Bauer Willi
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„Der Green Deal ist gescheitert“ sagt die DLG

Vielleicht merken Sie es auch: Seit einigen Monaten verändern sich politische Diskussionen  in ihrer Richtung. Bestimmten bis dahin  vor allem eher Umwelt- und Klimathemen den öffentlichen Diskurs, so verlieren diese immer mehr an Bedeutung. Auch werden Strategien, die bisher die Politik bestimmten, nach und nach zurückgezogen. Wenn eine landwirtschaftliche Organisation wie die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft (DLG e.V.) ihren Präsidenten sagen lässt, dass der Green Deal gescheitert ist, dann dürfte das auch so sein.

https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/paetow-wie-ein-gescheiterter-green-deal-zum-neustart-wird-20020744.html?

Den Grund dafür benennt Herr Paetow auch:
Zitat: „Der Green Deal ist daran gescheitert, dass man die Aufgaben der Zukunft mit den Instrumenten der Vergangenheit bewältigen wollte. Ordnungsrechtliche Regulierung und starre Vorgaben ohne unternehmerische Gestaltungsoptionen, fehlende Innovationsoffenheit sowie die Vermischung der richtigen Ansätze mit ideologisch motivierten Projekten einzelner Gruppen haben zum Scheitern geführt.“

Er geht auch auf die Frage ein, warum auch die ZKL gescheitert ist:

Zitat: „Die Ergebnisse der ZKL waren von Anfang an nicht geeignet, kurzfristig politische Wirksamkeit zu entfalten. Sie haben aber den Diskussions- und Lösungsraum im Bereich der Agrar- und Umweltpolitik nachhaltig geprägt. Die Leitlinien des Berichts werden nach wie vor häufig zitiert, zum Beispiel wenn es um die Beurteilung von Vorschlägen zur Gemeinsamen Agrarpolitik geht. Und das ist ja auch der Sinn einer Strategie.“

Man darf gespannt sein, wie es mit der Agrarpolitik in Deutschland und der EU weitergeht. Am 18. Dezember fahren erst einmal viele europäische Bauern nach Brüssel, um dort ihre Unzufriedenheit zu signalisieren.

https://www.bayerischerbauernverband.de/kreisverband/berchtesgadener-land/eu-weite-bauern-demo-bruessel-38686

https://www.bauern.sh/aktuelles/details/news/informationen-zu-der-demonstration-in-bruessel-am-18-dezember-2025.html

https://www.agrarheute.com/politik/butterpreis-import-fleisch-deswegen-kuendigen-landwirte-proteste-638119

 

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32 Kommentare

  1. Limes sagt

    folgende Ziele hat die EU 2019 bis 2030 definiert, für die jedoch nur noch 5 Jahre Zeit sind
    – 25% aller ldw Flächen der EU für Öko Anbau
    2025 ist so gut wie vorbei noch 4 Jahre bis 2030 das Ziel ist und war wohl auch völlig unrealistisch und zum Glück wurde/wird es auch nicht nur annähernd ereicht. Gut auch für die Ökos in der Nische denn wer würde denn ihre Produkte kaufen bzw bezahlen können. Gut die werden weiterhin das Ziel verfolgen und Tränen verdrücken um Steuergelder zu generieren. Der Steuerzahler wird das aber nicht bezahlen können und wollen. Also es war Zeit diese green deal Träume neu zu bewerten.
    – Reduktion Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln um 20 bzw. 50 Prozent
    Bei PSM wird das Ziel nicht erreicht und es wird auch 2030 mit Sicherheit verfehlt werden. Alle Betriebsformen benötigen PSM das ist offensichtlich. Um dem Ziel nahe zu kommen wird mit Begrifflichkeiten gearbeitet. Eingeführt wurde eine neue Bezeichnung für PSM in Form von Grundstoffen und der Begriff „natürliche biologische PSM“ die ja auch nichts anderes machen als Insekten, Pilze, unerwünschte Pflanzen abtöten inkl Nebenwirkungen. Diese „neuen PSM“ sollen natürlich wohl dann bei den eingesetzten Pflanzenschutzmengen in Zukunft nicht mehr berücksichtigt werden so mein Eindruck.
    – Weiteres Ziel Rückgang der Bestäuber-Populationen wie Bienen oder Wespen umzukehren
    dieses wurde erreicht denn lt destatis wurden im Jahr 2024 nach vorläufigen Angaben insgesamt eine Million Bienenvölker gezählt. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Bienenvölker in Deutschland gestiegen obwohl die beiden Ziele Reduktion Düngemittel und PSM als auch Ausbau Öko Anbau weit verfehlt wurden. Die gebetsmühlenartig vorgetragenen Meldungen zum Bienensterben laufen trotzdem weiter über alle Kanäle, aber damit muß man wohl leben.
    Da diese wesentlichen Ziel green deal nicht mehr ereichbar sind und es fraglich ist ob in absehbarer Zeit überhaupt erreichbar macht es Sinn den green deal zu überarbeiten.

    https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/green-deal-schlechtes-geschaeft-fuer-bauern-fuer-planeten-577135
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/487925/umfrage/bienenvoelker-in-deutschland/

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  2. evonik sagt

    Der Green Deal war viel populistisches Thema, viel Angst, viel Gier und wenig Hirnleistung. Deswegen ist es positiv wenn weniger davon auf der Agenda ist.

    Das ist mir gerade zu Augen gekommen:

    https://www.agrarheute.com/land-leben/verzehr-fleischersatz-veraendert-muttermilch-binnen-weniger-tage-638015

    Man hätte das auch viel früher erforschen können, weil es ja eigentlich zu erwarten ist. Ich hatte an das Mikrobiom im Darm gedacht.

    Eine Bekannte arbeitet bei Stade und deshalb komm ich manchmal nach Niedersachsen. Neulich ist mir aufgefallen, dass es dort viele nordische Typen gibt. Die erkennt man an den kleinen Nasenlöchern. Die würde ich nicht mit füttern, die bräuchten Flechten und Moltebeere.

    Essen ist rassistisch! Trau mich da noch nicht an die Kunden.

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  3. Ich finde es ja immer noch faszinierend, wie Timmermans, Wiener & Co so viel Macht bekommen konnten, von hinten diesen angeblichen Green Deal so weit durchdrücken zu können. Und wie das in letzter Minute doch noch gestoppt werden konnte. Ich verstehe auch nicht, wie dies alles unter einer CDU Kommissionspräsidentin passieren konnte. Gut, es war der von den Medien tranportierte grüne Zeitgeist.

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  4. Johann sagt

    In der EU waren in den letzten Jahren die Grünen als Partner und in einigen Staaten auch in Regierungsverantwortung. Dabei wollte die EU mit England und Norwegen den Green Deal so rasch wie möglich umsetzen und mit Schulden Windräder, PV-Anlagen und Heizungstausch großzügig subventionieren, um in der Welt als Vorzeige-Muster Nachahmer finden. Leider ist die EU übriggeblieben und die Technologie kam aus China bevor in der EU überhaupt ein Werk in Betrieb gehen konnte.
    Es wurde nie über die Photosynthese gesprochen, wobei ein Hektar Maisfeld ca. 15 Tonnen CO2 der Luft entnimmt. Jetzt war die Klimakonferenz im Regenwald in Brasilien und seither ist von der Schädigung im Regenwald keine Rede mehr. Dafür ist der Regenwald in Afrika jetzt in Gefahr (weil die Elefanten alles zusammen fressen, Holz bis 10 cm).
    Es sind nur mehr die waldarmen Länder der EU Anhänger des Green Deal.

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  5. Bauer Fritz sagt

    Green Deal gescheitert !
    Autowende gescheitert ! (https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/mobilitaet/panik-im-autoland/)
    Energiewende gescheitert ! (https://www.cicero.de/wirtschaft/der-offenbarungseid-der-weltklimakonferenz-warum-nicht-nur-die-deutsche-klimapolitik-gescheitert-ist)

    Aber es scheint immer noch so weiterzulaufen. Motto: „Wo wir sind ist vorne“.

    Es ist nach den Verantwortungen der woken oder mainstream-geilen Politiker und vor allem der überbezahlten Firmenchefs zu fragen, die so ein Desaster erst möglich gemacht haben. Da gebe es die Greta-Rektalakrobaten oder die Luise-Neubauer-Aufsichtsratsposten-Anbieter und sonstige Spinner in höchsten Ebenen.

    Es trifft wohl der Befund zu von Vince Ebert (https://www.welt.de/vermischtes/article693695df9f2b81ad2ac9feac/vince-ebert-es-liegt-nicht-an-den-irren-kabarettist-wirft-teilen-seines-publikums-vor-sich-nur-wegzuducken.html?icid=search.product.onsitesearch):
    Ebert schildert, dass er in den vergangenen Jahren vermehrt als politisch unliebsam eingestuft worden sei – ähnlich wie andere prominente Bühnenkünstler, etwa Dieter Nuhr oder Monika Gruber. Er berichtet von Fällen, in denen Theater oder Veranstalter durch Beschwerden unter Druck geraten seien, seine Auftritte zu hinterfragen: „Noch ist es mir nicht passiert, aber es ist immer knapp vorm Canceln“, berichtet Ebert. „Es liegt nicht an den Irren, die sich melden, sondern an denen, die auf sie reagieren“, sagt Ebert. Aus Angst vor Kritik wachse eine Kultur der Vorsicht, die zunehmend zu einer Selbstzensur führe.
    Mangelnde Bereitschaft zur Verantwortung
    Ebert wirft Teilen seines Publikums eine mangelnde Bereitschaft vor, selbst Verantwortung zu übernehmen. Häufig hätten ihm Besucher oder Führungskräfte nach Shows zugestimmt und gleichzeitig betont, sie könnten seine Kritik öffentlich nicht äußern. „Wenn es hart auf hart kommt, lassen die einen über die Klinge springen“, sagt er. „Das Gros der vernünftigen Menschen wird immer mehr zu Duckmäusern. Nicht die ideologisierten Ränder sind das Problem, sondern die vielen, vielen Menschen auf allen Ebenen, die sich anpassen.“

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    • Bauer Willi sagt

      Dazu passt Kurt Tucholsky:

      „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“

      Ich habe aber den (persönlichen und subjektiven) Eindruck, dass dies immer mehr Menschen tun. Es müssen aber viele werden, damit die Politik sie als nennenswerte Größe registriert.

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      • Stadtmensch sagt

        Schon ziemlich schräg: Kurt Tucholsky mit reaktionären Kulturkämpfern-, Influenzern-, sonstigen Mensplainern und langweiligen Kleinkünstlern in einen Topf zu werfen.

        Aber bitte sehr. Lasst uns zurück kehren zur unverblümten, patriarchalen Lebensform. Frauen sind schließlich auch Wähler und wenn die es so haben wollen…

        Immerzu diese feminin konnotierte „Achtsamkeit“, dieses Mitleiden mit ausgebeuteten Kreaturen in unseren Lieferketten. Dat wollmer net!

        Wie heißt es passend dazu von unseren Vorzeige-Intellen: „wir müssen unsere Männlichkeit wieder entdecken“

        ironieende

        Seit dem Futuristischen Manifest des Herrn Marinetti haben sich ganz viele nicht weiter entwickelt. Na sowas . .

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      • evonik sagt

        Dazu passt eine alte Volksweisheit:

        Willst du es einfach haben im Leben, dann entferne Dich nicht all zuweit von der Herde.

        Und noch was fällt mir ein:

        „Wer zur Quelle kommen will muss gegen den Strom schwimmen!“

    • Bauer Willi sagt

      Ein Hinweis zum Link von Vince Ebert: unbedingt lesen. Was er sagt, geht mir auch durch den Kopf…doch vielleicht früher…

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    • zmp_nachfahre sagt

      Bestimmte Aufgaben passen offenbar gut mit bestimmten Typen Menschen zusammen. Wenn es um Duckmäusertum geht, sind Verwaltungen sehr oft ganz vorne dabei. Das betrifft nicht nur die Veranstalter für Vince Ebert, sondern besonders oft Universitätsverwaltungen. Es ist extrem selten, daß die zu einem angegriffenen Professor stehen, obwohl doch gerade eine Universität ein Ort der freien Diskussion sein müßte.
      Und nicht zu vergessen die „CEOs“, also die obersten Angestellten von Industriekonzernen und die Verbandschefs. Kein Regierungsunfug, den sie nicht eifrig beklatscht hätten, auch wenn es offensichtlich gegen die Interessen ihrer Unternehmen ging.

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  6. Dietmar Gross sagt

    @RS
    Sie haben das letzte Wort. Sie gehen gedanklich Ihren Weg weiter. Ich will Sie nicht davon abbringen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Dietmar Groß
      Nein, RS hat nicht das letzte Wort. Ich kann Ihre Überlegungen sehr gut nachvollziehen. Ich habe einen Berufskollegen, ja eher schon einen Freund, der Demeter-Landwirt ist. Wir zwei verstehen uns prächtig, weil wir gleich denken, auch wenn wir unterschiedlich handeln. Ich habe bei Ihren Worten unseren Sohn vor Augen, der sich eine sehr lukrative Nische aufgebaut hat, die mehr einbringt als unsere Landwirtschaft. Die ganze Welt ist voller Nischen!
      Mit ihm habe ich neulich ein Thema diskutiert, dass mich nach wie vor bewegt. Ich war zu einem Vortrag in Niedersachsen, wo ein Landwirt geehrt wurde, der 700 Milchkühe hat und einen Stalldurchschnitt von 14.000 kg. Das bedeutet, dass dabei auch Kühe sein müssen, die über 14.000 kg geben. Ich (und mein Freund) haben uns gefragt, ob das noch gesund ist.

      Aber vielleicht darf man das in Landwirtskreisen heute nicht fragen…Man hat mich gewarnt…

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      • Dietmar Groß sagt

        @BW
        freue mich über Ihr Verständnis.
        Von Milchvieh verstehe ich wenig; freu mich aber über die KollegInnen, die Ihre Tiere sooft wie möglich auf der Weide halten und weit überwiegend mit Grünfutter füttern. weil sie damit einen wesentlichen Beitrag zur Offenhaltung unserer Mittelgebirgslandschaft leisten.
        Die ist mir nicht egal, weil ich darin lebe und dafür gebe ich auch gern etwas mehr für Milch und Fleisch aus. (So handhaben wir das auch in unserem Hofladen).
        Ob es für die Gesundheit der Tiere das Beste ist, kann ich nicht beurteilen.
        Da werden die Meinungen je nach Interessenlage in diesem blog auseinander gehen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wo gab es denn in unserem Dialog einen Dissenz zum Thema Demeter….bitte um Hilfe.
        Ich habe seit fast 25Jahren einen Demeter -Kunden, dem ich wiederholt zur Seite stehe. Es ging doch in unserem Disput um nicht verständliche Andeutungen und Begrifflichkeiten, die keine Zuordnung zuließen und nur kryptisch wirkten. Es geht also lediglich darum, Nischen als Lösung für eine ganze Branche zu erörtern? Das ist die Antwort auf den Green Deal?

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  7. Ludwig sagt

    Der Green Deal ist gescheitert weil unser SPezi-Institut in Potsdam nicht richtig wissenschaftlich gearbeitet hat , sondern nach Gefühl und Wellenschlag die Daten erhoben hat. Leider muß man das so sagen und gut , daß die internationale Wissenschaft das ganze zum Scheitern gebracht hat . Gut auch , daß das internationale „Natur“ -Magazin diese Daten aus dem Programm genommen hat. Damit bricht hier jetzt alles zusammen. Die Nachhaltigkeit , CO2 und die ganze Klimadebatte. Hätte nicht gedacht , daß die DLG das jetzt offenlegt. Es zeigt aber auch , daß in den letzten zwanzig Jahren hier volkswirtschaftlich alles falsch gelaufen ist. Eine religiöse Indiologiepolitik hat hier Billionen von Euro volkswirtschaftliches Vermögen vernichtet. Die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin sollten zur Verantwortung gezogen werden. Das Gutachten in Potsdam ist überwiegend wohl von der Regierung und VW bezahlt worden. Warum wohl ? Jetzt gilt es die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft wieder auf die „Soziale Marktwirtschaft “ umzustellen , damit hier nicht alles den Bach runter geht. Fraglich ist nur ob die Politiker in Brüssel und Berlin das schaffen. Das kann man wohl mit „Nein“ beurteilen. Neue Fachleute braucht das Land ! Und eine 180 Gradwende !

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    • Bauer Willi sagt

      @Ludwig
      Jetzt wo Du es sagst: Das Wort „Wende“ ist irgendwie aus dem allgemeinen und nahezu täglichen Vokabular verschwunden.
      Gut, die „Krise“ ist immer noch da, aber daran arbeiten wir noch… 🙂

      Und wenn schon Wende, dann hoffentlich keine 360 Grad-Wende… 🙂 (Baerbock)

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    • evonik sagt

      Ludwig hat geschrieben:

      Die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin sollten zur Verantwortung gezogen werden.

      Mir ist vor einigen Tagen der Gedanke gekommen, dass man alle Mitglieder von Parteien, die in den letzten 25 Jahren (mit-) regiert haben, enteignen sollte.

      Mitglieder von migrationsfreundlichen Organisationen sollten zu sexuellen Dienstleistungen an Migranten verpflichtet werden. Das würde die Integration fördern und die Zahl von Anschlägen vermindern.
      Ab einer bestimmten Zahl von m2 Wohnfläche pro Person gibt es Zwangseinweisungen von Migranten.

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  8. zmp_nachfahre sagt

    „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube…“
    Eine Bürokratie, die sich zurücknimmt? Machtbesessene Politikdarsteller, die ihren Einfluß freiwillig reduzieren?
    Es gibt leider Hinweise darauf, daß hier nur neue Formulierungen verwendet werden: z.B. soll nun das Lieferkettengesetz nur noch für „große“ Firmen gelten. Wenn die aber bei einem „Kleinen“ einkaufen, ist der natürlich dennoch dran.

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  9. Dietmar Groß sagt

    Nicht die Ziele, sondern die Methode der Umsetzung bringt den „green deal“ ins Wanken. Mit der Intention kann ich die Kritik unterstützen.
    Mit den Erkenntnissen des „Club of Rome“ sind Menschen als Umweltbewegung in den 80er Jahren, -auch wir mit unserem Bauernhof- angetreten, um mit Ökolandbau und regionaler Vermarktung nachhaltigere Wirtschaftsweisen auch im Lebensmittelbereich praktisch aufzubauen.
    Das ist uns in der Nische des Ökomarktes auch ganz gut gelungen.
    Wenn diese Bewegung von unten nun am Markt verdrängt wird durch „package Deals“ von Lebensmittelhandelsketten in Kooperation mit industriell agierende Unternehmen (ein bisschen Bio, wenns sein muss, ansonsten weiter wie bisher), dann fehlt dieser „green deal“ Politik eben die soziale Reformkomponente.
    Allen KollegInnen, die derzeit mit lidl und co ,Tönnies usw. mit großen Produktionsmengen im Biobereich gute Geschäfte machen, gönne ich den (kurzfristigen) wirtschaftlichen Ertrag.
    Wer sich allerdings mittel- und langfristig in globalen Rohstoffmärkten halten kann, wird die Zukunft zeigen.
    Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass wir genügend Menschen finden, denen dieser Zusammenhang wichtig ist. Aber dabei hilft uns die EU-Politik wenig.
    Für den Bereich der erneuerbaren Energien mache ich die gleiche Beobachtung.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Da schwingt ja ganz viel Transformationsgedöns ala Maja Göpel mit, wie mir scheint. Dann stellen wir doch mal die Grundfragen: Wer will den green deal? Was stellen sich die Akteure darunter eigentlich vor? Wird die Welt untergehen, wenn Europa den green deal nicht umsetzt? Erneuerbare Energien sind ebenfalls für unsere Gesellschaft und den Erhalt des sozialen Friedens krachend gescheitert……wie viele Versuche zum Untergang soll es noch geben?

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      • Dietmar Groß sagt

        @RS
        Die Schwingungen von Maja Göpel interessieren mich ebenso wenig, wie ihre pauschalen Erkenntnisse. Entscheidend ist, dass jede Bauernfamilie (und hier geht es ja vorrangig um bäuerliche Interessen) für die eigene unternehmerische Zukunft eine Perspektive findet.
        Die kann ich für uns aus der bisherigen „green deal“-Strategie der EU nicht ableiten und Ihr Gepolter hilft da auch nicht.
        Aber ich sehe eine Chance im engeren wirtschaftlichen Zusammenrücken von Menschen in ländlichen Räumen, die kein Interesse an einer Globalisierung der Lebensmittel- und Energiemärkte haben. Größenordnung 10% !

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Aber ich sehe eine Chance im engeren wirtschaftlichen Zusammenrücken von Menschen in ländlichen Räumen, die kein Interesse an einer Globalisierung der Lebensmittel- und Energiemärkte haben. Größenordnung 10% !“

          Ja Mensch, dann mal raus mit den Ideen…..ich arbeite auch im ländlichen Raum, ohne globalen Bezug. Sogar die Kunden arbeiten ohne globalen Bezug…lediglich deren Produkte werden globalisiert. Nun wollen wir doch mal schauen, wie wir diese Produktmengen nationalisieren, ohne einem globalisierten Einfluss ausgesetzt zu sein.
          Welche ökonomischen Zirkelschläge schweben Ihnen denn vor?

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          • Dietmar Gross sagt

            @RS
            Sie haben uns doch erzählt, dass Sie auch Staelle für 20 Demeter-Kühe planen.
            Dann argumentieren Sie doch mal aus dieser Perspektive. Dann merken Sie vielleicht selbst, dass die landwirtschaftliche Realität heute schon viel bunter ist.

              • Dietmar Gross sagt

                @RS
                Es geht immer nur vorwärts.
                Aber auf verschiedenen Wegen.
                Und keiner sollte denken, er hat die Wahrheit gepachtet.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Sie reden in kryptischen Lettern….es ist mir seit Kindheit bewusst, dass es verschiedene Wege im Leben gibt. Ich habe auch keine Wahrheit gepachtet, ich möchte lediglich Ihren Weg oder Ihre Wegbeschreibung verstehen. Ich denke, ich habe schon ziemlich viele Weggenossen kennengerlernt, um einordnen zu können, ob es sich um Holzwege handeln könnte. 😉

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              • Stadtmensch sagt

                „Zurück in die Vergangenheit?“

                Neinnein! Es ist eine Nische. Eine touristische Attraktion für reiche Chinesen. Die kommen dann hierher, um sich von ihrer künstlichen Umwelt zu erholen.
                Also mal die Hände wieder in richtige Erde mit reichlich Edaphon tauchen und Gemüse ernten mit echten Fraßtellen von Nematoden.

                Das Auge entspannen und zu sich finden bei der Betrachtung eines Bodenbearbeitungsgerätes, das von einem Gespann gezogen wird. Richtige echte Tiere ohne Fremdenergie!

                Dann scannen die mit ihren ans Weltwissen angeschlossenen Augmented-Reality Kontaktlinsen die Individuen, die hier im Kreislauf wirtschaften und bekommen als Zusammenfassung, wie stark sich diese historische Lebensweise auf die äußere Erscheinung und die Fähigkeit auswirkt, moderne, hochkomplexe Kommunikationsmuster zu bilden. Dann fließen diese Daten als Lerndaten automatisch in ein Modell zur weiteren Optimierung der sozioökonimischen Ausgestaltung des primeren Sektors.

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        • Christian Bothe sagt

          DG:“Aber ich sehe eine Chance im engeren wirtschaftlichen Zusammenrücken von Menschen in ländlichen Räumen, die kein Interesse an einer Globalisierung der Lebensmittel- und Energiemärkte haben. “
          Den ländlichen Raum sollten Sie mal definieren! Ich kann davon nichts erkennen! Komme gerade von Kaufland, sehe nur viele Leute aus den umliegenden Dörfern, welche nur nach dem Preise schauen und die Sonderangebote montags einkaufen, unabhängig davon woher die Ware im Foodbereich stammt…Wird auch in Zukunft so bleiben, Globalisierung hin oder her! Mit GVO funktioniert’s dann noch besser!Da ich mich oft in den Märkten des LEH herumtreibe,mehr zur Beobachtung des Kaufverhaltens der Kunden, als zum Einkauf kann ich das ziemlich gut einschätzen DG. Ob sich da etwas ändern wird, bezweifle ich!

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  10. Frikadellen piet 47 sagt

    moin da kann man wirklich nur gespannt sein. wenn noch nicht mal die Entscheidungsträger wissen was überhaupt gefordert ist, dann ist das Projekt schon mal sehr schwierig. ich bin also gespannt und wünsche einen schönen Tag.

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