Bauer Willi
Kommentare 80

Wasserverbrauch zur Herstellung von Lithium-Batterien und Rindfleisch

Die Tagesschau bringt unter der Rubrik “Faktenfinder” Aussagen von Experten über die Nachhaltigkeit von E-Autos. Vieles davon kann ich nicht beurteilen, wohl aber den Wasser”verbrauch” von Rindfleisch. Und da schreibt die Tagesschau:

“Nach einer Erhebung des Danish Technological Institute werden derzeit zwischen 400 und 2000 Liter Wasser für die Produktion von einem Kilogramm Lithium benötigt. Angaben des Helmholtz-Instituts Ulm (HIU) zufolge sind in einer Fahrzeugbatterie mit 60 Kilowattstunden Energieinhalt sechs Kilogramm Lithium enthalten, was somit einer Wassermenge von 2.400 bis 12.000 Litern entspreche. Plötz bemängelt bei den Berichten über den Rohstoffverbrauch von Batterien vor allem die fehlende Verhältnismäßigkeit. “Pro Kilogramm Rindfleisch werden circa 15.000 Liter Wasser verbraucht. Das muss man auch mal ins Verhältnis setzen.”

Hier der Link zum vollständigen Artikel: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/e-autos-mythen-100.html

Wir halten fest: Der Aussage, dass  für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch mehr Wasser “verbraucht” wird als für die Herstellung von 6 kg Lithium wird seitens der Tagesschau nicht widersprochen.

Wer der Tagesschau schreiben will:

webmaster@tagesschau.de

https://www.tagesschau.de/kontakt

Danke an Clemens, der mich aufmerksam gemacht hat.

Wer wissen will, wie ungefähr die Rechnung für eine Autobatterie aussieht, hier ein – wie ich meine – fachlich gut recherchierter Artikel:

80.000 Liter Wasser für eine Batterie? Behauptungen über Ökobilanz von Elektroautos sind populär, greifen aber zu kurz

 

 

(Aufrufe 3.574 gesamt, 1 heute)

80 Kommentare

  1. Wolfsfeind sagt

    Steak ist Out, ich hoffe Lithium kann man essen ich habe für Morgen zu Mittag 300Gramm Lithium bestellt.

    1
  2. Limes sagt

    ARD Faktenfinder
    “Denn der weltweit größte Lithiumexporteur momentan ist Australien, wo Lithium vor allem aus festem Gestein abgebaut wird im Gegensatz zu beispielsweise Chile, wo es über die Verdunstung von salzhaltiger Sole gewonnen wird. Der Wasserverbrauch ist bei ersterem deutlich niedriger.”
    Bei diesem Satz der ja den Umwelteinfluss offensichtlich realtivieren soll habe ich mich gefragt wie kommt das Lithium aus dem Gesteinsmehl und kann das alles ohne grössere Umweltauswirkungen und Wasserverbrauch ablaufen.
    Dazu ein Bericht von DW
    https://www.dw.com/de/lithium-das-wei%C3%9Fe-gold-wie-nachhaltig-sind-abbau-und-verkauf/a-64664350
    “2. Lithium aus Festgestein
    Die größte Menge von Lithium wird derzeit mit dem Abbau von Festgestein (Pegmatiten) in den Tagebauen von Australien gewonnen. 2022 wurden dort laut vorläufigen Schätzungen rund 61.000 Tonnen Lithium gefördert…. Abgebaut wird das Lithiumerz durch Bohren und Sprengen. Anschließend werden die Brocken in einer Brechanlage zerkleinert, dann das Lithium durch chemische und metallurgische Prozesse von Abraum getrennt. Weiter geht dann das Lithium nach China mit dem Schiff, wird dort raffiniert und zu Batteriezellen weiterverarbeitet. Laut Studie vom Argonnen National Laboratory (USA) ist die Lithiumgewinnung aus Erzen im Vergleich zur Gewinnung aus Salzseen rund sechsmal energieaufwendiger und somit etwas klimaschädlicher. Bei der Gewinnung von Lithium aus Erzen wird zudem laut der US-Studie rund doppelt so viel Süßwasser verbraucht wie bei der Gewinnung aus Salzseen. Der große Tagebau von Greenbushes liegt im Südwesten von Australien und einer sehr feuchten Region. Laut Nachhaltigkeitsbericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sei der Wasserverbrauch daher “eher unproblematisch”. Im eher trockenen Abbauregion von Pilbara im Norden Australiens sei jedoch die Wasserversorgung “eine größere Herausforderung””
    und nun ARD Faktenfinder?

    Interessant keiner weiss wirklich wieviel Wasser für 1 kg Lithium benötigt wird aber es wird mit Zahlen jongliert. Bei Rindern weiss der Landwirt wieviel ein Kalb, ein Rind, eine Kuh, ein Bulle oder ein Ochse am Tag trinken aber da schwadroniert man mit 15000 l pro kg Fleisch. Übrigens Wasser scheiden die Tiere im Laufe des Tages wieder aus und der Landwirt verteilt dies auf seinen Feldern im Gegensatz zu Faktenfindern im home offfice oder Büro da läuft die Flüssigkeit direkt in den Kanal.

    21
    • Reinhard Seevers sagt

      Die neuen Natrium-Ionen Batterien von CATL lassen das Thema Lithium als Anachronie links liegen……die Entwickler sind schneller, als die Kritiker und die Politik.
      Wir sollten uns auf die Agrarseite und den damit verbundenen Lügen beschränken, bleibt genug Arbeit übrig.

      4
      • Limes sagt

        “Wir sollten uns auf die Agrarseite und den damit verbundenen Lügen beschränken, bleibt genug Arbeit übrig.”
        Mein Anliegen mit dem obigen Kommentar ist es zu zeigen auch Aussagen eines ARD Faktenfinders sollte man überprüfen, dann erkennt man evtl auch die geposteten “Fakten” sind nicht immer solide und vollständig.
        Mit “Alles Lügen” gewinnt man nicht unbedingt Zustimmung, ich appelliere eher an Interessierte mit gesundem Menschverstand Informationen auch wenn sie vom ARD kommen zu hinterfragen und sich selber ein Urteil zu bilden.
        Evtl überarbeitet ja auch der ARD Faktenfinder seinen Beitrag.

        6
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ein Bekannter von mir, war in Chile, da wo Lithium gewonnen wird, sein Kommentar:

      Du solltest mal da hingehen und die Umweltsauerei ansehen.

      6
  3. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Ich habe es an anderer Stelle bereits gesagt und wiederhole mich hier: die Sache mit den 15000l Wasser für Rindfleisch hat der Landfrauenverband Paderborn vor einigen Jahren mal in seinem Programmheft als Info gebracht und damit suggeriert wie schlecht Rindfleisch ist. Dümmer gehts nicht. Aber auch hier sollten zur Erklärung andere Quellen als “Correctiv” gewählt werden, denn mit denen muss man sich auch erst mal befassen.
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/correctiv-deutschlands-seltsamster-konzern/

    3
    • zmp_nachfahre sagt

      “Faktenfinder”, “Correctiv” etc liefern das, was bestellt wird, dazu gibt es mittlerweile reichlich Material. Im Zweifelsfall wird “passend weggelassen”.
      Als seriöse Quelle sind die nicht ansatzweise zu verstehen.

  4. Arnold Krämer sagt

    Es hat Methode bei der ARD (bei welchem Thema auch immer), wenn möglich der Landwirtschaft noch vors Schienbein zu treten. Was hat das E- Auto mit der Rindfleischproduktion zu tun?
    Ein anderes Beispiel kürzlich „Wissen vor acht“ mit E. Hirschhausen (meinem Lieblingsmoderator😎):
    Ein berechtigtes Loblied auf die Heidelbeeren/Blaubeeren. Kein Wort darüber, dass dies weit weit überwiegend Kulturheidelbeeren sind und nicht im Wald gepflückt werden. Dort, so hieß es, werden die Blaubeeren verdrängt durch Brombeeren, weil ja soviel Stickstoff in der Luft sei, der über den Niederschlag zu einer Überdüngung des Waldbodens führe. Und der Stickstoff käme überwiegend aus der intensiven Landwirtschaft. Also vor allem auch weniger Fleisch essen! Soweit der zwangsweise zu bezahlende “Sender für betreutes Denken”.
    https://www.ardmediathek.de/video/wissen-vor-acht-erde/das-verschwinden-der-blaubeere/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dpc3NlbiB2b3IgYWNodCAtIGVyZGUvMjAyMi0wOS0yMV8xOS00NS1NRVNa

    9
    • Reinhard Seevers sagt

      Dann muss man eben auf polnische Bio-Waldheidelbeeren zurückgreifen…..Waldheidelbeere auf ehem. Waldboden. So geht Verarsche deutscher Kunden und Medien.
      “Um die Qualitätsstandards für den Export zu treffen, werden Seminare für die Bauern organisiert und die Unternehmen müssen das Global GAP Zertifikat tragen. GRASP ist eine Erweiterung des Global GAP Zertifikats, da es die sozialen Standards beim Anbau definiert. AgroTrade war das erste Unternehmen in Polen, das sich dafür qualifiziert hat. Außerdem werden die Blaubeeren hauptsächlich per Hand gepflückt, was eine bessere Qualitätskontrolle während der Ernte ermöglicht. Seit kurzem gibt es viel Nachfrage nach Bio-Blaubeeren. Polen konnte auf diese Nachfrage sehr gut reagieren, weil die Blaubeeren oft auf ehemaligen (sehr fruchtbaren) Waldstücken wachsen und von Hand gepflückt werden. Außerdem sind die Regeln für die Nutzung von Chemikalien in Polen strenger, als beim EU-Durschnitt. Dadurch müssen die polnischen Bauern den Einsatz von Chemikalien auf ein Minimum herabsetzen, wodurch sie sich besser für den Bio-Anbau eignen.”
      Quelle freshplaza

      4
    • Heidrun sagt

      ich gestehe: im Wald sammel ich die Hinterlassenschaften meines Gassigehhundes neben dem Weg (nicht im Wald) ein… Die Überdüngung ist hinzuzurechnen. Plus den Kompost. Weil wir ja kein Holz mehr sammeln sondern vergammeln lassen. Aber das ist ja Natur?

      4
      • Reinhard Seevers sagt

        Ich hab vor Jahren schon mal eine Challenge angeregt. 2 Freiwillige gleicher Physis und gleichen Alters begeben sich in hermetisch abgedichtete Garagen mit Standardabmessungen Dauer des Versuches 24Std. In der einen Garage befindet sich zusätzlich ein Pkw mit laufendem Motor im Standgas, in der zweiten eine ausgewachsene Kuh. Wer nach 24Std noch am Leben ist, hat gewonnen…..🤗

        11
        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Das Apfel-Birnen-Schwachsinnsmodell:

          Um eine Vergleichbarkeit herzustellen -PKW versus Kuh- muss die Anzahl der Kühe der Leistung des PKW angepasst werden. Könnte es dann nicht auch kritisch in diesem hermetisch abgeriegelten „Stall“ werden…!? Nur so zum Nachgrübeln, Herr Seevers.

          Derart rabenschwarzer Humor holt jedenfalls mich nicht ab!!!

          3
          • Reinhard Seevers sagt

            Genau uWW…..wir stellen die Fähigkeit der Kuh, Leben zu spenden, durch Milch und Fleisch, der Fähigkeit des Autos Menschenleben zu töten gegenüber…..dann haben wir einen Apfel-Birnenkompott als Wurzelwichtel.
            🤪

            2
            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Super – Herr Seevers, treten Sie ab sofort die Totalverweigerung gegenüber unserer Individualmobilität an!!!

              Fortbewegung für Sie nur noch per pedes. 😉 Passen Sie aber bitte auf, dass Sie dabei in Ihrem Übereifer nicht zuviele Menschlein überrennen und Ihnen damit körperliche Schmerzen zufügen.

              …Wenn ich mich in meine Fahrzeuge setze, dann wahrlich übrigens nicht in der Absicht, meinen Mitmenschen körperlichen Schaden zufügen zu wollen. Bislang klappt das sehr gut und es soll auch so bleiben; toi-toi-toi!!!

              Es sind auch schon in unseren Ställen Bauern zu Tode gekommen, weil die geliebte Kuh diese urplötzlich an die Wand drückte oder auf die Hörner nahmen.

              Das Leben generell ist ein einziges Risiko – Leben live; überlegen Sie sich das gut jeden Morgen, bevor Sie überhaupt aufstehen…, lieber Herr Seevers!!! 😉

              (Auf den folgenden Konstrukt bin ich gespannt – Sie lassen ja nie locker…)

              4
                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  …aber ein loses Mundwerk allemal. 😉

                  Übrigens: Schwachsinn sollte man als solchen auch unmissverständlich kennzeichnen / “Zur Nachahmung nicht empfohlen”!

                  Der Ausgangspunkt dieser Diskussion, die SIE jetzt als
                  “Kontextdiarrhö” kennzeichnen. – Beweist uns was!?

                  3
    • evo.... sagt

      Bei Udo Pollmer muss ich immer an die BSE-Krisen denken. Ein paar Tage nach dem ersten deutschen BSE-Rind habe ich mit ihm telefoniert. Da hat er mir erklärt, dass alle englischen BSE-Rinder mit Hormonspritzen infiziert wurden.

      Warum haben wohl doppelt so viele Frauen als Männer Demenz?

      2
  5. Eifelbauer sagt

    Wenn man sich anschaut was für ein Blödsinn verbreitet wird in öffentlich rechtlichen Medien,die ja eigentlich der neutralen und objektiven Berichterstattung verpflichtet sind oder besser gesagt WÄREN,
    alleine in den Bereichen,die mir und den meisten Kommentatoren dieses Blogs also der Landwirtschaft
    in all ihren unterschiedlichen Formen(Ackerbau,Tierhaltung,konventionell, bio usw.usw.) so einigermaßen
    vertraut sind und von denen wir glauben eine gewisse Ahnung zu haben, dann kann man nur hochrechnen
    wieviel mehr Unfug zu allen anderen Themen abgelassen wird,wo man wenig Einblick hat oder schlicht der wissensmässige Hintergrund fehlt. Das ist in etwa so wie mit dem Eisberg bei dem man allein vom
    sichtbaren Teil oberhalb der Wasseroberfläche den Rest unterhalb schon abschätzen kann.
    Trotz alledem lässt sich oft mit dem gesunden Menschenverstand und den Grundrechenarten so manche
    ideologisch motivierte Lüge,die im Gewand des Tatsachenberichtes daherkommt auch für den Nichtfachmann/Frau als solche entlarven.

    12
    • Rudolf Weishaupt sagt

      Wir sind beide aus der Eifel, Sie als Landwirt, ich als schlichter Verbraucher, der seine Kindheit auf einem Bauernhof (Nebenerwerb) erlebt hat. Sie meinen, man kann den öffentlich-rechtlichen Medien nicht trauen. Ich frage: Wo sollen wir uns denn sonst informieren?

      Ich schaue gern die YouTube Beiträge des Bayerischen Rundfunks („Unser Land“). Der BR dürfte nun weiß Gott nicht im Verdacht stehen, irgendwie „links-grün-rot-versifft“ zu sein. Beide Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema der Nitratbelastung unsere Böden. Ich verlinke:

      (1) https://www.youtube.com/watch?v=G0-ttO6HJgs (Dauer 2:50 Minuten)
      (2) https://www.youtube.com/watch?v=Gmyou-DFCSQ (Dauer 7:01 Minuten)

      Landwirt (1) fordert zusätzliche Messstellen, damit er beweisen kann, dass seine Böden zu Unrecht als „rote Gebiete“ gekennzeichnet sind. Landwirt (2) wendet sich gegen die in Bayern seit Anfang des Jahres geforderte „Stoffstrombilanz“. Beides natürlich mit Bürokratie verbunden! (Politik geht nun mal nicht ohne Bürokratie, das ist kleines Einmaleins.)

      Was ist jetzt richtig, wenn wir verhindern wollen, dass bei uns – wie in den Niederlanden – der Karren vor die Wand gefahren wird? Übrigens auch dort nicht von einer „grünen“ Regierung. Man könnte ja eine Umfrage darüber durchführen lassen, ob die Menschen in Deutschland damit einverstanden wären, alle Anstrengungen zur Vermeidung von Nitratbelastungen im Grundwasser (vorerst?) mal auszusetzen. Ich kann Ihnen schon jetzt sagen, zu welchen Ergebnissen eine solche Umfrage wohl kommen würde.

      Nein, da besteht Handlungsbedarf! Mich würde interessieren, welcher von beiden Wegen denn Ihrer Meinung nach besser wäre? (1) Mehr Messstellen (= mehr Bürokratie, Kosten für den Staat in Millionenhöhe, endlose Rechtsstreitigkeiten)? (2) Oder der Ansatz einer Stoffstrombilanz, durch die das Problem in der Entstehung sichtbar und regulierbar wird. Der Aufwand für die Landwirte ließe sich durch eine professionelle Software sicher minimieren. Ich erinnere nur daran, dass wir in Deutschland mit SAP die weltweit führende Softwareschmiede in Sachen „geschlossene Warenwirtschaft“ haben. Die würden so ein System in anwenderfreundlicher Ausgestaltung – auch bundesweit – sicher hinkriegen.

      Die „Öffentlich-Rechtlichen“ sind schon ziemlich nah an den aktuellen Problemen. Was sollte denn Ihrer Meinung nach die Alternative sein?

      • Bauer Willi sagt

        @Rudolf Weishaupt
        Wir haben Äcker, die bestehen aus sieben Meter Löß. Das ist ein Bodenmaterial, was sowohl Wasser als auch Nährstoffe sehr lange festhält. Wegen des Abpumpens von RWE liegt bei uns der ständig Wasser führende Grundwasserstand irgendwo bei 80 bis 100 m. Wir düngen in den letzten 15 Jahren im Gesamtbetrieb in etwa die gleiche Menge Stickstoff. Das kann ich belegen, weil wir etwa genauso lange ein Bilanz machen, auch für P und K. Für mich ist es also kein zusätzlicher Aufwand. Übrigens ist die Bilanz deutlich positiv bei schlechten Erträgen, bei sehr guten Erträgen kann es sogar sein, dass die Bilanz negativ ist. Das ist ja auch logisch!!!

        Wir haben in Deutschland rund 11.000 Meßstellen, von denen aber nur wenige Hundert für die Nitratkartierung genutzt werden. Warum nicht alle, weiß ich auch nicht. Kann an den Eigentumsverhältnissen liegen, weil viele davon den Wasserwerken gehören. Meßstellen haben das Problem, dass nicht erkannt werden kann, woher das Nitrat stammt. Leider wird oft vorschnell behauptet, es “könnte ja nur aus der Landwirtschaft stammen”. Was aber ist die Erklärung, wenn mitten im Wald eine Meßstelle deutlich über 50 mg liegt? Wurde dann dort “falsch” gemessen? Nein, man hat nur keine Erklärung! In NRW wurden übrigens alle Meßstellen abgefahren und 10% davon sofort geschlossen, weil technisch unbrauchbar.

        Vielleicht verstehen Sie jetzt etwas den Unmut, wenn man seit 15 Jahren nachweisen kann, dass die eigenen Werte weit unter der gesetzlichen Norm liegen und einzelne Felder trotzdem im “Roten Gebiet”. Und zwar mehrfach wechselnd. Mal war die Parzelle im roten Gebiet, dann war sie drei Jahre draußen, jetzt hat NRW die Gebiete wieder deutlich ausgeweitet und das Feld ist wieder drin. Das können wir Landwirte nicht nachvollziehen und es erklärt uns auch niemand.

        10
        • Rudolf Weishaupt sagt

          Hallo, @Bauer Willi! Eigentlich hatte ich auf @Eifelbauer geantwortet, der bewirtschaftet sicher keine Böden, die aus sieben Metern Löß bestehen. – Aber, nun gut. Die beiden Beiträge, die ich verlinkt hatte, sollten nur als Beispiel dafür dienen, dass in den hier viel gescholtenen öffentlich-rechtlichen Medien oft auch sehr differenzierend über landwirtschaftliche Themen berichtet wird.

          Sicher verstehen Sie viel mehr von Landwirtschaft als ich. Ich lerne gern dazu, werde aber auf diesem Gebiet sicher niemals auch nur annäherungsweise ein Level erreichen, wie es Ihrem und dem der meisten Mitdiskutanten hier entspricht. Allerdings verstehe ich ein bisschen von Politik. Und deshalb frage ich mich, in welche Richtung die Diskussion hier oft geht.

          Die Landwirte in den Niederlanden haben Widerstand gegen politische Bevormundung geleistet, nicht zuletzt dadurch wurde dort die BoerBurgerBeweging (BBB) bei den Wahlen im März zur „landesweit stärksten Partei“ (Wikipedia). Aber wofür steht diese Partei? Welche anderen Ziele außer dem, für die Interessen der Landwirte einzutreten, verfolgt sie? Welche Ziele verfolgt unser CSU-Mann Manfred Weber als Vorsitzender der EVP im Europaparlament, wenn er seiner Fraktion eine Ablehnung der „Verordnung zur Wiederherstellung der Natur“ empfiehlt? Rolle rückwärts. Aber wohin?

          Sie werden ja Anfang nächsten Jahres vielleicht nach Brasilien reisen. Ich bin jetzt schon gespannt, ob Sie uns dann berichten werden, dass sich die Landwirte in Brasilien wirklich nach einer Rückkehr des abgewählten Präsidenten Bolsonaro sehnen.

          Noch mal zurück zu den ör Medien. Der von mir zitierte YT-Kanal „Unser Land“ veröffentlichte vor ein paar Wochen ein kurzes Video zum Thema „Anti-Kartoffelkäfer-Watschnmaschine“. Es wurde auch hier schon zitiert und – verspottet. Dabei wird es meiner Meinung nach genau in Richtung mechanische Schädlingsbekämpfung und Bodenbearbeitung gehen müssen. Ich hoffe, der Erfinder und Konstrukteur Michael Gallinger hat entsprechende Patente angemeldet. Denn sicher ist der Landmaschinenbau an seiner Idee interessiert.

          • Brötchen sagt

            Herr Weisshaupt!

            “Unser Land” habe ich auch mal gern gesehen, hauptsächlich haben die aber so bissl mehr Hobbylandwirtschaftsthemen und keine knallharte Wirtschaft.
            Der unbedarfte Laie macht oft den Fehler, das er denkt, das ist die Landwirtschaft, von dem man leben kann!

            Solche Kartoffelkäferschleudern gibt es schon als Profimaschinen, hab ich auf Tiktok gesehen. Kann sogar sein, Kleinmaschinen aus China.
            Die schleudern die Käfer vom Blatt in einen Fangkorb.
            Bevorzugt sowieso für Organic agriculture…

            3
            • Rudolf Weishaupt sagt

              Aus China, sei’s drum, besser natürlich, wenn so etwas auch in D entwickelt wird. Organic agriculture ist für mich kein Schimpfwort. Ja, knallharte Wirtschaft!

            • Rudolf Weishaupt sagt

              Als “unbedarfte Laie” frage ich mich natürlich, ob Tiktok für mich nicht auch eine bessere Informationsquelle wäre.

          • Reinhard Seevers sagt

            Das Maschinchen für die Kartoffelkäfer- Entfernung wird auf großen Flächen und vollem Kraut niemals eingesetzt werden können….auch wenn hier wieder eine “alternative” Lösung angeboten wird, die den Nichtfachmann als logisch erscheinen mag. Das zu diskutieren ist eigentlich müßig, weil lediglich die landw. Praxis den Nutzen bewerten kann und wird.

            “Aber wofür steht diese Partei? Welche anderen Ziele außer dem, für die Interessen der Landwirte einzutreten, verfolgt sie?”

            Sie muss gar keine anderen Ziele verfolgen. Es reicht der Selbstzweck. Es gibt ja auch Tierschutzparteien…deren Bewertung stellt nur der Wähler auf.
            Es gab vor 100Jahrem im Nordwesten die Partei der Heuerlinge, die nur den Zweck der Lebensverbesserung der Besitzlosen Landleute im Programm hatte. Die war so erfolgreich, dass sie die anderen Parteien unter Druck setzte und damit die Veränderungen erreichten, die sie als Ziel hatten….insofern.

            4
            • Rudolf Weishaupt sagt

              “Maschinchen”, mal wieder Verspottung! “Partei der Heuerlinge”, so etwas nennt man Whatsaboutism. Darin sind Sie Meister!

              1
              • Reinhard Seevers sagt

                Nun, wenn man seine Weltsicht angekratzt sieht, dann muss man ja nicht gleich beleidigt und persönlich reagieren…..es ist, wie es ist.
                Und Heuerlinge hatten damals in bestimmten Regionen einen Bevölkerungsanteil von bis zu 70%. Sie sind auch der Grund, warum Nordwestdeutschland zur Schweinehochburg wurde…..aber das können Sie nicht wissen. Ich sehe Ihnen das nach, aber whataboutismus ist es eben nicht, sondern ein logischer Vergleich zur Bauernpartei in den Niederlanden.

                3
                • Rudolf Weishaupt sagt

                  “das können Sie nicht wissen”. Ja, was kann ich denn wissen? Machen Sie mich bitte klug!

                • Reinhard Seevers sagt

                  Regionale, historische, ökonomische, agrarische, politische und gesellschaftliche Bezüge, zusammen zu denken, z.B.?

                  2
      • Eifelbauer sagt

        Herr Weishaupt
        die Berichterstattung des BR hebt sich tatsächlich regelmässig vom Rest der öffentlich rechtlichen
        Sendungen ab. Allein die Tatsache, dass man sich bemüht auch die Betroffenen (Landwirte, Gartenbesitzer etc.) zu Wort kommen zu lassen,verdient Anerkennung. Ich möchte auch die
        Medienvertreter nicht per se als wie Sie es ausdrücken “links-grün-rot-versifft” abqualifizieren.
        Dennoch wird auch Ihnen,als aufmerksamer Konsument nicht entgangen sein,dass sehr oft die neutrale Berichterstattung der Meinungsmache gewichen ist,d.h. man berichtet über einen Sachverhalt mit einer vorgefassten Meinung und biegt sich die Tatsachen so dass es ins eigene
        Weltbild passt.Sie werden nicht abstreiten können,dass die Berichterstattung eindeutig in die
        Richtung zu einer Umerziehung (Fleischverzicht,Milchverzicht,vegane Lebensweise,”bio”-Lebensmittel usw.) der Gesellschaft hin zu “besseren”Menschen abzielt.Abgesehen von einzelnen
        Sendungen zieht sich dieser Druck durch das gesamte Tagesprogramm von der Kochsendung über die Wettervorhersage bis zur abendlichen Talksendung wo auch schon mal glatte Lügen(Jännike/Dumont) vor Millionenpublikum zum Schaden eines einzelnen Berufstandes ohne
        weitere Folgen für die Handelnden oder die Verantwortlichen(Redaktion und Sender) ausgebreitet
        werden dürfen.
        Auf die von Ihnen angeführte Nitratproblematik möchte ich als ehemaliger Milchbauer mit 50 Kühen auf 90 ha Fläche konstatieren,dass die Entwicklung wie sie auch hier in der topographisch und strukturell besonderen Eifelregion zu Betriebsgrössen hin zu 1000 ! Milchkühen natürlich nicht ohne Folgen bleiben kann. Diese werden sich aber in Zukunft nicht nur auf die Bedingungen
        hinsichtlich Umweltauswirkungen(Boden,Luft) auswirken,sondern auch soziologische Auswirkungen
        (Akzeptanz der Landwirtschaft innerhalb der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung) haben.
        Insofern wird mit der aktuellen Landwirtschaftspolitik mit dem grossflächigen Plattmachen gerade
        der kleineren Betriebe(Vorziehen des Ausstieg der Anbindehaltung) in Deutschland tatsächlich
        gerade der Karren an die Wand gefahren.

        3
        • Rudolf Weishaupt sagt

          Hallo,@Eifelbauer!

          Erst mal danke für Ihre ausführliche Antwort! Schön, dass wir in der Beurteilung des BR übereinstimmen. Aber auch viele andere regionale ÖR Fernsehprogramme widmen sich in letzter Zeit mehr den Problemen, von denen die Landwirte unmittelbar betroffen sind, und zwar oft genau aus deren Sicht. Ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass ich durch diese Berichterstattung irgendwie „umerzogen“ werde. Der Umgang mit Daten und Fakten ist allerdings oft sehr fahrlässig und bei Talksendungen bin ich in dieser Hinsicht grundsätzlich sehr skeptisch. Genau darauf wollte ja auch @Bauer Willi mit seinem Beitrag hinweisen.

          Während meiner zehn ersten Lebensjahre (1952-1962) haben meine Eltern und ich in dem kleinen Dorf Rollesbroich (Gemeinde Simmerath) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hof meines Onkels (Bruder meiner Mutter) gewohnt. Onkel Alfons war Nebenerwerbslandwirt, ungefähr sieben Milchkühe, zwei, drei Schweine, anfangs noch ein Pferd. Dazu Kartoffeln und Roggen zur Selbstversorgung. Im Haupterwerb war der Onkel Bäcker. Das Brot wurde im Steinofen gebacken, der Backraum war zugleich Verkaufsraum, wir Kinder konnten dort ein- und ausgehen, wie wir wollten. – Der Onkel war immer sehr stolz darauf, dass teilweise Leute aus der Stadt, manchmal auch aus Köln oder Düsseldorf, kamen, um bei ihm zu kaufen. Brötchen und Kuchen (Reisfladen!) gab es nur samstags. Bis heute bin ich sehr dankbar für die schöne Kindheit, die ich dort hatte. Manchmal schnappte ich Fachbegriffe wie „Flurbereinigung“ oder „Umlegung“ auf, ohne als Kind genau zu verstehen, worum es da ging.

          Gleich nebenan gab es einen Hof mit ungefähr 30 Tieren, der Milcherzeugung im Haupterwerb betrieb. (Die Familie des Hofnachfolgers hat es später – aus ganz anderen Gründen – zu einer gewissen Bekanntheit gebracht.) Beim größten Milchviehhalter im Dorf standen damals ungefähr 70 Tiere auf der Weide. Es war alles harte Arbeit! Die Tiere standen sommers auf der Weide, wurden aber abends in den Stall getrieben und morgens gemolken. Im Winter blieben sie die ganze Zeit im Stall, Anbindehaltung natürlich, ohne dass mir das irgendwie als „Tierquälerei“ in Erinnerung ist. Jedes Tier hatte seinen Namen! Jauche und Mist wurden damals in den sechziger Jahren noch getrennt voneinander ausgebracht. Die Umstellung auf Güllewirtschaft erfolgte erst in den siebziger Jahren. Mein Onkel mit seinen wenigen Tieren hat das damals nicht mitgemacht.

          Von Betriebsgrößen hin zu 1000 Milchkühen in der Eifel höre ich tatsächlich zum ersten Mal. Ich kann mir das kaum vorstellen. Ich finde es – genauso wie Sie – schlimm, wenn durch bestimmte Vorschriften (Vorziehen des Ausstiegs der Anbindehaltung) der Druck auf kleinere Betriebe erhöht wird und damit der Trend zu industriellen wirtschaftenden Großbetrieben befördert wird.

          Natürlich kennen Sie die Berichte des BR über Carolin und Andreas Pflügler („Ein Bauernhof zieht um“). Nun haben die ihren stadtnah gelegenen Hof mit den dazugehörigen Flächen verkauft und dabei einen – wie ich denke – ordentlichen Erlös erzielt, sodass sie ihr Neubauprojekt finanzieren können. Ich drücke ihnen die Daumen für ihren Neustart!

          Aber wie ist es mit den kleineren Bauern, deren Flächen nicht stadtnah gelegen und damit zu hohen Preisen verkauft werden können? Woher sollen sie das Kapital nehmen, um einen Ausstieg aus Anbindehaltung und den damit verbundenen Neubau von Ställen zu finanzieren? Da ist meiner Meinung nach unbedingt eine klare und zukunftstaugliche staatliche Unterstützung erforderlich, wenn sich nicht das Agrarflächen-Monopoly fortsetzen soll!

          1
          • Reinhard Seevers sagt

            “Woher sollen sie das Kapital nehmen, um einen Ausstieg aus Anbindehaltung und den damit verbundenen Neubau von Ställen zu finanzieren? Da ist meiner Meinung nach unbedingt eine klare und zukunftstaugliche staatliche Unterstützung erforderlich, wenn sich nicht das Agrarflächen-Monopoly fortsetzen soll!”

            Also wenn der kleine Betrieb aus der Anbindehaltung aussteigen soll und “zukunftstauglich” werden soll, dann wird er wohl nicht umhinkommen “groß” zu werden, oder dauerhaft alimentiert zu werden. Oder wie soll es ökonomisch sonst funktionieren?
            Im Übrigen hätte die Entscheidung für einen Ausstieg oder gegen die Anbindehaltung schon viel früher stattfinden können. Ich habe den ersten Laufstall 1978 mitgebaut…..das ist schon ziemlich lange her oder? 😉

            4
            • Rudolf Weishaupt sagt

              Ihr Fazit: “Wachse oder weiche.” Sie sind seit 1978 in Ihrem Geschäft und haben hoffentlich ordentlich von diesem Modell leben können. Damals war ich 26. Wäre heute nicht angebracht: “Bleib und mache es besser”? Wäre dafür nicht staatliche Förderung angesagt? Denn sonst wäre dem, was ich Monopoly genannt habe, Tür und Tor geöffnet.

              • Reinhard Seevers sagt

                Ich habe Zimmerer gelernt und das war mein erster Stall….Das von Ihnen als sog. Modell ist die politisch gewollte Agrarpolitik, deren Umsetzung allein dem Betrieben oblag und obliegt. Niemand wird und würde gezwungen. Mein Vater hat nie irgendwelche Förderungen in Anspruch genommen und mein Bruder führt den Betrieb noch heute ohne Fördermittel. Monopoly muss man nicht spielen, kann man aber…..wenn man möchte.

                3
                • Rudolf Weishaupt sagt

                  Welches von mit “sog. Modell” meinen Sie? Sog.?

                  Klarstellung: Ich finde, dass der Staat denjenigen, die ihren Hof mit den dazugehörigen Flächen erhalten wollen, vor allem auch im Hinblick auf die Hofnachfolge, eine entsprechende zukunftstaugliche Unterstützung geben soll.

                  Ich weiß, dass es in solchen Fällen zu einer Wirtschaftlichkeitsprüfung kommen wird. Aber, meine Meinung: Erhalt sollte vor Aufgabe gehen!

                • Reinhard Seevers sagt

                  Es gibt kein Modell, wie Sie es gerne möchten oder sich vorstellen. Warum sollte der Staat lenkend eingreifen, wenn jemand seinen Hof erhalten, verkaufen oder verpachten möchte.
                  Solch ein Eingriff wäre Staatsdirigismus, ist weder demokratisch, noch marktwirtschaftlich, noch freiheitlich.

                  1
          • firedragon sagt

            “… unbedingt eine klare und zukunftstaugliche staatliche Unterstützung erforderlich, …”

            Eigentlich nicht Herr Weishaupt,

            eigentlich müsste jeder Betrieb in der Lage sein, ohne den Staat auszukommen.
            Denn: bei jeder Förderung, die in Anspruch genommen wird, müssen ‘die Hosen runtergelassen werden’ und bei Abweichungen, werden Gelder nicht bewilligt. Bedeutet, Bau und Entwicklung nur nach festgelegter Vorgabe.

            Wie gesag, eigentlich – dem ist leider eher selten so.

            2
            • Rudolf Weishaupt sagt

              “eigentlich – dem ist leider eher selten so”: Also eigentlich ist kaum ein Betrieb in der Lage, ohne “den Staat” auszukommen. Also bitte verteufelt ihn nicht, “den Staat”. Veränderungen sind möglich.

              • firedragon sagt

                Ich komme ganz gerne ohne Staatsknete aus, nach Möglichkeit. Und bin der Auffassung, dass ein Betrieb, der was produziert, von dieser Produktion leben und wirtschaften kann/sollte.

                2
                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn dieser “gute” Staat dem wirtschaftenden Betrieb so viele Auflagen und Forderungen vor die Füße legt, dass ein Überleben nicht mehr möglich ist, dann darf man auf diesen Staat wohl mit Recht sauer sein, denke ich.
                  Und muss ihm nicht noch huldigen….

                  5
                • Ostbauer sagt

                  Ich hab seit 6 Stunden das VET auf dem Hof; mitten in der Ernte. Unsere neue Amtstierärztin gibt ihren Einstand. Frisch von der Uni und von Praxis keine Ahnung; meine Halsschlagader hat den Durchmesser vom Zollschlauch,
                  Mir ist es mittlerweile sowas von egal, wo die Leute ihr täglich Brot her bekommen.

                  5
                • firedragon sagt

                  Ostbauer,
                  pass auf Deine Pumpe auf!
                  Paarmal tief durchatmen …

                  2
                • Arnold Krämer sagt

                  Vielleicht ist die Damen sogar dankbar für den “Nachhilfeunterricht”. Das weiß man am Anfang doch gar nicht.

          • Arnold Krämer sagt

            Herr Weishaupt, Sie übersehen in ihren ganzen Argumentationen die Tatsache, dass der Agrarsektor seit den 1960er bis 1970 massiven technischen Fortschritt auf allen Ebene zu verzeichnen hat, die faktisch immer dem Verbraucher, weit überwiegend auch den Tieren und letztlich auch den Landwirten zugute gekommen ist, die die Entwicklungen mit oder ohne Unterstützung des Staates (Investitionsförderung) erfolgreich nutzen konnten.

            Zum Verständnis der ökonomischen Seite hier mal etwas umfangreicher ein paar grundlegende Erläuterungen:

            1. Die meisten Landwirte in Deutschland sind als Rohstoffproduzenten am Beginn der Wertschöpfungskette Lebensmittel „Restgeldempfänger“ für ihre homogenen, austauschbaren Produkte.
            2. Sie erhalten einen Erlös, der meist von strukturellen Überschüssen bestimmt wird, mit dem sie aber ihre Stückkosten abdecken müssen. Zu diesen Stückkosten gehören auch die Kosten für die Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit. Die Kosten dafür sind pagatorischer Art, wenn diese Faktoren nicht im Eigentum des Landwirts stehen, kalkulatorischer Art, wenn sie dem Landwirt gehören.
            3. Die Einkommen von Landwirtsfamilien können bei gleicher Betriebsgröße, gleichem Einkommenspotential, gleichem Betriebseinkommen sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, wieviel Geld vorab verdient werden muss für die Verpächter, die Kreditgeber, für Fremdarbeitskräfte. Entsprechend unterschiedlich stabil sind die Betriebe bei den typischen Preis- und Einkommensschwankungen im Agrarbereich.
            4. Die Stückkosten müssen nachhaltig geringer sein als die Stückerlöse. Das gelingt nur mit Größenordnungen, die Kostendegressionseffekte zulassen. Wer die Einkommensansprüche seiner Familie im Haupterwerb durch die kalkulatorischen Faktorkosten abgedeckt haben möchte, muss a) eine gute Produktions- sowie Ein- und Verkaufseffizienz b) aber auch eine gute Arbeits- und Kapitalproduktivität aufweisen. Familienarbeitskräfte müssen besonders produktiv beschäftigt sein, insbesondere dann, wenn mit viel Fremdkapital und viel fremder Fläche gewirtschaftet wird, weil ihnen dann praktisch nur das Arbeitseinkommen und die Aussicht auf einen Unternehmergewinn verbleibt.
            5. Unternehmergewinne werden z.B. in der Rindviehhaltung eher seltener erzielt als in der Schweinehaltung oder der Geflügelhaltung.
            6. Flächenarme Betriebe können als Haupterwerbsbetriebe nur mit Viehhaltung eine produktive Beschäftigung (ausreichendes Arbeitseinkommen) finden. Mit „versteckter Arbeitslosigkeit” kann man „keinen Blumentopf gewinnen“. Einfaches Beispiel: Wer z.B. 60.000 € auf 600.000 kg Milch (einfacher Boxenlaufstall) im Jahr umlegen muss, hat doppelt so hohe Arbeitskosten als wenn mit Hilfe von Melkrobotern die doppelte Milchmenge produziert wird. Teilweise kompensieren kann man das als pacht- und schuldenfreier Betrieb. (Gibt es aber immer weniger).
            7. Manche westdeutschen Familienbetriebe haben in der Vergangenheit das Rad überdreht, weil in manchen Betriebszweigen nur sehr schlecht vollkostendeckend gewirtschaftet werden kann, und die realisierten Betriebsgrößen (jenseits von nennenswerten Kostendegressionseffekten) nur erreicht wurden mit sehr hohen Pachtanteilen, hoher Zinsbelastung (in den letzten Jahren ein relativ geringes Problem) und der totalen Abhängigkeit von immer schwerer zu findenden Fremdarbeitskräften.
            8. Das Thema „Wachsen oder weichen“ ist in der Landwirtschaft eben nicht so einfach zu erklären und stellt sich in westdeutschen Familienbetrieben auch anders dar als in ostdeutschen Großbetrieben.

            3
            • Reinhard Seevers sagt

              ……wenn dann die Familiensituation, die Lage im Raum, der Boden, das Erbrecht, die öffentlichen Infrastrukturen, die Vermarktung, die Qualität des Betriebsleiters, die Beratung, der vorh. landtechnische Service, usw.usw dazugedacht wird, wird die Komplexität und die Chance alles umfänglich zu erklären, einfach unmöglich, finde ich.

              1
            • Brötchen sagt

              Herr Krämer , nix für ungut das Technokartendeutsch versteht kein lw. Laie! bzw. den Sinn dahinter!

              • Brötchen sagt

                kraten nicht karten….das müsste alles nochmal detaillierter in umgangssprech übersetzt werden 😁.

                Ansonsten ja ist alles umfassend erklärt!🥂☝️👍👍👍👍🏆🏆🏆🏆🏆

                2
              • Arnold Krämer sagt

                Der Sinn meiner Ausführungen liegt u.a. darin zu zeigen,
                1. dass landw. Rohstoffproduzenten eine bestimmte Mindestgröße brauchen, um die Familienarbeitskräfte produktiv zu beschäftigen, weil die Haupteinkommenskomponente eben das Arbeitseinkommen ist. 2. dass man die Wachstumschrauben auch überdrehen kann und das Betriebseinkommen dann überwiegend Einkommen für Andere ist.

                Die einzelbetrieblichen Verhältnisse sind aber so unterschiedlich (siehe auch Antwort Seevers), dass über meine allgemeinen Beschreibungen hinaus (ganz ohne Fachbegriffe geht es leider nicht) die Komplexität und Vielfalt im Agrarsektor nur im Umfang eines Fachbuches darzustellen wären.

                3
            • Ostbauer sagt

              Kostendegression ist auch im Osten endlich, vor allem in der Tierproduktion, wer noch Ideale hat subventioniert quer.
              Aber will von den Verantwortlichen eh keiner hören und den “Kontollören” ist das sowas von egal, die machen ja nur ihre “Arbeit”.
              The best heute: Katze schläft im Kälberheu- Futtermittelkontamination!
              Muss man sich das noch antun ??

              3
              • Smarti sagt

                Ostbauer, Du machst es nicht für “die”, sondern für Deine Tiere und die vielen hungrigen Mäuler, die gestopft werden wollen. Trotzdem: nein – dieses Pack gehört nicht gefüttert und mit Steuern und Deiner Gratisarbeit bezahlt.
                Aber zurück zur Futtermittelkontamination:
                Ich habe auch sicherer Quelle gehört, dass es Biobauern gibt, die Fäkalien von Tieren aufs Gras ( zukünfiges Heu ?! ) kippen. Oder noch besser: die blöden Güllewürste, die auf die Wiese kommen und wenn es vom Wetter her nicht passt ewig auf der Wiese bleiben und gleich wieder in die nächste Ernte kommen.

                1
                • Smarti sagt

                  Ganz böse, aber passend zu meiner Laune:
                  ein Schild entwerfen mit “bitte nicht füttern” und darunter ein paar bekannte Fotos und “Berufe”.
                  Unterschrieben mit Eure Bauern

                  2
              • Arnold Krämer sagt

                In den erfolgreichen westdeutschen Familienbetrieben im Nordwesten wird die Bodenproduktion quersubventioniert, weil die Pachtpreise mindestens doppelt so hoch sind wie die Bodenrente.

                Und trotzdem sagen die meisten Landwirte hier: Weg mit der EU-Prämie. Und die im Osten sagen: Bitte, bitte nicht abschaffen und keine Deckelung.

                1
  6. Rudolf Weishaupt sagt

    “Unser Faktencheck soll vor allem Kontext liefern und zeigen, wie komplex das Thema ist.” Komplex, so ist es. Ich würde mir wünschen, dass so ein abwägender Faktencheck auch mal zum behaupteten Wasserverbrauch pro kg Fleisch oder zur Klimaschädlichkeit von Wiederkäuer-Methan zu lesen wäre. Häufig wird mit aus dem Kontext gerissenen Zahlen hantiert, jede Seite sucht sich dann die aus, die ihr am besten ins Konzept passen, und verarbeitet sie möglichst grell und populistisch.

    Übrigens Wasserverbrauch: Das Wasser, das durch Verdunstung von Salzseen entsteht, ist doch nicht futsch, es ist lediglich zu Wasserdampf geworden. Ähnlich gilt imho für den Wasserverbrauch in der Nutztierhaltung.

    7
    • Reinhard Seevers sagt

      So lange die Weltbevölkerung wächst und die Fäkalien mit hochwertigen Trinkwasser weggespült werden, Trinkwasser als Mineralwasser in Flaschen durch Europa gekarrt wird usw. würde ich keine Diskussion um Komplexität mehr eingehen…..Heuchelei all überall.

      12
      • Rudolf Weishaupt sagt

        Doch, verehrter Herr Seevers, mir liegt sehr daran, auch komplexe Zusammenhänge zu begreifen, bevor ich mir ein Urteil bilde. Ihr Kommentar ist mir zu pauschal.

        • Reinhard Seevers sagt

          Na dann, heute Abend 21:00Uhr ZDF
          Trägt evtl. zur Komplexitätsreduzierung bei…..vielleicht.

  7. Marian E. Finger sagt

    Rinder, Mammuts, Büffel, Antilopen, Auerochsen & Co. hat es schon vor dem Erscheinen des Homo sapiens in riesengroßer Zahl gegeben, ohne dass dies für den Planeten ein Problem gewesen wäre. Trifft auf Lithium-Batterien nicht zu.
    Rindfleisch ist ein Nahrungsmittel, dass nach dem Verzehr in körpereigene Zellen umgebaut wird, baut also menschliche Körper mit auf, ist Teil des organischen Stoffwechsels. Trifft auf Lithium-Batterien nicht zu.
    Rinder können so verwertet werden, dass überhaupt kein Abfall übrig bleibt. Lithium-Batterien sind Sondermüll und können nur zu einem geringen Teil recycelt werden. Ich stelle mir die Müllhalde vor, wenn 45 Millionen E-Fahrzeuge in Deutschland mit Lithium-Batterien herumfahren. Das ist dann die wahre Apokalypse. Mal abgesehen, dass es soviel Lithium wohl gar nicht gibt.
    Wenn man schon Äpfel und Birnen nicht miteinander vergleichen kann, dann schon gar nicht den Wasserverbrauch von Rindfleisch und Lithium-Batterien.

    16
  8. Limes sagt

    Die 15000 l sind in der Welt und werden gedankenlos weiter verbreitet und dienen als Referenz für andere um ihre Umwelteinflüsse zu relativieren.
    Meine Mutter hat in solchen Fällen immer gesagt ” das ist wie einem Ochsen ins Horn gepetzt”. Offensichtlich findet man auch in (namhaften) Instituten Ochsen die sinnbefreit daher plappern sobald es ihnen in den Kram passt.
    Habe mal einen echten Ochsen auf der Weide gefragt ob er 15000 l Wasser pro kg verbraucht er hat mich angestarrt und heftig den Kopf geschüttelt. Soll sagen wer erzählt solchen Unsinn.

    10
  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Eines der wertvollsten, dabei größten Lithiumvorkommen Europas befindet sich in der Ukraine, in der heute menschenverachtend erbittert umkämpften Oblast Donesk.

    Gewinnt Russland diesen Überfallskrieg in der Ukraine, kommen wir, was unsere Abhängigkeiten von Russland angeht, sehr schnell vom Regen in die Traufe: Die Gasabhängigkeiten werden sodann abgelöst von wiederum neuen Lithiumabhängigkeiten. -Das wissen insbesondere auch unsere grünen Leuchttürmchen sicherlich sehr gut, die Ampel kommuniziert das grundsätzlich nicht grundehrlich.

    Neben den ertragreichen Schwarzerdeböden ist das dortige Lithiumvorkommen wohl einer der maßgeblichen Gründe überhaupt für diesen erbarmungslosen Überfallskrieg in der Ukraine gegenwärtig.

    Die meisten Lithiumvorkommen, die in Südamerika gefördert werden, sind mit viel Salz belastet, dementsprechend wird auch mehr Wasser zur Aufbereitung verbraucht. Simpel heruntergebrochen, warum der jeweilige Wasserverbrauch doch ganz erheblich differiert.

    Wenn ich vorstehende Einlassungen vom Faktencheck der Tagesschau jetzt für mich verinnerliche geht mir ein Lichtlein auf:

    Ich weiß nun, warum es in Australien so extrem trocken ist, die dortigen Känguru- und Kamele-Pupser -letztere haben wir Europäer dorthin verfrachtet, diese haben sich zwischenzeitlich enorm vermehren können- sind eindeutig schuld daran.

    An die Adresse unserer Wasserverbrauchspessimisten:

    Wir alle sollten künftig sämtliche Hoffnungen komplett auf unser In-vitro-Fleisch aus dem Labor setzen. Da weiß man noch nicht gesichert, wieviel Wasser für diese spezielle „Zubereitung“ benötigt wird, sämtlichen Spekulationen sind mithin Tür und Tor dato geöffnet. Der hoch spekulative Fun-Factor ist noch gegeben…!!!

    Die Gretchenfrage lautet mithin allerdings, ob eben ein solcher Fleischkonsum unsere menschlichen Cerebra genauso gut und effizient füttert, um den Status quo eines solchen bis heute zumindest abrufbaren hohen Leistungsniveaus auch halten zu können, oder ob bisweilen rasant mit einer fatalen Rückentwicklung gerechnet werden muss!? – Erste Erfahrungswerte im Nahrungsumfeld muss man doch wohl schon entsprechend resümieren…!?

    WICHTIG!

    In der laufenden Ernte haben wir sage und schreibe 120 Liter Niederschläge zu verzeichnen innerhalb kürzester Zeitverläufe. Ich wäre heilfroh, es kämen ein paar Rinder, die dafür sorgten, dass dieses Wasser eine sinnvolle Verwertung fände. – Sie kommen aber nicht (mehr)!!!

    Mir ist an dieser Stelle durchaus bewusst, dass mein Fingerzeig als eben schwachsinnig abtituliert wird von einigen, die hier mitlesen. Weit weniger schwachsinnig aber als die Annahme, dass man zur Erzeugung von 1 kg Rindfleisch ca. 15.000 Liter verbraucht…

    Wie eine Feder im Wind, wird man in alle Richtungen verstreut, diese Lüge wohl nie mehr wieder einholen können. Die Lüge thront über der Wahrheit, und das ist auch gut so!?

    Warum? – Weil unsere Bauern- und Fleischgegner diese Lüge einfach glauben und nix anderes zulassen möchten.

    Lüge wie gedruckt und es regnet förmlichst Eurönchen; ist das nicht generell der verlockendste Anreiz per se!?

    22
    • evo.... sagt

      u. W. hat geschrieben:

      Neben den ertragreichen Schwarzerdeböden ist das dortige Lithiumvorkommen wohl einer der maßgeblichen Gründe überhaupt für diesen erbarmungslosen Überfallskrieg in der Ukraine gegenwärtig.

      Das sehe ich ähnlich. Der Westen hat 5 Milliarden Dollar investiert um durch eine Revolution in der Ukraine an die Macht zu kommen. Und ich denke die Ukraine ist erst der Anfang. Rheinmetall baut eine Panzerfabrik in der Ukraine und das bedeutet- für mich-, dass man weiter will.

      Es geht auch um weitere Elemente wie Germanium, Gallium ,… die man braucht und welche unter der riesigen Landmasse im Osten zu finden sind.

      Wohin kämen die USA und Israel wohl, wenn sie sich auf ihr eigenes Territorium beschränken müssten.

      7
  10. Mark sagt

    Der Trick mit dem Faktencheck. Die öffentlich-rechtlichen Faktenchecker sind im Besitz der vollumpfänglichen Wahrheit, was die raushauen ist gesetzt, stellt man deren Aussagen in Frage ist man sofort der vollumpfängliche Leugner. Ob dies beim Wasserverbrauch, Insektensterben oder Klimawandel der Fall ist spielt keine Rolle. Tatsächlich hilft nur shitstorm dagegen, daher ist Willi´s Anregung, an die Tagesschaunixchecker zu schreiben richtig. Ich mach´s jedenfalls sofort!

    11
  11. Reinhard Seevers sagt

    Wie singt der Wendler: Egal

    Hopfen und Malz sind verloren. Wir drehen uns alle immer wieder im Kreis.

    3
  12. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    OT:
    Prof. Lesch,der zusammen mit Prinz Löwenstein Landwirtschaft in Leschs Kosmos neu gedacht hatte,hatte ich übers ZDF mitgeteilt,er müsse sein Wissen über Ackerbau mal aktualisieren! Dazu hatte ich eine Bestätigung seitens des ZDF bekommen,immerhin.

    3
  13. Frikadellen piet 44 sagt

    moin Wasser wird nur dann verbraucht wenn es nicht mehr genutzt werden kann also wenn es total verschmutzt wird wie z.B durch Kläranlagen bei Rindern ist das Wasser nur umgesetzt worden in einen anderen Zustand es kann also als Fleisch weiter genutzt werden was Rinder produziert haben oder als Milch das Pipi der kühn dient als Dünger wird da so weiter genutzt und ist wieder im Kreislauf also im Boden und kann von Pflanzen genutzt werden

    4
    • So ist es, es ist kein einziger Liter Wasser verbraucht für die Produktion von Fleisch. Die Forscher werden nun mal nicht von der Landwirtschaft bezahlt, deshalb kommen diese immer wieder auf die Zahlen die ihnen von ihrem Sponsor vorgesagt werden.

      11

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert