Alois
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Freude und Dankbarkeit

Hier ist der Alois. Heute ein kleiner Schnappschuß, aus einem Dorf im Oberallgäu. Jetzt ist Viehscheidzeit im Oberallgäu. Das Weidevieh wird herunter getrieben von den Alpen und Bergweiden. Anschließend übergibt der Hirte die Tiere wieder den Bauern. Dies hier ist kein kommerzieller Viehscheid mit Marketing und Festzelt usw., sondern immer noch gelebte bäuerliche Realität.

Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Alt und jung. Bürger und Bauern. Alle feiern an diesen Tag mit Freude und Dankbarkeit den guten Bergsommer ohne Unfälle und ohne Wolfsriss. Man „ratscht“ und diskutiert über Gott und die Welt. Und natürlich gibt es was Gutes zu essen und zu trinken.

Die Bauern und Hirten sind zurecht auch ein bisschen stolz auf ihre wohlgenährten Zuchttiere. Ich bin mir sicher, sogar die Rinder haben ihre Freude daran. Ganz bestimmt werden sie ihren „Alpurlaub“ in bester Erinnerung behalten.

Die Land- und Alpwirtschaft ist im Oberallgäu noch sehr tief in Gesellschaft und Wirtschaft anerkannt und vernetzt. Ich selbst bin sehr froh und dankbar darüber als Bauer im Allgäu zu leben.

Euer Alois

 

 

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4 Kommentare

  1. Bauer Fritz sagt

    Daß man als Bauer Dankbarkeit für sein Vieh verspührt, wenn es wohlgenährt und wohlbehalten im Stall steht, muß völlig unverständlich sein für Menschen die schon beim Wort „Vieh“ nur noch negative Assoziationen zustande bringen.
    „Nicht die Glücklichen sind dankbar,
    es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
    (Francis Bacon)

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  2. Friedrich sagt

    Toll , daß es solche Traditionen noch gibt. Hier bei uns in Südhannover gibt schon fast gar kein Vieh mehr. Auch sind in den Dörfern nur noch ein oder zwei Bauern aktiv. Da bedarf es schon des ganzen Landkreises um überhaupt noch ein Erntefest hin zu bekommen. Inzwischen wird es hier mehr Freizeitpferde als Kühe geben. Zur Zeit sind die Rindviehbetriebe mit den Kontrollen dran. Viele werden wegen der hohen gesetzlichen Anforderungen aufgeben müßen. Ein Trauerspiel. Auch ist der Zusammenhalt auf den Dörfern nicht mehr so wie früher. Die Einwohner aus den Neubaugebieten wollen mit Feuerwehr oder anderen Vereinen nichts zu tun haben. Entsprechend ist der Zulauf bei den dörflichen Festen nicht sehr groß.

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  3. Bauer Willi sagt

    Hallo Alois,
    Ein sehr schönes Video von bäuerlicher Kultur. Auch ohne Touristen. Habe aber eine Frage: wie lange ist die Viehscheid-Zeit? Gibt es da feste Vorgaben oder wer legt das wie fest?
    Eine EU-Verordnung gibt es wahrscheinlich noch nicht…
    Bauer Willi

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Willi, Viehscheidzeit ist, solange es Viehscheide gibt. Die offiziellen Viehscheide, welche auch vom Tourismus beworben werden, gehen bis zum 22.09.2018. Aber auch danach gibt es noch viele kleine Alpabtriebe bis in den Oktober hinein.

      1+

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