Bauer Willi
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Kartoffeln in Zuckerrüben

Wenn man Kartoffeln in der Fruchtfolge hat, kommt es vor, dass bei fehlendem Bodenfrost im nächsten Jahr die verbliebenen kleinen Kartoffeln wieder keimen. In Zuckerrüben stört das besonders und es gibt bisher nur die Möglichkeit, mechanisch dagegen anzugehen.

Im Video eine kamerageführte Hackmaschine, die eine hohe Fahrgeschwindigkeit bei minimalen Schäden an der Kultur ermöglicht. Aufnahme vom 19.5.2020. Wie man sieht, staubt es ganz ordentlich. Zur Situation auf dem Acker kommt in den nächsten Tagen noch ein aktueller Bericht.

Ich mache solche Videos, seitdem ich erfahren habe, dass Lehrer meine Videos im Unterricht benutzen.

 

 

 

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31 Kommentare

  1. Karl Timme sagt

    Auch bei uns bisher keinerlei Entspannung, Immer nur ein leichtes anfeuchten aber keine ergiebigen Niederschläge, leider.

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  2. Friedrich sagt

    Gut , daß ich keinen Kartoffelanbau habe , denn bei Mulchsaat mit viel organischer Masse auf dem Rübenfeld würde bei mir die Hackmaschine nach zehn Metern mit Ölrettich- und Senfstengeln vollgefahren sein. Meine Bionachbarn wissen schon , warum sie immer schön Pflügen !

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  3. Ein Privatier sagt

    Mittelfristig werden derartige Geräte wohl die rumänischen Sklaven aus den Klauen der Spargel- und Erdbeerplantagenbesitzer befreien.

    Wer hier Ironie findet, darf sie behalten!

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  4. Moin,

    auf die Schnelle bei topagrar (Artikel von 2016) gefunden:

    Durchwuchskartoffeln im Blick

    Sollte der Winter eher mild bleiben, steigt die Gefahr von Durchwuchskartoffeln. Tankmischungen aus 300 bis 400 g/ha Ethosat + 80 g/ha Lontrel 720 + 30 g/ha Debut (mehrmalig) unterdrücken den Durchwuchs zwar, beseitigen ihn aber nicht sicher. Zudem hängt die Wirkung stark von Witterung, Größe und Sorte der Kartoffeln ab. In der Regel sind die Rüben nach der Behandlung aber in der Lage, die Kartoffelpflanzen zu überwachsen.

    Wirksamer bekämpfen lassen sich Durchwuchskartoffeln durch mehrmaliges Hacken. Alternativ ist auch der Glyphosat-Einsatz im Dochtstreichverfahren (33 % Glyphosat) möglich. Die Anwendung muss dann aber vor dem Knollenansatz erfolgen. Generell sollten Rüben wegen ihrer schwachen Konkurrenzkraft niemals nach Kartoffeln stehen.

    …………………

    Anmerkung: Agrarchemie wirkt immer praktisch, jedoch scheint es im Kern einfach eine andere Fruchtfolge zu brauchen. oder halt eine Standardisierung von mechanischen Verfahren als Teil der Anbaustrategie.

    Es zeigt jedoch vor allem: Wenn mit dem Klimawandel längere Dürrezeiten im Frühjahr bzw. Frühsommer jetzt zum Standard werden und Winter mild bleiben, braucht es ganz andere Strategien. Das stellt die Landwirtschaft in toto vor ganz neue Herausforderungen.

    So mag Mechanik zwar helfen, doch mehr Oberflächenstruktur und Erosion zwingen zu was anderem.

    Vorstellbar:
    Fruchtfolgen neu abstimmen. Eventuell in manchen Fruchtfolgen auch über Untersaaten nachdenken bzw. Milpa-Anbau oder ähnliches. So daß eine Vegetationsphase in sich durch mehrere Früchte (z.B. Bohnen, Mais, Kürbis oder Raps mit drei Untersaaten bis hin zu Klee) schon den Boden aufwertet und Erosionsverlusten vorbeugt. Beispiel Raps konkret:
    1. Untersaat: Wächst schneller, Raps muß nicht chemisch eingekürzt werden (Arbeitsschritt gespart), 2. Untersaat attraktiver für Schädlinge (Pflanzenschutzmittel gespart), 3. Untersaat Klee (deckt die Fläche, um unerwünschte Pflanzen fernzuhalten). Die Kosteneinsparungen im Pflanzenschutzmanagement gehen einher mit ökologischen Vorteilen. Auf die Schnelle hier ein erster Artikel:
    https://www.agrarheute.com/pflanze/raps/raps-300-kiloha-mehrertrag-wicken-klee-451009

    (Landwirt hier vor Ort hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht und testet es gerade auf Wiederholbarkeit. Da mußte sogar ein Anhänger mehr als erwartet zum Feld gebracht werden wegen der hohen Erträge. Die Jungs von Agrarvis hatten ihn laut Aussage vorher noch belächelt, als er sagte, daß er das Experiment wagen wollte.)

    Bei mechanischem Einsatz in Trockenzeiten den erosionsbedingten Humusverlust aktiv ausgleichen durch Einbringung von kohlebasiertem Stickstoffdünger / Holzkohlekompost / Stahlmist etc. (hoher Anteil Kohlenstoff; Idealverhältnis 10 Teile Kohlenstoff : 1 Teil Stickstoff). Konservierende Bodenbearbeitung allein reicht nicht, Kohlenstoff muß stärker Teil der Düngestrategie sein, besonders bei zunehmender trockenheitsbedingter Erosion. Nachteil Gesetzgebung: Tierhalter wollen unter 4% Humus bleiben wegen Abstrichen bei Nitratausbringung. Deren Böden werden als Erste ausgelaugt sein, wo Ackerbauern noch Spielraum haben. Das kann nochmal zu einem Konflikt zwischen Tierhaltern und Ackerbauern führen, was Pachtland etc. angeht beispielsweise; die einen wollen die Gülle loswerden, die anderen die Böden aufbauen (wie gesagt mehr Stroh rein in die Gülle, Kohlenstoffanteile erhöhen, das könnte schon was kompensieren, nur die Ausbringung wird dann etwas aufwendiger, marktwirtschaftliche Fragen).

    Entwicklung kombinierter Verfahren (mechanische Bodenbearbeitung in Kombi mit Aussaat oder ähnliches), um die Kosten trotz erforderlicher Bearbeitung zu reduzieren (ein Arbeitsgang sozusagen). Aber das Gerät muß man sich dann auch erstmal leisten können. Auch wieder eine finanzielle Frage. Ich meine mich zu erinnern, daß jemand Dir in einer andere Situation auch mal eine Messerwalze empfohlen hatte, worauf Du erwidert hattest, daß man diese erstmal haben müßte.

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    • Stadtmensch sagt

      „oder halt eine Standardisierung von mechanischen Verfahren als Teil der Anbaustrategie.“

      Bearbeitungsverfahren sind immer an Boden, Gelände, Witterung, Auflagen angepasst. Das ist ja eben das Praktikerwissen. Sowas lässt sich allenfalls in ein Beratungssystem einbauen. Dazu müssen aber möglichst viele Parameter zeitnah erfasst und vor jedem Lauf eingegeben werden. Teilweise gibts wohl schon Handy-Äpps, die Düngerbedarf aus einem Foto lesen können. Da geht noch einiges…

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    • Bauer Willi sagt

      Ich finde es immer wieder sehr aufschlußreich, mit angelesenem Wissen eine Diskussion bestreiten zu wollen. Humusaufbau, Wasserspeicherkapazität erhöhen, überlegen, was man wann macht und was man nicht macht, das ist unser Alltag.

      Dieses Jahr haben wir wieder erfahren, welche Fehler wir noch nicht gemacht haben. Ich bin 65, mein Kompagnon 71.

      Aber egal, wenn der Green Deal so kommt, ist sowieso Schluß.

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  5. Harald Müller sagt

    Die armen Lerchenbabies 🙁

    (Gilt natürlich auch für andere Bodenbrüter)

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      • Bauer Fritz sagt

        Die nehme an, daß die Erfinder davon ausgehen, daß sich die Wölfe angesichts dieses Robodogs totlachen. Womit ja eigentlich auch der Zweck erfüllt wäre ….. 🙂

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    • Karl Timme sagt

      Nettes Spielzeug. Der Zweck oder Nutzen erschließt sich mir noch nicht. Für eine Wolfsabwehr zu langsam. Als Herdenhund auch nicht zu gebrauchen. Eine Vorrichtung zum anbringen von Werkzeug konnte ich auch nicht entdecken, sonst könnte mann das gute Stück ja zum Rübenhacken schicken.

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      • Stadtmensch sagt

        Dafür kann das Teil gut lasziv auf der Wiese rumräkeln. Wo die Damen und Herren Entwickler wohl die Inspiration hergenommen haben? Als Wolf wäre ich sofort wech

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      • Ostbauer sagt

        Vielleicht ist es ja ein Spritzroboter mit innenliegenden Tank. Hat er eine Unkrautpflanze erkannt, hebt er das Bein.

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        • Karl Timme sagt

          Jep! Ist das die Digitalisierung von der Frau Klöckner sprach, die die Einschränkungen die wir erfahren und noch weiter (farm to fork) erfahren werden aus gleichen soll?

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        • Inga sagt

          So eine Maschine gibt es in groß
          die ist mehrreihig, aber sie arbetet mechanisch, die braucht keine Chemie.

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        • Inga sagt

          Der Roboter erkennt die Unkrautpflanze und besprüht sie individuell, ja dazu braucht er einen Tank, aber einen kleineren!

          So kommt viel weniger von der Spritzbrühe auf den Acker!

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    • Obstbäuerin sagt

      Die Schafe wirken sehr irritiert, Bauer Fritz. Hoffentlich gibt das keine psychischen Schäden.

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  6. Bauer Willi sagt

    Frage von Facebook: wie funktioniert die Selbststeuerung? Stimmt, habe ich nicht erklärt. Filterblase Landwirtschaft…

    Also: Die Hacke ist hinten am Trecker angehängt. Normalerweise würde die Hacke mit jedem Schlenker, den der Fahrer macht, mitgehen und die Rüben „killen“. Jetzt ist sie aber so angehängt, dass sie in einem gewissen Maß nach beiden Seiten aussteuern kann. Die Kamera auf der Hacke (ist das viereckige Ding über der Hacke) sieht die Rübenreihe und gleicht die unregelmäßigen Lenkausschläge mit einem Hydraulikzylinder aus. Das muss natürlich ratz-fatz gehen, der die Kamera schaut nur einen knappen Meter voraus.

    Wenn noch Fragen sind, gerne stellen.

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    • Inga sagt

      also das mußten früher die Frauen machen,

      die wurden hinten auf die Maschine gesetzt und mußten in den die Reihen lenken, weil sie wahrscheinlich sensibler waren (Scherz).

      Die Männer konnten ja den Traktor durch die Reihen lenken, die werden schon nicht so einen großen Schlenker machen, dass die Maschine so weit ausschlug, dass die die Rüben in den Reihen entwurzelten. Bein Ernten machten sie das j auch nicht! 😉

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      • Altbauer Jochen sagt

        Ich hab auch hinten auf dem Hackgerät gesessen
        und gelenkt.
        Wenn der Kiebitz „Rabatz“ machte wusste man
        was kommt und hat die Maschine vor dem Nest ausgehoben.
        Kann die Kamera auch die Nester erkennen?

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  7. Gurkenhobel sagt

    Und die Rüben lieben das Hacken, da geben die noch mal richtig Gas. Aber es dürfte gerne endlich mal wieder etwas regnen, bei dir auch, wie ich sehe… Der Trecker war aber nicht ganz dein Geschmack, oder? ;o))

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    • bauerhans sagt

      wenn dann aber ein gewitterschauer niedergeht und der gelockerte boden in den graben oder auf die strasse gespült wird und kamille sich explosionsartig ausbreitet…………..

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      • Stadtmensch sagt

        Auf Agrowissen.de berichten einige Praktiker, dass das Aufkratzen der obersten Bodenschicht die Austrocknung des Bodens wohl eher befördert als unterbindet (tonhaltiger Boden). Die Kapillarität bleibt doch prinzipiell dabei unverändert?

        Aber ja, wie will man die unerwünschten Kartoffeln sonst „regulieren“? Gezielt, ebenfalls mit Bildverarbeitung? Fruchtfolge?

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        • bauerhans sagt

          mit einem „spritzmittelcocktail“ rafft man die kartoffel auch hin.

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        • Inga sagt

          ich dachte die Kapillarität wird zerstört und so das Austrocknen von der darunter liegenden Schicht verhindert, oder?

          Mur, wie ist es mit den Kartoffeln, die zu dicht bei einer Rübe steht?

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    • Bauer Willi sagt

      Von Mitte März bis heute 20 mm. In zwei Monaten. 😒. Ich mache mir Sorgen…

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      • sonnenblume sagt

        Der Februar hat ja einiges an Regen gebracht. Danach bekamen wir dann nochmals 10 mm. Einige extrem sonnige und windige Tage im April, sowie die allgemeine Wetterlage in März, April und Mai, haben uns praktisch mindestens auf Mitte Februar zurück geworfen. Die Regenfronten, die in den letzten Wochen und Tagen durchgezogen sind brachten nur Bewölkung, aber keinen Niederschlag. Das dritte Dürrejahr ist wohl unausweichlich.

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