44 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Wer nicht nicht mischt ,wird nichts. oder „Der Bauer kann viel missen , er darf es nur nicht
    wissen ! So läuft das hier . Was heißt hier eigentlich „Regional“.Wenn man sich mit Supermarktleuten unterhält , ist regional teilweise je nach Produkt ganz Deutschland. In den
    großen Supermarktketten dürfen die Marktleiter einige wenige Produkte selbst entscheiden.
    Das sind dann meistens wirklich Produkte aus der Region. Aber Regional o.s. heißt auch alles
    essen. Da aber teilweise bis zu 50% der verkaufsfähigen Ware hier nicht mehr gegessen wird,
    muß diese entsorgt oder ins Ausland verkauft werden. Wer will hier denn noch Eisbein,
    Rotwurst,Bauchfleisch, usw. essen. Es wird doch nur noch das“ Beste“ vom Tier gegessen,
    aber sich dann über die Tierhaltung beschweren. Jeder , der kann , sollte sich mal auf dem Schlachthof ansehen , was da alles in die Tonne geht. Besonders schlimm wurde es
    mit der Verschärfung der Hygienerichtlinien während der BSE- Krise , die ja keine war,
    aber die Gesetzte wurden nicht zurückgenommen. Dadurch kam von den Tieren immer
    weniger Fleisch zum Verbraucher. Also wurde der Landwirt auch für immer weniger
    Menge bezahlt, weil auch der Schlachthof erhöhte Entsorgungskosten hatte. Weiter
    ging es zum Entsorgungsbetrieb , der in der vor-BSE-Zeit das Fleisch teilweise zu
    Futtermitteln weiterverarbeitete. Das war mit BSE verboten und so wurde das Fleisch-
    pulver zu Düngemittel und auf die Äcker gestreut. Wir sollten uns mal wirklich Gedanken
    machen, ob wirklich soviel Fleisch , ich schätze über 50%, von den Tieren in der Tonne
    landen muß ?

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  2. Gepard sagt

    Nicht Massentierhaltung oder ausbeuterische Landwirtschaft sind das eigentliche Problem, sondern das, was sie begünstigt und Menschen überhaupt dazu bringt, so zu handeln. Profitgier, Ausbeutung und Verarmung anderer, aber allen voran die Heroisierung der Rationalität und die Dämonisierung der Emotionalität. Erst dadurch kann es Menschen gelingen die Zahlen über alles zu stellen. Dann käme auch keiner auf die Idee 1000 Tiere in einer Halle halten zu wollen und es dann auch noch so zu drehen, dass man dem ganzen den Stempel Artgerecht aufdrücken kann.

    Natürlich ist das stark vereinfacht und die Erkenntnis an sich ist ohne Konsequenzen wertlos, weil sie nur von denen verstanden wird, die den Bezug zu Emotionen und Empathie nicht gänzlich aufgegeben haben. Und es ist nicht als Vorwurf zu verstehen, weil sich die wenigsten Menschen ganz bewusst entschieden haben, den Verstand zum Herrn im Haus zu machen. Es ist erlernt und omnipräsent in der Gesellschaft verankert ohne, dass es groß reflektiert wird.

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  3. Sabine sagt

    Wet Cooling ist in den USA für viele Lebensmittel gesetzliche Vorschrift. Geflügel darf ohne Chlorbad nicht auf den Markt. Die Qualität ist danach nicht mehr so dolle, aber da „lebt“ nix mehr und man kann das TK-Huhn ohne Bedenken von der californischen Sonne auftauen lassen. Auch Eier müssen dort gewaschen werden, dadurch wird die natürliche Schutzschicht zerstört und daher müssen die gekühlt und „nachbehandelt“ werden. Oft sind die Eier dann auch noch wochenalt, wenn sie in den Handel kommen.
    Ein Grund warum meine us-amerikanischen Geflügelfreunde ganz begeistert von den Zwienutzungsrassen sind. Pummelige Hähne und fleißige Hennen garantieren gerade den empfindlicheren Leuten, frische Eier und chlorfreies Fleisch.

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    • Stadtmensch sagt

      Zweinutzungsrassen sind aber auch nicht „das gelbe vom Ei“.
      Zumindest nicht, wenn jeder weiterhin in gewohnter Menge Geflügelprodukte
      konsumieren will.

      http://www.deutschlandradiokultur.de/eintagskueken-knabbergenuss-fuer-hund-und-katz.993.de.html?dram:article_id=348726

      „Nun wird die Forderung nach Zwei-Nutzungs-Rassen laut, also Federvieh, das gleichermaßen zum Eierlegen als auch zum Fleischansatz taugt. Die gibt es längst, aber sie werden von Umweltexperten abgelehnt, weil für Eier wie Fleisch jeweils doppelt so viel Futter benötigt wird. Durch die Aufspaltung der Linien in Legehennen und Masthähnchen wurde die Klimabilanz massiv verbessert.“

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      • Sabine sagt

        In der Privathaltung, wo die Tiere im Garten auf Insektenjagd gehen können, Gras und Klee picken und Küchenabfälle futtern, werden die seltenst zu Klima-Killern.
        Sicher ist ein Bewertungskriterium bei den Backyard Chickens auch, ob sie dieses Angebot auch gut annehmen. Aber das bleibt auf der Bewertungsliste oft hinter „Rasse hat freundliche Hähne“ oder „Aufmerksam gegenüber Raubvögeln und Co.“

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Meine Eltern hielten Hühner der Rasse Rebhuhnfarbige Italiener, Legeleistung 200 Eier jährlich. Wenn diese Vögel in die Pfanne kamen, waren die Zäh wie Schuhsohlen.

      Ein Hybridhuhn kann mit zwei Kilogramm Futter ein Kilogramm Ei erzeugen. Alte Rassehühner benötigen vier bis fünf Kilogramm.
      Ein Hybridhuhn legt bis zu 320 Eier pro Jahr (365 Tage). Damit ist ein Maximum erreicht, denn es dauert ungefähr 20 Stunden bis ein Huhn die Kalkschale des Eis hergestellt hat.

      Zweinutzungshühner sind im Hobbybereich in Ordnung, für einen größeren Legehennenhalter der Untergang.

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      • Sabine sagt

        Nach 22 Wochen ist ein Italiener Hahn nicht unbedingt eine riesen Portion, aber ein gutes Hühnchen, wenn man es nicht verfetten lässt. Manche Rassen, auch meine, neigen nicht zu großen Fetteinlagerungen. Da sind die Hähne in der Tat nur Muskeln, Sehnen und Hoden, aber auch die bekommt man gut hin. Es gibt keine zähen Hühner, nur zu hohe Koch/Brat-Temperaturen.
        Ein Belgischer Kuckuck, ein Crevecoeur, Bielefelder Kennhühner, Niederrheiner, das berühmte Bresshuhn, die beliebten Marans…. alles Hühner, die in bei Mikro-Farmern und Hobby-Haltern inzwischen wieder sehr geschätzt werden und für die man oft auch tief in die Tasche greift.
        Die Krise in den USA hat viele aufs Huhn gebracht, in Britanien waren es Sterne-Köche, Lifestyle Magazine und auch der Tierschutz in Form vom British Hen Welfare Trust. Inzwischen sind Hühner dort hip und ein boomender Markt. Omlet produziert alles für das chicke Vorstadt-Huhn vom knallig pinken Hightech Henhouse über die Schaukel und Beschäftigungs-Spielzeug bis zur Warnweste, damit die Lieblinge ohne Unfall über die Straße kommen.
        In den USA gibt es auch inzwischen viel Klimbim, eine sehr aktive Online-Community, Lohnbrütereien, die sich exklusiv an den Hobbyhalter richten, Importeure seltener europäischer und asiatischer Rassen, doch im Grunde ist man dort eher auf Produktion aus. Bücher wie A Chicken in Every Yard, You Can Farm, oder Portale wie Backyard Revolutions machen aus der oft finanziell sehr angespannten Situation der Mittelschicht eine Marktlücke und propagieren den Gemüsegarten mit Kleinvieh oder die Micro Farm als Heilmittel der Nation.
        Die Italiener sind übrigens eine wunderschöne Rasse mit guten Instinkten, gerade was den Beschützerinstinkt des Hahns angeht. Leider wird Heldenmut bei großen Rassen oft nicht mehr besonders gewürdigt. Das hat sie wohl u.a. auf die Rote Liste gebracht.
        aber, guckst du hier:
        https://youtu.be/dDJSZOctk0o
        Ja, es ist der 1.4., nein, kein Scherz

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “ Es gibt keine zähen Hühner, nur zu hohe Koch/Brat-Temperaturen“

          Lege-Hühner, 2 Jahre alt, da kann nicht einmal das Sous Vide Verfahren helfen.

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          • Sabine sagt

            LOL, vielleicht hab ich ja auch schon besondere Kaumuskeln ausgebildet. Ich warte schon lange und nach der 30 Woche braucht man immer eine Marinade.
            Es gibt auch manch mal einen, der sich charakterlich noch später aus dem Feld schießt. Zugegeben zwei Jahre war er letzte noch nicht, aber definitiv über die richtige Zeit. Hühnchen süß-sauer war die Lösung für den letzten Herrn, der mit zunehmenden Alter immer rüpelhafter wurde.

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  4. Schweinebauer Piet sagt

    Wir Bauern produzieren tolle Produkte und die Verarbeitung oder der Handel betreiben so einen Mist damit und nachher sind wir es wieder gewesen.

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    • Stadtmensch sagt

      Wir haben uns mit einer Familie aus dem Iran befreundet und die fragen uns nun, was denn immer dieses BIO auf den Lebensmittelverpackungen zu bedeuten hat. Dann haben sie uns erzählt, dass die Milch in ihrer Heimat wohl nicht so lecker und bekömmlich wie hierzulande ist.
      Es stimmt schon, wir jammern auf sehr hohem Niveau, aber wir ziehen teilweise auch andere Kritikpunkte in Betracht. H-Milch würde ich auch nicht als ungenießbar bezeichnen. Sie ist sehr praktisch, wenn man z.B. bei einer langen Wander- oder Radtour nicht aufs Müsli verzichten will.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, da fragte keiner wie die Lebensmittel erzeugt wurden, Hauptsache es war was auf dem Teller.

        Damals musste man anhören:
        Ihr Bauern seid zu blöde, nutzt mal endlich die neuen Pflanzenschutzmittel.

        Damals hießen die Mittel:

        Gebutox, Folidolöl, Parathion, Diazinon, Gushation, Ultracid, Endosulfan, Lindan usw.

        Aber damals gab es die Lebensmittel nur bei Tante EMMA, jetzt sind die Regale übervoll, somit weiß der Verbraucher nicht mehr, was er kaufen soll.

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