24 Kommentare

  1. Moritz sagt

    Eine wirklich gute Idee, vielleicht kann er jetzt wieder seine Flächen so bearbeiten das sie aus ökologischer und naturverträglicher Sichtweise wieder einen Mehrwert für die ganze Gesellschaft bringen.

  2. Matthias W. sagt

    Prima Beitrag! Gutes Team zwischen Alois und Willi bringt ein neues “Produkt” mit Breitenwirkung ins Netz. Weiter so…

  3. Inga sagt

    Nicht zu vergessen, dass jede Umstrukturierung eine Menge Geld kostet.

    Und das Geld muß auch erwirtschaftet werden,
    da denke ich wieder an den Milchpreis!

    Der teure Melkroboter kosten ja im Vergleich genau so viel wie ein Auto (ein Industrieprodukt) und dessen Reperatur.
    Wie sind die Stundenlöhne im Vergleich zum Milchpreis?

    • Sabine sagt

      Ja, die Erzeugerpreise in der Landwirtschaft sind ein Skandal, doch gerade deshalb finde ich, braucht es halt auch innovative Technik. Technik, die das Leben von Mensch und Tier leichter machen und es gibt so viele Landwirte, die tolle Konzepte ausklügeln, aber irgendwie nicht den richtigen Dreh finden, die auch so zu vermarkten, dass sie daraus einen echten Einkommensvorteil haben.
      Es gibt so viele wirklich interessante Ansätze, aber irgendwo steht irgendwer immer auf der Leitung.
      Sich, seine Ideen und seinen Hof zu vermarkten, dass ist gerade in der konventionellen Landwirtschaft noch ein ganz schwieriges Thema, aber ich bin sicher, das wird sich sehr bald ändern.
      Auch Kombinationen mit Dienstleistungen oder im Handel, könnte ich mir gut vorstellen. Ich finde gerade da macht der Alois und seine Tagespflege doch Mut.

      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Sabine,
        wieder schön gesagt von Dir: “Sich, seine Ideen und seinen Hof zu vermarkten”
        Wir bräuchten hier nicht ellenlange Diuskussionen über Öffentlichkeitsarbeit führen, wenn das für jeden Bauern selbstverständlich wäre.
        Alois

    • bauerhans sagt

      “Der teure Melkroboter kosten ja im Vergleich genau so viel wie ein Auto”

      der kostet deutlich mehr als ein auto,ca.100000€

  4. Bin kein Landwirt, habe damit auch nix zu tun – aber ich bin beeindruckt davon, wenn jemand neue Wege findet und sie auch konsequent geht. Großes Kompliment – die Grenzen, die wir uns setzen sind eben doch immer nur im eigenen Kopf. Ein tolles (und Mut machendes) Beispiel für alle, die das Gefühl haben, in traditionellem Denken fest gefahren zu sein und sich entscheiden, das über Bord zu werfen!!

  5. Alois Wohlfahrt sagt

    Leider hatte in den 10 Minuten einiges nicht Platz. Darum hier ein Link mit der ganzen Story:
    http://www.netzlandwirt.de/vision/
    Meine erste IT-Firma war das Telezentrum Allgäu. Mit den technischen Möglichkeiten dieser Firma programmierte ich ein sog. Lokales Informationssystem für meine Einkaufsgemeinschaft. Irgendwann machten wir damit Millionen Umsätze und man verdiente Geld. Ich wollte Marktmacht, weil ich erkannte, der Handel ist die entscheidende Bastion. Damals, im Jahr 2009, hat der BR schon mal einen 28 Minuten langen Film über dieses “Bauernhofnetzwerk” gedreht. Doch dann lebten wir uns auseinander. Ich wollte investieren und Marken aufbauen, aber die Bauern der Einkaufsgemeinschaft wollten, das nicht. Sie wollten billig einkaufen, sonst nichts. Ich habe mich da zerrieben und irgendwann war ich gesundheitlich am Ende. Dieser “Burnout” hat mich 2 Jahre gekostet. Bis ich komplett losgelassen hatte. Dadurch verlor ich zwar auch meinen größten Mieter im “Telezentrum” und so musste ich einen neuen Mieter suchen. Aber Gewerberäume mit schnellem Internet braucht heute im Allgäu niemand mehr. Also suchte und fand ich einen neuen Geschäftszweck für mein “Telezentrum”: Eine Tagespflege für Senioren mit dem Arbeiter-Samariter-Bund als Betreiber. Ich musste halt wieder aufwändig umbauen und die Genehmigungen für die Nutzungsänderung durchfechten, da mein Hof im Aussenbereich liegt. Aber als Unternehmer muss man halt was unternehmen, dann klappt es schon. “Hinfallen ist keine Schande, sondern erst wenn man liegen bleibt!”
    Die Tagespflege ist nun schon seit einem dreiviertel Jahr in Betrieb und fast ausgelastet. Ich bin damit “happy”, weil es mir auch von Herzen gut tut, wenn ich sehe, wie sich die Menschen in der Tagespflege auf meinem Bauernhof wohl fühlen. Wie sie mein “Produkt der Bäuerlichkeit” schätzen. 🙂

    Die Bäuerlichkeit ist mein Kernthema, weshalb ich blogge. Weil ich davon überzeugt bin, dass wir bäuerliche Menschen wesentlich mehr können, als Überschüsse zu erzeugen. Ich finde auch den Strukturwandel nicht per se schlecht. Als ich meine Milchkuhhaltung aufgegeben habe, da konnte ein junger Landwirt im Nachbardorf mit meinem Kontingent und den Flächen den entscheidenden Wachstumsschritt machen. Letztes Jahr hat er wieder erweitert – mit Melkroboter. Und jede Kuh bei ihm hat es im modernen Laufstall sicher besser als es meine Kühe in dem alten Anbindestall je hatten.
    Nur habe ich halt den Strukturwandel anders gemacht, indem ich kreativ andere “Produkte der Bäuerlichkeit” gesucht und gefunden habe. Mehr noch: Nach meiner Markenphilosophie hat mein Hof mit dem Tagesheim ein eigenes Alleinstellungsmerkmal und einen wachsenden Markt in den nächsten Jahrzehnten vor sich, weil die Pflegedienstleistungen zunehmen werden.
    Alois

  6. Andreas sagt

    Alois der “Profi”, so würde ich ihn mal taufen.
    Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass man die Einkaufsgenossenschaft aufgegeben hat und sich nun auf IT und Mutterkühe spezialisiert hat?

    Sicher kam aus dem Film eine positive Message die lautet: “Es gibt auch kluge Bauern die nicht nur satt und platt machen wollen. Also nicht mit Ellenbogen zu wachsen und andere zu verdrängen.
    Wir sollten dennoch nicht vergessen, dass wir auch Sattmacher brauchen und sicher gehört auch Wachstum dazu. Eine Arbeitskraft ist heute eben um ein Vielfaches produktiver. Wir müssen einfach nur aufpassen, dass unsere kulturellen Werte nicht verloren gehen wie Nachbarschaftshilfe etc.. Leider passiert das jetzt und die schlechtesten Bauern (Plattmacher) sind am lautesten.

    • Bauer Willi sagt

      Sehr gut beschrieben, Andreas. Wir Bauern haben eben mehr zu bieten als nur Lebensmittel: kulturelle Werte. Und auch das müssen wir vermitteln…
      Bauer Willi

      • Inga sagt

        Das gab es ja in den 60igern schon, bestimmt auch im Allgäu, in den Alpen und auch in NRW im Sauerland, dass so mancher Bauer die Milchkühe weg gemacht hat und statdessen auf Fremdenverkehr umgestiegen (Gästezimmer im Kuhstall) ist.

        Jedenfalls ist es sehr gut das diese Problematik nicht nur im Internet und Buch, sondern auch in Funk- und Fernsehen besprochen wird.

  7. Friedrich sagt

    Wunderbar Alois. So wie du das dargestellt hast , denken und handeln doch fast alle Bauern.
    Leider spricht man uns das ab. Traurig , daß es soviele weltfremde Menschen gibt, die unsere
    Arbeit der wirklichen Nachhaltigkeit niedermachen , um sich selbst in ihrer Kurzsichtigkeit
    versuchen Vorteile zu erreichen. Auch das man uns mit niedrigen Preisen versucht wirtschaftlich niederzumachen ist schon niederträchtig. Auch deshalb , weil man im selben Moment mit neuen Gesetzten und Vorschriften uns noch mehr in die Enge treibt und sich dann über Massentierhaltung aufregt. Mit dieser Methode hören die Familienbetriebe auf und die großen Tierhalter bleiben in der Produktion. Das ist ein sehr verlogenes Systhem .

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