51 Kommentare

  1. Inga sagt

    Natürlich will keiner Schuld sein.

    Ist es ethisch richtig, dass der Milchpreis niedrig ist, sodass die Bauernfamlie kaum leben kann und Arbeit fast rund um die Uhr hat? Dazu noch die Verantwortung für Natur und Umwelt!

    Natürlich muß die ihren Betrieb vergrößern, damit ihre Kinder auch Markenklamotten kaufen können, oder gönnt man das hier zu lande den Bauernkindern nicht?

    Und ein Angestelltenehepaar, die doppelt so gut verdienen, aber nur jeder 8 Stunden am Tag arbeitet dann die Nutznießer von Aldis Milch ist? Und seine restlichen 16 Stunden Freizeit gestalten muß?

    Ist das wirklich in unserem ach so hochzivilisierter Gesellschaft in Ordnung?

    Und wenn die Familien ihre Existenzgrundlage verlieren, dann treibt man unsere Nutztierhaltung immer mehr in die Massentierhaltung. Wollen wir das?
    Was sind wir für eine Gesellschaft?

    Und wenn die milchverarbeitende Industrie und auch der Handel nicht weiß, dass Milch ein Naturstoff ist, der eine anspruchsvollerer Verarbeitung braucht, weil ganz andere Richtlinien, und ein Lebensmittel aus der Natur ist, das man mit billigen Industrieramsch nicht vergleichen kann, dann ist das Respektlosigkeit vor Gottes Natur.
    Das Lebensmittel aus der Natur muß volkswirtschaftlich anders behandelt werden.

    Dann müßten die Herrschaften und auch Politiker nochmal in die Schule gehen!

    Und dann kommen wir mit kleineren Kuhherden aus, die jeden Tag im Sommer auf die Weide können und dadurch eventuell etwas mehr Vit. A und andere wichtigen Stoffe, wie z.B. Omega-3-Fettsäuren in der Milch haben.

    Wollen wir uns das nicht leisten?

    Wollen wir doch lieber Masse statt Klasse???

  2. Friedrich sagt

    Wer ist Schuld ? Ein Versuch.Vor fast zwei Jahren begannen die Rußlandsanktionen, aber
    keiner unserer Politiker hat vor Absatzproblemen gewarnt, oder ?Dann ging die Milchquote
    und viele , die darauf gewartet hatten und neue, größere Ställe gebaut haben , wollten
    durchstarten.! Damit kam mehr Milch auf den Markt , da die Preise auch gut waren.
    Gleichzeitig wurde aber wegen der guten Milchpreise auch weltweit mehr Milch produziert
    und das Problem ist da. Jetzt wird die Milch verschleudert, aber die Margen von den LEHs
    steigen in solchen Phasen.Die Phase der geringeren Milchproduktion (Bestandsabstockung)
    läuft jetzt mit vielen Härten für die Produzenten.Im nächsten Jahr wird wieder zu wenig
    Milch auf dem Markt sein und die Preise gehen hoch , oder ? Letztlich ist durch die
    Rußlandsanktionen und die Aufhebung der Milchquote diese Miesere gekommen. Wie
    ich schon immer gesagt habe , ist das Politikrisiko unser größtes Problem !

  3. Schweinebauer Piet sagt

    Der Markt hat zum großen Teil Schuld, es ist zu viel Milch da. Das gleiche Spiel beim Schweinefleisch und Getreide. Wie man das am besten regelt? ???

    • Josef sagt

      Wie man das am besten regelt ? Angebot und Nachfrage regeln den Preis ! Kein anderer Hersteller ist so blöd, Übermengen von Ware auf den Markt zu werfen und sich dann über Schleuderpreise zu beklagen. Vielleicht begreift das auch der Bauernverband und der Bundeslandwirtschaftsminister.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Mein lieber Josef,
        so einfach wie sie das darstellen, ist die Produktion von Lebensmittel nicht.

    • christian sagt

      hallo Piet,
      meiner Meinung nach gibt es mehrere (un)schuldige. Es ist die Summe des Marktes.
      1) Es werden Produktionskapazitäten aufgebaut, nur auf Europa bezogen und teilweise mit fetten Förderungen (dzt. werden bei der Gemüseproduktion riesige neue (gut gefördert)Glashäuser in Osteuropa aufgestellt, obwohl es schon eher zu viel gibt als zu wenig.)
      2) Der Regulator will ja Überschuss, dann hat das Volk billiges Essen (Brot und Spiele) – auf der anderen Seite schraubt er die Standards höher (ist ja grundsätzlich gut) und fördert auf gut will die Produzenten.
      3) Der LEH ist sehr konzentriert (in Ö 1+2=70% und 1+2+3 = >90%) und will sich mit irgendwelchen Zusatzauflagen (teilweise nur Marketinggag; die nur Anfangs ja bezahlt werden) vom Mitbewerb abheben.
      4) Der Verbraucher will 1min vor Ladenschluss noch volle Auswahl haben (Gemüse, Gebäck etc. – da wird dann viel weggeworfen und muss ja auch eingepreist werden). Der Verbraucher wurde vom LEH so erzogen, damit er nur mehr markellose, gleichmäßig schattierte und geformte Äpfel, Gurken etc. kauft. Da greift er eben zum optisch perfekten Produkt, welches nicht teurer ist. Und natürlich muss es billig sein, obwohl, wenn ich ein Jahr lang die teuerste Milch kaufe, wahrscheinlich einmal weniger zum Essen gehe im Jahr gehe.

      • Schweinebauer Piet sagt

        Nicht den Markt regeln, sondern die Situation. Den Markt kann man nur versuchen so gut wie möglich zu verstehen, das ist dann nicht immer leicht, wenn Leute von der DLG -Mitteilung schreiben, man müsse sich langfristig auf Getreidepreise über 20 Euro einstellen. Was Herr Bickert wohl jetzt denkt?

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