Bauer Willi
Kommentare 162

Europas Reste für den Export

Hähnchenbeine nach Afrika. Gleiches mit Hähnchen-Flügel. Und ja, Deutschland ist auch dabei. Warum aber diese Exporte? Damit hat sich die Wochenzeitschrift „Zeit“ beschäftigt. Eine der Aussagen: „Seit Jahren gibt es Kritik an den billigen Hähnchenfleisch-Exporten der EU nach Afrika. In der Regel sind das Reste aus der heimischen Produktion, die bei den europäischen Kunden, die am liebsten mageres Brustfleisch mögen, nicht so gut ankommen.“ Darüber lohnt es sich doch, einmal nachzudenken…

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-01/exporte-gefluegel-afrika

(Aufrufe 1.165 gesamt, 1 heute)

162 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Ganz einfach: aufhören mit der Tierausbeutung und sich sein Geld möglichst gewaltfrei verdienen …. Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft ist Zukunft!

    0
  2. Sabine sagt

    Die Frage ist, was kann man machen? Neben Hühnersuppe könnte man Confi oder Rillettes machen. Das wird aber wohl nicht passieren. Auch lässt sich so ziemlich alles verwursten, wenn man will. Will man aber wohl nicht.
    Was macht man, wenn der Konsument nur das Brustfleisch will… was nicht wirklich das beste vom Huhn ist.
    Ein Mousse von Hähnchenleber mit eingelegten Zwiebeln, nem warmen Brot und nen Gewürztraminer ziehe ich jederzeit einem Hähnchenbrust-Wrap vor… aber das muss man sich auch leisten können, auch zeitlich.
    Ich hab keine Ahnung wie man Leuten das Essen beibringt. Auch weil ich merke, wie neben der Arbeit gerade ein Single nicht wirklich mehr Bock auf den großen Küchenzauber hat.

    3+
    • bauerhans sagt

      „Ich hab keine Ahnung wie man Leuten das Essen beibringt.“

      na,in kochshows,derweil die zuschauer fastfood futtern.

      2+
    • Paulus sagt

      Hallo Sabine,
      Du sprichst mir aus der Seele. Eine Mousse aus Hühnerlebern mit frischem Baguette, köstlich! Die Brüstchen sind tatsächlich nicht das Beste. Ich meine jetzt die von den Hühnchen. Man muss allerdings schon Freude am Kochen und am Genuss haben und da spielt leider auch die Zeit eine Rolle.

      0
  3. Paulus sagt

    Sorry, lieber Bauer Willi,
    dies sage ich bei aller Wertschätzung, nein, in Hochachtung vor deinem Engagement. Eine Diskussion nur um der Diskussion wegen herbeizuführen ergibt wenig Sinn, bzw. ist schlicht Lala. Das können wir getrost der Fraktion der Laberköppe überlassen.
    Auch eine offene Diskussion macht nur Sinn wenn man eine Zielvorstellung betreffend des möglichen Erkenntnisgewinns definiert. Nur Fragen in den Raum zu stellen und auf größtmögliche Resonanz zu hoffen ist mir auf Dauer zu wenig. Damit endet jede Diskussion im Nirwana und mein Interesse lässt auch nach.
    Jetzt spüre ich die Geräusche der geistigen Überflieger schon über mir.

    4+
    • Thomas Müller sagt

      Auch ein reges Interesse lässt irgendwann mal nach. Bauer Willi, bitte einen neuen Beitrag, aber nach obiger Maßgabe. Am besten einen Beitrag, der nicht nur Laberköppe fernhält sondern scharwenzelnde Laberköppe, die sich aber selbst als Überflieger sehen ohne das so total direkt zu sagen.

      4+
      • Paulus sagt

        Lieber Thomas Müller,
        ich kann dich trösten und gleichzeitig entlasten, Du warst nicht gemeint. Also erstmal aufatmen. Mit der Adresse von RTL „Bauer sucht Frau“., könnte ich indes aushelfen.

        0
        • Thomas Müller sagt

          Braucht man Insiderwissen von „Bauer sucht Frau“, um das zu verstehen?

          1+
  4. AdT sagt

    1. Was Fleischkonzerne tun und afrikanische Regierungen zulassen, darf getrost als richtig unterstellt werden.

    2. Kritik von „Brot für die Welt“ ist reflexartig zurückzuweisen, weil diese NGO ein finanzielles Interesse hat (im Gegensatz zu den ebengenannten).

    3. Jede Kritik an Sachverhalten mit ernährungspolitischem Bezug ist von Bauern persönlich zu nehmen.

    Und: Relativieren, also auf andere (mögliche) Missstände verweisen, ist auch immer ein gaaanz tolles Argument.

    2+
    • Bauer Willi sagt

      zu 1. Nein
      zu 2. Nein
      zu 3. Nein
      Und: relativieren ist eine Möglichkeit, von der eigenen Betroffenheit (und Ratlosigkeit) abzulenken.
      Bauer Willi

      2+
  5. Friedrich sagt

    Wir Bauern können nicht beeinflußen wo der Verarbeitungsbetrieb unsere Produkte hin verkauft.. Auch können wir nicht beeinflußen wer welches Stück der Produkte ißt. Unser kleines Deutschland wird nicht die Welt retten , wie sich das so mancher wünscht. Die einzige Möglichkeit die ich hier sehe ist , daß die Importländer den Import verbieten und so ihren Bauern den Markt überlassen. Dies ist aber wohl nicht gewünscht. Jeder Händler lebt vom Handel . Dem ist es egal an wen er die Produkte verkauft , hauptsache seine Marge stimmt. Die Folgen interressiert einen Händler nicht. Das können wir auch gut beim LEH sehen. Der macht doch auch alles , um die Ware an die Leute zu bringen. Mit seinen Sonderangeboten ist er immer erfolgreich. Ehtik und Moral kennt der LEH nicht. Und die Verbraucher warten doch immer nur auf die Schnäppchen. Als meine Kinder noch zur Schule gingen , haben sie sich mit Werbung und Zeitungsaustragen ein Zubrot verdient. Immer wenn die Werbung nicht gekommen war , dann brach bei uns der Telefonanlarm von den lieben Mitbürgern los , die ihren Rechtsanspruch auf die Werbung uns kundtaten. Dabei kam heraus , daß ein Tag der Woche für die Rundfahrt für den Kauf von Sonderangeboten angesetzt war.

    2+
  6. AdT sagt

    Die Konservierung von Kleinbauerntum in Afrika ist sicherlich nicht der richtige Ansatz. Mangelnde Professionalisierung und unzureichende Lager- und Transportmöglichkeiten für landwirtschaftliche Erzeugnisse gehören zu den Hauptgründen für Hungersnöte, chronische Mangelernährung und damit Verharren in existentieller Armut.

    Ich frage mich aber, ob die Billigexporte in die ärmsten der afrikanischen Länder nicht auch den Aufbau größerer und stabilerer Strukturen behindern. Hier könnten, wie es bereits geschieht, westliche oder asiatische Firmen investieren, was bei aller Rationalisierung der Prozesse und den Vorwürfen modernen Kolonialismus‘ Arbeitsplätze an Ort und Stelle schafft und dort die Kaufkraft stärkt.

    Die Billigexporte wären aber Konkurrenz für solche Investionen. Und die Exporteure haben keinerlei Interesse am langfristigen Wohl der afrikanischen Bevölkerung. Daher kann nicht einzig aus der Tatsache, dass die Fleischkonzerne in Afrika Exportmärkte vorfinden, nur weil ihre Produkte billiger als die heimischen sind, geschlossen werden, dass die Exporte auch gut für die afrikanische Wirtschaft wären. Zumal es in den eher seltenen Fällen darum geht, akute Hungersnot oder Mangelernährung abzuwenden.

    Und: Die Leute, die hier groß rumtönen: „Zweifel an den Billigexporten ist unverantwortliche NGO-Ideologie“, diese Leute sollten mal überlegen, ob denn sie Billigimporte nach Europa gutheißen würden. Denn für den europäischen Binnenmarkt gibt es nicht nur bloße Schutzzölle mit einem statischen Satz, z.B. von (bis zu) 35 %, wie in den afrikanischen Ländern. Damit wären viele Importerzeugnisse außerhalb Europas immer noch billiger als die heimischen. Nein, der europäische Binnenmarkt hat einen dynamischen Außenschutz: Der Preisvorteil von Agrargütern aus Drittstaaten gegenüber europäischen wird von der EU komplett abgeschöpft, so dass ein von außen erklärter Preiskampf schlicht NICHT möglich ist. Sonst müsste nämlich völlig anders über den Strukturwandel und den Erhalt der ach so verklärten Kulturlandschaft und ländlichen Struktur diskutiert werden.

    1+
  7. Astrid sagt

    Es macht wirklich Sinn sich Gedanken darüber zu machen -wen- wir essen und vor allen Dingen sollten wir damit aufzuhören.
    Andere Tiere ausbeuten geht immer auf Kosten anderer, nämlich auf Kosten der anderen Tiere. Daher sollten wir aufhören andere Tiere zu essen, denn das ist grausam gegenüber den anderen Tieren.
    Denn wenn wir keine Gewalt wollen, müssen wir aufhören gewalttätig zu sein und abschlachten ist nun mal Gewalt, unsere Gewalt gegen andere. Auch wenn es legal ist, ist es ein Verbrechen, eben ein legales Verbrechen.

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ich bin auch dafür, dass wir alle Teile vom Huhn selber essen und nicht nach Afrika exportieren. Na ja, beim Kopf und Hühnerbeinen muss es nicht sein.

      0
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Herr Ilchmann
      das Video beschreibt die Situation. Wie könnte jetzt die Lösung aussehen? Was können und sollen wir Landwirte daran ändern?
      Oder ist es nicht doch der Konsument, der sein Verhalten ändern müsste/sollte? doch wie bekommt man den zu einem anderen Verhalten bewegt? Ohne Zwang…
      Bauer Willi

      0
      • Martin Gork sagt

        Wir sollten das VW Werk in Wolfsburg zurückbauen, ein Naturschutzgiebt auf diesem riesigen Gelände errichten
        und das Werk dann in Afrika wieder aufbauen, schließlich fehlt es der dortigen Bevölkerung hauptsächlich an einem ausreichendem Einkommen, die sollten Autos für Afrika schon selbst produzieren.
        Dann können sich die Arbeiter Afrikas auch die heimischen Hühnchen leisten, schließlich kostet dort eines einen ganzen Monatslohn.
        Oder wir betreiben weiterhin unser Missionierung Afrikas und die Kirche samt NGOs bestimmen weiterhin was beim „schwarzem Mann“ auf dem Teller landet…

        1+
      • Du fragst den Verbraucher, warum dieser der Anziehungskraft billigen Fleisches oder ausgewählter Fleischstücke wie Hühnchenbrustfilet nicht widerstehen kann. „Billig“ oder „ausgewählt“ üben auf den Verbraucher offensichtlich eine unwiderstehliche Sogwirkung aus. Jetzt frag ich Dich, warum Du als Bauer nicht dem Druck widerstehen kannst, der auf Dich ausgeübt wird, billiges Fleisch zu produzieren. Warum haben die Bauern oder ihre Väter sich irgendwann drauf eingelassen, ihre Produkte unter Wert zu verkaufen? Warum gibt es Bauern, die ihre Höfe ständig vergrößern und andere damit vom Markt verdrängen?

        Ich denke, es geht darum, dass jeder aus seiner Situation heraus so zu handeln versucht, dass er seinen persönlichen Vorteil davon hat. Das ist übrigens völlig legitim. Man kann von niemanden verlangen, zugunsten von Anderen zu seinem eigenen Nachteil zu handeln.
        Das ist ein netter Versuch von den Religionen, der seit Tausenden von Jahren ständig sein eigenes Scheitern demonstriert.

        Du kannst vom Konsumenten nicht verlangen, dass er Dir zuliebe auf einen persönlichen Vorteil verzichtet. Ebensogut kannst Du von Deinen Kollegen verlangen, dass sie damit aufhören sollen, ihre Höfe zu vergrößern und unter Preis zu verkaufen.

        Der Versuch, mit übergeordneten Argumenten den Konsumenten zu einer Änderung seines Verhaltens zu bewegen, also mit Moral, Gewissen, Respekt vor der Kreatur, Respekt vor der Natur, Bewahrung einer gesunden Versorgungsstruktur, scheitert aus denselben Gründen, weswegen der Konsument nicht Dir zuliebe auf einen persönlichen Vorteil verzichtet.

        Mal ganz provokativ gefragt: warum soll der Konsument richten, was der Bauer verbockt hat?

        Ich stelle diese Frage nicht, um die Bauern zu verärgern. Mir ist schon klar, dass die Situation der Bauern dramatisch ist und dass wir dabei sind, mit dem Bauerntum etwas sehr Wertvolles zu verlieren.

        Ich möchte nur darauf hinweisen, dass Druck und Sog sich wechselseitig bedingen.

        Vielleicht ist es hilfreich, sich einzugestehen, dass jeder zuerst an seinen eigenen Vorteil denkt. Vielleicht ist es zielführender, auf dieser Basis nach Lösungen zu suchen, als an irgendwelche guten, aber leider nicht vorhandenen Seiten im Menschen zu appellieren.

        2+
        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Marian,
          > Jetzt frag ich Dich, warum Du als Bauer nicht dem Druck widerstehen kannst, der auf Dich ausgeübt wird, billiges Fleisch zu produzieren. Warum haben die Bauern oder ihre Väter sich irgendwann drauf eingelassen, ihre Produkte unter Wert zu verkaufen? Warum gibt es Bauern, die ihre Höfe ständig vergrößern und andere damit vom Markt verdrängen?
          Mit diesen Fragen machst Du in der Tat ein riesiges Faß auf. Die Bäuerlichkeit (und damit der Bauer) strebt nach Ertrag. Und gelernt haben unsere bäuerlichen Gene, dass es „eigentlich nie genug“ sein kann. Weil es doch immer zuwenig war. Mit dem Überschüssen wäre es aber nun eigentlich genug. Und trotzdem wird weiter gesteigert und höher gezüchtet usw. Noch immer ist man gefühlt ein besserer Bauer, wenn man z.B. eine höhere Milchleistung der Herde hat, als der Nachbar.
          Und der zweite bäuerliche Faktor ist die Eigennützigkeit. Da gelten dann solche Glaubenssätze: „Wenn ich mehr Milch melke und meine Milch billiger erzeugen kann als der Nachbar, dann muss der irgendwann aufhören und ich kann seine Felder pachten und werde ein noch größerer Bauer.“ Dieser Lehrsatz ist die Grundlage für das Ideal der Agrarpolitik „Wachsen oder Weichen“. Mit der Globalisierung aber ist nicht mehr mein direkter Nachbar der Konkurrent, sondern die Agrarindustrien in anderen Kontinenten. Und dort kann man immer noch billiger und noch Größer. Diesen endlosen Wettlauf nutzen Handel und Verarbeitung gnadenlos aus. Der Bauer und seine Erzeugnisse sind ständig unter Preisdruck austauschbar. Aber zum Kern der Frage zurück: Wer sind die Treiber dieses Hamsterrades? Wer macht das Überangebot?
          Alois

          0
      • Paulus sagt

        Hallo Willi,
        ganz einfach, indem Du als kompetenter Agrarier damit anfängst. Koch einfach mal eine wohlschmeckende Suppe aus Hühnerköpfen, Hühnerfüssen, Fittichen und Innereien. Lass dich beim Kochvorgang vom WDR begleiten und biete das Produkt den Redakteuren und Kameraleuten zum Probieren an. Wenn ich dir noch einen Tipp geben darf: Frag vorher deine Mutter oder deine Gattin.
        Nach Gelingen dürften auch z.B. die Fa. Wiesenhof und der LEH außerordentlich interessiert sein. Und schon hast Du sozusagen zwei, nein sogar drei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. 🙂
        Du verzeihst mir dies kleine Boshaftigkeit.

        0
  8. Christian sagt

    ja darüber was wir essen sollte sich jeder selbst Gedanken machen. Leider ist einseitige Ernährung nicht gesund. Und wenn wir unbeliebte Teile einfach billig „entsorgen“ sind wir auch indirekt dafür verantwortlich wenn wir „heimische“ Bauern in Afrika die Lebensgrundlage zerstören. Freier Handel ist gut, aber wenn es auf Kosten anderer bzw. der Umwelt geht, ist es schlecht. Daher sollten meiner Meinung nach Freier Handel, Sozialstandards und Umweltstandards nur in einem Pakete angeboten werden – dies ist wirklich nachhaltig – weltweit nachhaltig.

    0
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Christian
      wenn meinst Du konkret mit „wir“? Interessiert mich…
      Bauer Willi

      0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.