Bauer Willi
Kommentare 23

Grüner Zweig

Ein sehr lesenswerter Beitrag des Online-Magazin für Verbraucher (www.herd-und-hof.de) Über Gemeinsamkeiten von Linken und Konservativen (!) in Europa, über die Einseitigkeit der Farm to Fork-Strategie, über die Proteste und Forderungen der diversen bäuerlichen Gruppen.

https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/ohne-landwirte-gibt-es-keinen-gruenen-zweig.html

(Aufrufe 1.228 gesamt, 1 heute)

23 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Ja Willi ,habe gerade wieder deine Grünen Kreuze als Startschuß des Widerstandes der Bauern gegen die EU-Politik gelesen. Die EU-Politik entwickelt sich immer mehr zur bürokratischen Kommandowirtschaft , die alles Ökonomische in den Abgrund reist. Corona ist da nur der Beschleuniger. Ja , wir Bauern brauchen mehr Freiheit , weniger Bürokratie , bessere Rahmenbedingungen und damit mehr Geld auf die Höfe. Was wir nicht brauchen ist die ständige Bevormundung , Besserwisserei und die Hektarprämien. Ausnahmen sind natürlich “Benachteiligte Gebiete”. Der erzielte Marktpreis muß das Einkommen bringen und nicht die unsichere Politikzuteilung. Gut , daß unsere Jungen Leute mit den Demos, Mahnwachen usw. die Politik zur Arbeit tragen. Nur wenn wir laut schreien machen die was. Schlechte Bilder wollen die nicht sehen. Die gesamte verfahrene
    Politik in Europa wird jetzt durch Corona schonungslos offen gelegt . Überall Versagen. Die Leute gehen in ihrer Not auf die Straße und das wird mehr werden. Bin gespannt auf die vielen Wahlen hier bei uns. Da wird es manchen Denkzettel geben.

  2. Thomas Apfel sagt

    Habe da gerade in einen meiner Vorträge von 2013 reingesehen. Das gilt heute wie vor 8 Jahren.
    Das war die Zeit der “Fernsehköche” und ihrer Weisheiten. Vor allem Sahra, die jetzt im EU Parlement wienert, war sehr präsent.

    Köche bestimmen den Mainstream:
    “Politik, Medien und Verwaltung haben den “Gesellschaftsvertrag” mit der Landwirtschaft gekündigt. Sie haben sich mit Steuermitteln eine Art Sozialismus im Kapitalismus organisiert. “Gutes Essen” wird zur Ersatzbefriedigung gegen den Stress von Boreout und Bourneout. Gut ist Bio, vegetarisch, vegan. Die Essgewohnheiten dieser Schicht gepaart mit mangelnder Sachkenntnis landwirtschaftlicher und ökonomischer Zusammenhänge führt zunehmend zu politischen Fehlentscheidungen”

    Wenn ich den letzten und den heutigen Beitrag auf eine Linie zusammenziehe, ist die Vernetzung und der o.g. Zusammenhang dabei sich in Europäische Politik umzusetzen.
    Das optisch und von Ton her “nette” Filmchen fordert über die “notwendige” Umstellung der Ernährung eine nicht mehr arbeitsteilige Öko-Landwirtschaft für ganz Europa. Mischbetriebe allerorten, die Kühe nur noch auf der Weide, die Hühner alle im Freien und die Schweinchen alle auf Stroh und gaaanz viel Arbeit für´s Bäuerlein.
    Durch die GAP haben diese Phantasten und Zahlenbieger die Möglichkeit auf die landwirtschaftliche Erzeugung direkt zuzugreifen. Versprochen wird dann vollmundig, dass die Arbeit an der Umerziehung der Verbraucher demnächst in Verhaltensregeln gegossen wird. Und ja: mit dem Handel muss auch irgendwann geredet werden. Besonders lustig wirds, wenn der Südtiroler Konservative sich über den “Eiweisshandel “der hafennahen Nord-West-Europäischen Gebiete beklagt. Genau von dort kommen aber die Schweinehälften, aus denen die Italienische Salami und der Tiroler Speck (ggA . was für ein Hohn) gemacht werden. Italien importiert kaum Soja (trotz Mittelmeerhäfen), sondern fast 3 mio t Schweinefleisch. Ganz einfach weil Schweinehaltung in Nordwesteuropa, schon wegen des kühleren Klimas, besser geht. Das war bislang vernünftige Arbeitsteilung, wenn eben Obst und Gemüse im Süden erzeugt wurden, weil Apfelsinen bei und nun mal nicht wachsen. und Fleisch im Norden.
    Das konsequente Umsetzung von FtF würde eine Mangelwirtschaft ergeben und dann würde wieder viel Verwaltung gebraucht um den Mangel zu verwalten. Für die Politik und Verwaltung eine Win-Win Situation, die von den Medien im “Umerziehungsprozess” unterstütz werden.

    Da die Gesetze des Marktes aber dominant sind, werden kleine Höfe beschleunigt sterben und ein paar große Player übrigbleiben (zeichnet sich übrigens gerade im Öko-Bereich ab). Was die Corona-Krise bei Handel, Dienstleistung und Kultur schafft, schafft die schwarz-grüne oder wie auch immer coulorierte EU Agrapolitik bei der Landwirtschaft. Eigentlich kann die Dewise nur sein: die Agrarzahlungen weg und zwar umgehend, auch wenns erstmal wehtut.

    • Arnold Krämer sagt

      Schon wieder alles richtig beschrieben bis hin zur Forderung nach Abschaffung der Agrarzahlungen. Einzige Ausnahme die Bergregionen und vielleicht absolutes Grünland.

      • Inga sagt

        Na,dann kann sie ja nun den Meinstream lenken und die Belange der Landwirtsschaft und ihrer Erzeugnisse, die in den Kochsendungen mit einfließen lassen.

        Das ist auch gut für die Ökologie, finde ich!

        Diese Schicht, muß ihr Wissen um Ökologie und Nahrung kümmern, denn sonst gelten sie als ungebildet und blamabel.

        “Die Essgewohnheiten dieser Schicht gepaart mit mangelnder Sachkenntnis landwirtschaftlicher und ökonomischer Zusammenhänge führt zunehmend zu politischen Fehlentscheidungen“

        Natürlich müßte diese Schicht auch Wissen von den ökononomischen Zusammenhängen haben und verbreiten, das man doch voraus, oder nicht?

        Das wurde ja früher von jeder einfachen Hausfrau gefordert.

    • Mark sagt

      “Eigentlich kann die Dewise nur sein: die Agrarzahlungen weg und zwar umgehend, auch wenns erstmal wehtut.” Kann ich mitgehen, aber nur wenn die damit verbundenen Auflagen (Stichwort Cross Compliance etc.) und die Bürokratie ebenfalls weg sind!

      • Arnold Krämer sagt

        Die Auflagen müssen deutlich durchforstet werden und die zugehörige Bürokratie (Dokumentations- und Meldepflichten) muss weg.
        Ganz im rechtsfreien Raum darf Landwirtschaft ohne öffentliche Förderung aber auch nicht betrieben werden.

        • bauerhans sagt

          “die zugehörige Bürokratie muss weg.”

          von wegen!
          der mülleimer ist jetzt 3 tage nicht abgeholt worden,also gemeinde informieren,es passiert nix!
          den entsorger kontaktiert,aber die haben auch das nette mädchen da sitzen,die nur lieb und freundlich verspricht,aber nix zusagt.
          das sind zwei zusätzliche arbeitsplätze,die mitfinanziert werden,aber nix produktives beitragen

      • Ostbauer sagt

        Woher stammt eigendlich die irrige Annahme, dass es, wenn es keine CC-Auflagen und Kontrollen mehr gibt , weniger Bürokratie und Sanktionen die Folge sind??
        Fast alle CC-relevanten Auflagen sind gleichzeitig im nationalen Fachrecht bußgeldbewährt. Aufzeichnungs-und Einhaltungspflicht ist fast identisch. Über welches “Recht” wir sanktioniert werden ist fast egal.
        Ich hab mal innerhalb von 1 Woche zwei Kontrollen zum Punkt Pflanzenschutz gehabt.
        CC-Kontrolle und nach Fachrecht. Gleiche Kriterien,gleicher Prüfer. Wir kamen uns beide ein wenig veräppelt vor.
        Also die Schlussfolgerung; Keine Ausgleichszahlungen = Bürokratieabbau :”Kanntste knicken”!

            • Brötchen sagt

              Weil wegen einer Ordnungswidrigkeit lachen manche drüber….CC ist ja an viel Geld gekoppelt , was verteilt wird. Das andere Geld muss man eintreiben…..das ist eventuell etwas beschwerlicher…..da kann man Widerspruch einlegen usw…

              Dafür haben die Landkreise auch überhaupt keine Leute..

              Mit der anderen Förderung ist es doch auch so…….kann man immer schön ein stöckchen hinhalten…😀

              • Brötchen sagt

                Außerdem CC ist ein kann, wenn du Bedingungen erfüllst.

                Ordnungswidrigkeiten sind ein muss und da müssen die Beweise von der anderen Seite kommen.
                Weiss nicht, ob du da die Aussage verweigern kannst..

                Glaube rechtlich ist das was total anderes..

              • Ostbauer sagt

                Hm, gegen Sanktionen bei CC-Verstössen kann ich auch in Widerspruch gehen und auch den weiteren Rechtsweg bestreiten.
                Agrar heute hat aktuell den Bußgeldkatalog für Verstöße nach DüVO
                eingestellt. Geht bis 150000,-€, wenn es sich dafür nicht lohnt einen Bescheid zu schreiben .
                Und das ist nur ein Bereich.
                Im Gegensatz zu den anderen Förderungen habe ich nach derzeitiger Gesetzeslage auf die Ausgleichszahlungen einen Rechtsanspruch. Ansonsten stimmt das mit der Förderung und dem Stöckchen; da hast Du Recht.

                • Brötchen sagt

                  Du ostbauer, bei CC willst du was, bei Ordnungsrecht will der Staat was.

                  Sicher wenn man will und kann dann kann dich jede Form “ärgern”.

                  Kannst ja Mal gucken was für justiziare der Staat hat und was grosse unter nehmen haben.

                  Bei letzterem wird eher dann durchgezogen, wenn es ganz schlimm ist und wenn jemand daran pol. Interesse hat.

                  Siehst du ja bei Durchsetzung Passrecht, oder im Umgang mit bestimmten Klientel.

                  Der heutige Staat ist feige, die trauen sich nur an die Ran, die sich sowieso an die Gesetze halten. An die schlimmen da zucken sie.

                • Brötchen sagt

                  Klar der Staat hat auch ein Interesse das das CC Geld alle wird.

                  Der Bearbeiter mit dem 150 Tsd bussgeld hat davon nix, das geht in die grosse Kasse. Der kann nur Dresche kriegen, wenn es deswegen Ärger gibt.

                  Glaube da wird eher vermieden.

                  Anders ist es bei so Routinesachen, wie parkknöllchen oder Geschwindigkeit.

    • Stadtmensch sagt

      @bauerhans, du bist immer so entspannt. Wie machst du das? Bei allen geht die Welt unter und du liest Zeitung 😉

      • bauerhans sagt

        juste eben hatte ich den anruf einer redakteurin der NW,die mir eine ähnliche frage gestellt hatte.
        ich hatte ihr gesagt,ich wäre ein fan von Trump gewesen und zehre davon immer noch!

        • Stadtmensch sagt

          Meinst du die mächtigen alten weißen Männer sollten mal bissel lockerer werden so wie Trump und auf diese verbissene diplomatische Etikette pfeifen? Einfach mal hinfahren zum Kim und ihn in die Arme nehmen? Der rote Knopf für Diet-Coke?
          Ja, kann man so sehen. Außerdem ist Handelkrieg der beste Umweltschutz. Naja…vorbei erstmal. Die Amis bleiben jetzt auch erstmal hier und sichern Beschäftigung und uns vorm Zaren…

  3. Arnold Krämer sagt

    “Es ist schon etwas Besonderes, wenn Anja Hazekamp und Herbert Dorfmann zusammen einen Bericht über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) schreiben. Hazekamp gehört der niederländischen „Partij voor de Dieren“ und im Europaparlament der Europäischen Linke im Umweltausschuss (Envi) an. Herbert Dorfmann vertritt die Südtiroler Volkspartei und sitzt im Agrarausschuss (Agri) des Europaparlamentes”.

    Nein, es ist nicht Besonderes!
    Politiker denken und handeln immer vor dem Hintergrund der eigenen Sozialisation und Erfahrungen. Beide stammen aus Regionen mit extrem gegensätzlicher Landwirtschaft was Intensität und Professionalität im Sinne von Haupt oder Nebenerwerb sowie die Notwendigkeit staatlicher Unterstütung ländlicher Räume betrifft.
    Auch im übrigen politischen Geschäft kann man beobachten, dass sich (extreme) politische Ränder in vielen ihrer Forderungen, nicht unbedingt den dafür notwendigen Begründungen, gleichen.

    Im übrigen: Mit aktuell ca. 300 €/ha “Staatsknete” oder mehr für gezielte umweltorientierte Maßnahmen rettet man die bäuerliche Landwirtschaft nicht. Aber die Politiker in Brüssel oder Berlin haben alle unterschiedliche Bilder und damit im Detail auch unterschiedliche Vorstellungen im Kopf. Das einzige, was sie wirklich eint, ist der Wunsch, für sich und ihre Partei ausreichende Stimmen vom Wähler zu erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert