Autor: Bauer Willi

Doch kein Protest gegen Tönnies in Lorup

Ein Gastartikel von Arnold Krämer Clemens Tönnies, Inhaber des mittlerweile größten deutschen Schlachtunternehmens, auch mit einer Produktionsstätte im Emsland, war kürzlich auf Einladung der hiesigen CDU-Kreisverbände ins Emsland eingeladen. Er sollte über die Perspektiven der Veredelungswirtschaft in der Region referieren. Angesichts der aktuell desaströsen Schweinepreise hatte der LSV („Land schafft Verbindung“, zum DBV alternativer Berufsverband) zu lautstarken Protesten und Blockaden aufgerufen, weil man auch Clemens Tönnies für die Misere speziell im Schweinesektor verantwortlich macht. Rund 350 Landwirte und Vertreter aus dem wirtschaftlichen Umfeld waren der Einladung auf das Betriebsgelände der EZG Hümmling gefolgt. Außer einigen Pfiffen gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es aber keinerlei Proteste. Von blockierenden Schleppern war weit und breit nichts zu sehen. https://www.noz.de/lokales/werlte/artikel/warum-bauern-in-lorup-nicht-gegen-toennies-protestierten-51033727 So konnte C. Tönnies seine Sicht der Dinge vortragen und den Vorschlag für einen mit dem Berufsstand, den Schlachthöfen und dem LEH abgestimmten festen Halbjahrespreis für Schlachtschweine formulieren. Dieser ist mittlerweile von seinem Unternehmen weiter präzisiert worden. https://www.topagrar.com/schwein/news/tonnies-will-schweinepreise-stabilisieren-und-investitionen-absichern-20028232.html https://www.topagrar.com/schwein/news/neue-liefervertrage-tonnies-will-eigenen-schweinepreis-ansetzen-20028355.html Angesichts des Veranstaltungsverlaufs stellt sich grundsätzlich auch die Frage nach der Wirksamkeit von Protestaufrufen. So sollen jetzt die bekannten …

Bauernbashing, Klima, Verbände und Politik

Jürg Vollmer ist selbstständiger Agrarjournalist in der Schweiz, der sich kritisch mit allem auseinandersetzt, was rund um die Agrarbranche passiert. Ich habe seinen Newsletter abonniert, weil ich seine Texte für sehr lesenswert halte, auch wenn sie nicht jedem (Landwirt) gefallen könnten. Aber wer kann das schon. Im nachfolgenden Text geht es um Bauernbashing, Klima und Verbandspolitik. Und das in Deutschland, Österreich und der Schweiz. https://open.substack.com/pub/juergvollmer/p/trockenheit-bauern-bashing? Wie ist euer Kommentar? Hat er die Situation richtig beschrieben?

Selbstverständlich? Selbstverständlich!

Ich habe lange überlegt, ob ich etwas zum Engagement der Landwirte bei den Waldbränden in der Eifel und im Hohen Venn schreiben soll. Ein wenig haben die Medien je berichtet, aber meist nur in Interviews mit den Landwirten selbst. Was dabei vergessen wird: Es wird ja mit enormem Kapitaleinsatz gearbeitet. So ein Schlepper mit Wasserfass kann schon mal gut und gerne 300.000 € Neuwert kosten. Dazu kommen noch die Kosten für den Diesel und natürlich die Arbeitszeit. Die Kosten dafür werden meines Wissens von niemandem übernommen. Alles erfolgt ehrenamtlich. Für viele Landwirte vor Ort ist das selbstverständlich. Unser Sohn und ich waren bei der Ahrflut als Helfer dabei und haben sehr viele Berufskollegen und -kolleginnen dort getroffen, für die die Unterstützung der Mitbürger ebenso selbstverständlich war. Aber lesen Sie nun, was die LZ schreibt. Ich würde mir wünschen, dass dies auch von Medien außerhalb der Landwirtschaft übernehmen würden. https://www.lz-rheinland.de/nachricht/sie-sind-zur-stelle/

„Die Bauern sollen nicht so jammern“

Nachdem Herr Rukwied (Präsident des Deutschen Bauernverbandes) zur Situation in der Landwirtschaft wegen Hitze und Dürre befragt wurde und daraufhin mit der Forderung nach billigerem Diesel geantwortet hat, ging in den sogenannten Sozialen Medien so richtig die Post ab. Und dann kam natürlich sofort wieder der Satz: „Die Bauern sollen nicht so jammern, die kriegen doch Subventionen“. Dazu Folgendes: In Deutschland gehört Jammern zum Handwerk. Egal ob es der Bauer, der Lokführer (lange nichts mehr gehört), der Handwerker oder der Angestellte ist: alle jammern und sind unzufrieden. Sogar Beamte jammern. Wenn der Bauer jammert, sollten wir hingegen zufrieden sein, denn er ist noch da und macht seine Arbeit. Sorgen machen sollten wir uns erst, wenn keiner mehr aufs Feld fährt und für unser Essen sorgt. Es ist aber in der Tat eine schwierige Situation. Alle wollen regionale, perfekte Lebensmittel zu niedrigen Preisen, verlangen aber gleichzeitig Höchststandards beim Tier- und Umweltschutz. Und keiner will Zugeständnisse machen, wenn eines davon nicht geht. In der Regel entscheidet sich der Verbraucher gegen Tier- und Umweltschutz und für niedrige Preise. …

Zurück zur Natur?

Was wäre eigentlich, wenn wir die Landwirtschaft in Deutschland aufgeben und die Flächen sich selbst überlassen? Gäbe es dann mehr Biodiversität (gemeint ist die Anzahl der Arten) oder weniger? Die Antwort scheint auf den ersten Blick einfach zu sein. Gehen wir die Schritte im einzelnen durch: wer schon mal seinen Garten ein Jahr lang nicht bewirtschaftet, weiß, dass sich zuerst vor allem Gras, aber auch andere Pflanzen wie Disteln und Brennesseln die Fläche besiedeln. In relativer kurzer Zeit kommen später Gehölze dazu. Je nach Region, Bodenqualität und Klima sind es verschiedene Arten von Bäumen. In unserer Region sind es häufig Birken, anderswo Weiden oder Kiefern. Flächen, die diese Entwicklung durchmachen, nennt man Sukzessionsflächen. Die Phase der Sukzession dauert nur wenige Jahre bis Jahrzehnte. Zurück zur Natur Das, was heute Deutschland und früher Germanien war, war zur Zeit der Römer fast vollständig von Wald bedeckt. Es war überwiegend Laubwald mit Buchen und Eichen. Nun ist aber erwiesenermaßen die Biodiversität von Wald deutlich geringer als Flächen, die von Landwirten bewirtschaftet werden. Im Gegensatz zum Wald sind es …

Wer interessiert sich aktuell eigentlich für die Landwirtschaft?

Aktuell haben wir in Teilen von Deutschland eine fast schon historische Dürre. Besonders schwer betroffen sind das Rheinland, Rheinland-Pfalz aber auch Teile von Baden-Württemberg. In anderen Regionen hat es auch wenig geregnet und es war sehr heiß, so dass auch dort Einbußen in der Landwirtschaft zu verzeichnen sind, die aber bisher noch nicht so dramatisch ausfallen. In den Medien wird vor allem über niedrige Flusspegel berichtet und dass der Schiffsverkehr behindert ist. Dadurch könnte vieles teurer werden. Wie war denn nun die Ernte bisher? Der DRV hat dazu eine aktuelle Meldung herausgegeben. Fazit in Kürze: unter dem langjährigen Schnitt. 2026_08_13_PM-Ernteschätzung Die Versorgungssicherheit ist aber nicht gefährdet und Brot wird wegen der knappen Getreideernte auch nicht teurer. Vermutlich aber wohl wegen steigenden Kosten für Energie, Logistik oder Löhnen. Was sagt die Politik zu Hitze und Dürre? Alois Rainer (unser derzeitiger Agrarminister)  hatte angesichts der extremen Dürre und Trockenheit im August 2026 bei einer Almbegehung salopp geäußert: „Ich kann’s nicht regnen lassen, sonst tät ich’s machen.“ Freunde hat er sich damit nicht gemacht. Das Ministerium wird wie …

Red Farmer – Bauern helfen bei Wald- und Flächenbränden

Ich hatte bisher davon noch nichts gehört. Um was geht es: Feuerwehren fehlt im Einsatzfall bei Wald- und Flächenbränden oft eine ausreichend große Menge an Wasser oder sie ist erst nach dem Verlegen langer Schläuche möglich. Hier können Landwirte mit ihren Güllefässern helfen. Zur Koordination wurde ein App eingerichtet, die die Feuerwehren mit den Landwirten zusammenbringt. Wie geht das? Wer seine Fahrzeuge und landwirtschaftlichen Geräte zur Verfügung stellen will, muss sich zunächst im Red Farmer Portal registrieren. Dort ist eine Verwaltung der eigenen Ressourcen möglich. Feuerwehren und deren Leitstellen erhalten einen Zugang und können verfügbare Ressourcen sehen und anfordern. Das Angebot ist für beide Seiten freiwillig, eine Verpflichtung zur Unterstützung besteht für die Landwirte auch im Einsatzfall nicht! Ich finde das eine tolle Sache. Unterstützer sind unter anderem der Bayerische Bauernverband, der Bauernverband Schleswig-Holstein und der Verband der Maschinenringe. Hier finden Sie weitere Informationen: redfarmer.eu Hier ein Pressebericht: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/red-farmer-wie-landwirte-der-feuerwehr-helfen-mit-schwerem-geraet-und-wassermassen-100.html Vielleicht können ja auch weitere Verbände und landwirtschaftliche Medien diese Sache bekannt machen.  

10 mm Regen oder 10 mm Beregnung – der Unterschied

Ein Bekannter hat mich neulich gefragt, ob ich auch schon mal bemerkt hätte, dass der Rasen schneller grün würde, wenn es statt des Wassers aus der Wasserleitung die gleiche Menge Wasser als Regen fällt. Und ja, das habe ich schon mal beobachtet und es ist keine Einbildung. Ich habe mich schlau gemacht , warum das so ist. Obwohl 5 mm Wasser rechnerisch genau 5 Liter pro Quadratmeter entsprechen – egal ob aus dem Regner oder aus den Wolken –, unterscheidet sich die Wirkung auf den Rasen und den Boden spürbar. Dafür gibt es fünf wesentliche wissenschaftliche und praktische Gründe: 1. Wasserchemie und Nährstoffe Regenwasser ist leicht sauer: Regen hat natürlicherweise einen leicht sauren pH-Wert (ca. 5,5 bis 6,0), weil er Kohlendioxid aus der Luft aufnimmt. Rasen liebt diesen leicht sauren Bereich, da Nährstoffe im Boden dadurch ideal gelöst und von den Wurzeln aufgenommen werden können. Leitungswasser ist oft kalkhaltig: Leitungswasser hat meist einen höheren pH-Wert (7,0–8,5) und enthält viel Kalk (Calcium und Magnesium). Auf Dauer kann das den Boden alkalisch machen. Stickstoff-Bonus: Regen – besonders …

Dieser Toaster ist nichts für Bauernhöfe…

Wahrscheinlich werden Sie sich jetzt fragen, ob ich Sie veräppeln will. Warum schreibt Bauer Willi jetzt was über Toaster? Anlass war eine Mail einer Bekannten mit einem Ausschnitt einer Gebrauchsanleitung eines Toaster von Tefal. (Ich dachte, die hätten nur Bratpfannen). In dieser Gebrauchsanleitung steht obiger Text, dem man entnehmen kann, dass das Gerät unter anderem nicht für Bauernhöfe vorgesehen ist. Ich habe dann herausgefunden, dass dieser Hinweis auf fast allen Produkten von Tefal angebracht ist. Eine Erklärung, warum das so ist, wird nicht abgegeben. Ich habe zwei mögliche Erklärungen gefunden: Die höhere Staubbelastung durch Mehl-, Getreide- oder Heustaub (klingt nicht sehr logisch) Die Beschichtung mit PTFE (das ist die Bezeichnung für Teflon) ist für Geflügel äußerst gefährlich. Ab etwa 200-260 Grad Celsisus beginnt das Material auszugasen, was bei Vögeln in kurzer Zeit zu Lungenödemen (und Erstickung) führen kann. Übrigens gehört PTFE zur Gruppe der PFAS. Da war doch was… Ich kann nicht verifizieren, was an diesen Begründungen dran ist, finde aber Punkt 2 bedenklich. Auch wenn ich kein Vogel bin… Nach Anruf bei der Service-Hotline …