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Bio besser? Oder nicht?

Bio gut, konventionell schlecht? Hier ein Analyse die mit der Erkenntnis endet: „Jenseits des simplen Schwarz-Weiß-Schemas von „bio“ versus „konventionell“ geht es darum, jene Praktiken zu kombinieren, die der Umwelt am meisten nutzen.“ Damit könnten sich doch eigentlich beide Produktionsrichtungen anfreunden, oder?

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41 Kommentare

    • Gast sagt

      Zitat eines guten Beitrages zum Fall in der Süddeutschen, der den Unterschied zu Bio klar macht und erklärt warum, bzw. wo Bio besser ist: „Wie Medikamente in Biobetrieben eingesetzt werden?

      Selbst wenn viele Verbraucher das in ihrer Sehnsucht nach einer heilen Landwirtschaft nicht wahrhaben wollten. Gleichwohl, und das ist zentral für Brunnbauer, sind die Unterschiede zur konventionellen Landwirtschaft gravierend.

      Gerade bei den Antibiotika. „Ganz klar: Alle amtlich zugelassenen Antibiotika sind auch in Bio-Betrieben erlaubt“, sagt der Tierarzt und Ingolstädter Umweltreferent Rupert Ebner. „Aber es steht fest, dass sie auf ihnen ungleich seltener eingesetzt werden als in der konventionellen Haltung.“ Und erst, wenn alle alternativen Methoden versagt haben. Außerdem dürfen Biobauern immer nur einzelne erkrankte Schweine gezielt behandeln und nicht – wie ihre konventionellen Kollegen – präventiv ganze Gruppen.

      Der wohl gravierendste Punkt aber ist für den Tierarzt, dass Antibiotika auf Biohöfen „zu 99 Prozent bei ganz jungen Ferkeln eingesetzt werden, die starke Durchfälle haben oder an Atemwegserkrankungen leiden und denen sonst nichts mehr hilft“. In der konventionellen Schweinehaltung hingegen würden vor allem Masttiere damit behandelt.
      Mehr Platz für Schweine in Biobetrieben

      Ähnlich sind die Unterschiede bei den Haltungsbedingungen. Natürlich sind die Schweine-Bestände von Biobauern sehr viel kleiner als die ihrer konventionellen Kollegen. Selbst ein großer Bio-Betrieb wie Herrmannsdorfer liegt im Zahlen-Vergleich zu konventionellen Mästern mit seinen 600 Tieren an der untersten Grenze. Außerdem haben die Tiere in der Biohaltung deutlich mehr Platz, sie dürfen raus an die frische Luft, sich suhlen und herumwühlen – alles also, was Schweine lieben. Die Anbindehaltung – also dass ein Tier im Stall fixiert wird – ist tabu.

      Einzige Ausnahme ist die Zeit rund um die Geburt der Ferkel. „Ganz klar: Da ist die Haltung der Muttersauen in Kastenständen auch auf Biohöfen erlaubt“, sagt Hubert Heigl, Vizechef der Landesvereinigung ökologischer Landbau (LVÖ) und selbst Ferkelerzeuger. „Wenn auch nur wenige Tage rund um die Geburt der Ferkel.“

      Auch Heigl hat auf seinem Hof sogenannte Abferkel-Boxen eingerichtet, in denen die Sauen viel mehr Platz haben. Heigls Erfahrung: Es geht ohne Kastenstände, „und zwar richtig gut“.“

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    • Stadtmensch sagt

      Hallo Piet,
      ich möchte nicht ins Lagerdenken verfallen, aber bei dieser Auftragsstudie von
      Supporters HFFA: BASF SE, Bayer CropScience, E.ON, KWS Seed, Nestlé
      vermute auch ich pseudowissenschaftliche Propaganda. Wie kann man denn Verlust an Biodiversität (also Schwächung des Ökosystems)
      ins Verhältnis zum Ertrag setzen? Verlust ist Verlust. Danach muss der Mensch alle Ökosystemleistungen selbst erbringen.
      Weltweit sieht man, dass er dies aus wirtschaftlichen Gründen leider nicht tun kann und einfach weiter zieht ins nächste „unverbrauchte“ Ressort.
      Und ob es Nestlé wirklich um das Wohl der Menschen geht, dazu könnten wir mal Jean Ziegler befragen.

      Zitat UBA:
      „Die Zahl der Betriebe sowie die bewirtschaftete Fläche des Ökologischen Landbaus haben in den letzten Jahren langsam, aber stetig zugenommen.
      2014 betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche 6,3 %“

      Es bringt nicht, immer nur Auftragsstudien zu lesen.
      Manchmal muss es auch ein Buch oder etwas anderes sein. Stichwort „extinction vortex“ oder Aussterbestrudel.

      Der Verlust der genetischen Varietät bei Nutzpflanzen ist gewollt und verschafft uns neben hohen Erträgen
      eine ebenfalls stark eingeschränkte Varietät der Produkte. Auch ich sehe große Potentiale in der Nutzung der Gentechnologie als Ergänzung zu klassischen Züchtungsmethoden,
      aber Öko-Betriebe, die alte Landsorten kultivieren und erhalten, zu verdrängen, halte ich für töricht.

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      • Schweinebauer Piet sagt

        Hallo Stadtmensch, es ist meiner Meinung nach das Ergebnis entscheidend! Da ist es doch egal wer die Studie in Auftrag gegeben hat. Jeder wer will kann ja das Gegenteil beweisen!

        Der Verlust an Artenvielfalt wurde untersucht. Das Ziel der Produktion ist es doch, so viel zu produzieren, dass alle was haben, also nimmt man logischerweise die Menge.

        Wo ist jetzt der Denkfehler? ??

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        • Stadtmensch sagt

          Das Ziel der Produktion muss Nachhaltigkeit sein. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass fossile Energie nicht endlos zur Verfügung steht bzw. nicht weiter genutzt werden kann.

          Hier ein Zitat aus:
          http://www.welt-ernaehrung.de/wp-content/uploads/2014/09/32_34_Clausing.pdf

          „Daraus ergibt sich in der intensiven Landwirtschaft ein Aufwand von zehn Kilokalorien und mehr, um eine Kilokalorie Nahrung zu erzeugen.
          Im Gegensatz dazu verzichten in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft die Bauern auf den Einsatz von Agrochemikalien und schwerer Technik und erzielen durch agrarökologische Methoden gute Erträge.“

          Man kann eben nicht mehr rausholen, als die Natur freiwillig gibt oder mit anderen Worten: ohne Kreislaufwirtschaft gehts nicht dauerhaft und wir bringen seit Beginn des 20. Jahrhunderts so ziemlich alles irreversibel durcheinander. Aber was solls, der Mensch bequemt sich meist erst, wenn es ungemütlich wird. Das Kind ist schon längts in den Brunnen gefallen. Wir können jetzt weiter Party machen und wetten, ob der Harald Welzer recht behält:
          http://www.sueddeutsche.de/wissen/klimakriege-gewalt-als-loesung-1.203242

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          • Schweinebauer Piet sagt

            Vermisst habe bei dieser Darstellung, dass wir die Erde ernähren wollen und wenn wir bei Bioproduktion einiges wenige produzieren ist das schon schwierig.

            Mit der Energie ist der jetzige deutsche Weg bestimmt auch zu überdenken. Moderne Atomkraftwerke hinterlassen als ein Beispiel keinen Atommüll, hierüber müsste dann auch nachgedacht werden. Dann wäre es mit dem Dünger nicht das Problem

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  1. Schweinebauer Piet sagt

    Schöner Artikel! Dann hoffe ich mal, dass ihn viele lesen und jeder Bauer auf seine Weise vernünftig produziert!

    Super, dann brauchen wir uns auch nicht zu streiten und vermitteln das auch dem Verbraucher!

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