Bauer Willi
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Bürger gegen Bio-Massentierhaltung

Jetzt wird es echt schwierig. Nördlich von Berlin hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen den Bau von Hühnerställen ist, in denen Bio-Eier produziert werden sollen.

Hier der Text eines Briefes an den zuständigen Ministerpräsidenten Woidke:

http://www.contra-eierfabrik.de/aktuelles/offener-brief-dietmar-woidke/

Dabei ist das keine neue Entwicklung. Auch in den Niederlanden werden Bio-Eier  (für Aldi Süd) in großen Ställen produziert. Darüber berichtete der SWR:

http://www.ardmediathek.de/tv/MARKTCHECK/ALDI-S%C3%BCd-Bioeier-von-gl%C3%BCcklichen-H%C3%BChnern/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=1665616&documentId=43530624

Ähnlich auch ein anderer Bericht:

http://www.mittelbayerische.de/wirtschaft-nachrichten/bio-eier-aus-massentierhaltung-21840-art1611967.html

Laut Aussage des ARD-Beitrages bekommt der niederländische Hühnerhalter für ein Ei 15 Cent. Bei Aldi wird es dann für 26 Cent verkauft, was für ein Bio-Ei günstig ist.

Und jetzt die Frage: wie sollen Bio-Eier produziert werden und was dürfen die dann kosten? Wie viele Hühner dürfen in einem Stall sein? Wie viel Auslauf sollen sie bekommen, damit der Bürger damit zufrieden ist?

Und eine mehr grundsätzliche Frage: warum müssen Bio-Eier vom Discounter kommen? Warum kauft kaum ein Verbraucher im Hofladen, wo jeder sehen kann, wie die Tiere gehalten werden? Wie war das noch mal mit der Umfrage? “85% der Bevölkerungen würden ja gerne mehr bezahlen, wenn…”

Bisher hatte ich immer geglaubt, dass die Arbeit der Bio-Bauern gesellschaftlich höher angesehen ist. Sollte ich mich da geirrt haben? Viele offene Fragen.

Euer Bauer Willi

http://mademyday.com/11658

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109 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Wenn man Biologen glauben mag, ist gerade das am häufigsten in großen Einheiten gehaltene Tier am wenigsten für diese Haltung geeignet.
    Hühner können, je nach dem welche Bücher man nimmt, irgendwas zwischen 90 und 120, in älteren auch um die 300, verschiedene andere Tiere auseinander halten und nur wenn sie wissen wer da vor ihnen steht, können sie eine stabile soziale Beziehung ausbilden, was wahnsinnig wichtig für eine funktionierenden Sozialverband ist. Die Tiere sind extrem empfindlich was Umweltfaktoren angeht. Licht, Wärme, Deckung, Untergründe, Parasiten- und Raubtierdruck… alles spielt eine Rolle. Am wenigsten anfällig für Stress sind Gruppen mit einer natürlichen Altersstruktur und wenigstens einem gut sozialisiertem Hahn. Der Hahn ist als Aufpasser, Streitschlichter und Pädagoge nicht ganz unwichtig in der Hühnergesellschaft. aber es gibt auch Arschloch- Hähne, denen keine Henne nachtrauert. Egal, ob Super-Bio oder konventionell, das bietet keine gewerbliche Haltungsform.
    Um Verluste kleiner, Gruppen größer und Futterumsatz effizienter zu gestalten, haben wir das Huhn in den letzten Jahrzehnten sehr stark bearbeitet, auf Leistung und Stressresistenz gezüchtet – die Lohmänner und Ross/Cob-Hybriden sind oft echte Kampfschumser, auch wenn letztere selten älter als ein Jahr werden. Gelenke und Kreislauf geben bei den Tieren oft schon nach wenigen Monaten auf, auch wenn man sie auf Diät setzt und versucht zum Freilauf zu motivieren…. und wir sind, denke ich, langsam an den Grenzen des Machbaren angekommen. Mehr ist aus dem Huhn nicht mehr rauszuholen und sehr viel mehr geht wohl auch in den noch so preissensitiven und fettvermeidenen Verbraucher nicht hinein. Hühnerfleisch und Eier sind vom teuren, saisonalen Sonn- und Festtagsessen zur Billigzutat für zahlreiche Gerichte abgestürzt.
    Ich denke, es ist nicht die Frage wieviel ein Landwirt im Stall haben darf oder wie er den genau die Haltung gestaltet.
    Der Verbraucher muss sich fragen, ober er das wirklich so – mit all den Nebenwirkungen für die Tiere und die Menschen – haben will. Das gilt auch für die Haltung von Schweinen, Kühen … aber kaum ein Tier wird in solchen Massen produziert und so billig verschleudert, wie der kleine Waldrandbewohner aus Südostasien.
    Daher ist es gut und richtig darüber zu reden, was wir da alle machen. Das es die Landwirte wieder abbekommen, hat was damit zu tun, dass Verbraucher sich oft nicht im Klaren darüber sind, dass in der angeblich guten alten Zeit Huhn ungefähr so häufig auf den Tisch kam, wie Wachtel oder Fasan heute. Wer sie nicht selber hält, hat sie nie.

    • bauerhans sagt

      “Der Verbraucher muss sich fragen, ober er das wirklich so……… haben will.”

      den verbraucher interessiert sein wohlbefinden,was aber in D wenig mit seinem essen zu tun hat,der kauft gut und günstig,aber wehe,das essen wird teurer.

    • Danke, Sabine, für diesen Kommentar. Du legst den Finger dahin, wo’s weh tut. Die ganzen Diskussionen um Massentierhaltung, Bio, Tierwohl, um die Größe der Ställe und die Anzahl der Lebendmasse pro qm dienen ja doch nur dazu, zu verschleiern, dass die gewerblich-industrielle Tierhaltung das Tier von einem Lebewesen zu einen Rädchen in einer Produktionsanlage umdefiniert, und dann von den Erfordernissen der Produktionsanlage her gedacht wird und nicht mehr vom Lebewesen aus.

      Du hast vollkommen Recht, im Grunde müsste jeder, der Tiere essen will, die Tiere selber halten, denn nur in dieser Kleinräumigkeit ist gewährleistet, dass das Tier überhaupt als Lebewesen wahrgenommen wird. Mit dieser Art von Tierhaltung kann man eine Familie ernähren, vielleicht auch zwei, aber keine 150 Menschen. Mit dieser Art von Tierhaltung würden sich 60-70% der Bevölkerung, vielleicht nicht haupt- aber doch nebenberuflich mit LW befassen müssen.

      Dem spricht entgegen, dass diese Möglichkeit realiter nicht mehr existiert. Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen 50-60 Jahren so verändert, dass heute nur noch eine extrem kleine Minderheit Nutztiere überhaupt halten kann. Dazu braucht man zum einen Platz, zum anderen Zeit und zum dritten auch das Wissen. Städte, zumal Millionenstädte, können auf diese Weise nicht ernährt werden und inzwischen wohnen zu viele Leute in Städten. Die meisten Deutschen wohnen überdies zur Miete, und da kann man nicht tun, was man will, selbst wenn Garten dabei ist. Da Bauland benötigt wird, verschwinden die Schrebergärten. Wenn zudem 50% der Deutschen über gerademal 1% des innerdeutschen Gesamtvermögens verfügen, kann man davon ausgehen, dass für diese Hälfte der Bevölkerung kein Spielraum für Tierhaltungsexperimente bleibt. Kommt hinzu, dass die Familien zerfallen und immer Leute in Single-Haushalten leben. Beruftätigkeit und Tierhaltung sind in vielen Fällen ebensowenig zu vereinbaren wie Beruftätigkeit und Familie.
      Ich könnte hier noch weitermachen, aber ich denke, das genügt mal.

      Der Mensch hat das Dilemma auf Kosten der Tiere (und natürlich auch der Pflanzen) gelöst. Die eine Seite, wozu die Bauern gehören, versuchen, die gewerblich-industrielle Produktion schön zu reden, zu rechtfertigen, Vorteile überzubetonen und Nachteile zu ignorieren. Die andere Seite, wozu die NGOs gehören, vermenschlichen im Gegenzug die Tiere und ignorieren sämtliche Faktoren, die überhaupt zur industriellen Nahrungsproduktion geführt haben, bspw. die Verstädterung.
      Da ist trefflich streiten und über dem Streit kann man das, was Du jetzt sehr schön dargestellt hast, dann vergessen.

      Ein Werkstück wird bearbeitet. Du hast vollkommen Recht, wenn Du von der “Bearbeitung” der Hühner schreibst, denn in unserer technischen Welt sind Hühner eben nicht mehr als das: ein Werkstück, das man beliebig zurechtschrauben und bearbeiten kann. Schöne neue Welt.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        >> kann man davon ausgehen, dass für diese Hälfte der Bevölkerung kein Spielraum für Tierhaltungsexperimente bleibt. <<

        Für die zweite Hälfte besteht auch kein Spielraum, weil die Tierhaltung (zb. 5 Hühner) in Wohngebieten verboten, 5 Hunde jedoch erlaubt sind.

        Wehe ein Hausbesitzer will in einem Dorfgebiet Hühner halten, der Proteststurm hallt selbst vom Nachbardorf her.

        Somit sind wir wieder beim bäuerlichen Familienbetrieb, der vermeintliche Hofnachfolger geht zu Daimler, oder Bosch um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und kauft seine Eier bei ALDI.

        • Sabine sagt

          Das ist eines der ärgerlichsten Probleme mit denen man sich als Hobbyhalter rumschlagen muss. Tiere sind nicht immer geräuscharm, sie müffeln und haben oft spektakulären Sex unter freiem Himmel ohne sich zu schämen. Ernsthaft, letztens ist eine Vereinskameradin darauf angesprochen worden, dass ihre Tiere ja ständig poppen würden, das irgendwie nicht schön wäre, wenn man gerade auf dem Balkon sitzt und man quasi ständig Hühner im Liebesrausch sähe, und ob sie den die Tiere nicht kastrieren könnte. Äh.. was?,,, ich mein: Wie bitte? Nein! Wieder einen Nachbarn kennen gelernt, der mit Peta gegen Legehennenhaltung demonstriert, weil die armen Tiere ja täglich Geburtswehen durch machen. So viele Hände hat man gar nicht, wie man sich da gegen die Stirn schlagen will.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Einst kam ein junges Ehepaar,
            zu einem Freund, der Landwirt war.

            Nach dem Mahl führt er sie aus,
            zeigt ihnen Hof und Hühnerhaus.

            Das junge Paar steht still dabei,
            das Hühnerleben ist ihnen neu.

            Doch plötzlich springt der Hahn aufs Huhn,
            wie das Hähne öfters tun.

            Die junge Frau, die voll Interesse scheint,
            fragt listig dann den bäuerlichen Freund.

            “Sag Meier, wie viel mal der Hahn das macht.”
            Herr Meier überlegt: “Ca. 20mal an Tag und Nacht”

            Worauf das Weib ihr Männchen küsste
            und zärtlich flüstert: “Siehste – siehste!”

            Dann fragt der Mann und nicht die Frau:
            “Sag Meier, wie ist denn das genau?

            Läuft der Hahn den ganzen Tag,
            immer der gleichen Henne nach, jetzt sag?”

            Herr Meier sagt: “Er hat zu tun,
            der Hahn, der springt auf jedes Huhn!”

            Worauf der Mann sein Weibchen küsste
            und zärtlich sagte: “Siehste – siehste!”

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Schlecht zu sagen,
              in einer Partnerschaft gibt es viele Tierchen, von der Maus bis zu wilden Stier, manchmal auch zur blöden Kuh, oder blöder Ochse.
              Die beiden letzteren eignen sich besonders um die Ehe/Partnerschaft zu beenden. 🙂

      • Sabine sagt

        Das “Bearbeiten” ist bei mir eigentlich nicht negativ besetzt. In der Zucht, auch in der Hobbyzucht, wird von züchterischen Bearbeitung der Tiere gesprochen. Das kann auch sehr positiv sein, wenn man z.B. Gendefekte, die sich in Zuchtlinien oder Rassen hineingemogelt haben, dadurch wieder los wird. Wie z.B. die asiatische Geflügelbremse, Kreuzschnäbel o.ä. bei Hühnern.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Daher ist es gut und richtig darüber zu reden, was wir da alle machen. Das es die Landwirte wieder abbekommen, hat was damit zu tun, dass Verbraucher sich oft nicht im Klaren darüber sind, dass in der angeblich guten alten Zeit Huhn ungefähr so häufig auf den Tisch kam, wie Wachtel oder Fasan heute. Wer sie nicht selber hält, hat sie nie.<<

      Schuld haben immer die anderen.

      Der Verbraucher, nicht nur in den Städten sind weit weg von der Landwirtschaft, er bezieht seine Informationen von den Medien. In meinem Ort mit 5.000 Einwohnern gibt es noch einen Landwirt mit Rindern, Mutterkuhhaltung, weil er noch Flächen hat, die er nicht anders nutzen kann. Im mittelbadischem Landreis Rastatt ( 230.000 Einwohner, 738 Km²) gibt es noch 267 Milchkühe.

      Die alle lesen nur was ihnen vorgegaugelt wird, angesichts der immer vollen Lebensmittelregale sind die Schuldigen schnell gefunden, es ist nicht derjenige, der die 10 Eier für 99 Cent kauft, nein, der Schuldige wird beim Erzeuger gesucht.

      • Sabine sagt

        Die Suche nach dem Schuldigen ist, denke ich, nicht wirklich zielführend. Das die Welt so ist, wie sie ist, mögen wir nicht schuld sein. Dass sie so bleibt, naja, daran könnten wir schon schuldig werden.
        Ich finde ja, dass Europa eine der besseren Ideen aus dem letzten Jahrhundert war und ein starkes Europa, wo Regionen und da dann gerade die ländlichen Regionen gestärkt werden, wäre ein Traum von mir. Die unglaubliche Vielfalt an regionalen Lebensmitteln könnte in Zukunft eine starke Antriebsfeder auch für den wirtschaftlichen Erfolg sein. Dafür muss man allerdings Regionen fördern und schützen.
        Im Moment helfen viele Gesetze und Vorschriften nur den großen Ketten und ihrer Einheitsware. Wenn ich einen großen Discounter auf die grüne Wiese setzte, habe ich es leichter all die kleinen und großen Bauvorschriften zu erfüllen, Kassen-und Computersysteme anzuschaffen, die dem Finanzamt gefallen und Abfallwirtschaft etc. arbeitsarm zu gestalten. Ich hab kein Theater mit Nachbarn, wenn die Liefertrucks schon morgens um fünf anrollen. In bestehenden Altbauten gelingt das kaum. Viel stärker gilt das noch für das Lebensmittelhandwerk. Sicher würden viele gerne nahe bei ihren Kunden produzieren, aber das geht in Wohngebieten nicht, also ab auf die Wiese und damit sich die Investition auch rentiert, muss es dann eben größer werden. Auch das Monitoring für große Einheiten ist leichter. Wenn ich eh für jeden Arbeitsschritt fünf Formulare ausfüllen muss, kann ich in einem Großbetrieb eher eine entsprechende Computerunterstützung finanzieren und vllt. sogar eine Kraft einstellen, die sich nur darum kümmert. So bleiben kleine Betriebe und auch kleine Landwirtschaften oft auf der Strecke. Was man tun könnte ist verboten, was man eh schon macht wird mit Admin-Kram überfrachtet und damit unwirtschaftlich.
        Ein Lösung wäre es z.B. von der strikten Trennung von Wohn-, Büro- und Gewerbeflächen abzurücken. Dafür müssten Anwohner allerdings wieder etwas toleranter werden. Man könnte schlicht aufhören immer neue Gewerbegebiete auf der grünen Wiese auszubauen, dann brächte man sich vllt. auch nicht um das Sterben der Innenstädte und Quartiere beklagen. Man könnte auch ganz bewusst in manchen Bezirken keine neuen Mäcs oder Discounterketten mehr ansiedeln. Ich glaube Xanten hat seine Innenstadt zur mäces-und starbucksfreien Zone erklärt wo große Ketten und Franchiser einfach draußen bleiben müssen. Und oh Wunder, oft sind es die Verbraucher, die, die ja eigentlich in Scharen solche Angebote nachfragen, die auf die Barrikaden gehen, wenn so eine Kette dann doch irgendwo einen Bauplatz findet.

        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Sabine, das Schuldige suchen und Schuldige benennen ist wirklich nicht der richtige Weg. Von der Psychologie her betrachtet ist es sogar die Schwächung der eigenen Kraft. Weil denjenigen, den ich Beschuldige, dem gebe ich die Macht über mich und mein Problem. Denn er/sie soll das richten, weil ich so klein bin und es nicht richten oder gestalten kann. Ich mache mich also klein, nehme mir die Kraft und sehe zu, wie die Anderen nach ihrem Gutdünken gestalten.
          Dass es aber mit dem eigenen Gestaltungsspielraum immer enger wird, das beschreibst Du auch selbst. Dennoch leben wir immer noch in einem freien Land, wo der Einzelne auch sehr viel selbst entscheiden und tun kann. Und dieses Entscheiden und tun, das beginnt mit einer Idee oder einem Wunsch. Und an dieser Stelle, liegt ganz viel im Argen. Unser Fingerphilosoph hatte vor ein paar Tagen dazu einen sehr passenden Kommentar geschrieben. Marian fragte:
          wie stellen sich eigentlich die Bauern selber die LW vor? Jetzt mal ohne den Bezug zum Verbraucher und auch ohne die Geldschiene. Wie soll ein Hof in den Augen der Bauern denn heute aussehen? Was für Vorstellungen haben die Bauern selber? Wollen die Bauern Massentierhaltung? Wollen die Bauern kleinräumige Bio-LW? Wollen die Bauern Hochleistungsmilchkühe mit Rieseneutern? Wollen die Bauern die Digitalisierung? Will jeder Bauer einen immer größeren Hof?
          https://www.bauerwilli.com/tunnelblick/#comment-96612
          Es ist unbestreitbar, dass die wenigsten Menschen (nicht nur Bauern) eine klare Vorstellung von dem haben, was sie wollen. Es ist viel einfacher etwas abzulehnen, was andere gestaltet haben, als selbst zu definieren und zu gestalten. Für mich beginnt eine Änderung immer bei mir selbst: “Wenn ich mich nicht ändere, dann ändert sich gar nichts. Ändere ich mich, dann ändert sich auch um mich herum plötzlich alles.” Dieser Spruch stand vor ein paar Tagen in meiner Heimatzeitung. Deshalb sind auch solche Diskussionen hier sehr sinnvoll, weil sie irgendwann zu Idee, Bewusstseinsänderung und zu tatsächlichen Änderungen führen werden.

  2. Eckehard Niemann sagt

    Auch die Freiland- oder Biohaltung ist betriebsgrößen-abhängig.
    Auszug aus einem Artikel im Kritischen Agrarbericht 2016:

    Die derzeitig dominierende, nicht artgerechte und agrarindustrielle Haltung von Geflügel in Großbeständen ist nur mit massivem und systemimmanentem Antibiotika-Einsatz durchhaltbar. Aber selbst in diesem Rahmen zeigen sich bestandsgrößen-abhängige Unterschiede: Der Abschlussbericht „Evaluierung des Antibiotikaeinsatzes in der Hähnchenhaltung“ des LANUV NRW vom 14.11.2011 vermerkt, dass „kleine Betriebe (bis 20.000 Mastplätze) eine signifikant längere Mastdauer, aber auch eine signifikant niedrigere Anzahl der durchschnittlichen Behandlungstage bei niedrigerer Anzahl eingesetzter Wirkstoffe“ aufwiesen. Das Maximum des Antibiotika-Einsatzes (durchschnittliche Behandlungstage) lag im Bereich der Strukturen von 50.000 bis 90.000 Mastplätze 8,5 und fiel bei noch größeren Mastbeständen auf 6,5 ab – ohne aber den niedrigen Wert der „kleinen Betriebe“ (3,4) auch nur annährend zu erreichen (Seite 9 des Berichts).

    Es dürfte nur von wenigen bestritten werden, dass eine Freilandhaltung von Geflügel per se artgerechter ist als eine reine Stallhaltung. Und es ist auch naheliegend, dass eine Haltung mit Auslauf-Arealen kleineren Strukturen eher entgegenkommt als großen Tierbeständen in großen Betrieben. Allein dies spricht dafür, dass eine artgerechte Tierhaltung besser in kleineren oder mittelgroßen Strukturen als in großen Betrieben umsetzbar ist.

    Aber auch innerhalb des Systems Freilandhaltung wird der Tierwohl-Vorteil kleinerer Strukturen deutlich: Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats konstatiert denn auch zumindest bei der Haltung von Legehennen, dass bei „stationären Ausläufen ein umweltverträgliches Freilandmanagement durch große Bestände sehr stark erschwert.“ werde „Gleichzeitig besteht ein gut belegter Zusammenhang zwischen verringerter Freilandnutzung durch die Hennen und höheren Gruppengrößen (Übersicht bei Knierim, 2006).“

    Eine wirkliche Freilandhaltung kann es in Großbeständen allein deshalb nicht geben, weil die meisten Hühner in Herdenstrukturen nur bis zu 300 Tiere unterscheiden können und sich in diesem Rahmen orientieren. Deshalb und weil in großen Herden mit ihren großen Ställen der Weg zu den Ausgängen ohnehin weit ist, kommen große Teile der Herde gar nicht zu den Ausgängen. Und auch das Auslaufareal selbst wird oft nicht voll genutzt: Zwar werden rechnerisch jedem Tier bestimmte Quadratmeter zugemessen, aber aus der großen Herden-Tierzahl folgt, dass viele dieser Quadratmeter viel zu weit von den Stallausgängen liegen müssen. Das wiederum hat oft zur Folge, dass sich in der Nähe der Ausgänge zu viele Tiere befinden, deren Exkremente dort zu Problemen mit Parasiten führen. Zudem bleibt in stationären Ausläufen die Grasnarbe nicht lange erhalten. Einen wirklichen Auslauf auf Grünflächen und ohne Parasitendruck können deshalb am besten Mobilställe gewährleisten, deren Größe per se begrenzt ist.

    Die europaweite Studie HealthyHens, die parallel in 8 Ländern auf insgesamt 114 Praxisbetrieben das Tierwohl und die Tiergesundheit von Biohennen untersuchte, konstatiert große Unterschiede zwischen den Betrieben, z.B. hinsichtlich des Befalls mit endoparasitischen Würmern (u.a. abhängig von der Dauer der Auslaufzeit). Auch Schäden am Gefieder und Pickverletzungen verringerten sich in Abhängigkeit von den Auslaufzeiten. „Auch für die angestrebten langen Auslaufzeiten für Biohennen leiteten die Wissenschaftler konkrete Empfehlungen aus den Daten ab. So zeigte sich, dass Auslaufangebote von den Hühnern umso stärker genutzt werden, je kleiner die Gruppen sind und je mehr Auslauffläche dem einzelnen Tier zur Verfügung steht. Zudem sollte eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Hennen im Auslaufbereich angestrebt werden, etwa durch zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Hütten oder Sträucher“ (top agrar online, 26.8.2015).

    Hörning berichtet im Kritischen Agrarbericht 2014, dass bei Legehennen in verschiedenen Versuchen in größeren Herden „ein schlechterer Gefiederzustand gefunden wurde (Hinweis auf Federpicken/Kannibalismus), sowie eine geringere Auslaufnutzung, teilweise auch ein höherer Medikamenteneinsatz“, S. 144).
    http://www.abl-niedersachsen.de/fileadmin/Dokumente/AbL-Niedersachsen/Themen/KAB2016_Kap1_80_85_Niemann_Tierwohl.pdf

    • Mark Rössler sagt

      Die Peinlichkeit dieser “Remmel Arbeit” verlinken Sie heute noch?
      Mir war so als ob man Sie schon mehrmals auf die Unzulänglichkeiten aufmerksam gemacht hat. Anscheinend egal?

      Es sollte mittlerweile bekannt sein, dass die von Ihnen und dem “Agrar (un-)Bericht” genannt “Studie” recht gut hinmanipuliert wurde, in dem man von 34 Betrieben alle rausgelassen hat, die AB eingesetzt haben und am Ende dann genau noch 1(!) Betrieb mit 12.000 Plätzen über geblieben ist, der keine AB eingesetzt hat.
      Kann man so machen, wenn man eine Agenda hat und etwas behaupten möchte.
      Das sowas mit der Realität oder gar wissenschaftlichem arbeiten rein gar nichts zu tun hat, ist gewissen Ideologen bekanntlich völlig egal.

      Entweder haben Sie sich niemals mit der “Studie” befasst oder es ist Ihnen schlicht egal wie man zu dem “Ergebnis” gekommen ist.

      http://www.animal-health-online.de/gross/wp-content/uploads/2012/02/Gutachten_Remmel_studie.pdf

      Bedauerlich, dass solch eine Propaganda verbreitet wird, kein Wunder, dass Menschen, die sich nicht inhaltlich weiter damit befassen so von Aktivisten hinters Licht geführt werden.
      Eine bedenkliche Entwicklung die diese “Bauernhöfe statt Agrarfabriken” Fraktion da nimmt, ähnelt sehr dem Geist der späten 1920er und frühen 1930er, wo man ähnliches getan hat, um irgendwelche “Beweise” für eine Ideologie zusammengeschustert hat.

  3. Aufklärer sagt

    Darauf verwies Klaus Alfs schon in einem älteren Artikel bzw. vor Fachpublikum.
    Absolut lesenswert in der Gesamtheit, den passenden Ausschnitt für die Lesemuffel zitiert 🙂
    http://blog.klausalfs.de/4233/deutschland-vor-dem-agrarende/

    Artikelzitat “””Megaställe und Höfesterben

    Die öffentlich-rechtlichen Sender werden nicht einfach aufhören, den Tierrechtlern ihr Horrorfilmmaterial abzunehmen. Auch in Tierwohl-Ställen lässt sich entsprechendes Material leicht finden bzw. fälschen. Glauben Sie, es werden keine Bürgerinitiativen mehr gegen Massentierhaltung gegründet, weil die Ställe statt für 40.000 nur noch Platz für 5000 Hühner bieten? Nein. Dann haben sie statt einer Bürgerinitiative acht Bürgerinitiativen gegen Tierfabriken am Hals.

    Eine Mastanlage mit 40.000 Hühnern wird von den Aktivisten als »Megastall« bezeichnet. »Mega« bedeutet als Vorsatz für Maßeinheiten 10 hoch 6 also eine Million. Wenn 40.000 in der Wahrnehmung 40 Millionen entspricht, wissen Sie ja, wie viele Hühner es nach Adam Riese pro Betrieb geben darf: 40. Und diese Zahl entspricht ziemlich genau der Fernsehidylle naturnaher, bäuerlicher Landwirtschaft – mit anderen Worten, der verklärten Mangelwirtschaft. Es gibt bereits eine Bürgerinitiative gegen einen Biohof mit Auslauf für 250 Hühner. Dem Landwirt wird Geldgier und Massentierhaltung vorgeworfen.””” Zitatende

    ____________

    Biohof mit 250 Hühner = Massentierhaltung
    Da gackern ja die Hühner ;D

    Schizophren. Aber die Bio-Jünger werden sagen, das der Billig-Käufer, der Markt, die Geldgier, die Diskounter, Supermärkte, der Internetationale oder Globalhandel … irgendetwas hat Schuld daran, das die heilige Bio-Utopie entweiht und entwürdigt wurde.

    Gruß

  4. Friedrich sagt

    Bei den Biobetieben wird auch nur Geld verdient , wenn die an die Grenze des Rechts gehen.
    Habe neulich vom Arbeitskreis einen Hühnerbetrieb besichtigt. Da war ein neuer Stall mit 12.000 Hühnern. Der Stall war in vier 3000er Einheiten mit Auslauf unterteilt. Da sind die kleinen konv. Familienbetriebe mit weniger Hühnern aber ansprechender.

  5. Paulus sagt

    Wenn man schon den Bürger fragt, gestatte ich mir meine unmaßgebliche Meinung dazu kund zu tun.
    Wir kaufen unsere Eier vorzugsweise bei einem älteren Ehepaar bei dem wir ab zu auch ein Huhn kaufen. Manchmal kann man dort 10, manchmal nur 2 oder auch gar keine Eier kaufen. Kosten je nach Größe manchmal 40 ct. und manchmal 50 ct. Ob Bio oder nicht weiß ich nicht; auf jeden Fall von freilaufenden Hühnern und ungestempelt sowieso. Wir bezahlen das gerne. Wenn wir darüber hinaus welche benötigen kommen die allerdings aus dem Eierregal ganz unten – das sind die zu 1,19 EUR, für 10 Stck. wohlgemerkt.
    Diese mobilen Hühnerställe finde ich ganz gut. Auf den Verpackungen habe ich aber noch nie einen Hinweis darauf gefunden.
    Es gibt etwas außerhalb dieses Themas, was ich viel schlimmer finde. Kein Mensch regt sich darüber auf, dass Flüssigeiprodukte aus den Legebatterien osteuropäischer
    Länder in der Nahrungsmittelindustrie und selbst im Handwerk Verwendung finden.
    Ich bin berufsbedingt des Öfteren in sogen. Tagungshotels, da kommt auch in der vier-Sternekategorie das morgendliche Rührei aus dem Kanister. Die Damen mit den dunkelblauen Kostümchen, die selbstverständlich nur biomäßig einkaufen, fressen das elende Zeug wie die Schweine am Trog.
    Da lobe ich mir doch die selbst aufgeschlagenen Eier zu 1,19. Soviel zu den Verbrauchern.

  6. Ottmar Ilchmann sagt

    Wass soll daran schwierig sein, Willi? Es gibt im Biobereich genauso agrarindustrielle Strukturen wie im konventionellen Bereich. Gerade bei Eiern sind es sogar oft dieselben Agrarkonzerne, die dahinterstehen. Und warum sollte eine industrielle Anlage, nur weil sie Bioware produziert, höhere Akzeptanz in der Bevölkerung genießen? Neben der Produktionsweise muss man immer auch die Strukturfrage im Auge behalten! Ich habe gerade heute noch von einem Marktexperten der LWK Niedersachsen gehört, dass es bei Legehennenhaltung einen positiven Strukturwandel gibt. Das heißt, die Zahl der Betriebe mit Legehennen wächst jährlich um ca 3 %, während die der Schweine- und Milchviehbetriebe in ähnlicher Größenordnung abnimmt. Das bedeutet doch, dass es insgesamt mehr, aber kleinere Eierproduzenten gibt, und dass ist doch eine Entwicklung , die im Sinne der Erhaltung von Bauernhöfen sehr begrüßenswert ist. Deshalb ist der Widerstand gegen sehr große Anlagen doch etwas für uns Bauern positives.

    • Bauer Willi sagt

      Ja, Ottmar, is ja jut.
      Bisher galten die Öko-Bauern doch per se als die Guten. Sobald sie aber eine bestimmte Größe überschreiten, scheint sich das zu ändern. Habe neulich mit einem Betriebsleiter eines Demeter-Betriebes gesprochen. 700 ha, 500 Milchkühe und 200 Stück Nachzucht. Daran denkt man bei Demeter gar nicht. Ist jetzt ein solcher Betrieb ein Bauernhof oder eine Bio-Agrarfabrik. Bitte um eine konkrete Antwort… 🙂
      Bauer Willi

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Wo gelten denn die Biobauern per se als die guten? Bei der AbL wirst du diese Aussage nicht finden! Wir sind eine Interessenvertretung von bäuerlichen Betrieben unabhängig von der Bewirtschaftungsform.
        Zu deinem konkreten Betriebsbeispiel: Ist der Betrieb inhabergeführt, oder steht ein Investor dahinter? Gibt es Weidegang? Wie viele Arbeitsplätze werden geschaffen? Du siehst, so einfach ist die Frage nicht zu beanworten. Demeter muss den Betrieb ja zertifiziert haben. Für mich spielt immer die Frage eine wichtige Rolle: Gibt es einen Verdrängungswettbewerb gegen bäuerliche Strukturen vor Ort über Pachtflächenübernahme, ev. noch finanziert durch außerlandwirtschaftliches Geld. Da kommt es auch sehr auf die Region an, in den neuen Bundesländern passt so eine Größe eher als z.B in Baden-Württemberg.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Von den Medien und den TV Köchen hörte man immer nur: BIO, BIO und als mal so durchsickerte, dass die BIO Eierleger beim ALDI auch nicht auf dem Misthaufen kratzten kam die Antwort, man solle trotzdem BIO kaufen.

          Für mich war das eine unzulässige Werbung für ein Produkt dessen besondere Wertigkeit mir nicht erschließt.

          Es gilt beim uninformierten Bürger immer noch:

          20 Tiere konv. im Anbindestall = Tierquäler
          20 Tiere im BIO Betrieb = Wohlfühloase

        • Bauer Willi sagt

          @Ottmar, ich habe doch nicht die Stellungnahme der AbL hören wollen sondern Deine. Ich sage auch nicht, dass die AbL große Unterschiede zwischen konvi und bio macht, obwohl sich der Eindruck schon aufdrängt. Was ich sagen will: in den Augen der Gesellschaft sollen die Bauernhöfe klein und bio sein. Und vielfältig und was weiß ich sonst noch. Dieses Ideal wird aber vermutlich nie erreicht werden können, weil niemand bereit ist, die Arbeit zu machen (bis auf ein paar Idealisten).
          Ich verstehe Deine (unvollständige) Antwort so: wenn ein Investor das Land anderen Landwirten in Baden-Württemberg wegpachtet, ist der Bio-Großbetrieb bäh, selbst wenn es Demeter ist (habe natürlich jetzt brutal vereinfacht) 🙂
          Bauer Willi

          • Sandra Harms sagt

            @Bauer Willi und Ottmar Ilchmann,
            wenn ich bei diesem beispiel das eigentlich ne super geniale steilforlage ist bleibe, Werdet ihr mir beide wohl zustimmen das, wenn man einen stall neu bauen will, sich ein stall egal ob bio oder koventionell der sich erst ab einer gewissen größe lohnt, denn die kosten die entstehen für genehmigungen, prüfungen,auflagen ,bearbeitungsgebühren sind immer da, egal ob groß,klein,bio oder konventionell, das ist fakt. gleiches spiel auch bei wohnhäusern, baugenehmigung,statikprüfung usw hat jeder schon mal gehört…
            Mich würds echt mal interessieren warum ignoriert man das,warum spricht davon niemand??? aus meiner sicht werden grad durch diese ganzen kosten die stallbauten und damit auch die viehzahlen in die größe getrieben… das interessiert aber niemanden in so eine bi….

            • Bauer Willi sagt

              @Sandra,
              ist stimme dir zu. Drum müssen Eier aus einem Mobilstall auch teurer sein, weil die Kosten pro Tier höher sind. Und auch da ist es egal, ob es Bio oder konvi ist.
              Bauer Willi

            • Deswegen u.a. die Forderung, die ersten Hektare besonders zu fördern. Deswegen Steuerfreibeträge sowie ein progressiver Einkommensteuersatz, keine Privilegierung und besondere Anforderungen für gewerbliche Mastanlagen nach BauGB (UVP/Vorprüfung) usw. Für kleinere Vorhaben gibt es Genehmigungsfreiheit und vereinfachte Genehmigungsverfahren. Ein Prüfstatiker ist für gewöhnliche Gebäude nicht erforderlich.

          • Ottmar Ilchmann sagt

            Lieber Willi, in diesem Fall deckt sich meine Meinung mit der Position der AbL, nämlich dass wir keinen Unterschied zwischen Bio und konventionell machen, darum bin ich als konventioneller Milchbauer ja auch in dem Verein.
            Meine Antwort ist deiner Meinung nach unvollständig, weil mir wichtige Informationen fehlen. Ich kenne ja den von dir beschriebenen Betrieb nicht.
            Und ja, ein Betrieb, der von einem außerlandwirtschaftlichen Investor finanziert bäuerlichen Nachbarn Land wegpachtet, ihnen also die Existenzgrundlage entzieht, egal ob in Baden-Württemberg oder woanders, ist “bäh”, wenn du es so nennen willst, einfach weil er zu einem weiteren Verlust an Höfen beiträgt. Egal ob Demeter, Bioland oder sonstwas.

      • “Bisher galten die Öko-Bauern doch per se als die Guten.”

        Das sind doch alles subjektive Annahmen. Und warum immer so päpstlich oder päpstlicher als das? Menschen verfolgen ihre Interessen, so sind sie. Ist es auch so überraschend und von verpönter Doppelmoral, wenn ich als Düsseldorfer für das Nachtflugverbot am hiesigen Flughafen bin, obwohl ich auch gern mal nachts fliege (und dann in Köln lande ;-)?

        Aber eigentlich hast Du doch Recht. Die Teilnehmer der Bürgerinitiative sollten ab sofort Veganer werden. Eigentlich müsstest Du und Alois für die Massentierhaltungsgegner hier eine Inforubrik zur veganen Lebensweise einrichten, mit Rezepten und Aufklärung gegen die ganzen Vorurteile. Dafür stünde ich sogar unterstützend zur Seite. 🙂

        • Bauer Willi sagt

          @AdT
          Über die Inforubrik zur veganen Lebensweise denken wir noch nach :-). Und schön, dass Du uns da unterstützen willst.
          Bauer Willi

  7. Ich seh das so sagt

    Vielleicht sollte man die künftigen Dialoge mit den Konsumenten auf neue Beine stellen. So mit deduktiver Beweisfolge á la Waldorf:
    Schritt 1: Zeig mir das Kinder-/Bilderbuch, in dem du den Bauernhof gesehen habt, wie du ihn dir vorstellt.”
    Schritt 2: Wir schauen uns das Erscheinungsdatum des Bilderbuches an und versuchen dann so einen Betrieb irgendwo in Deutschland zu finden. Idealerweise vielleicht sogar einen, der genau so und genau davon leben kann.
    Schritt 3: Sollte es keinen geben versuchen wir uns gemeinsam den neuen Realitäten zu stellen.

  8. Friedrich sagt

    Die Leute sind gegen alles was vor ihrer Haustür passiert. Als ich meinen ersten Stall beantragt habe , wurde mir über meine Nachbarschaft in die Baugenehmigung der Auslauf nach draußen von den Schweinen und die Silagefütterung untersagt. Auch beim zweiten Stall , außerhalb des Dorfes, war die Aufregung vor dem Stallbau groß und nachher nichts mehr zu hören. Es ist immer dasselbe . Einige Hetzer behaupten , daß mit dem Stall die Wohnhäuser weniger Wert sind und schon sind alle Leute gegen den Stallbau . — Ich frage mich aber wie mit den Bioställen ,Freilaufhaltung usw. wie damit die CO2-Bilanz besser werden soll. Nach meinen Berechnungen wird mit diesen Alternativhaltungsverfahren die CO2-Bilanz immer schlechter. Mit Bio kann die Landwirtschaft keinen positiven Beitrag zur CO2-Bilanz , wie von der Politik gefordert , erbringen.

  9. Mark Rössler sagt

    Und wohin führen die Verbindungen?
    http://landesnetzwerk-niedersachsen.net/

    WHES, AbL und Co.

    Bedauerlich, wenn sich “landwirtschaftliche Vereine” gegen die Landwirtschaft einsetzen.
    Da können die Protagonisten noch so viel schönschreiben, entweder sind die so blauäugig oder können ihr eigenes Handeln nicht selbst überblicken.
    Beides ist negativ für die gesamte deutsche Landwirtschaft, das ist aber nichts neues und seit vielen Jahren abzusehen.
    Langsam begreifen Bio-Verbände was diese angerichtet haben, denn von der Gängelung und neuen Regelungen sind diese nicht mehr grundsätzlich befreit, von den selbst hervorgebrachten Wutbürger sowieso nicht.

  10. Ja, Bioeier müsste man nur beim Bauern kaufen können, das wäre ehrlich, die passen nicht in ein Discounter.

    Aber die studierten Ökonomen von Discountern sind ja schlau und wollen alles allen ziemlich billig anbieten, damit sie die Kunden nicht zu verlieren. auch Bioeier;

    also müssen sie fast im selben Standard hergestellt werden wie konv. Eier!

    Wer ist daran schuld?
    Der Bauer?

    • Brötchen sagt

      @ Inga das ist nicht ganz richtig! sie bekommen nicht auf jedem Standort 1500 Bioeier jeden Tag direkt vermarktet! schon gar nicht in der prärie! 500 Eier pro Tag wären ca. 5250 Euro Umsatz im Monat und ca. 1080 Euro futterkosten pro Monat. bei einem eipreis von 0.35 Cent. da wäre schon Musik drin. ganz grob kalkuliert.

      • Brötchen sagt

        mir fällt noch ein. wenn unsere umweltfreunde von den luftjägern sehr aktiv sind, dann habe ich zum Jahresende von den 500 fleissigen mistkratzern noch 135 als Überlebende. real werden es wohl noch weniger sein.

        • bauerhans sagt

          das ist aber verdammt viel!
          früher hatte ich davon gehört,dass es in der legebatterie bis 30% verluste gibt.

          • Brötchen sagt

            ich beziehe mich auf Habichtangriffe, wenn drei ansitzen, wird wohl fast jeden Tag ein Huhn dran glauben müssen. dann kommen noch die normalen Verluste hinzu. Klar ist etwas übertrieben.

      • Mausschubser sagt

        Echt jetzt? Welche Musik spielt denn da? Das leichte Seufzen der Armut? Wenn eine Person das macht, dann sind das 7 Tage Arbeit und kein Urlaub, Krank sein dürfen Sie auch nur, wenn der Stall leer ist. Also alleine geht schon mal nicht. Sie müssen von dem Geld noch jemanden anstellen, zumal sie ja auch noch direkt vermarkten. Wenn man von dem Geld noch Steuern, Sozialabgaben und weitere Betriebsausgaben weg rechnet, dann geht man leichter für den Mindestlohn arbeiten. Da hat man dann wenigstens eine geregelte Arbeitszeit.

  11. Da gab es doch diesen Flughafen in Mecklenburg, den ein chinesischer Investor gekauft hat, war es Parchim? Für die Berliner könnte man doch Bioeier aus China einfliegen. Dann wäre der Flughafen auch noch zu etwas gut. Wird wahrscheinlich so kommen.

        • Stimmt, Brötchen. Vielleicht sollte man den ungenutzten Flughafen lieber für Legehennenhaltung umrüsten, dann muß man Eier nicht aus China einfliegen. Wäre vielleicht auch eine alternative Lösung für den neuen Berliner Großflughafen…

  12. bauerhans sagt

    84000 hühner sollen bio-eier legen,das ist schon ne hausnummer!
    hier will ein grosser ackerbauer 2 hähnchenställe für 80000 tiere neu errichten und schon im vorgespräch am zukünftigen standort wurden von mitgliedern des landschaftsbeirates grosse bedenken geäussert.
    ähnliches ist bei 2 windkraftanlagen gewesen,die beide seitens des kreises abgelehnt,aber vom ovg genehmigt wurden.

    • Brötchen sagt

      @bauerhans guck dir mal die flächenanforderungen Bio für Hennen an, glaube das sind 6 oder 4 je qm. Auslauf ist sowieso Standard. dann ist die haltung jetzt nicht unbedingt das Problem. das Futter schon eher. legehennen ist bei Bio das einzige was sich einigermaßen rechnet. aber mit den gleichen Hühnern wie Konv.

  13. Charlotte sagt

    Im Hofladen kaufe ich nicht wegen der Anfahrtswege. Nicht mal so sehr, weil sich damit der CO2 Fußabdruck des Eis erhöht, sondern weil ich es zeitlich nicht schaffe. Ich kaufe gerne Bio und bin in der glücklichen Lage, dass ich mir die höheren Preise leisten kann. Leider ist mein Leben zwischen Job & Kindern total durchgetaktet. Mal gemütlich im Hofladen einkaufen gehen, ist zeitlich nicht drin. Ich bin sehr froh, dass unser Rewe viele regionale / Bio-Produkte anbietet.

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