Bauer Willi
Kommentare 61

Hart aber fair…

Sarah Dhem ist Metzgersfrau und vermarktet unter anderem auch Schweine aus dem Aktivstall von Gabi Mörixmann. Zwei Frauen also, die sich auf den Weg gemacht haben, mehr Tierwohl in die Praxis umzusetzen. Doch von den vielen Anstrengungen kommt in den Medien nicht viel an. Hier wird weiter munter das bisherige Klischee bedient. Und das regt Sarah auf. Hier ihr Brief an die Medien:

Liebe Panorama-Redaktion, liebe stern TV-Redaktion, liebes hart aber fair, ZDF, ARD, NDR.de und wie ihr alle so versammelt seid. Ich bin ein Befürworter der heutigen Medien und ich weiß es sehr zu schätzen, wenn bei allen Geschehnissen Menschen hinter Fassaden schauen. Wenn dabei allerdings Gesetze gebrochen werden, um an medienwirksame Bilder zu kommen, dabei ein ganzer Branchenzweig in Verruf kommt durch Organisationen, denen es nicht um Recht, sondern um Geld geht, dann finde ich das rein gar nicht mehr schätzenswert. Wo bleibt die objektive Berichterstattung über einen der größten Wirtschaftszweige Deutschlands? Wo bleibt das Interesse an den Landwirten, Schlachtern und Verarbeitern – den Menschen, die nach Recht und Gesetz arbeiten – vielleicht sogar darüber hinaus gehen? Dass das RTL und SAT.1 nicht interessiert – okay. Schwamm drüber. Aber die öffentlich-rechtlichen Sender, was ist mit euch?

Wir – Schulte – Lastruper Wurstwaren und Kalieber – laden euch herzlich ein, hinter die Kulissen zu schauen. Wir zeigen euch gerne, wie man Wurst macht. Wir fahren mit euch zu den Landwirten, mit denen wir gemeinsam versuchen, eine tierwohlgerechte und moderne Landwirtschaft so zu leben, dass unsere Familien und Mitarbeiter davon leben können, unsere Unternehmen zukunftsfähig sind. Wir gehen auch gerne nachts mit euch in die Ställe und zeigen auf, wie anders diese Bilder dann wirken können. Wir zeigen euch die Probleme in der Tierhaltung, die Grenzen der Vermarktung von Tierwohlfleisch und -wurst, wir diskutieren gerne offen. Aber wir haben eine Bitte: Schert nicht alle über einen Kamm! Macht nicht die guten Ansätze kaputt, für die wir mit viel Herzblut arbeiten und an die wir glauben. Berichtet einfach mal objektiv.

Danke.

Sarah Dhem

Meiner Meinung nach kann es nur so gehen. Die Landwirte und die Verarbeiter von landwirtschaftlichen Produkten sollten aktiv auf die Medien zugehen. Oder was meint ihr? Alles sinnlos, hat alles keinen Zweck? Dann dürfen wir uns auch nicht wundern, meint

Euer Bauer Willi

 

 

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61 Kommentare

  1. Andreas sagt

    Ich verstehe nicht, warum man sich nur über die TV Sender ärgert. Der DLV hat unter Leitung des Detlef Steinert einen 1000€ dotierten Preis nicht(!) an Gabi und Sahra verliehen.
    Warum nicht?????????
    Es steckt ein Schweinesystem dahinter das kleine Landwirtschaft platt machen will.
    NDR Panorama hat genau die richtigen im Visier:

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  2. Das Problem beginnt mit den unklaten Fragestellungen und verschiedenen Zielsetzungen. Die im Artikel genannten Medien brauchen Geschichten, die emotional berühren, um Quote zu generieren. Das geht durch Idylle oder Skandal, mit Pauschalisierung und Vorurteilen.
    Die Wahrheit wird geopfert.
    Bei allem Wunsch, unsere eigene Wahrheit kundzutun, versäumen wir oft, dass der Verbraucher seine eigene Wahrheit sucht und finden will. Wenn wir darauf in der Begegnung keine Rücksicht nehmen, dann wecken wir nur weitere Missverständnisse und Unwahrheiten.

    Für alle diejenigen, die Medienvertreter auf den Hof einladen, empfehle ich wirklich vorher zu hinterfragen, welche Ziele verfolgt werden sollen und welches persönliches Ziel der Mensch/Medienvertreter hat. Dann kann man entlang dieser Fragestellungen wirkliche Erkenntnisse gewinnen.

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  3. B.Lauck sagt

    Wachsen oder Weichen , war immer das Motto in der Landwirtschaft. So sind immer größere Ställe gebaut worden. Kostengünstige Produktion um jeden Preis. Geht billiger und noch etwas billiger. Aldi und Lidl freuen sich, letztendlich auch den Verbraucher. Egal ob es um die Milch, Eier und das Fleisch geht. Da gibt es noch die Biobauern, die was für das Tierwohl tun. Auch keine Massentierhaltung betreiben können. Aber den Stundenlohn möchte ich gar nicht wissen.

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  4. Stadtmensch sagt

    Ich radel auch jeden Meter und kaufe Milch Käse und Wurst fast nur aufm Markt direkt beim Erzeuger. Ob ich damit letztendlich mehr Schaden als Nutzen anrichte, kann ich schlecht beurteilen. Auf jeden Fall bekommen Aldi und Schwarz diesbezüglich möglichst wenig von mir für ihre Stiftungen.
    Das Geld, was die NGO eintreiben ist meiner Meinung nach gut investiert (sonst gäbe es gar keine Diskussion – was vielen natürlich recht wäre)
    http://www.foodwatch.org/de/informieren/tierhaltung/aktuelle-nachrichten/jedes-vierte-tierprodukt-stammt-von-einem-kranken-tier/
    Mich würde mal interessieren, ob schon jemand von euch das Buch „Schweinesystem“ von Anton Hofreiter gelesen hat und ob da „nur Lügen“ drinstehen.

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    • bauerhans sagt

      kranke tiere werden an den schlachthöfen nicht angenommen.
      milch von kranken kühen fällt sofort durch höhere zellgehalte auf(tankwagenprobe)
      hühner mit knochenbrüchen legen keine eier.

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    • Hans Coenen sagt

      Das Buch spicht für den Autor, was weiter nicht schlimm ist, und nicht für die Problemlösung.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Stadtmensch
      Überraschung! Ja, ich habe es gelesen. Das Buch heißt aber „Fleischfabrik Deutschland“. Und er erwähnt sogar auf Seite 133 „den in Talkshows präsenten vermeintlichen Bauer Willi“… (Ich war aber nur in einer Talkshow).
      Nein, das stehen keine „Lügen“ drin, weil es auf vielen Seiten lediglich beschreibt. Und keine Lösungen anbietet. Und ab Seite 135 auch einfach abschreibt. Aus dem Buch „SAUEREI!“ eines gewissen Bauern Willi. Hier ein paar Passagen von Herrn Hofreiter:

      „Ja, Verbraucherinnen und Verbraucher sind zentrale Akteure für Veränderungen. Nachhaltiger Konsum ist ein zentraler Hebel. Die Agrarwende funktioniert nur, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher sie mitmachen.“ Und dann geht er auch auf die Macht des LEH ein. Diese Passagen finde ich richtig. Oder auch: „Lebensmittel haben einen Wert, der nicht beliebig nach unten geschraubt werden kann“. Das kann doch jeder Bauer vorbehaltlos unterschreiben.
      Bauer Willi

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      • Stadtmensch sagt

        Ja, die „SAUEREI“ werde ich auch noch lesen 😉 versprochen. Momentan hänge ich aber noch am „Food Crash“. Es ist alles ein Jammer…

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    • Stadtmensch sagt

      Kleiner Lapsus:
      Nicht Hofreiter sondern Matthias Wolfschmidt hat’s geschrieben. Angeblich mit Lösungsvorschlägen.
      Das Buch von Hofreiter heißt „Fleischfabrik Deutschland“.

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    • Walter Parthon sagt

      @ Stadtmensch ist gerade aus einer weiteren Gruppe rausgeflogen

      Es ist echt traurig das einer wie Andreas fendt immer und immer wieder alle Beiträge besudelt…. jeder hier weiß das er seiner Ansicht nach das non plus ultra ist und alle anderen ja die bösen bösen dummen Bauern sind….. es nervt nur noch….. schade das man hier keine Diskussion führen kann ohne von Leuten die keine Ahnung haben belehrt zu werden…..

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      • Stadtmensch sagt

        @Walter,
        du tust Andreas Fendt unrecht. Ich bin ein interessierter „Endverbraucher“.
        Ich weiß nicht, ob und wie sich Herr Fendt in anderen Foren austobt. Mit meinem Beitrag wollte ich auch nicht alles zu Tode differenzieren, aber NICHTS ist gut. Und es wird sich auch nichts dran ändern, weil hier jeder macht was er will:

        http://www.deutschlandradiokultur.de/wie-kommt-der-tierschutz-in-den-stall-ueber-das.990.de.html?dram:article_id=367801

        Matthias Wolfschmidt: Enorm viele Tiere. Wenn man sich die Schlachthofbefunde anguckt, die sehr, sehr exakt sind, das sind sozusagen Obduktionsberichte, wie man es aus dem „Tatort“ kennt. Im Schlachthof werden alle Schlachtkörper begutachtet bezüglich ihrer „Lebensmittel- und Genusstauglichkeit“, wie das im Fachjargon heißt. Und gleichzeitig wird begutachtet, inwiefern an dem Schlachtkörper Zeichen für durchlebte Krankheiten zu finden sind.

        Und zum Beispiel ist es so, etwa 50 bis 60 Prozent der Schlachtschweine mehr oder weniger gravierende Lungenentzündungen durchgemacht haben, etwa 50 bis 60 Prozent der Schlachtschweine mehr oder weniger gravierende Leberschäden zeigen. Es gibt Befunde bei den Gliedmaßen bis zu 90 Prozent, dass es entsprechende Hilfsschleimbeutel an den Klauen gibt, wo die Fachleute sagen, das ist mit Schmerzen verbunden. Die entwickeln sich auf zu hartem Betonboden bei den Schweinen.

        Es gibt Schäden an der Haut. Es gibt Schäden am Brustbeutel, die darauf hinweisen, dass auch es am Herzen Probleme gab. Und es gibt am sogenannten Bauchfell Verklebungen, die darauf hinweisen, dass es auch entzündliche Prozesse im Bauchraum gab.

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        • Walter Parthon sagt

          @ Du schreibst hier unter Stadtmensch, weil unter Fendt darf du nicht mehr.
          Auch da bist du gerade rausgeflogen

          Lieber Manfred Manni Muh sei bitte nicht so enttäuscht,es wird immer Menschen geben die nicht menschlich sind,sondern einfach nur gemein. Dafür kannst gerade du doch überhaupt nix.

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          • Stadtmensch sagt

            Bitte wende dich an die Schwarzwaldziegen. Meine Sockenpuppe hat mit deiner Grimmigkeit nichts zu tun. Außerdem ist „gemein“ sein sehr menschlich. Der Mensch macht sich „gemein“ mit einer Gruppe (Horde) Gleichgesinnter.

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        • bauerhans sagt

          die zahlen von wolfschmidt stimmen nicht!
          kein schlachthof würde 50 bis 60% kranke schweine annehmen.
          der landwirt bekommt umgehend besuch vom vetamt,wenn seine tiere auffällig sind.

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          • Stadtmensch sagt

            Soll das heißen, wir haben es hier schon wieder mit einem heimtückischen Angriff durch linksgrüne realpolitische Kräfte mit NGO als Schattenkrieger zu tun? So wie bei den Messtellen für Nitratbelastung?
            Ich will es nur verstehen…

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    • Philip sagt

      Sie kaufen Milch auf dem Markt direkt beim Erzeuger? Wusste gar nicht, dass das geht, wegen Kühlung usw. Oder kaufen Sie etwa H-Milch? 🙂

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      • Stadtmensch sagt

        Brauchst gar nicht so ein doofes Grinse-Ikon dranmachen!
        Natürlich geht das. Im 1 Liter Schraubglas ausm Kühlschrank.
        Es gibt Fahrzeuge mit Kühltechnik in diesem Land. Aber von den „Errungenschaften“ des technologischen Fortschritts brauche ich einem (hier ausgeübte Funktion in der „Wissensgesellschaft“ einsetzen) ja nichts erzählen.

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        • Philip sagt

          ach so!
          Ja, das ist dann natürlich möglich, wenn der Landwirt für eine angemessene Kühlkette sorgt, damit Sie auf dem Wochenmarkt mit ihrem Fahrrad eine Milch kaufen können.
          Ich bin dafür, dass sich das durchsetzt. Hilft dem Kapitalismus:)

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          • Stadtmensch sagt

            >> hilft dem Kapitalismus
            Tja – sieht so aus, als bräuchten wir dieses Vehikel noch eine Weile, um uns Gedanken über was Neues machen zu können. So lebt er jedenfalls länger, als wenn wir ihn einfach machen lassen (Discounter, Monopole, 20:80 Gesellschaft)

            BR2 radiowissen:
            „Kapitalistischer Kommunismus – … und warum das kein Widerspruch ist“

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            • Philip sagt

              heyhey 🙂
              Ich sehe wir verstehen uns!

              Können wir uns darauf einigen, dass der beste Zeitpunkt für ein neues System nach unserem Ableben ist? Dann können wir noch viele gute Ideen für später mal entwickeln. Man wird es uns danken!

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  5. bauerhans sagt

    prof. kussin schlägt auf topagrar.com vor,geschichten zu erzählen,weil vorstellung von fakten die verbraucher nicht interessiert.

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