Bauer Willi
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Eine TV-Reportage, ein Bio-Bauer und eine Redaktion

Um die nachfolgende Korrespondenz zu verstehen, muss man sich erst das Video ansehen und dort den Satz von Minute 1:57 bis 2:18. Dort geht es darum, dass der Sprecher sagt, das Tierfutter besser direkt in die menschliche Ernährung gehen sollte. Gezeigt wird ein Futterwagen mit Grassilage und/oder  Futtermais.

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/alles-wissen/sendungen/welcher-fleischersatz-ist-zukunftsfaehig,video-146484.html

Dieter Euler, Bio-Bauer (Demeter)  seit 1986, hat diese Aussage nicht gepasst und so hat er an die Redaktion des Hessischen Rundfunk geschrieben. Daraus entsteht ein sehr lehrreicher und unterhaltsamer Mail-Verkehr über einige Mythen (Unwahrheiten) in der Tierhaltung.

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Thomas Ranft,

gestern abend haben wir uns die Sendung „Alles Wissen“ im hessischen Fernsehen angesehen. In einem der späteren Berichte haben Sie irgendwann die Frage gestellt: „Ist das eigentlich so?“ Das folgende bezieht sich auf den Beitrag zum Fleischersatz:

Speziell von Minute 1:57 bis 2:18 kann man den Beitrag  – unter wohlwollender Betrachtung –  als Satire bezeichnen. Es ist davon die Rede, dass der Fleischersatz aus Soja hergestellt wird und man dabei die Pflanzen direkt isst (auch bei der Herstellung des Fleischersatzes aus Soja sind erhebliche Verarbeitungsschritte mit Verarbeitungsverlusten unvermeidlich, bei denen auch wiederum nur für Tierfutter geeignete Teile anfallen). Anschließend kommt, dass bei der Herstellung von Fleisch viele Kilo Futter gebraucht werden und das Ganze wird mit Bildern der Rindviehfütterung unterlegt und damit suggeriert, man könnte ja dieses Futter direkt in der menschlichen Ernährung zu verwerten. Es handelt sich aber bei dem gezeigten Futter um Rindviehfutter, das im wesentlichen aus Gras (-silage) und Maissilage besteht (und nicht aus Soja!), evtl. mit geringen Anteilen an Getreide und Eiweissergänzern (da kann es sich um Rapskuchen oder evtl. auch in geringen Mengen um Sojaextraktionsschrot handeln). Und ich weiss nicht, wie die Verdauungsorgane im Team von „Alles Wissen“ beschaffen sind, aber für meine Ernährung wäre das im Film gezeigte Futter ungeeignet. Meine Verdauungsorgane würden darauf mit erheblichem Protest reagieren, falls ich es überhaupt herunter bekäme.

Jetzt im Ernst: bei den Vergleichen der Futtermengen der verschiedenen Tierarten von den Insekten bis zu den Rindern wird alles gleich behandelt. Dabei sind die dafür einzusetzenden Futtermittel sehr unterschieldich. Die Mengen einfach in kg Futteraufwand zu vergleichen ist absoluter Unsinn.

Hessen hat einen hohen Anteil an Grünland an der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Schon aus Landschaftserhaltungsgründen soll dieses Grünland weiter bewirtschaftet werden. Grünland ist aber nur über Wiederkäuer, d.h. vor allem Rindern nutzbar. Soja kann in Hessen nur auf wenigen Gunststandorten in geringem Umfang angebaut werden. Bei den in einem späteren Beitrag genannten Cashewkernen wird es wohl gar nichts mit regionaler Produktion. In Hessen wird in der Rindviehhaltung in einem großen Teil der Betriebe gar kein Sojaextraktionsschrot eingesetzt.

Alles in allem eine Sendung, die soweit es sich um unsere Ernährung handelte für mich sehr befremdlich war. Sie sollten öfter so wie oben angeführt die Frage stellen: Ist das eigentlich so? und zwar vor allem dann, wenn doch „Alle wissen, dass es so ist“ (wie Sie anfangs gesagt haben). Gerne stehe ich Ihnen für weitere Erläuterung, auch gerade soweit es um die Umweltwirkungen und den Futteraufwand der Rindviehhaltung geht, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Und tatsächlich: nach einiger Zeit antwortet die Redaktion des HR

Sehr geehrter Herr Euler, vielen Dank für Ihre Zuschriften zu unserer Sendung „Alles Wissen“ vom 18.03.2021. Sie beziehen sich auf den Beitrag über Fleischersatz und zunächst auf die darin enthaltene Passage von 1:57 bis 2:18. Im Filmtext heißt es an der Stelle: „Pflanzen wie Soja dienen hier direkt unserer Ernährung, statt einen Umweg als Tierfutter zu nehmen.“ Damit ist nicht gemeint, dass man die Pflanzen direkt isst, sondern dass aus Pflanzen Lebensmittel für Menschen hergestellt werden, anstatt Pflanzen zuerst an Tiere zu verfüttern, aus denen dann Lebensmittel hergestellt werden. Unserer Ansicht nach wird das im Kontext des Beitragsthemas „Fleischersatz“ deutlich. Wir bedauern aber, dass bei Ihnen ein anderer Eindruck entstanden ist. Sie schreiben zu Recht, dass auch für die Herstellung von Fleischersatz erhebliche Verarbeitungsschritte nötig sind. Über die Fleischersatzproduktion haben wir bereits in der Vergangenheit ausführlicher berichtet, in diesem Beitrag gehen wir darauf nicht näher ein. Allerdings sind diese Verarbeitungsschritte in den Angaben des Umweltbundesamts zum Treibhausgas-Ausstoß je kg Lebensmittel (bei ca. 2:30 min im Beitrag) eingerechnet. Selbstverständlich war es nicht unsere Absicht zu suggerieren, Tierfutter wie Silage solle der menschlichen Ernährung dienen. Die Mägen unserer Redaktionsmitglieder sind darauf ebenso wenig eingestellt wie der Ihre. Es ging um eine vereinfachte Illustration der Unterschiede zwischen pflanzenbasiertem Fleischersatz und Fleisch. Denn diese Unterschiede behandelt die Studie „Fleisch der Zukunft“ des Umweltbundesamts, über die wir in unserem Beitrag berichten. Die Bilder der fressenden Rinder dienen ebenfalls der Illustration des Themas „Fleischproduktion“. Im Nachhinein sind wir der Ansicht, dass wir hier verschiedene Tierarten hätten zeigen sollen, z. B. auch Schweine. Allerdings geht es in unserem Beitrag nicht zuletzt um den Treibhausgas-Ausstoß bei der Produktion unterschiedlicher Arten von Fleisch und Fleischersatz. Und es ist ja unbestritten, dass hier die Rinderhaltung insgesamt im Vergleich mit Schweinen und Geflügel den größten Fußabdruck hat. Sie haben Recht, dass bestimmte Haltungsformen positive Effekte beispielsweise für die Erhaltung der Kulturlandschaft oder auch bei Renaturierungen haben können. Wir haben eine Sendung, die diese Aspekte näher beleuchtet, in Planung. Der Vergleich zum Futtermittelbedarf je kg bei Nutztieren und Insekten stammt aus der Studie des Umweltbundesamts; die Quelle ist in der Grafik angegeben. Diese Kenngröße ist naturgemäß vereinfachend, weil für die unterschiedlichen Tierarten ganz unterschiedliche Bedingungen gelten. Die entsprechende Grafik dient im Beitrag vor allem dazu, die Effizienz von Insekten bei der Futterverwertung aufzuzeigen. Vielen Dank für die Erläuterungen zur Rinderhaltung in Hessen und zur Nutzung von Sojaextraktionsschrot bei hessischen Rindern. In unserem Beitrag behandeln wir nicht gesondert die Situation in Hessen. Die Daten in der Studie des Umweltbundesamtes beziehen Daten internationaler Forschungsteams ein. Wir hoffen, Sie können unsere Sichtweise nachvollziehen, und wünschen Ihnen frohe Ostern und gute Gesundheit! 

Mit freundlichen Grüßen Ihre Alles-Wissen-Redaktion 

ALLES WISSEN Kultur und Wissenschaft Hessischer Rundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts

Dieter Euler hat darauf geantwortet:

Wow, Sie haben mich überrascht. Nachdem ich so lange nichts gehört hatte, noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung, kam dann eine Antwort von Ihnen und die ist so ausführlich, damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet. Deshalb auch von mir noch eine ausführliche Ergänzung.

Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Umweltbundesamt keine wirklich seriöse Quelle ist. Das Problem ist, wenn Fakten als solche richtig sind, die Aussage, die dann impliziert wird, im Zusammenhang aber nicht mehr richtig ist.

Wenn Sie schreiben Pflanzen wie Soja dienen direkt unserer Ernährung, statt einen Umweg als Tierfutter zu nehmen, so geht es ja vor allem darum, dass dabei weniger Verluste auftreten und der Eindruck erweckt wird, als könnten wir von der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die uns zur Verfügung steht, mehr Menschen ernähren, bzw. es sei nicht so viel Fläche nötig.

Dies ist so nicht richtig. Unsere landwirtschaftliche Nutzfläche, und dabei beziehe ich mich jetzt erst einmal auf Deutschland (aber weltweit gilt ähnliches), besteht zu einem erheblichen Teil aus Flächen, die nur für die tierische Ernährung zu gebrauchen sind, nämlich aus Grünland, das aus ökologischen oder auch einfach aus natürlichen absoluten Gründen nicht als Ackerland zu nutzen ist. Darauf können nur Tiere und zwar im wesentlichen nur Wiederkäuer, also Rinder, Schafe, Ziegen, ernährt werden.

In unserer Ernährung ist es so, dass Veganer zwar nur pflanzliche Produkte essen, die Nichtveganer oder Fleischesser aber nicht nur Fleisch essen und sich einen grünes Salat-Imitat aus Rindfleisch herstellen lassen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ernährt sich aus einer Mischkost mit einem hohen pflanzlichen Anteil in Form von Getreide: Brot, Nudeln etc., Reis oder Gemüse, Kartoffeln und Früchten, Obst. Wir können dann, wenn wir das Fleisch ersetzen wollen, nicht nur eine Kalorienbetrachtung machen, wie es häufig dargestellt wird, dass bei Verfütterung an das Tier eben wesentlich mehr Kalorien in das Tier reingehen, als hinterher dann als menschliche Nahrung herauskommen. Sondern dieser Teil der Nahrung hat eine spezielle Funktion in Bezug vor allem auf Eiweiß und verschiedene andere Stoffe. Ich will da gar nicht ins Detail gehen.

Wenn wir diese Funktion ohne Fleisch erreichen wollen, dann müssen wir vor allem eiweißhaltige Pflanzen wie Soja oder auch Lupinen o.ä. hoch verarbeiten (die Pflanzen als solches sind häufig nicht direkt essbar, sondern sogar giftig) mit entsprechenden Verarbeitungsverlusten. Das Besondere dabei ist, dass diese Pflanzen aber auch im Vergleich zu Getreide: Weizen, Dinkel, Roggen, Mais, Gerste, Hafer, wesentlich niedrigere Hektarerträge bringen. Wir liegen dabei im Vergleich zu Getreide etwa bei 1/3. Also ist, selbst wenn wir über die tierische Ernährung wie beim Schwein kalorisch Verluste einfahren,  der tatsächliche Unterschied an Flächenbedarf sehr viel geringer, da die Ausgangsstoffe für die veganen Fleisch- oder Milchersatzprodukte wesentlich geringere Flächenerträge bringen.

Sie schreiben weiter in Ihrer Entgegnung, „allerdings geht es in unserem Beitrag nicht zuletzt um Treibhausgasausstoß bei der Produktion unterschiedlicher Arten von Fleisch und Fleischersatz und es ist ja unbestritten, dass hier die Rinderhaltung insgesamt …“

Dies ist nicht richtig! Es ist bestritten! Ich verweise hier auf das Buch von Frau Iden „Die Kuh ist kein Klimakiller“.

Das Interessante dabei ist, Rinder, Schafe, Ziegen, Wiederkäuer insgesamt, werden zum ganz großen Teil mit Futtermitteln ernährt, die nicht der menschlichen Ernährung dienen, die auch generell nicht für die Ernährung von Monogastriern geeignet sind. Die Wiederkäuer haben dazu einen speziellen Verdauungsvorgang entwickelt, der geht eigentlich indirekt. Im Pansen der Tiere leben Mikroorganismen und die sind in der Lage, diese Futterstoffe zu verdauen. Kein Tier kann Zellulose abbauen (verdauen). Das können nur Mikroorganismen.  Die Kuh lebt dann von durch die Pansenwand diffundierenden Fettsäuren und des weiteren davon, dass sie im Dünndarm oder im weiteren Darm und den weiteren Verdauungsorganen die Mikroorganismen verdaut. Nur ein geringer Teil an Futter ist pansenstabil und wird dann wie bei Monogastriern im Darmtrakt verdaut. Diese Organismen sind die, die das Methan auch produzieren.

Was passiert, wenn Rinder das Gras auf der Weide nicht fressen, was z.B. auch bei dem Vorgang des Mulchens passiert? Das Gras verrottet, d.h. es wird von Mikroorganismen zersetzt und je nach Feuchtigkeitszustand entsteht dabei eine Mischung aus CO2, Methan und verschiedenen anderen klimaschädlichen Gasen. Die Nutzung durch die Kuh fügt dem kaum zusätzliches Methan hinzu.

Gerade in den Biobetrieben ist in Deutschland sind rund 60% der landwirtschaftlichen Nutzfläche absolute Futterfläche. Es ist Grünland, aus dem aus verschiedensten Gründen kein Ackerland gemacht werden kann. Aus Fruchtfolgegründen können wir auch auf dem restlichen genutzten Ackerland nicht nur direkt für die menschliche Ernährung nutzbare Pflanzen anbauen, d.h. es fällt auch weiterhin Futter an, das gut als Geflügel- und Schweinefutter genutzt werden kann.

Wieweit da geringfügige Verschiebungen möglich oder nötig sind, kann man noch berechnen, aber insgesamt werden gerade auch die Klimaeffekte sehr, sehr gering sein, da dies alles in einem natürlichen Kreislauf geschieht.

Jetzt noch ein Aspekt zur menschlichen Ernährung. Da in meiner Familie mehrere Familienmitglieder keine Kuhmilch vertragen, haben wir häufiger auch mal vegane Ersatzprodukte auf dem Tisch und wir haben uns oft schon die Zutatenlisten und insbesondere auch die Nährwerttabellen angesehen. Dabei ist uns aufgefallen, – ich füge Ihnen auch ein Beispiel im Anhang bei – dass die veganen Ersatzprodukte zwar den Geschmack imitieren, in Bezug auf den Ernährungswert aber völlig von dem Originalprodukt abweichen, um nicht zu sagen sogar minderwertig sind.

Die Erzeugung von veganen Ersatzprodukten ist meist die Verlagerung der Wertschöpfung vom Bauernhof in die Fabrik.

Dort wird aus Zutaten, die auf deutsch gesagt „Pfennigsprodukte“ sind, ein Produkt hergestellt, das dann einen vergleichbaren oder höheren Erlös bringt als Fleisch. Das ist ein tolles Geschäftsmodell, wenn man den anderen auch noch ein schlechtes Gewissen machen kann!

Bei der Fleischverarbeitung ist der Wareneinsatz, der aus der Landwirtschaft erfolgt, sehr viel höher. Die Wertschöpfung, die direkt in der Verarbeitung erfolgt daher auch geringer.

Und jetzt noch ein Aspekt zur Nutzung von Tieren.

Um es einfach banal vorweg zu sagen: Wer den Tod vermeiden will, muss das Leben vermeiden.

Wenn jemand sagt, ich will, dass für mich kein Tier sterben muss, dann muss ich ihm auch sagen, dann wird auch für dich kein Tier leben.

Und wer dabei auf irgendwelche Leiden abzielt, wir können uns gern darüber unterhalten, wie Tierhaltung am Besten funktioniert. Prinzipiell ist es aber so: (kleine Abwandlung eines Liedtextes) es gibt kein Leben ohne Leiden und jedes Leben endet unweigerlich mit dem Tod. Und wir können gestalten, wie das geschieht bei der Haltung von Tieren. Im Verhältnis dazu, wie das in der Natur passiert, ist das eher sehr, sehr human.

Zum Beleg für seine Aussagen hat er dann noch die nachfolgende Quellenangabe nachgeschickt:

In Ergänzung zu meiner Mail  hier noch eine Veröffentlichung der FAO.

http://www.fao.org/ag/againfo/home/en/news_archive/2017_More_Fuel_for_the_Food_Feed.html

This study determines that 86% of livestock feed is not suitable for human consumption. If not consumed by livestock, crop residues and by-products could quickly become an environmental burden as the human population grows and consumes more and more processed food. Animals also consume food that could potentially be eaten by people. Grains account for 13% of the global livestock dry matter intake. Some previous studies, often cited, put the consumption of grain needed to raise 1 kg of beef between 6 kg and 20 kg. Contrary to these high estimates, this study found that an average of only 3 kg of cereals are needed to produce 1 kg of meat at global level. It also shows important differences between production systems and species. For example, because they rely on grazing and forages, cattle need only 0.6 kg of protein from edible feed to produce 1 kg of protein in milk and meat, which is of higher nutritional quality. Cattle thus contribute directly to global food security.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Diese Studie stellt fest, dass 86 % des Viehfutters nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Wenn sie nicht vom Vieh verzehrt werden, könnten Ernterückstände und Nebenprodukte schnell zu einer Umweltbelastung werden, da die menschliche Bevölkerung wächst und immer mehr verarbeitete Lebensmittel konsumiert. Tiere verzehren auch Nahrungsmittel, die potenziell von Menschen gegessen werden könnten. Getreide macht 13 % der weltweiten Trockenmasseaufnahme von Nutztieren aus. Einige frühere Studien, die oft zitiert werden, beziffern den Getreideverbrauch, der für die Aufzucht von 1 kg Rindfleisch benötigt wird, auf 6 kg bis 20 kg. Im Gegensatz zu diesen hohen Schätzungen ergab diese Studie, dass im Durchschnitt nur 3 kg Getreide benötigt werden, um 1 kg Fleisch auf globaler Ebene zu erzeugen. Sie zeigt auch wichtige Unterschiede zwischen den Produktionssystemen und Tierarten auf. Da Rinder auf Weide- und Futterflächen angewiesen sind, benötigen sie beispielsweise nur 0,6 kg Protein aus essbarem Futter, um 1 kg Protein in Milch und Fleisch zu produzieren, das von höherer Nährstoffqualität ist. Rinder tragen somit direkt zur globalen Ernährungssicherheit bei.

Und diesen Text hat nicht irgendeine Umweltorganisation geschrieben, sondern die FAO.

 

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199 Kommentare

  1. Gephard sagt

    Wie werden hier eigentlich Fleischersatzprodukte definiert? Zählt nur das dazu, was die Industrie herstellt? Denn die Herstellung von Tofu oder Seitan ist jetzt kein Hexenwerk und würde ich auch nicht als hochverarbeitet erachten. Das haben Menschen schon hergestellt, als es nicht einmal Strom gab. Ansonsten wäre ja auch Sauerkraut, Wurst oder Käse hochverarbeitet.

    Der Aspekt, dass etwa bei der Sojapflanze nicht alles für den Tofu verwendet wird und ein Teil noch verfüttert werden kann ist mir nicht genau genug beleuchtet. Müssen die Nebenprodukte denn unbedingt von Tieren verwertet werden, um für den Menschen nützlich zu sein? Kompost ist doch ebenso nützlich.

    Die Argumentation über Leid/Sterben ist leider sehr einseitig. Das postulierte Tierleid entsteht ja nicht erst bei der Tötung durch den Menschen. Da kann man tatsächlich sagen, dass diese oft leidärmer ist als der natürliche Tod. Vielmehr (und deutlich diskutabler) birgt doch die Haltung das eigentliche Leid-Problem. Da lässt sich meiner Ansicht nach nichts schönreden, solange Hühner zu tausenden in einer Halle gehalten werden und Schweine den Stall nur einmal im Leben von außen sehen. Hinzu kommt die künstlich begrenzte Lebenszeit, die zwar vermutlich kein direktes Leid beim getöteten Tier erzeugt, aber dennoch ein krasser Eingriff in die Tierautonomie darstellt. Auch die Züchtung zu Nutztierrassen mit für das Tiel leidvollen Eigenschaften wurden hier ausgeklammert.

    Etwas lächerlich fand ich zudem folgende Passage:
    > Um es einfach banal vorweg zu sagen: Wer den Tod vermeiden will, muss das Leben vermeiden. Wenn jemand sagt, ich will, dass für mich kein Tier sterben muss, dann muss ich ihm auch sagen, dann wird auch für dich kein Tier leben.

    Ist das nicht eine Fehlinterpretation von verkürzten, beiläufigen Aussagen? Wenn jemand sagt, er möchte nicht, dass Tiere für einen sterben, bezieht sich das doch meist auf den Kontext Ernährung/Kleidung. Und vor allem geht es doch um die gezielte Tötung mit der vorausgegangenen Aufzucht alleine zum Zweck der Tötung. Es geht also nicht darum, den Tod an sich und pauschal zu vermeiden, sondern die Zahl der vermeidbaren Tötungen möglichst gering zu halten. Den meisten Veganern wird ja wohl bewusst sein, dass selbst für die Möhren im Salat unzählige Lebewesen (Würmer, Mäuse, Insekten …) ihr Leben lassen mussten. Veganer wollen tatsächlich nicht, dass Tiere extra für sie ins Leben geholt werden.

    Insgesamt fand ich den Austausch aber trotz meiner Kritik sehr erhellend.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “ Leid beim getöteten Tier erzeugt, aber dennoch ein krasser Eingriff in die Tierautonomie darstellt.“

      Das ist eine Art Biozentrismus, die ich ablehne.
      Wieso sollten eigentlich die Veganer/Vegetarier die höhere moralische Autorität besitzen? Sind sie von einer höheren Instanz gesandt worden, um sich über die Mehrheit der Menschen zu stellen?

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      • Gephard sagt

        Nach deiner Auffassung haben also nur menschliche Individuen ein Bedürfnis nach Autonomie? Oder sprichst du diese den Tieren einfach ab, weil es dir von Vorteil ist? Und wie steht es mit deiner Deutungsautorität in diesem Fall? Folgst du der angenommenen Mehrheit (die durchaus irren kann). Oder anders gefragt, wann hat ein Lebewesen das Bedürfnis nach Selbstbestimmung? Muss es dafür sprechen können?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ja Gebhard, ich stelle jede Form von Selbstbestimmung bei Tieren in Frage.
          Du hast sicher bereits alle Tier danach gefragt und eine Bestätigung erhalten.

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          • Gephard sagt

            Nur so ein Hinweis: Diese angeblich neuzeitliche und dekadente Denkweise über das Leid und die Mitgeschöpfe ist uralt und findet sich deutlich sichtbar in der fernöstlichen Philosophie wie dem Buddhismus aber auch in den Traditionen der Indianer Amerikas.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Der Punkt ist: Wenn Tiere nicht für die menschliche Nahrung gehalten werden, dann leben sie gleich gar nicht bzw. das gesamte Grünland beispielsweise nur von Tieren abfressen lassen, die als Selbstzweck leben, würde Hunger von Menschen provozieren. Auch Pflanzenfresser in der Natur enden meist als Nahrung von Fleischfressern, auch dort werden sie nicht um ihre Meinung zum Thema Autonomie befragt. Abfälle kompostieren gibt relativ schlechten Dünger. Sie Tiere zu füttern gibt einen mit Stickstoff angereicherten Dünger plus Fleisch, Milch etc.
          Ich finde, man sollte die moralischen Grenzen eher auf der Seite des Menschen suchen, denn in die Tiere können wir uns schlussendlich nicht letztgültig einfühlen.
          Die Grenze bleibt gewahrt, wenn mir das Leid der lebenden Tiere selber noch wehtut, sodass ich ganz natürlich etwas dagegen mache, und wenn das Schlachten noch eine Überwindung bedeutet und entsprechend mit Ritualen begleitet ist. Denn dann herrscht eine Beziehung zum Tier, die der Würde des Menschen angemessen ist.
          Und diese Grenze ist heutzutage eindeutig überschritten. Gott sei Dank gibt es jetzt immer mehr Betriebe, die sich da auch öffentlich der Kritik – und der Selbstkritik! – stellen, anstatt immer nur Konsumenten zu bashen: https://www.falter.at/zeitung/20210420/sind-sie-jetzt-geschockt

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          • Reinhard Seevers sagt

            „Und diese Grenze ist heutzutage eindeutig überschritten.“

            1. Wir reden nicht über Verstöße gegen Tierschutzgesetze
            2. Früher, also nicht heutzutage, waren ganz andere Dinge „üblich“, die heute keiner mehr machen würde, die aber auch nur ganz wenige noch wissen.
            3. Zischen Leid zufügen und Selbstbestimmung ist wohl noch ein klitzekleiner Unterschied.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Da geht es um einen Betrieb, der ganz legale Dinge macht und sich von Tierschützern trotzdem ans Herz fassen lässt.
                Wir Bauern müssen höllisch aufpassen, nicht auf dieser untersten Ebene des menschlichen Daseins sitzen zu bleiben, wo es nur um die Ernährung geht. Denn das Eigentliche des Menschen fängt nun einmal erst darüber an. Da schadet es nicht, sich zwischendrin einmal eine Oper anzuschauen, wo es um rein innerseelische menschenspezifische Tatsachen geht, um Geschichten, wo es an keiner einzigen Stelle notwendig ist, das Essen zu thematisieren. https://tvthek.orf.at/profile/Parsifal-aus-der-Staatsoper/13892695/Parsifal-aus-der-Staatsoper-in-voller-Laenge/14089437

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, ich behaupte mal, dass Landwirtschaft und deren Akteure sich mehr und häufiger mit der Ebene des menschlichen Daseins beschäftigen, als die übrigen Bevölkerung.
                  Die unterste Ebene menschlichen Daseins werden oder haben andere längst erreicht. Landwirtschaft muss sich dem nicht noch annähern.
                  Ohne Nahrung kein Leben und kein Dasein, auch kein Parsifal.
                  Die Dekadenz hat einen Status erreicht, der für mich unerträglich wird. Diese ständigen infantilen, biozentrierten medial aufgehübschten Meldungen gehen mir gehörig auf den Zeiger.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Sorry, so negativ sehe ich die Stadtbevölkerung und die Kultur wieder nicht.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Es gibt auch ein Erschrecken über sich selber, das heilsam ist.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Tja Elisabeth, nach deiner Lesart sind die Urvölker dann die unterste Ebene menschlichen Daseins. 4000 Jahre kastrierten Menschen Rinder, Esel und Pferde ohne Betäubung…was für ein Elend menschlichen Handelns. Aber nun sind wir westlichen, christlichen, aufgeklärten Wohlstandsgesellschaften natürlich der Maßstab für alle Kulturen dieser Erde. Der Maßstab für „Gutsein“….mit dem Recht allen Menschen unsere Wert- und Moralvorstellungen aufzudrücken, inkl. den Anspruch an Verschwendung und Vergeudung.

                  +6
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Reinhard, du weißt genau, dass du mich jetzt missinterpretierst.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Sorry, so negativ sehe ich die Stadtbevölkerung und die Kultur wieder nicht.“

                  Wesentlich wird sich die Bevölkerung zwischen Stadt und Land nicht unterscheiden.

                  Ein bedeutender Unterschied ist der, dass die urbane Bevölkerung meint, der ländlichen überlegen zu sein.

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    • Smarti sagt

      Gephard, für mein Gefühl ist das Kompostieren von Tierfutter, also Lebensmittelnebenprodukten oder Gras ( mulchen statt heuen ) genauso Lebensmittelverschwendung wie z.B. das wegwerfen von Brot.
      Solange auf dieser Welt Menschen „freiwillig“ das Ertrinken auf dem Meer in Kauf nehmen, solange ist das wegnehmen von Nahrung aus ärmeren Ländern Mithilfe an Mord. Und das ist nicht vegan.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Meine Großmutter, die noch in der „Bullerbü“- Landwirtschaft groß geworden ist, hat es nicht ausgehalten, dass der Rasenschnitt im Garten unseres Einfamilienhauses, „das Futter“ achtlos auf den Komposthaufen geworfen wird. Das fand sie tatsächlich so frevelhaft wie Brot wegwerfen. Mein Vater musste einen Kaninchenstall bauen, und die Tiere haben das alte Brot und das Gras gefressen, und wir dann sie.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Und mit dem Kaninchenmist ist das Gemüse im Garten gleich besser gewachsen.
          Gut getrocknetes fermentiertes Heu riecht ja auch wie Brot.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Meine Eltern haben keinen Rasenschnitt verwendet, weil es keinen gab. Im Garten wurde das Gemüse für unseren Haushalt angebaut, deshalb gab es auch mehr Insekten, die auf Gemüse angewiesen waren, wie etwa der Kohlweißling. Brot für die Tiere gab es auch nicht, weil es gegessen wurde, bevor es trocken wurde.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Ja, diesbezüglich waren wir auch schon degeneriert. Aber das meiste harte Brot hat meine Mutter noch zu Bröseln gerieben.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Meine Mutter hatte eine schwierige Zeit hinter sich, als junge Frau war sie mit ihrer kranken Mutter alleine auf dem Hof und als sie geheiratet hat, durfte mein Vater nach 4 Monaten das Vaterland verteidigen und war wieder mit ihrer Mutter alleine und durfte fleißig Lebensmittel abliefern, die sie zum Teil noch zukaufen musste.

              Das prägte sie bis zum Lebensende. Aber wen interessiert das noch.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das war sicher gesenstes Gras, kein Rasen in der heutigen Art, denn Rasenschnitt vertragen die Ninis gar nicht. Wäre sozusagen Fehlernährung = nicht artgerecht.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Ja, die hat noch mit der Sense gemäht. Der war es gar nicht recht, dass ihr mein Vater dann einen Rasenmäher gekauft hat.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Mit der Sense kann man Gras mähen, aber nicht Sensen. Das ist ein Ausdruck urbaner Bevölkerungsschichten. Da lege ich Wert drauf.😉

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          • Inga sagt

            Vor Jahren hatten wir Klassentreffen und ein Schulkameradin erzählte, dass sie ein schönes Häuschen im Grünen und ein zufriedenes Leben haben.

            Das wöchentlich gemähte Gras kann sie in die benachbarte Weide ausleeren, weil da Kühe grasten die es mit fressen könnten. Eben eine runde Sache.

            Ich wollte protestieren und sagen, dass das gar nicht gut für die Kühe ist, weil das kurze in Klumpen gefasste Gras im Pansen ausgast oder so ähnlich!

            Jedenfalls hat hier bei Bauer Willi auch schon mal ein Kuhbauer wegen dieser Unsitte protestiert.

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        • Inga sagt

          Ja, so war es früher.
          Sogar die Feldwege wurden an die Hasenhalter verpachtet, jedenfalls haben die von den Feldwegen das Gras mit der Sense gemäht und mit dem Bollerwagen nach Hause geholt. Es wurde ja alles genutzt, es durfte doch nichts umkommen. Das war vielleicht in den 50igern

          In den 60iger machte mein Vater das Mähwerk von Traktor runter und mähte den Feldweg großzügig mit.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Früher nannte man die Männer der Straßenbauverwaltung Straßenwärter, wehe man hat diese Flächen mit gemäht. Dann hatte die Kuh des armen Mannes (Geiß) nichts zu fressen, auch das gab es, dass fast jedes Haus Ziegenhaltung hatte.

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            • Inga sagt

              Ja, so war das!
              Das müßten die jungen Leute von heute aber mal verstehen.
              Egal, ob es Rasenschnitt vom Garten oder Feldweg, bzw. Straße war, das sind alles Rohstoffe und wurden verarbeitet.

              Auch das alte Brot und andere Essenreste.

              Meine Freundin ist Witwe, sie hatte trotzdem den Keller wie jedes Jahr mit der Jahresration Kartoffel gefüllt.

              Nicht nur Mann war als Esser weg,
              auch Sohn und Schwiegertochter brauchten keine Kartoffel mehr, weil Pommes besser schmecken.

              Was machte sie mit den restlichen Kartoffeln im Keller?
              Sie kochte sie für die Hühner, die hinten im Garten grasten und im Hühnerhaus wohnen.
              Sie machte auch jeden Abend das Hühnerhaus zu, bestimmt wegen dem Fuchs.
              Sie stammte aus einer Schmiede mit kleinen Landwirtschaft.

              Ich aus einem Mittelbetrieb,
              die Hühner wurden intensiv in großer Zahl gehalten,
              erst Bodenhaftung, dann Käfighaltung.
              Die haben Getreide Muschelkrit und Legemehl bekommen und hatten Wassernibbel als tränken.

              Ich habe doch vergessen, dass die Hühner bei der NachbarsOma die Reste von den Salzkartoffel vom Mittagessen bekamen, und dass sie die Hühner, die auf dem Hof rumliefen (Mistkratzer) abends einsperren mußte!

              .

              0
      • Thomas Apfel sagt

        Ganz am Rande: beim Kompostieren wird sehr viel mehr Methan und Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, als wenn das Material verfüttert wird. Bei einer ordentlichen heißen Kompostierung sind schon mal 50 % des Kohlenstoffs des Ausgangsmaterials in die Athmosphäre geblasen. Beim hochverrotteten „bio-veganen“ Kompost sind, wenn fertig, 75 % des Kohlenstoffs in Form von Kohlendioxid in die Luft geblasen. Da kann ich das Material auch verbrennen und wenigstens die Wärme nutzen.

        +3
      • Gephard sagt

        Das Gras auf dem Kompost ist doch keine Verschwendung. Daraus entsteht wertvoller Dünger und bei dessen Entstehung bzw. Verwandlung sind auch ohne Kaninchen viele Tiere beteiligt. Man müsste es verbrennen, damit es nicht automatisch zu Futter wird. Die Natur verschwendet nicht.

        Was das Ertrinken von Menschen jetzt mit dem Thema zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Und natürlich sollte sich ein Veganer überall fragen, welche Konsequenzen sein Konsum hat, nicht nur wenn Tiere involviert sind. Alle Veganer, die ich kenne, tun das auch. Die kaufen beispielsweise auch dann keine Ritter Sport, wenn sie vegan ist, sind keine Kunden bei H&M oder Kik und lassen im Winter die Finger von Erdbeeren, selbst wenn sie aus bioveganer Landwirtschaft stammen.

        0
          • Gephard sagt

            Wenn man will, kann man sie auch essen. Sind teilweise sehr proteinreich. Aber warum ist Lebenlassen Verschwendung? Leuchtet mir bislang nicht ein. Bei expliziter Haltung kann ich das noch verstehen, weil man ja quasi Energie und Zeit investiert. Aber ein gut gepflegter Kompost bietet ja auch Mehrwert ohne gleich alle beteiligten essen zu müssen. Sie gehen ja nicht verloren, sondern bleiben Teil des Kleinbiotops.

            0
  2. Inga sagt

    Da hat aber der Thomas Ranft was zu berichtet,
    hoffentlich macht er da nicht 3 Sendungen raus,
    das komplexe Thema muß in einer Sendung durchgezogen werden.

    Ob der auch einen Bauern als Freund hat?
    Kommt mir so vor,

    deswegen wird daraus nochmal eine Sendung machen!

    Das ist er uns Zusehen schuldig!

    0
  3. firedragon sagt

    OT
    Jemand eine Ahnung, ob die Schlupfwespentrichogramma vom Mais auch in Erbsen hilfreich sind ?
    (Maiszünsler-Erbsenwickler)

    0
  4. Andi sagt

    @Ferkelhebamme
    Bin jetzt schon etwas überrascht, dass man laut deiner Aussage in der Mast Soja komplett durch Ackerbohnen ersetzen kann. Der Eiweißgehalt ist nur gut die Hälfte wie bei Soja, zudem sind die Aminosäuren schlechter verdaulich und mehr als 20 – 25% soll man meines Wissens in der Ration auch nicht einsetzen. Also gerade in der Anfangsmast ist das durchaus eine Herausforderung. Ich kenne jetzt keine Fütterungsversuche mit Ackerbohnen als alleinigem Eiweißträger, wo dass so problemlos funktioniert hat. Lasse mich aber gerne etwas besseren belehren.

    +1
    • Ferkelhebamme sagt

      Ok, mißvertsändlich formuliert, ich meinte nicht totalen Austausch. In der Endmast möglich: wir fahren CCM/Ackerbohnenmischung auf 64%, davon 35 % Ackerbohne, dazu Gerste, Weizen und Mineralergänzer. MM Soja auf 4% reduziert, AM auf 9% ; ohne Leistungsverluste.

      0
  5. Thomas Apfel sagt

    Hallo Herr Euler,
    erstmal danke, dass Sie die Rinderhaltung gegen die „Klimakuh“ Bewegung so dezidiert verteidigen. Die Betrachtung der geringen Erträge von Erbsen, Lupinen und Soja (1/3 der Getreideerträge) ist entscheidend für die Bewertung einer Umstellung auf vegane Fleischersatzprodukte.
    Die Energiebilanz und der tatsächliche Bedarf an Fläche je Kalorie oder KWh, oder wie auch immer betrachtet, ist bei dem hochverarbeiteten Ersatzprodukten (fast hätte „Fabrikfraß“ geschrieben) nämlich deutlich schlechter als bei Fleisch.
    Weizen mit rund 32.000 kcal/ha steht z.B. Soja, Erbsen und Lupinen mit rund 11.000 kcal/ha gegenüber. Egal, ob ich es verfüttere oder verarbeite, es ist einfach nur rund ein Drittel der Energiemenge von Getreide je Flächeneinheit und der genießbare Anteil ist auch sehr viel geringer.
    Wenn man mal in die Ernährungsberatungsseiten schaut, ist dort ein unglaublicher Müll an „Informationen“ unterwegs.

    +4
    • Thomas Apfel sagt

      Tschuldigung, falsche Einheit gewählt: kwh/ha war gemeint. Bei kcal sind es 3 Nullen mehr.
      1 kcal = 1,16 wh oder eben 0,001163 kwh.

      0
      • Brötchen sagt

        Thomas bist Du Dir sicher, das das auf Soja auch zutrifft?

        Die ernten glaube ich auch so 60 dt /ha.

        Aber Du hast das schon im Ansatz richtig dargestellt.

        Es kommt auf die Kombination an, die Feldfrucht mit der max. Effektivität anbauen und dann mit einem entsprechendem Zukauf kombinieren!

        Damit beschäftige ich mich etwas!

        Das schnallen, die Dogmatiker nicht!

        Es gibt auch die Szenarien sogar in der Ökoszene, Mais mit erhöhtem Proteinertrag.

        Da Mais die höchsten Erträge schafft, bringt dort 1 % Protein mehr schon etwas.

        +1
        • Brötchen sagt

          Was man noch mit einrechnen muss, pflanzliche Proteine haben eine viel geringere Verdaulichkeit als tier. etwa 60 % das sind 30 % weniger!

          Das trifft auch auf bestimmte Mineralstoffe zu.

          Proteinzusammensetzung ist auch besser!

          +1
        • Thomas Apfel sagt

          Hallo @Brötchen,
          Das weißt Du sicher besser als ich. Ich hatte für Deutschland irgendwie eine Spanne von 25 bis 55 dt/ha recherchiert und daher einfach mal 35 – 40 als Durchschnitt angenommen. Es ging mir eigentlich auch nur um die prinzipielle Einbeziehung der Natural- und Energieerträge je Flächeneinheit in die Vergleichsrechnung. Genau dadurch entsteht ja ein ganz anderes Bild der tatsächlichen Flächeninanspruchnahme durch den veganen Ansatz, als gemeinhin kolportiert wird.
          Ich bin zugegebenermaßen etwas auf die Veganerdiskussion fixiert, weil ich die und den dazugehörigen „Missionierungssprech“ hier vor Ort habe.

          +3
          • Brötchen sagt

            Die meisten Veganer sind doof wie Dachpappe.

            Wie gesagt, entscheidend ist die Verdaulichkeit und ob ich ein optimales Protein habe! Bzw. wie hoch die Versorgung mit dem limitierendem essentiellen Protein/Aminosäuren ist!

            Alle anderen AS werden dann nämlich verstoffwechselt und belasten noch zusätzlich die Leber!

            Beim Tier ist das dann letztendlich NH3 und Emission!

            Durch bestimmte Behandlungen kann man die Verdaulichkeit etwas erhöhen.

            Die Kuh braucht das alles nicht, weil das die Mikroben alles machen!

            Nur bei bestimmten Fällen und Hochleistung füttert man etwas Protein zu.
            Muss man aber immer aufpassen, wegen der Stoffwechselbelastung!

            +5
            • Gephard sagt

              Wie viele Veganer kennst du, um so eine Pauschalbeleidigung raushauen zu können?

              Pflanzliche Proteine sind isoliert betrachtet oft nicht so hochwertig wie tierische Proteine. Die verschiedenen Aminosäuren lassen sich aber nicht isoliert betrachten, macht der Körper nämlich auch nicht. Es gibt da gegenseitige Einflüsse. Grob gesagt: die Proteine in Linsen können bei Fleisch nicht mithalten. Kombiniert man das aber mit Getreideproteinen, liegt die biologische Wertigkeit in der Kombination sogar höher als bei

              0
              • Brötchen sagt

                Herr Gephard, ich kenne ne Menge Veganer!

                Mit den Antworten würde ich Sie in der Tierernährungsprüfung wenn ich gute Laune hätte, noch so gerade durchkommen lassen.

                Ansonsten durchgefallen, wegen Ahnungslosigkeit!

                Die Fachbegriffe sind ideales Protein, limitierende und essentielle Aminosäure.

                +2
                • Gephard sagt

                  Wir sind hier nicht bei einer Prüfung, mag sein, dass mein Halbwissen dafür untauglich ist. Entscheidend ist aber, dass der menschliche Körper mit ausgewogener veganer Ernährung bestens versorgt werden kann. Das einzige Problem ist Vitamin B12. Aber eine ausreichende Versorgung ist ja nicht mal bei Fleischessern sichergestellt. Mal davon abgesehen, dass das tierische B12 zum Teil durch Futterzusätze ins Fleisch gelangt und den Tieren (je nach Haltungsform) sonst selbst fehlen würde.

                  0
            • Brötchen sagt

              Reinhard ja das die Erträge um die 25 liegen war mir klar, es ging ja darum was man runterholen könnte bzw. was ernten, die Soja geeignet sind und die da nicht nur mal probieren.

              0
            • Ferkelhebamme sagt

              Soja-Anbau in D ist ein bisschen wie Glücksspiel, was die Witterung zur Saat und zur (späten) Ernte betrifft. Das letzte Frühjahr war sehr warm, die Saatbedingungen sehr gut. In diesem Jahr sieht das schon ganz anders aus, da wird wohl spontan noch umdisponiert werden.

              +2
              • Andi sagt

                Genau das ist noch das Problem. Berufskollegen die es schon einige Jahre probieren berichten von 15 bis, wenn es ganz gut läuft 40dt Ertrag. Die ganze Wahrheit dürfte bei 25 – 30dt liegen. Und dann musst du ja auch noch eine Anlage zum Toasten in der Nähe haben. Wir haben es heuer mal mit Lupinen versucht – schaun ma mal.
                Für Nichtbayern: Sehen wir einmal was bei der ganzen Sache herauskommt.

                +2
                • Reinhard Seevers sagt

                  500 Kühe, eigene Biogasanlage, dann kann man schon selber toasten….😉

                  0
                • Karl Timme sagt

                  Habe 10 Jahre Erfahrung (davon 5 Jahre im Lupinen Netzwerk). Nachdem die Rindviehaltung eingestellt wurde, wurde wegen fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten der Anbau eingestellt. Einiges Wissenwertes zur Lupine:
                  http://lupinen-netzwerk.de/
                  War konvi unterwegs. Nach der Saat, eine Glattwalze, Vorauflauf mit Spectrum Plus, nur PK Düngung, bei Gräser im Nachauflauf Fusilade MAX oder Select 240 EC.
                  Zur Futternutzung die Sorte Probor (höchsten Eiweißertrag je ha, über höchsten Eiweißgehalt.

                  +1
                • Karl Timme sagt

                  „dann kann man schon selber toasten….“
                  Reinhard, davon würde ich abraten.
                  Mein Berufskolege im Nachbarort (mit Biogasanlage) hat es versucht, um die Sojabohne für die Schweinefütterung nutzbar zumachen. Es ist eine genaue Temperaturführung notwendig, ist die nicht möglich sollte mann die Finger davon lassen.

                  +1
                • Ostbauer sagt

                  @ Karl Timme
                  Wir bauen seit 5 Jahren Lupine in die Fruchtfolge ein, ebenfalls „Probor“; kleinstes TKG und höchster Proteingehalt.
                  Ohne Herbizidbehandlung sind sie allerdings kaum erntewürdig und der „Schuss“ muss sitzen.
                  Wichtig ist vielleicht noch die Impfung, wenn da lange keine Lupinen gestanden haben. Wirkt sich markant auf den Ertrag aus, jedenfalls bei uns.
                  Lupine ersetzt bei uns einen großen Anteil an Soja.

                  +1
                • Karl Timme sagt

                  Ostbauer, ja ohne Impfen nicht zuempfehlen.
                  Habe mit der flüssigimpfung nicht so gute erfahrung gemacht. Torfbasierte Impfmittel sind längerhaltbar und hatten bei mir die bessere Wirkung.
                  Angefangen mit dem Betonmischer und Schahlbier (Empfehlung aus dem Ökobereich), dann nur noch schichtweiser Eintrag in die Pneumatikdrille, mit etwas Gieskannenwasser (vorsicht, nicht zuviel sonst läuft es unten raus).

                  0
                • Andi sagt

                  @RS
                  Warum bei Kühen toasten?
                  @Karl Timme
                  Haben es mit weißer Lupine versucht. Höhere Eiweißgehalte und höhere Erträge. Die neuen Sorten sollen nicht so anfällig für Anthracnose sein und bei 5 ha hält sich der Schaden noch in Grenzen, wenns wirklich in die Hose geht. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wie gesagt – schau mer mal.

                  0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Andi, ich bin ja kein Fütterungsexperte….es handelt sich bei dem Kollegen um einen „Hochleistungsbetrieb“ jenseits der 13000kg/Kuh ….
                  Geb mal nur das weiter, was andere dazu sagen:

                  „…..In anderen Untersuchungen, bei denen die Kühe deutlich leistungsstärker waren, führte die Verfütterung von getoasteten Sojabohnen gegenüber der nur getrockneten und ansonsten unbehandelten Variante durchaus zu Milchleistungssteigerungen, die unter anderem durch eine mögliche Erhöhung des UDP-Anteils infolge des Toastprozesses erklärt wurden. Bei der Gestaltung von Rationen mit vollfetten Sojabohnen müssen Sie deren Fettgehalt und folglich den Fettgehalt der Gesamtration im Auge behalten (Tabelle 1). Durch diesen hohen Fettgehalt bedingt, ist der Energiegehalt der Sojabohne wesentlich höher als jener von Sojaextraktionsschrot. …“

                  Es soll Mais als auch Soja getoastet und vermahlen werden.

                  0
                • Karl Timme sagt

                  Andi zu der Zeit waren die neuen Sorten (der weißen Lupine, nicht zu verwechseln mit der Blütenfarbe, auch die blaue Lupine blüht Sortenbedingt weiß) noch nicht am Markt.

                  0
    • Reinhard Seevers sagt

      „Wenn man mal in die Ernährungsberatungsseiten schaut, ist dort ein unglaublicher Müll an „Informationen“ unterwegs.“

      Es ist ja sogar die Bundesregierung, die mit Hilfe der Zeitschriften „Schwarzrotgold“ oder „Forschungsfelder“ Unwahrheiten und Falschmeldungen verbreiten lässt. Da muss sich doch keiner mehr wundern, wenn der Bürger sagt: „Kann doch nicht falsch sein, wenn es von offizieller Stelle kommt!“

      +5
    • Elisabeth Ertl sagt

      Kann mir jemand sagen, wie hoch in der Rinderfütterung der Energiegehalt von Heu verglichen mit Maissilage und verglichen mit Getreide ist?

      0
      • Brötchen sagt

        10,2 MJ Weide intensiv 1.Schnitt
        9,9 MJ Weide extensiv 1. Schnitt
        10,9 MJ Mais Ende Teigreife
        Maiskolben mit Hüllblättern 12,9 MJ
        Weizen 14,0 MJ

        +2
        • Brötchen sagt

          fürs Nachdenken und selber nachrechnen kann sowas aber schon sehr erhellend sein…

          Lautes Nachdenken wäre da auch hilfreich :).

          theoretische und prakt. Fütterung sind selbst für Fachleute verschiedene paar Schuhe.

          +1
        • Elisabeth Ertl sagt

          Ich hab ja keine Erfahrung mit Maissilage, aber jetzt weiß ich, dass Maissilage Ende Teigreife grob mit Weide vergleichbar ist, etwas besser halt. Jetzt geht es noch um die Frage der Vergleichbarkeit der Hektarerträge bei Weide und Maissilage – aufs Jahr gerechnet, um einen Eindruck vom Flächenbedarf für die Rinderfütterung zu haben.

          0
          • Brötchen sagt

            Elisabeth, da musst Du die spezis fragen….

            Maisilage wird um die 450 dt /ha angegeben.

            lass Dich von der Zahlenrelation nicht täuschen…. 0,6 MJ
            ist schon nicht zu vernachlässigen!

            Bsp. ein energiearmes Futter beim Schwein hat 12,6 MJ
            ein energiereiches 13,4 MJ

            Fürs Grobe wird es reichen…..es geht ja erstmal für die Futterplanung nur um grobe Relationen.
            Geht es ans füttern ist das wieder anders.

            +1
            • Brötchen sagt

              den ha Ertrag bei Mais müßtest Du noch in TS umrechnen….fällt mir noch ein.

              +1
            • Elisabeth Ertl sagt

              Meine Frage sollte nicht heißen, dass ich vorhabe, mir Kühe zuzulegen … 🙂
              Meine Frage ist wohl besser so formuliert:
              Welche Fläche füttert mir eine Kuh, die nur von Heu lebt (geht ja bei manchen Rassen theoretisch noch),
              welche Fläche eine, die nur von grüner Maissilage lebt (falls diese Frage Sinn macht)?
              Dass keine nur von Getreide lebt, ist schon klar.

              0
              • Brötchen sagt

                Ist mir schon klar, theoretisch könnte die Kuh 20 kg TS fressen, würde also mit heu gehen 25 kg milch.

                Entscheidend wäre jetzt der heuertrag. 😉

                0
                • Brötchen sagt

                  Heulage wäre ja auch noch zulässig, dann hättest du etwas mehr Spielraum, um zu gewinnen gegen Maissilage.

                  +1
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Als Nicht-Ackerbäuerin war mir wichtig zu verstehen, dass es da nicht um ganze Größenordnungen geht, sondern um eher kleine Spielräume.

                  0
                • Brötchen sagt

                  Ich warte gespannt auf die heuerträge mit vier schnitten😉

                  +2
                • Reinhard Seevers sagt

                  Die Theorie endet am Futtertisch. Entscheidend ist es, dass die Kuh möglichst viel TS aufnimmt, und da sind ganz viele Hebel zu betätigen.

                  0
                • Brötchen sagt

                  Ja wir planen jetzt erstmal Futter 😀. Futtertisch machst du dann.

                  +1
                • Elisabeth Ertl sagt

                  In den Tabellen, die ich finde, steht maximal 100 dt Heu bei mehrschürigen Wiesen, Maissilage steht dort nicht. Sorry, ich bin ein Greenhorn und weiß nicht, wie man 450 dt Mais in Trockensubstanz umrechnet. Hab meinen Grünschnitt noch nie abgewogen vor dem Trocknen 🙂

                  0
                • Brötchen sagt

                  Das muss man umrechnen weil die Energiewerte pro kg TS angegeben sind:

                  Heu hat 86 % wären dann 86 dt TS geerntet.
                  Maissilage wären bei 35 % 158 dt TS geerntet pro ha

                  Bedarfsnorm ist angegeben in NEL Nettoenergie Laktation.

                  für 8000 kg Kuh 19 kg TS Aufnahme und Energiebedarf 6,7 MJ NEL * 19 kg = 127 MJ NEL Kuh und Tag

                  Mais hat 6,52 MJ NEL je kg TS entspricht 19,4 kg TS Maissilage
                  Heu hat 5,85 MJ NEL je kg TS entspricht 21,7 kg TS Heu

                  bei den Erträgen wäre das dann

                  86 dt Heu entspricht 396 Futtertage

                  158 dt Maissilage entspricht dann 728 Futtertage

                  Problem wie von Reinhard angesprochen die 21,7 kg wird die Kuh wohl nicht ganz schaffen.

                  Fazit: mit Maissilage kann ich doppelt so viel Kühe vom ha füttern wie mit dem Ertrag von 100 dt/ha Heu.

                  disclaimer: wenn ich mich nicht verrechnet habe 😉

                  quelle: https://www.bergophor.de/documents/tabelle-richtzahlen-wiederkaeuer.pdf

                  +2
                • Thomas Paulke sagt

                  Bei 0,6 ct /kg

                  hätte ich mit Maissilage 26666 Euro Milchgeld vom ha

                  und mit Heu 13333 Euro

                  brauche also doppelt solange bis ich Millionär bin.

                  0
    • Gephard sagt

      Müsste man bei der Rechnung kcal/ha nicht auch den nötigen Energieeintrag mit berücksichtigen, damit das ganze eine Aussagekraft hat?

      0
  6. Dieter Euler sagt

    Mich verwundert es, dass über den folgenden Aspekt:

    „Jetzt noch ein Aspekt zur menschlichen Ernährung. Da in meiner Familie mehrere Familienmitglieder keine Kuhmilch vertragen, haben wir häufiger auch mal vegane Ersatzprodukte auf dem Tisch und wir haben uns oft schon die Zutatenlisten und insbesondere auch die Nährwerttabellen angesehen. Dabei ist uns aufgefallen, – ich füge Ihnen auch ein Beispiel im Anhang bei – dass die veganen Ersatzprodukte zwar den Geschmack imitieren, in Bezug auf den Ernährungswert aber völlig von dem Originalprodukt abweichen, um nicht zu sagen sogar minderwertig sind.
    Die Erzeugung von veganen Ersatzprodukten ist meist die Verlagerung der Wertschöpfung vom Bauernhof in die Fabrik.
    Dort wird aus Zutaten, die auf deutsch gesagt „Pfennigsprodukte“ sind, ein Produkt hergestellt, das dann einen vergleichbaren oder höheren Erlös bringt als Fleisch. Das ist ein tolles Geschäftsmodell, wenn man den anderen auch noch ein schlechtes Gewissen machen kann!“

    keine Reaktion erfolgt.

    +10
    • Reinhard Seevers sagt

      Weil es vielleicht nichts mit Landwirtschaft zu tun hat?
      Ist reine Industrieproduktion…..aber mit religiösem backround.😁

      +14
      • sonnenblume sagt

        Reine Industrieproduktion kann man so nicht sagen. Die Grundsubstanz kommt aus der Landwirtschaft, nämlich Soja. Grad wird von der Uni Hohenheim eine neue Sojasorte speziell für Tofu vorgestellt. Mit höherem Ölgehalt und besseren Anbaueigenschaften für Süddeutschland.

        0
        • fingerphilosoph sagt

          Es läuft selbstverständlich darauf hinaus, Landwirtschaft durch Industrieproduktion zu ersetzen. Der Landwirt ist ein Auslaufmodell, auch wenn das hier wahrscheinlich nicht so gern gehört wird.
          Auch die Industrie benutzt Grundsubstanzen aus der „Natur“, die durch Bergbau gewonnen werden. Wenn es dem Menschen gelingt, die Sonnenenergie vollumfänglich zu nutzen, ist genug Energie da, um auch die Grundsubstanzen selber herzustellen. Mit „Natur“ hat das dann nicht mehr viel zu tun. Mit „Leben“, so wie wir es kennen, auch nicht. So ist die Dynamik, vor der die meisten Menschen dann doch lieber den Kopf in den Sand stecken und sich gegenseitig versichern, wie wichtig die „Natur“ doch immer bleiben wird. Nur bremst dieses kindische Verhalten die Dynamik nicht im geringsten ab, sondern befeuert sie sogar.

          +1
          • Brötchen sagt

            FP kommt auf die Definition an, ist aber in meinen Augen Haarspalterei.

            Mit „Natur“ hat das dann nicht mehr viel zu tun.

            +1
          • sonnenblume sagt

            Dem ist wohl so. Aber irgendwie ist alles ein Widerspruch in sich. Man möchte Flora und Fauna wie vor 100 Jahren, Solavi und sonst was und auf der anderen Seite künstlich erzeugte Lebensmittel, wenn möglich sogar aus dem 3D-Drucker, die dann aber Geschmack und Konsistenz vom natürlich erzeugten Lebensmittel haben sollen.

            +2
          • Paulus sagt

            @ fi-phil, „Der Landwirt ist ein Auslaufmodell …“ Von wegen. 😉
            Du lebst doch in Frankreich. Dann solltest du auch wissen, dass die LW gerade
            in La Grande Nation einen einen hohen Stellenwert geniest, und auch ihre Produkte erheblich mehr geachtet werden als bei uns.

            Bis heute ist den Industrieprodukten der große Durchbruch nicht gelungen.
            Es fing vor etlichen Jahren mit Lätta-Margarine an. Nachdem die dummen Weiber auch davon nicht so schlank wurden wie die Werbefigur, schmierten sie sich wieder Butter aufs Brot. Der Hersteller Rügenwalder Mühle, der außer einer Teewurst nur versalzene ungenießbare Produkte zustande bringt, macht jetzt auch einen auf Veggi, angeblich mit viel Erfolg. Die machen sozusagen aus Scheiße Geld, tun aber so als würden sie damit einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit leisten. Irgendwann wird auch deren Klientel begreifen, dass sie in Wahrheit nur hoch verarbeitete Chemiepampe fressen.

            +3
            • Ferkelhebamme sagt

              Wenn die Leute für echte Wurst genauso viel zahlen würden wie für die Chemie-Pampea, könnten wir unseren Tieren Schlösser bauen. Hätten wir die gleiche Gewinn-Marge, hätte jedes auch noch einen eigenen Bediensteten.

              +3
              • Ferkelhebamme sagt

                Zum Vergleich: Aldi-Angebote:
                Veggie-Hack: 10,87€/kg,
                Schweinehack aus Haltungsstufe 3: 8,30€/kg,
                „Bauernglück“ Hack vom Schwein: 3,98€/kg.
                Schämt euch…

                +4
                • Inga sagt

                  Ja, Veggiehack ist moderner und ineteressanter, deshalb kann man es teurer kalkuliern.

                  Die anderen beiden noch mal 2 Preistufen
                  Das 1. vielleicht aus hochwertigen Schinkenflesich
                  das 2. aus Schulter und Rippenspeck!
                  So stelle ich mir das vor.

                  Die Marketingabteilung vergibt Namen dafür!
                  Nach wie verkauft es sich am besten!

                  .

                  0
                • Inga sagt

                  Da sollte man mal gegen die Marketingabteilung von Aldi vorgehen,
                  dass sie auf so eine Art eine ganze Berufsgruppe defamiert!
                  Gehört sich das?

                  Haben die das wirklich so nötig?

                  +1
              • sonnenblume sagt

                Bei Lätta zeigte die Waage den Erfolg oder Mißerfolg der Aktion. Aber beim Fleisch aus dem Labor spielt Naturschutz, Klima und eben Tierschutz die größte Rolle. Und das läßt sich nicht mit einer Waage messen. Somit sehe ich hier die weitaus größere Bedrohung der LW. Weil es für die Unternehmen sehr lukrativ werden kann, werden man alles daran setzen diesen Markt zu fördern. Ob es eine Nische bleibt, oder doch mehr Raum gewinnt bleibt abzuwarten. Aber Klimaschutz und Tierschutz werden die Projekte stark unterstützen.

                0
                • Andi sagt

                  Und vor allen Dingen tummeln sich hier viele finanzkräftige Investoren, Bill Gates und andere Milliardäre lassen grüßen. Geld mit dem man Meinung und Stimmung machen kann. Und mit schlechten Gewissen erzeugen und gleichzeitig die angebliche Lösung parat haben lässt sich noch mehr Geld scheffeln.

                  +1
    • sonnenblume sagt

      Ihre Familie kauft diese Produkte gelegentlich, weil sie gebraucht werden. Deshalb beschäftigen sie sich mit den Inhaltsstoffen. Das trifft sicher nicht für viele Personen zu. Somit setzt sich der größte Teil der Landwirte mit der Thematik auch nicht so intensiv auseinander. Ein Veganer kauft sie eher aus weltanschaulichen Gründen und vergleicht sie ganz sicher nicht mit dem Orginal. Hier wären umfassende öffentliche Informationen sicher gut, alleine um die Wertigkeit der Nahrungsmittel in Vergleich zu stellen. Wieder ein Thema für Bauer Willi? Aber das gehört schon eher in die Ernährungsberatung.

      +3
      • Inga sagt

        Ein gewissenhafter und ernährungsbewußter Veganer müßte das tun.

        Jeder aufgeklärte und gebildeter Bundesbürger sollte das tun.

        Ernährungskunde müßte zur Allgemeinbildung gehören!

        Eigentlich traurig, dass wir Volk das mit uns machen lassen!

        0
    • Andi sagt

      @Dieter Euler
      Keine Reaktion, als Folge von Resignation, weil jedem bewusst ist, dass wir wieder als billige Rohstofflieferanten abgespeist werden. Oder glaubt jemand im Ernst, dass die Preise z. B. für Lupinen oder Erbsen als Folge höherer Nachfrage durch die Decke gehen.

      +3
  7. Johann Maier sagt

    in Deutschland ist der Sojaverbrauch in den letzten 15 Jahren um ca. ein Drittel gesunken, so sind die Fakten

    +3
  8. Ralf Teichler sagt

    Meine Meinung ist, das die Politik
    nur noch Kapital orientiert ist und die Wissenschaft, die Fachleute und Praktiker egal in welcher Branche, grundsätzlich ignoriert werden. Fachbehörden werden nicht mehr für Beratung
    und Wissensverbreitung eingesetzt, sondern für Kontroll-
    wahn und Denunziation gegenüber der Gesellschaft. Egal über welchen Bereich der Landwirtschaft wir uns unterhalten
    gibt es nur noch Probleme, die durch staatlich Ausgebildete Landwirte, die nach gesetzlichen Vorgaben der Landes-, Bundes- und Eu Regierungen handeln. (finde den Fehler). Diese werden von gigantischem
    Bürokratismus überzogen, die von
    riesigen Verwaltungen kontrolliert werden welches weder vegane, noch vegetarische und schon gar nicht Fleisch essende Menschen satt machen. Für mich gehören Kühe auf die Weide und werden im Winter hauptsächlich mit Heu und Grassilage gefüttert.
    Die Kuh und die Wiederkäuer sind in der Lage aus für den Menschen (auch Veganer) nicht verwertbare
    Pflanzen (Gräser) in hochwertige
    Nahrungsmittel umzuwandeln.
    (höchste Veredlung die es gibt)
    So produzierte Nahrungsmittel sind gesund und nicht Klimaschädlich und fressen den Menschen keine Nahrung weg, So ergänzen wir unseren Teller, Kartoffen, Salat, Reis, Nudeln, Getreideprodukte usw. zu einer vollwertigen Ernährung.
    Schweine und Hühner verwerten nach meinem Verständnis Nahrungsabfälle die wir Menschen (auch Veganer) nicht essen mögen die aber für diese Tiere eine Delikatesse sind. So produziertes Schweinefleisch, Hühnerfleisch und Eier sind gesund und belasten
    die Umwelt in keinster Weise.
    Das, was die so gehaltenen Tiere verwerten ist von der Natur so vorgesehen. Mit der Natur im Kreislauf wirtschaften muss das Ziel unseres Wirtschaften sein.
    Was das ganze schädlich macht ist die Massentierhaltung.
    Warum machen wir dieses?
    Damit die Tiere, egal ob Kuh, Schwein und Huhn, geplant für die Versorgung der industriellen Verarbeitung hergestellt werden.
    (durchtakten von Schlachtbändern) So werden Milch, Fleisch, Eier usw. in Massen zu ruinösen Preisen produziert und die Umweltfolgen werden auf die Landwirte abgewälzt, die immer weiter mit dem Rücken zur Wand stehen.
    Ein befreundeter Ackerbauer sagte, wenn das so weitergeht ist in 5 Jahren kein Gemüsebauer mehr in seiner Region übrig und bei uns geben die Rinderhalter reihenweise auf.
    Dazu kommen unsinnige Auflagen,
    der Wolf usw. die ein normales Kreislaufwirtschaften unmöglich machen.
    Achtung dieses wird es nicht zum
    Preis von 50ct für Milch, 1,50€ für Schnitzel, 20ct für Ei geben.
    Ein Direkvermarkter mit täglichem Kontakt zu Kunden
    einer Großstadt. Die Menschen sind froh und dankbar direkt vom Erzeuger kaufen zu können.

    +13
  9. Wilhelm Harms sagt

    @Reinhard Seevers
    RTL (Hartz IV TV) tägliche Klimasendung ähnlich „Alles Wissen“ mit den entsprechenden Halbwahrheiten gemäß dem von 16 jährigen entfachten Strohfeuer das sich zum Großfeuer entwickelt ?
    Mein Herz hat Angst !
    Ach hier muss wieder ein Schuddiger benannt werden und wer kann das sein ?
    Nur eine Gruppe mit einer schwachen bis gar keiner Lobby – also zieht euch warn an !

    @ Martin
    Wie recht dein Lehrer hat !
    Toller Satz !

    Und zuletzt:
    Klima: Mittelwert aus der Summe von Wetter über 50 bis 100 Jahre !
    Alles andere ist Vereinfachung die wieder dem Satz von Martins Lehrer unterworfen ist !!!

    Und dann noch Klimageschichte.
    Ob das alles normale klimatische Schwankungen sind oder menschengemacht kann nur schwerlich gesichert bewiesen werden.
    Eis- und Sommerzeiten hat und wird es immer geben und kommen und gehen in Abständen von 100 bis 500 Jahren.
    Das ist bewiesen!

    +3
  10. Kirsten Wosnitza sagt

    Dieter Euler hat sehr viele Punkte richtig beschrieben. Ich möchte dennoch ergänzen

    Auf der Fläche der Maissilage und – wenn kein Dauergrünland verwendet – des Acker Grases hätten auch Früchte stehen können, die vom Menschen verzehrt werden. Die Aussage – das Futter sei nicht zur menschlichen Ernährung geeignet – hinkt hier leider.

    Leider ist es auch so, dass Rinder immer weniger vom absoluten Grünland ernährt werden. Die Bullen fressen Maissilage, die Kühe werden immer mehr zum Schwein gemacht, indem der Mais in der Ration steigt.

    Wenn es Kühe schaffen, 4000 kg Milch und Erhaltungsbedarf aus dem Grundfutter zu machen, dann kommen immer noch 2 oder 3 oder 4000 Liter Milch aus Kraftfutter. Angebaut auf Flächen….. Sie wissen was ich sagen will.

    Tiere in der Landwirtschaft im Kreislauf eingesetzt, als Resteverwerter usw.

    Das ist ein System, für das wir uns einsetzen sollten anstatt etwas zu verteidigen, das immer negativere Auswirkungen hat – und von dem wir Bauern nicht einmal leben können.

    Ich nehme gerade bei den Bio Kollegen eine wachsende Besorgnis wahr. Denn gerade ihre Kunden wären noch am schnellsten bereit, sich vom Fleisch zu verabschieden und auf vegan umzuschwenken. Daher auch neue Initiativen zum Bruderkalb, kuhgebundener Aufzucht usw.

    Wie gesagt, Herr Euler hat vieles hervorragend beschrieben. Nur sollten wir vor der Realität nicht die Augen verschließen. Es wird uns einholen.

    Eine konventionelle Milchbäuerin, die Getreide verfüttert.

    +5
    • Reinhard Seevers sagt

      „…die Kühe werden immer mehr zum Schwein gemacht, indem der Mais in der Ration steigt.“

      Die Milchviehhalter, die die Physik des Kuhmagens nicht verstehen, würden nie bis zu 15000kg zu erzeugen in der Lage sein.

      „Sie wissen was ich sagen will.“
      Nee, ganz sicher nicht.

      +1
      • Elisabeth Ertl sagt

        Natürlich gefütterte Kühe schaffen 8 Laktationen locker, der Schnitt in der EU ist aber unter zwei. Warum, weil die Kühe auch eine angepasste Kraftfutterration nicht länger durchhalten ohne erheblichen Leistungverluste.

        +1
        • Reinhard Seevers sagt

          Israelische Kühe haben im Schnitt die doppelte Leistung, wie unsere. Deren Lebenszeit liegt dennoch bei 6 Jahre. Es ist auch eine Frage des Könnens und der Nachhaltigkeit.

          0
          • Inga sagt

            und es liegt auch an der Stallkonstruktion
            die haben die besseren Architekten….

            😉

            Sie können bestimmt bessere Offenställe bauen,
            wo mehr Sonne rein kommt!

            Vielleicht haben die auch bessere Bodenqualitäten, wo bessere Pflanzen für das Kuhfutter wachsen!?!

            Aber wenn bei uns eine Kuh 30 – 40 Liter tägl. gibt
            dann müßte da ja eine Kuh 60 – 80 Liter geben?
            Und wie ist der Fett- und Eiweißgehalt?

            Man zeigt unseren Milchbauern schon 60 – 70 Jahre,
            seit der

            GRÜNEN REVOLUTION

            wie sie das letzte an Potential aus der Kuh rausholen!

            Da wird ja auch dran geforscht!

            0
            • Seevers Reinhard sagt

              Nee Inga, die müssen ihr Kühe vor Sonne und Hitze schützen und haben dennoch höhere Leistungen…..hat mit Know how zu tun……ach Inga.

              0
        • Arnold Krämer sagt

          Dass Kühe nicht mehr besonders alt werden, hat im Wesentlichen 2 Gründe.
          1. Die Tiere haben ein sehr hohes genetisches Potential, das von vielen Landwirten nicht ausgefüttert werden kann. In der Folge zehren sie von der Substanz, werden nicht wieder trächtig und müssen folgerichtig zum Schlachter.
          2. Die meisten Milchviehhalter ziehen alle weiblichen Kälber selbst auf. Da je Jahr durchschnittlich etwa 0,5 weibliche Kälber geboren werden, steht dann alle 2- 3 Jahre eine neue Färse (Jungkuh) als Ersatz der Mutterkuh zur Verfügung, die im Zweifelsfall ein höheres Leistungspotential hat als die Mutter. Also ersetzt man damit oft die Altkuh. Die Alternative dazu ist die Belegung der weniger zur Zucht geeigneten Kühe mit Bullen von Fleischrinderrassen, z. B. Blau-Weiße-Belgier. Das wird mehr und mehr auch praktiziert. Die Nachkommen sind als weibliche Kälber zur Kälbermast, die männlichen zur Bullenmast gut geeignet. Nur wenn es bei den klassischen Anpaarungen in den Milchviehbetrieben, die so verfahren, zuwenig Geburten weiblicher Kälber gibt, hat der Landwirt möglicherweise ein Problem mit der Remontierung (Ersatz der Altkühe).

          +1
          • Elisabeth Ertl sagt

            Kann das nicht auch ein Grund sein, warum zuviel Rindfleisch auf dem Markt ist?
            Hier ein Beispiel für einen Bio-Milchbetrieb im östlichen Kärnten mit Weidegang auf Kurzrasenweide, minimalem Kraftfuttereinsatz und Direktvermarktung von A2-Heumilch. Die Kälber (Jersey) werden 4 Monate gefüttert, am Hof geschlachtet und ebenso direkt vermarktet. Da schaffen die Kühe eben 8 Laktationen. Inhaberin ist die Agrarsprecherin der Grünen im österreichischen Parlament. Sie erklärt hier ausführlich die Betriebsphilosophie – nicht als bio-logisch, sondern als logisch. Klingt für mich überzeugend. Bei 8 Laktationen kann man die Zuchtkalbinnen viel besser selektieren.
            https://www.bauertothepeople.at/2021/01/16/b2p020-olga-markus-voglauer-biohof-kumer-bio-kmetija-pri-kumru-logische-landwirtschaft-mit-jersey-kuhen-und-direktvermarktung/
            Aber etwas irritiert mich doch:
            Dass für lokale Stammkunden produziert wird und daher Wiener Touristen als Kunden abgewiesen werden, ist verständlich. Vor den Kopf allerdings stößt die Begründung: Die Wiener sollten bei ihren regionalen Betrieben einkaufen gehen.
            Was bedeutet denn regional im Fall einer Zweimillionenstadt??? Ich hab ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass die Milch, die ja tendenziell immer mit relativ kurzen Transportwegen vermarktet wird, in Wien aus einem Radius kommt, der bis ins westliche Niederösterreich reicht. Das ist fast so weit wie das östliche Kärnten ….
            Was versteht diese Abgeordnete unter regional????

            0
            • Reinhard Seevers sagt

              Zitat aus dem Link:“Vom klassischen landwirtschaftlichen System, so die beiden, könnten sie mit ihren 15 Kühen und ca. 85.000 Litern Milch pro Jahr nicht leben.“

              Da ist doch schon die Antwort, zu wenig Milch, weil zu geringe Tierzahl und zu geringe Leistung. Da ist es doch logisch, die Wertschöpfung über die Mast und „Bio“ zu erhöhen, nichts weiter, nichts mehr…..es geht immer um Kohle, nichts anderes. Und andere haben sich eben entschieden 1200Kühe mit 12000kg/Kuh zu halten, nicht mehr und nicht weniger. Wenn man jetzt Religion und Ideologie weglässt, kann man evtl. beiden zugestehen, dass sie zur Ernährung und Eigensicherung beitragen.
              Wenn man den einen als den „Besseren“ darstellt, dann nur um dessen Einnahmen zu sichern und sich selbst ein gutes Gewissen einzureden.

              +5
            • Smarti sagt

              Ich mag keine 4 Monate alten Kälber schlachten lassen… lieber lasse ich die Tiere auf der Weide erwachsen werden und lasse sie mit 4-8 Jahren al junge Milchkuh schlachten, wenn es zuviele werden ( und es sind immer zu viele ).

              0
              • Elisabeth Ertl sagt

                Kann ich emotional verstehen. „Urs-Niggli-Landwirtschaft“ ist halt eher das, was die Voglauers machen. Kommt allerdings auch drauf an, welche Flächen man zur Verfügung hat. Auf entlegenen steilen Almen z.B. kann man keine Milchtiere halten. Die sind mit Fleischtieren ideal genutzt, ob nun Rinder, Schafe, Ziegen, Yaks ….

                0
              • Schorsch Summerer sagt

                Genau so ist es. Noch dazu habe ich in meiner Nähe gar keine ausreichenden Weideflächen. Was mir auch sauer aufstösst sind die Kälber und Jungkuhexporte in bestimmte Länder die es mit dem Tierschutz nicht so genau nehmen und dann solch hässlichen Bilder produzieren wie auch vor kurzem erst wieder.

                +2
          • Inga sagt

            Aber warum kann das hohe genetisches Potential, von vielen Landwirten nicht ausgefüttert werden?

            0
              • Elisabeth Ertl sagt

                Das geht nicht ohne Digitalisierung, wie der hier vorgestellte Betrieb es erklärt: https://www.bauertothepeople.at/2021/01/16/b2p017-markus-gruber-high-tech-milch-meets-tradition
                Es werden viele Stoffwechseldaten bei jedem einzelnen Tier gesammelt, und der Computer stellt die optimale Futtermischung zusammen.
                Die Frage, die sich mir da halt stellt: Was bringt es, einem Wiederkäuer durch Hochleistungszucht das Wiederkäuerplus, nämlich mit Grünfutter auszukommen, immer weiter abzuzüchten?

                0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, lies mal die Historie der HF-Zucht von den Brüdern Brade. Da kannst du sehen, dass es bereits vor dem WKII in Ostpreußen Zuchtbetriebe gab, deren Kühe ohne Computer und ohne Silage, ohne Soja und ohne Mais, 14000kg Milch gaben.
                  Wunder oh Wunder…..

                  +1
        • Smarti sagt

          Bei Zweinutzungskühen Fleisch/ Milch werden etwa die Hälfte der weiblichen Kälber aufgezogen, und im zweiten Lebensjahr mit einem Bullen auf die Weide gestellt. Man könnte jetzt auch die Rinder ( wie in der Mutterkuhhaltung ) „einfach“ mit zwei Jahren schlachten. Dann fehlt aber das Kalb zum Verkauf ( 200 – 500.- ). Auch gibt eine gute junge Milchkuh etwa das Doppelte an Erlös, wenn man sie verkaufen kann.
          Solange aber die Kuhzahl am „abnehmen“ ist, ist die Differenz von der Nutzkuh zur „Schlachtkuh“ aber so minimal – dass man bei den älteren Kühen schneller mal den Schlachter holt- nur um die „Nachrücker“ nicht zu verscherbeln. Wir selber sind auch der Meinung, dass es tierfreundlicher ist, eine kleine Herde Kühe ohne Stress zusammen zu schlachten, als die Stallgenossinen „ins Ausland“ zu verkaufen.
          Solche Schlachtkühe sind nicht krank und könnten auch noch lange leben – nur muss es sich der Landwirt auch leisten können… aus diesem Grund ist das Abgangsalter kein Indiz für falsche Haltung oder Fütterung.
          Landwirte die jetzt noch einen Betrieb führen, machen schon vieles richtig. Sie haben nur gerade den falschen Beruf.

          +5
          • Smarti sagt

            Anmerkung: die Kälber, die wir verkaufen werden als Weiderinder vermarktet. Die Nachfrage nach den Kälbern ist gross.

            +1
    • Monika Hintze sagt

      Ist alles Getreide dass sie anbauen mit Sicherheit als Getreide in Lebensmittelqualität vermarktbar? Jede Kartoffel eine Speisekartoffel? Jeder Acker geeignet für den Gemüseanbau?

      +4
      • Elisabeth Ertl sagt

        Die Frage ist, WELCHE Tiere man in welchem Ausmaß damit füttern sollte.

        0
    • fingerphilosoph sagt

      In der Vergangenheit haben Eis- und Kaltzeiten verhindert, dass die Landmasse unseres Planeten zu sehr verwaldet ist. Urwälder, aber mehr noch Grassteppen und Savannen bildeten über Jahrmillionen den natürlichen Bewuchs der Landflächen. Diese Grassteppen waren von riesigen Tierherden bewohnt, und von denen hat sich der Mensch hauptsächlich ernährt.

      Getreide-, Mais- und Reisfelder gibt es nur in von Menschen bebauten Kulturlandschaften. Ein Getreidefeld ist genausowenig natürlich wie ein im Stall gehaltenes Schwein. Doppelt unnatürlich und deshalb umso aufwändiger ist es, im Stall gehaltene Tiere mit Getreide oder Mais zu füttern. Ich stimme Frau Wosnitza zu, dass diese Art der Landwirtschaft im Grunde genommen „von hinten durch die Brust ins Auge“ ist. Deshalb Veganer zu werden, ist jedoch der falsche Weg: das ist dann von hinten durch die Brust ins Knie und von dort ins Auge, also noch unnatürlicher als doppelt unnatürlich.

      Andererseits verstehe ich nicht wirklich, warum Schweine und Hühner heute nicht mehr mit Essensabfällen gefüttert werden dürfen. Da könnte man der Lebensmittelverschwendung doch tatsächlich entgegenwirken und die Tiere hätten abwechslungsreicheres Futter.

      +4
      • Mark sagt

        „Andererseits verstehe ich nicht wirklich, warum Schweine und Hühner heute nicht mehr mit Essensabfällen gefüttert werden dürfen.“
        Das hat seuchenhygienische Gründe, damit kann man heutzutage alles rechtfertigen.
        Sogar die Stallhaltung! Natürlich hat Wonsitza nicht recht, wenn sie behauptet, mit Maisfütterung macht man die Kuh zum Schwein. Das Schwein als „Allesfresser“ kann auch pflanzliche Kost verwerten, während das Rind eben nur pflanzilche Kost benötigt. Im Übrigen wird an Kühe Silomais, als die die gesamte Maispflanze verfüttert, während das Schwein mit Körnermais, LKS oder CCM gefüttert wird (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es ist eben nicht von „hinten durch die Brust übers Knie ins Auge“, sondern in hohem Masse efficient, Rinder aus einer Mischung von Getreide, Mais Grünlandgras oder auch Ackerkleegras zu fütttern, zum einen was die Nährstoffversorgung und die Leistung (Fleisch und Milch) , zum andern die dadurch entstehende Fruchtfolge betrifft. Also in doppelter Weise natürlich sinnvoll. Weide ist, mit Ausnahme niederschlagsreichen Küsten- und Alpenrandregionen unefficient und im übrigen in weiten Teilen unseres kleinstrukturierten, dicht besiedelten, von Verkehrswegen durchschnittenen Landes schlicht nicht möglich.

        „….die Tiere hätten abwechslungsreicheres Futter. “ Na aber hier vermenschlicht wohl jemand die Tiere aber gewaltig. Noch nie was von TMR gehört 🙂

        +5
            • Inga sagt

              also die ganze Pflanze mit Koben und Körnern?

              oder auch noch das Milchfutter in Schrotform dabei?

              0
              • Schorsch Summerer sagt

                Alle Silagen zusammengemischt und mithilfe von Getreideschrot und Eiweiskomponenten auf eine definierte Milchleistung nach Energie und Rohprotein abgestimmt.
                Entweder für alle laktierenden gleich aber niedriger z.B. 28l bis 30l oder es werden die Tiere in mehrere Laktationsgruppen eingeteilt und das Futter entsprechend der Leistung der Gruppe gemischt.
                Vereinfacht beschrieben.

                +2
        • fingerphilosoph sagt

          @ Mark
          Effizienz als Qualitätsmerkmal spielt in evolutionär-natürlichen Prozessen nicht die entscheidende Rolle, und zwar deshalb nicht, weil es in der Evolution keine vorgegebenen Ziele zu erreichen gilt. Effizienz ist ein Merkmal, das menschlich-technischem Leistungsdenken entstammt, das du hier unreflektiert auf die Kuh überträgst, indem du sie auf ihre Milchleistung reduzierst. So funktioniert die „Natur“ (im Sinne von sich selbst organisierenden Systemen) aber nicht. Natur ist Verschwendung und eben das eröffnet neue Lebensräume für neue Arten, die sich von diesem Überfluss ernähren. Wenn die Hälfte aller Äpfel unterm Baum verschimmelt, ist das für den Baum ineffiziente Überflussproduktion , dient aber Wespen und anderem Getier als Nahrung, auch wenn der Baum selbst nichts davon hat. Grünes Laub ist ineffizient: die Pflanze nutzt nicht das ganze Lichtspektrum für ihr Wachstum, sondern lässt das Spektrum, das unserem Auge grün erscheint, ungenutzt.
          Deshalb wird das Geschwätz von der Nachhaltigkeit natürlichen Prozessen ja überhaupt nicht gerecht. Je komplexer ein System ist, desto weniger effizient und nachhaltig ist es.
          Effizienz ist eine technische Kategorie, die wir in die Natur bloß hineininterpretieren und das verändert schließlich auch das Landschaftsbild. Aus Natur wird Kulturlandschaft.

          Mir scheint, die Nutztiere werden eher durch TMR vermenschlicht, schließlich ist es der Mensch, dessen Nahrung von den Jahreszeiten kaum noch beeinflusst wird und der Tag für Tag mehr oder weniger dasselbe in sich hineinstopft. Die Nahrung von Wildtieren ist hingegen schon deshalb abwechslungsreich, weil sie fressen, was in den verschiedenen Jahreszeiten im Angebot ist und bisweilen hungern sie auch.

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            FF, wie ernährt man dann 8Milliarden Menschen aus deiner Sicht richtig? Ruhig Mal welche verhungern lassen? 😳

            0
            • fingerphilosoph sagt

              Reinhard, es geht drum, den Mythos zu zerstören, dass der Mensch mit der Natur im Einklang leben (kann). Der Mensch zerstört die Natur, indem er sie funktionalisiert und vorgegebenen Zielen unterordnet. Vielleicht sollte man auch nicht von Zerstörung reden, sondern von Transformation. Der Mensch verwandelt Natur in eine technische Umwelt, und Landwirtschaft ist Teil dieses Umwandlungsprozesses.

              Wir drehen uns in den Diskussionen doch ständig im Kreis, weil wir uns das nicht eingestehen wollen. Die Natur ernährt keine 8 Milliarden Menschen, das kann bloß die Landwirtschaft, die mit Natur nun mal nicht mehr sonderlich viel zu tun hat.

              +3
              • Reinhard Seevers sagt

                OK, jetzt hab ich es verstanden!☝️
                Und ja, wir sollten es so kommunizieren, wie du vorschlägst.

                +2
                • Inga sagt

                  Da wird ja auch dran geforscht!
                  Nur wer die Natur auf dem Land kennst und versteht kann ihr etwas Essbares abringen ohne ihr großen Schaden zu zu fügen! So wenig wie nötig

                  Das kann nur so einer, der da Land versteht und bewirtschaftet, eben der Landwirt!

                  0
            • Mark sagt

              „Effizienz als Qualitätsmerkmal spielt in evolutionär-natürlichen Prozessen nicht die entscheidende Rolle,“ das behaupte ich auch nicht. Ich bin jedoch durchaus der Ansicht, dass wir unsere Kulturlandschaft/Agrarlandschaft mit Ackerbau, Grünlandwirtschaft und Nutztierhaltung möglichst effizient gestalten sollten, um so möglichst viel weitgehend unberührte Naturlandschaften erhalten zu können. Wenn wir Resourcen auf guten Standorten verplempern mit Bullerbülandwirtschaft, und dies dann auch noch global als den Weg der Zukunft verkaufen, werden wir künftig auch die letzt irgendwie mögliche Ecke des Globus für Bullerbülandwirtschaft nutzen müssen um eine Ernährung den Größteil der Menschen erzeugen zu können, der Anteil deren, die quasi nix abbekommen wird dann ohnehin ansteigen.

              +5
              • fingerphilosoph sagt

                Der springende Punkt ist, dass Bullerbülandwirtschaft um keinen Deut „natürlicher“ ist als High-Tech-Landwirtschaft. Im Gegenteil wird die Bullerbülandwirtschaft die Prozesse in der Landwirtschaft erst recht technisieren, denn anders funktioniert sie gar nicht.

                Es gibt auch keine „unberührten Naturlandschaften“ mehr. Wir lügen uns doch ständig selbst was in die Tasche. Und damit kommen wir nicht weiter.

                +1
                • Mark sagt

                  “ Es gibt auch keine „unberührten Naturlandschaften“ mehr“
                  Na gut, weitgehend unberührte Naturlandschaften (z.B. in Nordostsibirien). Aber ich denke, wir sind uns ansonsten einig, und damit sind wir schon ein Stück weiter.

                  +1
                • fingerphilosoph sagt

                  @ Mark

                  Ah ja, Nordostsibirien: ist das nicht da, wo die Russen Bergbau (Bleiminen) betreiben und ihre neuesten Waffen testen?

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                • mark sagt

                  @ f..ph
                  Nö, ich meinte noch weiter hinten …

                  0
              • Reinhard Seevers sagt

                Genau Mark, wenn die Israelis nach unserer grünen Denke handeln würden, hätten sie gar keine Milchprodukte und müssten sie z.B. aus Neuseeland importieren.

                +2
          • Paulus sagt

            @Fi-fhil, dein letzter Satz trifft leider nur sehr bedingt zu. Wildtiere werden nicht nur in unseren Breiten gefüttert, und auch nicht nur in Notzeiten.
            Ich kann versichern, dass z.B. das Rot- und Rehwild, auch das Schwarzwild, mitunter gefüttert werden als hätte man es mit Mastvieh zu tun.
            In den Staatsforsten war es schon immer so. Die hatten an den Kahlschlägen Rübenbunker und Heulager, nur damit gewisse Ministerialbeamte zu Schuss kamen. Nach erfolgreicher Nachsuche überreichte der Förster einen Bruch mit einem gequälten Waidmannsheil. In Frankreich ist es noch viel schlimmer. Da werden Fasane aus Volieren freigesetzt, die können noch nicht einmal fliegen.

            +3
    • Sadtmensch sagt

      „Denn gerade ihre Kunden wären noch am schnellsten bereit, sich vom Fleisch zu verabschieden und auf vegan umzuschwenken.“

      Warum? Wollen die Treibhausgase sparen? Wo soll der Ökologische Landbau seinen Dünger herbekommen? Mit Kompost allein wirds nicht gehen. Ob ich in den Zersetzungsprozess von Biomasse noch eine Kuh einbaue oder nicht, spielt in der THG-Gesamtbilanz kaum eine Rolle! Kohlenstoffverbindungen können nicht aus dem Nichts entstehen oder verschwinden. Sie bleiben hier in diesem Fall immer im biologischen Kohlenstoffkreislauf. Der Einzige „Verlust“ besteht darin, dass die Kuh ihrer Lebensfunktionen aufrecht erhalten muss (Körperwärme, Muskeln). Das wiegt die „Entkohlung“ des Bodens, die durch Grünlandumbruch entsteht und die Verwendung von synthetischem N-Dünger (10KWh/kg) nicht auf. Hat das schon mal jemand gemessen? (Energiegehalt Kuh-Input minus Energiegehalt Kuh-Output) x Kuh-Lebensjahre – Energiegehalt Kuhkörper? Interessiert mich wirklich…

      +1
      • Reinhard Seevers sagt

        „(Energiegehalt Kuh-Input minus Energiegehalt Kuh-Output) x Kuh-Lebensjahre – Energiegehalt Kuhkörper?“

        Pauschal kann man schon Mal sagen, dass je höher die Milchleistung, umso weniger Kühe!😉

        +2
      • Thomas Apfel sagt

        Der synthetische N-Dünger, im von Dir zitierten Fall KAS (1 kg N benötigt 38-40 kwh in der Herstellung von KAS und 3 kwh in Distribution und Ausbringung) „verbraucht in Herstellung und Ausbringung rund 10 kwh je Kilogramm. Allein der Mehrertrag durch Mineraldünger ggü. Bio von z,B. 4 to/ha Weizen ist das Dreifache der über den Dünger eingesetzten Energie. Die Stickstoffversorgung bei Bio über Gründung und organische Wirtschaftsdünger dürfte übrigens bilanziell eher mehr Energie verbrauchen.
        Ist tatsächlich komplex, aber solche Betrachtungen finde ich bei meiner wenigen zur Verfügung stehenden Zeit für Recherche leider nicht. Die gibt es bestimmt, meist sind sie bei genauerer Betrachtung aber schon tendenziös angelegt. Da würde es wirklich mal Jemanden brauch, der das „auseianderfitschelt“.

        0
        • Brötchen sagt

          Stadi, das ist im Ansatz reine Tierernährung und Stoffwechselkäfig.

          Für die Fütterung wird das alles akribisch ausbalanciert.

          Den Anwendungsfall, den du haben willst, müßte man aus der Tierernährung bilanzieren.

          Im Prinzip sind das ja nur grobe Überschlagsrechnungen.

          Die Größe ist NEL Nettoenergie Laktation

          z.B. hier
          https://www.bergophor.de/documents/tabelle-richtzahlen-wiederkaeuer.pdf

          den output kannst Du über die Milchleistung ganz einfach kalkulieren.

          Dann hast Du noch den Methanausstoß und den Stickstoff in Kot und Harn bzw. den Kohlenstoff.

          Du willst jetzt genau was haben?

          was der Umsetzungsprozess Kuh Verluste hat?

          0
          • Brötchen sagt

            In der Tabelle beträgt der Grundumsatz ca. 35 MJ und bei einer Milchleistung von 25 kg 120 Mj ( incl. Grundumsatz)

            Milch 2,7 MJ / l wären dann 67,5 MJ, der Rest wäre dann grob der Verlust.

            Die Kuh wiegt sagen wir 700 kg, davon ist 55 % Schlachtausbeute davon 10 % Knochen.

            Sind ca. 340 kg „verwertbare“ Masse. Könnte man grob mit einem Energiewert multiplizieren.
            7,12 MJ/ kg = 2420 MJ
            Dann noch Verluste, sagen wir 0,5 % Abgänge gestorben oder nicht verwertbar.
            Kot und Harn und Methan kann ich noch raussuchen..

            Aufzucht steht auch in den Tabellen.

            0
            • Reinhard Seevers sagt

              Was machen denn die Fleischverzichtsforderer, wenn wir Soja vollständig durch andere Komponenten ersetzt haben? Suchen sie sich neue Felder der Hetze oder sagen sie: „Super, jetzt können wir wieder ruhigen Gewissens Fleisch konsumieren!“
              Die Landwirtschaft sollte schnellstmöglich und ganz laut kommunizieren, wenn der ein oder andere dies bereits umsetzt. die letzten Versuche und die ersten Praxisanwendungen zeigen doch gute Ergebnisse.

              0
              • Brötchen sagt

                Reinhard Hubraum kann man nur durch Hubraum ersetzen…

                bis jetzt sehe ich nichts, was Soja das Wasser reichen kann!
                Vom Futterwert und von der Wirtschaftlichkeit her.
                Dafür muss noch richtig gezüchtet und Anbautechnik verbessert werden.

                „„Super, jetzt können wir wieder ruhigen Gewissens Fleisch konsumieren!“

                Das eine ist der „verwertungstechnische“ Hintergrund.

                Meines Erachtens ist das aber nur vorgeschoben, der gewichtigere ist ein psychologischer!

                Die Gesellschaft ist zu einer reinen „Holiday ich kann doch keinem weh tun Hippieverein, ich hol mein Geld von der Sparkasse“ verkommen. siehe auch Mietendeckel (ich habe Anspruch in Bln Mitte für 550 € warm zu wohnen)

                Das man etwas machen muss, was „ungenehm“ ist, wird verdrängt oder ist „ausgelagert“.
                Dadurch muss sich der einzelne damit nicht mehr beschäftigen und das psychologisch verarbeiten.

                Im Prinzip die Infantilisierung der Gesellschaft.

                Das hast Du auf allen Ebenen.

                Fleischverzicht ist da nur ein Symptom.

                Deswegen drehn die jetzt auch alle am Rand, weil die ganze Bespaßungsbranche wegfällt.

                Dafür hat ein Tierhalter gar keine Zeit.

                +2
                • Brötchen sagt

                  Ja sicher geht das, aber Soja ist Preis Leistung unschlagbar! Bisher!

                  Du kannst mit Soja viel mehr heimisches Getreide verwerten!

                  Und darum geht es vorrangig!

                  Ist bei Bio noch viel bedeutender!

                  Soja ist da aber auch so eine Art Tabu.

                  +1
                • Ferkelhebamme sagt

                  Bei Mastschweinen kann man Soja problemlos austauschen, wir füttern seit letztem Jahr eigene Ackerbohne als Eiweißträger, klappt wunderbar.
                  Bei Sauen und Ferkeln ist das aufgrund des Bedarfs an höherwertigen Aminosäuren nicht so einfach möglich!

                  +1
    • Arnold Krämer sagt

      „Denn gerade ihre Kunden wären noch am schnellsten bereit, sich vom Fleisch zu verabschieden und auf vegan umzuschwenken“.
      Dann sollen sie doch!
      Aber gleichzeitig sollen sie mit ihrem Eifer die Mitmenschen und die Landwirte in Ruhe lassen, die nicht bekehrt werden wollen und auch nicht bekehrt werden müssen, weil Fleischverzicht mit Welt- und Klimarettung nichts bis sehr wenig zu tun haben.

      +7
      • Inga sagt

        „Aber gleichzeitig sollen sie mit ihrem Eifer die Mitmenschen und die Landwirte in Ruhe lassen, die nicht bekehrt werden wollen “

        ist eine Frechheit,

        Gehört es nicht zum „Guten Ton“
        unerer freiheitlich demokratischen Gesellschaft, dass wir so etwas nicht tun?

        0
    • Dieter Euler sagt

      Wenn Sie statt des Tierfutters etwas anderes anbauen, dann sollte das erhährungsphysiologisch Fleisch, Milch oder Eier ersetzen. Zur Rinderfütterung ernten Sie Mais überwiegend als Ganzpflanze mit entsprechendem Ertrag/ha. Auch Getreide eignet sich nicht so einfach als Ersatznahrung. Also Soja, Lupine etc. mit entsprechend viel niedrigerem Ertrag. Auch wenn nur ein Teil der tierischen Produkte ersetzt werden soll, müssen diese Zusammenhänge schon beachtet werden.
      Diese Ausgangsprodukte können aber nicht im Originalzustand sondern nur nach Verarbeitung mit unterschiedlich hohen Verarbeitungsverlusten von Menschen verzehrt werden (dabei fällt auch oft Futter an). Und dann ist die benötigte Anbaufläche wohl nicht mehr so verschieden.

      +2
      • Elisabeth Ertl sagt

        Fleisch statt Soja: ja. Es bleibt aber die Frage, ob das jetzige Maß an Fleischkonsum nötig ist für die gesundheitlich relevante Eiweißversorgung, und das glaube ich nicht.

        +1
        • Seevers Reinhard sagt

          Das ist eine individuelle Frage…..es gibt mongolische Steppenvölker, die sich ausschließlich mit tierischen Produkten ernähren
          Außerdem hatten wir die Diskussion bereits tausendmal, Wir retten weder die Gesundheit von 8 Milliarden Menschen, noch haben wir irgendeinen Einfluss darauf. Ich finde diese ständige paternalistische Weltsicht zunehmend ermüdend.

          +5
    • firedragon sagt

      „Auf der Fläche der Maissilage und – wenn kein Dauergrünland verwendet – des Acker Grases hätten auch Früchte stehen können, die vom Menschen verzehrt werden. Die Aussage – das Futter sei nicht zur menschlichen Ernährung geeignet – hinkt hier leider.“

      Nö, hinkt nicht.

      Erklärung: es gibt staatlich geförderte Umweltprogramme – Acker zu Grünland, für einen begrenzten Zeitraum.
      Das machen wir zum Beispiel. Geht aber nur, wenn Vieh am Hof ist, welches dieses Grünland in irgendeiner Form verwertet. Man kann natürlich auch Pferdeheu draus machen und verkaufen.
      Manchmal passiert es aber auch, dass die Qualität nicht den Anforderungen der sensiblen Pferde entspricht. D.h. es kann nur an Rinder verfüttert werden, ebenso Getreide, welches qualitativ nicht für die menschliche Ernährung geeignet ist.

      Also, wenn jemand rummotzt, auf den Äckern nur Getreide für Menschen und kein Gras für Tiere, der soll bitte so freundlich sein und den Staat davon überzeugen, dass seine Programme für den Arsch sind, mich aber bitte mit so Sprüchen verschonen.

      +4
      • Elisabeth Ertl sagt

        Getreide kann nur an Rinder verfüttert werden ????
        Warum nicht an Schweine und Geflügel?

        0
        • firedragon sagt

          Frau Ertl,
          Es war EIN Beispiel!
          Im Katzen-, Hunde-, Ziervogel-, Wildvogel-, Zootier-, Heimtiernager-, Huftier- und Sonstigennichtaufgezähltentierfutter wird Getreide oder Getreide“abfälle“ verarbeitet.

          +4
        • Brötchen sagt

          Zu Ostzeiten wurde dir vorgeschrieben, für was du was verwenden durftest….es ist bald wieder soweit…..
          Das haben dir die grössten Dumpfbacken erklârt……

          +7
        • Inga sagt

          Vielelicht meint er Futterkorn,
          bzw.
          Futterrroggen oder Grünroggen!

          Es gibt so viel Möglichkeiten…

          0
    • Bauer Willi sagt

      @Kirsten Wosnitza
      Auf der Fläche, auf der das Getreide für Ihre Kühe gewachsen ist, hätte auch Mais angebaut werden können, oder? Worin besteht also der Unterschied?

      Die meisten Biobauern sind auch Tierhalter. Wenn also gerade die Menschen, die gerne Bio kaufen, kein Fleisch mehr essen. Was dann?

      +3
      • Reinhard Seevers sagt

        Abgesehen davon würde ich gerne von ihr wissen, was anstatt angebaut werden sollte. Vegetation und Klima lassen andere Kulturen ohne Gewächshaus und noch wichtiger, ohne Nachfrage, kaum zu. Evtl. kann man in SH ja noch mehr Kohl anbauen …..sofern der Quinoa-und Teffkonsument diesen denn überhaupt mag.

        +2
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Nur sollten wir vor der Realität nicht die Augen verschließen. Es wird uns einholen.“

      Mein Vater hat die Kühe fast nur mit Gras, im Winter mit Heu, Runkel und Steckrüben gefüttert, wie sie sagen, die Realität hat diese Viehhaltung eingeholt, vor45 Jahren!

      Die Milchpreise werden in die Höhe schnellen, da bin ich mir sicher, wenn die Frau Wosnitza das sagt, oder?

      +1
    • Smarti sagt

      Ich frage mich, wie man den gezielt eingesetzten falschen Informationen bezüglich der Milch-und Fleischerzeugung werbewirksam umsetzen könnte.
      Ein Vorschlag: Inserate schalten – heute gratis bei Aldi…. 1000 Liter Milch und 250 kg Weide-Rindfleisch. Vor (jedem ?) Laden einen Ladewagen frisches Gras abladen und ein Plakat daneben – hier sind Eure Lebensmittel – ihr müsst Sie nur noch umwandeln – Guten Appetit.
      Daneben oder später dann eine eindringliche Broschüre, was passiert wenn keine Bauern in Europa mehr Lebensmittel produzieren und mal eine Berechnung wie lange es ( wenn das Bauernhofsterben so weitergeht wie bisher ) noch dauert bis es „nur noch Gras“ gibt.

      +1
  11. fingerphilosoph sagt

    Veganer und Vegetarier machen sich nicht klar, dass Fleischverzehr und Menschwerdung eng miteinander zusammenhängen. Hätte sich der Vorläufer des Menschen, also der Australopithecus, zum reinen Pflanzen- oder Früchtefresser weiterentwickelt, gäbe es keinen Homo sapiens.

    Dass sich das Gehirnvolumen des Homo im Gegensatz zu den anderen Primaten (Schimpanse, Bonobo, Gorilla) verdreifacht hat, geht auf den vermehrten Fleischkonsum zurück. Wobei auch diese Primaten keine reinen Vegetarier sind.

    Als Vegetarier hätte der Homo sich niemals über die ganze Welt verbreiten und über die Beringstraße Amerika und Südamerika besiedeln können. Als Vegetarier hätte der Homo niemals die Eiszeiten überlebt.

    Der Veganismus entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Absage ans Menschsein und ist eng liiert mit transhumanistischem Gedankengut. Der Irrtum liegt darin, dass der Fleischverzehr mit dem Tier in uns assoziiert wird. Dieses „Tier“ in uns soll mittels fleischloser Kost endlich überwunden und durch einen „besseren Menschen“ ersetzt werden. Diese Assoziation von Fleischverzehr und „Tier in uns“ produziert jedoch ein falsches Bild davon, wer und was wir als Menschen sind.

    Auch ist es falsch, den Tod als Leid zu interpretieren. Der Tod ist gerade das Gegenteil, nämlich das Ende von Leid.

    Dies noch als Ergänzung zu Herrn Eulers Argumenten.

    +14
    • Gephard sagt

      Äh? Warum sollte Veganern nicht klar sein, dass die Menschheitsgeschichte untrennbar vom Fleischverzehr ist? Was soll die Spekulation eines sich fleischfrei ernährenden Urmenschen bringen?

      Die Geschichte ist, wie sie war und lässt sich nachträglich nicht ändern. Allerdings kann man aus der Vergangenheit lernen. Ansonsten hätten wir ja auch noch Hexenverbrennungen, Sklaverei (wobei sie ja indirekt immer noch existiert) und würden auf die Straße kacken.

      Mag sein, dass der Veganismus Spielarten hat, die auf dem von dir geschilderten Gedankengut fußen. Mir ist die Sichtweise neu, dass Veganer Fleischverzehr mit dem „Tier in uns“ assoziieren. Das jemand Tod mit Leid gleichsetzt, ist mir auch noch nicht untergekommen. Bislang war mein Verständnis vom Veganismus so, dass die Zwangstötung sinnbildlich für das Leid und die Gewalt davor steht, die der Veganer ablehnt bzw. für nicht nötig hält. Mit der fleischlosen Kost soll also vor allem unnötiges Leid verringert/verhindert werden. Für einige ist sicher noch wichtig, sich selbst möglichst wenig „Schuld“ anlasten zu können. Ansonsten bekomme ich eher Veganer mit, die Mensch und Tier auf dieselbe Stufe stellen und eben nicht das Tier in sich austreiben wollen.

      0
      • firedragon sagt

        „…die Mensch und Tier auf dieselbe Stufe stellen…“
        Bin mir nicht sicher, wie ich diesen Satz zu verstehen habe… ein Mensch kann zBsp Gnade walten lassen, ein Tier nicht. Ein Mensch kann an sich Verzicht üben, er kann seinen Körper bewusst ausmergeln und ihn bewusst töten, wenn er das will. Ein Tier wird immer seinem Selbsterhaltungstrieb folgen und sogar seine Brut und Jungtiere aufgeben.
        Mensch und Tier stehen nicht auf einer Stufe.

        +1
        • Gephard sagt

          Es gibt auch Berichte von gnädigen Tieren, Selbsttötung, Hungerstreik … Wir wissen viel zu wenig über Tiere, als dass wir mit Sicherheit klar abgetrennte Stufen festlegen könnten. Vielmehr verschwimmen die einst angenommenen Grenzen mit fortschreitender Forschung.

          Alleine diese künstliche und vor allem vereinfachende Hierarchiebildung sollte klar machen, dass sie keinesfalls das abbilden kann, was tatsächlich ist. Tiere sind hochkomplexe und empfindsame Lebewesen, was Landwirte eigentlich am besten wissen sollten, sofern sie nicht komplett abgestumpft sind und im Prinzip nur noch zu verwaltende Ware sehen.

          0
  12. Piet sagt

    Solche Diskussionen sollten mehr und auf höhere Ebene stattfinden. Dieter Euler hätte auch noch sagen können das kein m2 Regenwald abgeholzt wird für Soja ! Regenwald verschwindet für 1. tropisches Hartholz 2. die Holzkohl Produktion für die lokale Bevölkerung 3. die Anpflanzung von Ölpalmen, Kaffee, Tee und Bananen. Für den Ackerbau sind Trockenzeiten notwendig, und solche Zeiten gibt es bei den Amazonen nicht! Auch der Boden ist für den Ackerbau nicht geeignet. 4. Savannen, in denen die Einheimischen ihr Vieh weiden, werden für Sojaplantagen niedergebrannt. Die Einheimischen haben keine andere Wahl, als ihrerseits Stückchen vom Regenwaldes abzuholzen. 5. Die Soja wird nicht primär als Tierfutter angebaut, sondern für das Sojaöl, das durch die Beimischung von deutschem Biodiesel und als „alternative grüne Energie vom Feld“ einen Boom bekam. Was anfällt aus der Ölgewinnung (Sojabohnenmehl oder Expeller) muss zunächst geröstet werden, bevor es ein Bisschen an kurzlebige Tiere – Hühner oder Schweine – verfüttert werden kann. Die Phytoöstrogene der Sojabohne (Pflanzeigene Pestizide, endokrinen Disruptors oder einfach Hormonverstörer) greifen die Fruchtbarkeit von ihre Frassfeinden (einschließlich des Menschen) an. Dasselbe gilt für Biosoja. Vielleicht auch mal nennen das Astrophysiker riesige Menge Methan auf uns umkreisende Planeten entdeckt haben. Nun fragen grüne Wissenschaftler sich wo alle Kühe geblieben sind.

    +6
    • Reinhard Seevers sagt

      „Die Nachfrage nach Soja steigt seit den 1980er Jahren stetig an. Soja ist das Getreide, dessen Anbaumenge weltweit am schnellsten wächst. Für den Anbau von Soja sind in den letzten Jahrzehnten Millionen von Hektaren an Grasland, Savanne und Regenwald abgeholzt worden, vor allem im südamerikanischen Amazonas- und im Cerrado-Gebiet.“

      https://www.nzz.ch/panorama/montagsklischee/soja-wird-hauptsaechlich-fuer-tierfutter-produziert-1.18335485

      DAS muss man sich auf der Zunge zergehen lassen….und das ist nicht irgendeine ökobasierte Dummzeitung, das ist die NZZ!!! 🤢

      +2
      • Bauer Willi sagt

        „Soja ist das Getreide…“. Nun ja, Getreide hat bei uns Ähren oder so was ähnliches…. Schönen Sonntag.

        +1
        • Ferkelhebamme sagt

          Interessant auch das Bild zur Soja-Ernte.
          Grasland und Savanne werden abgeholzt, aha.
          Was Sojaextraktionsschrot bedeutet, hat dann verständlicherweise den geistigen Horizont der Dame überstiegen.

          +3
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Grasland, Savanne und Regenwald abgeholzt worden,“

        Grasland ist auch abgeholzt worden, wie schrecklich.

        +4
    • Gephard sagt

      Hast du Quellen für die Gewichtung? OroVerde spricht von 80 % Futter und nur 18 % Öl. Auch bei Wikipedia findet man die Aussage, dass 80 % für die Verwendung als Tierfutter angebaut werden.

      0
      • Thorens sagt

        @ Gephard
        Es kommt halt auch immer darauf an, wie etwas dargestellt wird, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. Die Sojabohne enthält ca. 20 % Fett, welches zu Pflanzenöl verarbeitet wird. Der Rest von ca. 80 % der Bohne wird u.a. zu Tierfutter verarbeitet. Wenn man es so darstellen will, dann stimmt es sogar, dass ca. 80 % der Erträge des Sojaanbaus u.a. der Tierernährung dienen. Allerdings werden bei dieser Form der Darstellung vom unbedarften Leser nicht tatsachengerechte Schlüsse gezogen.

        +2
  13. Mark sagt

    Wenn sich eine Redaktion Alles-Wissen nennt, dann ist das erstens arrogant und zweitens verdächtig. Und so ist es dann auch, sie wissen im Grunde nichts, beharren dann aber darauf und belegen dies mit Quellen, die nach exact dem selben Muster vorgehen. Interessant ist, dass ein Demeter-Vertreter das UBA als seriöse Quelle anzweifelt. Respekt, Herr Euler. Vor einiger Zeit hatte ich einen Disput mit einer Demeter-Vertreterin, dabei habe ich ebenfalls das UBA als unseriös bezeichnet. Ich will hier nicht wiedergeben, was mir die Demetervertreterin darauf hin alles an den Kopf geworfen hat. Genau darin liegt das Problem, wenn sich Teile des Berufstandes dafür hergeben und zweifelhaften Organisationen (UBA,NGO´s etc) als Kronzeugen zur Verfügung stellen, dann haben alle diejenigen leichtes Spiel, die die Landwirtschaft, aus welchen Gründen auch immer, anpinkeln wollen.

    +9
    • Gephard sagt

      Sie nennt sich aber nicht „Alles-Wissen“, sondern „Alles Wissen“ und besagt wohl eher, dass es in der Sendereihe nur um Wissensthemen geht.

      0
  14. Wilhelm Harms sagt

    @Reinhard Seevers
    Steter Tropfen hölt den Stein oder es entstehen Stallagtiten (oder Stallagniten: die einen wachsen nach oben und die anderen nach unten ?) – egal, jeder der 3 Vorgänge bewegt etwas und das ist entscheidend !
    Langsam und stetig müssen wir – alle ldw. Interessierten – das Meinungs- und Faktenbild zurechtrücken. Wir, alle zusammen, in kleinen und kleinsten Schritten aufklären, mal mehr mal weniger, immer wieder, unaufdringlich aber hartnäckig, nicht penetrant aber nachhaltig !

    Journalisten werden nichtfür Wissen oder Recherche bezahlt sondern für Auflage und Einschaltquote.
    Beides lässt sich eben am einfachsten mit Negativmeldungen erzielen, zumal wenn sie der gesellschaftlichen Denkweise Öl auf den Buschbrand gießt.
    Wer hört schon gern das er eine Meinung hat aber keine Ahnung wovon.

    Sorry, ich teile deinen Frust aber wir dürfen nicht glauben das da irgendwo eine Organisation ist die für uns den Karren aus dem Dreck zieht – auch wenn diese Organisation es über Jahrzente versäumt hat dieses Drecksloch zu umfahren.

    Gestriger Blog:
    Muddi Klöckner ist voll auf Linie.
    Schlau wie sie sind wird jetzt erst mal wieder Landwirtschaft und Ünzerstützung thematisiert um von Korruption abzulenken und Wähler zurück zu gewinnen.

    +3
    • Andi sagt

      @Wilhelm Harms
      Das Ziel ist hehr, in kleinen und kleinsten Schritten aufzuklären. Ich glaube nur das die Zeit gegen uns arbeitet und denke, dass jetzt nur noch der Vorschlaghammer hilft, sprich ohne leere Regale wird man nicht zur Einsicht kommen. Und ob wir kleinen Bäuerchen überhaupt gegen das große Geld ankommen ist eh mehr als fraglich. Leider!!!

      +2
    • Reinhard Seevers sagt

      Der Schlüssel liegt bei den Medien, finde ich. Die „alten“ Medien Zeitung und Fernsehen haben ausgedient. Das merkt man täglich. Sogar unsere kleine Regionalzeitung bedient sich der Form der Katastrophen-Sprache, damit man Artikel noch liest. Sie titelte gestern: „Weniger Verkehrsunfälle, aber mehr Tote“—-in 2019 19 Tote, 2020 20 Tote…….man hätte auch schreiben können: Geringfügiger Anstieg der Verkehrstoten….aber wer liest das, ist nicht katastrophal genug, nun kann man ja wieder etwas ableiten aus der gestiegenen Anzahl der Toten.
      Die Medien scheinen ihren Niedergang zu ahnen und schlagen um sich, um gehört und gesehen zu werden. Vielleicht sollten wir eine Allianz gründen mit ihnen?
      RTL will jetzt eine regelmäßige Vorabend – Klimasendung machen, um die Problematik aufzuzeigen und täglich zu kommunizieren, Das finde ich einen interessanten Weg….

      +2
  15. Wie ich schon oft schrieb,und Herr Seevers
    schon bemerkte sollte man hier der Spur des Geldes folgen.
    Die lebensmittelverarbeitende Industrie hat ein grosses Interesse an der Produktion von veganen Ersatzstoffen,oft auf Basis von Erbsen.
    Da ist eben mehr Geld zu verdienen als mit der klassischen Lebensmittel Produktion,und die Konsumenten sind abhängiger.
    Ich kann ein Schwein oder huhn selbst halten und nutzen – aus Erbsen eine Mahlzeit herzustellen wäre meine Berufserfahrung als Koch und Landwirt nicht ausreichend,auch der Chemiebaukasten meiner Kinder wäre nicht ausreichend.

    Wünsche allen einen guten Appetit,ob vegan , vegetarisch oder welcher Glaubensrichtung auch immer.

    +4
  16. Martin sagt

    Erfrischend mal eine differenzierte, Fachlich begründete Meinung zu diesem Thema zu lesen. Mich regen diese vereinfachenden Sendungen immer noch auf. Mir hat Mal ein Lehrer gesagt: Wer komplizierte Sachverhalte stark vereinfacht erklären will kann dir nicht die Wahrheit sagen. Beständig ist der Wandel, ich hoffe das wir unsere Versorgungssicherheit nicht dem Dogma opfern werden.

    +3
  17. Wilhelm Harms sagt

    Moin,
    Vielen Dank an Dieter Euler für diese fakten- und inhaltsstarken Leserbriefe.
    Das ist reichlich fundierter ehrlicher Stoff für die immer wieder notwendigen Diskussionen mit unseren hyperschlauen Mitmenschen und insbesondere den alles besserwissenden Grünologen, Zugereisten und Touris !
    Was m. E. unbeleuchtet bleibt ist der Unterschied zwischen Vegetarier und Veganer.
    Lebensmittel oder Fleischersatz aus Milch und Ei – für Veganer ???
    Aber das ist nur nebensächlich.

    Vielen Dank !

    +3
    • Gephard sagt

      Es gibt massenhaft veganen Fleischersatz ohne Ei und Milch. Mann sollte dabei auch noch bedenken, dass die Produkte nicht für Veganer sind, sondern für die, die Vegan/Vegetarisch mal ausprobieren wollen oder denken, (gelegentlich) etwas gutes damit zu tun. Ein Veganer wird sicher nichts von Rügenwalder, Wiesenhof oder Gutfried kaufen.

      0
  18. Reinhard Seevers sagt

    Wie lange soll es noch dauern, bis Wissen und Vernunft bei den Journalisten ankommen?
    Wie oft noch muss man denen die Landwirtschaft erklären, und noch viel wichtiger, warum macht das nicht die Agrarwissenschaft und die Berufsvertretung, warum kommt nichts oder nur wenig in den Medien an?
    Meine Theorie ist ja schon lange, dass die Industrie diese Vorgehensweise subtil und unbemerkt unterstützt. Sie müssen lediglich mal hier und mal dort Geld ins System geben und Studien fördern oder Initiativen unterstützen, damit die Exportnation weiterliefern kann und die böse Landwirtschaft den Schwarzen Peter übernimmt. Schöner Beitrag und schöne Entlarvung, finde ich. Aber nur ein weiterer Tropfen auf einen zu heißen Stein.

    +8
    • Inga sagt

      Das kann natürlich auch sein, Reinhard,

      Ansonsten würde ich sagen …
      Zu wenig Interesse für Naturwissenschaften und Biologie.

      Andere Kulturarten sind Interessanter???

      0
    • Stadtmensch sagt

      „warum macht das nicht die Agrarwissenschaft und die Berufsvertretung“

      Die haben andere Interessen. Eher so Handel, Finanzen, Versicherung, Zertifizierung:
      Ab Minute 27:40, https://www.youtube.com/watch?v=3yxZekvV89M

      Eigentlich wissen alle Bescheid wies läuft (auch die Journalisten). Bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber es ist wie es Leo Fischl zu seiner Tochter Gerda sagte: „Wer auf Stein bauen will, muss sich der Gewalt und der Begierden bedienen. Dann wird der Mensch plötzlich eindeutig, berechenbar, fest. Mit der Güte kannst du nicht rechnen. Mit den schlechten Eigenschaften kannst du rechnen. Gott ist wunderbar mein Kind. Er hat uns die schlechten Eigenschaften gegeben, damit wir zu einer Ordnung kommen. Gerda: Aber dann wäre die Welt nichts als dressierte Niedrigkeit?! Fischl: die „starke Methode“ befähigt die Nation zu etwas Großem, indem sie jeden Einzelnen wie einen Hund behandelt“

      0
      • Mark sagt

        „warum macht das nicht die Agrarwissenschaft und die Berufsvertretung“ das ist die entscheidende Frage! Und hier gebe ich Stadtmensch ausnahmsweise mal recht, auch wenn er den link nun zum gefühlt 83sten mal einstellt.

        +3

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