Der Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein hat sein Amt niedergelegt. top agrar hat ihn interviewt und nach den Gründen gefragt.
Hier eine Antwort auf die Frage nach dem Grund:
„Ich bin jetzt 65 Jahre alt und werde am Ende der Legislatur 67 sein. Es hätte auch die Möglichkeit einer zweiten Amtszeit gegeben, bei der ich am Ende 72 gewesen wäre. Da habe ich vor der Frage gestanden, ob ich bis in dieses Alter Minister sein möchte. Meine Frau und ich waren uns einig, dass das keine Option ist. Das habe ich dem Ministerpräsidenten Daniel Günther auch so gesagt. Wir kamen dann überein, dass es sinnvoll wäre, auch meinen Posten vorzeitig umzubesetzen. Es war ganz in meinem Interesse, denn so kann ich jüngeren Menschen wie meiner Nachfolgerin die nötige Zeit zur Einarbeitung bis zur kommenden Wahl geben.“
Bevor Werner Schwarz Minister wurde, war er Bauernpräsident in Schleswig-Holstein und einer der Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes in Berlin. Ich habe ihn 2019 persönlich kennengelernt (siehe Foto) und schätze seine Art zu denken und zu handeln, sehr. Auch, wenn ich ansonsten mit dem Vorstand des DBV in Berlin so meine Probleme habe.
Er war auch als Vertreter des DBV in der Zukunftskommission Landwirtschaft und hat sich dort für die Belange der Landwirte eingesetzt. Dass die Politik aus den Ergebnissen der ZKL nichts gemacht hat, ist nicht ihm persönlich anzulasten.
Es ist gut, wenn es Menschen gibt, die sich selbstlos für öffentliche Ämter zur Verfügung stellen. Sie zu kritisieren ist hingegen leicht.
Ich wünsche Herrn Schwarz für den dritten Lebensabschnitt vor allem Gesundheit. Ohne Gesundheit ist alles nichts.


@BauerWilli. Willi , du hast natürlich recht , aber nach über 100 Jahren zusammengerechnet in verschiedenen Ehrenämtern kann ich sagen , daß es nahezu immer bei den meisten Kollegen ums Geld geht. Ich bin ja so „dumm“ gewesen und habe immer meine kleinen Aufwandsentschädigungen in Information und Beratung investiert, um meinem gewählten Auftrag der Mitglieder auch gerecht zu werden und das würde ich immer noch so machen. Nach den vielen Ehrenamtsjahren kann ich sagen ging es dem meisten Kollegen immer um Macht, Einfluß , Geld oder wirtschaftliche Vorteile.
Und @Ludwig
War da noch Zeit genug für Betrieb und Familie?
Ich kenne einen im Kirchenvorstand, der hat nur Zeit dafür weil er seinen Lehrling extrem arbeiten läßt.
Es gibt etliche Beispiele dafür, wie Ehrenamtsträger Schutzbefohlene oder eigene Kinder ausgenutzt haben, um zur Versammlung zu fahren.
Ich habe meinem Vater 5 Ehrenämter ermöglicht.
Sozialabgabenfrei.
Schwarzbrot statt lecker Imbiss in der Wirtschaft.
Grüße
Nicolai
Das stimmt genau. Der Betrieb muß die Zeit für das Ehrenamt auch „abwerfen“. Das geht entweder , wie sie es beschreiben, über die Familie oder Fremdarbeitskräfte. Daher sind es bei zeitaufwändigeren Ämtern auch meist die Inhaber größerer Betriebe, die dann auch eher deren Interessen vertreten.
Ich als kleiner Betrieb habe schon die Erfahrung, dass man sehr aufpassen muss dann nicht wichtige Dinge für die betriebliche Entwicklung aus dem Auge zu verlieren.
Letztlich kann man vom „Dankeschön“ fürs Ehrenamt nichts kaufen.
Daher nimmt die Bereitschaft Ehrenämter zu übernehmen auch stark ab und professionelle Strukturen mit bezahlten Mitarbeitern übernehmen die Deutungshoheit und bestimmen zunehmend die politischen Entwicklungen.
Die Bauernvertreter im Ehrenamt oberhalb der Kommunalebene haben die Schlacht schlichtweg verloren. Das wird sich nicht mehr ändern. Deshalb ziehe ich mich z.B. jetzt auf die Ebene vor Ort zurück.
@NiAs. Der gute Mann war in der Spitze vom DBV in SH und im Bundesvorstand des DBV.
Mit dem politischen Mandat bist als DBV-Vertreter für mich verbrannt. Auch wenn du als Bundestagsabgeordneter für eine Partei bist und sollst die Bauern vertreten , dann bist du weg für uns Bauern. Ohne LSV und die Freien Bauern hätte es den vergangenen Bauernaufstand nicht gegeben. Der DBV macht nur mal Alibi-Demos, sonst nichts und daher rührt mein Gedanke im Text. Das ganze hat eben oft auch zwei Seiten. Man kann die Leute mit einem politischen Amt auch zum Schweigen bringen , oder wie bei Fleßner passiert eine Tierrechtstruppe mal vorbei schicken und so den Mann aus dem Amt bringen , denn der jetzige Ldw.-Minister ist doch auch angepasst und macht nur das um den Unmut bei uns Bauern nicht zu sehr zum Kochen zu bringen. Wir Bauern wollen Taten sehen und keine Sprüche. Uns was von Nachhaltigkeit , Klimabilanz und CO2 zu erzählen ist doch eine Frechheit , weil wir schon durch unsere Kreislaufwirtschaft und unser Handeln schon immer CO2-neutral waren. Nein , diese Politik ist in Brüssel und Berlin ist voll daneben und eine gesamte Volkswirtschafts- und Wohlstandsvernichtungspolitik. Alle , die im politischen Amt dahinter stehen haben wohl ihren Eid vergessen.
@Ludwig
Es geht hier um die Person Schwarz und nicht um eine „Abrechung“ mit dem DBV. Wir brauchen mehr Menschen, die sich einsetzen, die auch ehrenamtlich arbeiten.
Kritisieren ist immer einfach.
Hi @Willi
Das hast Du unglücklich formuliert.
Oder kennst Du mehr als den Politiker?
Grüße
Nicolai
Bis 67 hätte er machen müssen. Dafür ist er gewählt worden. Der Grund dürfte eher sein das Daniel Günther sein Kabinett „jünger und weiblicher“ machen wollte.
Ja,
Aber als alter und erfahrener hätte er das Amt ruhig bis zu seinem 72. Lebensjahr begleiten können, der Aufgabe wegen,
aber wenn eine junge zuverlässiger Nachfolgerin da ist…..
Ja, ist auf jeden Fall da…
Hier ihr Lebenslauf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Schmachtenberg#
Ihre Tätigkeiten bisher sind wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Funktionen sowie Büro- und Referatsleiterin im Landtag. Man wird sehen, vielleicht hat sie ja auch schon im Heu gespielt…
Gut , daß es noch Leute gibt , die eine Lebensplanung haben und entsprechend konsequent handeln. Als Niedersachse kann ich hier nichts weiter zu sagen , aber unser Bauernverband in Berlin schläft den Schlaf des Gerechten. Hier vor Ort wird gesagt , daß die Demokratie außerhalb der Kreisgrenzen im DBV vorbei ist. Die gute Arbeit hier im Kreis des Landvolkes ist top , doch in Berlin so sehr von Politik und weiteren mit dem DBV- Amt abhängigen Posten/Aufsichtsräten verbunden , daß man deren Handlungsunfähigkeit einmal hinterfragen sollte. Rentenbank , Baywa, R+V, Genossenschaftsverbände , usw. überall entgeldliche Posten . Mit so etwas läst sich keine 100%ige Berufsvertretung betreiben , da ja überall Geld fließt und das macht abhängig. Wenn man dann noch die Fähigkeiten bei der Baywa erleben muß , dann muß man das Aufsichtsratsamt als reine Abnickveranstaltung für Geld aber ohne Ahnung von Tuten und Blasen verstehen. Wenn solche Leute nur für Geld und ohne Einsatz für das Unternehemen und Anteilseigner dort sitzen , dann darf man sich nicht über die Folgen , sprich der Fastpleite , wundern. Läst aber auch darüber Nachdenken , ob die Fähigkeiten für den DBV gerechtfertigt sind. Hören wir etwas über die Agrarpreise , oder über die einseitigen Preissenkungen der LEHs ? Die Höfe wissen nicht mehr wie sie rumkommen siollen , aber Stille im DBV. Demos gegen Brüssel und Berlin wären dringend angesagt , aber nichts kommt. Kampflos sollten wir nicht untergehen. Der Besuch der Agritechnica sollte nicht als Aufbruch angesehen werden , denn der findet nur außerhalb der EU statt. Von überall von außerhalb kommen Getreide , Zucker , usw. in die EU und vernichten unsere Märkte , denn wie kann es sein , daß in der Ukraine höhere Getreidepreise in der Ernte (18 Euro/dt Weizen) gezahlt wurden , als bei uns ?
Hi @Ludwig
Wie kommst Du jetzt von Minister auf DBV?
Grüße
Nicolai
Moin vom Fjord
Was hat Werner Schwarz für uns getan?
Grüße
Nicolai
Der Dissens von Erwartungshaltung aus der LW, den Möglichkeiten eines Bundeslandes und dem öffentlichen Druck über die grün verpeilten zwei Drittel der Gesellschaft hat wohl zu dem Rücktritt geführt.
Ihr Statement ist ein klarer Beleg für die überhöhten Erwartungen aus der Bauernschaft … die natürlich verständlich sind. Der Druck gegen die Politik muss aber in erster Linie nach Berlin auf die Bundespolitik gerichtet sein.
Da gehört der Bauernverband restrukturiert und zu stringenterem Eintreten für seine Basis gezwungen.
In der Tat machen sich Landwirte völlig falsche Vorstellungen von den Gestaltungsmöglichkeiten eines Landes-Landwirtschaftsministers. Mit der Gründung von Umweltministerien nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 auf Bundes- und Länderebene und mit dem Eintritt der Grünen in die Politik und die Ministerien wurde aus WENIG fast NICHTS.
Moin @Thomas
‚Da gehört der Bauernverband restrukturiert und zu stringenterem Eintreten für seine Basis gezwungen.‘
Wieso?
Das Geld fließt doch.
Genau wie in der Kirche.
Austreten?
Was soll denn der Altenteiler sagen?
Grüße
Nicolai
Stimmt in der jetzigen Situation genau. Das Modell der Kirchen, die Dinge vor Ort in möglichst großem Umfang im Ehrenamt für lau zu organisieren und das Geld in den „vergoldeten“ Überbau zu leiten, hat schließlich Jahrhundertelang funktioniert. Denen geht nur dummerweise der Glaube an das Paradies im „Leben nach dem Tode“ verloren. Diese Methode allerdings (unten für nahezu lau und das Geld oben konzentrieren) haben viele NGO´s erfolgreich übernommen. Triebfeder für deren Erfolg ist die Angsterzeugung für das „diesseitige“ Leben. Die Hoffnung, dass deren sich selbsterfüllende Prophezeihungen abgewendet werden können indem man jetzt deren „Klingelbeutel“ mit Spenden füllt, ersetzt schlichtweg die jenseitigen Versprechen der Religionen. Und das Modell ist ja finanziell genauso erfolgreich wie die Kirchen … die es zur Ergänzung ihrer alten Heilsversprechen-Strategie ja auch selbst nutzen.
So gesehen ist Austreten und abducken eine verständliche Reaktion. Ändern wird sich dadurch allerdings auch nichts. So wenig wie „Stell dir vor es wird Krieg ausgerufen und keiner geht hin“ wirklich eine reale Option ist.
Bei Werner Schwarz hatte ich immer den Eindruck, er wollte bei den Großkopferten mitspielen, auch weil es in der Tradition der Familie zu liegen scheint.
Den Widerspruch des Karrieresprunges hab ich schon damals nicht kapiert. Ich glaube er hat sich schlicht verzockt.
@R.S.:
Genau diesen Eindruck hatte ich im persönlichen Gespräch mit ihm nicht. Er ist absolut geerdet. Meines Erachtens hat er erkannt, dass er seinen eigenen Ansprüchen in diesem Amt nicht gerecht werden kann. Ich finde, es ehrt ihn, wenn er dann zurücktritt.
Ich habe ihn persönlich bei der Demo vor der Zeit-Redaktion (ich glaube es war 2017) erlebt, mir war er immer zu weich gewaschen, was schon auf eine andere Richtung seiner Karriere hinwies. Aber so ist das eben mit der persönlichen subjektiven Wahrnehmung.
@BW
Wann ist ihm denn diese Erkenntnis gekommen? Ab da hat er also nur noch ein Feigenblatt abgegeben? Vielleicht hätte er von vornherein für einen anderen auf das Amt verzichten sollen. So jedenfalls wurde ein Chance vertan. Wo ist denn seine Erfolgsbilanz?
@Kemetbauer
Einsicht: Besser spät als nie. Er ist vom Ministerpräsidenten gefragt worden und hat das Amt angenommen. Dafür hat er viel Kritik eingesteckt, weil er ja vorher beim DBV engagiert war.
So wie Sie argumentieren kann ich jeden verstehen, der sich nicht mehr für ein öffentliches Amt zur Verfügung stellt.
Was machen Sie denn so für die Gesellschaft?
Wo ist Ihre Erfolgsbilanz?
Die Frage ist auch ein wenig unanständig oder nicht Willi? Wir haben 84 Millionen Bürger in diesem Land. Wie viele Ämter sind denn zu vergeben? Und wer bestimmt über diese Ämter? Wie kommt man rein in diese Ämter? Ein Mensch ohne Ambitionen, ohne das gewisse Etwas oder sogar einen minimalen Hang zum Narzissmus, oder vielleicht etwas Gespür für eine evtl. Vorteilslage oder oder….wird eine solche Position nicht erreichen. Und in einem solchen „Plauder-blog“, der ja keinen Anspruch auf irgendeine politische oder kommerzielle Idee hat, da darf man m.Ea. ruhig mal seine Meinung so ausdrücken, wie man es „fühlt“. Wäre denn der Vorsitz in einem Schützenverein oder einem Geflügelzuchtverein eine akzeptierte Gesellschaftliche Leistung? Statistisch zählen diese Menschen zu den ehrbaren Ehrenamtlichen, die sogar vom Bundespräsi ausgezeichnet werden .
Selber besser machen sonst Mundhalten, ist eine etwas angestaubte Weltsicht, finde ich.
Moin @Reinhard
Ich zitiere meinen Onkel:
‚Da sagt man auf einer Versammlung aus Versehen mal etwas Vernünftiges, und Bums wird man gewählt.‘
Er meinte meinen Vater.
30 Kühe, 40 Sauen, 5 Ehrenämter, Schlaganfall mit 40.
Grüße
Nicolai
@BW
Ich frage mich gerade, wie wohl die Beiträge hier ausgefallen wären, wenn es nicht um einen CDU-Mann sondern um einen Grünen gehen würde. Altersabsicherungsoptimierer, völlige Fehlbesetzung, Selbstbedienungsmentalität u.a.m., wären wohl verwendete Begrifflichkeiten. Was hat Herr Schwarz denn nun wirklich geleistet? Den Worten/Einschätzungen des MP, muss man wohl nicht folgen. Das ist er ewig gleiche Sermon. Schwarz selbst dürfte sich heute wohl kaum noch als die Idealbesetzung des Postens begreifen. Seine Ansprüche jedenfalls konnte er nicht umsetzen. Und deshalb startet seine Nachfolgerin auch wieder mit der Phrase „Planungssicherheit“. Wenn, wie es hier bei einigen Kommentaren anklingt, die Landesministerien eh fast keine Gestaltungsmöglichkeiten haben, dann können sie weg. Überhaupt sollte man nachdenken über den Abbau des Förderalismus. Von Deutschland geht keine Gefahr mehr aus. Eine zentralistische Regierung, mit z.B. Departements, könnte einen zweistelligen Mrd.-Betrag einsparen. Blöd nur, dass das die bestimmen müssten, die sich ständig am Trog laben.
Wer die Ochsentour kennt, die man in den Parteien überstehen muss, um mitmischen zu können, der wird, wenn er sein Leben außerhalb dieser Blase erfolgreich bestehen kann, gern auf politische Aktivitäten verzichten. Ich habe meinen Platz gefunden. Er entspricht meinen Ansprüchen. Ich muss mich nicht politisch prostituieren.
„Was hat Herr Schwarz denn nun wirklich geleistet?“
Er hat das Ministerium geleitet und vermutlich keine gravierenden Fehler gemacht. Bei einer soliden, seriösen Personalpolitik ist es auf Landesebene aber auch fast egal, wer ganz „oben steht“.
„Politiker kommen, Politiker gehen, Beamte bleiben!“
Wir brauchen tatsächlich dringend eine Föderalismusreform. Das Land kann sich den „Luxus“ bestehender Strukturen nicht mehr leisten, gerade weil in den letzten Jahrzehten die Ebene EU maßgeblich an Bedeutung gewonnen hat. Mit 4 Gesetzgebungs- und Verwaltungsebenen muss das Land in Bürokratie gefangen und gelähmt sein.
Aber wer ändert das?
„Wir brauchen tatsächlich dringend eine Föderalismusreform.“
DAS ist wirklich eines der dringendsten zukünftigen Vorhaben. 👍
egal, das hier passt auch:
https://www.shz.de/deutschland-welt/schleswig-holstein/artikel/werner-schwarz-ruecktritt-als-agrarminister-in-schleswig-holstein-49477442
Eine ehrenwerte Entscheidung von H.Schwarz! Es gibt eben noch Politiker mit Format und Anstand…
Der Herr geht mit 65 in den vom Steuerzahler gut bestückten Ruhestand. Das kann man ihm gönnen, wenn man das so findet.
Nur, was ist daran so sonderlich ehrenwert, auch im Vergleich mit denen, die bis 67 müssen?
Man kann davon ausgehen, dass die Schwarz Innovest GmbH aufgrund der guten Vernetzung des Eigentümers ebenfalls sehr gute Erträge abwirft. Der Herr Schwarz hat alles richtig gemacht. Wenn jeder in erster Linie an Kapitalverwertung denkt, die dafür benötigten Strukturen stützt und ausbaut, landet die bürgerliche Gesellschaft zwangsläufig jedes Mal bei der Frage, wie man das Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Kapital wieder vom Kopf auf die Füße stellen kann. Leider fällt den Protagonisten auch im aktuellen Krisenzyklus nix besseres als Nullzinspolitik, Stützungskäufe durch öffentliche Schulden und Krieg ein. Ich betrachte den Niedergang der Blasenökonomie mit Genugtuung.
Es gibt einen Artikel in der SH:Z , der den Rücktritt kommentiert. Dort wird das Dilemma der heutigen Politik gut beschrieben.
Landespolitik verkommt immer mehr zum (teuren) Kasperletheater mit möglichst lauten, aber nichtssagenden Akteuren. Fachliche Kompetenz spielt keine Rolle mehr. Eigentlich ist es nur noch eine Scharade um die Plätzchen an den Fleischtöpfen.
Mit Schwarz geht eine Generation, die dachte Dinge durch Fachkenntnis und daraus resultierende Entscheidungen vernünftig steuern zu können. Ich kann seinen Rücktritt gut nachvollziehen. So ein Landwirtschaftsminister wird zwischen dem Anliegen „Politik nur mit den Betrieben und nicht gegen sie“ machen zu wollen und der „grün-NGO-Brüssel- geframten Umweltpolitik“ zerrieben.
In SH ist das Umweltministerium grün geführt, in Brandenburg scheitert Frau Mittelstädt genauso an den von dort überkommenen inneren Strukturen ihres Ministeriums.
Politik wird lägst nicht mehr in den Landesparlamenten und Ministerien gemacht. Es werden nur noch Verordnungen aus Brüssel … in Berlin auf deutsche Art „nachgeschärft“ … verwaltet. Daher konzentriert sich die neue Generation Politiker (mit vorwiegend schauspielerischer Leistung) auf die Plätzchen an den Fleischtöpfen für sich und ihre Bagage aus dem näheren Umfeld.
Die Landesregierungen inclusive der teuren Parlamente gehören abgeschafft. Es braucht (noch) eine Nationalpolitik und definitiv Kommunalpolitik. Für den Rest steht die Frage: „Ist das Kunst oder kann das weg ?“
In Brandenburg ist gerade ein Politiker der neuen Couleur (ohne Abschluss, aber mit ausgeprägten schauspielerischen Fähigkeiten) auf dem besten Wege wie in einer Erbfolge neuer MP zu werden. Eigentlich kann man nur noch lachen sich verwundert die Augen reiben … wenns nicht so traurig wäre und auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden muss.
Alles richtig beschrieben.
Landes- Landwirtschaftsminister können nur noch dann eigene Impulse setzen, wenn Geld zur Cofinanzierung von öffentlicher Förderung da ist. Das ist offensichtlich aber nur noch in Bayern der Fall.
Ansonsten über die personelle Besetzung der Landesbehörden mit Agraraufgaben auf eine moderate Umsetzung der EU- und Bundesgesetze hinwirken.
Das ist aber alles zuwenig, um die teueren Apparate (16) zu unterhalten und Kleinststaaten bzw. Stadtstaaten überdurchschnittlich Macht (z. B. über den Bundesrat) zu verleihen.
Es ist doch z. B. auch ein Witz, dass ausgerechnet das Land Berlin mit seiner Massentierhaltung😎 das Bundesverfassungsgericht prüfen lässt, ob die Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO Schwein mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Auf das Urteil warten wegen der Unmöglichkeit eines juristischen (nicht moralischen) Urteils die Schweinehalter schon seit Jahren.
Ich bestelle schon mal einen Satz neue Stihl MS 311…wer weiß.
Während die Populationen der echten Frösche tatsächlich abnimmt, nimmt die Zahl der Frösche in den politischen Sümpfen eher zu. Die sind eher am graben um den Sumpf zu erhalten („Maulwürfe“ und „Biber“) als an auslichten des feuchten Dickichts (meinetwegen auch mit MS 311) interessiert.
Aber was solls, die nächste Generation wird das (bei ansonstener Strafe des Unterganges) richten müssen. Ich lehne mich jetzt mal zurück und sichere mir mein Stück Acker für Gemüse und Kartoffeln (falls es kaum noch Rente gibt weil das Geld beim füttern von Black Rock und Kriegsmaschinerie verbraten wird)
Moin, auf die schnelle fällt mir nur der Innenminister ein . Und der soll keinen Abschluß haben ?
Moin, auf die schnelle würde ich auf den Innenminister tippen. Und der soll keinen Abschluss haben ?
Stimmt nicht ganz: er hat meines Wissens 7 Jahre Kultur- und Politikwissenschaft an der Viadrina studiert (Psychologie soll auch dabei gewesen sein … gibt es aber an der Viadrina gar nicht). Qualifikationen hat er zwei abgeschlossene 1. als Mediator (Halbjahreslehrgang FernUni Hagen) und 2. in 2013 (nach dem Studium an der Viadrina ohne Abschluß) noch eine Berufsausbildung als Bürokaufmann.
Von der Linken (die in FF.O. früher stark war) in die Parteilosigkeit. von dort jetzt in die SPD … immer wie es zur Karriere passt. Wie alle Politiker aus dieser Generation ein glänzender Selbstdarsteller und Sonnyboy.
Moin, Thomas danke für deine aufklärenden Zeilen.
Bezahlschranke.
Nö.
moin es geht also ein Mann mit Format, leider gibt es davon in der Politik viel zu wenig! in Verbänden und allgemein in der Bevölkerung. schönen Tag
„es geht also ein Mann mit Format“ – der in seiner Abschiedsrede zur Begründung betont, vor dreieinhalb Jahren hätte er noch nicht gewusst, dass er nach fünf Jahren Amtszeit schon 67 Jahre alt geworden wäre, wo er doch dachte, er könne noch bis 72 weitermachen.
Dass Minister nicht wissen, wie alt sie am Ende einer Legislatur sein werden, kennt man sonst nur aus Schurkenstaaten. Aber richtige Skandale lassen sich hier nicht finden, auch wenn im Kabinett gleich mehrere CDU-Minister (darunter seine Cousine) gegangen sind, wohl meist zugunsten mehr Grün und EU.
Aber Schwarz‘ Begründung taugt nichts. Sie ist vorgeschoben auf eine flache und farblose Weise, dabei durchaus durchsichtig nicht die Wahrheit gesagt … Charakterlos wirkt das und eben nicht „mit Format“, nicht mal beim Abgang.
Er hätte ja Butter bei die Fische tun können und z.B., falls das der Fall war, zugegeben können, dass die Schwarzen vor den EU- und Grünen-Lobbies kapitulieren mussten, obgleich sie an ihren hehren politischen Zielen weiter festhalten würden. Das hätte von Größe gezeugt, aber das hat er vermieden und damit einen Punkt Richtung eines grünen/EU Strukturwandels gemacht. Was Interessen und Strukturen sind, weiß Schwarz als „Lobbyist“ (Grok) aus dem FF, und er hat diese über politische Ziele gestellt, über Überzeugungen und (falls seiner aufrichtigen Meinung vorher nach) auch das Bürgerwohl.
Und mit einer kleinen Lüge hat er seinen Abgang gesegnet. Den Platz freigemacht für eine aus seiner Sicht schlechtere Wahl, und dabei nicht den Mund aufgemacht, außer zu einer Notlüge zur Rettung der CDU-Parteistrategie, offenbar einer des stillen Rückzugs.
P.S.: Das ist alles reine Spekulation. Ich hatte Grok und dann noch mal die Sterne befragt. Ist da noch jemand unterwegs? Anybody out there?
Ich sehe einen Dissens in seiner Position als CDU- Landwirt versus CDU – Minister. Die CDU versucht sich aufgrund der Brandmauer zwischen links und grün zu positionieren, obwohl sie eigentlich rechts-konservativ sein will/sein müsste.
Nun hat SH mit Daniel Günter einen eher linken Konservativen, der sein Fähnchen so aufhängt, dass man ihn als wählbaren CDUler wahrnehmen soll…..er verkündete ganz stolz, das seine Regierung nun endlich die Quote mit kompetenten Damen übererfüllt habe. Die spielen ein ganz dummes Spiel und vielleicht wollte Schwarz sich dem nicht anschließen, um nicht bei seinen Bauern zur Gänze als Wendehals angesehen zu werden…wer weiß…
Bezeichnend für MP Günther: Er hätte statt mit den Grünen auch mit der FDP eine Koalitionsregierung bilden können. Dann wäre die bestehende Aufteilung zwischen Umwelt und Agrar rückgängig zu machen gewesen und hätte ein wenig mehr Gestaltungsspielraum für einen Agrar- und Umweltminister Schwarz bedeutet.
Günther ist aber Kubicki nicht gewachsen….😎
witklich?
Auch bei Merz
Meiner Einschätzung nach haben Schwarz und Günther nie wirklich zueinander gepasst. Schwarz ist authentisch und hat einen klaren Wertekompass. In seinem Leben hat er viele Möglichkeiten perönlich zuwachsen. Die hat er genutzt. Aber er hat vor allem viel gesehen, aufmerksam wahrgenommen und ernsthaft zugehört. Dadurch hat er einen breiten Fundus an Kenntnissen und Erfahrungen, der ihn offen, bodenständig und urteilsfähig macht. Diese „open-minded“-Haltung konnte ich selbst mehrfach beobachten.
Günther steht dagegen für einen klar umrissenen Politikertypus: Studium der Politikwissenschaft, VWL und Psychologie, dazu Stationen im NGO-Umfeld und ein früher Einstieg in den politischen Apparat. Diese Laufbahn erzeugt Professionalität – aber eben auch eine starke Abhängigkeit von Stimmungslagen, taktischen Zwängen und innerparteilichen Erwartungen.
Und Günther ist kein Einzelfall. Spahn, Klingbeil und Wüst sind weitere Beispiele für diese Generation politischer Karrieristen: früh in Parteistrukturen eingebunden, akademisch geprägt, politisch sehr professionell – aber oft erstaunlich weit entfernt vom Leben außerhalb des Politikbetriebs. Das führt zu einer Art Politikstil, der sich stark am vermeintlichen Zeitgeist orientiert und weniger an einem klaren inneren Kompass.
Danke. So ähnlich sehe ich das auch. Mit Rückgrat hat man in einer politischen Karriere wenig Chancen.
Moin @Bauer Willi
Das liegt am Fraktionszwang.
Ich habe durchaus auch Verständnis für die Wüsts und Günthers dieser Welt. Politiker stehen heute unter einem permanenten Dauerfeuer: durch Medien, durch mächtige NGOs mit nahezu unbegrenzten Mitteln und durch eine Öffentlichkeit, die schnell Empörung erzeugt.
Ihre „Blase“ ist nicht nur Abgehobenheit, sondern auch Selbstschutz – ein Raum, in dem man überhaupt noch arbeiten kann, ohne für jede Formulierung sofort digital „verbrannt“ zu werden. Wir alle kennen Beispiele, in denen Politiker – und oft auch ihre Familien – systematisch fertiggemacht wurden, nur weil sie eine Angriffsfläche geboten haben.
Genau hier liegt eines der ernsthaftesten Probleme unserer Gesellschaft. Wenn politisches Engagement nur noch unter Schutzschild möglich ist, verlieren wir nicht nur Qualität, sondern am Ende auch Menschen, die sich überhaupt noch trauen, Verantwortung zu übernehmen. Daran müssen wir dringend arbeiten.
Moin
Meine Brandmauer ist zwischen Wohnhaus und Stall.
Das sinnvolle Sachen immer politisch zweckentfremdet werden.
Ich will gerne wissen, was der Bauturbo für den Außenbereich bedeuted.
Grüße im Deutschlandtempo
Nicolai
Ist auf dem Stall eine ordentlich Betondecke?
Meine Eltern bauten auf ihren Kuhstall 1966 eine leichte Decke mit Holz. Reicht doch für Heu.
Meine Schwiegereltern 90km weiter bauten in der selben Zeit einem Aussiedlerhof.
Nun wird er von meinem Sohn bewirtschaftet und der freut sich, dass er auf Boden des ehemaligen Kuhstall Getreide lagern kann.
Der Nachbar mit dem selben Wirtschaftgebäude wohl nicht.
Mein Mann erklärte mir, dass die nur eine schwache Bodendecke für Heu überm Kuhstall gebaut haben. (Aha, so schwach, wie die bei meinen Eltern) und die war für unseren Hof auch vorgesehen, aber mein Schwiegervater, der Bauherr wollte das nicht und das kam daher, weil mein er als Stadtbrandinspektor schon mal so einen Kuhstall mit schwacher Decke und Heu darauf hat brennen sehen.
„Ich will gerne wissen, was der Bauturbo für den Außenbereich bedeuted.“
Der Bauturbo gilt nur für beplante Gebiete oder unbeplante Innenbereiche. Der Außenbereich bleibt der anspruchsvollste und umfangreichste Ort für bauliche Anlagen.
Moin @Reinhard
Das ist schlichtweg nicht die Wahrheit.
Bitte informier dich nochmal.
Oder laß dich nicht abwimmeln.
Grüße
Nicolai
Was ist nicht die Wahrheit? Wo wird für den Außenbereich der Bauturbo wirksam? PV versus Apfelplantagen gilt nicht, oder?😉
@Ex-Baumschuler
Ich sehe es anders. Ich bin allerdings auch Optimist. Für mich ist ein Glas zunächst einmal halb voll. Ich weiß, ich bin damit altmodisch. Aber ich will mich der allgemeinen Schwarzseherei nicht anschließen. Dann hätte ich diesen Blog nach drei Monaten schon wieder zugemacht.
Wenn Sie Grok befragen, ist Ihnen nicht mehr zu helfen. Womöglich glauben Sie auch noch an die Inhalte von Wikipedia…und an den Nikolaus…