Autor: Bauer Willi

Weidepflicht für Bio-Rinder

Ab 2026 müssen Kühe laut EU-Vorgabe auf der Weide stehen, wenn die Milch weiter als „Bio“ gelten soll. 316 Ökobauern sind deswegen in Bayern schon ausgestiegen. Hier ein paar Zitate aus top agrar: Bislang konnten Ökobauern in Bayern Biomilch erzeugen, auch wenn ihre Kühe nur auf den Auslauf statt auf die Weide kamen. Doch das ist ab 2026 vorbei, dann müssen die Kühe Weidezugang haben. Das gilt für Öko-Milch- und Mastbetriebe. Wer das nicht nachweisen kann, hat nun ein Problem und muss aus der Bio-Landwirtschaft aussteigen, berichtet der Bayerische Rundfunk. https://www.topagrar.com/rind/news/eu-weidepflicht-fur-biorinder-treibt-viele-bayerische-milchbauern-in-die-aufgabe-20020626.html? Der Druck aus dem Berufsstand auf das Münchner Landwirtschaftsministerium wächst. Die Interessengemeinschaft „Kein Zwang zur Weide“ sieht durchaus noch Spielraum in der Definition von Weide. Sie hoffen nun auf Klärung durch den Europäischen Gerichtshof, was genau die Definition von „bio“ ist und ob fehlender Weidezugang nicht durch Maßnahmen wie frisches Gras als Futter und Auslauf unter freiem Himmel kompensiert werden kann. Wie ist eure Meinung? Soll es eine befristete Ausnahmeregelung geben oder muss das Gesetz so umgesetzt werden?

Bauernproteste in Brüssel: Interview im Kontrafunk

Das Portal „Kontrafunk“ hat mich am 18.12.2925 zu den Bauernprotesten befragt. Ich habe Achim Winter rund 10 Minuten Rede und Antwort gestanden. Wenn mich ARD, ZDF oder andere Medien darum gebeten hätten, hätte ich auch diesen zur Verfügung gestanden. Das Interview beginnt nach etwa 4 Minuten. https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/18-20/18-20-live-2025-12-18 Ich bin gespannt auf die Kommentare. Es handelt sich – wie immer – um meine persönliche Meinung.

Wenn Wissenschaft instrumentalisiert wird…

Was wissen Sie über Usbekistan? Ehrlicherweise vermutlich nicht viel und so geht es mir auch. Dieses Land spielt aber eine bisher unterschätzte Rolle in der Klimadebatte. https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/beyond-the-obvious-die-angstfalle-der-klimadebatte/100154823.html Es geht um eine Studie, in der die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimas auf die Weltwirtschaft berechnet wurden. Es stellte sich nun heraus, dass sich dort ein Fehler eingeschlichen hatte. Hier ein Zitat: „Mittlerweile steht fest, dass die Studie fundamental fehlerhaft ist. So wurden beispielsweise anomaliebehaftete BIP-Daten aus Usbekistan verwendet. Durch eine fehlerhafte Umrechnung – Marktwechselkurs statt Kaufkraftparität – erhielten diese Daten einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Gesamtergebnisse und verzerrten die Prognosen weltweit. Das führte zu den eingangs erwähnten extrem hohen Schätzungen für wirtschaftliche Verluste (19 Prozent bis 2050, gar 62 Prozent bis 2100) durch den Klimawandel. Nachdem die Werte aus Usbekistan korrigiert wurden, sanken diese Werte dramatisch auf sechs Prozent und auf 23 Prozent.“ Was ich damit sagen will: in der Wissenschaft können bereits geringe Änderungen der Ausgangsdaten zu fundamental anderen Ergebnissen führen. Wir kennen diesen Effekt aus der Wettervorhersage: mehr als drei Tage lässt sich das …

Gentechnik durch die Hintertür?

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Matthias Miersch, fordert eine klare Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/verbraucher/id_101044630/eu-lockert-gentechnik-regeln-spd-fordert-kennzeichnung-.html Auf dem Portal t-online wird er so zitiert: „“Neue Züchtungstechniken können Chancen bieten. Aber eines bleibt für mich unverrückbar: Die Menschen wollen wissen, was sie essen. Wenn Gentechnik im Spiel ist, muss das auch draufstehen.“  Gegen diesen Einwand spricht vom Prinzip her nichts. Allerdings meint Herr Miersch mit der Kennzeichnung auch die Neuen Züchtungstechniken, die durch CRISPR/Cas9 erst möglich geworden sind. Richtig ist aber, dass auch die bisherige Mutationszüchtung durch radiaaktive Bestrahlung oder Auslösung von Mutationen durch Chemikalien Gentechnik sind. Diese Züchtungsmethoden werden seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt, werden aber nicht gekennzeichnet. Der Grund: sie finden eine so breite Anwendung, dass nahezu jedes Lebensmittel als „mit Gentechnik“ gekennzeichnet werden müsste. Auf der Seite „transgen.de“ werden die Lebensmittel/Zusatzstoffe aufgeführt, die wir heute schon auf dem Teller haben ohne das sie gekennzeichnet werden: „Beispiele für solche mit Hilfe von gv-Mikroorganismen herstellte Zusatzstoffe dafür sind etwa die Aminosäure Cystein, welche die Verarbeitung von Backwaren verbessert, der Süßstoff Aspartam, der Geschmacksverstärker Glutamat oder die Vitamine …

Humus: wer hat mehr?

Das Thünen-Institut hat untersucht, ob es einen Unterschied im Humusgehalt bei konventionellen und biologisch bewirtschafteten Flächen gibt. Ergebnis: es gibt keinen Unterschied. https://www.agrarticker.de/nachrichten/detail/bewirtschaftungsart-hat-keinen-einfluss/ Hier ein Zitat aus der Studie: „In dieser Studie wurden zwei unabhängige großflächige Bodenbestandsdatensätze (2159 und 811 Standorte) analysiert, darunter sowohl ökologische als auch konventionelle Anbauflächen in Deutschland. Unterschiede in SOC aufgrund pädoklimatischer Bedingungen zwischen den Standorten wurden mit einem zufälligen Waldmodell korrigiert. Croplands unter biologischem Anbau wies weder einen höheren SOC-Gehalt noch höhere SOC-Bestände auf als solche in der konventionellen Landwirtschaft in beiden Datensätzen.“(SOC= soil organic carbon, also vergleichbar mit Humus) Folgenden Satz in der Zusammenfassung finde ich bemerkenswert: „Unsere Ergebnisse stellen die bisherige Wahrnehmung in Frage, dass der ökologische Landbau SOC aufbaut.“ Das heißt also, dass die subjektive Wahrnehmung durch faktische Untersuchungsergebnisse widerlegt wurden. Als Gründe wird vermutet, dass die geringe Menge an Ernterückstände und eine geringere Nährstoffverfügbarkeit im Bio-Landbau zu diesem Ergebnis geführt haben. Entscheidend für den Gehalt an Humus ist daher im wesentlichen der Betriebsleiter und nicht das Bewirtschaftungssystem. Wer die ganze Studie lesen will, hier der Link: …

Abschmelzen des Grönland-Eis und Phytoplankton

Diese Meldung wurde 2013 vom „Spiegel“ gebracht. Der erste Satz daraus: „Wenn das Eis taut, gedeiht das Leben: In Grönland haben Forscher entdeckt, dass mit Gletscher-Schmelzwasser im Sommer weitaus mehr Eisenpartikel als gedacht ins Meer gespült werden. Der Stoff wirkt als Dünger für eine erstaunliche Algenblüte.“ https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/groenland-schmelzwasser-der-gletscher-bringt-naehrstoffe-ins-meer-a-888004.html 2016 haben Forscher herausgefunden, dass das Schmelzen von Eisbergen ebenso positiv für das Phytoplankton und für die CO2-Bindung ist https://www.deutschlandfunk.de/klimawandel-eisberge-als-naehrstofflieferanten-100.html „Der südliche Ozean spielt eine relativ große Rolle bei der Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Denn er ist sehr groß und sehr kalt, das Kohlendioxid kann sich also gut im Wasser lösen. Normalerweise ist er allerdings nicht sehr produktiv, denn hier fehlen die Nährstoffe für ein starkes Phytoplanktonwachstum. Gerade an Eisen mangelt es.“ Schmilzt also einer der großen Eisberge, bringt er genau die dringend benötigten Nährstoffe und kurbelt die Primärproduktion an. Durch die Klimaerwärmung werden die Eisschilde instabiler und immer mehr Eisberge brechen ab. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat ihre Zahl im südlichen Ozean um 5 Prozent zugenommen. Allen Klimaprognosen zufolge wird dieser Trend wahrscheinlich anhalten, …

„Der Green Deal ist gescheitert“ sagt die DLG

Vielleicht merken Sie es auch: Seit einigen Monaten verändern sich politische Diskussionen  in ihrer Richtung. Bestimmten bis dahin  vor allem eher Umwelt- und Klimathemen den öffentlichen Diskurs, so verlieren diese immer mehr an Bedeutung. Auch werden Strategien, die bisher die Politik bestimmten, nach und nach zurückgezogen. Wenn eine landwirtschaftliche Organisation wie die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft (DLG e.V.) ihren Präsidenten sagen lässt, dass der Green Deal gescheitert ist, dann dürfte das auch so sein. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/paetow-wie-ein-gescheiterter-green-deal-zum-neustart-wird-20020744.html? Den Grund dafür benennt Herr Paetow auch: Zitat: „Der Green Deal ist daran gescheitert, dass man die Aufgaben der Zukunft mit den Instrumenten der Vergangenheit bewältigen wollte. Ordnungsrechtliche Regulierung und starre Vorgaben ohne unternehmerische Gestaltungsoptionen, fehlende Innovationsoffenheit sowie die Vermischung der richtigen Ansätze mit ideologisch motivierten Projekten einzelner Gruppen haben zum Scheitern geführt.“ Er geht auch auf die Frage ein, warum auch die ZKL gescheitert ist: Zitat: „Die Ergebnisse der ZKL waren von Anfang an nicht geeignet, kurzfristig politische Wirksamkeit zu entfalten. Sie haben aber den Diskussions- und Lösungsraum im Bereich der Agrar- und Umweltpolitik nachhaltig geprägt. Die Leitlinien des Berichts …

Kommt eine neue Eiszeit?

Während die Medien nicht müde werden, auf die drohende Überhitzung der Erde hinzuweisen, könnte es für Europa ganz anders werden: der Stillstand des Golfstroms könnte dazu führen, dass es in Europa deutlich kälter wird. Und das nicht erst in ein paar tausend Jahren, sondern noch in diesem Jahrhundert. https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/europaeische-eiszeit-wieso-ein-kaelteeinbruch-wahrscheinlicher-denn-je-ist-accg-200335827.html? Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel: „Die neuen Zahlen, das sind die Ergebnisse aus 768 Risikoberechnungen mit 38 unterschiedlichen Klimamodellen der neuen Generation. Demnach käme es ohne Klimaschutzmaßnahmen in mehr als zwei Drittel der Kalkulationen im Laufe der nächsten Jahrzehnte zu einem nahezu völligen Zusammenbruch der Umwälzpumpe im Atlantik, der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC). Selbst bei einem Niedrigemissionsszenario, sprich: mit einem restriktiven klimapolitischen Kurs weltweit, belaufe sich das von den Modellen berechnete Risiko auf knapp 25 Prozent. Es geht, das muss betont werden, um einen nahezu vollständigen Zusammenbruch des Stromsystems nach 2100. Doch das wäre, so die Wissenschaftlergruppe um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und René van Westen vom Königlichen Wetterdienst der Niederlande, quasi der Endpunkt einer langen Entwicklung. „Entscheidend ist, dass die Tiefenkonvektion in …

Landwirtschaft und Katastrophenschutz

Katastrophenschutz? Was soll das Thema denn jetzt? Es ist ein Thema, dass leicht verdrängt wird, weil es unangenehm ist und Geld kostet. Wie Katastrophenschutz funktioniert, bzw. nicht funktioniert, konnte man nach dem 15. Juli 2021 an der Ahr und der Erft sehen. Die ersten Helfer, die vor Ort waren, waren die Landwirte mit ihrer Arbeitskraft, ihren Traktoren, ihren Maschinen und ihrer Zeit. Wenn es um schnelle Hilfe geht, will man zukünftig die Zusammenarbeit mit den Landwirten nutzen. So sagte ein Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes : „Die Landwirte muss man nicht erst holen, die sind schon da.“ https://www.agrarticker.de/nachrichten/detail/leuchttuerme-in-der-katastrophe/ Die Zusammenarbeit wird in einem neuen Projekt mit Namen „LuKaS“ bearbeitet. https://www.hswt.de/forschung/projekt/2687-lukas Landwirte können nicht nur Transportaufgaben übernehmen oder mit Frontladern Dinge bewegen, sie verfügen häufig auch über Notstromaggregate, die bei einem Stromausfall (aus welchen Gründen auch immer) schnell einsatzbereit sind. https://www.hef.tum.de/hef/aktuelles/nachrichten/details/article/zusammenarbeit-fuer-den-katastrophenschutz/ Katastrophenschutz und Landwirtschaft, ein Thema, dass auch einmal in die Öffentlichkeit gehört.      

Aktuell: Export-„Strategie“ des BMLEH

Gestern, 10.12.2025 hat der Bundeslandwirtschaftsminister seine Agrar-Export“strategie“ der Presse vorgestellt. Hier die Pressemitteilung: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/120-agrarexportstrategie.html Hier der Wortlaut der Agrarexportstrategie: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Agrarexportstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=6 Sie brauchen diese nicht in Gänze zu lesen, da rund 80% des Papieres eine Beschreibung des Zustandes ist und nur etwa drei Seiten darauf eingeht, wie die Politik den Agrarexport fördern will. Es sind 5 Punkte, die ich hier kurz kommentieren möchte. Wir stärken die Wettbewerbsfähigkeit: Die deutsche Wirtschaft braucht Luft zum Atmen. Je besser es gelingt, für Entlastungen zu sorgen und etwa Bürokratie abzubauen, desto mehr stärken wir die Wirtschaft. Daher unterstützt und flankiert das BMLEH die Ziele der Bundesregierung. Für den Bürokratieabbau wurde im BMLEH bereits eine eigene Stabstelle geschaffen. Bürokratieabbau um den Export zu fördern? Und das man dafür eine Stabsstelle geschaffen hat, ist keine besondere Leistung. Wir stellen die Strukturen im BMLEH neu auf: Wir wollen neue Märkte eröffnen – dafür stärken wir entsprechende Arbeitsbereiche. Es wird klare Ansprechpartner geben, die die Anliegen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft auf hoher politischer Ebene begleiten und unterstützen: Mit einer Exportkoordinatorin schaffen wir eine …