Bauer Willi
Kommentare 32

Lieber WWF…

Den nachfolgenden Text habe ich am 16.9.2018 per Mail an den WWF geschickt. Frau Fleckenstein ist mir persönlich bekannt, mit Frau Wilhelm hatte ich Mail-Kontakte.  

Liebe Frau Fleckenstein, liebe Frau Wilhelm

Der WWF und EDEKA sind ja eng verbandelt. So wirbt EDEKA  auf Bio-Milch (und vielen anderen Eigenmarken) mit dem Logo des WWF. Am 15.9. 2018 war in einer Zeitungsanzeige Werbung für ein Liter Bio-Milch für 55 Cent zu sehen, auch diese Packung trägt das Logo des WWF.

55 Cent ist ein Preis, der deutlich unter dem Preis für konventionelle Milch liegt. Damit wird der Eindruck erweckt, Bio wäre zum Schnäppchen-Preis möglich.  Dies ist meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht ein falsches Signal. Unter anderem ist eine solche Preisgestaltung für umstellungswillige Bauern sicher abschreckend.

Ihr Unternehmen setzt sich doch – zumindest laut der Aussagen auf ihrer Homepage – sehr für Nachhaltigkeit, Ökologie und fairen Handel ein.

Falls das so ist, bitte ich um eine Antwort, wie Sie das Verhalten Ihres Geschäftspartners EDEKA beurteilen und ob es im Sinne der Glaubwürdigkeit des WWF nicht sinnvoller wäre, sich von EDEKA zu trennen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bauer Willi

P.S. Die Antwort werde ich auf unserem Blog bauerwilli.com veröffentlichen. Wenn keine Antwort  kommt, auch.

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32 Kommentare

  1. Werner Heiss sagt

    Ich kann Ihnen inm Moment nicht mehr dazu schreiben. Aber eines kann ich ihnen sagen, ihr denken ist von den bestehen Strukturen und dem was ihnen die Konzerne vordenken geprägt. Sie habenn keine Vision für ein eigenes digitales Projekt. Die Digitalisierung haben die meisten noch nicht wirklich verstanden. Vor allem nicht welches Potenzial für die breite Masse darin steckt.

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  2. Friedrich sagt

    @Werner Heiss. Ich behaupte das nicht und habe keine Studie erstellt , sondern ich habe das nach intern. Standards lt. LK und mit der LK erstellt. Der Grüne Umweltminister Meyer (Niedersachsen) hat dieses Projekt sogar in Gang geschoben , bezahlt und wollte Daten haben. Das dieses Ergebnis rauskam hatten wir alle nicht gedacht. Ich hatte auch gedacht , daß anhand der ständigen Behauptungen ein anderes Ergebnis rauskam . Wenn sie Daten haben wollen, dann schreiben sie an unseren Willi und ich lasse ihnenüber Willi die Berechnungen zukommen. Die LK hat diese Daten auch in den Medien (zwei Fachzeitschriften) veröffentlicht. Die LK-Stelle ist aber eine Ministeriumsstelle, also wird vom nieders. Landwirtschaftsministerium bezahlt.

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  3. Friedrich sagt

    @Werner Heiss. Die Antwort ist ganz einfach . Habe mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Projektpartner die Klimabilanz unseres Betriebes stellvertretend für Ackerbau und Schweinebetriebe ermittelt. Die Basis ist immer mit wieviel Energie ich ein Produkt erzeuge. Es geht hier um den Liter Milch , kg Fleisch, 100 kg Getreide usw. . Dabei fließt die zugekaufte Energie (Gas, Diesel,Öl, Dünger, Pflanzenschutzmittel usw.), aber auch selbstverfüttertes Getreide usw. mit ein . Ernergieeinsparung , selbst verbrauchter PV-oder Windstrom natürlich auch. Bei mir im Betrieb sind so rd.40% Klimabilanzverbesserung rausgekommen. Der Zeitraum war von dem Jahr 2000 bis 2016 anhand meiner Buchabschlüsse. Alles wurde von der LK überprüft und mit mir gemeinsam erarbeitet. Ein Biobetrieb der nahezu keine Ertragszuwächse hat und noch rd. 25% der Fläche brach liegen läßt muß auf Grund der weltweit gleichen Berechnung schlechter sein in der Ökobilanz, gerade auch deshalb , wenn er vorher konv. Betrieb war und die Mengen runtergehen. Auch die Nachhaltigkeit ist nicht besser, wie immer geredet wird.

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    • Werner Heiss sagt

      Lieber Herr Friedrich, wenn Sie mir schreiben die Antwort ist ganz einfach und das bei einem so komplexem Thema läuten bei mir alle Alarmglocken. Die Ökobilanz würde ich jetzt doch gerne sehen. Sie haben mit Ihrer Aussage nichts belegt und legen sogar bei Ihren Behauptungen noch eine Schippe drauf. Können Sie mal darlegen, wo denn bei Ihrem Fall die Systemgrenzen gezogen wurden. Ich bin gegenüber Bio übrigens nicht einfach positiv eingestellt, weil ich weiss wie vertrakt Ökologie sein kann und nicht alles so ist wie es gerne dargelegt wird. Was Sie hier aber so überzeugt Behaupten und mit der Landwirtschftskammer als glaubwürdig zu legitimieren versuchen würde ich dann doch gerne als Studie sehen. Da fällt mir zuerst mal ein „zeig mir deine Ökobilanz und ich sage dir wer dein Auftraggeber ist 😉 „.

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  4. Friedrich sagt

    EDEKA will „Nachhaltiger“ werden, so steht es oben und der ökologische Fußabdruck soll besser werden. Leider muß ich WWF und EDEKA sagen , daß das mit Bio nicht klappen wird, denn mit Bioprodukten wird der Fußabdruck erheblich pro Einheit , also kg Fleisch oder je ltr. Milch, schlechter. Das ergibt sich aus Berechnungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wenn EDEKA „Nachhaltiger“ produzieren möchte und nicht alles auf die Bauern abwälzen würde , dann wäre mal „Selber was Tun“ angesagt !!
    Und zwar PV_Platten für den Selbstverbrauch der Supermärkte auf den Dächern installieren , oder mal ordentlich Windräder aufstellen. Das wäre mal was , an statt die Probleme auf die Bauern abzuschieben und selber “ nix Tun“. Das ist doch die Masche aller Supermarktketten. Mit ihrer Marktmacht machen die doch alle Lieferanten platt. Hier wäre mal das Kartellamt gefordert. Auch könnten die LEHs ordentlich Ackerverträge oder Kooperationen mit den Bauern eingehen , um Vertragsnaturschutz zu machen. Aber das kostet die ja was und vermindert deren Gewinn. Da ist es billiger dem WWF jedes Jahr mal einige Euros Schweigegeld in den Rachen zu schmeißen und dann hat man Ruhe. Das ist allemal billiger , als selbst aktiv zu werden. Zum Dank hacken dann der WWF und die anderen NGOs auf den Bauern rum . So verlogen ist deren System.

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    • Werner Heiss sagt

      Können Sie die Behauptung belegen, spezifizieren oder Quellen angeben, dass die Ökobilanz mit Bio schlechter wird. Was die Marktmacht der Handelsketten anbelangt hilft jammern nicht weiter. Wie wäre es Mal eigenen Konzepte zu entwickeln statt immer nur über die Abhängigkeit zu maulen.

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      • Schmeckt gut sagt

        Was heißt hier jammern. Die Marktmacht der Ketten ist Fakt. Und sie wächst weiter. Seit Kurzem gibt es einen europäischen Verbund der genossenschaftlich organisierten Ketten (Edeka, Eroski, COOP, Intermarche…) mit Sitz in Genf und namens ALIDIS. Die Macher und Aktiven in diesem Verbund wollen gewiß nur eines – die bäuerliche Landwirtschaft (was auch immer darunter verstanden wird) stärken (Ironie). Wenn die Argumente in der Diskussion mit Bauern ausgehen, werden immer Kontepte von unserer Seite gefordert, was natürlich in Ordnung ist. Nur liegen diese Konzepte schon vor und werden immer wieder neu durchdacht, weiterentwickelt und versucht umzusetzen. Dies geht nur selten auf betrieblicher Ebene, weil eben die Umsetzung extrem kostenaufwendig ist (Investitionen in Verarbeitung, Infrastruktur, PR…). Hier spielt die Hausbank tatsächlich nur mit, wenn ein gutes Konzept besteht. Einige risikofreudige landwirtschaftliche Unternehmer haben hiermit auch Erfolg (Vorzugsmilch und -käse, Kartoffel- und Gemüseverarbeitung…). Diese Umsetzung wird dann aber nicht mehr als „bäuerlich“ (an)erkannt. Ein sehr hohes Risiko bleibt die Nische allemal. Und sie muß noch erfolgreich ausgefüllt werden, nur so erzielt der Investor eine höhere Wertschöpfung, als bei den Massenprodukten. Und die Nische muß gepflegt werden, denn die Massenverkäufer, wie ALDI, EDEKA und LIDL geiern nur nach der Umsetzung von neuen Ideen (dem Wochenmarkt und uns nehmen sie schon reihenweise Kunden ab mit der Umsetzung der Regionalkonzepte und einem neuen Design mit Marktständen). Die Marktanteile der Diskounter an z.B. Obst und Gemüse sprechen auch eine deutliche Sprache. Sie liegen mittlerweile über 50%.

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        • Werner Heiss sagt

          B2B Handelsplattform kann ich Ihnen dazu im Moment nur sagen. Sie werden es mitbekommen was ich damit meine und die Antwort auf Ihre Einwände gibt.

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          • Schmeckt gut sagt

            Das meinen sie jetzt nicht Ernst. Das ist alles? Ein alter Hut in neuen Gewändern gegen 85% Marktbeherrschung in 5 Einkaufszentralen? Heutzutage wird über das Internet europaweit ausgeschrieben oder den einzelnen Kaufleuten (wie bei EDEKA oder REWE) eine kleine Nische zum Regionaleinkauf gelassen. Wie bitte soll das bei den allermeisten Bauern funktionieren?

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            • Arnold Krämer sagt

              @Schmeckt gut: Immer wieder derselbe Denk- und Argumentationsfehler!
              Außer Obst, Gemüse und Eiern produzieren die Bauern praktisch nichts, was direkt konsumfähig wäre und in den Regalen des LEH landen könnte.
              Edeka, Aldi und Co kaufen bei Vion, Tönnies, Müller-Milch, Homann etc. ein, die ihre Rohstoffe dann wiederum z.T. von den Bauern, aber teilweise auch nicht einmal dort sondern von Genossenschaften, Händlern, Importeuren etc. beziehen. Der Weg vom Landwirt zum Endverbraucher ist sehr komplex, und alle bedienen sich mehr oder weniger erfolgreich in der Kette. Der Schweinemäster gibt den ökonomischen Druck in der Regel sogar auch immer wieder an den Ferkelerzeuger weiter.

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            • Werner Heiss sagt

              Dann erklären Sie mir doch Mal genau welcher Teil meiner Digitalisierung ein alter Hut ist und wo Sie das genau gesehen haben. Eben!! Dazu kann 8ch ihnen sagen, dass Sie nochnicht Mal ansatzweise gedacht haben was ich dran bin politisch in Berlin zubereiten

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            • Schmeckt gut sagt

              Technisierung und die im Moment als Retter der bäuerlichen Landwirtschaft gepriesene Digitalisierung hat bisher immer nur dazu beigetragen, Stückkosten und/oder Vermarktungskosten zu senken, was immer schon als „Überlebensrettung“ der LW verkauft wurde. Nur wurde diese Kostenersparnis schnell vom Einkauf des LEH eingepreist. Aus welchem Grund soll es also bei dieser neuen Errungenschaft anders laufen? Falls es tatsächlich etwas bringen würde, prima. Allein mir fehlt der Glaube.

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            • Schmeckt gut sagt

              Übrigens, um auf Willis Beitrag zurück zu kommen, durch die Digitalisierung ist es für Edeka leichter möglich, Infos zu sammeln, zu vergleichen und im EK Vorteile durchzusetzen. Das selbe wäre auch für die Bauern möglich, wenn nicht die Stichworte Marktmacht und 85 Prozent dagegen sprechen würden. Ein Ergebnis hiervon ist ein Angebotspreis von 55Cent für Biomilch.

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  5. Paulus sagt

    Glaubt hier jemand im Ernst, der WWF hätte sich bei den Gesprächen/Verhandlungen mit EDEKA, außer Eigene monetäre Interessen durchzusetzen für das Einkommen der Milchbauern interessiert? So naiv sollte man nun wirklich nicht sein.
    Die dichten sich auf Bauer Willis Anfrage jetzt irgendetwas zusammen, schließlich müssen sie ihr Engagement und Bio ja ganz toll finden und entsprechend verkaufen.

    Ansonsten hat Bauer Willi es nach meiner Auffassung glasklar und sehr richtig auf den Punkt gebracht:
    „Ihr Unternehmen“ und das „Verhalten ihres Geschäftspartners.“
    Nicht schlecht! Könnte man auch auf andere NGO’s anwenden.

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    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      Mittlerweile habe ich ein Antwort. Kommt am Montag. Ist genau so wie erwartet und von Dir beschrieben. Das mit „ihr Unternehmen“ und „Geschäftspartner“ ist ihnen nicht aufgefallen. Also akzeptiert… 🙂
      Und ne, naiv bin ich nicht, aber es wird in der nächsten Woche ein Telefonat mit dem WWF geben. Die wollen mit mir sprechen…ich freue mich schon drauf….
      Bauer Willi

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  6. Ehemaliger Landwirt sagt

    Bedingt durch die Frostschäden im letzten Jahr gibt es bei uns in diesem Jahr eine überdurchschnittliche Apfelernte, die Kapazitäten der Kühllager sind nahezu erschöpft.

    Doch was sieht man da in der Werbung bei EDEKA, Äpfel Pink Lady aus Chile oder Südafrika. Vom ökologischen Fußabdruck und Nachhaltigkeit ist da nichts zu sehen und unsere Verbraucher die der deutschen Landwirtschaft immer Vorhaltungen machen, kaufen diese Äpfel auch noch.

    Aber die Aufkleber auf jedem Apfel sind die 2,22 Euro je Kg Wert, oder?

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  7. Berthold Lauer sagt

    Ich hab es unlängst schon einmal hier kommentiert: die Handelsketten erkaufen sich das Stillhalten der Kritiker! Auf die Inhalte kommt es scheinbar gar nicht an, wohl nur auf die Summe. Auch eine Art von Greenwashing! Und sie erreichen damit mehr als wir mit jedem Widerspruch, jeder Aufklärungskampagne, jedem Dialog oder jedem Versuch von faktenbasierter Diskussion. So bitter das ist, vielleicht müssen auch wir umdenken und einen Topf füllen, mit dem wir solche Deals finanzieren können.

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    • sonnenblume sagt

      Bei Deinem Kommentar kam mir sofort ein Gedanke. Italien und Osteuropa lassen grüßen. Ist sicher etwas weit hergeholt, aber dort gibt es doch gewisse Vorbilder. Bezahlt´s du, hast du deine Ruh. Ist doch das gleiche System, nur mit anderen Vorzeichen.
      Dieses Stillhalten gibt es nicht nur bei den Handelsketten. Das findet man auch bei anderen Projekten.

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  8. Friedrich sagt

    Ist es jetzt schon soweit , daß die Biomilchlieferanten im Hamsterrad des Marktes angekommen sind ? Nur mit niedrigen Preisen ist die Biomilch wohl nur noch los zu werden , weil der Verbraucher eben billig will, obwohl er in den Umfragen ja nur Bio kauft. Was nützt die beste Subventionsoptimierung hin zu Bio , wenn keiner die Produkte , weil zu teuer, haben will. Auch der LEH verkauft nur Bio , weil er von den NGOs dazu genötigt wird , ja er zahlt teilweise sogar Ablaß . Habe mal was von mehreren
    100.000 Euro von einem LEH gelesen. Möchte mal wissen wieviel der WWF von EDEKA bekommt ?

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  9. Sehr geehrter Herr Arnold Krämer,
    im gewissen Sinn haben sie vielleicht Recht, nun ist es aber wohl so als das es wohl durch Futtermangel infolge der anhaltenden Trockenheit dieses Jahr keine Biomilch im Überfluss gibt.
    Einige Biomilch Molkereien zahlen an die Bauern zweierlei Milchpreise ………
    Betriebe mit genügend Biofutter den eigenendlichen Auszahlungsbetrag……
    Betriebe die Konventionelles Futter zukaufen einen geringeren Auszahlungsbetrag…….
    Falls die beworbene Milch zu dem zweiten gehört…….dann müsste es meiner Meinung nach auch dementsprechend Deklariert werden…… was aber bestimmt nicht gemacht wird weil Bio immer Gut …..
    Das gleiche war bei der Stallpflicht für Legehennen……..
    Gruß Klaus Weber

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  10. Arnold Krämer sagt

    Für die Ökolandwirtschaft gelten dieselben ökonomischen Gesetze wie für die konventionelle Landwirtschaft. Wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, sinken die Preise!!

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    • Arnold Krämer sagt

      Ich kann den letzten Satz auch anders formulieren: „Wenn die Nachfrage das Angebot unterschreitet…..“. Und damit wird ein weiteres Problem „angerissen“, das Auseinanderklaffen von Reden (bei Umfragen) und Handeln in unserer Gesellschaft.

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  11. Oberländer sagt

    Lieber Willi
    Mit der Zeit stelle ich mir die Frage ob Edeka und genau so
    Rewe ( 2 Cent an Nabu bei kauf von regionalem Obst ), den
    von Öko -NGO-s eingeforderten Ablass in Form von
    kostenloser Propaganda leisten.

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