Bauer Willi
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Landwirtschaft und Katastrophenschutz

Katastrophenschutz? Was soll das Thema denn jetzt? Es ist ein Thema, dass leicht verdrängt wird, weil es unangenehm ist und Geld kostet. Wie Katastrophenschutz funktioniert, bzw. nicht funktioniert, konnte man nach dem 15. Juli 2021 an der Ahr und der Erft sehen. Die ersten Helfer, die vor Ort waren, waren die Landwirte mit ihrer Arbeitskraft, ihren Traktoren, ihren Maschinen und ihrer Zeit.

Wenn es um schnelle Hilfe geht, will man zukünftig die Zusammenarbeit mit den Landwirten nutzen. So sagte ein Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes : „Die Landwirte muss man nicht erst holen, die sind schon da.“

https://www.agrarticker.de/nachrichten/detail/leuchttuerme-in-der-katastrophe/

Die Zusammenarbeit wird in einem neuen Projekt mit Namen „LuKaS“ bearbeitet.

https://www.hswt.de/forschung/projekt/2687-lukas

Landwirte können nicht nur Transportaufgaben übernehmen oder mit Frontladern Dinge bewegen, sie verfügen häufig auch über Notstromaggregate, die bei einem Stromausfall (aus welchen Gründen auch immer) schnell einsatzbereit sind.

https://www.hef.tum.de/hef/aktuelles/nachrichten/details/article/zusammenarbeit-fuer-den-katastrophenschutz/

Katastrophenschutz und Landwirtschaft, ein Thema, dass auch einmal in die Öffentlichkeit gehört.

 

 

 

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40 Kommentare

  1. Werner Knödler sagt

    Macht euch keine Sorgen
    wenn eine Kuh in ein Loch fällt
    überwacht sogar die Polizei das
    sie von der Feuerwehr artgerecht
    gerettet wird . KEIN WITZ !

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  2. Ludwig sagt

    Der Katastrophenschutz in Deutschland ist nur bedingt einsatzbereit. Wenn Strom und Gas ausfallen stehen wir relativ nackt da. Ganz schlimm würde es , wenn es nicht regional sondern ganze Bundesländer treffen würde , denn dann reichen die Kapazitäten von „Außen“ nicht aus um den Leuten zu helfen. Immerhin haben die Feuerwehren schon Stromaggregate um die Funkmasten zwecks Kominikation am Leben erhalten. Die Stromaggregate auf den Höfen werden für die eigenen Dinge gebraucht , sodaß nur den Mitbürgern auch auf den Höfen mit Wärme , warmen Essen (selbst mitgebracht) geholfen werden kann. Problem ist da immer die Durchhaltefähigkeit , daß heist wieviel Diesel ist vorhanden und wie lange reicht der ? Ohne die Vorsorge der Bürger mit lebenswichtigen Dingen funktioniert es sowieso nicht. Supermärkte , Tankstellen , Banken , usw. sind dann ja auch zu.
    Deshalb sei jedem Hausbesitzer empfohlen ein Stromaggregat , Naßstaubsauger und Tauchpumpe bei Hochwasser , aber auch genug Diesel oder Benzin im Vorrat zu haben. Aber auch genug Wasser und Lebensmittel für mind. eine Woche. Schlimm sieht es natürlich für Mieter in den Hochhäusern aus , denn dort fallen auch Fäkalien an. Bei anderen Katastrophen wie Hochwasser usw. sind natürlich die Bauern mit ihren Maschinen da, aber auch die müßen sich um ihre Familien und natürlich ihren Betrieb kümmern. Mit jedem geschlossenen Bauernhof fehlt natürlich auch ein Nothelfer und durch Betriebskooperationen auch die Masse der Traktoren. Bei uns im Ort gibt es keinen Traktor mehr , denn die stehen drei Orte weiter im Maschinenzentrum und statt zehn Traktoren sind es heute nur noch zwei. Das sind natürlich die Ergebnisse der Bauernvernichtungspolitik und der Geiz ist Geil -Mentalität. Hat eben alles seine zwei Seiten der Medallie. Da nützt es auch nichts die Freiwilligen Feuerwehren mit immer mehr tollen Fahrzeugen auszurüsten , wenn das schwere Lade- oder Transportgerät nicht mehr vorhanden ist. Auffällig war auch immer bei den Feuerwehreinsätzen , daß sich die gewerblichen Betriebe mit dem Einsatz ihrer Fahrzeuge schön zurück gehalten . Kostet ja auch Geld und unser Gemeinwesen hat sich mit den Entschädigungen , wie auch im Ahrtal ,
    immer schön zurück gehalten. Selbst sind die Stadtverwaltungen kaum in der Lage so etwas zu koordinieren , denn die kümmern sich erst einmal um sich selbst , wie man immer erleben mußte. Da kommt es zu Beginn immer auf Alle vor Ort an und im Nachhinein schweist so etwas eine Dorfgemeinschaft schön zusammen.

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    • Ludwig
      Sehr gut geschrieben, leider wird sich in absehbarer Zeit trotzdem nichts an der derzeitigen Politik ändern. Egal wer in der Regierung ’s Verantwortung ist.

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      • zmp_nachfahre sagt

        Da sitzen ja auch noch Bürokratie und Ämter dazwischen (siehe Hinweis unten auf die „richtige“ Farbe des Nummernschildes bei einem Hilfseinsatz). Wenn man sich den Irrsinn mal in Ruhe durchdenkt: wegen einer Handvoll Euro nicht vollkommen buchstabengetreu verrechneter Steuern oder Abgaben bekommt man wegen einer womöglich sogar lebensrettenden Maßnahme Ärger oder wird schon vorher daran gehindert!
        An der Ahr haben die Behörden, insbesondere deren Leitung, aktiv und passiv versagt: zum einen selbst nichts getan (weder vorher, trotz vieler Warnungen, noch nachher) und darüberhinaus noch Helfer behindert. Vom erbärmlichen Kneifen bei den Entschädigungen ganz zu schweigen. Macht aber nichts, sie haben alle ihr Pöstchen behalten oder ein passendes neues bekommen.

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  3. Frikadellen piet 47 sagt

    moin Essen manchmal nur sehr kleine Dinge die helfen können. wenn hier an der Weser Hochwasser ist gibt es immer Menschen die glauben, dass sie mit dem Auto durch das Wasser fahren können, das geht aber meist schief Punkt dann sind die Landwirte bereit mit dem Traktor durch das Wasser zu fahren und den Menschen zu helfen ihr Auto wieder herauszuziehen und natürlich auch die Personen im Auto. all das machen sie selbstverständlich umsonst. schönen Tag

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  4. Man geht wohl nicht ganz fehl, wenn man annimmt, dass die Landwirte „die schon da sind“ am Ort oder der Nähe der Katastrophe ansässig sind und ihre zweifelsfrei löbliche Hilfe auch Selbsthilfe und Hilfe für sich selbst ist.

    Und in die Öffentlichkeit gehört ganz klar die Arbeit aller Helfer, auch die der Handwerker und Privatleute, die der Profis und der Amateure.

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Moin vom Fjord
      „Und in die Öffentlichkeit gehört ganz klar die Arbeit aller Helfer, auch die der Handwerker und Privatleute, die der Profis und der Amateure.“
      Und die der Frauen.
      Ernstgemeinter Beitrag.
      Grüße
      Nicolai

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    • Reinhard Seevers sagt

      Hab ich mir gleich gedacht, dass die Diskussion in die Richtung läuft, bloß nicht ausschließlich die Landwirte herauszustellen, sondern auch die ANDEREN…..die aber gar nicht ausgeschlossen sind. Da dies ein Landwirtschaftsblog ist, und kein blog für die Anliegen der gesamten Gesellschaft, deshalb finde ich den Hinweis auf -auch „ANDERE“ helfen-, etwas …na, wie sage ich es am Besten…..🤔

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      • Vorhersehbare Reaktionen … dass ein Landwirtschaftsblog zu allen Themen nur die Bauern feiern will, ist auch bloß schäbig und darüber hinaus eher unklug.
        Aber diese Trennlinie von den ach so tollen Bauern zum minderen Rest der Welt ist hier ja eh Programm. Wers nötig hat, der kanns gern toll finden, daß er das hier findet.
        Ändert aber nichts dran, dass Leuten, die nicht aus der Bauernblase kommen (Was hier ja oft genug als Vorwurf ausgestoßen wird, a la „Du bist gar kein Bauer!“) das es eben aufstößt. Wenn man das will, auch ok.

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        • firedragon sagt

          Max,
          kein Bauer „feiert“ sich, wenn er in Notsituationen helfen kann, weil er über Geräte und Traktoren verfügt, die ihn dazu befähigen. Bauunternehmer helfen übrigends auch und all die, die dazu in der Lage sind, wenn große Maschinen benötigt werden.
          „Leute, die nicht aus der Bauernblase kommen“, wie Du das nennst, haben in der Regel eher keine Maschinen, die dementsprechend Kraft aufwenden können – sie helfen trotzdem, mit ihrem Zuspruch und mit einer kleiner Mahlzeit für die Ersthelfer.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Was genau ist ihr Anliegen, meiner Meinung nach, geht es nur, wie man Bauern gegen das Hosenbein pinkeln kann.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Man geht wohl nicht ganz fehl, wenn man annimmt, dass die Landwirte „die schon da sind“ am Ort oder der Nähe der Katastrophe ansässig sind und ihre zweifelsfrei löbliche Hilfe auch Selbsthilfe und Hilfe für sich selbst ist.“

      Inwieweit der Einsatz der Landwirte Hilfe zur Selbsthilfe ist, sollten sie mir mal erklären.
      Der Einsatz im Ahrtal hatte kaum was mit der Landwirtschaft zu tun. Es war spontane Hilfe für andere Menschen und stellten nicht nur ihre Arbeitskraft zur Verfügung, sondern auch massenhaft Tansportanhänger mit den dazugehörigen Treckern, Trecker deren Ps Zahl sonst immer kritisiert wurde.
      Bei uns in der Tagespresse wurde die Feuerwehren, das DRK und das THW in Berichten immer lobend erwähnt, über die Landwirte war nichts zu lesen.

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      • Jetzt stellen wir uns mal janz domm und fragen „auch Selbsthilfe“? Sitzen die Bauern nur auf ihrem Hof und brauchen rundrum nichts? Keine Infrastruktur, gar nichts ? OK, dann ist es eben nicht AUCH Selbsthilfe.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie brachen sich nicht dumm zu stellen, ihr Beitrag spricht eine eindeutige Sprache.

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    • Bauer Willi sagt

      @Max, „Hilfe für sich selbst ist“. Was wäre an der Ahr und der Erft denn passiert, wenn nicht Menschen wie Markus Wipperführt das Heft des Handels in die Hand genommen hätte.

      Ich war mit dem Sohn an der Erft mit Notstromaggregat und Schmutzwasserpumpe. Gerätschaften die viele Landwirte zu ihrem Maschinenpark zählen. Und Frontlader, Kipper, Trecker sowieso.

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    • Limes sagt

      schon Wilhelm Busch wusste Hilfe ist nicht selbstverständlich und kommt manchmal von unerwarteter Seite. Max ist weggelaufen als Hilfe nötig war obwohl er zusammen mit Moritz den Meister Böck in diese missliche Lage gebracht hat.
      Meister Böck wurde letztlich von einem Gänsepaar aus dem Wasser gezogen. Das war ihm wohl am Ende egal Hauptsache gerettet.

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      • Peter sagt

        Nö…richtig überlebt hat er durch Selbsthilfe in der Familie: Hoch ist hier Frau Böck zu preisen!
        Denn ein heißes Bügeleisen,
        Auf den kalten Leib gebracht,
        Hat es wiedergutgemacht.😉

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  5. firedragon sagt

    Red Farmer https://share.google/WHHr7gmyt93wBnc0h

    Hilfeleistung in der Südpfalz, durch Landwirte und Winzer, für die örtlichen Feuerwehren.
    Kann bei Flächenbränden angefordert werden, bzw auch bei Waldbränden.

    Wobei es für uns das Selbstverständlichste der Welt ist, zu helfen.

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  6. Reinhard Seevers sagt

    Eigentlich ist es doch nichts Neues. In allen nationalen Naturereignissen, die ich erinnere, waren Bauern aktiv beteiligt. Wir haben beim Orkan 1972 oder bei der Schneekatastrophe 78/79 immer geholfen, Straßen frei zu räumen oder Autos zu bergen. Ich denke, dass heute wichtiger ist, eine Kommunikations- und Zuständigkeitsebene zu vereinbaren. In Erntezeiten sind die Bereitschaften andere, als im Winter. Und wer eh schon in der FF ist, kann nicht doppelt angefordert werden…..

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Moin
      „Wir haben beim Orkan 1972 oder bei der Schneekatastrophe 78/79 immer geholfen, Straßen frei zu räumen oder Autos zu bergen. “
      Wem sollen sie denn geholfen haben?
      War doch keiner da.
      Es kam ja keiner durch.

      Die Landwirte waren Macher, keine Helfer.
      Um das Wort ‚Helfer‘ zu benutzen, braucht man entweder ein Opfer oder jemanden, der das Sagen hat.
      Grüße
      Nicolai

      • Reinhard Seevers sagt

        Schlaumeier, wir haben z.B. den damaligen US-Soldaten geholfen, ihre am Straßenrand abgestellten Autos zu bergen und die Milchkannen der Nachbarn gemeinsam zur Molkerei zu bringen, oder die Straße zu räumen, damit der Verkehr wieder lief….
        Was sonst ist Helfen in Ihrer Definition? Manchmal zweifle ich an Ihrer Ernsthaftigkeit.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Helfer sind Menschen, die anderen in Notlagen helfen,
        das können Menschen in Hilfsorganisationen, Ersthelfer bei Unfällen, oder auch Bauern mit Motorsägen sein, die von umgestürzten Bäumen, in ihren Autos eingeschlossen sind. Was glauben sie, wie viele Autofahrer von Baumstämmen beim Sturm Lothar im Schwarzwald glücklich waren, wenn die befreit wurden.
        Um es gleich zu sagen, in den roten Autos saßen nicht nur Bauern, auch andere, denen man jedoch vorsichtshalber keine Motorsäge in die Hand drücken konnte. Und die Stämme wurden nicht mit einem Audi zu Seite gelegt, sondern mit Forstschleppern, die Waldbauern und Forstunternehmen gehörten.

        https://www.wetteronline.de/extremwetter/der-weihnachtsorkan-lothar-teuerster-sturm-in-europa-1999-12-26-ol

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    • Christian Bothe sagt

      RS: Genauso war es! Gerade 78/79 war ich im VEG als größter Betrieb in der Region auf Hilfe von Landwirten und der Wismut angewiesen! 420 Kühe konnten nicht gemolken werden bzw. der Milchlaster konnte die Milch nicht abholen! Unsere KAP half mit schwerer Technik und die Wismut mit einem Notstromaggregat über mehrere Tage! Auch aktuelle sind die Landwirte mit Technikunterstuetzung den Feuerwehren behilflich( Feld-und Scheunenbraenden u .a.)und so muss es auch sein!

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  7. Ex-Baumschuler sagt

    Übrigens ist es nicht erlaubt, mit einem „grünen Kennzeichen“ (steuerbegünstigt) private Fahrten (auch zur Katastrophenhilfe) zu unternehmen. Dafür ist ein schwarzes Nummernschild vorgeschrieben. Zuwiderhandlungen können ordnungsrechtliche Folgen haben.

    THW- und Feuerwehrfahrzeuge sind weitere Fälle mit grünem Kennzeichen, aber sie dürfen nicht in der Landwirtschaft zweckentfremdet werden.

  8. Markus Wipperfürth sagt

    Ich habe vorgestern mit jemandem gesprochen, der sich tief mit dem Thema befasst. Es ist erschreckend, was sich seit der Flut alles nicht getan hat, wenn man von einem ähnlichen Ereignis oder dem Kriegsfall ausgeht. Es werden ernsthaft „Reiter“ als Übermittler von Informationen mit in Betracht gezogen. Ich würde dir gerne den Kontakt geben Willi!

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    • Eifelbauer sagt

      Das ist doch mal ne Ansage : Dann sind wir ja wieder im Zeitalter der „berittenen Boten“ angekommen !
      Vielleicht kommen auch Rauchsignale und Brieftauben nochmal in Mode.😉

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