17 Kommentare

  1. Heinrich Steggemann sagt

    Für mich würde die ganze Aktion bei 60€ pro to CO2 interessant. Bezahlt durch die Nutzer fossiler Energieträger und nicht durch zurückgehaltenes Milchgeld. Ich müsste allerdings auch sämtliche Probenkosten etc. übernehmen, was in diesem Beispiel ja die Molkerei übernimmt. 60 € pro to CO2 sind ca. ein Cent pro gefahrenem Autokilometer. Wissenschaft in Europa sollte sich ergänzend zu den Dauerhumusversuchen ohne Zwischenfruchtanbau auch mit dem Liquid Carbon Pathway nach Christine Jones beschäftigen mit ganzjährig lebenden Wurzeln im Boden.

    • Heinrich Steggemann sagt

      Wird innerhalb von 15 Jahren ein Prozent zusätzlicher Humus pro ha in den oberen 25 cm nach dem Liquid Carbon Pathway aufgebaut, ergibt das ca. 4 to CO2 Speicherung pro Jahr. 4 to mal 60 € sind 240€ proJahr und Hektar minus Kosten für umfangreichere Bodenanalysen und Mehrkosten für vielfältige Zwischenfruchtmischungen, Untersaaten und Güllezusätze. Mit den 4 to CO2 werden auch ca. 100kg Stickstoff pro ha mit verbaut. Wo sollen die herkommen, wenn man auch die gespeicherten Mengen durch Leguminosen sauber bilanziert und nur mit der Abfuhr von Erntegütern verrechnen darf? Oder fällt dabei ein Grossteil des Leguminosenstickstoffs politisch gewollt unter den Tisch?

  2. Friedrich sagt

    Aha zehn Euro je Tonne CO2. Eine Kuh frist für einen Hektar so ca. Auf einem Hektar werden so ca. bei ordentlicher Bewirtschaftung 200 – 300 kg CO2 im Jahr gebunden. Rechnen wir einfach mit 250 kg/ha/Jahr und das bei zehn Euro je Tonne. Eine Tonne sind 1000 kg. Also 2,50 Euro/ha/Kuh/Jahr. Welch eine Leistung. Schöne Verdummung der Mitmenschen und die glauben das auch noch , weil man ja die Welt retten will. Auf dieser Basis treten “Greta und die NGOs” an und kassieren dafür , daß sie verdummt werden und zahlen auch noch Spenden.

    • Inga sagt

      Der
      Provitamin Gehalt ist auch an das Stickstoffvorkommen im Boden, also Verfügbarkeit z.B. Karotte gebunden. Der ist wohl da mehr gegeben, wo künstlich nachgeholfen wird und das eben nicht im Bioanbau!

  3. Thomas Apfel sagt

    Die Molkerei Scheiz in Andechs ist eine private Bio-Molkerei (die größte Europa´s – so der Werbetext). Bis 2008 wurdr auch konventionelle Milch verarbeitet, sei 2009 nur noch Bio-Milch.
    Für mich stellen sich 2 Fragen:
    Erstens, wie kann eine Molkerei großzügig CO2 Bindungsprämien an die Bauern bezahlen. Dieses Geld ist in der Verarbeitungsstufe hängengebliebenes Geld, was genausogut auf den Erzeugerpreis aufgeschlagen werden könnte. Bei einer Genossenschaftsmolkerei würde sich definitiv die Frage stellen, was ist das für Geld, das ihr da zurückgehalten habt und mit welchem Recht verfügt ihr darüber. Nun ist die Molkerei Scheitz keine Genossenschaft sondern im Familienbesitz und kann deshalb tun was sie will. Möglicherweise sind die Milchpreise trotzdem top. Als Modell für die gesamte Landwirtschaft taugt das nur, wenn externes Geld z.B. aus der CO2 Steuer ins System fließt.
    Zweitens ist die Messung des Humusgehaltes und vor allem eine reale Quantifizierung derzeit (über C.org) nur sehr ungenau möglich. Das bisherige System der Bodenbeprobung an den immer gleichen Stellen muß über die Bodentiefen 0 -30 und 31 – 60 beibehalten werden. Die Ergebnisse aus den Untersuchungen aus der Vergangenheit sind vorsichtig formuliert sehr widersprüchlich und eihgentlich nicht zu gebrauchen. Die maximal mögliche reale Steigerung des Kohlenstoffgehaltes innerhalb landwirtschaftlicher Produktionssysteme liegt bei 400 -500 kg p.a.. Wie will man das bepreisen ?
    Da bei dem Projekt der Andechser der Lehrstuhl für ökologischen Landbau und der BUND sowie die Sielmann Stiftung unterstützen, halte ich das Ganze für eine pro Bio-Marketingmaßnahme, die so nicht zu verallgemeinern ist.

  4. Als Milchlieferant an die Andechser Molkerei bin ich gestern im Rundschreiben der Molkerei auf die Aktion “Klimabauer” aufmerksam geworden. Daraufhin habe ich mich genauer informiert und an der Molkerei angerufen und mich auf die Warteliste setzen lassen. Bisher nehmen 60 Milchlieferanten daran teil.
    Die Molkerei nimmt für die Aktion viel Geld in die Hand. Beauftragt Pfüfinstitute, lässt in ihrem Auftrag Bodenproben ziehen, nimmt den Ist- Zustand auf, und verfolgt die Verbesserungen bzw. die CO2 Bindung durch den Humusaufbau.
    Die Andechser Molkerei hat eine starke Marketing Abteilung. Sie investiert allgemein sehr viel Geld in diesem Bereich. Geld, das uns Milchlieferanten dann fehlt, denn bekanntlich bekommen wir das, was am Ende übrig bleibt. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Ausgaben für den Klimabauern durch erfolgreiche Marketingeffekte wieder eingespielt werden können.
    Festzuhalten bleibt: Die Landwirtschaft muss sich dem Druck der Konsumenten beugen und sich ökologisieren. Daran führt kein Weg vorbei. Die Düngeverordnung und das Volksbegehren “Rettet die Bienen” gängeln uns in diese Richtung.
    Für mich ist die Teilnahme am Klimabauern ein Versuch, bei dem wenig schief gehen kann.
    Generell bin ich der Meinung, wir Land- und Forstwirte sollten die Chance nutzen JETZT aufzustehen und kundzutun: WIR sind die, die CO2 binden können!
    Die Co2 Bindung läuft nicht von selbst. Das erfordert einen Aufwand, und der muss bezahlt werden! Wenn wir für unsere Produkte zum Teil nur soviel erhalten, dass es reicht den Betrieb am Leben zu halten, dann muss künftig halt ein Teil des Einkommens über Klimaschutzmaßnahmen erwirtschaftet werden.

  5. Ludwig sagt

    Toller Marketinggag
    Gerade unter Grünland ist doch der Humusgehalt kaum zu toppen. Wer bisher schon Bodenschonend gearbeitet hat wird den Humusgehalt kaum übe3r das Optimum anheben können.
    Es gibt so viele Ackerbauliche, rechtliche und politische Vorgaben, die kaum unter einen Hut zu bringen sind. Die vielen Glücksritter in dem Bereich verdienen gut daran und dem Bauer bleibt ein Almosen und das RISIKO.
    Denn wer garantiert nach 10 Jahren einen Humusaufbau? Was, wenn man das nicht schafft? Muss man dann den Bonus zurückzahlen und evtl. noch Entschädigung an die Emittenten zahlen, denen man doch eine CO2 Sequestrierung zusagt hat?

    Mein Resume:
    Finger von lassen und Humus für sich selbst und seinen Boden aufbauen.

    • Brötchen sagt

      Ja du Mark erkennst das! Ich werde diese Produkte meiden, früher hatte das für mich einen ominösen guten Namen. Weiss jetzt auch nicht warum, jetzt bekommt der betrug einen Namen.

  6. Paul sagt

    Die können das doch bei der (kommenden) CO2-Steuer wieder einsparen…

    Frage mich wer das prüft und diese Prüfungskosten übernimmt.

    Es gibt schon Modelle zum Humusaufbau. €30-40 pro Tonne mehr Humus im Boden. Die Prüfungskosten übernimmt der Bauer, die €30 decken vermutlich nur den Aufwand. Aber der Bauer hat am Ende ja was davon.

      • Brötchen sagt

        Mir fällt ein, die werden über ein Projekt Xtra dafür Geld bekommen, deshalb der ganze ZAUBER.

  7. Brötchen sagt

    Mein erster Gedanke, haben die zuviel Geld?
    Könnte man doch auch vom Berg runterwerfen!

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