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Was ein „Macher“ uns sagt

Ich hatte Gelegenheit mit Michael Horsch, Geschäftsführer der Firma Horsch Maschinen, zu sprechen. Eigentlich wollte ich ihn zu den Zukunftsaussichten der Landwirtschaft interviewen. Doch als „Macher“ will er sich nicht mit „Aussichten“ begnügen. Sehr impulsiv äußerte er seine eigenen, durchaus kritischen Ansichten über die Landwirt-Verbraucherbeziehung. Ich bin gespannt, was Ihr dazu sagt?

Die Hintergrundgeräusche sind leider etwas laut. Hatte mein externes Mikro vergessen. Doch mit seiner impulsiven Rhetorik versteht man Michael Horsch trotzdem recht gut.

OK, nachdem hier doch einige die Aussagen von Horsch nicht so gut verstehen, habe ich mal ein bisschen mitgeschrieben. Nicht alles, aber das Wesentliche:

Landwirte müssen ein gewisses stereotypes Verhalten ablegen.

Aussagen wie: „Wir machen alles, aber ihr müsst es dann aber bezahlen“

Wenn wir diese Forderungen stellen, dann laufen die anderen schon wieder weg.

Wir müssen umgekehrt denken.

Am Ende muss jeder von uns in Vorleistung gehen.

Wenn einer eine Idee hat, und davon überzeugt ist …. dann muss man zusehen, dass er Nachahmer findet, denn der Einzelhandel braucht auch am Ende auch große Mengen.

Und Vorleistung heißt, Weizen oder Fleisch, das bestimmte Vorteile hat, bestimmte Rückstände nicht mehr hat und bestimmte Regeln einhält, anzubieten – zum gleichen Preis. Anders geht es nicht!

Ehrliche Nahrungsmittel:

Der einfachste Weg…

Wenn ich jetzt zu Ihnen sage: „Ich bin der ehrlichste Mensch der Welt.“ Was denken sie von mir? Willi: „Der spinnt“

Jawoll, der spinnt. Das heisst Ehrlichkeit hat etwas mit tun zu tun und nicht nur darüber zu reden.

Genau an diesem Prinzip fängt es an. Das zu verstehen und es dann auch umzusetzen.

Es hat keinen Sinn immer rumzurennen und zu sagen: Einfach TUN.

Ich weiß, was ich vertreten kann und dafür stehe ich ein. Ich weiß, was für die Menschen gesünder ist, weniger Rückstände, bessere Inhaltsstoffe, da kann ich dahinter stehen.

Und wenn der Verbraucher dann merkt: Halt, was krieg ich denn da für Waren? Die sind ja besser (dauert 2-3 Jahre). Dann muss selbst eine NGO sagen, verdammen können wir den nicht mehr.

….

Das Schlimmste ist die lila Kuh auf der Alm. Das ist eine Lüge! Der Einzelhandel mag das nicht mehr. Sagt, ich kann doch nicht eine Lüge verkaufen! Das hat mit Ehrlichkeit nichts mehr zu tun.

….

Horsch Firma

Wir haben die Passion für Ackerbau und Maschinen. Wir treiben das seit 40 Jahren voran.

Wir wurden von allen möglichen Leuten „angekläfft“, dass pflugloser Ackerbau verkehrt sei. Und heute ist es das Thema schlechthin. Haben wir da etwas verkehrt gemacht?

Die Vision ist: Wir verändern uns immer wieder. Wenn ich sage in 5 Jahren sieht die Firma komplett anders aus, dann ist das nicht nur ein Geplänkel. Sondern das steckt sozusagen in unserer DNA.

Es gibt soviele spannende Themen, wie hierarchielose Organisation. Ich bin ständig dabei unsere Leute in Bewegung zu halten. Aufbauen, Zusammenschmeißen und neue Aufbauen. Das gehört alles zusammen.

 

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31 Kommentare

    • Bauer Willi sagt

      Das ist der Millianshof von Familie Mödder in Rheidt bei Bergheim. Mit dem Fahrrad eine knappe Stunde, mit dem E-Bike auch schneller. 🙂
      Bauer Willi

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  1. Friedrich sagt

    Tolle, ehrliche Worte wenn mans geschafft hat, aber die meisten Entwickler gehen Pleite. Wenn Horsch eine Maschine baut , ist die schon verkauft . Es wird nach Auftragseingang erst gebaut und das ist der Unterschied zu uns Bauern. Wir brauchen mehr als ein bis drei Jahre bis ein Produkt von der Saat bis zur Ernte, oder ein Kalb bis zur ersten Milch soweit ist . Wir wissen vorher nicht wie der Absatz oder der Preis unserer Produkte beim späteren Verkauf ist . Das ist der Unterschied zu Herrn Horsch. Unsere Produkte werden für Jedermann gebraucht , aber sie müßen eben billig sein. Erst wenn Nahrungsengpässe sind , ist unser Produkt jeden Preis wert. Ein Korn Weizen , ein Kilogramm Fleisch , ein Liter Milch zuviel und der Preis geht runter. Dem wird auch von der Politik nachgeholfen , denn man importiert immer soviel , daß der Markt immer sehr gut versorgt ist. Damit wir überhaupt noch produzieren gibt man uns die Flächenprämien , denn die Mengen werden in jedemfall gebraucht, selbst der schlechteste Acker wird so in der Produktion gehalten. Einen Versorgungsengpass wird so verhindert , die Bauern kleingehalten und die Verbraucher können sich ihr Haus, Boot, Urlaub und Auto weiterhin leisten.

    9+
    • Inga sagt

      ja,
      und den Bauern wird noch nicht mal der Traktor gegönnt,
      aber die Verbraucher haben eine guten Stundenlohn, jedenfalls mehr als der Bauer und sie können sich „Spielzueg“ (Haus Auto Boot, auch Urlaub) davon kaufen, eben der Konsum, der auch unsere Volkswirtschaft erhält, deswegen kann man die Produkte aus der Natur, die ja nur Rohstoffe zum Weiterverarbeiten sind, nicht mit Produkten vergleichen, die aus nicht natürlichen Rohstoffen unter Dach zusammen gebaut werden.
      Bei den aus der Natur geernteten Rohsoffe muß man vie mehr beachten.

      „Jawoll, der spinnt. Das heisst Ehrlichkeit hat etwas mit tun zu tun und nicht nur darüber zu reden.
      Genau an diesem Prinzip fängt es an. Das zu verstehen und es dann auch umzusetzen“.

      „Es hat keinen Sinn immer rumzurennen und zu sagen: Einfach TUN.
      Ich weiß, was ich vertreten kann und dafür stehe ich ein. Ich weiß, was für die Menschen gesünder ist, weniger Rückstände, bessere Inhaltsstoffe, da kann ich dahinter stehen.“

      Wenn das so einfach wäre???

      Will der Herr Horsch denn damit sagen, dass die Bauern lügen oder unehrlihce Rohstoffe leifern?

      Wird nicht erst von der Industrie das Unehrliche in die Produkte eingearbeitet?

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  2. Obstbäuerin sagt

    Dieses Prinzip der steigenden Qualitätsanforderungen, möglichst keine Rückstände, eine bestimmte Größe, festgelegte Farben, Festigkeit, Zucker- Säure Verhältnis, Saftigkeit und maximal ein kleiner Fleck, das haben wir schon beim Apfel – für den gleichen niedrigen Preis. Leider hat die Natur da manchmal andere Vorstellungen und es ist kaum zu erfüllen. Gerade haben wir die neuen Anlieferkriterien vom LEH für Süßkirschen bekommen – unter 26 mm geht nichts und der Zuckergehalt möchte auch höher sein. Türkische Süßkirschen bringen das locker, da kann man über die höheren Rückstände von PSM schon mal hinwegsehen. Eine Landmaschine verdirbt nicht so schnell, wenn der Verkauf mal stagniert – das ist bei Weichobst etwas anders. Ich glaube, seine Vorstellungen sind nicht so einfach auf die Landwirtschaft zu übertragen. Irgendwie fühle ich mich von seinen Aussagen nicht positiv angesprochen.

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    • Inga sagt

      Ja, richtig Obstbäuerin,

      denn kann man die Produkte aus der Natur, die ja nur Rohstoffe zum Weiterverarbeiten sind, nicht mit Produkten vergleichen, die aus nicht natürlichen Rohstoffen unter Dach (ohne Berücksichtung auf das Wetter) makellos zusammen gebaut werden.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      @Obstbäuerin: Horsch ist Unternehmer. Seine Äußerungen sind sicher nicht eins zu eins übertragbar auf Landwirte. Möglicherweise kennt er auch die landwirtschaftlichen Märkte zuwenig und sieht das zu blauäugig. Aber dennoch stehen seine Grundaussagen zu einem Leitbild als Unternehmer. Ein Unternehmer unternimmt etwas. Er macht sich Gedanken, wie er seinem Kunden Mehrwert bieten kann. Wie er sein Produkt verbessern kann, damit es zum Nutzen des Kunden wirkt. Damit sein Produkt um Markt besser bestehen, sprich zu höheren Preisen und höheren Margen verkauft werden kann. Er schärft damit eine Zielvorstellung von dem was er herstellen und vermarkten will. Diese Zielformulierung ist bereits eine große Vorleistung. Er denkt voraus. Und danach kommt das TUN. Es nicht beim Ziel formulieren zu belassen. Er packt es an. Sicher fällt er damit einige male auf die Schnauze. Aber er steht wieder auf, lernt daraus uns verliert sein Ziel nicht aus den Augen. Oder er korrigiert sein Ziel. Nur hört er nicht auf zu suchen und zu gehen.
      Und Horsch sein Einganssatz ist die eigentliche Kritik an der „stereotypischen Vorgehensweise“ der Landwirtschaft. Man wartet seit Jahrzenten darauf, bis Berater, Abnehmer, Verband, LEH oder das Bauernblatt oder Medien sagen, was die Landwirte und wie sie zu produzieren haben. Dieses System der Fremdsteuerung spricht Horsch an. Ein Michael Horsch lässt sich von keinem Professor oder sonst wem sagen, was er wie zu bauen und zu produzieren hat. Das ist für mich die positive Botschaft des Videos.

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      • Inga sagt

        Oder auch nicht Obstbäuerin, denn

        “ Seine Äußerungen sind sicher nicht eins zu eins übertragbar auf Landwirte. Möglicherweise kennt er auch die landwirtschaftlichen Märkte zu wenig“

        Warum brauchen wir Wissenschaftler und Berater?
        Weil wir der Natur ein Schnäppchen schlagen müssen und von ihr qualitative Lebensmittel abringen müssen, wo bei wir den Preis dafür nicht diktiert bekommen.
        Wir können ihn auch nicht an Kunden weitergeben, weil wir nur Rohstofflieferanten sind.
        Wie der Versuch zum Selbstvermarkten von Endprodukten aus der Natur, Käse, Wurst oder ganzen Obst und Gemüse ist, weißt du selber besser als ich.

        Das wird in unserer Gesellschaft nicht so anerkannt (deswegen darf es auch nichts kosten),
        wie die aus dem Menschenkopf erdachte Produkt Maschine aus anderen Rohstoffen hergestellt, das Industrieprodukt.
        Wenn bei dem Maschinenproduzent der Rohstoff teurer wird, gibt er den Preis an den Verbrauchen oder Kunden weiter, genau ist es bei Lohnerhöhungen für seine Mitarbeiter.

        Das können die Bauern nicht.
        Deswegen ist unsere Vermarktung viel komplizierter bei der vielen Erzeugungsarbeit!

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        • Inga sagt

          „Da machen sich dann andere die Kippen mit voll“,

          würde meine Oma jetzt sagen!

          Also überlassen wir das vermarkten anderen Spezialisten.

          Das bracht der Herr Horsch nicht!
          Er hat es noch selber in der Hand!

          Aber sein Erzeugnis ist nur das ganze Jahr ein udn das selbe

          und bei uns? Wir müssen auf Natur achten und auf Fruchtfolge u.s.w.

          also müssen wir viel vielseitiger sein.

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  3. bauerhans sagt

    „…..bestimmte Rückstände nicht mehr hat und bestimmte Regeln einhält, anzubieten – zum gleichen Preis. Anders geht es nicht!“

    das klappt nur unter körperlicher und finanzieller selbstausbeutung!
    ich hab hier beispiele:pferdehof,direktvermarktung,hofcafe oder feierdeele.
    wenn man den gesamtgewinn auf die beteiligten familienmitglieder aufteilt,bleibt wenig pro person.

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    • Inga sagt

      Aber für die Auto-, Haus- und Bootbesitzer
      ist es ein billiges und fröhliches Event.

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  4. Sabine sagt

    Es gibt bestimmt noch vieles, was es an Produkten noch nicht gibt oder noch nicht so gibt. Versuch mal ein Perlhuhn aus deutscher Freilandhaltung zu kaufen. Einige wenige Fress-Boutiquen bieten Lable Rouge Perlhuhn, wenn man was aus Deutschland will, muss man jemanden kennen, der jemanden kennt, der eine Liste hat … Gleiches Spiel mit Fasan, Rebhuhn, Taube oder Wachtel. Wenn man keinen Jäger oder Züchter in der Bekanntschaft sucht man deutsche Ware oft vergebens.
    Und im Gegensatz zum Hühnchen gibt es dort keine Billig-Konkurrenz. Der Käufer muss zahlen was aufgerufen wird und er scheint zu zahlen, dann selbst beim Online-Edel-Handel ist es oft nur schwer zu ergattern.
    Vllt. muss man nicht der Masse hinterher rennen. In China werden bestimmt auch Buntstifte hergestellt und trotzdem hält sich eine Firma wie Faber-Castell deren Top-Seller ein Kasten mit 120 Buntstiften zum Preis von 350 Euro ist.
    Vllt. beginnt der Erfolg eines Produktes oft damit, dass man sich fragt, wer sein Kunde ist und was der genau möchte.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Im Weinbereich wird seit Jahren versucht, in der Spitzengastronomie Fuß zu fassen, Qualitätsmäßig und Preislich können wir locker mithalten, dennoch es gilt halt schick einen Franzosen aufzufahren, genau so ist es mit den Winzersekten, die scheuen keinen Vergleich mit dem Champagner.
      Grappa saufen die Deutschen wie die Wilden, ein Produkt aus Abfallmaterial, Gin und Wodka wird eher gekauft als hochwertige Obstschnäpse, deshalb gehen viele Kleinbrenner hin und stellen GIN oder Wodka her, da kann man locker 60 Euronen für die Literflasche verlangen, Schwarzwälder Kirschwasser muss man für 21,50 verkaufen.

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      • Bauer Willi sagt

        Unser Weinlieferant kommt aus der Nachbarschaft meiner Frau in Rheinhessen. Er vermarktet den Wein von 30 ha Wingert ausschließlich an Privatkunden. Kein einziger Liter geht an die Winzergenossenschaft. Ist viel Arbeit aber er ist sehr zufrieden…
        Noch Fragen?
        Bauer Willi

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        • Inga sagt

          Aber ja,

          kann jeder landw. Betrieb so eine Direktvermarktung machen?
          Viele machen das ja!

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          • Obstbäuerin sagt

            Hallo Inga, Direktvermarktung kann quasi jeder machen, der was produziert, was Kunden im Hofladen oder auf dem Markt oder vom Auslieferer kaufen wollen. Wir sind Mitglied einer Genossenschaft und dürfen nur 20% unserer Erzeugnisse selber verkaufen. Die restlichen 80%müssen angedient werden, sonst gibt es Vertragsstrafen. Vor einigen Jahren hatten wir noch Probleme damit, die 20% einzuhalten. Inzwischen ist der Markt dermaßen eingebrochen, dass wir mehr als 80% andienen können. Jetzt sind wir froh, dass wir unsere Produkte über die Genossenschaft verkauft bekommen, auch wenn der Preis zu wünschen übrig lässt. Direktvermarktung bringt höhere Preise, ist aber sehr aufwendig und auch kostenintensiv.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Hallo Obstbäuerin,
              ist der Grund bekannt, warum die Selbstvermarktung eingebrochen ist? Wenn ich richtig gelesen habe, baut ihr alte Sorten an, wenn man den geschriebenen Verbraucherwunsch liest, müssten diese Sorten eigentlich einen reisenden Absatz finden?

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            • Obstbäuerin sagt

              Hallo ehemaliger Landwirt, von den 150 alten Sorten, die wir in einem Sortengarten anbauen, eignen sich nur etwa 30-40 Sorten für die Direktvermarktung. Alles andere sind Wirtschaftsäpfel. Hier vor Ort gibt es dafür keinen Markt mehr. Die neuen Sorten sind – mit wenigen Ausnahmen (z.B. Goldparmäne, Glockenapfel oder Gravensteiner) einfach besser – fester, saftiger, süßer. Alte Sorten sind auch im Anbau nicht gerade einfach, krankheitsanfällig, alternierend, erreichen oft die Fruchtgröße nicht und färben auch sehr unterschiedlich aus. Wir verkaufen sie ausschließlich in Berlin aber auch dort geht der Verkauf zugunsten der neuen Sorten zurück – z.B. hat »Sapora« die Kundenherzen in sehr kurzer Zeit erobert. Wir lieben unsere alten Sorten aber wir wissen aus Erfahrung, dass sie nicht die Zukunft sind und das zu recht.

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            • Inga sagt

              Danke Obstbäuerin,
              ich meinte die Frage anders mit:

              „kann jeder landw. Betrieb so eine Direktvermarktung machen?“

              ich meinte damit, die vielen ha, die landw. genutzt werden, ob man die alle für Direktvermarktung bebauen oder nutzen kann?

              Dann haben nämliche die Launen der Leute keine Chance und alle müssen beim Direktvermarkter kaufen und der Absatz bleibt konstant.
              Und die Verarbeitungsbetriebe und LEH brauchen wir nicht mehr,

              aber so, wie es jetzt ist, schwankt der Umsatz, wie du schreibst.

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            • Obstbäuerin sagt

              Hallo Inga und ehemaliger Landwirt, der Trend ist ein anderer. So wie die meisten Direktvermarkter um die 60 sind, sind es auch unsere Kunden. Jüngere Kunden (es gibt natürlich Ausnahmen) haben andere Einkaufsgewohnheiten – sie nehmen das Obst und Gemüse im Supermarkt mit. Direktvermarktung ist auch was die Selbstausbeutung betrifft, noch mal einen Zahn schärfer. Das macht in Zukunft kaum noch jemand.
              Wir hatten auf einem Obstbautag einen Vortrag von einer Beraterin für die Direktvermarktung, die das auch so sieht.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Obstbäuerin,
              deine Antworten überraschen mich nicht, wollte nur dass Du sie hier niederschreibst für die Leser dieses Forums.
              Bei uns wird massiv für den Streuobstbau geworben, was die für die Äpfel vom Handel bekommen ist ein Schande, bin mal gespannt wie viel der Handel bezahlt dieses Jahr, viel leicht 4 Euronen je 100 Kg. Ein Teil von meinen Äpfeln gehen über die Genossenschaft, da gibt es doppelt so viel, Rewena und Sirius werde ich Einmaischen und Destilieren. Hilde verkaufe ich als Mostobst, die haben viel Säure und wenig Zucker, sind jedoch sehr groß, letztes Jahr hatte ich einen Apfel mit 1.678 Gramm.

              Direktvermarktung geht, wenn nicht mehr als zwei Hofläden im Ort gibt, ein Vorteil ist, dass man in der Industrie gutes Geld verdient und die, die nichts auf die Reihe bekamen, schicken wir eh nach Berlin;)

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Bauer Willi,
          warum verkaufen sie den Weizen oder die Zuckerrüben nicht in einem Hofladen?

          Beim Wein, man muss genügend Reben haben, um eine Selbstvermarktung aufzubauen, diese Flächen gab es weder zum Pachten, noch zum kaufen.

          Ich habe mich nicht über mangelnde Erlöse beklagt, sondern über mangelnde Wertschätzung entsprechender Weinqualitäten.

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      • Sabine sagt

        Die Franzosen schaffen es auch Dosenleberwurst so zu vermarkten, dass man glaubt, man hätte streichfähiges Gold erworben. Lecker sind die Pasteten, keine Frage, aber sie kommen eben nicht nur mit Dose, sondern auch mit ner Story. Man kauft da nicht einfach ne Leberwurst, sondern französische Lebensart oder besser das, was wir dafür halten. Für irgendwas um die 8 Euro pro 100g darf man sich dann fühlen, als säße man mit Renoirs Ruderern am Tisch. Gute Leberpasteten können deutsche Metzger auch, nur schmeckt die nicht nach savoir-vivre.
        Wir unterschätzen unsere Lebensart noch nichtmals, wir schätzen sie überhaupt nicht. Das ist ein Fehler.
        Und dann hört man einen Ami über sowas wie „Himmel und Erde“ oder Hämmchen reden, als hätte er religöses Erlebnis gehabt.

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  5. Paulus sagt

    Schade, ich habe rein akustisch leider kaum etwas verstanden. Vielleicht hätte Bauer Willi die wesentlichen Aussagen in wenigen Sätzen als Script zusammenfassen sollen.

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  6. Inga sagt

    Ja,
    in Vorleistung treten!

    Ja die Lüge
    mit der Lila Kuh auf der Alm.
    Daraus resultiert falsche Vorstellung, und was haben die Menschen für eine Vorstellung in einer Generation danach?

    Die Milch wird in der Colafrabrik hergestellt?
    So kommen die falschen Vorstellungen.

    Und evetuell die falschen Behauptungen.

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