Bauer Willi
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Liebe Verbraucher – ich brauche euren Rat.

Wer mich nicht kennt: ich bin ein „normaler“ Ackerbauer im Rheinland, bewirtschafte 40 Hektar, was nicht sonderlich viel ist und baue dort derzeit Zuckerrüben, Raps und Getreide an.

Ab und an denke ich darüber nach, ob ich meinen Betrieb auf Bio umstellen soll. Diese Überlegung kommt immer dann hoch, wenn mal wieder in einer Talk-Show ein mehr oder weniger bekannter Schauspieler davon berichtet, dass er sich jetzt einen kleinen Bauernhof gekauft hat auf dem er seine Lebensmittel selber, natürlich ganz biologisch, anbaut. Worauf hin dann der nächste erklärt, dass er ja jetzt auch möglichst auf Fleisch verzichtet, weil das ja gesünder ist und hilft, dem Hunger in der Welt zu begegnen. Und dann wird eifrig darüber geschimpft, dass ja die heutige Form der Nahrungsmittelproduktion unbedingt geändert werden müsste. Und alle sind sich einig. Das fällt ja nicht schwer, denn der Produzent der Lebensmittel, der Bauer, sitzt ja nicht mit in der Talkrunde.

Ich kann mir mittlerweile diese Talkrunden und Fernsehberichte auch nicht mehr ansehen. Ich schalte um oder gehe in’s Bett. Ich bin nicht nur frustriert, nein, mit der Zunahme solcher Sendungen bekomme ich immer mehr Angst. Angst davor, dass die gesellschaftliche Meinung eines Tages so weit kommt, dass die politischen Entscheidungsträger, egal welcher Farbe, sich veranlasst sehen, dem öffentlichen Druck nachzugeben und zu sagen: jetzt reicht’s. Und von heute auf morgen den Schalter umdrehen, so wie sie es bei der Atomkraft auch gemacht haben. Zumindest theoretisch denkbar wäre es.

Meine Marktanalyse

Wenn der Fall eintritt, will ich vorbereitet sein. Doch bevor ich meinen kompletten Betrieb umstelle, will man ja erst mal wissen, ob ich mit meinen Produkten im Biobereich eine Chance habe. Und da macht man normalerweise erst einmal eine Marktanalyse. Als typischer Kapitalist, der ich nun mal bin, will ich ja mit meiner Arbeit Geld verdienen. Ich weiß, das gehört sich nicht, aber so bin ich nun mal erzogen, das ist meine Prägung durch das Elternhaus.

Also war ich an einem Tag in 5 Läden. Da es bei uns am Ort nur Supermärkte und Discounter gibt, und ich nur unverarbeitete Produkte anbieten kann, habe ich mir mal das Sortiment angesehen und vor allem, woher die Produkte kommen. Das Ergebnis: von 24 Bio-Produkten stammten 3 aus Deutschland, das waren Dinkel-Körner (ungemahlen), Kartoffeln und Äpfel. Die meisten Bio-Produkte kamen aus Spanien, Italien und den Niederlanden, aber auch Dänemark, Polen, Ukraine, Bulgarien, China, Peru, Costa Rica, Israel und Mexiko waren auf der Liste zu finden. Ach ja, Argentinien hatte ich noch vergessen. Avocado, Bananen, Limetten, Mango, aber auch Möhren, Gurken, Zwiebeln, Hirse und Paprika hatten einen Transportweg von mehr als 1.000 km zurückgelegt, bevor sie in unserem Dorf angekommen waren. Alles in Bio-Qualität. Details könnt ihr hier sehen. (Tabelle)

Fazit der Marktanalyse

Für mich bleiben derzeit nur der Anbau von Dinkel und Kartoffeln. Gut, Dinkel habe ich schon mal angebaut, es aber wegen fehlender Rentabilität wieder sein gelassen. Kartoffelanbau wäre machbar, da müsste ich mir halt die Maschinen für Pflanzen und Ernte vom Nachbarn ausleihen. Ein Kartoffellager habe ich nicht, das müsste ich noch einrichten, was aber Geld kostet. Weil Kartoffeln und Dinkel nicht viel einbringt, müsst ich mir noch andere Kulturen einfallen lassen. Was dazu in Frage käme, wäre der Gemüsebau. Von Gemüsebau habe ich, ehrlich gesagt, nicht viel Ahnung, und das macht sicherlich auch ganz schön viel Arbeit. Maschinen für Gemüsebau habe ich keine, die müsste ich noch kaufen. Wer soll das Gemüse pflanzen und ernten, wie soll ich das Unkraut in den Griff bekommen, ohne dafür Leute einzustellen? Und das mit Mindestlohn? Wer will denn noch die Handarbeit machen? Mein Hof liegt am Rande eines großen Ballungsgebietes und da gibt es einfachere Möglichkeiten, sein Geld zu verdienen. Soll ich wirklich osteuropäische Mitarbeiter einstellen? Und dann wieder als Ausbeuter tituliert werden?

Räume, um die Produkte verkaufsfertig zu machen fehlen mir auch. Die müsste ich noch bauen. Da mein Hof aber im Landschaftsschutzgebiet liegt und unter Denkmalschutz steht, geht das nicht. Die Halle müsste also dort stehen, wo ich eine Baugenehmigung bekommen kann. Wahrscheinlich wäre das in einem Industriegebiet, wo ich dann hinfahren müsste. Da das Gemüse ja gewaschen werden muss, muss auch für das Waschwasser eine Lösung gefunden werden. Ob das so in die Kanalisation darf, weiß ich nicht. Möglicherweise gibt es auch noch andere Auflagen, die ich heute noch nicht kenne. Wir leben ja in Deutschland.

Äpfel zu erzeugen ist schwierig, weil ich halt keine Apfelbäume habe. Die müsste ich erst noch pflanzen und bis die die erste Ernte abwerfen, kann das ja gerne ein paar Jahre dauern. Also müsste ich eine Menge Geld in die Hand nehmen, bevor der erste Ertrag einfahren werden kann.

Vieh muss her

Und dann ist da noch ein viel gravierenderes Problem. Ich habe kein Vieh! Um als Bio-Betrieb anerkannt zu werden, sollte ich möglichst den organischen Dünger aus dem eigenen Betrieb, verwenden. Geht nicht, wenn ich kein Vieh habe. Ich darf aber eventuell auch zugekauften Mist oder Gülle aus anderen Bio-Betrieben nehmen. Nur: hier im Umkreis gibt es keine. Nun entscheiden sich ja immer mehr Menschen für die vegetarische oder vegane Lebensweise. Was würde ich also mit den Tieren machen, wenn ich welche anschaffe? Einen Stall müsste ich erst noch bauen, die Arbeitsbelastung würde noch höher, weil ich die Tiere ja versorgen muss. Und die Tiere schlachten? Der Marktanteil von Bio-Fleisch liegt bei unter 2%! Und wie viele Tiere darf ich denn halten, ohne dass ich mir den Vorwurf der Massentierhaltung wieder anhören muss? Und ohne Vieh? Was mache ich mit dem Kleegras, das ich anbauen muss, um Stickstoff in den Boden zu bekommen? Kleegras verkaufen? Wer will das hier haben?

Wenn ich von konventionell auf Bio umstelle, gibt es zusätzliche Subventionen. Dann lese ich kürzlich in einer Studie des Umweltbundesamt, dass der Anteil der Fläche, die auf Bio umgestellt wird, jährlich 0,25% beträgt und dass die Mittel für die Umstellung unbedingt aufgestockt werden sollten. Also noch mehr Subventionen! Das will ich eigentlich auch nicht, das bekomme ich dann auch wieder auf’s Butterbrot geschmiert.

Alle Investitionen, die für die Umstellung auf Bio notwendig sind, (und da kommt schnell mal ein mindestens sechsstelliger Betrag zusammen) müssen sich ja auch rechnen. Normalerweise schreibt man diese Summe auf 15 bis 20 Jahre steuerlich ab. Was ich also jetzt mache, muss auch in 20 Jahren noch sinnvoll sein. Ich möchte meinen Betrieb ja zukunftsfähig der nächsten Generation übergeben. Und die steht schon in den Startlöchern.

Mit zunehmendem Alter scheut man ja das Risiko. Das geht mir auch so. Deshalb die Frage an euch: könnt ihr mir einen Rat geben? Soll ich den Schritt wagen? Würdet ihr das machen?

Euer Bauer Willi

 

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63 Kommentare

  1. Lieber Bauer Willi,

    Ob du deine Frage ernst meinst oder auch nicht ist mir auch nicht ganz klar. Ich verstehe, dass es schwierig ist einfach den ¨Schalter¨ umzulegen und zu sagen, ich mach jetzt mal Bio. Wahrscheinlich hast du Recht. Ein besserer Preis für deine Produkte würde gefressen von einem geringeren Ertrag. Ein Nullsummenspiel nennt man sowas. Das würde ich mir an deiner Stelle auch nicht antun.

    Wie wäre es mit einer Erfolgsgeschichte mit dem Titel ¨Bauer Willi und die Biene Maja¨. Wir wären ein Dreamteam und hätten bei einer gut durchdachten Fruchtfolge und der richtigen Pflanzenwahl mehr als nur eine klassische Win-Win Situation.

    Ich lese, dass du neben Getreide und Zuckerrüben Raps anbaust. Als Biene Maja wäre ich im Prinzip mit Rüben einverstanden. Aber leider erntest du die Knollen, bevor sie ihre Blüte gebildet haben. Aus der Landwirtschaftsschule weißt du ja noch, dass die Zuckerrübe zwar eine fremdbestäubende Pflanze ist. Aber leider bildet sie erst im zweiten Jahr einen Blütenstand und Samen aus. Wenn du die erst einjährigen Knollen an die Zuckerindustrie verkaufst oder als Rohstoff für Biosprit, bringt mir das gar nichts. So kann ich bei deinen Rüben noch keinen Nektar einsammeln, den ich zu Honig weiterverarbeiten könnte. Und zweijährige Zuckerrüben sind für dich absolut uninteressant. Die könnte man bestenfalls noch auf den Misthaufen, oder wenn du hast, in die Biogasanlage werfen.

    Dein Getreideanbau bringt mir absolut gar nichts, auch nicht, wenn du auf Dinkelanbau umstellst. Die meisten Getreidesorten sind windbestäubt, deshalb locken sie mich nicht wie andere Pflanzen mit ihrem Nektar. Sie brauchen meine Hilfe ja nicht. Mit Rüben und Getreide kann ich nicht überleben. Deshalb halte ich deine Dinkelpläne auch nicht für eine gute Idee, Bio hin oder her.

    Anders sähe das aus, wenn du Buchweizen anpflanzen würdest. Ich als Biene Maja liebe Buchweizen. Das hat schon ein gewisser Christian Konrad Sprengel vor mehr als 200 Jahren erkannt, als er gesehen hat, dass die Buchweizenfelder trotz bester Bedingungen hinsichtlich Klima und Böden kaum Früchte trugen. Damals konnten deine Kollegen düngen soviel sie wollten, gebracht hat ihnen das außer mehr Stroh nichts. Deshalb hat Sprengel schon den Bauern zu seiner Zeit geraten, Bienen zu halten um bessere Erträge beim Buchweizen zu erzielen, weil er erkannt hat, dass erst meine Bestäubung zu einem guten Ertrag und einer guten Qualität führt.

    Aber leider hat bis heute keiner den guten Mann richtig ernst genommen, als er gefordert hat, dass ein Staat ¨ein stehendes Heer von Bienen¨ halten müsse. Kaum jemand hat sich damals für seine Schrift ¨Von der Nützlichkeit der Bienen und die Nothwendigkeit der Bienenzucht, von einer neuen Seite dargestellt¨ interessiert. Aber langsam sollte man mal sich wieder an seine wohlbegründeten Ratschläge erinnern.

    Das, lieber Bauer Willi, will ich dir mal am Thema Raps klarmachen. Du kannst es mir glauben: Ich liebe Raps, und ich könnte verrückt werden allein bei dem Gedanken, dass ich in einer einzigen Rapsblüte Nektar mit bis zu 2,1 Milligramm Zuckergehalt finde. Dafür bestäubt man doch gerne.

    Ein Hektar Raps kann in einer Blühsaison eine Honigernte von bis zu 494 kg einbringen, vorausgesetzt du triffst das richtige Verhältnis zwischen Anbaufläche und Bienenvölkern. Bei einem Kilopreis von um die 8 Euro wären das zumindest mal theoretisch etwa 4000,- Euro allein an Honig, den wir zusammen ernten könnten. Das wäre ein ¨Win¨, der zweite ¨Win¨ bestünde darin, dass wir deinen Ernteertrag erheblich steigern könnten, ohne dass du mit dem Düngerstreuer nachhelfen musst. Mit Bienen erhältst du beim Raps 15-30 Samen pro Schote, ohne mich und meine Kolleginnen nur 1-10 Samen/Schote. Ein weiterer Vorteil unserer vorbildlichen Kooperation wäre, dass dein Raps früher abblüht und du dadurch einen deutlich höheren Ölgehalt erzielst. Und ich bin mir sicher, dass deine Pflanzen auch ohne Chemie viel robuster werden, weil sie aufhören, sich verzweifelt nach Befruchtung zu sehnen und am Ende frustriert und resigniert verkümmern wie alte ¨Juffern¨, wie man im Rheinland sagt.

    Wenn du mir nicht glaubst, dann lies das doch mal im Internet nach. Ein Dr. Stefan Meindl von der Uni für Bodenkultur in Wien hat freundlicherweise seine Forschungsergebnisse in einem Bestäubungshandbuch zusammengestellt und zum kostenlosen Download bereitgestellt unter http://www.bestaeubungshandbuch.at/handbuch.html . Da sollte mal jeder Landwirt reinlesen, bevor er die nächste Düngerbestellung aufgibt.

    Ich habe gesehen, dass dein Imkerfreund Gunther seine Bienen in dein Rapsfeld gestellt hat. Dann hast du das Prinzip ja verstanden. Aber vier Völker für vielleicht, ich schätze mal, 10 Hektar Raps ist ein bisschen wenig. Wenn ich und meine Kolleginnen ganze Arbeit leisten sollten, müsstest du 70 bis 90 Völker halten. Aber dann stellt sich das nächste Problem. Was passiert, wenn der Mais verblüht ist und du den Honig geschleudert hast.

    Wenn du mir außer der Rapsblüte im Mai sonst nichts zu bieten hast, dann habe ich von Juni bis August/September nichts mehr zu tun. Gut, das wäre gegen meine Natur, aber das Problem ist ja nicht, dass ich dann arbeitslos wäre. Aber womit soll ich dann unsere Bienenlarven füttern. Du musst bedenken, dass die meisten meiner Kolleginnen sich nach sechs Wochen sprichwörtlich kaputtgeschuftet haben. Deshalb brauchen wir jede Menge Nachwuchs. Mit Eierlegen am Flißband, wie es unsere Königin leistet, ist es ja nicht getan. Wir Arbeiterinnen müssen unseren Nachwuchs mit viel Fürsorge hochpeppeln und satt beekommen. Eure Kinder brauchen Alete, unsere permanenten Pollennachschub.

    Damit wir dauerhaft gut zusammenarbeiten können, musst du uns auch für den Rest unseres Bienenjahres noch etwas bieten. Wie wäre es mit Phacelia? Die liebe ich fast noch mehr als den Raps. Neben dem Pollen könnte ich Erträge von bis zu 500 kg Honig pro Hektar versprechen. Die Pollenausbeute bei Phacelia ist nicht zu toppen, das gleiche gilt für den Nektar. Die Pflanze blüht von Juni bis September, kein Wunder, dass sie ¨Bienenfreund¨ genannt wird. Für dich wäre das eine super Gründungung und du könntest daraus zum Beispiel eine wunderbare Silage für deine viehhaltenden Kollegen machen, die mindestens so gut ist, wie das Kraftfutter, das sie zukaufen.

    Oder wie wäre es mit Sonnenblumen, oder mit Leguminosen, Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen. Sie stehen auf meinem Speiseplan und sammeln den Stickstoff für deine Äcker aus der Luft.

    Mir ist klar, dass du die Preise deiner Erzeugnisse im Auge behalten musst, um Gewinne machen zu können. Aber du weißt, dass mehr als 80 % der Nutzpflanzen uns als Bestäuber brauchen. Da wirst du schon die richtigen Entscheidungen treffen, was du wann anbaust, zu deinem und zu meinem Nutzen.

    Außerdem gibt es für mich noch ganz andere Leckerlis. In deinem Blog habe ich gelesen, dass du wieder ein Stück Land aufgeforstet hast, wenn ich mich richtig erinnere mit Eichen und Buchen. Wenn du mich gefragt hättest, ich hätte mir Kastanien gewünscht, oder Linden, oder Robinien. Von den Robinien hätte ich für dich den superteuren Akazienhonig eingeflogen. Und dann sind da noch die Wiesen, die du deineSchäferfreund überlässt. Das finde ich gut, aber da würde ich dann daran arbeiten die Wiese ganzjährig zum Blühen zu bringen und entsprechend die Beweidung steuern.

    Wer soll denn all den Honig essen, wirst du dich fragen? Die Deutschen sind ganz ¨jeck ¨ darauf, das steht fest. Aber nur 20 % der Nachfrage wird aus Deutschland bedient. Der Rest ist billiger Importhonig, der das Geld nicht wert ist, das die Verbraucher dafür hinblättern.

    Noch mal zurück zum Thema Bio: Wenn du bienenfreundlich landwirtschaftest, wird alles um dich herum automatisch zu Bio, auch dein eigenes Planen und Denken. Wenn du mal gesehen hast, was ich für dich leisten kann, wenn du clever und bienenorientiert wirtschaftest, dann wirst du alles tun, was mir hilft glücklich zu sein. Wir werden kein Zweckbündnis haben, sondern eine echtes Traumpaar sein. Du wirst mich lieben, so wie ich dich lieben werde, das verspreche ich dir. Und wenn ich dir hier und da mal einen kleinen Stich verpasse, dann nur um dich daran zu erinnern, wie wichtig du mir bist.

    Deine Biene Maja

    PS: Wenn du mehr über mich erfahren willst, dann bienenseiten.blogspot.de, klick mich an

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  2. Hertha Kerz sagt

    Ich unterstelle mal ganz frech, dass Sie nicht ernsthaft vorhaben, auf Bio umzustellen. Vielmehr möchten Sie mit Ihrem Artikel demonstrieren, welche Auflagen Bio vorgibt, um Bio zu sein.

    Ich selbst gehe in den Laden und kaufe, was ich benötige, wobei ich jahreszeitlich kaufe – was nicht regional bedeutet. Beispielsweise gibt es momentan Zucchini und Auberginen. Gekauft. Kartoffeln. Da stehen bei uns Bio- und konventionell angebaute Kartoffeln nebeneinander. Bio 2 kg 75 Cent, konventionelle 2,5 kg 75 Cent. Hier gehe ich nach der Größe. Sind beide gleichgroß (Durchschnitt) kaufe ich konventionell, sind die konventionellen größer, kaufe ich sie auch. Sind die Bio größer, kaufe ich die. Denn wenn ich den Abfall der konventionellen rechne, habe ich rein netto genauso viel, wie bei den Bio – nur mehr Arbeit.

    Wenn ich mir die Supermärkte ansehe, lassen die meisten Kunden aus oben genannten Gründen (Transportweg, Kühlung etc.) die Bioware aus anderen Ländern links liegen, die Bioware aus deutschen Landen rechts liegen, weil sie in Supermärkten so schlecht behandelt wird, dass sie schon am Abend schlecht ist.

    Der Biostand auf unserem Wochenmarkt ist grottenschlecht besucht. Ob das von der schlechten Laune des Eigentümers kommt, oder weil den Kunden die Ware nicht gefällt, kann ich allerdings nicht sagen.

    Zu fragen wäre bei Umstellung auf Bio allerdings auch, wo man Bioerde her bekommt und wie man das Feld vor Flugstaubbelastung aus konventionellem Anbau schützt. Da müßten Sie dann am Feld stehen und den ganzen Tag fegen. 😉

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  3. gernot sagt

    Hallo Herr Schillings> ich als Verbraucher liebe es gute Wohlschmeckende Produkte zu kaufen – doch die Landwirtschaft liefert sie nicht! Es ist schwer z.B. reifes Obst zu bekommen – Äpfel halbreif in die Stickstoff-Lagerhalle und dann zum Verbraucher. Tomaten mit Zuchtziel aus 1 m Höhe fallend, darf nicht platzen — wo sind die 4000 Tomatensorten — Ich kaufe im Winter keine Tomaten und später keine aus Holland wegen Heizung/Co2Begasung/Anbau auf Substrat—keine aus Spanien wegendes „mare plastico“ und der Arbeitssklaven –wenn aus Marroco/Senegal oderSizilien etc. die haben Sonne und die Leute brauchen nicht übers Meer zu uns, dann nehme ich den Transport in Kauf.> Brot backe ich schon seit Jahren selbst, (inzwischen gibt es allerdings recht gute Bäckereien> die ohne die E Nummern auskommen –mein Getreide/Mehl kommt von deutschen Erzeugern z.B. Chiemgaukorn oder der Adler Mühle in Bahlingen (400Jahre Familienbessitz u.> Wasserkraft.> Meine Milch vom Bauern um die Ecke mit Weidehaltung und im Sommer Melkstand auf der Wiese , meinen Weichkäse mache ich selbst, da man in Deutschland nur sehr schwer guten> Weichkäse kaufen kann.> Hartkäse kaufe ich von Salers-,Abondance-,Montbeliard-,Tarine Kühen etc. im Weidegang/Heu> über 1000m (die stehen nicht in Nahrungskonkurrenz zum Menschen). Rindfleisch kommt von WeideOchsen oder BioBauern in offener LaufBoxenHaltung Limousin/Blonde> Aquitaine oder einen Nebenerwerbler, der max,10 Rinder mästet (trotzdem nicht vernünftig abgehangen – notgedrungen schweiße ich ein und lasse 3*4 Wochen reifen) und Schwein von meinem Metzger, der selber Schweine mästet . Bratwurst mache ich z.T. selbst( damit ich weiß was drin ist) Gemüse immer saisonal u.nach Möglichkeit von Bauern im Umkreis von 50km (wir haben einen Bauern. der mehrere Stützpunkte hat und direkt vermarktet) da bekomme ich im Herbst 16 Apfelsorten und er hat mindestens ebenso viele Kartoffelsorten .> Die Bio-Schiene kann mir gestohlen bleiben -da kommen die Hühner auch von Lohmann und> da ist mir viel zu viel Überregulierung und Vereinsmeierei! (Obwohl ich in den 70er/80ern Mit-> begründer des 1. Bioladens Bremens war). Alnatura ist ein Supermarkt wie jeder andere auch> – kein Gedanke an Nachhaltigkeit – Hauptsache Bio – gerne auch aus China.> Bei meinem Olivenöl weiß ich von welchem Bauern es produziert wurde°!> Ganz schön anstrendend das Leben als Verbraucher!> Slow food hat einen schönen Anstatz aber gerät auch immer mehr in die Lifestyle.Falle!> Aber wenn ich den Aufwand nicht betreibe ist es letztlich egal wo ich kaufe Lidl, Aldi, Edeka,> Metro ,alles eine Suppe und warum soll ich irgend einen Cent mehr zahlen????fürScheinqualität!> Und warum soll ich irgendeinem Bauern einen Cent mehr zahlen, wenn er seine armen Kühe> voll zweifelhaftes Kraftfutter stopft, damit sie die Milchleistung (inklusive heranwachsendes Kalb) erbringen kann und trotzdem nach 4/5 laktationsperioden nur noch Haut und Knochen sind) Oder einem Bauern wie Ihnen – der ohne Kunstdünger und Herbizide nicht auskommt und rasant zum Humusabbau beiträgt mit Ihren maximal 3/4 Fruchtfolgen – das ist auch keine Nachhaltigkeit oder Kreislaufwirtschaft.> Und bei dem Gelabere von Frau Künast , Herrn Abraham und Co. kann einem nur schlecht werde. Ich habe die Hoffnung aufgegeben – auch der Bauernverband ist nicht besser.> Werde bald selbst wieder Gemüse anbauen – im Hochbeet – das reicht für mich!> Und weiterhin meine Nischenprodukte suchen! Denn der normale Markt gibt sie nicht her!> > Wo sind die Bauern, die Erzeugergemeinschaften bilden und auf den Verbraucher zugehen-> Erzeuger/Verbraucher Gemeinschaften Warum machen Sie keine Genossenschaften die> den Großhändler ersetzen! Genossenschaften die handwerklich gute Produkte herstellen -> ohne Bio. Warum muß der Schinken aus Dänemark nach Italien, um in Deutschland auf> dem Teller zu landen? Oder warum gibt es nur diesen „Abraham-Schinken“ max 16 Wochen gereift und ich muß mir Schinken aus Tirol schicken lassen – wenn ich mal was gutes geräucherte haben will!? Genosenschaften mit online Anbindung / Genossenschaften mit> Verkaufsstützpunkten usw. usw. > Jammern hilft nicht und das „Bauern“sterben geht weiter – der Hofladen (eher ein Stück Folklore) oder Direk- tvermarktung hilft nicht weiter , ich als Einzelperson will auch keine> schlecht zerlegten tiefgefrorene Fleischklumpen, sonders fachgerecht zerlegt, pariert, geschnitten.

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    • Schweinebauer Piet sagt

      Hallo gernot, Du weißt Bescheid, wie ich les. Schreib doch ein Buch, wie so die ganze Welt klar kommt. Das wird ein Renner!

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    • bauerhans sagt

      gernot,woher nehmen sie die zeit,alles selber zu machen? beamter,rentner,privatier??

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  4. Landwirt Leo ausm westlichen Rheinland sagt

    Hallo Bauer Willi,
    ich kenne wohl Kollegen die Bio machen. Der Hofladen läuft aber nicht. Wie ist das mit Nachhaltigkeit ? Wie kommt ohne Dünger wieder Phosphor und Kalium auf den Acker ? Hat was mit Energieerhaltung zu tun.
    Im Kreis Kleve und Wesel stehen moderne Kuhställe – mit Tierwohl, Abkalbebox etc. Großes Gülleproblem. Aber Bio? Wie geht das wenn der NABU in Kleve 200 Hektar Acker zum Vogelschutz stillegen will? Woher nimmt man die Fläche ? Im Südkreis Aachen gilt bei den Bio’s die Regel: 1 Kuh = 1,5 Hektar Grünland. Soviel Fläche haben die nicht in Kleve.
    Und China wächst. und wächst. 320 Städte mit mehr als 1 Million Einwohnern haben die schon. Und es werden mehr. Bio ist uneffektiv.
    Lebt die Kuh auf der Weide gesund ? Bei 35 Grad ohne Schatten ? Oder doch besser im Boxenlaufstall mit 350 Kolleginnen und Ventilator & Wasserdusche !?
    Lass die Finger von Bio lieber Willi.
    Nachhaltig. Nachhaltig ist gut. Auch gut für Gutmenschen die ein schlechtes Gewissen haben wenn sie nur ein Bodenhaltungsei kaufen und kein Freilandei. Aber dann als Gutmensch jedes Jahr ein neues (nicht nachhaltiges) Smartphone brauchen und zum Wochenendtrip nach Malle fliegen.
    Gutmenschen sind schon seltsame Psychopaten die man auf uns loslässt. Aber gut. Mit nachhaltig fangen wir sie. Ohne Ringelschwanz kupieren, ohne Schnabel kürzen ohne antibiotischen Trockensteller und mit einer Gewässergefährdungsrechnung bei Pflanzenschutzmitteln wie sie in den Niederlanden längst Standard ist. Mit GPS Dokumentation von Düngemitteln. Nachhaltig ist der Trend. Nicht Bio.
    Gruß Bauer Leo

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  5. Ich und viele andere versorgen uns lieber über regionale Angebote, weil wir hier die größtmögliche Kontrolle – vom Eigenanbau mal abgesehen – über Anbau und Verarbeitung von Lebensmitteln haben. Das ist natürlich dann wichtig, wenn man auf die Qualität der täglich aufgenommenen Nahrung achten möchte und auch nicht unbedingt blind jedem Bio-Siegel vertraut (dazu kommt noch das ökologische Problem der Importprodukte).

    http://www.urgeschmack.de/warum-ist-regionale-ernaehrung-wichtig/

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  6. Frank Roeder sagt

    Lieber Bauer Willi, lass es bitte und mach so weiter wie bisher, denn dieser ideologische und quasireligiöse Bullshit beim Essen wird sich schnell wieder erledigen, spätestens dann wenn die Preise, genauso wie schon bei der Energie durch die Decke zu gehen drohen und das wohlgemerkt bei gleichzeitig steigenden staatlichen Subventionen.

    ich bin jedem Bauern dankbar, der unsere Grundversorgung mit gesunden Lebensmitteln möglichst autark und konventionell, aber nachhaltig sichert und nicht irgendeinem trendigen, aber absurd romantischen Zeitgeist, oder gar Leuten die nur ihre Bücher verkaufen wollen, hinterherrennt und das auch, weil den Grünen offenbar die politischen Themen ausgehen.

    Renate Künast, als Vertreterin dieser Partei bei Jauch, die einerseits die Lebensmittelobby kritisiert, aber andererseits die Propaganda der mindestens ebenso kapitalistischen Bioverbände unkritisch nachplappert, verschweigt dabei auch noch wissentlich, dass im sogenannten Biolandbau ganz legal selbstverständlich auch Chemie in Form von nicht abbaubaren und damit akkumulierenden Schwermetallverbindungen als Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen und die sind langfristig für die Umwelt sogar problematischer als moderner und natürlich streng wissenschaftlich kontrollierter synthetischer Pflanzenschutz!

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    • Frank Roeder sagt

      p.s. an den Vertriebsstrukturen gibt es allerdings in der Tat auch in der Lebensmittelbranche so einiges zu verbessern und der direkte Dialog mit echten Bauern, insbesondere von ahnungslosen und leider oft ideologisch fehlgeleiteten, aber zumindest vom Landleben entfremdeten Stadtbewohnern per Internet, ist da sicher erst ein Anfang:

      http://www.netzlandwirt.de/fuettere-mich-aber-mach-mich-nicht-satt/

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    • Schweinebauer Piet sagt

      Hallo Frank Roeder super geschrieben, ich schließe mich der Empfehlung an. Du hast so viele gute Gründe genannt nicht umzustellen, dass eigentlich keiner für Bio sein kann.

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      • Michael sagt

        Warum nicht Bio? Weil die Industrie dabei nichts verdient? Es geht nur und ausschließlich mit der Natur. Das hat vor allem die Landwirtschaft vergessen. Eine Branche, die genau davon lebt. Sie macht sich zum Sklaven der Chemieriesen und beschwert sich, dass der Verbraucher nicht bereit ist, das Gift teuer zu bezahlen.

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        • Schweinebauer Piet sagt

          Frank Roeder hat sehr gute sachliche Argumente gebracht, den ich zugestimmt habe. Jetzt kommt Michael auf Stammtisch-Niveau und redet von Sklaven der Chemieindustrie oder so. Stark!!!

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          • Frank Roeder sagt

            Hallo Piet vermutlich wohnt der Michael in der Stadt, hat wenig bis keine keine Ahnung von der Landwirtschaft und ist auch nur ein Opfer des Biomarketings

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  7. Elke sagt

    @Jule:
    Ich habe auch schon geschaut, ob es in meiner Gegend ein Projekt der solidarischen Landwirtschaft gibt und
    hätte mich sofort daran als Verbraucher beteiligt. Leider ist das nächste in München und ich liege außerhalb des Liefergebiets.
    Wir sogenannten „kleinen Leute“, „Normalbürger“ sollten uns gegenseitig viel mehr unterstützen und nicht alles der Großindustrie überlassen.

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  8. Stefan sagt

    Hallo,

    sie bauen Produkte an, die für uns Endkunden unverarbeitet nicht interessant sind. Ihre Kunden sind die weiter verarbeitenten Betriebe. Trotzdem möchte ich mitteilen wie wir es mit der Nahrung sehen die wir kaufen.
    Ich bin Vater von 2 Kleinkindern in Baden-Württemberg. Wir kaufen sämtliches Obst Gemüse und Fleisch bei einem großen Discounter und achten besonders darauf kein Bio zu kaufen. Denn aus meiner Sicht ist es egal ob die Produkte hier, oder von der anderen Seite Welt kommen und als Bio angebaut werden. Solange noch Produkte gespritzt werden, kommen die Giftstoffe in die Atmosphäre und verteilen sich durch Niederschlag auch auf dem Bio Gemüse.

    Abgesehen davon, jede Familie funktioniert mehr oder weniger wie ein Unternehmen. Jeder muss sehen wo er bleibt. Einnahmen und Ausgaben müssen stimmen. Nicht jeder kann es sich leisten bei Bäckern oder Metzgern oder Landwirten direkt Bioprodukte zu kaufen.

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    • Bauer Willi sagt

      Es gibt in Deutschland 180 Betriebe. Einhundertachzig. Aber die Idee ist in Ordnung.
      Bauer Willi (unausgeschlafen)

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  9. Antonia sagt

    Hallo Willi,

    ein sehr interessanter Artikel. Ich kann von einem gegenteiligem Wechsel berichten – ein Familienmitglied von mir hatte seinen Hof viele Jahre als Bio geführt, allerdings hatte er Milchvieh. Der Hof war einigermaßen groß, aber keine Massentierhaltung und am Rand eines Dorfes.

    Beim Ampferstechen hat dann jedes Jahr die Familie mit Tanten und Onkels und Cousinen angepackt. Es ist eine ganz schöne Heidenarbeit, das Unkraut in einem Getreidefeld von Hand auszustechen!

    Letzten Endes hat sich mein Verwandter entschieden, wieder in die konventionelle Landwirtschaft zu wechseln. Warum? Aus Prinzip, könnte man sagen. Das Unternehmen, an das er seine Milch verkauft hatte, hatte die Preise geändert – zu Lasten der Kleinbauern. Großlieferanten bekamen bessere Preise, während der Milchpreis für die kleineren Betriebe gesenkt wurde. Da eigentlich bei Vertragsabschluss damals abgemacht worden war, dass Klein- und Kleinstbetriebe unterstützt werden sollen, hat er sich dann letzten Endes entschieden, wieder auf normale Haltung umzustellen.

    Persönlich mag ich Bio – ich bin mit den schrumpeligen, unförmigen Äpfeln aus dem Garten meiner Oma aufgewachsen, die wir jeden Herbst selbst gepflückt haben und die besser schmecken als alles, was man so im Supermarkt bekommt. Auch die Tomaten aus Mutters Garten – mit nichts vergleichbar. Ich finde es wunderbar, wenn Obst und Gemüse etc. aus der Umgebung kommen und so natürlich wie möglich angebaut werden. Auch Fleisch von Bio-Betrieben ist mir wesentlich lieber – die Qualität ist besser, und das Gewissen auch.

    Ich habe allerdings auch das Glück, aus einer landwirtschaftlich begeisterten Familie zu stammen. Wir haben zwar selbst keinen Hof, aber dafür einen sehr großen Gemüsegarten und mehrere Landwirtschaften in der Verwandtschaft. Insofern mangelt es uns selten an frischem Obst und Gemüse aus eigenem oder verwandtschaftlichem Anbau, und auch Fleisch bekommen wir hin und wieder. Müsste ich allerdings alles kaufen, könnte ich es mir als Studentin nicht leisten.

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  10. Der Kommentar von „Friedrich“ über die Produktion, Subvention und dem mangelnden Bewußtsein für die Marktregeln vergißt Wind, Sonne, Regen und Boden. Das sind die „Maschinen“, die der Bauer benötigt, nach dem Pflügen und Säen.
    Es gab eine Mietpreisbindung, einen Herstellerpreis und in jedem Ort einen Laden und eine Bäckerei. Mit den Märkten auf der grünen Wiese war Schluß mit der Preisbindung – und der Lehrer für Wirtschaftslehre meinte dazu: diese großen Läden werden die Preise bestimmen. Das tun sie. Sie werden immer „billiger“, dafür steigen die Mieten…Was der Verbraucher hat, wird von dem bestimmt, was nach Steuern übrig ist für Essen, Wohnen und Urlaub.
    In den USA verschwanden die Farmen mit den selbständigen Bauern. Heute muß ein Selbständiger fürchten, verklagt zu werden, wenn auf seinem Acker „firmeneigene Feldfrucht“ entdeckt wird. Die Firmen bestimmen, was angebaut wird.
    Ähnlich ist es mit den Subventionen der EU, die erhält nicht nur der Flughafen, sondern auch die Stromriesen, weil sie Grünflächen haben. Und auch der Transport von lebenden Tieren wird subventioniert.
    Ein Ökobetrieb zwischen konventionell bearbeiteten Flächen? Das hat etwas von Don Quichot – andererseits gibt es viele nette Berichte von Leuten, die von der Stadt kommen und nun Bauern sind und zur Zeit des Berichts wunderbar von ihren Ökoprodukten leben können. Natürlich ist nie von der Einkommenshöhe die Rede.
    Der Hinweis auf den Nachwuchs ist der beste aller Beiträge. Andererseits hat der Nachwuchs das Recht auf ein eigenes Leben.
    Ich habe mal einen Bauer gefragt, was ein Traktor kostet, was der frißt und wo das „wächst“ und was ein Pferd kostet, was das frißt und wo das wächst. Blöd – nicht. In England haben zwei Brüder diese Frage beantwortet, sie blieben bei ihren Pferden, ließen die Hecken um die Felder stehen, die Schweine laufen im Herbst in ihren Eichenwald und die Hühner legen Eier. Kühe haben sie so viele, wie Weide vorhande ist und sie jeden Tag melken wollen. Die Leute kommen und zahlen die verlangten Preise. Aber das sind die Leute, die sich dafür die Zeit nehmen und das nötige Geld haben. Die beiden brauchen keine Subventionen und hatten keinen Kredit zu bedienen.
    Die EU-Kommission regelt alles mögliche. In Schottland werden die Kälber geschlachtet und statt wie früher verarbeitet zu werden, landen die Körper auf dem Abfall.
    Die Überproduktion von Schweinen, Milch, Hühnern und Eiern geht von Konzernen aus, die nicht allein von der Landwirtschaft leben müssen. Sie bestimmen die Preise zusammen mit den Diskountern.
    Um mit Susie vom „Herzblatt“ zu sprechen: Und nun lieber Bauer entscheide dich, welchen Weg Du gehen willst, Du hast die Wahl, zwischen den Zangen der Subvention oder willst Du Dich für Brennnesseln, EU-Hanf und Leinen oder für Blumen entscheiden

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    • Friedrich sagt

      @ Sibylle

      Wie aus meiner Stellungnahme eindeutig hervorgeht, bin ich gerade gegen diese EU-Subventionen. Das ist nicht anderes als ein staatliches Kartell, welches Wettbewerber beeinträchtigt, die nicht nach den EU- Vorgaben tanzen . wenn Bauer Willi gegen diese Subvention wäre, so hätte er meine Zustimmung. Aber Bauer Willi hätte sicher nichts gegen Subventionen einzuwenden, die es ihm erlauben, Landwirtschaft nach seinen ganz persönlichen Vorstellungen zu betreiben. Dieses „Steinzeit-Bauerntum“ würde zu einer Kostenexplosion bei Agrarprodukten führen und soll dann von den Verbrauchern und Steuerzahlern finanziert werden. Nein danke!

      Was Sonne, Wind und Regen für den Bauern sind Krisen, Veränderungen, Innovationen, MarktUmfeld, neue fremde Geschäftsideen, für den Unternehmer.

      Warum meint Bauer Willi, dass Bauern in einem für sie geschaffenen Schonraum agieren sollten, der sie den Risiken des normalen Unternehmertums enthebt?

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      • Der Bauer soll also mehr Unternehmerisch denken!
        Nun was würde die Industrie an unsere Stelle tun.
        Sehr wahrscheinlich würde sie die Produktion einschränken.
        Das könnten wir auch (theoretisch)aber da wir nicht in der Fabrik produzieren und die Wetter Schwankungen es einem nicht erlauben „Zielgerichtet“ zu produzieren, würde das weiter Gedacht zu extremen Verwerfungen am Markt führen .
        Jetzt kommt sicher das Argument wir können uns ja am „Weltmarkt “ bedienen schön und gut das Geld haben wir aber um welche Konsequensen (Arabischer Aufstand,Mexikanische Unruhen/Mais Preis ).
        Ja wir könnten nein wir sollten uns Unternehmerisch verhalten damit die heutige Gesellschaft die in vielen Dingen so weit von Realität weg ist mal wieder Begreift
        was essentiel ist und damit meine ich kein Smartphones oder sonst welche Livestyle Produkte.

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    • Friedrich sagt

      Und noch etwas: Warum die Preise bei den Agrarprodukten fallen, liegt an der Überproduktion. Ich glaube nicht, dass die sogenannte Marktmacht der großen Handelsketten dafür verantwortlich ist. Wenn bspw. zuviel Milch produziert wird , ist es doch völlig klar, dass der Preis fallen muss. Wie sollen die Handelsketten denn sonst die überflüssige Milch an den Verbraucher bringen? Wenn überhaupt! Sollen also die Handelsketten die überflüssige Milch aufkaufen und dann wegkippen oder sollte der Verursacher des Problems dafür gerade stehen? Technische Revolution und Rationalisierung haben dazu geführt, dass der Verbraucher heutzutage nicht mehr ein Viertel seines Einkommens für Nahrung ausgeben muss. In fast allen Wirtschaftsbereichen gab es ähnliche Produktivitätsfortschritte. Demzufolge ist völlig klar, dass viele bäuerliche Betriebe schließen müssen, welche diese Entwicklung nicht mitmachen wollen oder können. Oder Sie suchen sich halt neue Marktnischen. Aber das ist eben ihr Unternehmerrisiko . Wenn der Verbraucher es mitmacht, gut. Der Verbraucher ist jedoch nicht mitmacht , kann nicht die Allgemeinheit für diese Fehlentscheidung aufkommen. Denn das Ergebnis wäre, dass Verbraucher weniger Geld für Urlaubsreisen, Autos , Häuser und anderen Konsum zur Verfügung stünde. Was dann wiederum in diesen Branchen , die sich im Gegensatz zu den Bauern aber dem Wettbewerb stellen, zu Arbeitslosigkeit und Betriebsschließungen führen würde.

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      • Heiner sagt

        Hallo Friederich,
        Ich bin Landwirt, Direktvermarkter, nicht Bio und genau wie du gegen Subventionen.
        Aber wie es nunmal ist, geht es dabei um recht viel Geld und von daher wäre man Dumm wenn man sie nicht in Anspruch nimmt. Eventuel regelt der Markt sich ohne Subventionen selber. Jedoch denke ich, ist das Politisch nicht gewollt, da die Damen und Herren aus der Politik dann kein Steuerungshebel mehr in der Hand halten ihre ideologie den Landwirten auf zu zwingen.
        Grundsätzlich bin ich kein Freund der Massentierhaltung, und noch weniger bin ich davon begeistert das der Lebenszyklus der Tiere so genau geplant und mechanisiert ist das zum Teil vergessen wird das es sich um Lebewesen handelt.
        Der wirtschaftliche Druck zwingt dazu alles zu elemenieren was nicht zu 100 % funktioniert. Ich weiß aber auch, und bin davon Überzeugt das wir noch nie so hiegyenische und saubere Lebensmittel hatten wie zur zeit.
        Genau wie Bauer Willi denke ich das jeder Verbraucher durch bewusstes einkaufen die möglichkeit hat den Markt zu beeinflussen. Wer im Discounter 100 218 Gramm schwere Schnitzel liegen sieht sollte wissen das diese Tiere eher aus einer weniger Artgerechten Haltung Stammen.

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        • Schweinebauer Piet sagt

          Ich sehe das auch so, dass der Staat die Landwirtschaft über die Subventionen kontrollieren kann. Der Markt ist davon aber nicht direkt betroffen.
          Artgerecht oder Tiergerecht was ist das? Mit Bio oder nicht hat das glaube ich wenig zu tun, genau wie mit groß oder klein.

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            das sehe ich anders. Wenn z.B. ein übervoller Milchmarkt mit Stallbauförderung noch wweiter angeheizt wird, drückt das direkt auf die Preise.

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            • Schweinebauer Piet sagt

              Wann gab es denn die letzte Förderung im Milchbereich und gib es jetzt eine? Jetzt erst kann man ohne Quote produzieren. Vorher brauchte man Quote für die Förderung. Damit hat sich die Menge nicht geändert.

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  11. Christoph Möhring sagt

    Guten Morgen,

    wir wohnen in Berlin, gehen regelmäßig tagsüber arbeiten und versuchen, uns einigermaßen gesund und bewusst zu ernähren. Und wie sich zeigt, ist dass gar nicht so einfach:

    Märkte, auf denen (eventuell) regionale Erzeuger anbieten, sind vornehmlich unter der Woche tagsüber. Ein Besuch dort fällt daher aus. Die Märkte am Samstag sind erfahrungsgemäß massiv überlaufen und da wir nicht derart vergnügungssüchtig sind, fällt deren Besuch auch aus. Der Test eines Bio-Lebensmittel-Lieferanten aus Brandenburg hat uns feststellen lassen, dass zwar die Qualität der Produkte durchaus gut ist, die Bestellung aber zeitaufwendig und die Preise nicht ohne. Das größte Problem aber ist der feste Liefertermin an einem Vormittag in der Woche. Und schon wird es wieder schwierig.

    Was bleibt also: Besuche bei Kaufland und Co. nebst dem dort vorrätigen Bio-Angebot. In der Hoffnung, dass es denn auch Bio ist. Ist es aber nicht immer! Außerdem ist es oft weit gereist! Für uns ist Bio aber auch, wenn nicht Unmengen an Rohstoffen verbraucht wurden, um es zu uns zu schaffen. Mag es auch Berechnungen geben die belegen, dass ein Bio-Apfel aus Südafrika unterm Strich nicht mehr kostet, als ein Apfel aus den unendlichen Weiten Mecklenburgs, aber so ganz gefühlsmäßig kann es das doch nicht sein.

    Was ich damit sagen will: An gute (und ja, auch bezahlbare) Lebensmittel zu kommen, ist nicht immer so ganz einfach. Uns zwischenzeitlich jedenfalls, scheint der Kauf regionaler Produkte mittlerweile zielführender, als BIO um jeden Preis.

    Sie schrieben, dass Sie mit Ihrem Hof in der Nähe zu einer Stadt liegen. Nutzen Sie doch diesen strategischen Vorteil und bringen Sie Ihre Produkte zu den Verbrauchern. Natürlich unterliegen Sie den Gesetzen des Marktes wie jedes andere Unternehmen auch. Folglich muss es durch gute Prozesse und ordentliches Marketing gelingen, Ihre Waren an die Konsumenten zu bringen. Am besten direkt ohne weitere Zwischenhändler und möglichst bequem und zeitsparend aus Sicht der Abnehmer.

    Wenn ich von uns ausgehe: Wir wären durchaus bereit mehr dafür zu bezahlen, wenn wir wüssten, wo unser Essen her kommt, wenn wir wüssten, wie es angebaut wird und durch wen. Wir haben mehr Vertrauen in Erzeuger die wir kennen und die vielleicht nicht um jeden Preis in BIO machen, aber ihr Handwerk verstehen. Und wenn wir das alles noch auf einfachem Weg bekommen könnten, wäre das für uns top.

    Vielleicht liegt hier Ihre Chance. Eventuell auch mit benachbarten Höfen im Zusammenschluss. Jeder kann verschiedene Dinge erzeugen und dann gemeinsam verkaufen. Das spart an vielen Stellen Ressourcen für den einzelnen. Konkurrenz ist gut, Kooperation manchmal aber besser.

    Ihnen alles Gute.

    Christoph Möhring

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  12. Friedrich sagt

    Warum haben eigentlich die Bauern Schwierigkeiten, sich den Marktregeln anzupassen? Wie jeder Unternehmer sollten sie dem Marktgeschehen unterworfen sein, d.h. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Sie werden aber zusätzlich noch mit zig Milliarden jedes Jahr von der EU mit Subventionen gepampert. Wenn sie Überschüsse produzieren, sind sie selber schuld, wie jedes andere Unternehmen auch. Und wenn immer wieder Überschüsse produziert werden, so dass die Preise verfallen, so gibt es eben zu viele Bauern. Man kann doch nicht die AgrarWirtschaft ständig aus dem Topf des Steuerzahlers subventionieren. Und ob der Verbraucher Bio kauft oder nicht ist seine Entscheidung. Man mag bedauern, dass der Verbraucher von Bio nichts wissen will , aber das ist seine Entscheidung und hat mit dem von Bauer Willi beklagten Problem gar nichts zu tun.

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    • Willi sagt

      Hallo Friedrich,
      Da habe sie im Prinzip recht, aber jetzt eine Frage. Gehen sie zum Bauer um die Ecke um sich frisch Milch zu holen. Wahrscheinlich nicht, weil Ihnen diese viel zu teuer und auch nicht so lange haltbar ist. Als unser Kinder noch kleiner waren habe wir das Angebot unseres Landwirtes in der Nähe genutzt. Leider ist das jetzt nicht mehr möglich.
      warum nicht weil es sich nicht gelohnt hat für den Hof. Es gibt genügend Beispiele, Milch ist nur eins davon. Würden die Landwirte nicht subventioniert weden könnten Sie nicht überleben. Weil viele Verbraucher auch nur noch wissen, Die Milch kommt von großen Discounter auf der Wiese. Jetzt bin ich böse aber wenn der Verbraucher nicht bereit ist für BIO mehr zu zahlen und auch nicht so schönes Obst oder Gemüse zu bekommen, dann ist der Verbraucher Schuld und nicht irgenwelche Subventionen.

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    • Michael sagt

      So einfach ist das mit den Marktregeln nicht. Eine Kuh gibt nun mal Milch. Ob der Markt die jetzt braucht oder nicht, ist der Kuh egal. Ebenso bei Kartoffeln, etc. Wenn ich im April/Mai die Kartoffeln stecke, weiß kein Mensch, wie die Ernte ausfallen wird. Wie wird das Wetter, etc. Die Kosten sind jedoch immer da.

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  13. Lieber Willi,

    über Jauch hab‘ ich Dich entdeckt und bin gleich mal auf dieses Blog hier – tolles Projekt! Endlich mal Dialog!

    Als engagierte „naturnahe Gartenfreundin“ weiß ich z.B. von der Diskrepanz zwischen den häufig formulierten Ansprüchen an Gemüse- und Obstbau und den realen Bedingungen von deren Produktion. Als Hobby-Gärtnerin macht es mir nichts aus, dass mit unseren „natürlichen“ Methoden nicht sooo viel raus kommt, dass die Obstbäume alle Krankheiten haben, dass zig Pilze, Bakterien und Insekten alles nieder machen, was ihnen so unter kommt – wir begnügen uns halt mit dem, was trotzdem noch fruchtet – schließlich sind wir nicht drauf angewiesen, sondern können uns im Supermarkt bedienen. Sic! Ob bio oder konventionell: es ist eine irre Fehleinschätzung aller naturfern lebenden Städter, dass die Gewächse „einfach so“ wachsen und reiche Ernte tragen könnten – was da stattfindet, ist ein ständiger Kampf – und wenn man ernten will. muss man intensiv pflegen, schützen, päppeln… also grade NICHT Natur walten lassen.

    Aber zu Deiner Frage:

    Zuckerrüben, Raps und Getreide – ist das nicht irgendwie langweilig? Vor allem, wenn man es öfter und immer weiter macht? Mein Rat wäre: experimentieren! Mit dem, was sich vielleicht „am Rande eines Ballungsgebiets“ gut verkaufen lässt – oder sogar übers Internet. Es gibt Anbieter, die trocknen Gerstengras und verkaufen es sündhaft teuer in kleinen Beuteln an die Rohkost-Gemeinde! (auch anderes gemahlenes trockenes Grünzeugs) Und das ist nur ein Beispiel von vielen – es muss nicht immer die volle Umstellung auf „bio“ sein, ich denke, im Kontakt mit den Verbrauchern/Kunden ergeben sich eine Menge Möglichkeiten – und gerade für den „Bauer Willi“, der dabei ist, sehr bekannt zu werden. Aufmerksamkeit ist „monetarisierbar“ – auch und gerade für jemanden, dessen Motivation offensichtlich ziemlich ok ist!

    In diesen Sinne herzliche Grüße!

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  14. Markus M. sagt

    Ich habe die Günther Jauch Sendung gesehen, habe keine Ahnung von Landwirtschaft und bin, denke ich, ein ziemlich normaler Verbaucher. Dia Analyse von Herrn Roeb halte ich für recht realitätsnah.
    Falls es hilft: Ich versuche das Thema aus Verbrauchersicht aufzuziehen. Obst und Gemüse kaufe ich fast ausschließlich bei Aldi und Lidl – haben aus meiner Sicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Gäbe es einen Bauern, der wöchentlich vorbeikommt, würde ich sicherlich von ihm kaufen, aber max. 50% mehr zahlen – ebenso bei Bioprodukten, die ich durchaus beim Discounter kaufe. Wo die Produkte herkommen, ist mir relativ egal: Kommen Sie aus der Region (Bayern), zahle ich mehr (etwa 20%); ob sie aus Sachsen, Polen oder Südafrika kommen, ist mir insofern gleich, dass alle davon leben können sollen.
    Nehmen wir also an, Handels- und Transportkosten machen 0,70€ bei 1,19€ Endpreis inkl. MwSt für 1kg „normale“ Kartoffeln aus, dann müssten eigentlich 0,30€/kg beim Bauern bleiben. Bei Biokartoffeln zahle ich persönlich also netto 1,50€ Endpreis, die Handels- und Transportkosten bleiben unverändert; es bleiben also 0,80€/kg für den Bauern übrig.
    So würde ich an die Sache herangehen und am besten eine Umfrage erstellen und dann über Facebook dazu einladen – damit erreicht man dann vor allem junge, preissensible Kunden statt sich von den wenigen Aktiven, die sich wirklich für ökologische Landwirtschaft interessieren, fehlleiten zu lassen.

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    • Willi sagt

      Entschuldigun was ist bei Produkten aus Sudafrika oder sonst woher noch BIO. Nichts mehr. Denn wenn der Transport schon soviel CO2 auspustet kann das schon nicht mehr BIO sein. Aber das wird von niemandem gesehen. Bei mir gibt es keine Wein aus Südafrika oder Chile (LIDL) viel zu teuer in einer volkswirtschaflichen Rechnung. Selbst der deutsche Wein ist wenn er von der Mosel kommt „billiger“. aber das interssiert keinen. Also wirkliche Prüfen ob Bio da drin ist wo BIO drauf steht. BIO Apfelsinen, welch ein Schwachsinn. Die müssen Grün geerntet werden damit sie hier reif ankommen und müssen auch noch mit Wachs besprüht werden sonst würden sie ja nicht mehr so glänzen wenn sie hier ankommen.
      ERst mal gedanke machen bevor die obige Rechnung anstellt. Läst sich auf beliebige BIO produkte beim Discounter ausweiten. Deswegen war auch gestern Hr. Roeb so erpischt darauf die Discounter in Ihrem Gebahren zu verteidigen.

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      • Michael sagt

        Das ist so nicht ganz richtig. Neuseeländische Äpfel z. B. sind in der Klimabilanz derzeit deutlich besser als deutsche Äpfel, die mit viel Energieaufwand über den Winter gebracht wurden. Der Treibstoffverbrauch des Schiffes ist pro kg Apfel nur ein Bruchteil des Energieverbrauchs eines CA-Kühllagers. Im September/Oktober sieht das natürlich anders aus.

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        • Willi sagt

          Das ist schon richtig. Aber muss es unbedingt der schöne Apfel sein. Es gibt in Deutschland apfelsorten die bei richtiger LAgerung ausserhalb eines Kühlhauses auch über den Winter kommen. aber die sind dann halt nicht mehr so schön wie sie dem Verbraucher beim Discounter dargsetellt werden. Also da gibt es schon mal runzlige Haut und braune Stellen. Usw. Usw.

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          • Michael sagt

            Und wer kauft die dann? Grundsätzlich geht das, aber das ist etwas für Vermarktungsgenies. Wir leben nunmal in einer “schönen“ Welt. Die Dauerwerbeberieselung lässt eben keine schorfigen Äpfel zu.

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            • Willi sagt

              und damit schliesst sich der Kreis. Also ist es doch der Verbraucher, der letztendlich die Schuld trägt, denn er konsumiert die Werbung kritiklos. Leider muss ich zugeben das ich auch manchmal auf die Werbung rein falle, aber die Werbung die uns überflutet kotzt mich an. Im Internet kann ich Sie zum Glück im Browser abschalten, das geht aber in der Tagespresse oder im Fernseher leider noch nicht.

              Also Wir Verbraucher sollten den Landwirten helfen. Es funktioniert bestimmt und stoppt die Discounter mit ihrer Preispolitik.

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              • Michael sagt

                Der Landwirt muss sich schon selbst helfen. Es muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich komme aus dem Gartenbau. Hier ist es nicht anders. Ich kann darüber klagen, dass Aldi die Geranien für was weiss ich, 40 Cent verramscht. Das macht mich weder Reich, noch Arm. Also muss ich mir meine Nische suchen. Ich muss überlegen, was ich hab und was ich kann. Will ich im Orchester der Großen mitspielen, muss ich mich nach deren Dirigenten richten. Oder ich mach mein eigenes Ding. 40 ha ist jetzt schon mal nicht wenig. Sicher lässt sich dort Weizen und Raps anbauen. Dann bin ich ein Zwerg unter Riesen. Oder ich nutze die 40 ha und meine Arbeitskraft, mache mich nicht zum Sklaven der Industrie und Banken und besetze eine Nische, die Andere aufgrund ihrer Größe nicht besetzen können. Da gibt es viele Möglichkeiten. Ein kleines, aber feines Sortiment mit Mehrwert für den Kunden. Ich kenne Euere Böden nicht, aber z. B. Kartoffeln in verschiedenen Sorten und die noch Verbraucherfreundlich geschält, als Bratkartoffeln, Kartoffelsalat aus richtigen Salatkartoffeln (Grillsaison), etc. Das jetzt nicht über den Großhändler verramschen und noch zig Zwischenhändler füttern, sondern direkt an den Verbraucher. Z. B. auch in einem Automaten für den Samstag Abend. In Kooperation mit einem guten Metzger ist die spontane Grillparty gesichert. Preiskampf? Sollen sich die Anderen liefern…..

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        • Frank sagt

          Hier kommen wir ein wenig an des Pudels Kern. Wieso muss ich unbedingt zu jeder Jahrezeit Äpfel haben ? Warum auch im Winter Erdbeeren ? Nur weil der Discounter um die Ecke sie hat ?

          Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da gab es nun mal bestimmte Sachen nur zu bestimmten Zeiten. Saisonale Produkte nennt man das heute.

          Erdbeeren z.B. kaufe ich nur in der Erdbeerzeit, Spargel nur in der Spargelzeit und dann auch nur direkt vom Produzenten.

          Ich habe das Glück, im umkreis von Köln jede Menge kleine Stände und/oder Bauernläden zu haben, wo ich direkt ab Hersteller meine Waren beziehen kann. Leider hat der einzige Bauernmetzger den ich kannte dieses Jahr aus Altersgründen den Wochenendbetrieb eingestellt, aber meine Milch kann ich da immer noch direkt ab erstem Tank bekommen und wenn ich es drauf anlegen würde sicher direkt ab Kuh 🙂

          Man kaufe mal die Milch direkt beim Erzeuger und vergleiche es mit der, die im Supermarkt nachher landet. Mit der vom Erzeuger kann man tatsächlich noch Sauermilch machen und wenn man fragt, kriegt man sogar Milch, mit der man noch buttern kann. Versuche das mal einer mit der Ware aus dem Supermarkt.

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          • Markus M. sagt

            Hallo Frank,
            das verstehe ich, sehe ich aber anders. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der immer alles verfügbar war. Beim Obst- und Gemüsekauf orientiere ich mich also an den Preisen statt an der Saison. Wenn die Erdbeeren 3€/kg kosten, kaufe ich eben lieber Weintrauben zu 1€/kg. Äpfel und Birnen kaufe ich selten, Orangen, Kiwi und Bananen dagegen sehr oft.
            Ich möchte mich nicht einschränken und schätze die Auswahlmöglichkeit.
            Mir macht Einkaufen nicht sonderlich Spaß – ich möchte, dass es möglichst schnell geht, daher gehe ich zum Discounter, wo ich fast alles bekomme. Außerdem kann ich da auf Vorrat kaufen, weil sich die Waren erfahrungsgemäß lange halten.
            Ich habe mir vorgenommen Wurst und Fleisch nur noch beim Metzger um die Ecke zu kaufen, schaffe das aber fast nie aufgrund der Öffnungszeiten.
            Ich weiß, dass es das beste Obst und Gemüse beim türkischen Feinkostladen ein paar Straßen weiter gibt, dafür ist es dort dreimal so teuer.
            Kaufe ich bei Edeka oder Rewe ein, habe ich die angenehmere Einkaufsatmosphäre, zahle das Doppelte, weiß aber auch, dass davon das Meiste in die höheren Innenstadtmieten und ineffiziente Prozesse geht und der Bauer vermutlich auch nicht mehr als von Aldi/Lidl bekommt.
            Ich bin nicht stolz auf mein Einkaufsverhalten, aber das gilt auch für die Markenkleidung aus Bangladesch und die Elektronikprodukte aus China. Klar kann man versuchen sich verantwortungsvoll zu verhalten, mir ist es aber inzwischen zu mühsam und auch fragwürdig, ob das Ziel wirklich erreicht wird.

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        • Heiner sagt

          Hallo Michael,
          Neuseeländische Bioäpfel werden „legal“ so stark mit Kupfer behandelt das in den jeweiligen Anbaugebieten kein Regenwurm mehr lebt.
          Kupfer wäre vom Markt schon verschwunden wenn es nicht das einzigste im Bioanbau zulässige Fungizid wäre. Selbst Scharfe verenden wenn sie frisch behandelte Blätter fressen würden.
          Ich behaupte das sehr viel “ Bio“ aus dem Ausland viel größere Umweltbelastungen hervor rufen wie es hier vor 30 und mehr Jahren z.B. mit Atrazin war.
          Und noch einmal: einfach bewusst, regional, und saisonal Einkaufen.

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  15. Elke sagt

    Lieber Bauer Willi,

    ich möchte hier als Verbraucher antworten.
    Die Bedenken auf Bio umzusteigen kann ich gut verstehen, und einen Rat kann ich da leider nicht geben, da ich mich in der Agrarbranche nicht auskenne. Und wer weiß, vielleicht ist ja der Verbrauchermarkt auch nicht überall gleich. Ich lebe in Bayern, etwas außerhalb von München. In unserer Umgebung (wir sind noch keine Stadt) kann ich feststellen, das Bioware ganz gut verkauft wird. Wir haben ein Reformhaus, einen Naturkostladen und einmal wöchentlich einen kleinen Markt am Samstag, auf welchem Bioware verkauft wird. Vor allem der Obst- und Gemüsestand hat gleichzeitig vier Verkäufer am Stand, weil der Andrang recht groß ist. (Das Reformhaus und den Bioladen gibt es schon seit mindestens 20 Jahren).
    Ich persönlich kaufe fast immer Bioware, nur nicht in Supermärkten. Seit ich vor kurzem entdeckt habe, dass der Honig aus dem Bioladen aus Brasilien stammt und wir sogar einen Bioimker in der Gegend haben, kauf ich nur noch dort den Honig. Ich würde meine Kartoffeln, Salat und Gemüse am liebsten direkt bei einem Bauern kaufen, auch wenn er keine Biozertifizierung hätte, wenn ich ihn selbst kennen würde und ihm vertrauen würde, dass er auf chemische Spritzmittel etc. verzichten würde. Ich weiß nicht, wie groß der Biomarkt-Anteil im allgemeinen ist, ich weiß nur, es wird immer Menschen geben (und vielleicht seit den TTIP-Debatten verstärkt?), denen Qualität der Ware wichtig ist; eigentlich wie in anderen Branchen auch.

    Ich wünsche uns allen jedenfalls etwas mehr Umdenken in der Gesellschaft – erwartet doch auch jeder einzelne Arbeitnehmer, dass er nicht ausgebeutet wird.

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    • Michael sagt

      Bio ist auch nicht Heil und Segen der Menschheit. Teilweise hat man als Verbraucher doch keine andere Möglichkeit als den Supermarkt, oder Discounter. Hofläden gibt es, Öffnungszeiten Donnerstag von 9 bis 11. Ich möchte gerne ein Freilandschweinefleisch kaufen, aber wo? Ich habe mit 20 oder 30€/kg kein Problem, aber nicht für ein Hormonschwein mit Futter aus Monsanto-Dreck.

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  16. alex honner sagt

    also lieber willi, ich sehe hier schon einige gute ansätze für dein problem. ich bin von beruf patissier und demzufolge abhängig von dem was mir die landwirtschaft anbietet. was ich mir wünsche wären obst und gemüse welches nicht gespritzt ist , alte wohlschmeckende europäische sorten und ein biosiegel brauche ich auch nicht , da ich weiß, das sich das nicht lohnt
    (ich war auch mal am überlegen mit biosiegel zu produzieren , aber ich müßte einfach auf zu vieles verzichten, da ich nicht mal die ungespritzten sehr kleinen äpfel birnen und quitten meines nachbarn verwenden dürfte.
    SOLLTE HIER EIN LANDWIRT SEIN, WELCHER UNGESPRITZTES OBST HAT, DAS LESEN UND WÄRE VIELLEICHT SOGAR IN SACHSEN BITTE MELDEN UNTER huber-honner@gmx.de oder facebook
    es wäre auch kein problem für den hofverkauf aus diesen eigenen produkten eis, pralinen etc herzustellen.
    oder hat hier jemand z.B. schon mal frische karamelisierte erdbeermarschmallows aus schindlers mieze erdbeeren auf eis von getoasteter weißer opalys schokolade mit minzpesto aus roter wilder minze und holsteiner blut-rhabarber confit gegessen.

    Alex Honner Patissier aus Leidenschaft

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  17. Michael sagt

    Warum auf der kleinen Fläche nicht umstellen und als eigenständiger Unternehmer agieren? Weg von der Marktmacht der Konzerne. Einfach nachdenken und das produzieren, was auch verkauft werden kann. Was kosten schon alleine die PSM und das Saatgut der Konzerne? Welche Peanuts bekommst dann für das fertige Produkt? Biolandwirtschaft ist auch die Abkehr von der Macht der Chemiekonzerne. Oder wie soll es weitergehen? Genraps mit noch mehr Chemie behandeln? Dabei den Chemieriesen noch mehr Geld in die Kasse legen? Und dafür noch mehr im Giftnebel sitzen?
    Oder vielleicht doch gesunde Lebensmittel für diejenigen produzieren, die diese Preise auch bezahlen wollen? Die gibt es und es werden immer mehr.
    Wenn der Billighandel dann keine Billigware bekommt, wen juckt es? Soll doch die Großmolkerei nur noch 5 Cent bezahlen. Vielleicht gibt dann der Vorstand auch gleich noch die Milch dazu.
    Es ist bestimmt nicht einfach, den Weg zu finden, aber wenn Du nicht losgeht, wirst Du ihn niemals finden und ewig der Sklave der Mächtigen sein.

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  18. Andrea sagt

    Lieber Bauer Willi,
    ich bin eine aus der gesichtslosen Masse der Verbraucher. Für mich muss es nicht unbedingt Bio sein. Was ist eigentlich Bio und ist Bio gleich Bio? Konventionell produzierte Produkte kommen ja schließlich nicht aus der Retorte.
    Wenn ich die Wahl habe, dann bevorzuge ich regionale Produkte. Ich möchte keine gentechnisch veränderten Lebensmittel und ich möchte mich auf die Angaben verlassen können. Dafür bin ich bereit- im Rahmen meiner Möglichkeiten- auch etwas mehr zu bezahlen. Ich esse gerne Fleisch und will auch nicht darauf verzichten. Aber ich esse weniger als früher und vom Metzger meines Vertrauens der mir sagen kann wo und wie das Tier aufgewachsen ist.
    Deshalb meine Wünsche an die Bauern:
    Bitte kennzeichnet eure Produkte. Für welche Form der Landwirtschaft habt ihr euch entscheiden? Bei der Tierhaltung möchte ich wissen, welches Futter die Tiere bekommen und ob sie Zeit und Platz hatten die Schlachtreife zu erlangen. Und seid bitte ehrlich dabei denn ich möchte die Wahl haben, was ich mir und meiner Familie zumuten möchte und was nicht.
    Vielen Dank für die Arbeit der vielen, engagierten Bauern, die eine tolle Arbeit machen!

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    • Michael sagt

      Die Kennzeichnung entscheiden leider nicht die Landwirte, sondern die Lobbyisten der Lebensmittelindustrie.

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  19. Ralf Bees sagt

    Hallo Willi,

    sehe gerade die Sendung mit G. Jauch und kann Sie als Bauern durchaus gut verstehen.
    Das Problem liegt, so denke ich zumindest, weder beim Bauern noch beim Kunden, wenn die Preise in den Keller gehen sondern die Konzerne verdienen sich dumm und dämlich; und die regieren die Preise ohne diesen Vorteil an die Kunden weiter zu geben.

    Ich wäre gern bereit für ein gutes Stück Rindfleisch oder einen sehr guten Spargel das zu bezahlen, was er wirklich Wert ist. Ich lebe im Spreewald – mitten in der Landwirtschaft und sehe, wie hier in kleinen u. mittelständischen Betrieben angebaut und Viehzucht (Rinder) betrieben wird. Daher kauf ich gern auf dem Markt direkt vom Bauern. Dieser deckt sicher seine Kosten denn die Preise sind erheblich teurer als z.B. bei Netto. Dafür frisch und lecker und weniger Abfall. Also letztlich nicht wirklich teurer. Das machen allerdings nicht viele Bauern denn der Verkauf macht schließlich Arbeit und ist personalintensiv. Der große Viehzüchter im Ort verkauft seine Rinder aus reiner Freilandhaltung – aber keiner weiß, wo er das bestimmt sehr gute Fleisch kaufen kann. Das scheint ein Geheimnis. Ich vermute, dass irgendwelche Hotelküchen das Fleisch ordern denn die Rinder sind schon bereits nach der Geburt verkauft. Wenn man dieses Fleisch einmal kosten würde, wäre man vermutlich nicht mehr bereit, ein Stück Fleisch im Supermarkt zu kaufen – und zwar egal wie preiswert. Dort kaufe ich nicht einmal das als „Biofleisch“ angebotene Fleisch, da die Herkunft nicht erkennbar ist und das Fleisch nicht unbedingt wirklich frisch ist wenn man die Produkte mal mit denen beim Fleischer vergleicht.
    Insofern denke ich, dass nicht der Verbraucher die Preise bestimmt, sondern in der Hauptsache die Lebensmittelindustrie und da wieder Großkunden wie LIDL und ALDI. Sagen Sie mir bitte, wo ich als Kunde wirklich „gut bedient“ werde und gutes Fleisch oder Gemüse erhalte wenn der Handel nicht reagiert und entsprechende Produkte anbietet. Die Produkte aus dem Spreewald zum Beispiel werden an Großkonzerne verkauft und man erhält sie überall in Deutschland im Supermarkt – nur nicht frisch von da wo sie wirklich herkommen. Beispiel: Gurken; wenn ich diese nicht direkt beim Nachbarn (Kleinbauerbetrieb) kaufe, von dem aber nur Eingeweihte wissen, dann bin ich selbst auf dem Wochenmarkt gezwungen, holländische Wassergurken zu kaufen. Das ist doch irre oder? Wo das Gute doch so nah ist.

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  20. Hallo Willi,

    Du bist etwas älter als ich, der mit 42 Lenzen mitten im Leben steht.
    Ich werde auf die nachfolgende Generation hören. Meine Töchter (15 und 16) signalisieren mir, dass sie kein Interesse auf die Hofnachfolge hegen. Mein Sohn (7) scheint da mehr Interesse zu entwickeln. Wenn er in ca. 20 Jahren die Lösung in Bio sieht, werde ich den Weg natürlich mitgehen- so teuer und kompliziert dieser auch sein mag, weil ich einen Veredlungsbetrieb führe.
    Genauso wird es doch auch bei Dir sein: Gibt es Nachfolger? Dann würde ich heute alles darauf ausrichten, wie die nachfolgende Generation sich die Landwirtschaft für sich vorstellen kann.
    Natürlich muss man den aktuellen Markt und auch Prognosen berücksichtigen bei einer Entscheidung, die so fundamental ist wie eine Umstellung auf Bio. Die Signale hast Du ja bereits einleuchtend beschrieben. Meine Erfahrung sagt mir: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ und diese Weisheit kann man sicherlich auch auf die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland ummünzen…

    P.S.: viel Erfolg bei Günter Jauch! 🙂

    1
  21. Tanja sagt

    Lieber Bauer Willi,
    wir sind seit 24 Jahren Biolandbetrieb.
    Mein Mann wurde krank beim Pflanzenschutz,deshalb gab es zwei Möglichkeiten,
    aufhören oder Bio. Ich war damals 18 Jahre und es war nicht ganz einfach für mich,mit einen Biobauer befreundet zu sein.Unsere Ausgangslage war damals alles andere als einfach.

    Ich bin heute sehr froh eine Biobäuerin zu sein, mit all seinen Höhen und Tiefen.
    Ich würde nichts anderes mehr machen. Die Tiere sind gesünder,der Boden wimmelt vor Würmern und uns geht es gut.

    Es gibt mitlerweile so tolle Bioberatung, mit der würde ich mich mal in Verbindung setzen.

    Wir haben übrigens 50 Milchkühe und 5 ha Gemüsebau.
    Der Großteil unserer Beschäftigten sind deutsche Mitarbeiter und der Mindestlohn ist für uns kein Problem. Denn wer zufrieden ist, ist auch bereit zu arbeiten.
    Wir waren auch keine Gemüsespezialisten,aber es funktioniert.
    Es gibt auch erfolgreiche Biobetriebe ohne Vieh.
    Unser Nachbar ist übrigens seit 5 Jahren auch Biobauer und sehr zufrieden.

    Für uns gilt jeder der auf Bio umstellt, ist ein Gewinn für die Schöpfung.

    Mein Motivationsspruch für Entscheidungen kommt von Henry Ford:
    Wenn du begeisterungsfähig bist, kannst Du alles schaffen……..

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  22. A.F. sagt

    Zucker ist ungesund. Öl ist Fett und deshalb ungesund. Getreide enthält Gluten und darauf sind auch neuerdings alle allergisch. Milch ist auch ungesund bzw. allergen, außer das Kalzium und die Proteine, und die gewinnt man aus Eiern und Gemüse. Kokosnuss ist das neue Gold… Fleich ist medikamentenverseucht und verpönt. Maus und Soja sind gentechnisch verseucht. Und die Liste geht so weiter. Irgendwann hat man alle Schreckensreportagen gesehen und merkt, dass man den einen oder den anderen Tod sterben muß, oder dass Geld endlich ist. Ich würde Ihnen raten einfach auszuhalten ein paar Jahre zu warten, denn auch diese Gesellschaft wird irgendwann merken, daß Produkte vom anderen Ende der Welt auch trotz Bio schädlicher sind, als die, die sich deutschen Standards beugen müssen. Ich denke dass der Trend zu mehr Regionalitaet gehen wird, also als Strategie evtl 50/50 angehen um das Risiko zu mindern?

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    • bauerhans sagt

      …..das leben ist lebensgefährlich……und trotzdem oder deshalb werden wir immer älter.

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  23. bauerhans sagt

    hatte 2 biobauern in der nachbarschaft,von denen der eine ein aussteiger war(leitender angestellter),der den nachbarhof gepachtet hatte,viel gearbeitet,direktvermarktung aufgebaut,aber arbeitsmäßig nicht hinterher kam und nach 15 jahren wieder in seinen job zurück,weil das geld ausging.
    der andere hatte seinen hof zum dienstleister im freizeitbereich ausgebaut,seine lebensgefährtin hatte dazu geld eingebracht,aber die hauptarbeit leistete die mutter des bauern. das biosiegel wechselte auch öfter,weil die bedingungen nicht eingehalten wurden. als die mutter krank wurde,die lebensgefährtin diese aber nicht ersetzen konnte,gabs finanzielle probleme,aus denen sich der betrieb nicht mehr erholte.

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  24. Biobauer Andreas sagt

    Lieber Willi, wenn Deine Frage ernsthaft wäre, dann solltest Du sie jemand stellen, der sich mit Bio auskennt und nicht Biobauern den Dialog verweigern.

    Du kannst sicher mit einer Liste aufwarten, wieviele der zitierten Produkte Du aus heimischer konventioneller Produktion gefunden hast „Avocado, Bananen, Limetten, Mango, aber auch Möhren, Gurken, Zwiebeln, Hirse und Paprika“?

    Nebenbei: Bioanbau fordert längst keine Tierhaltung mehr, im Gegenteil der viehlose Bioanbau ist im Kommen und da Du ja gerne mal Urlaub möchtest, würde ich Dir von Tierhaltung abraten, denn da wärst Du, wie viele unserer Kollegen, 365 Tage im Jahr im Einsatz.
    Gruss
    Biobauer Andreas

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  25. Hans-Heinrich Janßen sagt

    Schau mal ins Ammerland, dort werden enorme Flächen mit Zierpflanzen und Alleebäumen bebaut. Teilweise ist der Markt sehr kurzlebig (z.B. Erica/ heidekulturen), dass diese Pflanzen vom Endkunden (Verbraucher) jährlich nachgekauft werden. Dafür hat der Verbraucher immer genug Geld, und die Niedrigzinsphase, die hohen Mietpreise lassen die Neubaugebiete aus dem Boden schießen wie Pilze im September. Grünland kannst du als Rollrasenfläche bebauen, da ist im Moment ein enormer Hype am Laufen. Grund: weil man in den Siedlungsgebieten kein Schnittgras mehr los wird und kein Krach mit dem Mäher machen darf, schafft der Verbraucher Mähroboter an (der Landmaschinenhandel kommt mit den Lieferungen nicht nach), dafür werden ebene Rasenflächen ohne Maulwurf etc. angelegt. Du siehst, im Non Food Bereich bist du bestens aufgehoben, keiner fragt nach Pflanzenschutz, keiner nach Dünger, keiner nach Bewässerung mit Trinkwasser,keiner nach Versiegelung (Stellflächen, „Quartire“ für „Container“, damit sind die kleinen Blumentöpfe
    gemeint). Und wenn mal Überschüsse da sind, dann werden die nicht billiger verkauft, nö, das fliegt so durch den Sträucherhäcksler.
    Ich finde, hier ist schon fast das Paradies, aus mir ist allerdings auch leider nur ein Kuhbauer geworden…….

    Gruss aus dem schönen Ammerland!

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    • Michael sagt

      Wenn das so einfach wäre. Rollrasen baut sich ohne Fachwissen auch nicht an. Ebenso Baumschulware oder Zierpflanzen. Da herrscht auch gewaltiger Preisdruck durch Überproduktion. Zierpflanzen ohne Gewächshaus ist auch ein Lotteriespiel. Und da geht es im PS erst richtig zur Sache. Lauter Sonderzulassungen mit richtig viel Schädlingen. Lieber ein paar Kühe auf die Weide. Fressen von selbst und müssen nicht gegossen werden.

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  26. Überleg doch vielleicht mal, eine Gesellschaft nach Vorbild der Regionalwert AG Freiburg / Regionalwert AG Isar-Inn / Regionalwert AG Hamburg mitzugründen.

    Das hilft, die Interessen von Verbrauchern, Landwirten, Weiterverarbeitern und Händlern gleichzurichten. Man zeigt dann nicht mehr mit dem Finger aufeinander und macht trotzdem weiter wie bisher. Sondern man wirtschaftet im Verbund, unterstützt von Bürgerinnen und Bürgern der Region. Aber nicht auf Goodwill-Basis, sondern unternehmerisch. Kooperation statt Konkurrenz und Kostendruck.

    Neben den drei existierenden Regionalwert AGs gibt es derzeit eine Gründungsgruppe in Köln und Umgebung. Und die Regionalwert AG Krems-Wien steht kurz vor der Gründung.

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