Bauer Willi
Kommentare 49

„Lass ihn. Er ist total verblendet“

Morgen ist Ostern. Vor ein paar Tagen war im Fernsehen eine Umfrage, bei der die Menschen gefragt wurden, ob sie wüssten, weshalb wir Ostern feiern. Wissen Sie es?

Wir gehen heute abend in die Osternacht. Wie jedes Jahr. Wir sind Christen. Wir führen eine konfessionsverschiedene Ehe. Seit bald 40 Jahren. Das geht, trotz unterschiedlicher Ansichten.

„Lass ihn. Er ist total verblendet“ schreibt ein Kommentator einem anderen Kommentator in meinem Blog und meint damit mich. Weil ich andere Ansichten als die beiden geäußert habe. Es ging um Politik.

Was bringt Menschen dazu, einen Dialog in dieser Art und Weise ad absurdum zu führen?  Warum können wir unterschiedliche Meinungen immer weniger tolerieren? Wir müssen sie ja nicht annehmen. Würde es helfen, nicht zu jedem Thema seinen Senf dazu zu geben? Einfach mal nichts sagen? Unmöglich?

Nächstes Ereignis: „Willi, wach doch endlich auf“. So versuchte ein von Facebook bekannter Influencer mich – mit lauter Stimme – davon zu überzeugen, dass er „die Wahrheit“ kennt. „Deutschland erwache“ war einmal ein Spruch aus einer düsteren Zeit, die vermutlich keiner von uns persönlich erlebt hat. Ich möchte sie auch nicht erleben.

Übrigens ist Lautstärke kein Argument. Wenn jemand in die Kamera schreit, schalte ich ab.

  • Sind Sie mit … zufrieden“?

Eine Umfrage der letzten Tage ergab, dass über 80% der Deutschen mit der gegenwärtigen Politik unzufrieden sind. Stellen Sie sich vor, sie gehen durch ein Einkaufszentrum wo Ihnen ein Mikrofon vor die Nase gehalten wird und Sie spontan gefragt werden, ob Sie mit der gegenwärtigen Politik zufrieden sind. Wie würden Sie wohl antworten? Da Sie im Bekanntenkreis gerne darüber schimpfen, dass „die Politiker“ ja alles falsch machen, werden Sie sich der Mehrheitsmeinung gerne anschließen. Wenn ich mich äußern würde, dass ich im Großen und Ganzen mit der aktuellen Politik zufrieden wäre, könnten Sie sich den dann einsetzenden Shitstorm sicher ausmalen. Wenn ich mich so äußern würde… würde…

Ich war vor kurzem zu einem Treffen mit einem Bundestagsabgeordneten eingeladen. Ich sage bewusst nicht, welcher Partei er angehört, denn es könnte jede Partei sein. Er ist zum ersten Mal im Bundestag. Er erzählte, wie demütig er ist, wenn er das Bundestagsgebäude betritt. Dass ihm dann bewusst wird, welche Ehre es ist, dort zu sein. Und dass ihm klar wird, dass er nur dort ist, weil wir Bürger ihn gewählt haben und ihm damit unser Vertrauen geschenkt haben. Diese Bürde wiegt schwer.

Er erzählte, dass er mit einigen Entwicklungen, Meinungen, Ansichten oder Beschlüssen seiner Partei nicht einverstanden ist und er versucht, seine Sicht der Dinge dort zu platzieren und mehrheitsfähig zu machen. Das ist schwer, sehr schwer. Und dann gibt es ja auch noch andere Parteien, die das Gleiche versuchen.

Politik ist das Ringen um die beste Lösung. Es ist einfach und wohlfeil, auf „die da oben“ zu schimpfen. Stellen Sie sich zur Wahl? Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten, welche Vorschläge Sie haben, unseren Staat, unsere Gesellschaft besser zu machen? In welchem Ehrenamt sind Sie persönlich tätig?

Demokratie ist schwierig, ist langsam. Nur die Diktatur ist einfach, ist schnell.

„Lass ihn. Er ist total verblendet“. Dieser Satz bedeutet das Ende des Dialogs. Danach folgt nur noch Stille.

Ich wünsche Ihnen ein Frohes Osterfest.

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49 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Geiler Beitrag….bei gleichzeitiger Verachtung eines großen Teiles unserer Bevölkerung. Ich liebe Selbst Entlarvung…🐰😎

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    • Arnold Krämer sagt

      Herr Seevers! Lassen Sie doch bitte einmal einzelne Beiträge im Blog unkommentiert. Sie beschädigen das Bild eines sehr gebildeten, fachlich äußerst kompetenten Mitbürgers immer wieder. Sie tun sich selbst keinen Gefallen mit vielen ihrer Einwürfe. Weniger ist mehr!
      Ich empfehle Ihnen den aktuellen Spiegel-Bestseller „Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren“
      Ansonsten: Noch einen schönen Ostermontag!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Der so sehr gebildete Herr Karl schrieb im ersten Satz seines ersten Beitrags:“Herr Seevers, Ihr Verhalten in diesem Bog geht mir sowas auf den S..k.“
        Ich lasse mich ungern anpinkeln, wenn ich diesem Herrn nichts getan habe. Ich lasse mir auch nicht sagen, wie viel ich mich äußern darf oder was. Wenn ich gegen die Spielregeln verstoßen sollte, bitte melden….

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        • Arnold Krämer sagt

          Er beschreibt doch nur seinen eigenen Gemütszustand. Er leidet. Also, so what?
          Wer etwas zu bedenken gibt, schreibt nichts vor. Die Selbstkontrolle und -steuerung ist entscheidend.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Na dann lassen wir doch mal alle unseren Gefühlen, unseren Gemütszustand freien Lauf…..das wird dann richtig lustig. Aber heee, einige dürfen eben, was anderen verwehrt sein soll. Toll!

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          • SFF sagt

            Der Gemütszustand der Landwirte führte in diesem Blog zu einem Beitrag zur Selbstmordrate dieser Berufsgruppe. Sie zeigen gerade Gesicht wie ernst sie das Thema nehmen.

            Herr Seevers hat sich sicher weniger geschadet als Sie, Herr Krämer.

            Um die Frage von Bauer Willi zu beantworten, folgendes.
            Warum tue ich so etwas mit dem Trollen, wie sie das nennen.
            Antwort:
            Ich kann es als Landwirt nicht ertragen, wenn ein Blogger seine Internetprobleme zum Thema macht wie hier.
            Auf den Höfen spielen sich Dramen ab, wegen Existenzverlusten die man nicht immer selbst zu verantworten hat.
            Hier findet die Wirklichkeit nicht statt, aber große Pressehäuser lesen hier!!

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  2. Otto Loewl sagt

    halo Willi . Mir passt auch manches nicht
    von der Politik.
    Das größere Problem liegt bei vielen
    Mitbürgern selbst. Die sollten erst bei sich
    den Fehler suchen und sich mal Gedanken
    machen warum es Leute gibt die zufrieden
    sind . Auch under unsBauern.
    Ich gebe Dir in diesem Artikel voll zustimmen.
    Ich wünsche allen ein frohes Osterfest
    auch allen Gscheidhaferl

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  3. Freimann Manfred sagt

    Im Volksmund gibt es bei uns für solche Menschen den Begriff „Gscheidhanserla“
    sie meinen zu jedem Thema die Deutungshoheit zu haben.
    Trotzdem ein friedliches Osterfest.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Es geht nicht um Deutungshoheit= Rechthaben, es geht um Diskurs…..Tüddelmors.🤗

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  4. Sonja Dengler sagt

    Das geschriebene Wort klingt immer viel (!) härter als der Schreiber es vermutlich meinte. Aber es ist nun mal so: wie es verstanden wird, das entscheidet immer der Leser, nicht der Schreiber, der Leser interpretiert – daher kommen alle Missverständnisse und deshalb brauchen wir die Sprache, um rückfragen zu können. Ein einzelner guter Politiker, den Sie kennen, rettet leider nicht den Ruf der übrigen – das kann höchstens Gott so sehen, wir Menschen leiden unter den Machthabern.
    Ostern – und ich nehme an, ich bin die Älteste hier im Forum – ist ein ganz besonderes Fest, die Welt müssen wir nicht retten, die IST an Ostern gerettet. Wir können dafür beten, dass der Rest der Menschheit diese Rettung auch annimmt.
    Ich bete besonders für die ungeborenen und für die geborenen Kinder und für Umkehr der Menschen zur Wirklichkeit und Wahrheit.
    Herzlich: FROHE OSTERN.

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    • Bauer Willi sagt

      @Sonja Dengler
      Ich bin Jahrgang 1954. Falls Sie das sind, die ich im Netz gefunden habe, haben Sie recht, was das kalendarische Alter angeht. Übrigens engagiert sich meine jüngere Schwester bei Donum Vitae. Im Bundesvorstand.

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  5. Christian Bothe sagt

    Ich wünsche allen Bloggern hier ein frohes und gesegnetes Osterfest! Ein besonderer Ostergruss aus dem Osten gilt dem Blogbetreiber BW und dessen Engagement beim Verfassen seiner Beiträge!

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  6. Promberger Konrad sagt

    Wir feiern Ostern ,weil es ein doppeltes Wochenende ergibt sagte mir erst ein junger
    Mensch. Mehr Angst als Putin und Trümp macht mir wo eine gottlose Gesellschaft hin-
    steuert. Jugendliche aus kleinen Dörfern, für deren Großeltern eines der schönsten Er-
    lebnisse war, die Primiz eines gleichaltrigen Priesteramtskandidaten zu organiesieren
    treten aus der Kirche aus. Alles ein Schmarn müssen sich meine Kinder immer anhören
    wenn sie ausgehen, und diskutiert wird. Das ist Kulturbanausentum im höchsten Grad,
    als würde man behaupten die Römer waren nicht bei uns, trotz Limes, Römerstrasse und
    anderen Denkmälern. Sie waren vor 2000Jahren Besatzungsmacht in Palästina, und was sich zugetragen hat wurde mehrfach aufgeschrieben,ob man es glauben will oder nicht.
    Frohe Ostern zusammen !

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    • Inga sagt

      es ist traurig, dass Ostern nur wegen den freien Tagen und den Ostereiern gefeiert wird.

      Haben wir deswegen eine verarmte Kultur?
      da hat es ja der Islam leicht, der kann uns mit Holter und Gepolter überrollen und wir merken es nicht.

      Dann müssen wir deren Kulur abnehmen,
      dann ist Weihnachten Winterfest
      und
      Ostern Frühlingsfest.

      Wollen wir das?

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    • Kemetbauer sagt

      @PK
      Vielleicht sollten wir uns fragen, wo wir sein könnten, wenn es Dinge wie Kirche und Glauben nie gegeben hätte. Mehr als dreiviertel aller kriegerischen Auseinandersetzungen sind glaubens- religionsbedingt/-motiviert; auch heute noch.

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      • Bauer Willi sagt

        @Kemetbauer
        Da kann ich Ihnen nicht ganz folgen. Können Sie mir das erläutern? (Vietnam, WK II, Irak, Iran..)

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        • Ex-Baumschuler sagt

          @Willi, Sie suchen Verbindungen von Christentum bzw. abrahamit. Religionen mit der aktuellen Geopolitik?

          Den hier ackere ich gerade durch, es ist aber langwierig, weil die Vorträge alle sehr lang sind:

          https://www.youtube.com/results?search_query=kurt+piesslinger

          Und den habe ich früher mal durchgeackert, ist aber Hardcore (also vergleichbar harter Kost, für die, die’s noch nicht kennen):

          https://wiederkunftchristigrosspolitik.wordpress.com/

          P.S.: Ach so, ein frohes Fest wollte ich auch noch wünschen, aber dazu schreibe ich noch mal extra, versprochen!

          • Bauer Willi sagt

            @Ex-Baumschuler
            Komme gerade vom Familiengottesdienst zu Ostern. Wunderbar, wie die Kinder mitgemacht haben. Es wurde auch viel gesungen und die Ereignisse zu Ostern nachgespielt. Du siehst, ich bin eher der praktische Typ, schau mir die Links aber gerne an.
            Danke und Frohe Ostern

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        • Kemetbauer sagt

          @BW
          Moin und frohe Ostern!
          Schauen Sie gelegentlich mal unter http://www.Bpb.de nach.
          Es müssen nicht immer gleich Glaubenskriege sein aber auch der WKII war, wenn man die Juden als Glaubensgemeinschaft betrachtet, auch religiös motiviert.

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  7. Frikadellen piet 47 sagt

    moin ich wünsche auch allen ein schönes Osterfest! richtig ist das was der Bauer macht das sollte man wissen! schönen Tag
    also sollte die Politik auch so gestalten wir dass sie für den Landwirt gut ist

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  8. Christina sagt

    Ich kann das alles nur sehr gut nachvollziehen, Willi! Ich empfinde genauso, es hat aber auch damit zu tun, wie sensibel man ist und wie man auf die Vorurteile und Bewertungen anderer reagiert, dass man niemanden verärgern will, nichts Böses will und trotzdem der Dumme ist.
    Als Leseratte (!) habe ich auch das Buch „Die Let them Theorie“ von Mel Robbins gelesen und höre auch fast regelmäßig ihren Podcast, wenn ich Zeit habe. Es geht u.a. darum, keine Energie mehr zu verschwenden, für Dinge, die wir sowieso nicht kontrollieren oder beeinflussen können, sich darauf zu konzentrieren, was einem gut tut und zu akzeptieren, dass man andere Menschen nicht steuern kann, sich zu vergleichen … und dass man am Ende Dinge so ausführt, ohne Bedenken zu haben, etwas falsches zu tun. Wir hinterfragen uns selbst alle zu viel und wir haben alle manchmal das Gefühl, etwas oder den anderen kontrollieren oder ändern zu müssen.
    Die Leichtigkeit, etwas zu tun oder auszusprechen, obwohl wir in einer Demokratie leben, wird uns genommen …

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  9. Civilitas sagt

    @ BW:
    Ähnliches hat Präsident Macron vorgestern über den Herrn im Weißen Haus angemerkt. Recht so.

    Wünsche Frohe Ostern.

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  10. Christina sagt

    Lieber Willi, ich wurde in dieser Woche beim Bäcker von der Bedeutung des Osterfestes hingewiesen, als mir unsere Bäckerin sagte, dass Karfreitag (und Ostermontag) die Bäckerei geschlossen sei, da ja das höchste Kirchenfest anstehe … 😊☺️

    Ihre Worte heute haben mich wieder einmal sehr ergriffen gemacht, was Bedeutung, Religion und Politik angeht. Auch ich stamme aus einem konfessionsverschiedenen Elternhaus, da spielte nie eine Rolle, welche Ansichten man hatte. Da wurde, ob man wollte oder nicht, zusammengehalten, egal auch, welcher Partei oder Religion man angehörte. Es gab Diskussionen, ja…
    Was ist heute anders? Ist es das überhaupt? Oder sind wir heute einfach nur anders gestrickt, haben höhere Erwartungen an andere oder respektieren wir die Meinung anderer nicht so, wie wir es tun sollten?
    In Bezug auf den jungen Abgeordneten möchte ich nur sagen, dass wir tatsächlich oft nur über die Politiker schimpfen, ob wir‘s besser machen würden, sei dahin gestellt?! Mich macht es nachdenklich, wenn jmd sagt, wie demütig er/sie ist, wenn ihm Vertrauen geschenkt wird, wenn man weiß, wie hoch eine Bürde in einem bestimmten Amt sein kann, wenn man Visionen hat, vieles besser machen zu wollen.
    Ich habe in meinem ungelesenen Bücherstapel ein Buch von Joana Cotar „Inside Bundestag“, von der ich weiß, auch durch Berichte meines ältesten Sohnes, welche Visionen Cotar hatte, als sie der AFD beitrat und nach acht Jahren fraktionslos wurde, weil sie vieles hinterfragt hat und nicht einverstanden war mit diesem Machtkalkül und all den Zwängen.
    Es wird uns nirgendwo leicht gemacht, wenn man anders tickt als der andere, wenn man andere Auffassungen hat… schon mal gar nicht in der Politik!

    Ich wünsche allen ein schönes Osterfest! Ein bisschen Sonne, viel Freude beim Eiersuchen mit den Kindern und Enkelkindern, ein liebevolles Zusammensein mit der Familie und keine bösen Worte!

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    • Bauer Willi sagt

      @Christina
      Danke. Solche Worte tun gut. Schön, dass es Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und machen.
      Nein, keine bösen Worte.
      Wir freuen uns alle schon aufs Eiersuchen!

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  11. Ludwig sagt

    Allen hier wünsche ich schöne Osterfeiertage … Zum Text kann man nur Friedrich den Großen zitieren : „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“ und das das hat er auch gelebt wenn man den Historikern glauben darf. – Der hatte vielleicht entsprechend seiner Zeit eine größere Meinungsfreiheitssicht als manche Politiker heute , die Leute für ihre kritische Meinung anzeigen und die Polizei losschicken. Heute unterstützt die Politik mit viel Geld die NGOs um ihre Regierungspolitik , die sie nicht äußern , über Gerichte durch zu setzen. Damit ist der Bürgergedanke ausgesetzt. Politik ist im Parlament zu sein und nicht durch die Hintertür zu machen. Das erhöht nur die Politikverdrossenheit und die Protestparteien. Da lob ich mir die Redeschlachten im Bundestag in den 1970er und 1980er Jahren. Wenn Wehner, Strauß , Schmidt, usw. um den richtigen Weg kämpften. Das gibt es heute nicht mehr . Ja heute würde man diese Leute als N….. bekämpfen. Heute ist das Parlament entrechtet , weil in Hinterzimmern und Gerichtshöfen die Entscheidungen fallen. Damit geht nicht nur der Rechtsstaat zu Boden , sondern auch unsere Demokratie. Es ist nicht deren Demokratie , sondern die Demokratie des demokratischen Rechtsstaates und des Suverens , dem Volk. Das hat man aber wohl vergessen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Ludwig
      Dafür wirst Du viele „Daumen hoch“ bekommen. Ich bin allerdings in einigen Punkten anderer Meinung. Deshalb habe ich meine Erfahrung mit dem jungen Abgeordneten und seiner Demut geschrieben. Mich hat das beeindruckt.

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    • Jörn Daj sagt

      Lieber Ludwig,
      die Redeschlachten von Strauß, Wehner, Schmidt (da fehlen sichlich noch manche Namen) waren wirklich spannender als die heutigen Debatten. Wahrscheinlich würde das heute massive Skandale auslösen. Was hat sich verändert? Die Sensibilität der Gesellschaft, was ja nicht (immer) schlecht ist; die Medien, die aus jeder Mücke einen Elefanten machen, letzlich um Aufmerksamkeit = Klicks zu erzeugen; die Toleranz in der Gesellschaft bzw. den Mangel daran – ich ertappe mich auch selbst dabei, aber ich habe auch das Gefühl, dass zu Zeiten von Schmidt und Strauß nicht solch menschenverachtende Dinge gesagt wurde wie heute von einigen.
      Aber ich fürchte, eines hat sich nicht verändert: Hinterzimmer – Politik hat es früher wahrscheinlich mindestens genauso gegeben wie heute, vielleicht sogar noch mehr. Ich versuche, mich davor zu hüten, die Vergangenheit zu verklären.

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  12. Klaus Müller sagt

    Lieber Willi,genauso ist es. So wie Sie mit Kompromissen und Toleranz durch ihre Ehe gekommen sind,so schwer ist es „draußen „.
    Ich habe mich vor zwei Tagen zum Hamburger Wolf geäußert: Ich würde als Jäger oder Bauer klassifiziert und als dumm hingestellt. Diskutieren ist halt schwer.
    Ihnen und ihrer Familie gesegnete Ostern .

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    • Bauer Willi sagt

      @Klaus Müller
      Das wollte ich mit dem Text zum Ausdruck bringen. Es ist schwer. Schlimm finde ich es, wenn es nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch darum, das Gegenüber zu diskreditieren.
      „Man darf ja heute nicht mehr alles sagen“. Wir leben in einer Demokratie, in der heute jeder fast alles sagen darf. Das ist nicht überall auf der Welt so und deshalb sollten wir dankbar sein.
      „Man darf ja heute nicht mehr alles sagen“. Das stimmt trotzdem. Wer sich im Sinne bestimmter Kreise „falsch“ äußert, wird beschimpft. So ist es Ihnen auch passiert.
      Sie glauben ja nicht, wie oft ich bestimmte Sätze hin und her überlege, lösche, wieder neu formuliere, wieder lösche, um nur ja niemandem auf die Füsse zu treten und zu provozieren. Viele schätzen diesen Blog, weil es relativ gesittet und mit einem gewissen Niveau zugeht.
      Ich überlege schon wieder, ob ich mir weiter die Arbeit machen soll, diesen Blog weiterzuführen. Aber vermutlich ist es genau das die Absicht: mich mürbe zu machen, zu frustieren und dazu zu bringen, den Blog zu beenden. Um dann zu sagen: „Ist er doch selber schuld! Warum ist er denn so empfindlich, so dünnhäutig! Der kann ja keine Kritik vertragen.“

      Ich weiß (bzw. ahne) jetzt schon, wer auf diesen Kommentar antwortet und wie… 🙂

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Ich weiß (bzw. ahne) jetzt schon, wer auf diesen Kommentar antwortet und wie… 🙂“

        Der Ausgangspunkt des blogs ist „Lieber Verbraucher“. Das ist die Grundlage aller folgenden Diskussionen. Würde Willi in diesem Ton heute noch schreiben, schreiben können? Alle haben sich in den letzten 11 Jahren verändert und neue Erfahrungen gemacht. Wenn nun ein weicherer Ton angeschlagen werden soll, um möglichst nicht mehr anzuecken, um „konsensfähig“ zu sein, dann ist das auch ein Zeichen von Müdigkeit, die ich vollumfänglich verstehen kann. Dennoch bleibt das Angebot des Dialogs, welches ich schätze und durch gegensätzliche Meinung nicht in Frage stelle oder wollen würde, im Gegenteil.

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        • Bauer Willi sagt

          @R.S.
          Ist das jetzt „eine rethorische Falle, aber geschickt gestellt“? 🙂

          (Schreibt sich übrigens „rhetorisch“, aber das nur so nebenbei. Bin halt… ein Klugscheißer…)
          Frohe Ostern

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    • Inga sagt

      Ja,
      wer die Wahrheit sagt,

      wird oft ausgegrenzt und/oder als Nazi beschimpft.

      Warum lassen wir Enkelgeneration uns immer noch so beschimpfen?

      Haben uns unsere Lehrer in den 60igern nicht beigebracht, wie man in einer modernen Demokratie lebt? Dazu gehört auch freie Meinungsäusserung Und wie man sie erhalten soll?

      Wer hat denn da nicht aufgepasst, ist trotzdrem Politiker geworden und lässt die freie Meinunsäusserung nicht zu?
      Wer will die uns verbieten?
      Junge Politiker, die in der Schule nicht aufgepasst haben, aber tortzdem das letzte Wort haben wollen? Wer erlaubt denen das?
      Na ja, die hatten auch jüngere Lehrer, die nicht mehr in den autoritärem Regime aufgewachsen sind. Nicht darin ihre Ergfahrung machen konnten.

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  13. Kemetbauer sagt

    Das verspricht ein harmonisches Osterwochenende zu werden. Trotzdem, bunte Eier für alle!

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  14. S.F.F. sagt

    Herr Seevers, sie retten etwas meinen Tag und stimme 100% zu.

    Das Canceln durch Bauer Willi ist nicht gerade ein Beweis für Mitmenschlichkeit und wer keine Kritik einstecken kann, sollte keinen Blog betreiben.

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    • MarK sagt

      Das Canceln durch S.F.F. ist ebenfalls kein Beweis für Mitmenschlichkeit, den Rest erspare ich mir…

      Allen hier im Blog ein frohes Osterfest!

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      • Bauer Willi sagt

        @MarK
        S.F.F. ist für mich kein Problem, weil es sich immer um den gleichen Troll handelt. Das kann man an der Internet-Signatur erkennen
        Er/sie (?) meldet sich nur zu Wort, wenn es um persönliche Beleidigung und Provokation geht, nie mit inhaltlichen Beiträgen. Ich frage mich, was in solchen Menschen vorgeht?

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        • S.F.F. sagt

          Ihnen ist es also gestattet mich als Troll zu beleidigen und immer wieder zu blockieren?

          Ich poste hier mit einer Gelassenheit und bin deshalb nicht beleidigt.
          B. W. Muss unterscheiden zwischen Beleidigung und Beleidigtsein durch sachliche Kritik von Seevers.

          Die weiteren Unterstellungen sind auch unwahr.
          Ich habe hier als Troll aufgedeckt, das B.W. Gängige PSM nicht kennt obwohl es sein Fachbereich ist. Diese und andere Wahrheitsfindungen tun natürlich weh und cancelt jeden Kritiker.

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          • Bauer Willi sagt

            @S.F.F.
            1. Die Tatsache, dass Sie behaupten, dass ich Sie immer wieder blockiere, beweist, dass Sie die immer gleiche Person sind
            2. Ja, es ist mir gestattet, Personen, die sich nicht an die Spielregeln halten, zu blockieren
            3. Nein, ich finde es nicht schlimm, wenn man etwas nicht kennt oder weiß
            4. Was soll „mein Fachbereich“ sein? Klären Sie mich auf?

            Klären Sie mich bitte auch über Ihre Identität auf? Ich weiß nicht, wer Sie sind und warum Sie so reagieren wie Sie reagieren. Das muss ja einen Grund haben und den wüsste ich gerne.

            (Für Mitlesende zur Info: Die Mailadresse, die S.F.F. diesmal gewählt hat, lautet seevers-fan(at)info.de. Natürlich ist diese Mail-Adresse ungültig. Wie immer. Ich finde es so schade und so unnötig, für Kommentare wie diesen Lebenszeit aufzuwenden.)

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  15. Reinhard Seevers sagt

    „Sie müssen diesen Beitrag nicht kommentieren.“

    Das ist eine rethorische Falle, aber geschickt gestellt.👉
    Ich finde Ihren Beitrag eine merkwürdige Mischung aus persönlicher Betroffenheit dazu eine Prise konservativen Kirchenverständnis, ein Stück Ansage für Unzufriedene bei gleichzeitiger eigener Zufriedenheit und am Ende der Aufruf sich nicht äußern zu müssen, es sei denn, es ist im Sinne des Verfassers. So wirkt es für mich….ich wünsche ein gesegnetes Osterfest. 🐰

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    • Bauer Willi sagt

      @R.S.
      „Würde es helfen, nicht zu jedem Thema seinen Senf dazu zu geben? Einfach mal nichts sagen? Unmöglich?“

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      • Reinhard Seevers sagt

        Danke für den Hinweis! Wer wann zu welchem Thema wie oft und was schreiben darf, ist leider in den Spielregeln nicht festgelegt. Sollte vielleicht angepasst werden, dann ist sichergestellt, dass nur die gewünschten Kommentare zu lesen sind.
        Vielleicht auch mal selbstreflektierend auf den heutigen Beitrag schauen?

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        • Wahler Karl sagt

          Bauer Karl
          Herr Seevers, Ihr Verhalten in diesem Bog geht mir sowas auf den S..k.
          Sie wollen unter allen Umständen die Meinungsführerschaft in diesem Blog haben. Sie schießen sofort dagegen, wenn die Diskussionsbeiträge nicht mit den ihrigen konform sind. Letztlich akzeptieren Sie keine andere Meinung als die ihre. Ihr vorletzter Beitrag: „Das ist eine rhetorische Falle…“ ist in meinen Augen gegenüber Bauer Willi eine Frechheit; Sie sollten sich schämen, so um sich zu schlagen.
          Wenn es um fachliche landwirtschaftliche Themen geht, haben Sie durchaus gut fundierte Beiträge geliefert, bei denen ich sogar sehr oft Ihnen den Daumen nach oben gegeben habe. Leider wird in letzter Zeit offensichtlich bewusst die Diskussion ins politische gezerrt und russlandfreundliche Ansichten vertreten. Sie machen sich nur lächerlich, angesichts des Verhaltens dieses menschenverachtenden, emphatielosen Gewaltregimes in Vergangenheit und Gegenwart.
          Wenn Blogteilnehmer aus dem Osten Deutschlands das Verhalten Rußlands z.B. im Krieg gegen die Ukraine verteitigen und gleichzeitig die Amerikaner aus Europa vertreiben wollen, so liegt das daran, dass diese Leute schon im Alter von drei/vier Jahren im Kindergarten gehirngewaschen wurden. Es ist bekannt, dass in diesem Alter die Menschen geprägt werden. Da wurden die Russen als unsere Freunde bezeichnet.

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          • Thorens sagt

            …soso.
            Und das am Ostersonntag.

            Demokratie lebt davon, auch die Meinung des Andersdenken zu akzeptieren. Selbst dann, wenn’s schmerzt. In’s Persönliche abzugleiten und den Anderen vor aller Augen (negativ) bewerten zu wollen, ist einer Gemeinschaft nicht zuträglich. In einem anderen Thema aus jüngster Zeit ging es darum, wie segensreich es sein kann, wenn auch mal die Klappe gehalten wird, wenn nichts Wesentliches zur gestellten Situation beigetragen werden kann.

            Da schon das Politische explizit angesprochen wird:
            Stehen wir Wessis denn etwa nicht in Verdacht, Gehirngewaschen zu sein? Halt von der anderen Seite. Sie wissen schon, das ist die, auf die wir uns seit Kurzem auch nicht mehr verlassen können. Sollten wir in dieser Situation nicht vielleicht noch viel kontroverser diskutieren, anstatt willfährig unser letztes Hemd in der Ukraine zu verbrennen? Das ganz fest in der Zuversicht, dass es damit nur besser werden kann. Irgendwann wird die Gesellschaft dabei aber feststellen, dass Moral, völlig gleich welcher Couleur, die Bevölkerung nicht satt macht.
            In Schönheit sterben?
            Wollen wir das?

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