Bauer Willi
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Es gibt doch noch Maikäfer…

…und zwar in Österreich in Massen. Zwar sind es noch keine „Maikäfer“, sondern deren Larven. Die Engerlinge machen dort große Probleme im Grünland. Wenn da 30 oder 40 Engerlinge pro Quadratmeter an den Graswurzeln „knabbern“, hört für den Grünlandbauer der Spaß auf. Wenn man das nachfolgende Video sieht, bekommt man schon einen gehörigen Schreck.

https://ooe.lko.at/video-engerlingbekämpfung+2500+2791718

Das zweite Video (ohne Ton!) zeigt ab Minute 1:04 eine Möglichkeit der biologischen Bekämpfung… 🙂 Das wird Sabine freuen.

https://ooe.lko.at/video-dürre-oder-doch-engerlinge+2500+2795034

Danke an Christian von der LK Oberösterreich, der mich darauf aufmerksam gemacht und die entsprechenden Links mitgeschickt hat.

Bauer Willi

 

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10 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Ähnlich wie verschiedene Zikaden und Heuschrecken haben Maikäfer einen Langzeit-Vermehrungsrhytmus, der den 3-5 Jahresrhythmus überlagert. In der Literatur findet man was von um die 45 Jahre für diesen Langzeitrhythmus. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Zyklus von dem Maikäfer-Krankheiten verursacht wird, die sich in großen Populationen leichter verbreiten. Wenn fast alle Maikäfer sterben, sinkt das Risiko der Infektion wieder über Jahre bis wieder eine Generation recht unbehelligt von Krankheiten heranwächst.
    Von 1950 bis 1972 wurde, soweit ich weiß, massiv DDT gegen die Maikäfer eingesetzt. Danach verschwand er auch auf Flächen, die nicht mehr behandelt wurden bis auf einige wenige Gebiete.
    Plötzlich gab es keine Maikäfer mehr. Wir hörten auf ihn zu vergiften und relativ gleichzeitig hatte der, wie auch immer geartete, Krankheitserreger wahrscheinlich seinen Peak erreicht. Wenn man nun von 1972 aus rechnet, wären wir bei 2017 für die erste Generation, die erfolgreich und unbedrängt von Krankheit erfolgreich Eier ablegen konnte. Und ausgerechnet 2017 und 2018 hatten unsere Freunde die Drosseln und Stare es schwer und der Maulwurf hatte auch wenig zu lachen.
    Beste Voraussetzung also für den Maikäfer ungestört riesige Kinderstuben anzulegen.
    Und klar freue ich mich, wenn ich sehe, dass Hühner auf diesem Gebiet wieder erfolgreich eingesetzt werden. Maikäfer in allen Stadien sind hervorragendes Hühnerfutter.

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    • sonnenblume sagt

      Ich hoffe ernsthaft, dass sich Deine Vorhersage bezüglich der Jahre ´17 und´18 nicht bewahrheitet. Im Grünland oder Rasen kann man ja noch was machen, aber in alten Anpflanzungen, Buchenhecken und ähnliches, ist der Engerling wirklich ein Graus. Er hat mich Jahre meines Gärtnerlebens gekostet! Das muss ich nicht nochmal haben.

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    • Brötchen sagt

      Um die Jahrhundert wende gibt es in den Fütterungsbeschreibungen extra Kapitel, wo sich mit der Maikäfer Fütterung beschäftigt wird.

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    • Obstbäuerin sagt

      Der Maikäfer war bei uns nie ganz verschwunden und hat zwischen den Flugjahren viel Schaden an unseren Bäumen angerichtet. Dieses Jahr war wieder ein Flugjahr und es gab massenhaft Maikäfer. Auf der BRALA hatten wir an unserem Stand ein Terrarium mit Maikäfern drin und viele Kinder aus Berlin haben sie das erste Mal in ihrem Leben gesehen.

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  2. Bauer Fritz sagt

    Interessant auch die Kosten so einer Engerling-Sanierung. Während es bei den Grünlandbauern im Bereich von doch beträchtliche 400-1200 € je Hektar ausmacht (https://ooe.lko.at/kosten-der-engerlingbekämpfung+2500+2794758) kann es andernorts schon beträchtlich mehr ins Geld gehen.

    Eine Fußballplatzsanierung (Größe ca. 0,6 ha) kosten da gleich mal 20.000 Euro.
    „Den Scharnsteinern blieb nichts anderes übrig, als eine Spezialfirma (!!!) mit der Totalsanierung des Platzes zu beauftragen. Dabei musste man auch zu Insektenvernichtungsmittel greifen, denn Maikäferlarven werden drei Jahre alt. Der neue Rasen wächst bereits, bespielbar ist er aber erst in der Frühjahrssaison. Rund 20.000 Euro kostet dem Verein die Sanierung. „Ohne rasche finanzielle Unterstützung (!!!) durch den Oö. Fußballverband, die ASKÖ und die Gemeinde Scharnstein hätten wir das gar nicht geschafft“, sagt Obmann Bammer.“
    (https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/Maikaeferlarven-vertrieben-SV-Scharnstein-vom-Platz;art71,3023295)

    Tja – Spezialisten kosten einfach mehr und gehören gefördert ….

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      • Schmeckt gut sagt

        Stadtmensch, deine Aussage ist falsch. Selbstverständlch ist durch Versuche, die die Beratung unterstützen sollen, bekannt, dass die wenigen, noch zugelassenen Mittel praktisch unwirksam sind. Und das die mechanische Bekämpfung und die Bekämpfung durch Nützlinge (Pilze, Nematoden) der erfolgreichere Weg ist. Die Neuansaat hat aber auch ihre Schwierigkeiten (Kosten, gesetzliche Vorgaben, N-Freisetzung). Gilt für Bio und Konvi.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        17.05.2013

        Zwar ist 2013 kein Maikäfer-Hauptflugjahr und erfordert keine Bekämpfung der Insekten aus der Luft, doch stellen die Fraßschäden der Engerlinge in der Kaiserstuhl-Region für viele Betriebe eine existenzielle Bedrohung dar.

        Über die massiven Schäden machte sich die Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser, auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß ein Bild beim Erfahrungsaustausch mit Betroffenen auf dem Betrieb von Michael Schmidt in Königschaffhausen.

        „Junge Kirschbäume sind eine Delikatesse für Engerlinge“, bestätigte Pflanzenschutzberater Uwe Dederichs den Bericht von Klaus Ganter, in dessen Baumschule den Larven 90 000 Kirschbäume zum Opfer fielen.

        „Das sind keine Einzelfälle“, so Dederichs, „ich sehe Schäden in Sonderkulturen von unfassbarem Ausmaß“. Rebveredler Christian Gerhard aus Jechtingen erzählte, dass er außerstande sei, Lieferversprechen einzuhalten, weil das Ausmaß der Schadenentwicklung nicht absehbar sei.

        Oft werden die Verletzungen der Jungpflanzen in den Obstbaubetrieben erst nach Jahren entdeckt.

        Quelle. BLHV

        Ein Stadtmensch interessiert das ja nicht, Hauptsache die Regale beim Discounter sind voll bestückt.

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        • Inga sagt

          Ja,
          die wurden früher nicht umsonst bekämpft.
          Die Bekämpfung hatte seine Berechtigung, auch wenn noch nichts anderes da war als DDT.

          Es muß alles erst erforscht werden.

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  3. Inga sagt

    Ja,
    (wenn der Wolf geschützt werden muss, dann müssen auch die Maikäfer geschützt werden, Gerade wo sie doch hierzulande für viele Jahre verschwunden war?)

    Warum ist er in diesem Jahr so extrem in Österreich? Wegen der Witterung?
    Also ist die Bekämpfung mit der Kreiselegge ist ein biologisches Verfahren, dann ist es doch auch sinnvoll!

    Es wird doch noch andere Grasflächen dort geben, wo sich der Maikäfer von der Larve zum Käfer weiter entwickeln kann.

    Das Ergebnis werden wir in 4 Jahren sehen.

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