Bauer Willi
Kommentare 42

Grüner Parteitag – wenn sich die Geister scheiden

Gestern war der erste Tag des Parteitags der Grünen. Ich habe drei verschiedene Positionen zum Agrarbereich und zur Gentechnik gefunden, die diskutiert werden und dann in das Grundsatzprogramm der Grünen aufgenommen werden.

Zuerst die Hardliner. Nach längerer Einführung ist dem Papier zu entnehmen, dass alles so bleiben muss wie es ist. Und wie zu erwarten in dieser Gruppe mit dabei: Renate Künast, Anton Hofreiter, Harald Ebner, Martin Häusling, Christian Meyer, Norwich Rüße, Martin Hahn, Ophelia Nick…

In ihrem Vorschlag lesen sich dann auch solche Sätze: „Doch wenn es konkret um höhere Erträge oder Klimaanpassungen wie Trockenheits- und Salztoleranz geht, sind konventionelle Züchtungsmethoden gentechnischen Verfahren bislang meist eindeutig überlegen.“ Wissenschaftler sind in dieser Gruppe offensichtlich unterrepräsentiert.

_____

Dann gibt es eine Gruppe, die namentlich nicht festzumachen ist sondern einen Beschluss der BAG Landwirtschaft (und Christ*innen) zur Diskussion stellt. Grob zusammengefasst ist ihre Position: Rote Gentechnik unter Auflagen erlauben, klare und kompromisslose Ablehnung der grünen Gentechnik.

_____

Und dann gibt es eine Gruppe, die darüber diskutieren will, ob die neuen Techniken vielleicht doch Vorteile haben könnte und auch die Grünen sich damit anfreunden.  Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Theresia Bauer, Johannes Kopton, Sebastian Lakner.

In die gleiche Richtung geht auch dieser Beitrag, der neue Gentechnik zur Diskussion stellt:

Hier liest man: „Man traut uns zu, über Chancen und Risiken einen faktenbasierten Diskurs zu führen. Denn die globalen Probleme unserer Zeit verlangen durchdachte Antworten. Sie erlauben uns nicht, mögliche Lösungsbausteine aus Prinzip und pauschal abzulehnen.Wir fordern daher eine Neubewertung neuer gentechnischer Verfahren (Genome Editing) in der Pflanzenzüchtung.“

_____

Zu welcher Gruppierung Habeck und Baerbock tendieren?  Von Robert Habeck habe ich es selbst gehört, von Annalena Baerbock weiß ich es nicht.

 https://www.bauerwilli.com/eine-stunde-mit-robert-habeck/

Wer sich zum Schluß durchsetzt? Ich erwarte da keine Überraschung: es wird die Oldie-Fraktion mit ihren Oldie-Sprüchen „Agrarwende statt Gentechnik“ sein.  Mal sehen, ob es „Jute statt Plastik“ auch wieder in das Grundsatzprogramm schafft.

Was im Übrigen sehr interessant ist: wenn es um den Klimawandel geht, pochen die Grünen darauf, nur ja auf die Wissenschaftler zu hören. Bei der Gentechnik ist es genau umgekehrt: Wissenschaftler haben einen offenen Brief an die Grünen  geschrieben: Sie sollen sich CRISPR-Cas öffnen. Bei Gentechnik ist aber Wissenschaft offenbar nicht erwünscht, denn sonst hätte es ja den Brief nicht gebraucht.   https://www.presseportal.de/pm/amp/118695/4664942

Und auch andere Interessengruppen schreiben an den Parteitag:

Schreiben Grain Club

 

 

 

(Aufrufe 2.023 gesamt, 1 heute)
0

42 Kommentare

  1. Wo sind die unabhängigen Studien, die belegen, dass die gentechnischen Methoden der Konzerne zu langfristig resistenteren Sorten führen als regional angepasste Sorten?

    0
    • Schmeckt gut sagt

      Welche regional angepassten Sorten gibt es denn? Bitte aufzählen. Der Zug ist doch lange abgefahren. Der LEH gibt doch oft die Sorten in Richtung Haltbarkeit vor. Durch die Anforderungen des Handels gibt es keine regionalen Sorten mehr. Es wird LKW-weise eingekauft. Da passt keine regionale Sorte ins Konzept, nicht einmal die „fragwürdige“ Entwicklung in Richtung Clubsorten.

      2+
      • firedragon sagt

        Leibniz Insitute of Plant Genetics and Crop Plant Research (IPK)
        Corrensstr. 3
        06466 Stadt Seeland/OT Gatersleben
        IPK: https://www.ipk-gatersleben.de

        Schmeckt gut,
        hier eine Adresse mit Zugriff auf eine Vielfalt an Sorten, ich zähle die jetzt aber nicht alle auf, da gibt’s einen „Katalog“.

        0
        • Schmeckt gut sagt

          Darum geht es mir nicht. Ja, es gibt viele verschiedene, auch wertvolle, leckere Sorten. Aber welche Sorte wird auch in nennenswerten Mengen verkauft. 85% des Lebensmittelhandels laufen durch 4 Flaschenhälse. Ich bin ja eurer Meinung, Firedragon und Nils, dass regionale Sorten Vorteile haben, aber sie sind nach Ansicht der marktrelevanten Einkäufer megaüberflüssig. Das Trommeln in bunten Werbemedien, dass die „geliebten“ Lebensmittel ja sowas von regional und fair angebaut werden, geht mir nur noch auf die Nerven. Das Gegenteil ist der Fall und es wird immer schlimmer.

          1+
          • Reinhard Seevers sagt

            Geh mal auf die oxfam-Seiten, da kann man die Ignoranz und die Sturheit der LEHs gut nachvollziehen, wenn es z.B. um Bananen aus Ecuador geht…..der LEH macht was er will, und alle springen. Jetzt haben sie sich erstmal über Julia aufgeregt, weil sie Fariness eingefordert hat.

            1+
          • firedragon sagt

            Schmeckt gut,
            wenn Du die Möglichkeit hast, einen Partner zu finden, der an anderen als den gängigen Sorten interessiert ist, dann spricht da überhaupt nichts dagegen. Auf gut Glück für den Handel irgendetwas Spezielles anzubauen ist Selbstmord, macht man nicht. Regionalität bei einem solchen Produkt hervorzuheben, kann man machen, ich ziehe es allerdings vor, besondere Merkmale hervorzuheben.

            0
    • Reinhard Seevers sagt

      Gestern hat Habeck die Angel ausgeworfen, um aus jedem politischen Spektrum abzufischen.
      Habeck versucht die Grünen Positionen als Eintopf zu verkaufen, für jeden etwas dabei. Um seinen hardlinern entgegen zu kommen einigten sie sich auf das 1,5 Grad- Ziel. Das ist irgendwie niedlich…..welches Thermometer das wohl wann und wo messen soll. Geschickter Fischer der Habeck….😎

      0
  2. Friedrich sagt

    Paulus

    Die Bundesnetzagentur und die großen Stromerzeuger bremsen nicht den Ausbau der Energie , sondern warnen für zu viel Abschaltungen. Wir haben nur noch die Erzeugungsmenge eines Kohlekraftwerkes als Reserve und die brauchen wir auch für die Netzstabilität , sonst droht der Blackout und der steht heute schon ins Haus ! Vor Jahren hatten wir 70 Eingriffe ins Netz im Jahr , heute sind es über 300 Eingriffe am Tag. Nur der Technik und des Ingeneurwissens ist es zu verdanken , daß der Blackout bisher ausblieb. Im Juni 2019 hatten wir drei Fastblackouts bundesweit ! Heute stabilisiert man das Netz schon mit spontanen regionalen Stromabschaltungen für wenige Minuten und das wechselseitig im ganzen Land. Nur ein Fehlgriff/Fehlschaltung und der Blackout ist da. Wir haben inzwischen unseren Betrieb komplett mit Notstromtechnik ausgestaltet, denn wir hatten schon in den letzten 10 Jahren zweimal Stromausfall mit jeweils acht Stunden.

    0
  3. Obstbäuerin sagt

    Zum Glück sind sich die Grünen auch oft nicht grün. Ein weiterer Streitpunkt basiert auf der Äußerung von G.-E., die Grünen wären nie ein pazifistische Partei gewesen und sollten auch der Beteiligung der Bundeswehr an kriegerischen Auseinandersetzungen ohne UNO-Mandat zustimmen. Da reicht ihre Erinnerung wohl nicht bis Petra Kelly und Gert Bastian zurück.

    3+
    • brouss sagt

      Gerade der Doppelselbstmord (oder auch nicht) von Petra Kelly und General Bastian ist für mich ein Indiz, dass die Grünen psychisch kranke Leute angezogen haben und noch immer anziehen.

      2+
  4. Friedrich sagt

    Auf die GRÜNEN kan man sich leider nicht verlassen. Das haben wir Bauern in NRW und Niedersachsen mit Remmel und Meier als LW_Minister erleben müßen. Ich hatte immer den Eindruck , das , wenn Herr Meier morgens aufsteht , wieder eine neue Schweinerei gegen die konv. Bauern erdacht ist. Das wurde dann in geheimen Gesprächsrunden bei abgeschlossenen Türen im Ministerium zur Praxisreife diskutiert. Alles was gegen deren Ideologie stand , wurde medial schnell ins illegale gestellt. Diese Leute , also die Grünen , sind nur dahinter her , gem. der „Frankfurter Schule “ unseren Staat komplett zu vernichten , um was neues aufzubauen und dann die Macht zu übernehmen. Sach- und Realpolitik gibt es bei diesen Leuten nicht. Deshalb halte es es auch für verantwortungslos auch einen zukünftigen Koalitionspartener bei der Bundestagswahl zu wählen , weil dann die Bauern endgültig am Ende sind. Mit unter wünsche ich mir deshalb auch mal einen Blackout o.ä. damit die Leute mal wieder auf den Boden kommen und die grüne Träumerei erkennen, denn Grün schafft keine Arbeitsplätze und damit auch keine soziale Sicherheit oder auch Wohlstand.

    10+
    • Paulus sagt

      @ Friedrich
      Als mögliche Koalitionspartner der Grünen betrachte ich alle Parteien außer der AFD. Wenn die Bauern so dumm sind diese zu wählen haben sie es sich bei der Mehrheit der Bevölkerung leider endgültig verschissen.
      Sollte es tatsächlich zu einem länger andauernden Blackout kommen, den ich für unwahrscheinlich halte und der zu einer Katastrophe führen würden, stehen die Verantwortlichen jetzt schon fest. Es werden die die Energieversorger sein, die versäumt haben rechtzeitig ausreichend „Erneuerbare“ zur Verfügung zu stellen. Die Expertinnen KGE und Baerbock werden das mit Hilfe des ö.r. Dummfunks schon richtig verkaufen. So läuft das nun mal.

      2+
  5. Bauer Willi sagt

    Habe ich gerade noch auf der Seite der Grünen gefunden, unter FAQ im Bereich Landwirtschaft:

    „Sind die Grünen die „Feinde der Bauern“?

    Im Gegenteil. Wir stehen an der Seite aller Bäuerinnen und Bauern, die im Einklang mit der Natur arbeiten. Sie sind unsere Partnerinnen und Partner für gutes Essen, eine gentechnikfreie Landwirtschaft und regionale Produkte. Wir wollen bäuerliche Betriebe unterstützen, die umwelt- und tierverträglich wirtschaften. Gerade Bäuerinnen und Bauern leiden unter der verfehlten Agrarpolitik der schwarzroten Koalition – und sind die ersten, deren Gesundheit durch gefährliche Pestizide Schaden nimmt. Die Einkommen sind im Keller, die vergangenen vier Jahre waren vor allem eine Zeit des Höfesterbens.“

    Liest sich so, als gäbe es bei Bauern zwei Klassen….

    6+
    • Ja, es gibt zahlreiche Klassen, AbL ist was anderes als LsV, wie stehen die Milchviehhalter noch gleich zum Bauernverband, Großbetriebe im Osten, kleine im Westen, Schwerpunkt Tierhaltung vs. Schwerpunkt Ackerbau (Spezialisierung), Agro-Chemie- und -Gentechnik-Fans vs. regenerative bzw. hybride Landwirtschaft, Vollerwerb vs. Nebenerwerb, selbständig vs. Landarbeiter usw. Gäbe es nur eine Klasse mit entsprechend solidarischem Zusammenhalt, gäbe es das Wachse oder Weiche, den gegenseitigen Unterbietungswettkampf womöglich nicht.

      Und das Höfesterben ist DEUTLICH älter als die vergangenen vier Jahre. Noch nie was von Mansholt gehört? Der damals von diesem angedachte Strukturwandel war eine der Sachen, die die Bäuerinnen und Bauern nicht wegprotestieren konnten sozusagen.

      Ich selbst komme aus einer Familie, die vom Strukturwandel vor der Weimarer Republik betroffen war, als man Arbeitskräfte auf dem Land freisetzen wollte für die Industrie (und Militär). Ich meine, unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg waren es noch 5% Bevölkerungsanteil mit den Landwirten. Die 4% haben wir nicht nur in den letzten vier Jahren verloren!

      2+
      • Reinhard Seevers sagt

        Wäre der Mansholt-Plan umgesetzt worden, gäbe es die ideologische Diskussion von heute gar nicht. Die Grundlage wäre nicht da, weil die Strukturen andere geworden wären.

        0
      • Bauer Willi sagt

        Mansholt heißt heute Timmermans. Sein erklärtes Ziel: Halbierung der Landwirtschaft bis 2030.
        Könnte auch schneller gehen. Und niemand, auch kein Linker, wird das verhindern.

        2+
    • Arnold Krämer sagt

      Dieser eigentlich kurze Text zeigt, warum man einen großen Bogen um diese Partei machen muss:
      1. Bei der Frage „Sind die Grünen die „Feinde der Bauern“? antworten sie: „Im Gegenteil. Wir stehen an der Seite aller Bäuerinnen und Bauern, die im Einklang mit der Natur arbeiten. ……“
      Das wird auch die Mehrzahl der konventionell wirtschaftenden Landwirte zu Recht von sich behaupten. Da die Grünen das aber anders sehen, steht die Partei nur an der Seite der Minderheit von Landwirten, die Öko-Landwirtschaft betreiben.

      2. Das Erzeugen von Angst ist Teil ihrer politischen Argumentation und wichtiges Element im Werben um Wählerstimmen bei den Landwirten selbst wie insbesondere bei allen Nichtlandwirten.

      Aussage: „Gerade Bäuerinnen und Bauern …………. sind die ersten, deren Gesundheit durch gefährliche Pestizide Schaden nimmt“.
      Dass eine solche Aussage bei der großen Mehrzahl der unmittelbar Angesprochenen nicht verfängt, hängt mit deren Berufs- und Lebenserfahrung zusammen. Es gibt keine erhöhten Erkrankungs- und Todesraten unter Landwirten, geschweige denn dass sie auf den Umgang mit Pflanzenschutzmittel zurückzuführen wären. Angst soll vor allem bei Nichtlandwirten ausgelöst werden, weil diese nichts von der (überwiegend nicht einmal vorhandenen) „Giftigkeit“ der Pestizide, den Unfallverhütungsvorschriften und der Technik des PS-Mitteleinsatzes wissen. Der kommunikative Erfolg hängt damit zusammen, dass Unwissenheit tatsächlich Angst auslösen kann, während fachlich fundiertes Wissen um den Pflanzenschutz Respekt erzeugt. Die von den Grünen perfekt genutzte Methode der Angsterzeugung ist bekanntlich u.a. auch wirksam bei den Themen Atom, CO2 und Gentechnik.

      3. Glatte Falschaussagen zeugen von dem geringen Verständnis landwirtschaftlicher und sozioökonomischer Zusammenhänge. Das zeigt folgende Behauptung.
      „Gerade Bäuerinnen und Bauern leiden unter der verfehlten Agrarpolitik der schwarzroten Koalition…… Die Einkommen sind im Keller, die vergangenen vier Jahre waren vor allem eine Zeit des Höfesterbens.“

      Die Auswirkungen der nationalen Agrarpolitik der letzten vier Jahre werden sich erst in Zukunft zeigen, weil Landwirte immer erst mit einer gewissen Zeitverzögerung Entscheidungen treffen, die Betriebsentwicklung betreffend. So schnell werden die Hoftore von Betrieben, die teilweise mehrere hundert Jahre alt sind, nicht geschlossen. Die Zahl der Betriebsaufgaben war nicht besonders hoch, eher unterdurchschnittlich. Sie wird erst in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Dann werden die Auswirkungen der Dürre, der zweimal kurz hintereinander novellierten Düngeverordnung, des Verbots der betäubungslosen Kastration bei Ferkeln, des Stillstands bei den notwendigen Baurechtsveränderungen, aber auch der Nachfragerückgänge im Zuge der Corona-Krise die Landwirte zu Betriebsaufgaben veranlassen.

      4+
      • bauerhans sagt

        angst spielt die entscheidende rolle im leben von menschen!
        ich bin überrascht,dass es sogar in der eigenen familie zu fragwürdigen entscheidungen kommt,die nicht mehr zu ändern sind,obwohl dinge fachlich und sachlich besprochen wurden.

        0
    • fingerphilosoph sagt

      Dieses Mem vom „im Einklang mit der Natur wirtschaften“ richtet seit Jahrzehnten enormen Schaden an. Damit werden kitschige Bilder evoziert, bspw. von Indianern wie Sitting Bull und Sprüchen „Geld kann man nicht essen“ – dabei entstammen diese Bilder allesamt Indianerfilmen und nicht der Wirklichkeit der Indianer, von denen nicht gerade wenige Alkoholiker sind.

      Oder andererseits werden Bilder von Südtiroler Bergbauern evoziert, die, weil sie in extremer natürlicher Umgebung leben, vielleicht gerade mal 10 Kühe im Stall haben, am Holzfeuerherd auf der Alm ihre Suppe kochen haben und selber Käse machen. Die Luft möchte ich sehen, wenn in Millionenstädten wie Berlin, Hamburg, München oder gar Tokyo alle Menschen „im Einklang mit der Natur“ vor an ihren holzbefeuerten Kaminöfen sitzen. Schon jetzt kommt das Feinstaubproblem in Städten zu einem guten Teil nicht von den Dieselautos, sondern von den ach so modernen Schweden- und Finnenöfen, die angeblich so gut wie emissionsfrei sein sollen. Natürlich sind diese Öfen sauberer als die von unseren Großeltern, dafür wird die bessere Technik durch die Vielzahl der in Betrieb befindlichen Öfen wieder aufgehoben. Schon jetzt wird ja Holz aus Russland und den Karpaten importiert, um den Bedarf an Holz überhaupt decken zu können.

      Wer bestimmt überhaupt, was „im Einklang mit der Natur“ heißt? Unter diesen Begriff kann man doch beliebig alles subsumieren, was man will. Wüstenlandschaften sind genauso im Einklang mit der Natur wie die sinnlose Massenvermehrung von Heuschrecken, Vulkanausbrüche ebenso wie Pandemien, Parasiten oder Säbelzahntiger, die ausgestorben sind, weil sie ihr großes Maul nicht mehr zugekriegt haben. 100 CO2 ppm sind ebenso „Einklang mit der Natur“ wie 7.000: alles schon mal da gewesen,

      Letztendlich sind es die Grünen, die bestimmen, was „Leben im Einklang mit der Natur heißt“, dann sollten sie korrekterweise sagen, dass sie Bauern unterstützen, die im Einklang mit den Vorstellungen der Grünen wirtschaften. Und das ist ja nun mehr als banal. Sowieso als Parteiprogramm. Ich unterstütze auch alle, die meiner Meinung sind.

      1+
      • Arnold Krämer sagt

        Gut beschreiben, fp!
        „Letztendlich sind es die Grünen, die bestimmen, was „Leben im Einklang mit der Natur heißt“, dann sollten sie korrekterweise sagen, dass sie Bauern unterstützen, die im Einklang mit den Vorstellungen der Grünen wirtschaften“.

        Auch wenn die GRÜNEN die Klarheit einer solchen Aussage vermeiden, verfangen ihre weichgespülten oder angstmachenden Botschaften bei den allermeisten Bauern nicht, sondern überwiegend nur bei urbanen Bevölkerungsschichten, weil die Bauern „noch ein Gespür haben und keine Hornhaut“ (frei zitiert nach Monika Gruber, „Und erlöse uns von den Blöden“)

        0
  6. Christian Bothe sagt

    Vollkommen uninteressant für mich,was die Grünen da von sich geben! Nichts weiter als Ideologie und weit weg von jeglicher Fachkompetenz was Crispr/Cas,grüne Gentechnik,Klimagläubigkeit usf. betrifft. Ich hoffe,das das deutsche Volk mittlerweile so aufgeklärt ist und den Grünen einen Denkzettel verpasst,auch wenn‘s momentan nicht so aussieht.Ich muss immer
    lachen,wenn ich die Journaille höre und diese von Hänsel(H.)oder Gretel(B.)als Kanzlerkandidat sprechen…Trump,Biden,Putin,China,wer auch immer,fänden es bestimmt lustiger als die deutschen Landwirte dann solche Gesprächspartner zu haben…

    1+
    • Immer wieder Werbung für Agro-Chemie oder aktuell Agro-Gentechnik, schade!

      Bevor wieder das Argument kommt, man müsse alle Menschen ernähren:
      Gut 30% der Lebensmittelverluste in Entwicklungsländern sind Nachernteverluste, meist fehlende Kühlung oder schlecht ausgebaute Infrastruktur. Das kann auch Gentechnik nicht wuppen, selbst wenn sie es könnte.

      Ich will auch nicht immer zu allem was erzählen, kommt eh nicht an, deswegen als Auflistung:
      Abhängigkeit von Saatgutherstellern, Patentklagen, Importkonkurrenz durch gentechnisch veränderte Erzeugnisse, keine dauerhafte Lösung wegen Resistenzentwicklungen (z.B. auf Bt), Introgression (Kreuzung mit Natürlichem), Abhängigkeit Agro-Gentechnik und Agro-Chemie (Bayer-Monsanto freut sich), Gene-Drives gefährden Ökosysteme und Nahrungsketten, Wasserersparnis konnte bisher nicht wirklich erreicht werden (doof, daß Photosynthese nun mal Wasser braucht) usw.

      Aber vor allem sind es noch teilweise massive Fehler bei Gentechnik. Hier im Erbgut von Rindern, die hornlos sein sollten, hat sich auch ein aniibiotikaresistenter DNS-Strang eines Bakteriums finden lassen:
      https://www.technologyreview.com/2019/08/29/65364/recombinetics-gene-edited-hornless-cattle-major-dna-screwup/

      Hier zu sehen, daß die Fehlerquote bis zu 40% hoch geht:
      https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2020/paquet_crispr.html

      Anders gesagt: Die Konzern-Wissenschaftler sehen es so, daß man die paar Fehler hinnehmen könne, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Nur bei Genen hat ein kleiner Fehler nicht selten große Auswirkungen.

      Also wer Glyphosatformulierungen wie Roundup nutzen will, hätte gern roundup-ready Saatgut und ganzjährige Einsatzmöglichkeit, müßte aber bald auch Agent Orange und Co. dazu einsetzen, um die zunehmend resistenten Pflanzen auch wegzubekommen. Hört sich nach einer geilen Lösung an 🙁

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        Zitat Suhr:“Gut 30% der Lebensmittelverluste in Entwicklungsländern sind Nachernteverluste, meist fehlende Kühlung oder schlecht ausgebaute Infrastruktur. Das kann auch Gentechnik nicht wuppen, selbst wenn sie es könnte.“

        Na dann, das ist doch Mal eine wirkliche Aufgabe für nicht systemrelevante Designer, die eine sinnvolle Lebensaufgabe erleben könnten…..auf auf, nicht labern, machen! 😉

        0
    • Thomas Apfel sagt

      Mit der Gruppe um Lakner sehe ich durchaus Schnittmengen. Ich teile seine Auffassungen zur Bedeutung von Strukturelementen in der Landschaft im Grundsatz, nicht aber in dem geforderten Umfang.
      Es ist eigentlich der Markt, der „eine Landwirtschaft für Alle“ verhindert. Die meisten Forderungen der Grünen folgen den Marktabgrenzungsdogmen der Öko-Branche und haben mit anderen objektiven Zusammenhängen, die sich dee Erklärung über Öko-Dogmen entziehen, nichts am Hut. Beispielsweise würde ein moderates Zulassen von Mineraldünger die Öko-Landwirtschaft sehr viel näher an die Erträge der „Höchstertragslandwirtschaft“ bringen. Auch erfolgreiche quasi-vegane Landwirtschaft gibt es im konv. Bereich ja längst, spezialisierte Ackerbaubetriebe ohne Einsatz von tier. Nährstoffen (meist aus pragmatischen Gründen wegen der unzureichenden Verfügbarkeit) mit Höchsterträgen, allerdings ohne Öko-Dogmen.

      1+
    • Ludger Theis sagt

      Leider wird der deutsche Bürger aber von den NGO,s den grünen, den oft linksgrünen Medien und alzuoft sogar von faktenfrei vor sich hin philosophierenden selbstgefälligen wohlstandtsverwahrlosten Abgeordneten mit ideologischer Inkontinenz überhäuft um den ihresgleichen ein Alibi zu verschaffen.

      0
  7. Thomas Apfel sagt

    Habe gestern die Rede von Frau Blähbock teilweise verfolgt. Die hat gute Berater und verfügt über Schauspieltalent. Schon die Inszenierung allein, in Weiß, auch noch durch die Beleuchtung sehr gut „ins Licht gerückt“ gemahnte an einen „Verheißungsengel“.
    Die Rede war Fakten frei aber sehr an die emotionale Verarbeitung im frontalen Kortex ausgerichtet. Sie war gut auswendig gelernt und antrainiert (ohne Äh und ah).
    Die Frau ist, weils ihr nur um das Befriedigen der eigenen Eitelkeit geht, für jede Art von Politik zu gebrauchen. Die perfekte Politikerin für die heutige Zeit, die verkauft den Leuten mit Erfolg noch einen Christbaum am 30. Dezember.

    8+
    • bauerhans sagt

      bei Zon hatte ich bz. Annalena einen kommentar schreiben wollen “ die Grünen machen sich hübsch“.
      wurde gestrichen!

      0
        • Reinhard Seevers sagt

          1972 beschlossen, 1975 zuerst genutzt….die Gründe waren u.a.:
          „Ab Mitte der 1960er-Jahre sprachen sich im Zuge der Studentenproteste gegen den Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze oder die mangelnde Aufarbeitung der NS-Verbrechen immer mehr Menschen in Deutschland für ein Wahlrecht ab 18 Jahren aus. Viele hofften, dass die Senkung des Wahlalters zu einer Integration der protestierenden Jugendlichen in die parlamentarische Demokratie beitragen könne. Der spätere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) argumentierte 1968, es gehe darum, „den jungen Menschen die Chance der Mitwirkung in diesem Staat zu eröffnen“.

          Weitere Argumente vieler Befürworterinnen und Befürworter waren, dass 18- bis 20-Jährige teilweise bereits im Berufsleben stünden und im Schnitt sogar besser informiert seien als 21- bis 25-Jährige. Außerdem konnten sie als Soldaten bei der Bundeswehrim Verteidigungsfall eingezogen werden. Viele bezweifelten, dass der Staat ihnen da das Wahlrecht verweigern dürfte. Kritikerinnen und Kritiker der Reform argumentierten hingegen, jungen Menschen fehle die nötige Reife zu wählen.“

          Ich wäre auch für 16, wenn gleichzeitig das Strafrecht angepasst werden würde…..wenn Verantwortung, dann konsequent.

          0
  8. Martin Forster sagt

    Die Grünen „leben“ politisch vom nahenden Weltuntergang. Aber es geht ausschließlich um ihre Ideologie des erhobenen Zeigefinger. Hab mal in einer grünen Runde gefragt ob wir 100000 Liter Heizöl in unserer Schule jährlich durch Hackschnitzel ersetzen könnten. Es kam die Gegenfrage, ob ich noch nicht wüsste das man Bäume pflanzen soll und nicht verbrennen. In der grünen Einigkeit war kein einziger mit Verstand.

    7+
    • Arnold Krämer sagt

      … und darum, möglichst viele der Gesinnungsgenossen auf staatlich alimentierten Stellen unterzubringen und leben zu lassen.

      4+
  9. bauerhans sagt

    zweifellos sind die Grünen in einem Aufwärtstrend und wollen mitregieren.
    da geht es nicht mehr,nur dagegen,sondern zu allen seiten offen zu sein,weshalb sie sich nicht genau festlegen wollen.

    0
    • Arnold Krämer sagt

      Die Grünen regieren über den Bundesrat längst mit, ohne dass deren Verantwortung für viel fachlichen Unsinn für den politisch weniger interessierten Bürger erkennbar wird. Sie bestimmen den medialen Mainstream als aktuell kleinste Oppositionspartei überdurchschnittlich stark, sind in den ÖR omnipräsent und treiben CDU und SPD so vor sich her, dass Alternativen auch vor dem Hintergrund der allgemeinen Abgrenzung zur AFD kaum noch erkennbar werden. Folge: eine faktisch größtmögliche Koalition.

      8+
    • Nach neiner Einschätzung haben die Grünen den Zenit überschritten. Innnerhalb der Partei tun sich große Gräben auf, die bisher aufgrund der Wahlerfolge schön brav zugedeckt waren. Nicht nur bei der Gentechnik, auch beim Thema Klimawandel sind die Grünen uneins, jetzt bildet sich in BW sogar eine Klimaliste als Absplitterung von den Grünen. Kretschmann ist tief besorgt, wohl wissend, dass auch er von den Ökoradikalen massiv bekämpft und am Ende vielleicht auch aus dem Amt gerängt wird. Allein die Person Kretschmann hat den Grünen mindestens 15% Wählerstimmen gebracht und damit die grüne Regierung erst ermöglicht. Ähnlich ist es auf Bundesebene mit Habek. Die Anbiederungen der „Altparteien“ (vorallem der CDU) sind letzlich der Hauptgrund dafür, dass sich die Grünen noch halten können. Die Talfahrt wird für sie jedoch mit Sicherheit kommen.

      0
      • Bauer Willi sagt

        Mit der „Klimaliste“ haben jetzt auch die Grünen eine Randpartei, die sie bedrängt. Und innerhalb der Grünen muss sich Habeck/Baerbock entscheiden, ob sie eine Volkspartei werden wollen (das geht aber nicht mit Künast/Hofreiter) oder weiter eine Protestpartei.

        Bin gespannt, was im Grundsatzprogramm zur Gentechnik stehen wird. Wahrscheinlich irgendetwas Weichgespültes, das niemand wehtut, aber auch keine klare Entscheidung. So vom Vokabular „Wir werden die neue Züchtungstechnik kritisch begleiten, aber keinesfalls akzeptieren, dass sie etwas verändert“.

        1+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.