Bauer Willi
Kommentare 84

Schnauze voll!

Langsam bin ich es leid mit dem Dialog. Ihr, liebe Mitbürger, wollt wohl so gar nichts kapieren! Da reißt man sich wochenlang den A…… auf, schreibt einen Artikel nach dem anderen, versucht mit Wort und Bild und Video zu erklären, wie wir heute, im 21.Jahrhundert, Landwirtschaft betreiben, aber das scheint euch alles nicht zu interessieren. Von allen wird man entweder nur angemacht oder belehrt.

Da sind die jungen Veganer, die mir mit 61, erklären, dass mein Lebensstil als Karnist (ist ein Fleischesser, den Begriff kannte ich auch noch nicht) nicht nur falsch sondern auch frevelhaft ist. Die ganze Umwelt würde durch die Tierhaltung zerstört, und wenn ich mich nicht bald ändern würde, würden wir alle sterben.

  • Ich überlege mir, ob ich nicht doch Soja oder Lupinen anbaue. Schließlich kann man daraus ja auch Milch machen und der Trend zur veganen Ernährung scheint ja zuzunehmen…

Dann kommen die Bio-Aktivisten: die dürfen Fleisch essen und auch produzieren. (Bio-Bauern sind übrigens immer die Guten, so wie im Western-Film, die mit den weißen Hut) Die erklären mir im Wesentlichen das Gleiche und der nahende Weltuntergang kommt in deren Szenario auch vor, aber eher wegen der Pestizide, der Überdüngung und der Gentechnik.

  • O.k., ich muss mich ändern. Jetzt soll ich mir aber gefälligst selbst überlegen, wie ich das nun mache. Aber bitte Tempo. Soll ich doch auf Bio umstellen? Daran gedacht habe ich ja schon mal, aber bisher immer das Risiko gescheut. Bin ja nicht mehr der Jüngste. Natürlich ohne Vieh, wegen der Veganer. Könnte schwierig werden…

Jetzt sitze ich in meinem Büro und starre auf den Bildschirm. Da kommt gerade ein Kommentar rein, von einem typischen Verbraucher: vegan, bio, alles Quatsch und interessiert ihn auch nicht. Ist eh alles Schwindel und reine Geldmacherei. Die Lebensmittel seien im Großen und Ganzen qualitativ schon in Ordnung, Skandale gibt es immer und in jeder Branche. Wichtig wäre nur, dass die Lebensmittel billig seien und wenn wir das nicht hinbekommen, muss das Zeug halt von woanders herkommen, wir haben ja den Weltmarkt. Wäre ja auch wichtig für die vielen Niedriglohnempfänger, die könnten sich teure Lebensmittel einfach nicht leisten.

  • Gut. sage ich mir, auf die Meinung des Verbrauchers sollest du hören, der ist schließlich dein Kunde. Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich dabei selbst finanziell über die Runden komme, schließlich habe ich ja eine Familie zu ernähren. Vielleicht noch ein paar Hektar dazu pachten? Stallneubau?

Während ich noch überlege, fällt mir ein Gespräch ein, mit einer kirchlichen Organisation. Wie ich mit meinen Hühnerbeinen den Bauern in Afrika den Markt kaputtmachen würde. Und das wir was für die Armen in der Welt tun müssten, und das die Bauern hier ja dicke Subventionen bekommen, auch ohne zu arbeiten. Das ganze System wäre krank, und „man“ müsste das dringend ändern. So ginge es nicht weiter.

  • Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Obwohl ich doch immer spende, aber das reicht wohl nicht. Und das meine Hühnerbeine in Afrika landen, liegt ja wohl nicht in meiner Macht. Und wie ich „das System“ verändern soll, ist mir auch noch nicht so klar. Ich könnte ja in die Entwicklungshilfe gehen, Ahnung von Landwirtschaft habe ich ja. Aber wer bewirtschaftet dann meinen Hof?

Jetzt kommt gerade eine Mail rein. Von meinem Lieblings-Tier- und Umweltschützer. Von wegen Stallneubau: also, Massentierhaltung geht gar nicht, Schnäbel kürzen, Küken schreddern, Ferkel kastrieren, Schweineschwänze abschneiden und Hörner ausbrennen. Gehört alles sofort verboten. Und das Glyphosat gleich mit, wegen dem Gen-Soja und dem Urwald roden. Aber das wüsste ich ja alles, er hätte mir das ja schon oft genug erklärt und wann ich das den endlich kapieren wolle? Und ALLE anderen würden genau so denken wie er, aber wirklich ALLE. Und ALLE würden ja für mehr Tierschutz auch gerne mehr bezahlen. Würden ja gerne

  • Jetzt reichts. Ich mache den Rechner aus, und setze mich mit einem Bier und einer Tüte Chips (ungarisch!) vor den Fernseher und nehme mir den Wirtschaftsteil der FAZ vor. Was lese ich: „wegen Exportproblemen und der Krise ist jetzt zu viel von allem auf dem Markt. Diese günstige Gelegenheit haben die 5 Lebensmittelkonzerne genutzt, die Preise für den Erzeuger nochmal zu senken und an die Verbraucher weiterzugeben.“ (Ob das stimmt? Wäre ja schön blöd!)

Und weil wieder alles noch billiger wird, freuen sich jetzt der Veganer, der Bio-Kunde, der normale Verbraucher und selbst der Pastor und der Tier- und Umweltschützer, weil die ja auch was essen müssen.

  • Jetzt habe ich die Ansprüche von euch, liebe Mitbürger, auf dem Tisch. Ist ja ein ganz schöner Spagat zwischen euren Forderungen und meiner Wirtschaftlichkeit, den ich da hinbekommen soll. Hoffentlich zerreißt es mich nicht.

Jetzt werden meine Berufskollegen wohl wieder Applaus klatschen. „Richtig! Genauso ist es! Sag’s ihnen!“ Und was machen sie selbst? Nichts! Schon oft habe ich auf so gute Initiativen wie „Heimische Landwirtschaft“ hingewiesen, in der Landwirte was für das Image von uns Landwirten tun. Im Radio, wo es jeder hört. Und gerade im bevölkerungsreichsten Land, in NRW, also meiner Heimat, hat diese Initiative gerade einmal 9 Mitglieder, mich eingeschlossen.

  • Euer Gejammere über das schlechte Image geht mir mittlerweile echt auf den Senkel. Glaubt ihr etwa, eine Veränderung gibt es zum Nulltarif? Ja, die Radiospots kosten 50 Cent pro Hektar. Und? Einer CMA nachtrauern und weiter daran glauben, dass es „andere“ schon richten? Wer soll das denn sein?

Ich bin ja im Verband und bezahle brav meinen Beitrag. Sollen die sich doch darum kümmern. Dafür sind die doch da.

  • Glaubt Ihr das wirklich? Wo sind denn die Konzepte? Und: Eigeninitiative ist nicht  gewollt, alles muss in endlosen Sitzungen mit allen Gremien abgestimmt werden, wird zerredet, bis nichts mehr übrig bleibt. Und wo kommen wir denn da hin, wenn jeder macht was er will! Und die, die was machen, werden nicht unterstützt, sondern vielmehr der Versuch unternommen, sie höflich auszubremsen. Oder einzufangen und vor den eigenen Karren zu spannen.

Und ja,wir Bauern machen alles richtig. Die bösen „Spendengeneriervereine“ (NGO) haben sich alle gegen uns verbündet, mit denen zu reden bringt eh nichts. Gülleproblematik? Bullshit! Sikkation vor der Ernte? Muss sein! Subventionen für Großbetriebe? Ist doch nur gerecht! Wir müssen uns nicht ändern. Dazu nur so viel:

  • „Der Andersdenkende ist kein Idiot, er hat sich nur eine andere Wirklichkeit konstruiert“ und „Der Glaube, es gäbe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung“. Ist nicht von mir, sondern von einem Kommunikationswissenschaftler (Paul Watzlawick)

Und dann gibt es noch die Klugscheißer, die an allem, aber wirklich allem was zu kritisieren haben und schlaue Kommentare hier oder auf anderen Seiten (TA) schreiben. Die jeden Satz in seine einzelnen Buchstaben zerlegen und das Schwarze unter dem Fingernagel suchen. Die einem in kryptischen Sätzen ihre intellektuelle Überlegenheit beweisen wollen. Und ganz viele **** und !!!! einfügen, mit denen ich aber nur wirklich nichts anfangen kann. Und  die mir zum wiederholten Mal erklären, dass ich ja „nur“ ein Nebenerwerbslandwirt bin, der sich in der Industrie die Taschen voll gemacht hat.

  • Das ist so unsagbar frustierend und da fragt man sich, da frage ich mich, was dass mit dem Dialog überhaupt noch bringen soll?

Wisst ihr es?  So langsam habe ich wirklich die Schnauze voll…

Euer Bauer Willi

P.S: Ich musste einfach mal wieder Dampf ablassen. Und wenn ihr jetzt glaubt, ich würde die Brocken hinschmeißen, habt ihr euch aber gewaltig getäuscht. Jetzt erst recht!

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84 Kommentare

  1. Rainer sagt

    Ich bin der Meinung, dass wir Bauern selbst schuld an dieser Misere sind.
    Jeder muss größer sein und mehr haben als der Nachbar.
    Wann kapiert Ihr endlich, dass weniger mehr sein kann?
    Wenn wir alle (vielleicht auch nur für bestimmte Zeit) auf Pflanzenschutzmittel verzichten würden (Bio-Anbau), würde die Menge abnehmen und die die Chemieindustrie stark in Bedrängnis kommen.
    Was nutzt es, wenn Riesengroßbetriebe mit einigen hundert Saisonarbeitskräften, die ihr Geld alle ins Ausland schaffen, wirtschaften.
    Es könnten hunderte Kleinbetriebe überleben, die ihr Geld wieder in Deutschland ausgeben.
    Diese Nimmersattgroßbetriebe bringen die Bäuerliche Landwirtschaft um ihre Existenz.
    Nicht der sparsame Verbraucher.
    Nicht der Lebensmitteleinzelhandel.
    Wir Bauern selbst sind es, liebe Kollegen!

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    • Na endlich einer aufgewacht, nur in diesem Wirtschaftssystem zählen nur Stückkosten usw. die gehen bei größeren Einheiten besser. Außerdem muss ja das billige Geld von den Banken ja irgendwie verbaut werden. Wenn dann die Ware zu viel ist kann man ja in Brüssel demonstrieren……. Unendliche Geschichte.

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  2. Michael Haagen sagt

    Ach ja!
    Der böse Verbraucher! Die böse Politik, der böse Einkäufer. Wer noch? Ach ja, die Vegetarier.
    Was ist eigentlich mit den Landwirten, die sich eines auf die staatliche Unterstützung pfeifen und ihr Ding machen und das am Ende noch erfolgreich? Sind die auch böse?

    Ich habe vor wenigen Minuten in Facebook eine Nachricht über eine Eröffnung eines Hofladens erhalten. Jetzt denke ich mal als Verbraucher: Die Öffnungszeiten sind Mittwoch 14 -18 Uhr, Donnerstag 8 – 12 und 14 bis 18 Uhr, Freitags 10 bis 18 Uhr und Samstag 10 – 14 Uhr. Fällt was auf?
    Dann liegt der Hofladen weit abseits in einem kleinen Kaff. So, jetzt gehe ich als Verbraucher meine 40 Stunden arbeiten. Da ich nicht nur die Produkte brauche, die der Hofladen gerade anbietet, kann ich erstmal das Öffnungszeitenwirrwar auskundschaften. Dann vielleicht 20 km Anfahrt. Jetzt brauche ich noch Milch. Das macht ein anderer Landwirt im Automaten (wenigstens keine Öffnungszeiten). Allerdings ist der wiederum 20 km in die andere Richtung. Fleisch! Wir wollten grillen. Vorbestellung! Na dann! Käse gibt es 30 km weiter im nächsten Hofladen. Der hat aber nur Montags 8 – 14 und Mittwochs Nachmittags auf.
    Merkt ihr was?
    Ich bin Techniker im Gartenbau. Fachgebiet Produktion und Marketing. Also nicht so weit von der Landwirtschaft weg. Ich habe gelernt, zu denken wie ein Kunde eben denkt.
    Die Bereitschaft regionale Produkte zu kaufen ist da. Auch sind viele Kunden bereit, dafür mehr zu bezahlen. Nein, nicht alle, aber wer hat schon 100 % der Bevölkerung als Kunden? Das Finanzamt und die GEZ, sonst keiner!
    Aber glaubt ihr wirklich, die fahren jedes Wochenende mal schlappige 100 km um Milch, Brot und Fleisch zu kaufen?
    Vor allem nicht die Kunden aus der Stadt. Die machen das mal als „Event“, aber nicht als Einkauf.
    Wenn die Landwirte höhere Preise erzielen wollen, geht das nur mit Direktvermarktung. Dann muss ich dem Kunden aber auch das bieten, was er gerne hätte und das zu der Zeit, in der er es haben möchte.
    In den Städten gibt es deswegen die Supermärkte. Die sind nicht 100 km entfernt und die Fleischtheke hat auch die gleichen Öffnungszeiten wie die Gemüseabteilung.
    Warum macht das die Landwirtschaft nicht? Sonst hat man die Verbände und Vereinigungen doch auch so gerne.
    Es geht nur im Genossenschaftsprinzip. Jeder Landwirt ist ja irgendwo sein Spezialist. Der eine macht Getreide, der andere Schweine, der nächste macht Rinder, etc.
    Und die müssen sich eben zusammenschließen und ihre Produkte gemeinsam vermarkten. Wenn das dann noch die Vermarktungsprofis machen, dann könnte es sogar etwas werden.
    So, jetzt kommt der Landwirt natürlich auf die Idee, er baut in Hintervordermitteldorf einen Supermarkt, weil da die Fläche schon vorhanden ist und auch eine Straße hinführt. Garantie! Es wird nichts! Der Bauernsupermarkt muss dorthin, wo die Menschen wohnen. In die Stadt! Und dann muss der noch offen sein. 7 – 20 Uhr!
    Und wenn dann die Landwirte ihre guten Produkte dort anliefern und nicht nur das, was der Preisdrücker vom Großeinkauf nicht angenommen hat, könnte es sogar zum Erfolg führen.
    Sonst: Liefert weiter eure Waren an die großen Ketten, reagiert auf sinkende Preise mit höherer Produktion, aber hört bitte auf zu jammern. Es nervt!

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    • Bauer Willi sagt

      Ne Michael, es gibt auch andere Lösungen. Hab ich hier auch schon geschrieben, in einem anderen Artikel. Nennt sich „Landmarkt“ und ist bäuerliche Selbstvermarktung im Supermarkt. Kannst ja mal suchen, mit der Maschine mit den zwei „o“. Oder ich muss das nochmal schreiben, aber da langweilen sich die anderen.
      Bauer Willi

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    • Andreas Fendt sagt

      Das gibt es längst, es nennt sich Markt! Nicht Weltmarkt, sondern Wochenmarkt.
      Meistens in kleineren Städten und mehrfach in grossen Städten. Arbeitnehmerfreundlich am Sa. vormittag. Mit grosser Auswahl frischer Produkte aller Art, Bio und Nichtbio.

      Also hör auf Forderungen zu stellen, sondern kauf auf dem Markt ein oder bestell Dir ne Abokiste.

      Ich stehe seit 12 Jahren jeden! Samstag auf dem Markt, bei 34 Grad Hitze und 17 Grad Minus und es kaufen fast nur noch alte Leute ein. Die älteste und schönste Vermarktungsform droht auszusterben, weil „die Jungen“ freitag abend schon Party machen, Samstags bis 14 Uhr schlafen und dann kurz vor Schluss um 19:30 die Discounter stürmen.

      PS: ich werde oft gefragt, warum kommen Sie nicht auch Mittwochs auf den Markt? Antwort: Da muss ich mal was arbeiten! Denn während ich auf dem Markt stehe, macht daheim keiner die Arbeit, die Ziegen bleiben ungemolken, das Heu kann nicht gewendet werdem usw…

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  3. Rufer aus der Wüste sagt

    Es gibt Laender auf der Erde da muss man einen halben Tag arbeiten fuer ein Kg Schweinefleisch. Dort wird aber nicht so gejammert wie hier. Komisch, oder?

    Die Loesungen sind doch so einfach. In der Schule ein Unterrichtsfach wo es um die einheimische Landwirtschaft geht mit besuchen bei den Bauern.

    Streichen kann man im Unterricht das Bruttosozialprodukt von irgendwelchen Staaten in Afrika. Das interessiert eh niemanden.

    Ich fuer meinen Teil sage das alles politisch gewollt ist.

    Vom jammern wurde noch nie etwas veraendert. Nur von Taten.

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  4. Nicht aufhören …. auf jeden Fall weitermachen!!!
    Sie sind nicht die Mehrheit, sie schreie nur lauter!!
    Das Grundproblem bleibt ….Glauben heißt nicht wissen und „Gut gemeint“ ist nun Mal der große Bruder von „scheiße gelaufen!°
    Also nicht nachlassen!

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  5. Uwe Weddige sagt

    Lieber Bauer Willi,
    DANKE für den Job, den Sie wirklich gut machen. Diese riesige Aufgabe, die Sie sich selbst gestellt haben, ist so etwas ähnliches wie ein Ehrenamt. Ein solches hat – wie wir wissen – mit „Ehre“ auch nur wenig zu tun, mehr mit Freiwilligkeit (und hoffentlich) mit dem Willen zu verändern oder zu bewahren, je nach Notwendigkeit. Und da befinden Sie sich in guter Gesellschaft mit den vielen anderen engagierten Ehrenämtlern, die täglich „dicke Bretter bohren“. Wer das durchhält, muss schon Arger mögen ! Trotzdem versuche ich aus meiner beruflichen Position heraus im wieder Landwirte zu ermuntern, nicht nur berufsständische Ehrenämter, sondern auch politische zu übernehmen und auszufüllen. Deswegen hier nochmal die Worte von Gitta Connemann (MdB) auf unserer Jahrestagung 2015 in Bremerhaven: „Bange machen gilt nicht !“

    +2
  6. Sehr schön geworden! Nur weil den Bauern ein Jammerimage unterstellt wird (ein wahres Korn lässt sich da sicherlich finden) sollte man unterscheiden, was Gejammer und was „Dinge auf den Tisch bringen“ ist. Ein Artikel wie dieser macht das Dilemma der Landwirte für die Verbraucher transparent(er).

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  7. Stefan Knapp sagt

    Hallo Willy,
    Danke für Dein Engagement!
    Dein Kommentar trifft die Situation zu 100% !!
    Ich sage einfach nur noch „Der Bauer ist der billigste Sklave in Deutschland“ und „es ist doch Politisch auch gewollt, das das Essen billig bleibt“

    -Wo immer du von gereizten Mägen hörst, zittere:
    Der Magen ist die Logik des Volkes.

    Polybios Dimitrakopoulos (1864 – 1922), griechischer Theaterschriftsteller

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  8. Diese Erfahrungen sind zu 100% auf anderen Themenkreise übertragbar: Fischen, Angeln, Jagd, Schießsport, Zirkus.

    Auch dort werden Lebensgrundlagen von Leistungsträger durch Öffentlichkeitsarbeit der Parteien und Medien zerstört. Auch dort sind die großen Verbände zu langsam, zu wenig progressiv und viel zu kompromissbereit.

    Aber wir an der Basis können was tun: PR und Aufklärung im Umkreis. Und dabei nicht das Rad neu erfinden, sondern von den Erfahrungen der sehr Aktiven lernen und nachmachen.

    Bitte weiter so.

    Ich bin keine Landwirtin, sondern Waffenhändlerin, die gerade ihr 100-jähriges Firmenjubiläum (d.h. zwei Weltkriege überdauert) gefeiert hat und Jäger und Sportschützen beliefert – und keine Warlords. Auch bei uns gibt es viele NGOs, die uns platt gemacht sehen wollen.

    +10
    • Andreas Fendt sagt

      wo jetzt Zirkus und Schieß“sport“ Leistungsträger sein sollen, würde ich dann doch mal gerne erklärt bekommen. Tiere im Zirkus und Schießsport ist so überflüssgig wie Formel 1. Worin soll genau die gesellschaftliche „Leistung“ bestehen?

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      • Arne Schuster sagt

        Anderen vorzuschreiben, wie sie ihr Geld verdienen und ihre Freizeit verbringen sollen, zeugt stets von einer freiheitlich-demokratischen Gesinnung. Und dann noch zu fragen, wo die gesellschaftliche Leistung wäre, zeugt von außerordentlicher Kompetenz in Sachen Wirtschaft/Ökonomie. Bravo! Äußerst großartige intellektelle Leistung.

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        • Andreas Fendt sagt

          Auch in einer freiheitlichen-demokratischen Gesellschaft muss man Freiheiten einzelner begrenzen, wenn Schaden für die Gemeinschaft droht. Bei Sportschützen wissen wir das nicht erst seit Winnenden. Diese entstehenden Schäden (z:b. der Umwelt bei Formel 1 um mal den anderen „Sport“ zu nehmen, der gar keiner ist) dann Ergebnis von „Leistungsträgern“ zu bezeichnen ist schon dreist.

          Falls jetzt kommt: hat aber nix mit landwirtschaft zu tun. Doch! Das Grundwasser zu belasten, unnötig Klimagase zu produzieren und für Artensterben verantwortlich zu sein, ist eben auch KEINE gesellschaftliche Leistung, die eine Subventionierung mit Steuermitteln rechtfertigt.

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          • bauerhans sagt

            „Bei Sportschützen wissen wir das nicht erst seit Winnenden. “

            ein vollkommen unnötiger,menschenverachtender vergleich.

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            • Andreas Fendt sagt

              Nein, menschenverachtend ist ein Hobby welches den Umgang mit tödlichen Waffen zum Inhalt hat.

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          • Mr Tom sagt

            „Auch in einer freiheitlichen-demokratischen Gesellschaft muss man Freiheiten einzelner begrenzen, wenn Schaden für die Gemeinschaft droht.“

            Wie wahr, wie wahr….

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          • Gernot sagt

            Das ist doch hoffentlich nur eine Provokation und nicht Dein Ernst.
            Schiesssport ist ein toller Sport und die pauschale Anwendung des Attentates von Winnenden auf die Gemeinschaft der Sportschützen zu übertragen gelinde gesagt Schwachsinn.
            Gerne kann man fordern, dass Waffen nur noch in Klubheimen aufbewahrt werden dürfen, (Was neue Probleme schafft) aber hier die Maße der Sportler als potentielle Mörder hinzustellen ist ein bisschen heftig.
            Genau das selbe als wenn ich sagen würde alle Bauern sind kriminell weil einige Schwarze Schafe gegen gesetzliche Standards verstoßen.

            Diesmal ohne lieben Gruß
            Gernot

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  9. Danke für die Worte. Sprechen mir aus der Seele…. Was ich mir täglich anhören darf als Winzer ist eine Frechheit sondergleichen. In einem Artikel im Internet stand neulich “ Glyphosat wird an der Mosel per Hubschrauber ausgebracht“ Wer die Wirkung von Glyphosat kennt, muss spätestens jetzt Schmunzeln. Aber irgendein ein Vollhorst schreibt das , und ein anderer liest und glaubt es… aus Unwissenheit ? Aus Dummheit ? Weil es einfacher ist, einen Bösen zu finden, statt auf die eigenen Unzulänglichkeiten zu achten, wenn man 20 x pro Jahr mit dem Billigflieger nach Malle fliegt ? Wer weiß……

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    • So ist es, Unwissenheit gepaart mit Begriffsstutzigkeit. Es wäre äusserst interessant zu sehen, was diese Schreiber im wahren Leben machen oder sich selbst am Leben und Wirken anderer bereichern und möglichst viel Salz in die Wunden streuen.
      Und Geringschätzigkeit

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  10. bauerhans sagt

    vorgestern hatte wir biogasgülle ausgebracht und sofort eingegrubbert,allerdings musste das gespann einmal über die strasse fahren und etwas dreck fiel von den reifen,was gleich zu kritik führte,ob das denn sein müsste……andererseits fiel mir auf,dass unter dem einzigen baum am ackerrand,rasenschnitt deponiert wird,wahrscheinlich vom direkten nachbarn….nicht ärgern,nur wundern.

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  11. lieber Willi,
    ich wunder mich eh schon lange, wie du das durchhältst. Ich habe auch eine Weile versucht auf kritische Kommentare zu antworten. Welche Rückmeldungen einen da zum Teil erwarten – man kann nur den Kopf schütteln. Wie du eben geschrieben hast: Man versucht aufzuklären, zu informieren, wachzurütteln und was passiert?
    Da kommen Antworten rein, die sind zum Teil so was von unqualifiziert dass man sich denkt: Warum mache ich das eigentlich, warum nehme ich mir die Zeit?
    Trotzdem, lieber Willi, bleib am Ball solange es dir Freude macht. Du hast sicher auch gute Erfolge erzielt – von denen muss man halt zehren.

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  12. Andreas Fendt sagt

    Kürzester Comment von mir,
    versuchs mal mit nem Biobier!

    sagt der immer gut gelaunte Biobauer der Gutes Bio macht, jedoch ohne weissen Hut, sondern mit grüner Kappe, auf der der Name seines Traktors steht und nicht sein Eigener, aber das ist jetzt eine andere Geschichte…

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  13. Iris Rohmann sagt

    Lieber Bauer Willi, es ist leider so – jeder in diesem Land ist ein Experte. Und Besserwisserei die moderne Form der Kommunikation. Machen Sie sich nichts draus. Hauptsache, Sie können morgens in den Spiegel schauen und sich mögen. Das ist das Wichtigste.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Iris
      ne, ich mach mir auch nichts draus, das ist meine Motivation weiterzumachen!!!!!
      Bauer Willi

      +1
  14. Kirsten Wosnitza sagt

    Lieber Willi, ich verstehe nicht, was Sie uns sagen wollen. Jammern hat noch keinem geholfen – sagt mein Mann immer. Und: Böse böse Welt. Alle hacken nur auf den Bauern rum. Vielleicht sollten Sie sich selbst auch einmal kritisch hinterfragen. Danach geht es Ihnen bestimmt besser.

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    • Matthias Everinghoff sagt

      Liebe Frau Wosnitza, aufgrund ihres Beitrages zum Thema Hochleistungskühe sind sie wohl kaum diejenige, die anderen zum Thema Jammern Belehrungen erteilen sollte. Im Übrigen finde ich Willis Haltung sehr differenziert und keineswegs so wie sie sie dargestellt haben. Weiter so Willy!!

      +10
    • Junker sagt

      Sind sie das erste mal hier?
      Was macht Willi denn jedesmal, wenn alle sich ständig fragen würden was sie da eigentlich machen und welche Konsequenzen das hat, wären wir schon ein Stück weiter.

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    • Kirsten Wosnitza, wollen Sie uns damit etwa sagen, dass Sie Ihr Engagement für den BDM und die Zukunft der Milcherzeuger noch nie frustriert hat? Schwer zu glauben!

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    • Liebe Frau Wosnitza,

      So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Ich für meinen Teil habe von Bauer Willi viel gelernt und fühle mich durch ihn gestärkt und motiviert, mich auch weiterhin in der landwirtschaftlichen ÖA für unseren Berufstand zu engagieren.

      Wenn Bauer Willi „jammert“, was macht denn ihr Verein konkret in Punkto ÖA? Da bräuchte ich nun mal Nachhilfe. Und bitte nicht nur die agrarpolitische Sicht wiedergeben. Die ist mir bereits bekannt.

      Hartlige Gröte
      Nisse

      +6
    • Bauer Willi sagt

      Liebe Kirsten
      haben Sie den zweiten Teil nicht gelesen? Dort, wo ich meine Berufskollegen auffordere, sich selbst zu engagieren? Dort, wo es um Sikkation, Gülle und Subventionen geht? Ich bin schon in der Lage, mich selbst kritisch zu hinterfragen und würde mir das auch von anderen wünschen. Und ohne das an die große Glocke zu hängen, bringe ich das auch dort vor, wo Entscheidungsträger sitzen. Das sind aber ganz dicke Bretter! Ich beschränke mich nicht auf das Schreiben von Artikeln.
      Im Übrigen habe ich lange überlegt, ob ich den Dissens zwischen DBV und BDM thematisieren sollte. Mach ich nicht, denn an diesen politischen Machtkämpfen innerhalb der Landwirtschaft will ich mich nicht beteiligen. Da wird so viel Energie sinnlos verballert, die viel besser eingesetzt werden könnte. Dazu braucht man nur die jeweiligen Pressemitteilungen der einen oder anderen Seite zu lesen.

      Damit Sie mich nicht falsch verstehen: ich kann die Argumente beider Seiten nachvollziehen, doch beide Seiten sollten sich selbst auch einmal kritisch hinterfragen, wohin diese öffentliche Auseinandersetzung die Landwirtschaft bringt? Mit Sicherheit nicht weiter! So empfinde ich auch Ihren Kommentar, der ja auch unterschwellig aussagt: „Du, Willi, musst Dich ändern, ich bin im Besitz der allein selig machenden Weisheit.“ Ich bin sehr an einem kontroversen und konstruktiven Dialog der beiden Interessens-„Lager“ interessiert. Sind Sie bereit? Ich bin es.
      Bauer Willi

      +7
  15. Mein Landvolk-Kreisverein setzt seit ca. 2 Jahren 1 Euro für Ö-Arbeit ein. Damit wird mit einer hauptamtliche Stelle und vielen ehrenamtlichen Landwirten die nötige Pressearbeit, das Sponsoring des SV Meppen, Kooperationen mit RegionalTV-Sendern und Zeitungsanzeigen und ganz viele andere Aktionen generiert.
    Eine tolle Geschichte, die andere Bauernverbände in ihren Regionen auch machen sollten.
    Beispiel: http://www.landvolk-emsland.de/blog/2015/09/09/15-land-und-leute/

    Die Initiative „Heimische Landwirtschaft“ ist zu begrüßen und ich überlege auch, dort mitzumachen. Wir Aktivisten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit müssen es wohl hinnehmen, dass es viele Landwirte geben wird, die als schwarzfahrende Trittbrettfahrer von unserem Engagement profitieren ohne Zeit oder Geld zu opfern.

    Von daher finde ich die Aktivität aus dem Verband heraus auch nicht schlecht- da zahlen indirekt fast alle, nämlich diejenigen die im Verband organisiert sind.

    +11
    • Hallo Bernhard, macht mit bei „Heimischer Landwirtschaft“! Fragt den Initiator, ob er Euch einen Vortrag hält, denn dann springt der Funke über! Und…., keiner muss das Rad neu erfinden, man lehnt sich zurück und bekommt beste Image-Arbeit und die zielt mitten in die Stadt, zu all denen, die NULL Kontakt zur Landwirtschaft haben! Grüße aus Schleswig-Holstein

      +2
      • Bauer Willi sagt

        Genau! Keiner muss das Rad neu erfinden, die Radiospots laufen seit Jahren erfolgreich in anderen Bundeländern. Nicht überlegen (Bernhard B.) sondern anmelden! Heute!

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Bernhard
      ja, ich habe mal wieder die große Keule rausgeholt und alle getroffen. Das ist unfair. Ihr macht was, der Verband in Schleswig-Holstein ist sehr aktiv, bei Facebook gründen sich immer mehr Initiativen, die ein Bild von der Landwirtschaft in die Öffentlichkeit bringen. Dieser Artikel ist aus dem Frust entstanden, den ich aktuell bei meinem Kreisverband erleben durfte. Ergebnis des Vortrages und der sehr lebendigen Diskussion: „Ja, Bauer Willi, alles sehr interessant und auch ein paar gute Ansätze dabei. Wir werden das jetzt intern diskutieren und prüfen, es dann mit dem Landesverband und dem DBV abstimmen und überlegen, was wir machen“.
      Doch das dauert doch wieder ewig! Ich bin halt etwas ungeduldiger…
      Bauer Willi

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      • Das Emsland ist flächenmäßig größer als das Saarland. Im emsländischen Landvolk sind ca. 4500 Mitglieder organisiert.
        Ich vermute mal, dass wir mehr Mitglieder haben als die AbL auf Bundesebene.

        Aber auch im Emsland ist die Öffentlichkeitsarbeit noch lange nicht bei allen Betrieben angekommen. Aber wir arbeiten daran…

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