Bauer Willi
Kommentare 34

Die neue Düngeverordnung und was Bio-Betriebe beachten müssen

Viele Bürger gehen davon aus, dass für Bio-Bauern die neue Düngeverordnung nicht gilt. Doch das ist nicht so. Hier ein Link auf die Seite des Ökolandbau, der seine Bauern informiert.

Auch die Bio-Bauern kritisieren die Regelungen, die wenig Sinn machen. (z.B. Verbot des Fahrens bei Frost)

https://www.oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/grundlagen-pflanzenbau/duengung/neue-duengeverordnung-was-aendert-sich-fuer-oeko-betriebe/

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34 Kommentare

  1. Bauer S sagt

    Ich weiß nicht was die Politik von mir will?!? Ich wirtschafte seit 35 Jahren im Wasserschutzgebiet als Koop Bauer und werde trotzdem rotes Gebiet . Habe durchschnittlich 23kg/ha N und – 35kg P Überschuss . Wohin? Früher wurde 160€/ha bei N Reduzierung gezahlt! Wer zahlt jetz?

  2. Michel sagt

    Es ist schon einfach sein tun auf einzelne Bereiche mit anderen zu vergleichen und dich dann Ähnlichkeiten herauszusuchen und das mit dem Finger daraufzuzeigen zählen wird immer das ganze und da gibt es bei typischen intensiven Konvis zu Bios riesige Unterschiede was auch die unterschiedliche preiswürdigkeit wiederpiegelt
    Gruß

  3. Friedrich sagt

    Ja , der Stickstoff ist das Problem in den Biobetrieben. Meine Bionachbarn bauen bis zu 50% Leguminosen. Rund 25% der Fläche ist mit Kleegras bewachsen. Im letzten Jahr hatten die mit ihren Möhrenanbau , trotz Beregnung , ein Nitratproblem. — In der Vergangenheit haben wir Erbsen für TK angebaut und die nicht abgenommenen Flächen als Körnererbsen verkauft. Die im Frühjahr genommenen Nmin-Probe hatte 200 – 250 kg Nmin. Der Weizen bekam immer nur eine kleine Startgabe und dann hoffte man , daß der Weizen nicht
    ins Lager ging. — Wegen dieser Problematik bauen inszwischen die Biobetriebe hier Körnermais an . Der freut sich über genügend Stickstoff. Wenn man diese Bioflächen auf Nmin untersuchen würde , dann gäbe es ein böses Erwachen. Der konv. Betrieb soll rd. 50 kg Stickstoff in der Nährstoffbilanz nicht überschreiten , aber die Biobetriebe leben davon mit hohen Stickstoffvorräten ins Frühjahr zu gehen. Entsprechend wird über Winter notgedrungen einiges an Stickstoff ins Grundwasser gehen , aber das will keiner hören , weil bei Bio alles gut ist.

    • Brötchen sagt

      Friedrich, wenn man auf das regulationsvermögen der Natur bei Tier und pflanze setzt, dann lässt es sich nicht vermeiden, das es manchmal von einigen Stoffen zu viel oder zu wenig gibt!

      So sägt sich der Biolandbau eigentlich selber den Ast ab.

      Bsp. Mit Hilfe synth. Aminosäuren kann ich theoretisch ein Tier genau bedarfsgerecht mit Protein versorgen. Im Biolandbau muss ich manchmal extrem vorhalten, um das zu erreichen. Also geht mehr in den Mist, Gülle oder Luft.

      Will damit untermauern, was du sagst.

    • firedragon sagt

      Friedrich,
      müssen Biowirtschaftende keine Nmin – Proben ziehen? Man muss doch seine Werte kennen oder machen die das mit “handauflegen”?

    • Thomas Apfel sagt

      Es gibt witzigerweise gerade Von Prof. Taube (frühe 2.000-sender Jahre) Untersuchungen, die das belegen. Nach Rotklee-Vermehrung und Umbruch wurden im Frühjahr 160 kg/ha N gefunden. Das Ganze hatte zur Folge, dass die Erträge der Folgekultur genauso hoch waren wie im konventionellen Vergleichsfeld. Der diffuse Stickstoffaustrag wurde gemessen und lag dann in beiden Varianten genau gleich hoch (27 kg/ha).
      Richtig lustig wird´s, wenn das Bodenleben durch Eintrag von organischer Masse von außen hochgefahren wird (z.B. bei Bio-Intensiv) Da ist die Stickstofffreisetzung kaum noch beherrschbar. Zum Glück haben die Bio´s in der Regel eher Mangel an organischem Dünger.
      Ich hatte in der Vergangenheit in einigen Obstanlagen sehr viel Weißklee. Durch das ständige Mulchen der Grasstreifen werden in feuchten Jahren über 120 kg N/ha zusätzlich freigesetzt. Die Anlage ist dann im Trieb kaum zu bremsen (im Vergleich zu Anlagen ohne Weißklee). Das Grundwasser liegt bei uns bei 40 m Tiefe, also keine Gefahr.
      Das ganze illustriert aber zwei Dinge:
      1. ist bei gleich hohen Erträgen der Stickstoffaustrag bei Bio gleich hoch wie konventionell.
      2. ist das verfügbare Wasser während der Vegetation der Faktor, der über die Umsetzung von Stickstoff in Ertrag entscheidet und die Freisetzung kann bei viel zugeführter und umsetzbarer organischer Substanz im Boden ordentlich hochschießen.

    • Hinrich sagt

      N min nach Erbsen 200 kg N ist wohl nicht möglich und ohne Außenzufuhr völliger Quatsch

  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Eine grandios verkannte Problematik -ungeahnten Ausmaßes übrigens- wird erst dann sichtbar, je mehr Betriebe auf Öko-Landbau umstellen. Die Fruchtfolgen der Öko-Bauern setzen Nitrat frei ohne Grenzen, was man allenthalben in selbigen Reihen aber schlichtweg generell totzuschweigen weiß.

    Niemand wagt sich an dieses heiße Eisen heran, dahingehend belastbar ehrliche Untersuchungen anzustellen.

    Der Leguminosen- und Kleeanbau setzt eine Nährstoffdynamik frei, wo das entsprechende Nitratangebot im Vegetationsverlauf mit dem Verbrauch nicht übereinstimmt. Diese Nitratfreisetzung aus der Vorfrucht erfolgt nach anderen Voraussetzungen, welche sich nicht automatisch zu den gewünschten Zeitpunkten realisieren lassen. Nitrat ist bekanntermaßen im Boden frei beweglich, meint sehr mobil. Wo wird dieses also zwangsläufig landen, wenn es von den Pflanzen nicht aufgenommen wird!?

    Die Mengen im Bio-Landbau sind jedenfalls beträchtlich und nicht zu unterschätzen; auch wenn dies niemand wahrhaben möchte.

    Jede mechanische Bodenbearbeitung, sei es durch Hacken oder Striegeln z.B., setzt eine Nitratdynamik frei, das beinhaltet diese äußerst komplexe Thematik nun einmal, deren Verläufe augenscheinlich selbst unsere Biopäpste nicht verbindlich weissagen können…! Sogar solche Bioexperten gehen allenfalls von Durchschnittszahlen aus, Zukunftsprognosen stellen auch in deren Reihen aufgrund der schwerlich absehbaren Voraussetzungen (Wetter -Temperatur – Bodenverhältnisse etc.pp.) ein bloßes Stochern im Nebel dar.

    Im Nachgang lässt sich diese Dynamik bei BIO natürlich darstellen, wohl gemerkt im Nachgang!

  5. Arnold Krämer sagt

    Bei den Stellungnahmen aus der Ökoschiene zum Düngerecht geht es immer darum, mit demselben Haupt-Totschlagargument (zuviel Vieh auf zuwenig Fläche) die konventionelle Landwirtschaft zu treffen, a) mit dem Ziel, die Subventionen aus Brüssel umzulenken, b) die konv. Betriebe zu schwächen, damit man selbst (prozentual auf mehr Fläche angewiesen) überhaupt auf dem Bodenmarkt (= Pachtmarkt) mithalten kann. Das ist bisher zumindest in den viehstarken Regionen im Nordwesten Deutschlands nicht der Fall. Dort gibt es anteilig die wenigsten Ökobetriebe, weil überwiegend auch die “richtige” Gesinnung fehlt und von dem wirtschaftlichen Erfolg der Vieh haltenden Betriebe zusätzlich die übrigen Landbesitzer über hohen Pachtpreise profitieren. Die EEG- Förderung für die Biogasanlagen hat ein Übriges dazu beigetragen.

    Das rein Fachliche steht wie immer im deutschen Ökokleinkrieg hinten an. Nitratbelastungen des Grundwassers haben vor allem zu tun mit (Reihenfolge stellt keine Gewichtung dar):
    1. Geologie: z. B. Die Sandmischkulturen zwischen NL-Grenze und der Ems (linksemsisch) sind kein rotes Gebiet, obwohl die Landwirte dort genauso viel Vieh halten und genauso arbeiten wie ihre Berufskollegen rechtsemsisch.
    2. Anbaukulturen: viele rote Gebiete sind viehlos, aber durch einen intensiven Gemüsebau mit hoher N- Düngung und teilw. Erntevernichtung (kein Netto-Nährstoffentzug) charakterisiert.
    3. Mineraldüngung auf Höchsterträge, die meist nicht erreicht werden, weil Wasser der begrenzende Faktor ist
    4. unterschiedliche Jahresniederschläge und entsprechend unterschiedliche Grundwasserneubildung
    5. Fehlverhalten von Landwirten
    6. mangelnde zielorientierte und risikobasierte staatliche Kontrollen (bei flächenlos wirtschaftenden Tierhaltern und Biogasanlagenbetreibern) in der Vergangenheit

    Übrigens: Rund 30 % der bundesdeutschen Hähnchenmast findet im Emsland und der Grafschaft Bentheim statt. Der Hähnchenmist wird zu rund 80 % in Ackerbauregionen bzw. Ackerbaubetriebe geliefert, und dort direkt oder indirekt über Biogasvergärung zur Düngung verwendet. Dies ist seitens der Landkreise seit dem Bauboom vor rund 15 Jahren auch intensiv kontrolliert worden. Regionale Arbeitsteilung und Spezialisierung müssen nicht durch Organisationsstrukturen der 1950er Jahre (Westdeutschland) abgelöst werden.

    • Mark sagt

      “3. Mineraldüngung auf Höchsterträge, die meist nicht erreicht werden, weil Wasser der begrenzende Faktor ist”
      Richtig, das weiss man aber immer erst hinterher. Deshalb ist die Düngebesdarfsrechnung mit abschliessender Nährstoffbilanz oder gar Stoffstrombilanz theoretischer Quark. Noch dämlicher sind die Versprechungen von GPS und Sensor gesteuertem Precision Farming. Denn auch die können am Ende des Tages die Erträge nicht vorher sagen.Die grün-verblendete Politk mit ihrem blind-bürokratischen Denkansatz führt am Ende des Tages dazu, künftig nur noch auf Missernteniveau zu düngen zu dürfen mit garantiert jährlichen Missernten (Dürre spielt dann keine Rolle mehr).

      • Paulus sagt

        @ Mark, ich bin beruflich auf dem weiten Feld der techn. Sensorik unterwegs, und zwar mit einer darin führenden Company. Genau das, was du beschreibst ist im Bereich der LW (Precision Farming) ein bisher ungelöstes Problem. Im Prinzip spielt es keine Rolle ob gewisse Technologien in Kampfjets, Drohnen für den Acker oder hinter einem uralten Trecker angebracht werden. Es entstehen immer nur Momentaufnahmen. Selbst wenn man die Daten mit denen der Meteorologen und anderer Disziplinen verknüpft bleiben zu viele Unbekannte. Erstaunlicherweise kommt das, was Ingenieure bis heute nicht geschafft haben, bei den grünen Studienabbrechern als selbstverständlich rüber.
        Mich würde der ehrliche Beitrag eines Anwenders interessieren.

        • Mark sagt

          @Paulus
          Ehrlich ist schwierig. Welche Hoffnungen im Bereich sensorgesteuerter geweckt werden, zeigt sich hier:
          https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/landtechnik/precision-farming-ab-welcher-schlaggroesse-lohnen-investitionen-560859 Die Protagonisten im Film sind mir persönlich bekannt. Die Erfolge der sensorgesteuerten Düngestrategie sind nahe null, d.h. gegenüber der betriebsüblichen Düngung gibt es keine signifikanten Verbesserungen. Auch bei der sensorgesteuerten Düngung müssen Düngestrategieen festgelegt werden, die liegen zwischen Homogenisierung und Heterogisierung der Bestände. D.h., bei der Homogenisierung werden höhere Düngermengen auf weniger gut entwickelte Teilflächen und geringere Düngermengen auf besser entwickelte ausgebracht. Bei der Heterogisierung ist es genau umgekehrt. Was richtig ist weiss niemand. Was bringt es dann, diese Unwissenheit auf ein tausendstel genau umzusetzen?? Ich denke, in Zukunft wird hier nicht die tatsächliche Düngung der Schwerpunkt sein, sondern lediglich die (nutzlose) Dokumentation.

          • firedragon sagt

            Mark,
            vielleicht ist das Taktik – den Landwirt an den Bürostuhl “fesseln”, dann kann er draussen keinen “Unfug” treiben …

          • Thomas Apfel sagt

            Mein Nachbar ist an so einem Projekt beteiligt, das neben Körnung und Schichtung die unterschiedlichen pH Werte ermittelt. Bei uns verschießen die Böden extrem, auf einem Schlag kommen Bodenwertzahlen von 20 bis 55 vor. Der Sensorwagen erzeugt sehr genaue Karten über Wasserführung, Körnung und Schichtung bis 1,5 m Tiefe, definitiv eine Verbesserung zur Bodenschätzung. Bei den pH Werten zeigt sich, dass der Durchschnitt aus den Mischproben für keine Stelle des Ackers richtig passt. Die Hälfte des Ackers kriegt zu viel, die andere Hälfte zu wenig Kalk. Mit der derzeitigen Ausbringtechnik geht das aber nicht zu korrigieren. Ob das Auswirkungen auf den Ertrag hat und wenn ja welche weiß auch Keiner genau.

    • Paulus sagt

      @ Arnold Krämer, ich bilde mir ein ihren Vortrag verstanden zu haben, bis auf den Pkt.1 Geologie. Die Sache mit den Sandmischkulturen kapiere ich nicht, bzw. weiß nicht was ich mir darunter vorzustellen habe. Als interessierter Laie darf man in diesem Forum ja auch dumme Fragen stellen.

      • Brötchen sagt

        @paulus vielleicht hat da die Autokorrektur zugeschlagen.

        Sandmischkultur

      • Lady sagt

        “Die Sache mit den Sandmischkulturen kapiere ich nicht, bzw. weiß nicht was ich mir darunter vorzustellen habe. ”

        Lustig, Paulus, mir geht es genauso.
        Haben Sandmischkulturen etwas mit dem Moorboden dort zu tun? Torf und Sand irgendwie gemischt? Und wieso sind dort die Nitratbelastungen höher, unabhängig von der Bewirtschaftung offensichtlich?

      • Arnold Krämer sagt

        Sandmischkulturen sind nach dem zweiten Weltkrieg zur ackerbaulichen Erschließung der großen emsländischen Moore durch das Tiefflügen und dem Vermischen der oberen Torfschichten (bis zu 2 m) mit dem darunter liegenden Sandkörper entstanden. Die Humusanteile sind entsprechend deutlich höher als in Sandböden üblich. Wenn die Grundwasserstände dann auch noch günstig sind und die Niederschlagsverteilung stimmt, können auf diesen Flächen durchaus 80 bis 100 da pro ha Weizen und über 100 bis 130 dt Körnermais (trocken) geerntet werden. Aber die letzten beiden Jahre und auch aktuell passt es mal wieder nicht mit der Nierderschlagsverteilung.

        • Bauer Willi sagt

          Aber die werden doch jetzt alle wiedervernässt. Dann hat sich das Problem ja erledigt 🙂 (Ironie off)

          • Reinhard Seevers sagt

            Nee, da handelt es sich vorwiegend um Moore, die nicht abgetorft sind oder innerhalb eines Schutzgebietes liegen…..Soweit ich weiß werden tief gepflügte Flächen nicht wieder vernässt, geht
            ja auch nicht wirklich.

          • DeDerkemer sagt

            Wie wäre es, wenn Sie statt zu polemisieren und zu lamentieren konstruktiv diskutieren und Perspektiven aufzeigen? Vielleicht sind jüngere Landwirtinnen und Landwirte bereits viel pragmatischer als Sie denken. Ideologische Grabenkämpfe bringen uns jedenfalls nicht weiter. Sondern: Wie können wir voneinander lernen und unsere Lebensgrundlagen (bspw. Trinkwasser) sichern. Individuelle Anpassungsstrategien von Landwirten könnten in diesem Blog diskutiert werden und einen wertvollen Beitrag leisten.

            • Bauer Willi sagt

              @Dederkemer
              Was soll das denn jetzt? Diskrimierung des Alters? 🙂

              Sie scheinen ganz offensichtlich neu hier zu sein. Denn statt konstruktiv zu diskutieren und Perspektiven aufzuzeigen, genügen Sie sich, dem Blogbetreiber Vorschriften zu machen.

              Ich vermute mal, dass Sie politisch Grün wählen. Das passt zu Inhalt und Stil.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wir haben 2 Kinder, Söhne.

              Soll ich ihnen sagen, warum die hier nicht mit Diskutieren?
              Die haben von mir gelernt, dass es keinen Sinn macht, als Bauer die ständigen Vorwürfe an zu hören, die haben sich vom Betrieb verabschiedet, wie ich auch nach dem Rentenalter.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Ca. 2,6 X hundertausende sind es jetzt, wie sich die Kinder entscheiden ist meistens noch offen.

                  Hat die DZ Bank recht, dann verbleiben noch 100.000.

                  In Deutschland gibt es immerhin noch 45.453 Gemeinden, das bedeutet 2 Betriebe je Gemeinde.
                  An der Oberrhein schiene gibt es Gemeinden, die haben keinen Hauptberuflichen Bauern mehr, die Arbeiten jetzt bei Schaeffler, Bosch und Daimler.

            • bauerhans sagt

              “Ideologische Grabenkämpfe bringen uns jedenfalls nicht weiter.”

              richtig erkannt und bitte an die adresse der Politik weiterleiten!

        • Ostbauer sagt

          Das ist wohl alles richtig, aber jede Mineralisierung von Moorstandorten setzt große Mengen an Stickstoff frei.
          In Brandenburg ist der Umbruch von Niedermoorstandorten verboten.
          Wir bewirtschaften unser Grünland in einem Niedermoorgebiet von ca. 2500 ha mit einer Moormächtigkeit bis zu 12 m.
          Vor ca 15 Jahren hat das Land mal ein Förderprogramm aufgelegt; nannte sich Landschaftswasserhaushalt, wollte kaum einer ran. Wir haben im Wasser -und Bodenveband beschlossen, die Sache anzugehen, bei 100 %iger Förderung. Es wurden Stauanlagen erneuert und neu gebaut im hohen siebenstelligen Bereich. Ziel ist es ,das Wasser in der Landschaft zu halten. Das hat sich in den letzten beiden Dürrejahren und auch dieses Jahr schon mehr als bezahlt gemacht. Nichts ist schlimmer als vermulltes, degeneriertes Moor!
          Also, es gibt vor Ort schon Initiativen, es macht nur keiner Trara drum.

          • Arnold Krämer sagt

            Das Problem im Nordwesten sind die Hochmoorstandorte, die nach dem 2. Weltkrieg zur Ansiedlung von ganzen Hofstellen und Betrieben genutzt wurden. Da gibt es heute “stramme” Milchviehbetriebe im Vollerwerb.
            Ansonsten werden hier die noch in Abtorfung befindlichen Moore je nach Eigentumsverhältnissen und Rechtslage auch weitgehend oder vollständig wiedervernässt ohne landwirtschaftliche Folgenutzung.

  6. Reinhard Seevers sagt

    Man kann etwas bewusst nicht verstehen wollen, um es als Untermauerung seiner internalisierten Vorurteile zu benutzen….

  7. Reinhard Seevers sagt

    “Wir drängen seit Jahren auf wirksame Düngeregeln”, kommentiert Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in einer Pressemitteilung die novellierte Verordnung. Er kritisiert aber, dass auch die neue Düngeverordnung immer noch nicht konsequent genug gegen die eigentlichen Verursacher der Nitratprobleme vorgehe. Es sei hinreichend wissenschaftlich belegt, so Röhrig, dass vor allem zu viele Tiere auf zu wenig Fläche und zu viel Kunstdünger für die Nitratproblematik verantwortlich seien. Hier müsse angesetzt werden (siehe auch Infokasten: Eckpunktepapier). Umgekehrt würden aber jetzt Betriebe, die das Grundwasser bereits schützen – allen voran Öko-Betriebe – durch zusätzliche Regeln bestraft.”

    Konventionelle Betriebe, die seit Jahren in Wasserschutzgebieten wirtschaften stehen auf dem gleichen Level wie ökologisch Wirtschaftende….

    • Ein Privatier sagt

      “Konventionelle Betriebe, die seit Jahren in Wasserschutzgebieten wirtschaften stehen auf dem gleichen Level wie ökologisch Wirtschaftende….”

      Dann ist also die “ökologisch wirtschaftende” Landwirtschaft der übergeordnete Maßstab für die konventionell betriebene Landwirtschaft?

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