen Milchviehbetriebe bereits den nächsten Technologieschub in Form der Melkroboter, verbessern ihre Arbeitsproduktivität und senken ihre Stückkosten. Das ist bei dem homogenen, austauschbaren Agrarrohstoff Milch marktechnisch gesehen nicht unwichtig. Auf der anderen Seite sind bayerische Molkereien oft leistungsfähiger als norddeutsche.

      All das sagt natürlich nichts über die sozioökonomischen Lage der Betriebe aus, was auch die Agrarberichte nicht umfassend korrekt wiedergeben können. Pachtpreise, Fremdkapitalbelastung, Produktionseffizienz, sonstige Einkunftsquellen, Standort, familiäre Verhältnisse; viele Faktoren entscheiden in einer dynamischen (Landwirt-)Wirtschaftswelt über die Stabilität, Zukunftsfähigkeit und Attraktivität eines landw. Unternehmens.

      Das, was im Nordwesten zuviel gewesen ist, ist im Süden vielleicht zuwenig gewesen. In Zeiten des Umbruchs werden die Karten aber neu gemischt und teilweise wieder neu verteilt. Die schnelle Übernahme der Forderungen des Volksbegehrens zur bayerischen Bienenrettung durch die b. Staatsregierung lässt aber befürchten, dass die wirtschaftliche Luft zum Atmen nicht größer sondern kleiner wird. Perspektivisch keine guten Aussichten für unternehmerisch veranlagte Landwirte in Bayern; aber wer weiß, was uns im Norden noch blüht.

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  3. Arnold Krämer sagt

    Herr Ilchmann. die unterschiedlichen Positionen nehme ich sehr wohl wahr und ich akzeptiere sie auch.
    Das ändert aber nichts an ökonomischen Gesetzmäßigkeiten und der Tatsache, das Unternehmer sich unterschiedliche Ziele setzen, sich unterschiedlich viel zutrauen und aus verschiedenen Gründen auch scheitern können. Aktuell habe ich auch wieder so einen „Problemfall“ zu beraten.

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  4. brouss sagt

    Ich wundere mich immer wieder über den schlechten Informationsstand. Überall!
    Einer Dame, deren Sohn Grüner BGM werden will, habe ich erzählt, dass die Bienenvölker in Bayern seit 2008 um 25% zugenommen haben. Weiß die nicht.
    Dass das Institut für Bodenkunde der Uni Dresden über den schlechten Zustand der Böden bei den Bio-Bauern, weiß sie nicht.
    Dass unsere Sorten mit Mutagenese gezüchtet wurden und die min. genauso gefährlich ist wie Gentechnik, weiß sie nicht.

    Die Presse müsste viel, viel gewissenhafter arbeiten. Aber das kann man wahrscheinlich überhaupt nicht verlangen.

    9+
    • Gephard sagt

      Die Bienenvölker sind ja gar nicht das große Problem, das haben die Imker in der Hand. Es geht ja beim Artensterben vor allem um wilde Insekten und eben die Wildbienen.

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  5. Ludwig sagt

    Der Penniger hat sich gut geschlagen, sauber argumentiert, andere Meinungen akzeptiert.
    Ansonsten die gleichen Argumente wie immer. Der Initiator des Volksbegehren will diskutieren, erwartet allerdings, dass am Ende die Position der Initiatoren umgesetzt werden. Es zeigte sich auch, das selbst „Landwirte“ sich einseitig bei NGO informieren und das gehörte nicht mit gelernten Inhalten verifizieren.

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  6. Mark sagt

    Mich würde dringend interessieren, wie diese Sendung bei Nichtlandwirten ankommt.

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    • Inga sagt

      Ob sich die ein Nichtlandwirt überhaupt an hört?

      Jedenfalls die Gesetzgeber müssen auch studierte Landwirte sein, um darüber urteilen zu können!

      2+
      • Eckehard Niemann sagt

        Überschätze bitte nicht den Wert eines Studiums bei der Erkenntnisgewinnung…

        6+
        • bauerhans sagt

          im studium lernt man zu überlegen,wie man arbeit einfacher und komfortabler erledigen kann.

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        • Berthold Lauer sagt

          Ja, Herr Niemann, da muss ich ihnen Recht geben! Das beweisen doch die vielen „Besorgten“ mit akademischem Hintergrund, die heute aus allem und jedem Weltuntergangsszenarien entwickeln und oft die Wurzel allen Übels in der aktuell praktizierten Form der Landwirtschaft sehen , tagtäglich!

          7+
        • Paulus sagt

          @ Eckehard Niemann
          Unterschätzen sie bitte nicht den Wert eines wissenschaftlichen Studiums
          „bei der Erkenntnisgewinnung“ Ein solches ebnet Wege die so manch anderen verborgen bleiben. Das ist nicht abwertend gemeint, schließlich gibt es auch genügend saudoofe Akademiker.
          Hoffentlich merkt es keiner, sonst trifft mich jetzt nicht nur ein Blitz der Ferkelhebamme.

          1+
          • Ferkelhebamme sagt

            Immer diese üble Diffamierung der armen Wutze – kann man doch von PETA „lernen“, dass die einen Intellekt wie dreijährige Kindern haben 😉
            Schöne Pfingsttage!

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      • Gephard sagt

        Warum sollten Nichtlandwirte diesen Beitrag nicht hören wollen?

        Ich fand ihn sehr informativ und habe unter anderem auch gelernt, wie stark mich dieser Blog hier beeinflusst. Ich war nämlich in der Tat der Ansicht, dass das Volksbegehren eher schädlich ist, so wie der Studiogast es propagiert. Durch den Anruf des Mitinitiators sehe ich das nun anders. Dass nicht die Bauern Adressat des Begehrens sind, war mir nachvollziehbar. Ich habe mich dann eher gewundert, wie der Studiogast die Argumente (Wiesen in Staatshand, Bedarf an Biolebensmittel erhöhen …) einfach ignoriert hat und immer noch behauptet, die Landwirte müssen das Begehren ausbaden.

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    • fingerphilosoph sagt

      Bei einem Nichtlandwirt wie mir kommt die Sendung wie folgt an:

      1. Der Studiogast Alois Penninger war von allen Nebenerwerbs- und anderen Landwirten, die in der Sendung zu Wort gekommen sind, der Einzige, dem es offenbar überhaupt um die Produktion von Lebensmitteln ging. Allen anderen (Telefon)-Teilnehmern, von denen die meisten ebenfalls Landwirte waren, ging es entweder um Wasser, Natur, Artenerhalt, Wiesen oder – auch sehr wichtig – Subventionen, aber nicht um Nahrungsmittel.

      2. Zwischen den Landwirten, die sich per Telefon gemeldet haben, und dem „Verbraucher“ bzw. der Gesellschaft bzw. den Unterzeichnern des Volksbegehrens (was immer darunter subsumiert wird) konnte ich in der Argumentation keine nennenswerten Unterschiede feststellen.

      3. Nimm drei Landwirte und du bekommst zu einem Thema fünf verschiedene Meinungen. Mit Landwirten, denen es nicht um die Produktion von Lebensmitteln geht, kann man nicht reden, die sind noch ideologischer als Veganer.
      Der einzige Landwirt, der zugehört hat, war derjenige, der auch Lebensmittel produziert, also der Studiogast. Ich frage mich, ob da ein Zusammenhang besteht.

      3. Der Studiogast war außerdem der Einzige, der Marktwirtschaft (inklusive Weltmarkt) erstmal als gegeben annimmt. Alle anderen haben sich mehr oder weniger für deutlich mehr staatliche Einmischung, also Planwirtschaft, ausgesprochen, wenn auch mit weniger Bürokratie. Wobei sogar einer dabei war, der nichts gegen den zunehmenden bürokratischen Aufwand hat. Mit freiem Unternehmertum ist eine solche Einstellung nicht wirklich vereinbar.

      Daraus ziehe ich den Schluss, dass die Grünen mit ihrem Astroturfing und Framing unter Landwirten besonders erfolgreich sind. Und das hätte ich, ehrlich gesagt, nun nicht gedacht.

      10+
      • brouss sagt

        Da wird schon mal vor sortiert. Ich habe da auch mal angerufen, aber wenn man da eine Meinung vertritt, die den Redakteuren nicht passt, wird man nicht durchgestellt.
        Außerdem müssen die Leute, die da anrufen nicht unbedingt repräsentativ sein.

        4+
        • Gephard sagt

          Das muss nicht immer gleich Zensur sein, oft entscheidet sich doch auch anhand des Sendungsverlaufs, wer gerade thematisch gut reinpasst. Der Beitrag hier zeigt ja auch sehr gut, dass das nicht immer gelingt und jemand vollends am Thema vorbei redet und abgewürgt wird.

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      • Arnold Krämer sagt

        @fingerphilosoph
        Die bayerische Staatsregierung wollte „ihre“ Landwirte eigentlich immer staatsabhängig behalten. Das Motto vor 30/40 Jahren lautete: wer Bauer bleiben will, kann Bauer bleiben. Spätestens mit dem Mauerfall war diese Position objektiv aber nicht mehr zu halten.
        Wenn bestimmte Grundhaltungen in den Landwirtschaftsschulen und in der Verbandspolitik lange (zu lange) vermittelt werden, muss man sich nicht wundern, wenn sich das auch heute noch in den Wortmeldungen beim BR niederschlägt. In Nord- und Ostdeutschland wäre sicher ein anders Meinungsbild entstanden.

        1+
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Ja, Herr Krämer, hier haben ja Landwirtschaftsschulen, die Kammerberatung und der Verband auch jahrzentelang segensreich gewirkt. Die vielen Probleme, die dadurch verursacht wurden, fallen jetzt allen Kollegen vor die Füße, die dazu gar nicht beigetragen haben, auch denen in Bayern. Sie sollten akzeptieren, dass es je nach betrieblicher Realität ganz unterschiedliche Positionen von Landwirten bezüglich einer zukunftsfähigen Agrarpolitik gibt.

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          • Berthold Lauer sagt

            „Sie sollten akzeptieren, dass es je nach betrieblicher Realität ganz unterschiedliche Positionen von Landwirten bezüglich einer zukunftsfähigen Agrarpolitik gibt.“ Richtig, Herr Ilchmann, sie auch! Und auch ihrem Verband und ihrer Beratung wird eines Tages vielleicht das Ein oder Andere vor die Füße fallen! Diese ewigen Schuldzuweisungen Beratung und Verbände bringen uns nicht weiter. Letztendlich sollte jeder Unternehmer seine Entscheidungen selbst treffen. Und wenn’s schiefgeht, muss er auch die Verantwortung übernehmen. Ja, auch ich fühle mich zu Unrecht betroffen von vielen Auflagen, die uns manche Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft beschert haben! Ich glaube aber nicht, dass Stillstand besser gewesen wäre. Vieles von dem, was aktuell an Forderungen im Raum steht, wird ebenfalls gerade denen vor die Füße fallen, deren Rettung man sich auf die Fahnen geschrieben hat! Denen fehlt nämlich das Geld und die Lust!

            7+
      • Mark sagt

        Danke f…ph. Deine Antwort st sehr aufschlussreich, wenn gleich auch sicherlich nicht „typisch“ für die Fraktion der Nichtlandwirte.

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    • Sabine, die schaffiebrige sagt

      Ich hör’s mir später im Podcast noch an, aber ich bin eh auf der Landwirt-Seite denn bei den ständigen Kritikern.

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