Bauer Willi
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Die Antwort des WWF…

…ungekürzt und unkommentiert. Sie traf drei Tage nach meiner Mail an den WWF ein. Danke dafür.

Sehr geehrter Bauer Willi, lieber Herr (Name hab ich jetzt gelöscht 🙂 )

Sie haben Recht, dass Milch ein wertvolles Lebensmittel ist. Wie für die Herstellung von allen tierischen Lebensmitteln, werden auch für Milch besonders viele Ressourcen eingesetzt. Als Verbraucher sollten wir diese daher besonders wertschätzen und in Maßen konsumieren. Es sollte sich daher verbieten, tierische Produkte zu Schleuderpreisen zu verkaufen und somit den Verbrauchern das Gefühl zu geben, dass Fleisch, Milch oder Eier wertlos sind.

Im besonderem Maße ist dies bei Produkten aus der Ökologischen Landwirtschaft der Fall. Ihnen als Experten müssen wir nicht erklären warum.

Daher sind für den WWF besonders die Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels ein Dorn im Auge, die die Preisspirale auf Verbraucherseite nach unten drehen und somit auch den Erzeugerpreis in die gleiche Richtung drücken könnten. Hierzu sind wir mit der EDEKA in intensiven Gesprächen, bis hin zur Vorstandsebene. Denn für den WWF sind faire Preise für landwirtschaftliche Produkte ein wichtiger Baustein hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Schließlich sind gute Erzeugerpreise eine der notwendigen Grundlagen, damit Sie als Landwirt in der Lage sind, nachhaltig zu wirtschaften. Uns trifft es daher sehr, dass unser Logo, das für Nachhaltigkeit steht, im Zusammenhang mit einer solchen Aktion zu sehen ist.

Wir als WWF arbeiten direkt mit der EDEKA-Zentrale zusammen und haben daher Ihre Email und den damit verbundenen Unmut an die EDEKA-Zentrale weitergeleitet. Doch EDEKA ist durch die Partnerschaft und Kritik der Kunden am Thema Preisgestaltung auch selbst sensibilisiert. Unsere Ansprechpartner haben uns sofort gebeten, ob Sie nähere Angaben machen könnten, woher diese Anzeige stammt – welcher Markt oder welche Region dahintersteht.

Dazu muss man wissen: EDEKA ist als Verbund genossenschaftlich organisiert. Das heißt: Die Zentrale in Hamburg gibt einen Rahmen vor und macht Vorschläge, aber letztlich entscheiden die Kaufleute vor Ort alles selbst. Das betrifft das Sortiment, aber auch die Preisgestaltung und die Bewerbung. Anzeigen und Preise in lokalen EDEKA Märkten werden also nicht mit der Zentrale abgestimmt und die Zentrale darüber auch nicht informiert.

Richtig ist: Es gibt auch nationale Angebote, die alle EDEKA Märkte übernehmen können, aber Milch ist kein dafür vorgesehenes Produkt. Denn gerade bei Milch positioniert sich EDEKA im Gegensatz zu Discountern mit vielen regionalen und ökologischen Produkten, um den Kunden eine große Wahlfreiheit zu ermöglichen.

Insbesondere bei Kooperationen auf regionaler und lokaler Ebene profitieren Landwirte durch einen Mehrerlös. Beispiele dafür sind regionale EDEKA Marken wie „Unsere Heimat – echt & gut“ oder „Mein Bayern“. So wird beim Milchsortiment von „Unsere Heimat – echt & gut“ der EDEKA Südwest die Milch von drei Molkereien aus der Region geliefert. Die hier angeschlossenen Milchbauern profitieren von einem um zehn Prozent über dem verhandelten Einkaufspreis liegenden Preisaufschlag, den EDEKA an die Molkereien zahlt. Darüber hinaus bestehen auch auf lokaler Ebene Kooperationen zu Molkereien und Landwirten. Auch auf nationaler Ebene fördert EDEKA gemeinsam mit den Molkereien Mehrwertprodukte (zum Beispiel laktosefreie Milch) zur Differenzierung, die sowohl für einen höheren Vermarktungspreis sorgen, als auch für die Molkereien ertragreicher sind.

Unsere Bitte daher: Melden Sie sich mit näheren Angaben, welcher Markt diese Anzeige veröffentlicht hat, damit EDEKA das Thema intern ansprechen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Meißner

Senior Policy Advisor International Agriculture Policy and Food Security,  WWF Deutschland

 

Anmerkung: Ich habe dem WWF die Adresse des EDEKA-Marktes in den Zwischenzeit übermittelt. Herr Meißner hat Interesse an einem Telefonat mit mir geäußert, in dem es um Grundsätzliches gehen soll. Ich habe gerne zugesagt.

Bauer Willi

 

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12 Kommentare

  1. Paulus sagt

    Beim Blick auf das Titelbild wunderte ich mich, dass bei EDEKA Wasch- und Putzmittel im Kühlregal stehen. Erst meine Sekretärin klärte mich auf: Das ist Milch in Plastikflaschen, sie Depp!
    Nun ja, die beste aller Sekretärinnen kommt aus Franken, da spricht man aus was man denkt. 🙂
    Und dann kam ihre klassische Frage von wegen Senior Policy Advisor …, ist das mehr als Oberinspektor?
    Ich sagte ihr, es sei immerhin beruhigend zu wissen, dass Mr. Matthias Meißner, Senior Policy Advisor International Agriculture Policy and Food Security, WWF Deutschland,
    das Topmanagement der EDEKA, wenn auch erst auf Bauer Willis Initiative, dazu zwingt dies zum zentralen Thema der nächsten Vorstandssitzung zu machen. Dabei könnte der WWF auch gleich das Thema Plastikmüll mit ansprechen.

    Obwohl – nachdem ich es noch einmal aufmerksam gelesen habe, komme ich durchaus auf andere Gedanken. Lieber WWF, der war so gut, der hätte auch ohne den pflichtgemäßen Hinweis auf die tiefe Verbundenheit mit EDEKA glatt von einem Peter Altmaier kommen können.

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  2. Hätten doch die genossenschaftlich lokalen Molkereien noch ihren individuellen Status, so hätten sie gemeinam mehr Macht gegenüber dem LEH.
    Dafür könnten die mehr Auswahl zwischen regionalbezogenen Rezepturen der Milchprodukten anbieten, oder?

    Kein Edekakunde müsste mehr auf das nordhessische Schnippchen (Kräuterquark) verzichten ! ?!
    Bei Edeka gibt es eben Klasse statt Masse?
    Auch ein Zeichen dafür, dass die Natur Vielfältigkeit in unser Leben bringt.
    Edeka will das aber seinen Kunden nicht vorenthalten , oder doch.
    Aber dafür gäbe es die Molkerei im nordhessischen Sachsenhausen noch, die diese herstellte.

    Ein Stück Lebenskraft aus der Natur muss etwas kosten!!!
    Das sind wir der Natur schuldig, oder?

    Oder will Edeka sich daran bereichern, also die bewusst überdimensional ausnutzen?
    Ist das heutzutage noch „INN“?

    Könnte der LEH wie Edeka nicht damit werben ?
    Wäre das nicht nachahmenswert, weil auch sortimentbereichernd ?

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  3. Friedrich sagt

    Die Antwort vom WWF ist softig . Nich nach mir und nicht nach mich. Wieviel kostet EDEKA eigentlich die Parnerschaft mit dem WWF ? Das sagt hier keiner , obwohl ich mal was von 400.000 Euro/Jahr gelesen habe ? Für mich als Bauer ist das Schweigegeld, damit EDEKA in Ruhe seinen Geschäften nachgehen kann. Manche sprechen auch von Ablaßhandel. Aber egal , ist eh alles verlogen. Lt. einer engl. Studie ist die Biolandwirtschaft weder ökologisch noch nachhaltiger , als die konv. Landwirtschaft. Das gleiche gilt auch für die Biodiversität. Schade , daß man hier in Deutschland solche Dinge nicht nacharbeitet , sondern immer ohne Grundlage behauptet und das von der Gesellschaft auch noch geglaubt wird. Hier muß ich eine Bringschuld der Medien kritisieren , die alles aus dem Ökobereich
    1 : 1 ohne Recherche übernehmen , weil die Medien es selber glauben und sich vorstellen können. Aber „Glaube“ heist nicht „Wissen“. Die Politik sollte in einem Industrie- und Exportland doch in diesen Dingen sorgfältiger Arbeiten und nicht mit Ideologien arbeiten, denn Zukunft liegt hier in Innovation und Fortschritt und nicht in rückwärtigen Denken.

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    • Obstbäuerin sagt

      Inzwischen gehört ein Großteil der Journalisten zum Biokundenstamm, Friedrich, da schreibt oder berichtet man nicht gegen seine eigene Überzeugung. Außerdem sitzen diese Bio-Multiplikatoren auch in den Schulen, im öffentlichen Dienst und in Kircheneinrichtungen sowieso. Das eigentliche Wunder ist, dass immer noch so viele Verbraucher immun sind gegen das Bio-Märchen.
      Meine persönlichen Erfahrungen mit dem WWF liegen schon 2 Jahre zurück. Da wurden vom WWF Werbekampagnen mit geschulten Jugendlichen auf der Straße direkt vor unserem Verkaufsstand durchgeführt, die ihre Message den Passanten äußerst aggressiv über geholfen haben. Wenn dann ein Passant die Mitgliedschaft oder Spendenbereitschaft unterschrieben hatte, führten sie einen gemeinsamen Freudentanz auf. Nachdem sehr viele Beschwerden bei der Stadt eingegangen waren, mussten sie das Feld räumen. Auffallend war auch, dass es sich um ausnahmslos sehr adrette junge Menschen handelte.
      Auch heute gilt noch, wenn ein Großwildjäger sich für Wildschutzgebiete engagiert, sollte man skeptisch sein.

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  4. Lieschen Müller sagt

    Im Grunde sagt er doch gar nichts. 10 Prozent mehr? Reicht es denn dann? Ist das ein angemessener Preis? Was ist mit dem ganzen Verpackungsmüll?

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  5. Auf der Milchpackung ist das Label des WWF zu sehen. Wenn es dem WWF wirklich ernst ist, dann müsste er sofort EDEKA untersagen, das Label zu verwenden. Tut er aber nicht, aus finanziellen Gründen. Auch hier gilt, wenns ums Geld geht ist sich jeder selbst der nächste. Das Geschwafel des Antwortbriefes ist eine peinliche Bestätigung dessen.

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  6. Kirsten Wosnitza sagt

    Jeder der sich ein wenig auskennt weiß, dass es sich gerade bei Edeka nicht um Mutter Theresa handelt.

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    • Bauer Willi sagt

      Es geht auch weniger um EDEKA…
      Oder wohin sollte der Kommentar zielen? Ich weiß auch, dass der LEH kein sozialer Verein ist…Ich bin ja nicht blöd… 😉
      Bauer Willi

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