Bauer Willi
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“Vergessene Nachrichten” – worüber die Medien nicht berichteten

Nein, es geht nicht um das “Manifest” von Mitarbeitern der ARD, ZDF und Deutschlandfunk, das mangelnde Meinungsfreiheit beklagt:

https://www.morgenpost.de/politik/article242028016/Filmriss-bei-ARD-und-ZDF-Manifest-fuer-mehr-Meinungsfreiheit.html

Der Deutschlandfunk hat die 10 Meldungen benannt, über die – ihrer Meinung – nach nicht oder zu wenig berichtet wird.

https://www.deutschlandfunk.de/vergessene-nachrichten-2024-100.html

Auf Platz 10: Allein auf dem Acker – Suizide in der Landwirtschaft

Die Liste findet sich auch hier: http://www.derblindefleck.de/top-ten-der-vergessenen-nachrichten-2024/

Dort heißt es:

“Landwirtinnen und Landwirte leiden aufgrund ihrer hohen Arbeitsbelastungen immer öfter an Depressionen und Burn-outs. Bis zu 4,5-mal häufiger als in anderen Berufsgruppen soll das Risiko eines Burn-outs sein, der in einigen Fällen auch zum Suizid führt. Offizielle Zahlen gibt es hierfür allerdings nicht, obwohl zwei Prozent der erwerbstätigen Deutschen in der Landwirtschaft arbeiten. Fachzeitschriften und Verbände warnen schon länger vor einem berufsspezifischen Suizid-Risiko und versuchen aufzuklären. Doch die Berichterstattung in überregionalen Medien bleibt aus, genauso wie eine Datenerhebung aus öffentlicher Hand.”

Danke an Arnold Krämer für den Hinweis auf diese aktuelle Meldung, die sonst auch wieder vergessen worden wäre.

(Aufrufe 2.100 gesamt, 1 heute)

42 Kommentare

  1. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    @Klartexter, Ihre pseudonomisierte Klarstellung ist für mich hier nicht Programm, sondern stiftet weit eher Verwirrung.

    Stichwort „Bildstöcke – kleines christliches Denkmal aus Stein, Holz oder Mauerwerk mit einem Kruzifix, einem Heiligenbild oder einer Skulptur.
    Unterbegriff von Flurdenkmal, Synonym zu Heiligenstock, Marter, Marterl sind historisch christlich geprägt.“

    – Vor den Zeiten unserer Verbrennertechnologien hielten Fuhrwerke z.B. an Wegekreuzungen Rast, im Gebet suchte man Beistand an solchen dort vorzufindenden Flurdenkmalen.

    – Gerade in unserer heute schnelllebig rastlosen Zeit findet man an „Raststätten“ Gedenkräume, um bewusst innezuhalten zum Wohle von Körper, Geist und Seele. – Abgeschottete Entschleunigungsorte an der genau richtigen Stelle.

    – Am Straßenrand sind vereinzelt kleine Kreuze platziert als Symbol für ein schlimmes Ereignis, das sich an eben jenem Ort zugetragen hat, zumindest zeitlich befristet eine Rückzugsstelle in „lauter öffentlicher Positionierung“ an Gefahrenstellen, die für die gepeinigten Hinterbliebenen auch zur eigenen Trauerbewältigung fungieren, aber auch ein Fingerzeig für unbeteiligte nichtwissende Dritte, die im förmlichen Geschwindigkeitsrausch daran vorbeifahren. Erhofft der zumindest kurzzeitige Aha-Effekt, der im Idealfall im eigenen Interesse, im Interesser anderer, vielleicht blitzartig zu entschleunigen weiß.

    Werter Klartexter, Trauer mit seinen unterschiedlichsten Begleitumständen kann und darf man nicht komplett aus dem eigenen Leben verbannen wollen, gerade die Bewältigung einer solchen, wenn dieses unabwendbare Schicksal irgendwann einmal, nicht selten unverhofft zuschlägt, ist eminent wichtig, um sich nach einer zeitlich ganz unterschiedlichen persönlichen „Einigelung“ wieder den schönen Dingen des Lebens bewusst zuwenden zu wollen, im Herzen die niemals verblassende Erinnerung.

    In meinem Umfeld waren die für mich schockierendsten Suizide gerade die von sehr jungen Menschen, wo man von außen den Eindruck hatte, lebensfroh bejahende junge, in ihrem gesellschaftlichen Umfeld eingebettete hoch aktive, allseits beliebte Bürger, hoch begabte Jugendliche, junge liebende Elternteile, in der vollen Blüte ihres Lebens stehend, könnten doch niemals in ihren emotionalen Qualen der eigenen Seele ausweglos verfangen sein, die ihnen ein Weiterleben einfach unmöglich erschienen ließ!? – Nun, Klartexter, in das tiefste Innere eines Menschen kann niemand reinschauen, wenn dieser in tiefste Seelennot geratene Mensch es seinem Umfeld nicht gestattet. Zurück bleibt dann bisweilen nur noch eine grausame Hilflosigkeit des „Nichterkennens“…

    Wenn die Seele sehr krank ist, darf das kein Grund zur Scham sein, kein Tabuthema innerhalb unserer in erster Linie extrem narzisstisch veranlagten Gesellschaft, die in Turbogeschwindigkeiten in Szene gesetzt ist und dabei Einzelne, die nicht mithalten können, einfach überrollt.

    Hinschauen und sich nicht ignorant abwenden lautet hier die Devise – …auch mit dem Symbol grüner Kreuze auf unseren Äckern; die Seelennot unserer Mitmenschen kann schlussendlich auf sehr unterschiedlichen Wegen leise bedrohlich dahergeschlichen kommen!!!

    Jedes einzelne Leben ist es wert, dass wir alle dafür kämpfen. Eingangs hat mich das Symbol der „grünen Kreuze“ auch etwas verwirrt, das als Message für unser heutiges agrarpolitisches Drangsal in der Außenwirkung als Symbol verwenden zu wollen. Wenn man allerdings eine solche Symbolhaftigkeit geistig weitgreifender durchdringt, so konnte man zu der Meinung erstarken, dass ein solch stiller Protest, in anderer Form schon über Jahrzehnte, Jahrhunderte historisch christlich geprägt ein Weg aus diesem Dilemma sein könnte.

    Nicht alle Bauern gehen unverbiegbar mit eben dieser in nicht wenigen Fällen unverschuldeten Schicksalsmelodie weitgehend entspannt um, eben jene auch schwächere Charaktere, die leider über eine weite Wegstrecke hinweg leider den vollkommen falschen Einflüsterern recht willenlos gefolgt sind.

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    • Klartexter sagt

      Verehrter UKW, es war nicht meine Absicht zu verwirren noch die Aktion der GK zu kritisieren. Ich wollte nur zum Nachdenken anregen .
      Es gibt ja die Entwicklung hin zu Galgen als Symbol und in unzähligen LsV Gruppe herrscht Dauerempoerung.

      Ich bin aus Eigenschutz aus allen Gruppen raus und Lee, Lohmeier, Wipperfürth schalte ich sofort ab.

      Das alles ist weder eine gute Wirtschafts. noch gute Lebensberatung.
      Nicht mehr und nicht weniger möchte ich sagen und appellieren aufeinander aufzupassen.
      LG

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      • Reinhard Seevers sagt

        ….”Es gibt ja die Entwicklung hin zu Galgen als Symbol…”
        Ist das so? Ich glaube nicht, dass dies der Wahrheit entspricht.
        P.s.: Wieso sollten wir auf uns aufpassen? Gibt es denn Anlass dazu? Auf wen sollten wir achten? Auf die Antidemokraten Faeser und Haldenwang?

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        • Klartexter sagt

          Herr Seevers ist Stelle fest: Sie verhöhnen nicht nur Landwirte und deren Familien sondern machen sich noch über das Thema Selbstmordrate in der Landwirtschaft lustig.

          Genau diese Scheinheiligkeit im Blog habe ich schnell durchschaut und ich danke für ihre Ehrlichkeit.

          Krämer, Seevers, … sind parasitäre Nutznießer der Landwirtschaft und haben sich die Rente auf Kosten der Bauern “verdient” und betreiben hier Fingergymnastik im Blog.

          Sorry für die deutlichen Worte aber das musste raus. Alles in sich rein zu fressen, ist auch im Sinne des Themas hier nicht gesund.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Klartexter schrieb:…”Sie verhöhnen nicht nur Landwirte und deren Familien sondern machen sich noch über das Thema Selbstmordrate in der Landwirtschaft lustig.”

            DAS ist schon hart an der Grenze zur Verleumdung, mindestens ist es Dummheit, weil der Kontext nicht verstanden wurde.

            “Krämer, Seevers, … sind parasitäre Nutznießer der Landwirtschaft und haben sich die Rente auf Kosten der Bauern “verdient” und betreiben hier Fingergymnastik im Blog.”

            Und DAS ist dann wiederum eine Beleidigung, die entgegen der Nettiquette steht.

            Kotz dich doch anderswo aus,.

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  2. Klartexter sagt

    Ich möchte den Diskursrahmen zum Thema Suizid in der Landwirtschaft um eine Fragestellung erweitern.
    Von depressiv gewordenen Landwirten wird immer ein Druck erwähnt, “dass man angeprangert wird, eine hundertjährige Hofgeschichte beendet zu haben…”

    Wenn Menschen, Tiere sterben, wird das oft mit dem Kreuz gekennzeichnet.

    Frage: War es eine gute Idee, Höfe mit grünen Kreuzen zu kennzeichnen?
    Eine politisch Wirkung und ein Ergebnis gab es nicht.

    Aber wie wirkt so eine Untergangsstimmung auf kranke Landwirte? Gibt es ein Risiko und ist das vertretbar?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Klartexter, kann es sein, dass du den Spieß so umzudrehen versuchst, dass du konzertierte Aktionen von der Seite der Landwirtschaft als Ursache individueller Entscheidungen siehst? Demgegenüber aber Auswirkungen der politischen Seite negierst? Du scheinst voller Hass zu sein gegenüber den Kollegen….kann das sein?

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      • Klartexter sagt

        Nein, Herr Sievers, Ihre Dikreditierungsversuche sind nicht zutreffend.

        Es geht mir um die Glaubwürdigkeit darin, eine Situation zu verbessern und um Selbstüberprüfung.

        Dazu habe ich eine Frage gestellt, die sie ignorieren und mit dem Spieß andere zu verteidigen,die ich gar nicht angegriffen habe.

        Ein Selbstmord ist nur dann laut Verfassungsgericht eine “individuelle Handlung”, wenn es sich um die Hilfe\Selbsthilfe beim Sterben handelt.

        Bei politischen und finanziellen Problemen sollte man kranken helfen, die noch eine lange Lebenserwartung haben.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Du hast eben eine andere Meinung, Punkt. Nicht mehr und nicht weniger. Der Versuch, Selbstmord jetzt auch noch der Gesellschaft zu überantworten, ist in meinen Augen Unsinn.

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          • Klartexter sagt

            Krankheiten zu heilen und Leben zu retten, kann man nicht als “Unsinn” abtun.

            Ich glaube, dass das Internet auch als krankmachend wirken kann. Deshalb muss man mit solchen Themen und grundsätzlich sensibel umgehen. Hilfsbereitschaft, Empathie, Kollegialität, Fairness sondern höhere Güter als Profilierungssucht und Selbstdarstellung der Einschaltquote wegen.

            Sagen wir es wie es ist: Hier oder in den verlinkten Fernsehbeiträgen geht es um Effekthascherei und nicht um Hilfsbereitschaft.
            Antworten Sie nicht Herr Seevers, ist meine Meinung die man Nichtteilen muss.

            Nun nocheinmal: Ist die Negativstimmung und Untergangsstimmung durchgrüne Kreuzeein Risiko oder nicht?
            Ist es nicht besser, jungen Leuten Wege und Lebensweisheiten zu vermitteln als eine Abhängigkeit von der Politik vorzugaukeln?

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              • Peter sagt

                “Krankheiten zu heilen und Leben zu retten”…
                die “Heiler-Industrie” boomt, alles in bester Ordnung…oder? Nein, die “Klassen der zukünftigen Einkommenssklaven” muss früher auf die wahre Härte des Lebens vorbereitet werden.

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              • Reinhard Seevers sagt

                “Ist die Negativstimmung und Untergangsstimmung durchgrüne Kreuzeein Risiko oder nicht?”

                Das hängt von der individuellen Gemütslage ab. Es ist nicht der Sender, sondern das Empfangen, das in jedem unterschiedliche Gefühle auslöst. Du empfängst ja auch gerade etwas anderes, als ich….daran ist niemand Schuld. Der eigene Empfänger empfindet bei jedem Menschen eben anders. Deswegen ist es dennoch falsch, Sender zu verbieten.

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                • Klartexter sagt

                  Damit kann ich was anfangen, Herr Seevers.

                  Ich bin hier so engagiert hier im Faden, weil ich über meinem 1. Kommentar überrascht bin, weil er ein Fehler war.
                  Ich habe persönlichen Frust über Behörden und Bauernverband als indirekte Schuldzuweisung artikuliert, was eine Verhöhnung der Opfer darstellt.

                  Darauf fußt mein Vorwurf des mangelnden Fingerspitzengefühls hier.

                  Jeder kann sich dazu ein eine Meinung bilden im Hinblick auf die Verantwortung von Sendern.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  “Jeder kann sich dazu ein eine Meinung bilden im Hinblick auf die Verantwortung von Sendern.”

                  In Berlin hungert sich zur Zeit ein Bürger zu Tode, weil er den Weltuntergang vor Augen hat.
                  Was sendet er nun und was würdest du ihm sagen wollen, bezüglich seines Sendungsbewußtseins?
                  Ich empfange so gar nichts….

    • Bauer Willi sagt

      @Klartexter, ich wurde von der Kanzlerin ins Kanzleramt eingeladen. In der Anschrift stand mein Name und der Zusatz “Initiator Grüne Kreuze”. So ist es auch bei Wikipedia zu finden.

      Ja, es war eine sehr gute Sache, dass Tausende Landwirte meinem Beispiel gefolgt sind. Sogar in den Kirchen wurde am Erntedank darüber gepredigt und sehr wohl verstanden, warum die Landwirtsfamilien sie aufgestellt haben.

      Von meinen Berufskollegen habe ich viel Unterstützung bekommen und nahezu alle waren froh, dass endlich mal jemand aufgestunden ist und mit diesem “stillen Protest” die Gedanken und Sorgen von sehr sehr vielen Landwirten und Landwirtinnen !! so kanalisiert hat, dass sich jeder darin wiedergefunden hat. Dem Bauernverband ist das bis heute nicht gelungen.

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  3. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    „Die größten Ereignisse sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.“ (Nietzsche)

    Beständig im eigenen Leben immer nur die Geschwindigkeit erhöhen zu wollen ist GIFT – Gift für Körper, Geist und Seele.

    Das erfolgreichste Mittel gegen Dysstress hat nur vier Buchstaben: NEIN!!!

    Viel zu selten bedienen sich die heute noch aktiven Bauern genau eben dieser „Heilmethode“, sie funktionieren automatisiert total fremdgesteuert, selbst wenn es physisch und psychisch extrem zermürbt, kaum mehr auszuhalten ans eigene Limit stößt. Die wenigsten vermögen noch rechtzeitig die Reißleine ziehen zu wollen. Erkennt man aktuell an den Bauerndemonstrationen, die zunehmend wenig erfolgreich versanden.

    Irgendwann einmal kommt dann im Worst-Case-Endszenario der Bestatter auf den Hof. Daher MÜSSEN wir alle sehr viel früher die Reißleine ziehen: Das Leben ist schön, zu schön, um es in einer solchen Art und Weise sinnlos zu verschleudern. – Für WEN!? Für WAS!?

    Die Schönheit der Natur, unbeschwertes, motivierendes fröhliches Vogelgezwitscher am Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Nase kitzeln, ein bunter Schmetterling, der den Schlepper umtanzt beim Ackern auf der Fläche und auch das eine oder andere Mal zum Absteigen für eine kurze Rast der Sinnesfreuden verlockt, eine farbenfrohe Blumenvielfalt auf unseren Wiesen, das herzerfrischend unbeschwerte Lachen unserer Kinder und Enkelkinder, ein guter Freund, der auf ein Pläuschchen vorbeischaut und dich damit zur positiven „Zwangspause“ verdonnert, …es gibt so viele kleine u. klitzekleine Glücksmomente, denen wir einfach bewusst mehr Aufmerksamkeit schenken sollten, um unsere Herzen u. Seelen zu erquicken.

    Liebe Smarti, in die Familie werden wir hineingeboren, Freunde sucht man sich selbst aus. Nicht wenige, die als solche ständig aufwarten, haben ein One-Way-Ticket gebucht. Die solltest du aus deinem Leben fernhalten, dir feindlich gesinnte Menschen einfach ignorieren, sonst kosten diese dich Lebenskraft, die wir alle am Ende eines jeden Tages nicht unbeschränkt zur Verfügung haben.

    Wir müssen raus aus dem Gedankenkarussell mit einer ständigen Grübelei, allen Wahnsinn dieser Welt stoppen zu können und dabei das gemeine Leben einfach ignorant an uns einfach vorbeirauschen zu lassen.

    Beenden wir unsere Winterdepressionen und starten durch mit lebensbejahenden Frühlingsgefühlen, in jederlei Hinsicht…!!! – JETZT

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    • unkompizierter Wurzelwicht sagt

      Übrigens durchläuft jeder Mensch in den unterschiedlichsten Lebensphasen irgendwann einmal Drepressionen ganz unterschiedlicher Prägungen, zumeist lösen diese sich von ganz alleine wieder auf.

      Wenn aber die eigene Seele nach Hilfe schreit, sollte man das im stillen Kämmerlein nicht tabuisieren. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man sich in dieser ausweglos erscheinenden Situation sich Hilfe von außen holt, …ganz im Gegenteil.

      Jeder der akut schwer erkrankt ist geht doch auch zum Arzt, eine schwerkranke Seele braucht auch Hilfe. Dafür muss sich niemand schämen – in Zeiten wie diesen schon gar nicht!!!

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  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    Im Zeichen übervoller Regale in den Supermärkten interessiert sich kaum ein Politiker über das Wohlergehen der bäu9erlichen Familien, wichtig ist die Erhaltung der Landschaft.

    § 2 Aufgaben der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft

    Die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft dienen auf ökonomischer Grundlage der Allgemeinheit insbesondere durch

    1.die Erzeugung von gesunden Lebensmitteln in ausreichendem Umfang unter Gewährleistung des notwendigen Eigenversorgungsanteils,

    2.die Gestaltung und Pflege der Kultur- und Erholungslandschaft,

    3.die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft im Bereich der Landeskultur,

    4.den Beitrag zur Aufrechterhaltung einer Siedlungsdichte, die für die ausreichende Ausstattung ländlicher Gebiete mit Einrichtungen der Versorgung und Entsorgung, der der Bildung, des Verkehrs und der Erholung notwendig ist.

    https://beck-online.beck.de/Print/CurrentDoc?vpath=bibdata/komm_pdk/pdk-bw-g10bw_2/ges/bwllg/cont/pdk-bw-g10bw.bwllg.htm&printdialogmode=CurrentDoc

    Und die Medien interessieren sich für Schlagzeilen, wie Gewinn von 115.000 Euro je Betrieb und Traktoren vor dem Bundestag, nicht darüber, wie viele Burnout haben und im Suizid die Lösung ihrer Probleme sehen?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Es gibt eine Todesursachenstatistik, die ausweist, dass die Suizide insgesamt sich seit 1980 halbiert haben. Dennoch handelt es sich überwiegend um Männer mit einem durchschnittlichen Alter von ca. 58Jahren. Ich denke dass die Kombi mit dem Beruf und den gesellschaftlichen Ansprüchen, sowie den ökonomischen Randbedingungen gerade diese Kohorte stärker trifft. Man muss evtl. präventiv früher anfangen jungen Männern eine andere Selbstwahrnehmung zu lehren? Keine Ahnung wie, aber auf jeden Fall wird es nicht aus der Gesellschaft heraus oder von Seiten der Politik vorangetrieben werden.
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8732928/

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    • Stadtmensch sagt

      Gibt schon einige Medien Seite 6-7, die ganz genau berichten. Mit Hintergrund und vielen Zahlen. Liest aber niemand.

      “Die bürgerlichen Medien sind sich einig. Der Spuk protestierender Bauern soll raus aus dem öffentlichen Bewußtsein: „Die Verabschiedung des Haushaltsfinanzierungsgesetzes und damit auch die schrittweise Abschaffung der Agrardieselbeihilfe sind konsequent. Die Landwirtschaft wäre gut beraten, nach vorne zu denken“, zitiert die Frankfurter Rundschau am 6. Februar den Agrarökonomen Professor Alfons Balmann.”

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  5. Hartmut Keller sagt

    Andere Länder ( z.B. Frankreich) gehen viel offener mit den Zahlen um. Es scheint wohl so zu sein, dass man in Deutschland die genauen Zahlen erst gar nicht wissen möchte, denn über die Zahlen aus Frankreich habe ich sogar hier in Deutschland schon gelesen. Ich bin persönlich betroffen, denn mein Vater hat sich vor 12 Jahren das Leben genommen. Er war schon lange in Rente, hat aber noch täglich mitgeholfen. Es geschah 10 Tage, nachdem die Betonspaltenböden für den Maststall angeliefert wurden, die wir Schweinehalter ja alle unnötigerweise austauschen mussten. Unser ganzer Hof lag voll mit den schweren Dingern und er hatte sich über die Unsinnigkeit sehr aufgeregt. Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, wusste aber auch noch nicht so recht, wie der Austausch dieser schweren Teile passieren sollte. Vor genau 10 Jahren war ich in Kur, da meine Nerven dann auch ziemlich am Ende waren. Das auf diese Krankheit spezialisierte Kurhaus war voll mit Landwirten und Polizisten ( was ja auch schon tief blicken lässt). Die Ärzte berichteten alle, daß die Fälle in der Landwirtschaft rapide angestiegen sind, es aber keine genauen Zahlen gäbe. Bei Gesprächen mit den Kollegen hörte ich schlimme Geschichten, die meistens durch eine politische Entscheidung den Anfang nahmen. Den Politikern interessiert nicht, was sie bei den Menschen in den Köpfen anrichten, wenn sie weitreichend Entscheidungen treffen. Eine Erfolgskontrolle findet auch nicht unbedingt statt, es könnte ja negativ ausfallen. So hat man in Deutschland durch den Spaltentausch keinem Schwein geholfen, eher im Gegenteil. ( eine Erfolgskontrolle war nie vorgesehen) Viele Bauern oder Polen ( ein Staatssekretär sagte mir: für diese Arbeit habt ihr doch die Polen) haben sich den Rücken kaputt gemacht, oder schlimmeres. Von den unnötigen Kosten ganz zu schweigen.

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    • Inga sagt

      habe gerade von Peter Hahne was darüber gehört.

      Dann macht es uns nichtmur die Politik schwer, sondern auch unsere Mitbürger, die Vorurteile gegenüber uns haben

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  6. Reinhard Seevers sagt

    Die Medienwelt ist schnelllebig und Ereignis-heischend. Es wird sicher noch vieles mehr vergessen oder nicht berichtet.
    Suizid ist immer persönlich. Wenn es auch statistisch eine Signifikanz für einen Gesellschaftsbereich ergibt, so würde auch eine höhere Aufmerksamkeit nichts ändern, weil die Ursachen zum Einen in der Person selbst, und zum Anderen an den multiplen hier ständig diskutierten Problemen ohne Lösungsaussicht liegen.
    Man kann es beklagen, aber damit ist es auch getan.

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    • Klartexter sagt

      Zuerst konnte ich mich mit ihren Zeilen anfreunden, aber dann ist mir aufgefallen, das sie ungelöste Probleme als plausible Gründe für einen Selbstmord anführen. Das ist nicht nur falsch sondern auch gefährlich!

      Ich denke, jeder hat schon Mal in einer schlechten Phase über so etwas nachgedacht. Diese Ehrlichkeit und die Beschreibung wie man aus so einem Tief heraus kommt, hilft Menschen in schwierigen Lagen.

      In diesem Sinne ein ausdrückliches Nicht-Danke an Krämer, der wohl gerade Langeweile hat
      und Aufmerksamkeit sucht!

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      • Arnold Krämer sagt

        Top-Thema Nr. 1 in der Liste ist “Wenn Pflanzen Schwermetalle abbauen” und bis Thema 10 stehen noch 8 weitere teilweise sehr interessante Themen, die medial nicht oder ganz wenig beachtet wurden.
        Ihr verbaler Tritt vor mein imaginäres Schienbein ist also selten dämlich.
        Morgen können Sie mehr von mir hier lesen! Diesmal hatte ich Bauer Willi nur einen Hinweis gegeben.

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        • Klartexter sagt

          Herr Krämer, hier wird über die Selbstmordrate in der Landwirtschaft diskutiert und Sie sprechen von der Dämlichkeit eines Landwirts und von imaginären Tritten vor das Schienbein…

          Genau wegen dieser mangelnden Demut habe ich mich gemeldet um diese einzufordern.

          Ich mag es nicht, wenn dieses Thema instrumentalisiert wird. Ich mag es auch nicht, wie von Nicht Landwirten über diese permanent diskutiert wird, als würde es sich bei Bauern um eine zu erforschende Spezies handelt, die man irgendwie lenken und dezimieren muss.

          Ob ich morgen Muße und Zeit habe, kann ich nicht versprechen.

          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Aber Klartexter, wir Bauern sind doch treudoof brav, …. viel zu brav für meine Begriffe.

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          • Bauer Willi sagt

            @Klartexter
            darf ich Sie so verstehen, dass das Thema “Suizid bei Landwirten” nicht erwähnenswert ist? Sollte man es lieber verschweigen?

            Ich habe hier auf eine Reihen von “vergessenen Nachrichten” aufmerksam gemacht. Das besagt ja, dass das Thema verschwiegen wird.

            Ich kann nicht so recht erkennen, worauf Sie hinauswollen. Können Sie Ihre Kritik etwas präzisieren? Danke.

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            • Klartexter sagt

              Ich wäre Ihnen dankbar, mich nicht taktisch falsch zu verstehen. Wenn ich Demut bei dem sensiblen Thema unmissverständlich einfordere, können Sie mir nicht unterstellen, “dass mir das Thema nicht wichtig sei”.

              Die Grundfrage ist, welchen Einfluss haben Dritte, auf eine Freitod Entscheidung?
              Ich kenne hier einen Fall, wo Ärzte, Freunde und Verwandte alles getan haben um zu unterstützen. Leider ist er vor 8 Tagen beerdigt worden.

              In Frankreich gibt es keinen Oezdemir, Habeck, Baerbock, kein ARD und ZDF und auch keinen NAbU (Peta schon)….
              dort wird öffentlich darüber Buch geführt und trotzdem geht es schlimm weiter.

              Jeder muss sich selbst überprüfen wie er mit Mitmenschen umgeht und vermeidet, den Tropfen zu sein, der das Fass Freitod zum Überlaufen bringt.

              Sie Bauer Willi, sind natürlich fehlerfrei.

              Dieses Thema kann nicht nebenbei abgearbeitet werden sondern nur mit Fachleuten und Expertise. Kann ich nicht liefern sondern nur Empathie ermahnen und Menschen keine Dämlichkeit unterstellen.
              Liebe Grüße

              • Bauer Willi sagt

                Ich verstehe Sie nicht taktisch falsch, ich verstehe Sie nicht, deshalb frage ich nach.

                Ich weiß nicht, warum Sie annehmen, dass ich fehlerfrei sei. Ich bin es nicht.

          • Stadtmensch sagt

            Klartexter schrieb:
            “Ich mag es auch nicht, wie von Nicht Landwirten über diese permanent diskutiert wird, als würde es sich bei Bauern um eine zu erforschende Spezies handelt, die man irgendwie lenken und dezimieren muss.”

            Also ich lese hier nicht aus Voyeurismus mit. Bin selbst hin und wieder etwas niedergeschlagen, weil ich wohl nie ein “großartiges Leben” haben werde (jedenfalls mit den Worten von Sybille Berg gesprochen). Das, womit ich meine Brötchen verdiene, bekomme ich nie zu Gesicht. Es ist irgendwelche Software, die sog. Produktionsmaschinen steuert. Maschinen, die Rohstoffe zu Müll verarbeiten. Mir macht das auf eine gewisse Art Freude, denn wenn ich schon zu nix anderem tauge, dann will ich wenigstens konsequent Sche..e bauen (ebenfalls die Worte von Frau Berg – Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot). Ein Büchlein kann gelegentlich gegen Altersdepression immunisieren 😉

            Aus dem unten verlinkten ZDF-Beitrag habe ich entnommen, dass der Landwirt, den monatlichen Hofladentag sehr genießen kann, weil er auf diese Weise eine positive Rückmeldung von seinen Kunden bekommt. Das ist doch interessant für mich, da ich selbst wöchentlich ein Mal zum Markt pilgere und sehr viel direkt vom Erzeuger kaufe. Wenn mal nich viel Gedränge ist, kann man auch nett plaudern. Geht im Supermarkt nur bedingt.

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    • Dr. W. Ebersbach sagt

      Da hast du Recht denn du selbst weißt ja wie man in solche Lage kommen kann bzw.sich befindet.I .L .D.

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  7. Smarti sagt

    Zum Thema Burnout, oder der Vorstufe “keine Lust, keine Freude mehr am Beruf oder am Leben an sich”:
    Normal versuche ich, mich viel länger mit Menschen, die mir wohl gesonnen sind und mit schönen Themen zu beschäftigen und den anderen Themen nicht zuviel Raum zu geben.
    Aber das wäre jetzt unfair, die anderen Landwirte und der Mittelstand sollen neben der ganzen Arbeit auch noch für mich demonstrieren und in den Medien gegen Schützer und Ausnützer anschreiben?
    Aber das macht schon etwas mit uns, mit der Familie, zumal es sich ja auch schon lange hinzieht und kein (gutes) Ende zu nehmen scheint. Die Lunte ist kürzer bis es knallt, man beschäftigt sich länger mit Menschen, die man nicht mag als mit denen, die man liebt. Dies ist sicher auch ein Thema für steigende Burnoutfälle bei den Landwirten.

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  8. Klartexter sagt

    Es gibt viele Möglichkeiten als Landwirt\Bauer krank zu werden. Die Arbeitsbelastung ist es in den meisten Fällen wohl nicht sondern die Kombination aus : Wirtschaftlicher Druck Hohe Pachtpreise, mobbende Behörden (Landwirtschaftskammer, etc…), Politik\Medien, Bauernverband-der Strukturwandel und Höfesterben gut findet, familiäre Probleme…

    Ich halte überhaupt nichts davon, das Thema hoch zu jazzen. Zu viel Scheinheiligkeit im Spiel und das Hauptproblem ist die Unkollegialitaet und solche Berufskollegen können nicht Feuerwehr spielen als Brandstifter.
    Es soll sich niemand hier angesprochen fühlen, aber ich habe 15 Jahre Erfahrung in Diskussionen mit Landwirten…

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    • Bauer Willi sagt

      @Klartexter,
      ich habe Erfahrung mit Burn-Out. Persönliche Erfahrung, weil ich vor etwa 10 Jahren einen Burn-Out hatte und – Gott sei Dank – mit Josef einen tollen Hausarzt, der das sofort erkannt hat. Er hat mich quasi “aus dem Verkehr” gezogen. Nach vier Wochen war ich wieder einsatzbereit, auch dank Psychopharmaka gegen die ich mich zuerst gewehrt habe.

      Man kann das Thema nicht hoch genu aufhängen, weil man durch Tabuisierung, so wie Sie es versuchen, die Sache nur noch schlimmer macht. Übrigens hatte ich schon mehrere Anrufe von mir völlig unbekannten Menschen, die Rat von mir haben wollten. Meine Telefonnummer steht ja im Impressum.

      Ich habe 50 Jahre Erfahrung in Diskussionen mit Tausenden von Landwirten. Ich kenne auch einige Landwirte, die durch Suizid aus dem Leben gegangen sind. Vorhersehbar war das bei den allermeisten nicht sondern ein Schock für die gesamte Umgebung.

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  9. Thomas Bröcker sagt

    Zum letzten Themenfeld gibt es einen sehr guten ZDF Beitrag aus der Serie 37 Grad:
    “Burnout auf dem Bauernhof” von Nora Stöwer und Johanna Langer. Beeindruckend sind auch die starken Frauen in den gezeigten Beispielen.

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