Bauer Willi
Kommentare 109

Bio boomt, aber…

Den nachfolgende Artikel der ZEIT halte ich für sehr ausgewogen, wenn es um die Frage geht, wie sich der Ökolandbau weiter einwickeln wird.

https://www.zeit.de/2021/08/oekologische-landwirtschaft-biobranche-oekolandbau-umweltschutz-corona/komplettansicht

Im Text auch eine interessante Berechnung: wenn das Ziel der EU-Kommission nach 25% Bio-Anteil bis 2030 erreicht werden soll, so kostet dies alleine für Deutschland 1 Milliarde Euro.

Eine Komplettumstellung auf 100% Bio halten übrigens alle Experten „in absehbarer Zukunft lediglich für ein theoretisches Gedankenspiel“

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109 Kommentare

  1. Smarti sagt

    2-3 % der Einwohner von Deutschland werden es wahrscheinlich tatsächlich fertig bringen, die Landwirtschaft in diesem Land, so wie sie heute noch existiert, in den Ruin zu treiben. Sei es mit Verboten, mit dem Nicht-Bewilligen dringen benötigter Umbauten ( in den Ämtern werden pro-Landwirt eingestellte Leute geschasst und durch „Schützer“ ersetzt…). Oder weil sich zwar jeder Vollblut-Landwirt seine Nische sucht – aber auch diese längst nicht mehr sicher ist – sooo viele Nischen gibt es nicht.
    Wenn es wie jetzt gerade geschieht, zwar immer mehr Bio ( vor allem Fleisch ) produziert wird, aber der Absatz zu guten Preisen nicht steht.. Dann passiert folgendes: die Neuen Betriebe sind gross und können produzieren – die überrollen die früher typischen kleinen Bios ganz einfach – und bald sind fast alle Betriebe platt. Beziehungsweise haben – wenn sie gescheit sind, ihren Betrieb erstmal stillgelegt.
    Warum nicht mal was ganz Anderes machen: Es finden sich garantiert 10 % der Wähler von Deutschland, die sie dafür entscheiden, die Städte attraktiver zu machen indem alle Privatautos verbannt werden. Kaum Abgase mehr,weniger hochgiftiger Reifenabrieb, viel weniger Unfälle mit Autos. Die Kinder haben wieder Platz zum spielen, die Lebensqualität in den Städten steigt kräftig an und deshalb brauchen die Bewohner nicht mehr so oft „in’s Grüne bzw. in den Urlaub“ zu flüchten.
    Das ist was anderes ? Nein, auch die Natur in der Stadt – die Luft, das Wasser und die Insekten, Vögel und Säugetiere müssen geschützt werden. Und mit diesen Massnahmen nehmen wir keinem anderen Land die Nahrung weg.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Das machen sie in Wien gerade – gepusht von Corona: sie schaffen lebenswerte schön gestaltete Bereiche in der Stadt mit viel Grün und Sprühnebeln im Sommer gegen die Hitze, Plantschbecken etc. Eine Bekannte erzählt mir davon begeistert. Sie liebt es, in der Stadt zu wohnen und findet es auch unmöglich, nur aufs Land zu flüchten ohne sich für das zu interessieren, was man dort vorfindet.

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      • Ferkelhebamme sagt

        Und auf dem Land werden zig Hektar Grün zubetoniert, damit der Städter sein Planschbecken über Amazon ordern kann…

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    • Ferkelhebamme sagt

      Smarti, die Behörden-Hürde haben wir geschafft, viele graue Haare später haben wir heute beim Schlachter vorgefühlt, wie die Vermarktung aussehen könnte, falls wir Haltungsstufe 3, mit eigenen Ferkeln und eigenem Futter bieten können würden. Ja, möchte der Handel gerne haben, geboten wir ein 3-Jahres Vertrag (wenn es gut angenommen wird, vllt. irgendwann länger…), Risiko liegt einzig und voll beim Landwirt. Welcher industrielle Unternehmer investiert einen hohen sechsstelligen (derzeitiger Trend aufgrund steigender Baukosten eher zum siebenstellligen) Investitionsbetrag unter solchen Bedingungen?
      Bio wird es genauso gehen. Der Handel wird sich nicht verpflichten lassen, wird Bio nicht genügend angenommen, lässt der Handel es ganz schnell fallen, ohne selbst Nachteile zu haben. Die Branche wird dann noch etwas am Tropf des Staates kümmern, um dann elendig zu verrecken. Und dann?
      P.S.: In diesem Haltungsstufe 3 Programm sind Ebermast und Immunokastration nicht erlaubt. Sehr tierfreundlich…

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      • Seevers Reinhard sagt

        Ja, so einfach geht das nicht. Wenn es mit Vertrag nicht klappt, musst du vor den Geschäftsstellen von den Grünen, BUND, Greenpeace, NABU, PETA, WWF, usw. aufschlagen und sie daran erinnern, was sie als Zukunft der Tierhaltung vorgegeben haben. Sie werden dir nicht helfen…..das ist leider das Problem. Sie werden auf die fehlende Nachfrage verweisen, was sie vorher verneint hatten, wetten?

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      • Smarti sagt

        Ferkelhebamme, euer „Tagebuch“ hätte ich wirklich sehr gerne gelesen… das muss ein Massaker gewesen sein .) . Auch wenn sich noch keine richtige Lösung für die Schweinchen abzeichnet – diese Bewilligung ist irgendwann Gold wert – hat ja auch richtig gekostet.
        Jetzt habt ihr ja noch zwei bis drei Jahre Zeit zum Sondieren und danach kann man ja mal „anfangen“.. damit die Bewilligung nicht verfällt. Ich vermute, dass Schweinefleisch in wenigen Jahren ( viel zu ) knapp und damit auch teuer wird.
        Zum Glück habt Ihr genug Land fürs Futter.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Noch. Der Großteil ist Pachtland, zu Preisen, dass der Ackerbau sich noch rechnet. Doch die Grünen hier stoßen gerade PV auf Flächen an und in der Umgebung gibt es viele Großindustrielle, die gerade nicht wissen, wohin mit Ihrem Geld…

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      • sonnenblume sagt

        Das kommt mir sehr bekannt vor. Ähnliche Gespräche und Angebote hatten wir vor einigen Jahren auch. Ganz offensichtlich hat sich in den vergangenen Jahren in dem Bereich nichts verändert. Die Metzger dürfen sich nicht zu weit vom Angebot in den Discountern absetzen. Dann verlieren sie ihre Kundschaft. So viel zu den Beteuerungen um Regional, Qualität, Solidarität usw.

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        • Brötchen sagt

          Sonnenblume,

          die Metzger stehen auch in einem sehr sensiblen Bereich, was das Geschäft angeht.
          Zur Zeit ist alles was Party…..und Schule….kantine usw. bei fast Null.
          Wo die Geld verdienen!
          Soviel Tonnen rohes Fleisch kann kein LEH oder Metzger verkaufen, das sich das substantiell rechnet. Man rechne mal den Warenpreis in einer Kühltruhe zusammen was bei Aldi oder ähnlich so liegt. Das ist lächerlich.

          Also da werden die sicher sehr gute und langfristige Verträge abschliessen, ist ja klaro!

          Wenn Ihnen jemand sowas anbietet, Vorsicht! das ist extrem unseriös…..siehe oben!

          Achso die NRW ler sind ja für ihre Großzügigkeit in ihrer Lebensweise bekannt…..

          mir hat mal ein Eingeborener gesagt, man muss mit denen erstmal eine großen Sack Salz essen bevor da was geht..

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          • sonnenblume sagt

            Der letzte Satz war auf die Kunden bezogen. Wir hatten die Gespräche zu einer Zeit als das Geschäft eigentlich recht gut lief. Ich hätte jetzt vermutet, dass sich die Situation etwas verändert hätte. Aber dem ist wohl nicht so. Aktuell spielen Corona und eine unsichere Zukunft sicher auch eine Rolle.

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            • Brötchen sagt

              Ja vor ein paar Jahren haben die vorsichtig gesucht.

              Die schnuppern immer was geht, um rechtzeitig da zu sein, wenn das Geschäft wieder richtig losgeht.

              Deswegen mein Hinweis auf Haltungsstufe drei……die tut sich im Hintergrund was.

              Ich kenne Betriebe die haben sehr langfristige und recht gute Verträge für sowas…….

              Ist aber eben ein sensibles Geschäft muss man gucken.

              Beide Seiten müßten mit einem gewissen Risiko in Vorleistung gehen, dann könnte da schon was gehen.

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  2. Andi sagt

    @Gärtner
    „wir sind zuviele – muss angegangen werden.“
    Also überhaupt kein Problem. Würfeln wir oder wer entscheidet, wer leben darf oder nicht?
    Seien sie mir nicht böse, wer so etwas sagt, der denkt nur von 12Uhr bis Mittag. Aber wie gesagt, alles kein Problem.

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    • Thomas Apfel sagt

      Er könnte ja in seiner Familie anfangen abzuzählen. Das „Dezimieren“ bei Feigheit vor dem Feind bei den Römern traf halt auch nicht immer genau die Gewünschten. Das Leben ist halt nix für Feiglinge.

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  3. Frank Saalfeld sagt

    …so schön wie diese Artikel auch geschrieben sind und zeigen sie doch, dass Journalisten das Thema Biolandwirtschaft langsam auch mal kritischer und nicht mehr mit dem allumfassenden und allwissenden Grünschimmer belegen. Hier sollte aber der Leser nicht vergessen, auch solche Artikel mit einer gewissen Kritik zu betrachten. Vielleicht ist es niemandem aufgefallen, aber wie in vielen anderen pseudowissenschaftlichen Artikeln wird hier wieder nur mit relativen Zahlen gearbeitet. Prozente hier, Prozente da. Prozente von was? Das wäre die wichtige Frage. Es wird über Betriebe diskutiert, welche Betriebe? 75% der Biobetriebe in Deutschland sind Milchbetriebe mit Grünland und Futter. Jetzt sollte man mal rechnen was da übrig bleibt. Damit ist bestimmt der Handel nicht in der Lage, 15 – 20% mehr Biolebensmittel umzusetzen. Eine Reduzierung der Produktionsmenge durch Biolandwirtschaft, kann die EU (auch Deutschland) theoretisch ohne Probleme (na mal abwarten, wie die Coronakrise der EU noch zusetzt) durch internationale Zukäufe wettmachen. Problem ist da nur, dass es international gar nicht so viel Biolandwirtschaft gibt. Dazu gehört aber auch, dass die Preise deutlich steigen müssen und zwar über das gesamte Portfolio des LEH. Aber was passiert, wenn wir in Europa in eine gemeinsame finanzielle Krise rutschen? Wo spart der EU-Bürger zuerst???
    UND wie immer sieht die grüne Politik (hier auch die Journalisten) nur Deutschland, zwar mit Verweis auf die EU, aber dieser ist dort absolut irrelevant. Bleibt nur ein Blick auf tagesschau.de vom 14.04.2021: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/wwf-abholzung-eu-101.html
    Ach und noch was:
    …wieder einmal geht es in einigen Diskussionen, warum auch immer, um die Person Urs Niggli. Meine Meinung hierzu hatte ich schon mal dargelegt. Die Diskussion macht wenig Sinn, ich stehe weiterhin dazu, dass er der Einzige ist, der nicht realitätsfern ist.

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  4. Gärtner Christof sagt

    Hier in der Konvi-Blase liest man immer wieder das Gleiche. Einzig die Themen, die Bauer Willi vorgibt, ändern sich. Ohne in Whataboutismus zu verfallen: 1 Milliarde ist doch nicht viel – einige Milliarden kommen wahrscheinlich bald schon rein, wenn es die Grünen (mithilfe von Giegold) schaffen, die Steueroasen etwas zu verschließen – ich bin sicher: Geld ist genug da. Weniger Ertrag ist bei weniger Menschen auch kein Problem – wir sind einfach zu viele – muss angegangen werden. Phosphat ist auch bald alle – muss auch gelöst werden. Bei den Gärtnern ist der Ertragsunterschied nicht so riesig – gute Forschung für Bio täte auch der Landwirtschaft gut – es gibt kaum Gründe, warum überhaupt ein Ertragsunterschied nötig ist. Dass man viel Blödsinn und Öko-Träumereien findet, was die Begründung für hohen Bio-Anteil anbetrifft, bedeutet doch nicht, dass der Ansatz falsch ist. Bei 9,99 für Paprika verdienen die Beteiligten wenigstens noch was, ist doch schön. Man kann ja einfach nur die Hälfte davon essen – wem täte es nicht gut, nur die Hälfte zu essen?;)

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Richtig, man wirft den Bios Rigidität vor und ist selber um nichts besser.

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    • Brötchen sagt

      Ja Herr Gärtner der Ertragsunterschied ist ja auch nicht das Hauptproblem.

      Problem sind die Kosten!

      Für Tierhaltung kommt am Ende grob das gleiche Ergebnis raus, du hast nur weniger produziert und das Doppelte an Geld bewegt.

      Und das ins Horn tröten, das der Fleischkonsum sinken muss, ist eben auch kontraproduktiv, weil gerade ! Bio mehr Fleisch als Konvi essen müßte, weil mehr anfällt und auch Dinge die schwierig zu vermarkten sind.

      1 Mrd ist 1/8 der Förderung/ Aufwandsentschädigung die es jetzt schon gibt.

      Die Lw. hat ja dadurch nicht mehr Bruttowertschöpfung von der gesamten Wertschöpfung, die im Vergleich sowieso schon sehr niedrig im Vergleich ist.

      Und wenn das alles so attraktiv ist, müßten doch die Lw schlange stehen (tun sie ja teilweise auch)

      Gartenbau hat teilweise auch eine priviligierte Stellung, weil da guckt auch keiner, wo das Nitrat hingeht bei drei Ernten.

      Thema Stein und Glashaus……und wir reden jetzt noch nicht über Pflanzen, die noch nie Erde gesehen haben…..

      Ackerbau ist reines Transportgeschäft mit fünfmal schnell über den Acker fahren und dann kommen da ein paar Euro runter, für die sonst keiner aufstehen würde!
      Da hat der Gartenbau manchmal ganz andere Margen was Zierpflanzenabsatz betrifft usw….
      Was die an Energie verpulvern darüber redet auch noch keiner…..wieder Stein und Glashaus…

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    • Frank Saalfeld sagt

      „…Bei 9,99 für Paprika verdienen die Beteiligten wenigstens noch was…“ Das bezweifle ich aber. Der LEH macht nichts woran andere verdienen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Weniger Ertrag ist bei weniger Menschen auch kein Problem – wir sind einfach zu viele – muss angegangen werden“

      Ja, wer soll sterben? Wann sind wir wenige genug? Wo werden Menschen weniger? Kommen die Vielen dann zu den Wenigen, um mehr zu haben? Wenn es noch 50 JAhre dauert, was machen die deutschen Bauern bis dahin?
      Ich glaub mein Schwenin pfeift.

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      • Brötchen sagt

        Weniger Ertrag bei mehr Aufwand ist schon ein Problem.

        Zumal der mehr Aufwand qualitativ nochmal eine ganz andere Hausnummer ist, Stichwort Handarbeit…..

        Weniger Ertrag bei weniger Aufwand ginge ja noch.

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      • Schorsch Summerer sagt

        China hat es mit der EinKindkampagne probiert. Gewaltsam teilweise, auch mit Zwangsabtreibungen. Doch zeigen sich jetzt die Probleme die daraus entstehen. Viel zu viele Alte Menschen auf wenige junge Menschen. Auf einmal haperts mit der Versorgung der Rentner. Aber die jungen Chinesen wollen nicht mehr zurück zu mehr Kindern.

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    • Hallo Gärtner Christof,
      der Ertrag ist tatsächlich bei Gemüse im Speziellen ähnlich – mit ähnlichen Maßnahmen, die da sind Nährstoffinput wie Konvi (was abgefahren wird muß wieder rein!) und Vollschutz mit Plaste unten und Plaste oben und Bewässerung. Wer beim Pflanzenschutz nachlässsig ist hat selbstverständlich bei Bio die gleichen Probleme wie der Konvi auch. Im letzten Jahr hatten unsere Solawis die Kohlmottenlaus flächendeckend auf den Blättern der Kohlgewächse.
      Das Ganze hat nur mit Kreislauf und besser als was auch immer nichts zu tun.

      Rostepedemien beim Getreide bleiben auch im Bio Anbau aus, weil 96 % der Getreideflächen konventionell bewirtschaftet und nach Bedarf mit Fungizid behandelt werden (was ja im Bio-Anbau durchaus auch möglich ist).
      Das Problem mit den „zu vielen Menschen“ lehne ich ab überhaupt zu diskutieren. Da gabs in Deutschland und anderswo schon viele Verbrecher, die versucht haben das zu lösen. Diese Diskussion ist unterste Schublade !

      Ansonsten bezüglich der „Erfolge“ im Bio Bereich einfach die eigenen Daten des BÖLW und AMI Marktbilanz zur Brust nehmen – das sind die objektiven Zahlen über die Breite der Branche und die stagnieren in der Ertragshöhe seit 10 Jahren.

      +3
    • Reinhard Seevers sagt

      „Bei 9,99 für Paprika verdienen die Beteiligten wenigstens noch was, ist doch schön. Man kann ja einfach nur die Hälfte davon essen – wem täte es nicht gut, nur die Hälfte zu essen?;)“

      Genau Christof, hat man nicht genügend Brot, kann man ja auch Kuchen essen.
      FdH und IdR war schon in den 70er Jahren modern. Hat sich nur keiner dran gehalten, sonst bräuchten wir ja kein Bio zur Erziehung des Volkes. Erziehung zu „Weniger“ sollte dann in allen Bereichen des Lebens angestrebt werden, nicht nur bei den wenigen Erzeugern von Nahrung für die Mehrheit eines Volkes.

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    • Bauer Willi sagt

      @Lieber Gärtner
      „Hier in der Konvi-Blase“…Sie sind Bio-Bauer? Gärtner? Nein? Sie sind überhaupt kein Bauer sondern nur in „einer Initiative engagiert, die sich dafür einsetzt, dass…“?

      Ich war bei der Gründung des Ernährungsrat Köln dabei. 81 Teilnehmer, davon 5 Landwirte und 76 Personen, „die sich dafür einsetzen, dass“…

      Ihre Beiträge zur Lösung des Problems? Bevölkerungswachstum? Phosphat?
      Woher wissen Sie, dass der Biobauer bei 9,99 € etwas verdient? Und nicht die Spanne beim LEH steigt?

      Fragen über Fragen. Ich warte auf Antworten.

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    • fingerphilosoph sagt

      Ja, sicher: Geld ist genug da. Und wenn nicht, dann geben die Zentralbanken halt den Auftrag, die Druckerpressen noch schneller laufen zu lassen als sowieso schon. Wenn wir in einem Jahr 500 Milliarden Euro Schulden wegen Corona anhäufen, kommt es doch auf ein paar Milliarden für oder gegen die Landwirtschaft auch nicht mehr an. Das Geldvermögen ist von der Realwirtschaft doch sowieso längst abgekoppelt.
      Was soll der Geiz?

      Wenn man Geld, wie gesehen, problemlos in beliebige Impfstoffe umwandeln kann, kann man Geld sicher auch problemlos in Phosphat umwandeln.

      +1
  5. Ludwig sagt

    Unsere Ideologen verbreiten über Bio die tollsten Unwahrheiten. Mit Bio würde unsere Erde nur 2 Mrd. Menschen ernähren können. Die Ertragsschwankungen bei Feldfrüchten und in der Tierhaltung sind erheblich größer , weil man weniger Eingriffsmöglichkeiten hat. Mit weltweitem Bio würde die Armut und der Hunger erheblich steigen. Nur BIO wäre für 75% der Menschheit Selbstmord. Mit oder ohne BIO da gilt es immer abzuwägen , wobei ich der Ansicht bin , daß sich beide Modelle im laufe der Jahre durch neue Innovationen annähern werden. Durch die Genschere , wie jetzt bei den Coronaimpfstoffen , und andere Methoden
    in der Zukunft wird es da schon weitere Fortschritte geben. Das Problem sind da aber die Ideologen mit ihrem rückwärtsgewandten Blick, was jegliche Weiterendwicklung verhindert. Leider hat diese Sicht auch die Politik und damit die Gerichte . Doch wo das endet , daß erleben wir gerade in der Coronakrise. Alle Defizite unseres Staatswesens treten gerade mit aller Härte zu Tage und das Ende ist da noch nicht abzusehen. Das Ergebnis ist schon zu erleben, nämlich Wirtschaftsvernichtung, Währungsverfall und erste
    Stromfastblackouts. Wenn die Inflation in dieser Lage in Zukunft erheblich stärker werden sollte , dann reicht das Einkommen nur noch für die konv. Ware , denn wie soll ein Kurzarbeiter/Arbeitsloser usw. sich da noch a.o. was leisten können.

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  6. Wilhelm Harms sagt

    @ Thomas Apfel 🍎
    Danke, manchmal muß man eben genauer hinschauen und lesen wer was wann wo wie (und mir welcher Zielsetzung) untersucht hat !

    Was wissen die Menschen ?
    75% leben in größeren Städten in ihrem eigenen Dunstkreis.
    Ohne Navi finden die gerade mal den nächsten Mc Doof oder Burger Louis.
    – und die wissen wie Landwirtschaft besser geht ?????

    16 jährige dürfen wählen!
    Die haben eine Lehrergeneration (68er) vor sich (gehabt) die allein durch ihr Äußeres schon nichts vorbildhaftes hat, geschweige denn durch Können oder Wissen. Toleranz wird nur von den kritisierten Gruppen gefordert – selbst aber unfähig dazu.

    Lass die mal alle rankommen.
    MCPA lassen wir weg und dafür machen kollektives Diestelstechen.
    Getreide, Kartoffeln selektieren, Rüben und Mais hacken, Steine sammeln, Koppel dichtmachen, Knickpflege, Klauen schneiden, enthornen, Geburtshilfe . . .
    Da müssten alle mal wieder ran !
    Ein unfreiwilliges landwirtschaftliches Halbjahr könnte unsere verwöhnte dekadente Internetsesselpuppergesellschaft vlt. wieder erden !?

    Gestern Abend auf NDR SH:
    1945 Deutschland !
    Und nach einem Jahr Corona redet man bei heutigen Kids von geklauter Jugend ?

    Das gesellschaftliche Gedächtnis reicht gerade mal bis zur letzten Mahlzeit zurück – wenn überhaupt !

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Ja, ein freiwilliges Halbjahr könnte viel bewirken, aber nicht, wenn man den Leuten mit dieser Respektlosigkeit begegnet, wie sie aus diesem Posting spricht.

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    • Paulus sagt

      Ist schon klar Wilhelm Harms, und die Renitenten die für die LW nicht taugen, schicken
      wir wieder in den Pütt. Untertage, so mit Hammer und Schüppe werden denen schon die Flötentöne beigebracht.
      Die Dümmsten von denen ernennen wir dann zu Helden der Arbeit; das gab es im Osten ja schon einmal.
      Ich habe in meiner Kindheit und Jugend verdammt noch mal genug in den Runkeln gehackt, Kartoffeln aufgelesen und bis zum Umfallen Steine aufgesammelt.
      Holzschleppen mit einem Zossen konnte ich übrigens auch, allerdings nicht annähernd
      so gut wie mein Vater.
      Für meinen Werdegang, vielleicht in menschlicher aber nicht beruflicher Sicht erwiesen sich diese Erfahrungen nicht unbedingt als vorteilhaft. Da traf ich auf Konkurrenten, die waren eiskalt und hatten ganz was anderes auf der Pfeife. OK, ich wusste zum Glück nicht nur wie man Runkeln hackt.
      Speziell für die Bauern hier: als Runkeln bezeichnete man Futterrüben. 😉

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  7. Elisabeth Ertl sagt

    Man kann es natürlich so sehen, dass das Glas zu 90% leer ist, oder man kann darauf sehen, dass es sich füllt.
    Ich teile ja die Ansichten von Urs Niggli. Der berät ja auch unsere Landwirtschaftsministerin, und ich habe durchaus den Eindruck, dass das Wissen langsam ins Volk dringt.
    Die Leute wissen sehr wohl bereits, dass Bio in der Viehzucht viel wichtiger ist als im Ackerbau. Biomilch hat bei uns bereits einen Marktanteil von 20%, Biolebensmittel insgesamt 10%.
    Selbst in Bio-Musterländern wie Österreich und der Schweiz kann die Bio-Nachfrage teilweise mit inländischen Produkten gar nicht mehr gedeckt werden, in Ö. z.B. bei Bio-Rindfleisch.

    Die Gesellschaft will eine ökologischere Landwirtschaft.
    Und vor diesem Hintergrund verstehe ich nicht, warum hier in diesem Forum viele Konvi-Bauern den Ist-Zustand mit Zähnen und Klauen verteidigen. Warum stellt man sich nicht hin und fordert öffentlich wirksam von der Agrarchemie nebenwirkungsärmere Pestizide? Meines Wissens sind doch beispielsweise Forschungen in Richtung Glyphosat-Ersatz schon im Gang, und die Gefahr ist eher, dass durch die Verhärtung der Fronten und die Forderung von NGOs nach Pestizid-Totalverboten diese Forschung demotiviert wird. Indem man bessere Mittel fordert, setzt man sich in gewissem Maß mit den Gegnern ins selbe Boot.

    Dass Ökologisierung viel Geld kosten wird, ist ein Faktum, dem wir sowieso nicht auskommen. Die Aufbereitung nitratverseuchten Trinkwassers beispielsweise kostet jetzt schon sehr viel Geld, welches in die Lebensmittel nicht eingepreist ist, und die Leute wissen das.
    Dass eine biodiverse Land(wirt)schaft den Schädlingsdruck minimiert, kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Was man ins Volk bringen muss, ist dass ökologische Ausgleichsflächen auch bewirtschaftet sein müssen, nämlich als Weide, wie ja Herbert Nickel in seinem Vortrag betont; dass man mit Wildnis und unbewirtschafteten Streifen nicht weiter kommt.

    +1
    • Brötchen sagt

      „Die Leute wissen sehr wohl bereits, dass Bio in der Viehzucht viel wichtiger ist als im Ackerbau.“

      Ohne Futter keine Viehzucht!

      Die Leute wissen gar nichts!

      +4
      • Elisabeth Ertl sagt

        Nun, bei uns findet Viehzucht vorwiegend in den Alpen statt – als Weidewirtschaft mit minimalem Kraftfutter-Einsatz. Das wissen die Leute schon.

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        • Brötchen sagt

          Achso die Almwirtschaft ernährt Österreich interessant!

          Nur mal Klartext:

          Einen großen Laufstall in der Milchproduktion umzustellen auf Bio….kostet etwas Weide und eben die Futtergrundlage umzustellen, ansonsten ist es der gleiche Stall wie Konvi.

          Eine Mutterkuhhaltung , die leichteste Übung und mit den Produkten können andere AUT zusch………

          Eine Hähnchenmast hängt auch nur ein wenig am Platz aber vor allem am Futter und den Kosten, die damit verbunden sind.

          Bei Legehenne ebenfalls das gleiche, ist auch das einzige was sich in Bio richtig gut rechnet.

          Schwieriger ist Pute und Schwein….letzteres aber auch nicht unmöglich und hängt auch hauptsächlich an den Futterkosten.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Der BIO-Schweinefleisch-Anteil ist bei uns auch unter der Wahrnehmungsgrenze, dafür nimmt der Konsum von Schweinefleisch insgesamt ab, eben v. a. bei den Bio-Freaks. Die Leute sind nicht so blöd, wie ihr sie immer hinstellt.

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            • Brötchen sagt

              Frau Ertl!

              Der Fingerphilosoph hat die Ursachen bzw. die Marktentwicklung Fleisch sehr gut beschrieben. Dem stimme ich voll zu!

              Und Thomas Apfel wird nicht müde die Hintergründe Bio und Koni zu beleuchten.

              Was ist nun so besonders schlau daran, genau im Gegensatz dieser Tatsachen zu handeln.

              Die Welt und erwachsenes Handeln ist sehr widersprüchlich das muss man erstmal verstehen.
              Als Bio Freak zeigen manche aber, das sie manches nicht richtig verstehen.

              Will das nicht als blöd bezeichen.

              Nennen sie es teilweise Ersatzrelegion, Kompensation für psychische „Defizite“ oder sonste was.

              Der Hardcorebiokäufer ist jung , weibl., wohnt in der Stadt und isst so gut wie kein Fleisch.

              Der Konviliebhaber, fährt Pickup 5 l, hat Flanellhemd an und schmeißt zum Feierabend eine halbe Kuh auf den Grill und hat ne Motorsäge am Gürtel. 😉

              Meine ganze Familie gehört zur ersten Kategorie, ich weiß schon, von was ich rede.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Im Jahr 2019 betrug der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch in Deutschland durchschnittlich 47,3 Kilogramm, wovon etwa 34,1 Kilogramm für den menschlichen Verzehr bestimmt waren.

              Im Berichtsjahr 2019 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch in Österreich rund 51,7 Kilogramm. Bei Fleisch und Innereien liegt der Selbstversorgungsgrad bei 109 Prozent was bedeutet, dass Österreich mehr Fleisch erzeugte, als es selbst verbrauchte.

              Das wäre immer noch 4,4 Kg mehr als in Deutschland.
              Wo lesen sie eine höhere Intelligenz der Österreicher heraus?

              +3
              • Elisabeth Ertl sagt

                Ja – wir Österreicher sind leider noch immer Fleischkonsum-Weltmeister. Hat wohl auch damit zu tun, dass wir als Älpler immer eine Viehzüchternation waen.
                Ich rede von den Bio-Konsumenten.
                Die kaufen zu 20% Bio-Milch und zu 3% Bio-Schwein. Jetzt könnte ich – ein wenig unseriös, weil ich es ja nicht beweisen kann – daraus ableiten, dass der Biokonsument wünscht, dass der Anteil der Schweine in Zukunft im Vergleich zu Rindern nur ein Siebentel betragen soll bzw. sich zu Gunsten von Weiderindern sehr stark verringern soll. Dann ginge sich aber die Fütterung der Schweine mit Nebenprodukten des Bio-Ackerbaus locker aus.

                0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Jaaa, geile Korrelation-Kausalitätsdenke! 😄
                  Das wende ich auf Autos an: 3% kaufen Porsche, jetzt leite ich ab, dass der Anteil Porsche zu VW nur ein Siebtel betragen, und sich zu gunsten von Ferrari stark verringern sollte.
                  Dann wäre auch genug Sprit für die verbleibenden Autofahrer da!

                  Isset nich geil! Hurra, hurra, hurra!

                  +5
                • Brötchen sagt

                  Die Össis sind eben besonders schlau……deshalb haben die ja auch den Urs als Messias….

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                • Obstbäuerin sagt

                  Oder der Biokonsument beteiligt sich an den 51,7 % konventionellem Schweinefleischverzehr, Frau Ertl. Das wäre einfach logischer. Abziehen muss man natürlich die 1-2 % Vegetarier und Veganer.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch ist in Ö. in den letzten Jahren jedenfalls – wenn auch von einem sehr hohen Niveau – deutlich zurückgegangen – spricht eben eher für meine These.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Der Schweinefleischkonsum geht doch in Deutschland auch zurück!

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                • Brötchen sagt

                  Frau Ertl wir haben 3 Mio mehr Einwohner bekommen.

                  Fast die Hälfte von Österreich offiziell.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Der Schweinefleischverzehr ist zurückgegangen, dafür ist der Zigarettenkonsum gestiegen….
                  „Beim Expertenhearing im Parlament zum „Don’t Smoke“-Volksbegehren wurde klar: Österreich ist das einzige OECD-Land, in dem immer mehr Menschen rauchen. Überall sonst gibt es weniger Raucher.“

                  Was machen wir jetzt…da treibt einer den Teufel mit dem Belzebub aus, wie es scheint.
                  Mehr Bio und gleichzeitig mehr Teer und Nikotin? Also meine Korrelation-Kausalitätsdenke sagt mir, dass Biokonsum stresst und deshalb zu mehr Rauschmittel gegriffen wird…..😉

                  +3
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Wie ist denn das Verhältnis Biomilch/Bioschwein in Deutschland? Um einmal vom Ösi-Bashing wegzukommen.

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                • Brötchen sagt

                  Frau Ertl, was nutzt Ihnen die Zahl?

                  „Biomilch/Bioschwein in Deutschland“

                  Biomilch und Schweine nehmen die Verbände so gut wie keinen mehr auf.

                  Das ist ein reiner Vertragsmarkt, von hinten aufgezogen.

                  @Reinhard es gibt da auch eine Story aus Fr., da hat man wohl die Steuer erhöht…

                  Ergebnis war wohl, die sehr gut verdienenden haben ihren Konsum gedrosselt. Die untere Einkommensgruppe gesteigert!

                  Ist wohl schon etwas her.

                  +1
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Der Schweinefleischkonsum geht doch in Deutschland auch zurück!“

                  Ja wenn man die putzigen Tierchen seht, das geht aufs Gemüt.
                  deshalb entschließt man sich, nur noch Chicken Nuggets zu essen.

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              • Inga sagt

                Die Intelligenz- und Fleischverzehr Zusammenhang hört bei 100?% auf, Wenn nicht bei unter 100 eingeführt wird.

                Aber die Zunahme des Schweinefleischverzehres hat eher mit Corona zu tun. Weil mehr zu Hause gekocht wird, wird mehr Schweinefleisch verkonsumiert.

                Die Restaurants verarbeiten lieber Rindfleisch.

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        • erndlsepp sagt

          Ich war letztes Jahr auf einer Gemeinschaftsalm in Tirol,da fährt der Kraftfutter-LKW
          auf 1500m Höhe. Nach meiner Schätzung liegt die Grundfutterleistung bei 60%,der Rest kommt vom Kraftfutter.

          +2
          • Elisabeth Ertl sagt

            Das kritisiere ich auch. Aber immerhin sind bereits 60% der Bauern in Salzburg Bio, die tun das nicht.

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            • Arnold Krämer sagt

              Frau Ertl:
              „…….60% der Bauern in Salzburg Bio, die tun das nicht“.
              Woher wissen Sie das? Gibt es unter Bio-Bauern keine schwarzen Schafe? Geht mit der „richtigen“ Gesinnung immer auch tadelloses Verhalten einher?
              Frau Ertl, ich glaube, sie sind mittlerweile ein wenig übereifrig beim Kommentieren von Bio-Themen hier im Blog.

              Die „Konvis“ hier im Blog wehren sich doch nur gegen den missionarischen Eifer der Bio-Szene und den „alleinseligmachenden“ Anspruch, der zunehmende Unterstützung in der Politik findet, ohne dass die Marktsignale das rechtfertigen. Das wiederum ist ein Indiz, dass sich die Politik mehr und mehr von dem Erfolgsmodell unserer Volkswirtschaft verabschiedet. So werden wir auf Dauer alle gesund/gesünder? und arm.

              +5
              • Reinhard Seevers sagt

                „Die „Konvis“ hier im Blog wehren sich doch nur gegen den missionarischen Eifer der Bio-Szene und den „alleinseligmachenden“ Anspruch, …“

                Dabei bin ich gar kein Konvi-Landwirt und arbeite sogar mit allen Ökoformen dieses Landes zusammen….am Ende steht bei allen Kunden/Bauherren immer die Frage des Ertrages in Form von Euros.
                Es ist in meinen Augen aber unredlich, wenn Medien, LEH und Politik den Eindruck erwecken, dass es nur noch Bio gäbe, und nur diese noch der finanziellen Unterstützung bedarf.
                Wenn die Mehrheit weiterhin in einem strengen Rechtsrahmen unter einem hohen Lohnniveau und hohen Produktionskosten die Mehrheit der Bürger ernähren soll, dann kann man ihnen das Geld zwar verwehren, muss sich aber auch nicht wundern, wenn es nur noch ganz wenige ganz große player geben wird. Damit sind dann alle vollmundigen Behauptungen und Forderungen nach Erhalt der lieblichen bäuerlichen Strukturen ad absurdum geführt und die Heuchelei entlarvt.
                Mir ist es egal, ich kaufe weiterhin beim REWE ein…..😎

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Ein Problem ist, dass es keinen passenden Kurzbegriff gibt für „eine ökologischere konventionelle und eine ertragreichere Biolandwirtschaft“ Ich werde in Zukunft statt Biolandwirtschaft also „Urs-Niggli-Landwirtschaft“ schreiben. Und wie auch in dem obigen Artikel angeführt, bedeutet das in den Alpen im Wesentlichen Bio, drum gibt es dort so viel, nicht weil dort bessere Menschen wohnen als in der Magdeburger Börde.
                Schwarze Schafe sind halt schon ein Totschlagargument, Herr Krämer.
                Das Problem ist, dass es in den Alpen noch viel schwieriger ist als anderswo, aus der Fläche finanziell etwas heraus zu wirtschaften. Das bringt die einen dazu, Kraftfutter auf die Almen zu karren und damit die letzten Reste biodiverser Weidelandschaft zu zerstören, und die anderen dazu, in der Not Bio-Förderung in Anspruch zu nehmen, obwohl sie gar keine arrondierten Weideflächen haben, weil sie dachten, Almweide im Sommer genügt, und das auch von der Landwirtschaftskammer so gesagt bekamen. Letzteres ist jetzt von der EU abgedreht worden, und die Betroffenen bleiben auf ihren Investitionskosten sitzen und müssen wieder konventionell vermarkten. Die kann man halt, wenn man will, „schwarze Schafe“ nennen.
                Kraftfutter auf Almen karren ist viel Aufwand, und so ein Konvi würde gern drauf verzichten, wenn es sich finanziell ausginge. Denn das bringt weder der Ernährungssicherheit der Menschheit noch der Lebensmittelqualität noch der Ökologie etwas.
                Man treibt jetzt, anders als früher, reine Fleischrassen auf, denen schon der Bauer selber lieber nicht zu nahe kommt, weil es auch unten im Laufstall dazu keinen Grund mehr gibt, weil diese Rassen einen besonders ausgeprägten Mutterinstinkt haben und weil sie auch noch besonders kräftig sind. Die Konflikte mit dem Tourismus liegen also auch nicht nur in der Verblödung der Wanderer allein. Sorry, ich kann in dieser Situation kein „Erfolgsmodell unserer Volkswirtschaft“ mehr erkennen.
                Was schlagen Sie im Sinne Ihres Erfolgsmodells vor? Die Alpen Wildnis werden lassen? Damit noch etwas weniger produziert wird auf dem Planeten?

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                • Arnold Krämer sagt

                  1. “ …..eine ökologischere konventionelle und eine ertragreichere Biolandwirtschaft“
                  Ich sehe, dass die konv. Landwirtschaft in den letzten 30 Jahren deutlich ökologischer geworden ist. Die Fakten werden aber nicht kommuniziert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf (im Sinne der Anklage). Das die Biolandwirtschaft (natural) ertragreicher geworden ist, erkenne ich nicht.
                  2. „Was schlagen Sie im Sinne Ihres Erfolgsmodells vor? Die Alpen Wildnis werden lassen? Damit noch etwas weniger produziert wird auf dem Planeten?“
                  Landwirtschaft in den Alpen ist vor allem Nebenerwerbslandwirtschaft, die direkt oder indirekt vom Tourismus lebt. Ich kenne das von meinen Ernteeinsätzen auf 1400 Meter Meereshöhe in Südtirol. Die harte Arbeit tun sich folgende Generationen oft nicht mehr an. Die nicht mehr genutzten Bergwiesen und Weiden werden wieder zuwachsen.

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                • Brötchen sagt

                  Sachsen-Anhalt hat ca. 105 000 ha ökologisch bewirtschaftete Flächen…….nur mal so in den Ring geworfen

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Kommt darauf an, was man unter „ökologischer“ versteht. Die Substanzen sind weniger giftig, Pestizide generell weniger geworden, mehr Humusaufbau hat stattgefunden und die Fruchtfolgen sind vielfältiger geworden. Aber die Biodiversität ist geringer als je zuvor und die Ästhetik der Landschaft, deren Bedeutung Nickel mit Recht hervorhebt, ist weitgehend verloren gegangen. Es fällt ja auch auf, dass – im Unterschied zu den NGOs – Wissenschafter wie Werner Kunz und Herbert Nickel in den Pestiziden nicht mehr die Hauptursache des Artensterbens sehen, auch wenn es da immer noch Baustellen gibt, sondern im Lebensraumverlust.
                  Dass biologischer Ackerbau ertragreicher werden muss, ist eine berechtigte, aber neue Forderung, weil es zunehmend um globale Ernährungssicherheit geht, und weil extensiver Bio-Ackerbau nicht mehr, wie noch in den 1970er Jahren, der Biodiversität besser dient als konventioneller. Meiner Meinung nach muss es hier sowieso eine Konvergenz und ein Ende der Grabenkämpfe geben, die ich in Österreich auch viel weniger stark wahrnehme als in diesem Forum.
                  Aber von der großen Bedeutung der extensiven Weideflächen für die Biodiversität bin ich zutiefst überzeugt. Und da wäre es ein verantwortungsloser Anachronismus, die Bergweiden einem angeblichen Erfolgsmodell der Volkswirtschaft zu opfern, das die Gesellschaft ausdrücklich nicht mehr will. Dieses Modell wird sowieso gerade von der Corona-Krise zu Grabe getragen. Es fällt den Direktvermarktern auf, dass es jetzt oft diejenigen sind, die viel Geld verloren haben, die zu den teuren Bioprodukten greifen – eben weil sie verstanden haben, dass nachhaltige Ernährung eine viel höhere Bedeutung hat und viel mehr Raum in ihrem Konsum einnehmen sollte, als ihnen bislang bewusst war. Diese Entwicklung wird anhalten, auch wenn der Lockdown vorbei ist, dessen bin ich sicher, (im Unterschied zur Reisetätigkeit, die wiederkehren wird). Drum finde ich es jetzt auch so wichtig, dass Leute wie Urs Niggli den Anachronismus aufzeigen, der im überkommenen Bio-Konzept liegt. Jedenfalls kämpfen bei uns verschiedene Akteure in und außerhalb der Landwirtschaft wie die Löwen um den Erhalt der alpinen Landwirtschaft, und die Chancen stehen besser als noch vor wenigen Jahren.

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                • firedragon sagt

                  Grabenkämpfe, Frau Ertl?
                  Können Sie nicht wissen, wir haben im Betrieb Getreide, welches nicht gegen Unkraut gespritzt wird. Ich fahre da, je nach Wetter, diese oder nächste Woche mit dem Striegel drüber und werde diese Überfahrt wiederholen müssen.
                  Ich hoffe, die Bodenbrüter haben noch nicht mit der Eiablage begonnen.
                  Im Weinberg verhält es sich ähnlich. In den Mauselöchern haben sich Hummeln eingenistet. Das Unkraut dort, wird ebenfalls mechanisch entfernt.
                  Sie sehen, wir nähern uns „Bio“ an, was nicht bedeutet, es überlebt dadurch mehr.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Wer will bei der alpinen Landwirtschaft was ändern?

                  Jegliche Düngung und ein Einsatz von punktuellem Herbizideinsatz wäre jenseits der Rentabilität.

                  Verstehe wirklich ihren Einsatz für die Alpine Landwirtschaft nicht, weil niemand diese Art ändern ,will und kann.
                  Das Problem ist die Wirtschaftlichkeit, wenn da nicht entgegengesteuert wird, wird sich die Gastronomie noch wundern, auch die Lawinengefahr wird sich stark erhöhen.
                  Übrigens, von der Ästhetik der Landschaft, wie der Bürger es will, kann der Bauer nicht einmal seine Krankenkasse bezahlen.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Wenn die Bergbauern auch noch über den Tourismus was hereinbekommen wollen, dann leben sie vor allem von der Ästhetik, letztendlich auch als Bauern.

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      • Stadtmensch sagt

        „Die Leute wissen gar nichts!“

        Eine Milliarde Umsatz nur mit Imidacloprid. So wie es in der Doku rauskam liefert ausschließlich der Hersteller die Studien, deren Methodik nur dem BfR offen gelegt wird. Die Öffentlichkeit muss dann wohl dem BfR vertrauen. Kritische Nebenbei-Erkenntnisse werden vom Hersteller stets unter den Tisch gekehrt, weil nicht Bestandteil der Versuchsanordnung:

        https://www.zdf.de/dokumentation/3sat-wissenschaftdoku/210408-boedenburnout-wido-104.html

        Da rennen sie dem Gelde nach und kippen immer mehr Chemie in die Landschaft, statt mal dicke Bretter zu bohren und einen alternativen Pflanzenschutz oder ein besseres Anbausystem zu entwickeln. Naja, was willste machen, wenn die Anleger um ihre Rendite bangen.

        Ich frage mich echt, wer sich hier ständig vor Angst in die Hosen macht.

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          • Brötchen sagt

            Ausserdem hast Du was verpasst, wir scheffeln jetzt wirklich Rendite….sag nur Photovoltiakmafia 😉

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        • Thomas Apfel sagt

          Thiacloprid als wichtigstes Neonic im Obst und Raps wurde 2020 mit Anwendungsverbot belegt, obwohl Studien des Institutes für Bienenschutz in Braunschweig (und eben nicht nur des BfR) es für Bienen als völlig unbedenklich ansehen. Wir haben dieses Jahr Maikäfer Flugjahr und das wird heftig (2 bis 7 Engerlinge pro Spatenstich im vorigen Jahr). Thiacloprid war der einzige Nützlingsschonende Wirkstoff, der eine gewisse Wirkung auf die adulten Käfer hat.
          Jetzt muss auf Karate und Exirel zurückgeriffen werden. Das eine (Karate) mit fataler Wirkung auf Raubmilben (ähnlich Spruzit im Bio Anbau) zieht garantiert 2 Akarizid-Behandlungen nach sich. Das andere (Exirel) ist ein B1 Mittel (Bienengefährlich) mit absolut breiter Totschlagwirkung,(allerdings mit kurzer Karrenzzeit und wenig Rückstand).
          Die ganzen Bestrebungen aus dem Integrierten Anbau, Nützlinge zu schonen und dadurch weniger Insektizide einzusetzen, werden so ad absurdum geführt.
          Imidacloprid (Confidor mit B1 Einstufung) wurde im IP Obstbau kaum eingesetzt und ist als Beize Bienenungefährlich. Entgegen den Behauptungen in „Bodenbornout“, ist der Verdünnungseffekt in der wachsenden Pflanze so groß, dass Bienen z.B. im Raps absolut nie gefährdet waren. Das gleiche gilt für den behaupteten Effekt auf die Umgebungsfauna der Produktionsflächen. Da kann ich als Intensiver Neonic-Anwender sofort den Gegenbeweis hinsichtlich der Biodiversität in unseren Randstrukturen antreten (jetzt 6 Jahre lang erfasst).

          Aber egal für den heiligen Zweck Bio-Erweiterung ist keine Lüge zu frech oder zu dämlich, dass sie nicht verleumdend angewendet wird.

          +8
          • Mark sagt

            Es gibt eine neue Studie (Doktorarbeit) in Göttingen ( bei Prof.Tscharntke), in der angeblich bei Bienen, die auf Neonic (Clothianidin) gebeitzten Raps trafen, eine niedrigere Reproduktionsleistung zeigten. Mir kommt die Studie etwas seltsam vor, vielleicht auch deshalb, weil Tscharntke im Spiel ist.

            https://doi.org/10.1111/ele.13683

            +1
            • Thomas Apfel sagt

              Da gibts in Berlin den Neurologen Randolf Menzel, der sich auf Bienen (als Hobby) spezialisiert hat. Der hat tolle Aufnahmen mit Minikameras auf den Bienen gemacht. Als die Bienen von diesem „50 kg Rucksack“ erschöpft liegen blieben, waren es natürlich die Neonic´s.
              Er hat mit einem Taem von Jungbiologen dann Neonics ins Bienenfutter gemischt und entsprechende erwartete Wirkungen dokumentiert.
              Auf meine Nachfrage, wie denn im Versuch diese geringen Aufwandmengen der Praxisanwendung (100 g/ha) freilandkonform für das „Bienenfutter“ dosiert wurden, blieb man mir mit hochrotem Kopf die Antwort schuldig.
              Auch in diesem Bereich ist sehr viel heiße Luft und frech Lüge unterwegs !

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      • Inga sagt

        Die wissen auch nicht wie das Fleisch vom Stall auf den Teller kommt!

        Fühlen sich deswegen auch nicht beleidigt!
        das liegt doch an ihrer Bildung, oder?

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Dass Ökologisierung viel Geld kosten wird, ist ein Faktum, dem wir sowieso nicht auskommen. Die Aufbereitung nitratverseuchten Trinkwassers beispielsweise kostet jetzt schon sehr viel Geld, welches in die Lebensmittel nicht eingepreist ist, und die Leute wissen das.“

      Nennst du bitte EIN Wasserwerk, in dem das der Fall ist?

      +7
      • Elisabeth Ertl sagt

        Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland hat vor ein paar Jahren beim EU – Gerichtshof eine Klage eingereicht und gewonnen, weil ihm aus der Senkung des Nitratgehalts unter den Grenzwert zusätzliche Kosten erwachsen waren und das Landwirtschaftsministerium sich geweigert hatte, die Bauern in die Pflicht zu nehmen:
        https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf;jsessionid=CA89AED1E948366D309DDF8A226F0007?text=&docid=218620&pageIndex=0&doclang=DE&mode=lst&dir=&occ=first&part=1&cid=1296631
        Dort heißt es:
        „Art. 288 AEUV sowie Art. 5 Abs. 4 und 5 und Anhang I Punkt A Nr. 2 der Richtlinie 91/676/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen sind dahin auszulegen, dass, sofern die Ableitung von Stickstoffverbindungen aus landwirtschaftlichen Quellen erheblich zur Verunreinigung des betroffenen Grundwassers beiträgt, natürliche und juristische Personen wie die Beschwerdeführer des Ausgangsverfahrens von den zuständigen nationalen Behörden verlangen können müssen, dass diese ein bestehendes Aktionsprogramm ändern oder zusätzliche Maßnahmen oder verstärkte Aktionen gemäß Art. 5 Abs. 5 dieser Richtlinie erlassen, solange der Nitratgehalt im Grundwasser ohne solche Maßnahmen an einer oder mehreren Messstellen im Sinne des Art. 5 Abs. 6 der Richtlinie 50 mg/l überschreitet oder zu überschreiten droht.“
        Die burgenländische Regierung (SPÖ-Landeshauptmann) hat sich daraufhin zum Ziel gesetzt, die burgenländische Landwirtschaft bis 2050 zu 100% auf Bio umzustellen.
        Ich sag jetzt nicht, dass es gescheit ist, im Burgenland 100% Bio zu haben. Aber dass man das Thema Nitrat nicht mehr übergehen kann, ist trotzdem klar.

        0
        • Reinhard Seevers sagt

          Elisabeth, ichkenne hier kein Wasserwerk, dass damit Probleme hätte…ok, ich kenne nicht alle Wasserwerk, nur die Verbreitung von zukünftigen Ängsten, die man ja mal vorsichtshalber raushauen kann, um dann Gesetze für Bauern zu fordern.
          Ich habe vor Jahren mal einen Beitrag kopiert, und stelle ihn immer wieder gerne ein zu dem Thema:
          “ Der Beitrag von Dr.-Ing. Bernhard
          Hörsgen, dem Präsidenten des DVGW
          und Vorstand der Gelsenwasser AG, reflektierte
          die Lösungsansätze bei der
          Trinkwasseraufbereitung…..

          Gewässerschutz sei oft erst mit der
          Angst der Bürger um ihr Trinkwasser
          durchsetz- und finanzierbar, so Hörsgen.
          Bei technologisch hoch entwickelten
          „Wasserfabriken“ nehme zwar der Druck
          auf den Gewässerschutz ab, aber die
          Störanfälligkeit des Aufbereitungsprozesses
          steige.“

          Ergo, wenn man Menschen genug Angst macht, den Verursacher schon mal vorkonfektioniert, dann hat man Schuldige und gleichzeitig den Zahlenden….

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Die Kläger im Burgenland hatten definitiv zu viel Nitrat im Grundwasser. Die Wasserwerke mussten aufwändige Verbundsysteme schaffen, um das Wasser zu mischen.
            Ich glaub euch ja gern, dass eure Messnetze nicht repräsentativ und die daraus abgeleiteten Maßnahmen nicht zweckmäßig sind. Aber dass es solche Nitratprobleme nur in Österreich gibt und bei euch nicht, das kann ich nur schwer glauben.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Wenn es Wasserwerke geben sollte, die aufgrund von Nitrat aus der Landwirtschaft bereits Nitrat rausfiltern müssen, dann wäre hier der Teufel los.
              Ich kenne Gebiete, da wird verschnitten, ja.
              Die Filterbranche legt schon mal nach, indem sie behauptet, dass die WHO 25mg/l anstrebt…damit lässt sich doch irgendwann mal Geld verdienen …verdammt noch mal, muss doch irgendwann mal funzen.
              https://www.schaller-wti.de/inhalt/Nitratentfernung/

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            • Brötchen sagt

              Burgenland hat

              6000 Schafe
              40000 Schweine
              1100 Ziegen
              22 tsd Rinder
              350 tsd Geflügel
              7000 ha Weinbau
              43 Tsd ha Weizenanbau
              24 Tsd ha Mais

              Weiß nicht was die da machen.

              Könnte mir eher vorstellen, das da eher eine Belastung über den Ackerbau als über die Viehhaltung kommt und das mit speziellen Grundwasserleitern zu tun hat.

              Oder es hat überhaupt nichts mit der Lw zu tun oder nur wenig

              +3
              • Brötchen sagt

                Ja und kriegen das Ihre geistig überlegenen Familienbetriebe nicht hin?

                Wo klemmt da sie Säge oder sind da auch schon die bösen Großkonzerne am Werke, vorzugsweise aus D. ? 😉

                +3
          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich hab ja geschrieben, dass die burgenländische Landesregierung darauf reagiert, indem sie langfristig 100% Bio umsetzen will. Wobei ich selber ja gar nicht für 100% Bio bin.

            0
      • Mark sagt

        „Dass eine biodiverse Land(wirt)schaft den Schädlingsdruck minimiert, kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen.“ Auch das ist ein, welches einer realitischen Betrachtung nicht standhält…

        0
        • Thomas Apfel sagt

          Je diverser, desto schwerer beherrschbar, ist nicht nur meine Erfahrung. Blühstreifen zwischen Obstbäumen erhöhen die Biodiversität, sind aber auch heiß geliebt von Wanzen und Kirschessigfliegen. Deshalb gehört selbige (die Biodeversität) in die nicht genutzte Umgebung und die Randbereiche, die natürlich auch da sein müssen. Da wir vielerorts ganz schön „auf Kante gebügelt“.

          Ich habe gerade die „Wissenssynthese für das Maßnahmeprogramm Insektenschutz Brandenburg“ zugeschickt bekommen. Da sind in den Quellen alle versammelt, über Krefeld und Randolf Menzel. Erarbeitet von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde ohne Beteiligung der konventionellen Landwirtschaft.
          Ist ein reines Unterstützungsheft (245 Seiten) in Richtung Komplettumstellung auf Öko. Besonders belustigend ist die, bei egal welchen Maßhahmen, permanente Feststellung: „Zielkonflikte = keine“ und „Naturschutzfachliche Beratung – kostenlos“.
          Das ist eine einzige große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die vielen (überflüssigen) Absolventen dieser Einrichtung.

          +1
          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich halte von dieser künstlichen Biodiversität auch nichts. Ich krieg immer irgendwo Blumenwiesensamen geschenkt und weiß nicht, wo ich sie aussäen soll, weil
            1) bei uns eh eine hohe Vielfalt herrscht auf den Magerwiesen und Weiden und
            2) erfahrungsgemäß solche Pflanzen, die es hier noch nicht gab, in ein oder zwei Jahren wieder verschwunden sind.
            Wenn, dann soll man zwischendrin eigene Flächen gestalten wie hier – so eine Art Freilandzoo: https://vorarlberg.orf.at/stories/3096628/
            Das ist das, was Prof. Kunz vorschlägt.
            Beweidete Ausgleichsflächen, wie sie Nickel vorschlägt, als Inseln im Ackerbaugebiet, das finde ich auch überzeugend.
            Unsere beweideten Steilhänge, teils Streuobstwiesen, neigen ja zum Zuwachsen mit Rosen, Brombeeren, Schlehen etc. , und wenn man entscheidet, was wirklich stört und man entfernt, und was man tolerieren kann, dann entsteht ganz von selber eine biodiverse Landschaft. Unser Besucher letzthin war total fasziniert von den vielen Vögeln, die es bei uns gibt. Unten am Talboden sind die intensiven konventionellen Mais- Soja- und Kürbisfelder des Nachbarn, mittendrin ein Fischteich und gegenüber am Schatthang der Mischwald. Ich finde das perfekt.
            Seit unsere paar Hühner rund um den Hausgarten laufen und im Winter drin kratzen dürfen, haben wir keine Schnecken mehr – im großen Stil schwer umsetzbar, ich weiß.

            0
    • Elisabeth Ertl sagt

      Interessant übrigens, dass die Schweizer Ökologie-Initiativen keine Verlängerung des Gentechnik-Verbotes fordern.

      0
    • firedragon sagt

      Und vor diesem Hintergrund verstehe ich nicht, warum hier in diesem Forum viele Konvi-Bauern den Ist-Zustand mit Zähnen und Klauen verteidigen

      Frau Ertl,
      verstehen Sie es wirklich nicht?!
      Jedes Jahr ist anders, es gibt sogar Jahre und Kulturen, da muß tatsächlich kein PSM Einsatz stattfinden.
      Es gibt aber auch Jahre, da ist man froh drum, PSM einsetzen zu können, sonst wird NIX geerntet oder das Zeugs ist so mit Scheißdreck verbaut, dass es nicht für die menschliche Ernährung taugt und noch nicht mal für Viehfutter.
      Ich verstehe nicht, warum Sie und Menschen, die noch extremer als Ie drauf sind, das nicht verstehen wollen – ökologisch dort, wo immer es für den Einzelbetrieb möglich ist, nennt sich Eigenverantwortung. Funktioniert aber nur, wenn ich die Möglichkeit habe, verschiedene „Werkzeuge“ nutzen zu können.

      Die Entwicklung von neuen PSM ist teuer. Zulassungsverfahren sehr aufwendig.

      +4
        • firedragon sagt

          Brötchen, mir scheint, der Urs ist ein Halbgott … vielleicht muss ich den lesen, um das Großeganze endlich zu verstehen.

          0
          • Brötchen sagt

            Drachen, es ist natürlich nicht so fein einer Dame gegenüber so gemein zu sein 😉
            Entschuldigung Frau Ertl….macht eben nur Spass…..ist ja sonst alles ernst genug.

            Ich war ja schon des öfteren in der Schweiz und hab da auch einen sehr geschätzten Kollegen und die machen da auch ganz tolle Sachen (ehrlich).
            Man sollte das nur realistisch und unter die gegebenen Bedingungen einordnen.
            Also lieber Urs alles top, aber eben alles nicht so einfach.

            Mach ja auch so ein wenig Bio und find das auch gut, aber ist eben alles nicht so einfach….

            Und wenn die Bio käufer denn so schlau wären, müssten die wie die Guppys Fleisch kaufen, machen sie aber nicht.

            0
            • firedragon sagt

              Ich entschuldige mich bei den Damen dieser Welt, für meine Gemeinheiten … Frau Ertl, falls es Sie beruhig, der Urs liegt bei mir im Wohnzimmer rum und ich lese den.

              0
  8. Thomas Apfel sagt

    Es ist in der Recherche wieder der gleiche Müll wie immer. Die Erträge sind nicht 16 bis 20 sondern 40 bis 60 % niedriger. Der Hinweis „Bio Erträge weltweit“ bezieht sich auf die vor einigen Jahren erschienene Berkeley-Studie (von jungen „veganenen“ Wissenschaftlerinnen erstellt). Diese wird vom BÖLW und Prinz Löwenherz immer wieder gern verwendet. Sie ist aber schlicht unbrauchbar, weil sie „Birnen mit Pflaumen vergleicht“. Es ist eine Metastudie, bei der speziell für den tropischen Bereich Vergleiche aus dem Bereich der kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaft herangezogen werden. Auf einem tropischen ausgelaugten Ferrosol der ohne Einsatz von modernen Methoden „konventionell“ bewirtschaftet wird, ist jede Form von Bio mit Mist und Kompostgaben ertragreicher als das „konventionell, was da betrachtet wird.
    Mit der Lebensmittelverschwendung ist das, wie schon so oft gesagt, ähnlich, das Einsparpotential in Europa liegt bei 4 – 8 % der verbrauchten (gekauften) Lebensmittel.
    Man muss schon diese ehrlichen Zahlen verwenden und nicht ständig mit selektiven Halbwahrheiten und Lügen ein Trug- und Wunschbild befeuern, das so nicht umsetzbar ist. Diese Herangehensweise behindert vor allem die Suche nach echten Lösungen. Dogmen ließen sich auf Dauer noch nie mit der Wirklichkeit in Einklang bringen, weil die Wirklichkeit davon unbeeindruckt nach objektiven Gesetzen funktioniert !!!

    +13
  9. Reinhard Seevers sagt

    Das kg Bio-Paprika aus Spanien kostet heute bei unserem REWE 9,99€/kg…..nun frage ich mich, wie sich das eine Familie mit Kindern leisten können soll.
    Wenn Geld in der Biofrage keine Rolle spielt, dann ist alles möglich. Leider wird die Zukunft anders aussehen und wir werden evtl. darüber diskutieren, wie man einen Großteil des Volkes so ruhig hält, dass keine Revolte entsteht. Noch sind alle blauäugig unterwegs und meinen, dass es immer weitergeht mit Wohlstand und Prosperität.
    Schaun mer mal.

    +11
    • Bauer Willi sagt

      Also, was schimpft ihr immer so?
      Bei unserem REWE gibt es heute Erdbeeren aus Spanien für 2,22 €uronen.
      Pro Kilogramm = 1000 g.

      Für das Geld sind die auch noch hierhin gefahren worden. Aus Almeria…

      Wer hat die gepflückt? Marokkanische Wanderarbeiter…

      Wer kauft die? Deutsche, Österreicher, Schweizer…wären ja auch blöd, wenn sie es nicht täten. Dafür kann es niemand selbst machen.

      Ende des Sarkasmus

      Natürlich kein Bio. Muss ja billig sein.

      +1
    • Elisabeth Ertl sagt

      Das haben jetzt in der Corona-Krise viele kapiert, dass es nicht mehr so weiter geht mit Wohlstand und Prosperität.
      Wenn man sagt, man wolle Bio kaufen, auch für mehr Geld, und greift dann wieder zum Billigsten, heißt das für mich, dass man offen wäre für vorgegebene höhere Preise – jedenfalls wenn man die Sozialtransfers so anpasst, dass es sich ausgeht. Freiwillig zahlen setzt halt überdurchschnittliche persönliche Stärke voraus, deshalb tut das nur eine Minderheit.
      Dass die Leute bereit sind zum Verzicht, wenn sie den Sinn verstehen, haben für mich die ersten Lockdowns bewiesen. (Dass es jetzt kippt, liegt eben daran, dass man die Verhältnismäßigkeit nicht mehr sieht.)

      +1
      • Reinhard Seevers sagt

        Vielleicht zahlt die Mehrheit eben nicht mehr, weil sie den Unsinn versteht?
        Wer soll denn das Geld für den Sozialtransfer erwirtschaften?
        Im Moment erkenne ich, dass alle Bereiche der Wohlstandsgesellschaft den Bach runtergehen, die ausschließlich für die Bespaßung zuständig sind. Die Luftfahrtbranche, der Tourismus, die Nobelyacht-Bauer, die Kulturschaffenden,…..da muss man doch fragen, ob das jetzt nicht der wirkliche Weg hin zu wirklicher Systemrelevanz ist und endlich erkannt wird, was wirklich notwendig ist, und was lediglich Müll produziert und Ressourcen verschwendet. Die Wahrheit über die Dekadenzgesellschaft spricht man nicht aus, man stellt lediglich Ansprüche an die Aufrechterhaltung. Dazu gehört auch Bio für Gutbetuchte, und weniger Nahrung für den Rest. Das gibt langfristig Ärger.

        +5
        • Elisabeth Ertl sagt

          Ökologisierung ist kein Luxus. Ob das Bio im herkömmlichen Sinn sein soll, ist ja eine andere Frage.

          0
          • Obstbäuerin sagt

            Solange für diese Form der Landwirtschaft, die eh mehr Fläche benötigt, auch noch Ackerfläche in Afrika verbraucht wird, um dort „Biopestizide“ zu produzieren, ist und bleibt das eine Luxusangelegenheit. Und wenn weniger Fleisch gegessen werden soll, muss ja mehr Obst und Gemüse auf den Teller. Die Produktion von Bio-Obst und Bio-Gemüse geht jedoch ohne Pflanzenschutz nicht. Und wenn die Produktion hier auf 100 % hochgefahren wird – dann dort auch.

            +2
        • Brötchen sagt

          „Vielleicht zahlt die Mehrheit eben nicht mehr, weil sie den Unsinn versteht?“

          Genau der Spruch die Leute sind nicht so doof, wie manche annehmen, könnte hier sogar stimmen. 😉

          Argumente fielen mir da einige ein.

          +1
      • firedragon sagt

        Dass die Leute bereit sind zum Verzicht, wenn sie den Sinn verstehen, haben für mich die ersten Lockdowns bewiesen. (Dass es jetzt kippt, liegt eben daran, dass man die Verhältnismäßigkeit nicht mehr sieht.)

        Frau Ertl, ich will nicht unhöflich sein, aber Sie sind auf dem verkehrten Dampfer … die Regierungen haben ihre Bevölkerung zu Verzicht verdonnert.

        +2
        • Brötchen sagt

          „Dass die Leute bereit sind zum Verzicht, wenn sie den Sinn verstehen,…“

          Das ist genau die sozialistische Logik…..man muss die Leute nur zu ihrem Glück zwingen und bist du nicht willig brauch ich Gewalt….

          Das Problem ist nur wer! definiert das Glück und ist das Glück für jeden gleich.

          Alles tausend mal ausprobiert und jedes mal gescheitert.

          +5
      • Karl Timme sagt

        „Freiwillig zahlen setzt halt überdurchschnittliche persönliche Stärke voraus, deshalb tut das nur eine Minderheit.“

        80% der Bevölkerung sind überdurchschnittlich persönlich Schwach???
        Welche Dekadenz!!

        0
  10. Brötchen sagt

    Das ist so nicht richtig:

    “ Nutztieren dürfen keine Antibiotika verabreicht werden. “

    zu Krankheitsbehandlung ist das erlaubt, glaube max. 2 mal.

    Bei Legehennen sind die dann 14 Tage mal nicht Bio.

    Bei Bio muss man das Kleingedruckte lesen und nachfragen, am besten vor Ort.

    +3

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