Bauer Willi
Kommentare 96

Wenn das die EU-Politik der Zukunft ist…???

Manchmal lohnt ein Blick über die Grenzen. Dort ist folgender Artikel zu lesen, der mich geschockt hat. 

https://www.melkvee.nl/artikel/231626-timmermans-maakt-boeren-rijp-voor-ongehoord-maatregelen/

Hier die Übersetzung:

Der europäische Klimakommissar Frans Timmermans schikaniert die Landwirte weiterhin, um sie auf „unerhörte Maßnahmen“ vorzubereiten. Das sagt ein französischer Sprecher in Brüssel, der an den Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten über die bevorstehende Agrarreform beteiligt ist, die zwischen 2021 und 2020 Gestalt annehmen soll.

Timmermans zum Beispiel hat hart dafür gekämpft, gegen die Bauern in den Niederlanden zu protestieren. Er sagte Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der internationalen Presse, „dass er nicht verstehen kann, dass die Bauern in seinem Land (den Niederlanden) auf die Straße gehen und ein Landwirtschaftssystem verteidigen, das keine Zukunft hat“.

Timmermans bedeutet die GAP (Gemeinsame Europäische Agrarpolitik). Und er geht noch einen Schritt weiter: „Die Bauern halten an veralteten Ideen fest, anstatt sie jetzt zu ändern. Wenn sie sich an die derzeitige intensive Produktionsmethode halten, haben sie keine Überlebenschance. „

Green Deal

Timmermans gab seine bäuerlich-unfreundlichen Äußerungen nicht zum ersten Mal ab. Zuvor erklärte er als Antwort auf den „Green Deal“, dass Europa Agrarland abgeben und der Export von Agrarprodukten auch geringer sein kann. Der Green Deal ist der Vorschlag der Europäischen Kommission, den Klimawandel zu bekämpfen, indem die CO2-Emissionen bis 2050 vollständig beseitigt werden.

Die Europäische Kommission betrachtet die Landwirtschaft als einen der größten Umweltverschmutzer. Timmermans will die EU-Agrarpolitik überarbeiten und in den kommenden Jahren drastisch ändern und vor allem umweltfreundlicher machen, auch durch ein vollständiges Pestizidverbot. Er plädiert auch für mehr Artenvielfalt.

„Bauern wollen vor allem Anerkennung“

Timmermans ‚Versäumnis, die Bauern anzusprechen, wurde von den Christdemokraten im Europäischen Parlament nicht begrüßt. „Gerade jetzt, wo Bauern in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden auf die Straße gehen, wollen sie vor allem Anerkennung“, antwortete Sprecherin Esther de Lange.

Ein Sprecher der Kommission erklärte, dass Timmermans seinen Bericht „Farm to Fork“ nächsten Sommer mit wichtigen Gesetzesvorschlägen für die europäische Landwirtschaft vorlegen werde. Der Kommission zufolge ist die Lebensmittelproduktion eine der Hauptursachen für Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung, den Verlust der biologischen Vielfalt und den Klimawandel. Der EU-Sprecher sprach von „einer erheblichen Verringerung der Produktion in der Landwirtschaft, die die Umwelt am meisten schädigt, einschließlich der intensiven Tierhaltung“: „Möglichst viele Exporte auf Kosten der Umwelt und des Klimas werden nicht mehr als selbstverständlich angesehen.“ Und auch: „Die Zahl der Landwirte in Europa muss deutlich reduziert werden. Die EU und die Mitgliedstaaten müssen gemeinsam dafür bezahlen. „

„Hetze op de CAP“

Was Timmermans vergisst, ist, dass die derzeitige Agrarpolitik in Europa über Jahrzehnte von den aufeinanderfolgenden Europäischen Komitees weitgehend festgelegt wurde, die alle Warnungen der Grünen, Umwelt- und Naturorganisationen gegen ihre Politik ignorierten. Laut dem französischen EU-Sprecher untergräbt Timmermans die laufenden Agrarverhandlungen mit seinem „Abstrich“ gegen die GAP, und Kommissionspräsident Von der Leyen sollte den Landwirten Klarheit darüber verschaffen, was die Kommission mit der Landwirtschaft ab 2021 will und was nicht „.

Der polnische Agrarkommissar Wojciechowski hat bisher auf Timmermans Äußerungen verzichtet.

Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der Übersetzung.

Ich bin gespannt auf die Kommentare. Sollte dies die offizielle Politik der EU werden, werden die europäischen Bauern dies nicht ohne Reaktion hinnehmen.

Bauer Willi

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96 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    prof.grethe(Humboldt Uni Berlin) war hier auf dem kreisverbandstag und hat gesagt:
    der verbraucher wird sich nicht ändern,also muss der staat den bauern über prämien die höheren kosten (z.b. für tierwohl) finanzieren.

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    • Brötchen sagt

      Bauerhans ich habe den auch schon erlebt, meines Erachtens ist das kein ernstzunehmender agrarökonom!
      Da wo ich den erlebt habe, spielte Agrarökonomie keine Rolle, da kam kein Satz dazu.
      Meines Erachtens ist das ein oportunist der schlimmsten Sorte!
      Und ich war nicht der einzige der das so sieht!

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    • Brötchen sagt

      Bauerhans, den Grethe habe ich auch schon erlebt. Agrarökonomie für Aussagen waren da null!
      Ich halte von dem nicht viel!
      Ein Kollege hatte den gleichen Eindruck, ich bin also nicht allein.

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      • Thomas Apfel sagt

        Liebe Frau Ertl, auch das sind die bekannten Positionen der Bio-Seite, deren Wahrheitsgehalt gelinde gesagt mit Vorsicht zu genießen ist. Der ton in den Niederlanden ist nur deshalb noch rauher als bei uns in Deutschland, weil bei nur noch maximal 15 – 20 % Anteil von EU-Subventionen am Einkommen der Landwirtschaft auf Grund der hohen Produktivität, ein Druckmittel verloren geht. Nur deshalb ist der Ruf nach dem Ordnungsrecht dort noch lauter als bei uns zu hören.
        Bei allen Problemen, die die Niederlande mit Nitrat im Wasser und 200 kg/ha N-Bilanz-Überschuss noch vor 20 Jahren hatten, haben die Bauern bei hoher Produktivität Großes geleistet. Die Gesellschaft ist auf Grund der gleichen Mechanismen dort genauso gespalten wie bei uns und bei Ihnen in Österreich.
        Nur geht der Politik eben die Zugriffsmöglichkeit über die Subventionen verloren, und das mögen Politiker gar nicht!

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Dass jetzt alles Richtung bio geht, ist ja nichts Neues, wie immer man dazu steht; aber davon, dass die Zahl der Landwirte abnehmen soll, und dass die Lebensmittelproduktion als Ganze in Frage gestellt wird, ist da so nicht die Rede.

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          • knuffel61 sagt

            Alle wollen Bio, aber bitte schön umsonst. Die Lebensmittellieferungen die von der ganzen Welt nach Europa geliefert werden wären eigentlich der richtige Ansatz. Wieso müssen wir Äpfel aus Chile hier billiger importieren, als die vor Ort erzeugten je erzeugt werden können?? Das ist nur ein Beispiel. Freihandel für Fleisch aus Südamerika, was passiert, es wird soviel Wald wie noch nie am Amazonas abgeholzt für Weideflächen.
            Ich will garnicht wissen welcher Wirtschaftszweig in Europa von dem Freihandel profitiert-

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      • Reinhard Seevers sagt

        Aus dem Bericht: „Der Gewinn besteht hauptsächlich darin, dass Schäden an der Verbrauchergesundheit, dem Klima und der Natur vermieden werden.“

        Wie bitte errechnet man das? Die Verbrauchergesundheit ist von der Landwirtschaft abhängig? Rauchen, Saufen, zu viel Fressen und keine Bewegung ist die Schuld der Landwirtschaft? Geht´s noch?
        Das Klima wird durch die Landwirtschaft negativ beeinflusst? Geht´s noch? Autofahren, Reisen und Spaßhaben sind existenzielle Dinge, die das Klima aber nicht belasten?
        Die Natur wird weniger belastet, wenn weniger Menschen weniger konsumieren und weniger Infrarstruktur geschaffen wird….Wer keine Nahrung zu sich nimmt stirbt einfach, Punkt.
        Weniger Tiere = weniger organischer Stickstoff = mehr Mineraldünger oder einfach weniger Nahrung für mehr Menschen…..
        Man hat das Gefühl, dass sich hier einer auf Kosten der konventionellen Landwirtschaft bereichern möchte.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich sehe jetzt nicht, dass der von Ihnen verlinkte Artikel irgendetwas substanzielles zu Timmermans und seinen Ansichten sagt. Was ich sehe, ist der Start des Pokers um die größtmöglichen Anteile an den Mittel aus dem EU-Topf. Alle hoffen doch, dass das „Menue-Verfahren“ ihnen die Möglichkeit gibt, die Anforderungen im eigenen Land herunterfahren zu können. Und irgendwie scheinen auch alle zu hoffen, dass in Deutschland am rigorosesten umgesetzt wird und damit Marktanteile frei werden. Und irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass genau das der Deal ist, den auch die deutsche Politik anstrebt um in ihrer Industrie und Handelspolitik Handlungsfreiheit zu behalten.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Er sagt NICHTS Substantiellöes, aber auch nichts so Haarsträubendes wie der obige Artikel.

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  2. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin Willi, ich würde gerne hier in deinem Blog dem ein oder anderem einmal ein positives Zeichen auf seinen Beitrag voten. Ist aber seit Wochen unmöglich.
    Gefällt mir absolut garnicht.
    Bei deinen Beziehungen die du hast muss es doch eine Lösung für uns alle geben.
    Bei mir erscheint wenn ich vote nur “ Thanks! You Lied This.

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  3. Friedrich sagt

    Herr Timmermann ist ein sehr strammer Linker. Diese Leute, der 68er und „FRankfurter Schule“, haben ganz klar als Ziel unsere Demokratie zu zerstören , um einen sozialistischen Staat aller DDR 2.0 zu erstellen , damit diese Leute ihre Macht ausleben können. Das ist gut in dem Buch von Roland Baader
    „Die belogene Generation“ beschrieben. Unsere EU ist auf dem besten Wege dahin. Die Entscheidungen der letzten zehn Jahre sprechen dazu eine klare Sprache. Alle Gesetze der letzten Jahre für die Bauern gehen klar in Richtung Enteignung von Grund und Boden . Dazu muß erst einmal die Masse der Bauern wirtschaftlich ausgeschaltet werden , um später die wenigen Betriebe zu LPGs zusammen zu führen. Genauso wie die Russen das nach dem 2. Weltkrieg gemacht haben. Nicht umsonst sind die freiheitsliebenden Engländer aus der EU geflohen um dem weiteren Freiheitsentzug zu entgehen. Deutschland , so wird gesagt, hat der EU 80% der Gesetze ,rd. 40.000 , zu verdanken. Die EU ist aber nicht demokratisch legitimiert , sondern die Kommision nur eingesetzt , also faktisch eine Diktatur. Wie das läuft konnten wir ja alle bei der EU-Wahl im Mai 2019 erleben. Der Wählerwille wurde im Handstreich weggewischt. Der oberste Souverän , der Wähler , ist absolut entmachtet. Das EU-Parlament ist nur teuer und fast ohne Entscheidungsbefugnis. Damit ist unser Grundgesetz ausgehebelt . Wir , die Wähler, haben nichts mehr zu sagen. Alle, die auf unser Grundgesetz geschworen haben , haben somit einen Meineid abgegeben und das mit Billigung des Bundesverfassungsgerichtes. Aber die Richter werden ja auch nur vom Bundestag eingesetzt !?

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    • Bauer Fritz sagt

      Ich bin beileibe kein Freund von Timmermann und darf erinnern, daß er nahe dran war Kommissionspräsident zu werden. Da wäre die Post erst so richtig abgegangen.
      Dennoch würde ich die Briten nicht idealerweise als Gegenbeispiel heranziehen. Wenn eine Generation belogen wurde, dann waren es wohl sie. Und da wieder vor allem die Jungen die meinten, der Wähler habe nichts zu sagen – also gehe ich gleich nicht hin zur Wahl. Und speziell für den Bereich Landwirtschaft halte ich GB (mit einem lw. Beschäftigtenanteil von ca. 1,5% und einem BIP-Anteil von 0,6% und einem Lebensmittelimportanteil von rund 40-50%) eher als Endpunkt (oder Zielpunkt ?) einer Entwicklung wie sie die EU insgesamt wohl immer noch anstrebt.

      Die wichtigere Frage daraus ist wohl eher: Wenn (großteils) die EU derzeit GB mit Lebensmitteln beliefert, wer wird die EU beliefern, wenn die hiesige LW erst mal auf dem 1% Niveau ist ? Meine Vermutung geht ja eher in die Richtung, daß wir hier Blumenwiesen und Biodiversitätsflächen betreuen werden als Hauptbetriebszweig, während Asien und China uns mit den billigen Lebensmitteln versorgen deren Qualität dann einerlei sein wird. Ich denke nicht mal Mister Timmermann wird dann zu seinen Genossen nach China fahren und mal eine Audit durchführen ….

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      • firedragon sagt

        Bauer Fritz,
        wieso willst Du von China mit Lebensmitteln „versorgt“ werden? Zwischen denen und uns liegt noch ein Riesenreich mit enormen Potenzial, welches jetzt erst langsam zu Potte kommt.

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        • Bauer Fritz sagt

          Angesichts der unglaublichen Areale, die sich die Chinesen im Zuge ihres weltweiten Landgrabbings etwa auch in Afrika „einverleibt“ haben, denke ich liegen die Europa versorgungstechnisch näher als Rußland (an die sie vermutlich denken). Zudem habe sie sich ja auch im Mittelmeerraum diverse Häfen gekauft (v.a. in Griechenland).
          Wobei: letztlich ist es für einen Timmermann wohl ohnehin einerlei von welcher seiner Brüder die Abspeisung Europas durchführen wird dürfen.

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          • firedragon sagt

            Heute morgen bei uns im Radio – Lieferengpass bei Mundschutz für Deutschland.
            Eine Firma /Händler kann nur noch an medizinische Einrichtungen Mundschutz abgeben. Problem : die Dinger werden in China hergestellt und in Deutschland vertrieben. Nun ist es so, China hat die Container mit der Ware für Deutschland beschlagnahmt, wegen Eigenbedarf.
            Sodale, das sind jetzt „nur“ Mundschutzmasken… Ich habe ja keine Ahnung, wie unsere Politiker ticken. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es gar nicht gut ist, sich in allen Bereichen vom Ausland abhängig zu machen. Schon gar nicht im Energiesektor, in medizinischen Bereichen und auch nicht im Bezug auf die Grundversorgug mit Lebensmitteln – nein, wenn ich das wissentlich in diese abhängigen Bahnen lenke, habe ich nicht das Wohl meines Volkes im Auge. Zumal diese drei Sektoren plus Wasser, in Krisen das Überleben eines Staates sichert.

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            • Bauer Fritz sagt

              Die Mundschutzmasken sind ja auch nicht das einzige Erzeugnis, bei denen die Chinesen nun Eigenbedarf oder Eigeninteresse vorlegen (China first ?). Wie die letzten Jahre zunehmend gezeigt haben, hat die Auslagerung der Herstellung von Arzneimitteln in BILLIGLÄNDER nun vermehrt dazu geführt, daß in ganz Europa immer öfter Versorgungsengpässe zu vermelden sind.
              Selbst die Chinesen haben mitbekommen, daß man die Waren auch immer zuerst an den Meistbietenden und nicht an die BILLIGMEIER verscherbeln kann.

              Man könnte ja auch mal so beliebte Studien (wie beim CO2) einfordern über „vorzeitige Todesfälle“ durch unzureichende Medikamente- oder Lebensmittelversorgung im Zuge von zunehmender Auslandsabhängigkeit. Vom Brain-drain und Verlust an Forschungskapazitäten noch ganz abgesehen.

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          • Schorsch Summerer sagt

            Ich glaube mich an einen Bericht erinnern zu können dass China auch in Russland oder Kasachstan Farmen aufbaut.

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            • firedragon sagt

              Vor vielen Dekaden hat ein damals alter Mann, der beide Kriege mitgemacht hat gesagt, Achtung vor der gelben Gefahr. Er meinte die Asiaten. Damals hatte man das als Spinnerei abgetan, heute klingelt dieser Spruch in schon fast Regelmäßigkeit in unserem Hinterstübchen an.

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              • Inga sagt

                Wieviel % vom Ackerland in der ehemaligen DDR gehört schon den Chinesen, und wieviel % der westl. Industrie gehört den Chinesen?

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  4. oberländer sagt

    Damit entkommt niemand mehr der von Mutti geforderten
    links-grün versifften Zwangsökologiesierung.
    Unsere Politiker dürfen sich nicht wundern wenn der Frust den sie in unsere
    Familien bringen zu den ihrigen Familien zurück getragen wird.
    ( ich fordere das nicht , aber ich verstehe es )

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    • firedragon sagt

      Nicht frustrieren lassen, versucht es mit Gelassenheit und Abstand zu betrachten.
      Alle Betriebe können das vielleicht nicht, aber die Mehrzahl kann das, was wir seit einigen Jahren machen : Flächen aus der Produktion nehmen und in Programme unterbringen. Das muss natürlich schrittweise erfolgen, so wie es der Betrieb verkraftet.
      In 2020 gehen nach der Ernte wieder 2ha „raus“, im darauffolgenden wieder mindestens 4 ha – nur als Beispiel. Und wir sind keine Hardliner, da gibt es mittlerweile rigorosere Kollegen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich finde ja diesen Satz von Angie aus ihrem Vortrag in Davos so geil:…“ Das heißt also, wir werden dramatische Veränderungen erleben, ohne dass wir die Produkte, an die wir heute gewöhnt sind, aus der Hand geben müssen…“

      Ist das nun Sand in die Augen des Volkes, Altersstarrsinn, Realitätsverlus oder einfach Hilflosigkeit?

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      • Ein Privatier sagt

        Vielleicht ist sie auch eine sensationsgeile Drama-Queen, die uns alle zwanghaft an ihren Gelüsten teilhaben lassen möchte?

        https://de.wikipedia.org/wiki/Sensation_Seeking

        „Sensation Seeking beschreibt ein mehrdimensionales, relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal, das durch die Verhaltenstendenz charakterisiert ist, abwechslungsreiche, neue, komplexe und intensive Eindrücke (sensation engl. = ‚Sinneseindruck, Empfindung‘), Erlebnisse und Erfahrungen zu machen und Situationen aufzusuchen und hierfür oft (aber nicht notwendigerweise) physische, psychische oder soziale Herausforderungen oder Risiken auf sich zu nehmen.“

        „Sensation-Seeking ist nicht notwendigerweise mit gefährlichen Aktivitäten oder Verhaltensweisen verbunden (…) und kann auch bei eher vorsichtigen, risiko-vermeidenden Menschen ausgeprägt sein (…)“

        Die Rothe Khmer liebt „Konflikte“ und „Probleme“, die „immer wieder“ auftreten … 60 Sekunden Nervenaufreibendes und Infantiles:
        https://www.facebook.com/gfd.volkswille/videos/1566503776922280/

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        • Lady sagt

          Lieber Willi
          natürlich akzeptiere ich es, wenn es für dich ok ist, dass unsere Bundeskanzlerin als „sensationsgeile Drama-Queen“ diffamiert wird.
          Aber das ist eine Niveau, dass euch Landwirten nur schadet. Und ich muss mir das nicht antun.

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        • Thomas Apfel sagt

          Ich weiß auch nicht, was diese „Pseudo-Persönlichkeitsanalysen“ mit der politischen Arbeit von Frau Merkel zu tun haben. Ich bin gewiss nicht mit allem einverstanden was da in Berlin beschlossen und durchregiert wird, insbesondere nicht, wenn ich als Bauer persönlich derart betroffen bin. Trotzdem sollte die Diskussion nüchtern bleiben. Insgesamt war die „Politik der ruhigen Hand“ von der sich ihr Umfeld zunehmend verabschiedet (auch um sich vor Ende der Ära Merkel zu profilieren), in vieler Hinsicht nicht schlecht. Wir sind (bei aller Kritik) durch die unruhigen Zeiten nach 2008 erstaunlich heil durchgekommen.
          Die jetzt auftretenden Probleme werden andere lösen müssen, mal sehen ob die das besser können.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Das sehe ich genauso Thomas Apfel, aber der zitierte Satz ist wirklich gaga und suggeriert, dass die Gesellschaft nichts vermissen werden wird, aber dennoch alles anders werden muss….das ist einfach gaga.

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  5. Ewald sagt

    Es geht nicht um Umweltschutz oder Nachhaltige Kulturlandschaft.
    Jetzt wird der Weg für landwirtschaftliche Industrie vorbereitet, das heist billige Produckte dadurch aufgabe der privaten Betriebe und Preisverfall von Grund und Boden.
    Die Industrie kann sich billig bei uns ohne Standards einkaufen, der Rest der Kulturlandschaft wird nicht mehr genutzt und verwildert, das heist der Tourismus Traditionen Handwerk Überlieferungen verfallen und werden vergessen.
    Bis zum heutigen Tag hat die Industrie nur Chaos Verschmutzung und Skandale verursacht, nebenbei sind sie nicht kontrollierbar, und entziehen sich von jeglicher Verantwortung.

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  6. Elisabeth Ertl sagt

    Die Zukunft der EU:
    Die Gunstgebiete werden – unter großem medialem Trara natürlich – von Banken und Konzernen mit faszinierenden digitalen Knechten und Mägden als Demeter – Betriebe geführt.
    Die Ungunstgebiete werden von den großen NGOs als Jagd- und Ökotourismusdestinationen bewirtschaftet.
    MERCOSUR kommt und wird im Sinne der deutschen Exportwirtschaft immer weiter ausgebaut, die Abholzung des Amazonas wird medial plausibel Bolsonaro und seinen Nachfolgern in die Schuhe geschoben. Weitere Abkommen schaufeln die fehlenden Lebensmittel auch aus Afrika heran. Wenn dort dann Menschen verhungern, ist es doch nur gut für den übervölkerten Planeten! Wenn uns dort aber die Chinesen das Wasser abgraben? Na, dann verhungern halt ein paar unterprivilegierte Europäer. Und? Der Geldadel hat ja seine Latifundien und wird von Industrie 4.0 mit jedem Luxus versorgt, die verbandelten NGOs dürfen mitnaschen als Lohn für ihren edlen Idealismus. Wer braucht noch all die Menschen, bitte? Die ruinieren sowieso nur den Planeten. Aufstände? Noch nie von Drohnen gehört?
    Sarkasmus off.

    6+
    • Paulus sagt

      Liebe Elisabeth Ertl, darf ich dich mit einem freundlichen Lächeln und gebührendem Respekt als Salonlinke bezeichnen? Ich kenne einen aus eurer ehem. Brauerei-, Senf-
      und Ketchup Dynastie sehr gut, die Company ist zwar pleite aber er ist immer noch hoch privilegiert; der ist erstaunlicherweise genauso drauf.
      Die Touristen in den familieneigenen Jagdrevieren sind ihm aber schon lästig und bei der Gamsjagd empfinde ich das auch so. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen: Ich finde zum Fasan aus dem österreichischen Flachland passt am besten Bach, während ich mich zum Rücken eines munteren Rehleins aus dem Salzkammergut gerne von Vivaldi begleiten lasse. Welche Klänge bevorzugst du zu einem Carré d’agneau vom glücklichen Bergwiesenlamm?

      Die Idee mit dem “Wolf-Watching” ist übrigens gar nicht so dumm. Man benötigt dazu nur einen dressierten wolfsähnlichen Schäferhund und ein wenig Dramaturgie. Wäre doch gelacht wenn die Ösis das nicht schaffen würden. So ein Köter verträgt auch noch die für Touristen scheinbar wichtige Schlagermusik nebst Blitzlichtgewittern.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Nun, bei erlesener Musik versteht der Gaumen das Material genussvoller zu nutzen, und man wird nicht so fett. Das ist wichtig, um Ressourcen zu sparen für unsere Biolandwirtschaft 😉

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  7. Piet sagt

    Wer sich hierüber wundert soll mal googlen nach „Die Gekaufte Rebellion“ oder „Greta’s Milliardären“.

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  8. Reinhard Seevers sagt

    Die heutige Auswahl der Presseschau zum Thema:Treffen des LEH mit Merkel ist merkwürdig wohlwollend:

    Außerdem geht es in den Kommentaren um den „Lebensmittelgipfel“ im Kanzleramt. Der Berliner TAGESSPIEGEL schreibt dazu: „Für gewöhnlich tritt die Politik in Aktion, wenn Marktmächtige Preise zulasten der Verbraucher nach oben manipulieren. An diesem Montag ist das Gegenteil das erklärte Ziel: Die Politik tritt in Aktion, weil Marktmächtige Preise drücken. Damit soll Schluss sein. Die Verbraucher sollen es teurer haben.“ urteilt der TAGESSPIEGEL.

    Die Zeitung BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN aus Karlsruhe mahnt: „Während die Bauern immer billiger produzieren sollen, müssen sie immer mehr Anforderungen erfüllen. Da geht es nicht nur um Gesetze, sondern um die Erwartungen einer ganzen Gesellschaft. Für mehr Tierwohl sorgen, Bienen und Klima retten, die Landschaft pflegen, höchste Qualität produzieren, all das sollen die Landwirte, nur kosten darf es halt nichts. Kein Wunder, dass der Frust wächst. Zumal es mit der Landwirtschaft ja inzwischen wie mit dem Fußball ist. Viele glauben heute, sie wüssten besser als die Bauern, wie Felder bestellt und Tiere gehalten werden sollten. So wie es 80 Millionen Experten gibt, die vermeintlich mehr Ahnung haben, als der Bundestrainer“, schreiben die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN.

    Die NORDSEE-ZEITUNG aus Bremerhaven begrüßt das Treffen im Kanzleramt: „Wer einmal mit einem Landwirt gesprochen hat, dem der Einkäufer zwei Hänger voll frischer Erdbeeren retour geschickt hat, weil bei der Probe eine Handvoll angeditschter Erdbeeren zum Vorschein kam, weiß, warum die Nerven blank liegen. Denn da ist die Arbeit für ein ganzes Feld hinüber – die Ware lässt sich nur noch verramschen oder in die Biogasanlage kippen. Dieser Marktmacht stehen die Landwirte ziemlich schutzlos gegenüber.“ Mit diesem Zitat aus der NORDSEE-ZEITUNG endet die Presseschau.

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  9. Moin!

    Ich denke, Nachhaltigkeit und Tierwohl sind in unser aller Interesse. Es muß nur wirtschaftlich sein: Für die Erzeuger, die von Ihrem Erwerb leben wollen mit Planungssicherheit, für die Verbraucher, die sich von ihrem Einkommen sich auch gute Lebensmittel leisten können wollen.

    Die Kritik am weiterso ist durchaus berechtigt. Einzig sowas wie das Festhalten am Strukturwandel (weniger Landwirte auf größeren Flächen) bereitet mir massive Sorgen. Denn schon nach den Bauernprotesten gegen den Mansholt-Plan ist der Strukturwandel nicht gekippt worden, sondern ging erst recht munter weiter.

    Das Wort „Agrarwende“ soll vielen Landwirten Sorgen bereiten, doch prinzipiell – wenn nicht jetzt, wann dann – kann man jetzt die Weichen stellen in eine Zukunft, von der wir alle profitieren! Wenn ein konventioneller Landwirt hier in der Region bei Böden von 2 bis 4% Humusanteil (oft Standard in Deutschland) Raps wieder ertragreich zu bekommen durch drei Untersaaten statt mit Pflanzenschutzmitteln (chemisches Einkürzen, Schädlinge etc.), warum nicht?!

    Richtig ist: Eine exportfokussierte (Land)Wirtschaft killt uns. So schön es sein mag, wenn gerade China die Wirtschaftswunderjahre erlebt mit steigendem Luxus-Konsum und parallel ASP dafür sorgt, daß die Nachfrage nach deutschem Schweinefleisch enorm ist … aber das ist kein Garant für die Zukunft.

    Was die Christdemokraten hingegen äußern, ist heiße Luft. Ich verweise darauf, wer Fan von Mercosur ist. Ein Herr Merz sah sogar das Chlorhühnchen im Zuge von TTIP als attraktiv an, einfach mal nach „Merz“ und „Chlorhühnchen“ suchen. Während die FDP nebenbei meint, man könnte mit Zertifikatehandel den Regenwald wiederaufforsten, aber man solle Mercosur deswegen nicht kippen, das wäre doch voreilig, nur weil da gerade Brandrodung im großen Stil betrieben würde.

    Wer was ändern will, soll die Mittel bereitstellen und unter die Arme greifen! Bisher vermisse ich von Seiten der Erzeuger leider konkrete Maßnahmen. Das mit dem Mehr an Meßstellen für Nitrat ist ja eher ein Argument, um so weitermachen zu können von wegen Meßfehlern … aber wenn 25% des Eiweißfutters importiert werden müssen, wir bei 120% Selbstversorgungsquote für Fleisch und Milch liegen bei einem Konsum von 60kg pro Kopf jährlich (bzw. 88kg Verbrauch toto laut BMEL) als nur ein Beispiel, läuft was quer, das hat auch nichts mehr mit Stoffkreisläufen zu tun bei den Nährstoffüberschüssen stellenweise.

    Die Bodendegradation ist auch ein schönes Beispiel:
    Deutschland blockiert maßgeblich die EU-Bodenrahmenrichtlinie, sprich vor allem die Christdemokraten.

    Und das BMEL, christdemokratisch geführt nebenbei, äußerte auf die Anfrage zur Wertschöpfung, daß man Maßnahmen wie sie Frankreich ergriffen hätte hier nicht ergreifen wolle wegen des freien Marktes (Verkauf unter Einstandspreis etc. sind hier okay); von der niedrigen Wertschöpfung, die so bleiben könne, weil’s immer so war die letzten Jahre, kann zu schweigen:
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/153/1915354.pdf

    Und die Agrarpolitik wurde maßgeblich von der CDU bestimmt, wer sitzt denn im Agrarausschuß und auf der Regierungsbank!

    Der Klimawandel trifft die Landwirte härter als die FFF-Kids. Wer keinen hohen Kohlenstoffanteil im Boden hatte (SOC und TOC, Humus, Nährstoff- und Wasserspeicher), war oftmals in den Allerwertesten gekniffen.

    Was ich mit der Milliarde als Beispiel tun würde:
    Staatliches Nährstoffnetzwerk aufbauen (laut Landwirt muß er für einen Kubikmeter Gülle rund 15 € löhnen, wenn er es wegtransportieren lassen wollte, kaum finanzierbar).
    Investition in Humusaufbau, von Agroforsten bis Holzkohlekompostierung mit all dem Totholz aus den Wäldern (Kohlenstoff im Boden aktiv binden), neue Anbaustrategien (Luzerne als Futtermittel).
    Zinsfreie Darlehen für Betriebsumstellungen.
    Staatliches Ackerland zu fairen Pachtkonditionen (Allmende).
    Stärkere Kontrollen, Maßnahmen gegen Bodenspekulation usw.

    Freiwilligkeitsprinzip funktioniert eh nie.

    Auf EU-Ebene entsprechend dasselbe in größerem Maßstab.

    Was Herr Wojciechowski tun wird, dürfte eher in Richtung polnischer Agrarpolitik gehen, das Agrarland Polen wird dann alles fluten mit ihren Erzeugnissen zu Preisen, mit denen unsere Landwirtschaft nicht mithalten könnte, fürchte ich.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Herr Suhr, ich bin so frei und nehme nur einen einzigen Absatz ihres Elaborates raus, um es zu analysieren:
      „Wer was ändern will, soll die Mittel bereitstellen und unter die Arme greifen! Bisher vermisse ich von Seiten der Erzeuger leider konkrete Maßnahmen. Das mit dem Mehr an Meßstellen für Nitrat ist ja eher ein Argument, um so weitermachen zu können von wegen Meßfehlern … aber wenn 25% des Eiweißfutters importiert werden müssen, wir bei 120% Selbstversorgungsquote für Fleisch und Milch liegen bei einem Konsum von 60kg pro Kopf jährlich (bzw. 88kg Verbrauch toto laut BMEL) als nur ein Beispiel, läuft was quer, das hat auch nichts mehr mit Stoffkreisläufen zu tun bei den Nährstoffüberschüssen stellenweise.“
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      Wenn eine staatliche Isntitution die Erhebung repräsentativer Messwerte bewusst und vorsätzlich (meine Behauptung) falsch erhebt und veröffentlicht, dann kann man wohl kaum von „gefährlichen“ Belastungen sprechen, wenn bei einer richtigen Messstellenauswahl eben dieses Ergebnis nicht eingetroffen wäre. Es grenzt schon an Hass gegen Bauern, zu behaupten, man wolle durch die Änderung der Meßmethodik ein „weiter so“ propagieren. Nein, man will Ehrlichkeit und Sachlichkeit und staatlich verordenete Hetze gegen den einzigen Berufsstand, der Menschen ernähren kann.
      2
      Wo läuft was quer? Wo liegt der Zusammenhang zwischen Fleischverbrauch des eigenen Volkes und einem SVG, der lediglich anzeigt, wie viel „mehr“ als im eigenen Land verspeistwird, produziert wird, Welcher Geist treibt Menschen an Nahrungsmittelerzeugung zum Export anders zu beurteilen, als Autoexport, Maschinenexport etc.?
      Wenn man es geschafft hat, die Moralkeule so zu schwingen, dass das Hirn der Bevölkerung so weich georden ist, dass der Fleischkonsum um 10% Punkte gesunken ist, dann kommt der Kluggeist und sagt: „Der SVG ist schon wieder gestiegen“…..oh mein Gott, lass Hirn vom Himmel regnen.

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Herr Suhr,
      ich picke mir jetzt nur mal die Eiweißpflanzen aus Ihrem Vortrag raus.
      Und da nehme ich jetzt auch nur mal Soja.
      Klar ist, in Deutschland ist es für die Landwirte überhaupt kein Problem Soja anzubauen (wir haben schon Soja angebaut). Soja kommt allerdings zu einem Preis aus dem Ausland zu uns, zu welchem sich hier in Deutschland ein Anbau nicht rechnet, wenn kein Abnehmer da ist, der bereit ist einen höheren Preis für deutsches Soja zu zahlen.
      Die Freihandelsabkommen schützen weder unsere Produkte, noch die, die aus dem Ausland kommen und den Naturräume in anderen Ländern sind diese Abkommen ebenfalls nicht dienlich, sowie den dortigen Löhnen für Landarbeiter und deren Lebensqualität.

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      • Heinrich Steggemann sagt

        Die Ergebnisse kann ich nachvollziehen, da in den zugrundeliegenden Dauerhumusversuchen meines Wissens meist keine Zwischenfruchtmischungen und Untersaaten integriert sind. Ergänzt man nun dieses Ackerbausystem um den Faktor ganzjährig lebende Wurzeln im Boden, erhöht man den Anteil an Bodenleben und darin enthaltenem Kohlenstoff die durch Wurzelexcudate ernährt werden. An dieser Stelle verweise ich auf die Forschungsergebnisse von Dr. Christine Jones Australien. Über den Liquid Carbon Pathway kann Kohlenstoff auch in tieferen Bodenschichten abgelegt werden. Deutsche Humusforschung sollte ihren Blickwinkel um diesen Faktor erweitern und entsprechende Forschung unter europäischen Klimaverhältnissen beginnen.

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        • Brötchen sagt

          Heinrich der max. erreichbare Humusgehalt im Boden ist je nach Bodenart ein Gleichgewicht und nicht beliebig steigerungsfähig.
          So habe ich das mal gelesen.

          Die Zwischenfrüchte verbrauchen doch auch wieder Kohlenstoff und lassen welchen zurück.

          Nun besteht die Kunst geringe Anteil zu speichern. Was ich mir sehr langwierig vorstelle, weil die Möglichkeiten dafür begrenzt sind.
          Auch Gesetze stehen dem im Wege.
          Z.B. stand in dem Terra Preta Artikel hier mal, das so hohe organische Stoffmengen in den Boden eingebracht werden, was in D. nicht erlaubt ist. Wenn man diese denn hätte und diese bezahlbar erzeugen könnte. Der Wert überstieg den Wert des Acker deutlich.
          Also muss ich auch wertmäßig in den Boden investieren und der Nutzen wird erst in 10 Jahren geldmäßig sichtbar werden.

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            • Brötchen sagt

              Heinrich ich weiß nicht so recht.
              Zu den Inhaltsstoffen im Fleisch auch zu den Fettsäuren im Fettgewebe habe ich mal gearbeitet.
              Ich bezweifle die Angaben dort stark, obwohl ich dem ackerbaulichen Teil wohlwollend gegenüberstehe.

              Die Mineralstoffe sind analyseabhängig und auch von den Gewebearten. Früher waren die Tiere auch wesentlich älter. Z.B. Myoglobin ( Eisengehalt) ist eine Funktion des Alters.

              Mit derartigen Darstellungen werden Ängste geschürt und den Zusatzstoffherstellern die Kunden zugetrieben.

              Also äußerste Vorsicht mit den Darstellungen!

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              • Heinrich Steggemann sagt

                Bei der Sache mit den Inhaltsstoffen bin ich auch skeptisch. Deshalb spreche ich dieses Thema bei verschiedenen Institutionen bei entsprechender Gelegenheit an, um z.B. Fütterungsversuche anzuregen, bei denen die Rohkomponenten in der Versuchsvariante von stark belebten Böden kommen und für die Kontrolle konventionelle Erzeugung. Ein Bekannter berichtete mir von seinem Ferkelerzeuger, der schon länger Massnahmen in Richtung stärker belebte Böden umsetzt und jeweils beim Umstieg von eigener Ernte auf Zukaufkomponenten negative Auswirkungen im Stall beobachten kann.

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                • Brötchen sagt

                  Heinrich sowas ist extrem schwer zu untersuchen, weil es zu viele Einflussfaktoren gibt.
                  Man muss da echt aufpassen.
                  Die Analysen sind auch nicht ganz billig.
                  Interessant auf alle Fälle.

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              • Stadtmensch sagt

                „Mit derartigen Darstellungen werden Ängste geschürt“

                Bei mir schürt das keine Angst, sondern Verbitterung. Die hohlsten Töpfe hier im Blog sind mal wieder dem linksgrünen Beißreflex erlegen und die anderen mutmaßen, wie wohl der Boden „funktioniert“. Keine Hoffnung nirgends 🙁

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                • Thomas Apfel sagt

                  Warum so verbittert mein Guter, die Grünen müssen sich schon gefallen lassen Dogmen zu kultivieren die einer genauen Überprüfung nicht standhalten. Und die Formulierung „die anderen mutmaßen wie der Boden funktioniert“ finde ich unangemessen überheblich. Machen Sie doch mal den Versuch einer abschließenden Erklärung wie und was den Boden „im Innersten zusammenhält“. Wir wissen partiell eine ganze Menge, aber sehr wenig über das komplexe Gesamtsystem. Wir alle bemühen uns mit unseren beschränkten Möglichkeiten um Erkenntnis, die Sie ja schon zu haben scheinen: „also dann, ran an den Speck und publizieren!

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        • Reinhard Seevers sagt

          Australien hat wohl selbst ein riesiges Humusproblem, oder? Oder es ist einfach zu wenig Wasser vorhanden, um Humus bilden zu können….Ohne Wasser nutzt der beste Humus nix. Ich habe eher den Eindruck, dass Ausstralien zukünftig erheblich weniger Agrarprodukte exportieren wird können…..
          Aus der Sicht von Herrn Suhr müssten die Australier eigentlich sofort aufhören mit der Agrarproduktion, und die Neuseeländer ebenso (1000% Überversorgung mit Schaffleisch und Milch)…Oh gott oh Gott…..

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        • Thomas Apfel sagt

          Die tiefere Verlagerung betrifft die Huminsäuren. Dazu gibt es Versuche mit Glaszylindern. Diese sind 2m lang und mit Sand gefüllt. Gießt man Regenwasser oder Jauche drauf, geht das Zeug nahtlos nach unten durch. Die flüssigen Komponenten aus MC-Kompostierung hingegen werden max bis 1,20 m Tiefe transportiert und steigen ab da wieder nach oben. Dieses „Verhalten“ ist von Huminsäuren bekannt, die lagern sich ans Mineralgerüst an. Problem ist nur, dass unter den belüftenden Bedingungen, unter denen wir arbeiten kaum Huminsäuren entstehen, da Cellulose und Lignin oberflächennah durch Pilze komplett abgebaut werden. Das war bei Stapelmist noch anders. Die mikrobielle Besiedlung und das Vorhandensein von Lignin sowie der Sauerstoffmangel im Inneren ergab überhaupt erst die Möglichkeit in nennenswertem Umfang Dauerhumusformen zu bilden. Daraus erklärt sich auch, warum in allen Dauerversuchen Stallmist bei 10t/ha p.a. die besten Ergebnisse im Humuserhalt bringt. Der Umstieg auf Güllewirtschaft hat dazu geführt, dass solche Prozesse der Dauerhumusbildung sehr wahrscheinlich kaum oder gar nicht stattfinden. Deshalb fällt durch Zwischenfrüchte aufgebauter Kohlenstoffgehalt nach Beendigung in kürzester Zeit auf die von uns für die jeweilige Bodenart für typisch gehaltenen C org Ausgangwerte zurück. Ich will damit garnichts gegen das „System Dauergrün“ sagen, nur von Dauer ist es eben nicht.

          1+
    • Reinhard Seevers sagt

      Ich muss noch einen Absatz analysieren, weil er mich fürchterlich aufregt:

      „Ich denke, Nachhaltigkeit und Tierwohl sind in unser aller Interesse. Es muß nur wirtschaftlich sein: Für die Erzeuger, die von Ihrem Erwerb leben wollen mit Planungssicherheit, für die Verbraucher, die sich von ihrem Einkommen sich auch gute Lebensmittel leisten können wollen.“

      In wessen Interesse soll Tierwohl liegen? In unser aller? Dem Verbraucher ist es völlig wurscht, dem Nutztier aber nicht. Also sollte zuerst das Tier im Vordergrund stehen. Für die Haltung der Tiere müssen sich die Bauern an Gesetze und Verordnungen halten, das tun sie (Ausnahmen bestätigen die Regel) Wenn man nun meint, dass die Gesetze nicht ausreichen, dann muss man eine Mehrheit in den politischen Gremien organisieren und neue Regeln aufstellen. Dazu sind die Beteiligten aber nicht in der Lage, weil das Ziel nicht für alle gleich ist….darunter leidet im Moment nur der Landwirt….nicht der Verbraucher, der hat da nichts davon, weder negativ, noch positiv.
      Und der Begriff „gute“ Lebensmittel ist so was von undefiniert…..gut ist gem. den Regeln der Lebensmittelsicherheit und der Qualitätskriterien, oder? Oder definiert neuerdings Herr Suhr die „Qualität“ von Nahrungsmitteln.

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        „Die Verbraucherzentralen forderten faire Verhandlungsbedingungen für die Erzeuger. Der Chef des Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ein Preisdruck des Handels zulasten von Tierschutz- und Umweltstandards ist nicht im Interesse der Verbraucher.“ Viele Kunden wünschten sich hohe Standards etwa beim Tierwohl und wären bereit, dafür mehr zu zahlen.“

        Der Müller ist auch geistig verwirrt…..

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      • Brötchen sagt

        „nicht der Verbraucher, der hat da nichts davon, weder negativ, noch positiv.!“

        Das ist rein ideell…..

        Man könnte es mit gutem Gefühl o.ä. beschreiben.

        Der Wert von Bio lw für das Produkt ist ebenfalls ausschliesslich ideelle Wertzuweisung an das Produkt.
        An den Produkteigenschaften läßt sich das nicht messen bzw. nur manchmal.

        Ich habe mal in einem Fahrradladen erlebt, da sagte der Kumpel vom Geschäftsinhaber….kannst Du mir an dem Rad noch was nachlassen….der Verkäufer….du das ist schon unter Preis, das geht nicht tiefer….sagt, der Kumpel…..du ich will hier mit einem guten Gefühl nach Hause gehen….nu mach was…

        gute Lebensmittel kann sein:
        – mikrobielle Belastung
        – Nährstoffgehalt
        – Geschmack, Genusswert
        – Preis
        – Nachhaltigkeit und gutes Gefühl
        – Zubereitungseigenschaften
        – Lagereigenschaften
        – Aussehen
        – Schadstoffgehalte
        – Verfügbarkeit

        Der Landwirt bekommt nur 3 oder 4 Eigenschaften bezahlt, meist werden bestimmte Eigenschaften vorausgesetzt, sonst ist das Produkt nicht verkehrsfähig

        Schlachttiere bekommt der Lw….nach Schlachtgewicht und Magerfleischanteil bezahlt. Fettgewebe wird meist dem Abnehmer geschenkt bzw. bekommt der Lw. vom Preis abgezogen.
        Qualitätseigenschaften spielen eigentlich nur indirekt eine Rolle

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        • Reinhard Seevers sagt

          Brötchen, mein Bruder vermarktet direkt ca. 4000 Eier pro Woche von einem befreundeten Bauern. Die Leute fragen nicht, ob es Bio ist oder wie die Tiere gehalten werden (ok, Einzelne evtl.) …aber wenn am Jahresende die Eier stark schwanken zwischen M, L und XL, dann gibt es Proteste, weil ja nicht drin ist, was draufsteht…..und wenn bei den 2,5kG Kartoffeln mit einer Eichtoleranz von 8% nach einer Woche Lagerung im heimischen Abstellraum der Beutel gewogen wird und es lediglich noch 2,3kG sind, dann kommen die wieder zurück und bemängeln, dass zu wenig im Beutel war…..der Kunde ist König!

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          • Brötchen sagt

            Reinhard bei so Nischenprodukten, muss man immer gucken, um welche Mengen geht es und wie ist der Kundenstamm veranlagt. Kauft der bestimmte Qualitäten, ist der Preis am wichtigsten oder will es was besonderes o.ä.

            Ich vermarkte ca. 100 Eier die Woche und bewerbe die mit der besonderen Rasse und Hobbyhaltung ( habe da extra ein Schild und Aufkleber für die Schachteln). Geschmacklich ist da wirklich ein Unterschied zu den Eiern im Laden, habe ich erst in letzter Zeit realisiert. Ein Stammkunde schwärmt auch immer, das die so gut schmecken würden. Ist aber nur Hobby und finanziert dieses.
            Ob ich 1000 die Woche unter bekommen würde, bezweifle ich fast.
            Zumal auch einige verschmutzt sind und die muss ich selber verwerten.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Eier und Kartoffeln sind doch keine Nischenprodukte…..???
              Ich wollte lediglich die Schizophrenie des Kunden darlegen.
              Oder anders gesagt: So sind se!

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              • Brötchen sagt

                Das Bsp. was Du beschreibst läuft bei mir unter Nische.

                Ja auf dem Massenmarkt zählt vor allem der Preis, aber auch die Liefermengen und die Standardqualität/Qualitätssicherung.

                Man kann über direkte Ansprache schon einen Kundenstamm erreichen. Man muss eben genau analysieren, auf was der Kunde Wert legt.
                Der Kunde ist nicht schizophren, man muss eben nur analysieren, wie der Kunde wirklich tickt…so nach dem Motto “ der Kunde, das unbekannte Wesen“.

                Zumal der Kunde heute auch sehr wechselt….ich kaufe auch im Biomarkt, dann bei Edeka bestimmte Qualitäten, beim Handwerker, aber auch mal bei Aldi oder Netto.

                Nicht jeder Kunde kauft nur ausschliesslich bei Aldi oder Edeka.
                Wir haben bei uns einen sehr erfolgreichen Edeka, da ist am Samstag eine Schlange an vier Kassen, gegenüber ist Kaufland und Penny ist auch nicht weit.
                Früher war ich fast nur bei Kaufland und heute bin ich Edekastammkunde.
                Nicht weil ich schizophren bin, ich habe da schon meine Gründe.
                ich gucke auch bei anderen Kunden genau hin was die so kaufen usw….weil mich das interessiert. Kann man einiges lernen dabei.

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                • firedragon sagt

                  Grins – tja, Nischenprodukt liegt halt immer im Auge des Betrachters…
                  Brötchen, beim Geschmack von Eiern gebe ich Dir recht. Da gibt es Unterschiede.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Bei der Kartoffel doch erst recht, Feuerdrache……Aber Eier und Kartoffeln als Nischenprodukte zu bezeichnen, das ist irgendwie..

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard bezogen auf Dein Beispiel!

                  Nicht allgemein. Natürlich sind das keine Nischenprodukte.

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                • firedragon sagt

                  Herr Seevers,
                  bei Kartoffeln ist das Nischenprodukt die Sorte, die angebaut wird. Das gilt auch für Wein, auch kann das auf Eier übertragen werden. Selbst beim Weizen gibt es Nischen, betrifft ebenfalls die Sorte.

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    • Lady sagt

      „Staatliches Ackerland zu fairen Pachtkonditionen (Allmende).“

      Es ist schon schlimm genug, dass immer noch Land in staatlichem Besitz ist, das vorher anderen gehört hat. Wem auch immer. Und ein Blick in unsere Gesetze würde reichen, um zu erkennen, dass dieser Vorschlag durch nichts gesetzlich untermauert ist.
      Und was faire Pachtkonditionen sind, weiß wer? Soll darüber ein „Rat“ abstimmen? Wer macht denn hier im Osten „unfaire“ Konditionen? Also ich nicht, aber der Staat! Meine Mutter hat von etwa 20 Hektar Land studieren können, nach dem Krieg. Dieselben 20 Hektar verpachte ich heute für eine Summe, bei der jeder Student eher verhungern würde.

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  10. bauerhans sagt

    Timmermanns ist Sozialist!

    dazu passt: der REWE-chef hat bei zon gesagt,dass er wegen der armen verbraucher in D die preise nicht erhöhen möchte.

    3+
    • Das war auch REWE:

      Zitat REWE-Manager Heim: „Vor allem jüngere Leute und Familien mit Kindern, aber auch höhere Einkommensgruppen lassen sich damit (Anm.: Bio) ansprechen. All das sind interessante Zielgruppen.“

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    • Thomas Stockert sagt

      Aber gerade als Sozialist sollte man doch darauf achten, dass vernünftig produziert wird und die Lebensmittelpreise nicht durch die Decke gehen.
      Was bringt es denn den Leuten, wenn keine Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden und der nicht vermarktungsfähige Ausschuss auf über 50% ansteigt und sich nur noch die Reichen qualitativ hochwertige Lebensmittel leisten können?
      Ich fürchte ohnehin, dass beim EU-Agrarhaushalt Einsparungen vorgenommen werden, jetzt wo die Briten als zweitgrößter Nettozahler nicht mehr dabei sind. Das wird für viele Betriebe das Aus bedeuten angesichts der hohen Pachtpreise, die aktuell gezahlt werden. Und die Anleger und Renditejäger haben sich ja auch schon hunderttausende Hektar gekrallt, weil alle mit dem großen Crash rechnen. Bei den Preisen, die die bieten, hilft auch kein landw. Vorkaufsrecht mehr.
      Ich weiß auch nicht, wie es gelingen soll, möglichst viel CO2 aus der Luft in langkettige Kohlenstoffverbindungen (Stärke, Zellulose, Lignin, Chitin) umzuwandeln, wenn die Pflanzen nicht mehr ausreichend gedüngt werden und wegen der Mindererträge mehr Fläche bewirtschaftet werden muss.
      Das passt alles überhaupt nicht zusammen!

      5+
      • Reinhard Seevers sagt

        „Ich weiß auch nicht, wie es gelingen soll, möglichst viel CO2 aus der Luft in langkettige Kohlenstoffverbindungen (Stärke, Zellulose, Lignin, Chitin) umzuwandeln, wenn die Pflanzen nicht mehr ausreichend gedüngt werden und wegen der Mindererträge mehr Fläche bewirtschaftet werden muss.
        Das passt alles überhaupt nicht zusammen!“

        Frag Christian Suhr, der kann das!!!

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      • firedragon sagt

        Herr Stockert,
        an den hohen Pachtpreisen sind die Landwirte zum Teil selber schuld, mit dem Argument gehe ich nicht mit, sorry.

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  11. firedragon sagt

    Es hebe jeder die Hand, dem der Therapiegedanke nicht durch den Kopf geistert…

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  12. Elisabeth Ertl sagt

    Die deutliche Verringerung der Zahl an Landwirten heißt wohl nichts anderes als Enteignung. Mit ein paar großen Playern, denen dann das Land gehört, kann man besser verhandeln als mit Millionen Bauern. Und wie die Bevölkerungsmehrheit das sieht? Nun, die beliebten NGOs , angefangen vom WWF, sind ja auch nichts anderes als Vertreter des hohen Geldadels, nur checken das die Leute nicht. Willi, du hast ja einmal geschrieben, dass du das stärker in die Öffentlichkeit bringen willst. Frank N. Möller schreibt in seinem Buch „Zur Hölle mit den Wölfen“ : „Nicht anders als in anderen Sektoren der Wirtschaft könnte die Landwirtschaft den Menschen vor Ort aus der Hand genommen werden und zukünftig an institutionelle Geldanleger übergehen, die Strukturen von bisher kaum gekannter Größe in Blick haben. Es gehört auch wenig Fantasie zu der Vorhersage, dass die neuen Herren es vorzüglich verstehen werden, sich den ländlichen Raum nach Territorien aufzuteilen mit den ebenso gut organisierten Großorganisationen des Naturschutzes. Von ihren in den Großstädten liegenden Zentralen aus werden sie zukünftig die Regeln auf dem Land bestimmen. Es entsteht also eine Art von Neofeudalismus.“
    An diese Aussage wird man erinnert, wenn man die Österreich-Karte der Umwelt-NGO Kuratorium Wald betrachtet, in welcher die Eignung von Bezirken für den Wolf eingetragen ist. http://www.himmel.at/wp-content/uploads/2018/08/Habitatkarte_Wolf_final.pdf
    Im Begleittext erteilt man Herdenschutzmaßnahmen wie Hunden und Zäunen eine generelle Absage, weil sie dem gesetzlich garantierten freien Zugang zur Natur für die Bevölkerung widersprechen. In den grünen Zonen, wo der Wolf sich ungehindert ausbreiten soll, würde dieses Verbot von Herdenschutz das rasche Aus für jegliche Weidewirtschaft bedeuten. Und das sind große Gebiete! Ulrike Pröbstl-Haider vom Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung an der BOKU Wien, wo diese Karte als Masterarbeit entstanden ist, tritt in diesen Regionen für Wolfstourismus ein: “´Wenn es ein länderübergreifendes, wissenschaftlich basiertes Raumkonzept mit Nutzungszonen für den Schutz der Wölfe gibt und Erholungssuchende ihr Freizeitverhalten danach richten können, dann ist die Wiedereinbürgerung aus touristischer Sicht durchaus positiv zu sehen. Laut Studien hätten vor allem ältere Menschen und Personen aus dem ländlichen Raum eine eher negative Einstellung gegenüber dem Wolf, wohingegen Personen aus dem städtischen Umfeld das Vorhandensein von Wölfen tendenziell begrüßten. Aus touristischer Sicht könnte Gästen aus der Stadt ein Angebot in Form von “Wolf-Watching” gemacht werden.“
    Laut Umfragen wollen Touristen keine Landwirtschaft mehr, sondern nur noch „Natur pur“.

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  13. Brötchen sagt

    Der Link von Obstbäuerin hat es doch gezeigt, wo die Zukunft liegt.
    Fünf halb verhungerte Kühe, die mit einem Eimer voll gammlige Mohrrüben und Kartoffelschalen gefüttert werden.
    Der Stall wurde lieber nur als kleiner Ausschnitt gezeigt.
    So muss das ….

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  14. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Besteht bei der holländischen Agrarproduktion ein ähnliches Missverhältnis wie hierzulande, wo ein Drittel unserer Bauernerzeugnisse quasi über die Tischkante purzelt, weil sie dort keinen Platz finden!?

    Die Politik, die dieses Messer wissentlich und wollentlich geöffnet hat innerhalb der letzten 3 Dekaden -heute vielfach selbst abgesichert mit fetten Altersbezügen aus dem deutschen Haushaltsetat bzw. dem gut gefüllten EU-Topf- werden selbige von Timmermans nun genauso hart abgestraft, wie die europäischen Bauern, die bislang nichts anderes „verbrochen“ haben, als treudoof lemmingenhaft einer solchen aufoktroyieten Agrarpolitik Folge zu leisten!?

    Extrem mutig seine obig zitierte Aussage, dass das Höfesterben weitergehen MUSS. – Die heute zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel u. Rationalisierungsmaßnahmen lassen wohl leider aber nichts anderes erwarten, wir stehen da noch am Anfang alles möglich Machbaren, was Microchips im Centartikelbereich so alles bereithalten auf unseren Äckern, in unseren Ställen.

    Wenn diese massiven Eingriffe, willfährig staatlich verordnet, aber endlich bei denjenigen ankommen, in deren Eigentum ein Großteil der Flächen steht, wird’s nochmal spannend: Schlussendlich müssen sie dann realisieren, dass es vorbei sein könnte mit der effizienten Sofamelkerei, einer fortdauernden Wertsteigerung dieses Eigentums…

    Von den heute noch gut 16 Mio. Hektar LN benötigten wir immerhin etwa 5 Mio. Hektar NICHT für die Nahrungsmittelproduktion, obgleich man noch immer unter der Akzeptanz sämtlicher damit verbundenen weitreichenden Konsequenzen ausschließlich durch diese Nahrungsmittelproduktion krampfhaft festhält.

    Jeder Verbraucher lebt aktuell mit einer Strompreiserhöhung von knapp 10% innhalb Jahresfrist und keiner geht dagegen auf die Straße! – Wer die Zusammenhänge einigermaßen kapiert, weiß, wo unser Bauern-Problem zu verorten ist.

    Warum verschlafen die Bauern fortwährend diesen Zahn der Zeit!? Der Strom wird, wie unser Getreide auch, an Börsen gehandelt!

    Aber ich vergaß, die Verbraucher benötigen ein billiges „großes Fressen“, eben weil der STROM so aufgeschlagen hat. – Finde den Fehler!

    Und ja: „EDEKA LIEBT LEBENSMITTEL! – Sie verdienen einen Preisen, den niedrigsten!!!“

    4+
    • Reinhard Seevers sagt

      Die gesamte Bevölkerung folgt doch lemmingenhaft dem Mammon Geld. Es den Bauern vorzuhalten,und gleichzeitig in das billige Brötchen zu beißen, ist hochgradig heuchlerisch.
      Der Bauer produziert das, was nachgefragt wird zu den Bedingungen, die er vorfindet…..der Kunde kauft das, was ihm monetär wichtig, richtig und möglich erscheint, er kann auswählen zwischen hardcore- bio und Qualvoll-Produktion…und den Rest kann er für sämtlichen Konsumscheiß verwenden, das ist das wichtigste!

      2+
      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Die staatlichen Eingriffe in unsere landwirtschaftliche Produktion sind mittlerweile so gewaltig, dass den Bauern weltweit kaum mehr Alternativen zur Nahrungsmittelproduktion bleiben. Wir stoßen dabei doch förmlichst auf politische Totalblockaden!

        …Erinnern möchte ich da nochmals an die Anpassung des Strompreises.

        Wenn wir Lebensmittel in einer solchen Art und Weise produzierten, wie gegenwärtig die Mehrheit unseres bereitgestellten Stromes, unter welchen abenteuerlichen Verhältnissen geschähe das!? – Gewaltige, unübeschaubare Entsorgungsprobleme stehen bei letzterem an und keine dauerhaften Lösungen in Sicht!

        Leider ist der Tellerrand bei vielen doch sehr hoch, die Scheuklappen werden nicht abgenommen. Gedanklich verharrt man innerhalb der eigenen Kirchturmspitze…

        Proaktiv müssen die Bauern ihre Probleme angehen, man wird uns diese Konzepte jedenfalls nicht auf dem Silbertablett servieren wollen.

        4+
        • Brötchen sagt

          Bei Strom ist man gezwungen diesen aus der Steckdose zu kaufen und kann den nicht mit Tüten nach Hause tragen.

          Deshalb machen die mit uns da linksrum.

          Der Preisanstieg seit Beginn der Energieumstellung liegt wohl bei über 100 %.
          Aktuell hat Frau Schulze ja freudig verkündet, das es jetzt so richtig mit den Erneuerbaren Energien losgeht.

          Ich habe mich da gefragt, wenn ich so durch Land fahre ( alles schon zugepflastert mit Wind und Solar) noch mehr?!!! ich dachte es wird langsam weniger werden.

          Auf BB Radio kam ein Kostenvergleich Benzin/Diesel/ E Auto

          E Auto wird richtig teuer an der Ladesäule, da dort der Tarif auf 79 Cent/KWH angehoben wird, von einem Anbieter. Glaube die Kosten sind dann bei 17 Euro je 100 km. Ich liege bei meinem Diesel bei 6-7 Euro, je nach Preis.

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Aktuell kriegst du für alternativ erzeugten Strom bei einer KWK-Anlage -wärmegesteuert, Wirkungsgrad über 90%- kaum 20 Cent.

            Wenn Sie Recht haben, heißt das für uns Bauern was!? – Schleunigst umstellen und Strom produzieren, oder vielleicht nicht? Dieser Bedarf ist wie groß?

            Richtig, und er kommt aus der Steckdose, ein Drangsal über die aberwitzigsten Qualitätsparameter, die JEDER BAUER heute ohne jedwedes Murren gnadenlos über sich ergehen lassen muss, ist damit obsolet. Alleine es zählt der Stromzähler, und dieser vollkommen sortiert und gewichtet nicht nach grün oder schwarz!

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    • Dumping-Lebensmittel sind gewollt … Brot und Spiele, könnte man frotzeln, wenn es nicht so traurig wäre 🙁

      Verbraucher werden auch schon jetzt verar***t, siehe versteckte Preiserhöhungen. Und ich wette, von diesen Erhöhungen ist bei den Erzeugern nichts gelandet!

      https://www.vzhh.de/sites/default/files/medien/171/dokumente/Versteckte_Preiserhoehungen.pdf

      Anekdote: Edeka hatte ein Schild aufgestellt, daß die Regal jüngst leer wären, weil (durch die Bauern) die Anlieferung blockiert wäre … „böse Bauern“, könnte man denken …

      Und die Regierung kommt mit dämlichen Äußerungen, der Verbraucher solle doch mehr zahlen. Verbraucherpreise und Erzeugerpreise sind zwei Paar Schuhe. Anders formuliert: Wie erhöhe ich die Rendite für LEH und Verarbeiter und sorge dafür, daß Erzeuger und Verbraucher sich immer gegenseitig die Schuld zuweisen und so politisch handlungsunfähig bleiben.

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  15. Andreas sagt

    Wir müssen hier nicht die Welt ernähren… Das kann Russland zB viel besser und günstiger, da ist noch viel ungenutztes Potential!
    Brüssel sollte erst dran sein, wenn wir nicht nur ein paar Bauern sind. Wir brauchen dort deutlich mehr Leute (zB auch Verbraucher, die verstanden haben um was es geht und was auf dem Spiel steht)

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  16. Thomas Apfel sagt

    Da schlägt die Jahrzehntelange Arbeit von Häusling und Co. voll durch. Wie schon so oft gesagt: Die Grünen Dogmen sind in der Sozialdemokratischen Fraktion des EU Parlamentes voll angekommen. Hier sollte nach bekanntem Vorbild aus der Geschichte des 20. Jhd´s eine Vereinigung mit den Grünen zu einer Partei vorgenommen werden. Möglicher Name: GrünPlanPartei, Motto “ Wir planen das Planieren“. Ursula von der selben Leyer und mit ihr die Christdemokraten und Konservativen scheinen das Feindbild Landwirtschaft auch voll übernommen zu haben. Ich komme mir vor wie auf den Osterinseln: Die Priesterkaste opfert die Ernährung und alle fallen auf die Behauptungen herein.
    Dass Timmermans (falls richtig übersetzt) eine deutliche Reduzierung der Anzahl der Betriebe fordert straft alles bisherige Geschwätz über Erhaltung der bäuerlichen Betriebe Lügen. Solche Leute gehören sofort von so einem entscheidenden Posten in der EU entfernt!
    Dieses dumme Geschwätz von „notwendiger Extensivierung“ kann ich nicht mehr hören.
    Gerade wenn die Ressource Wasser knapper wird und die Produktion vor zunehmenden Unwettern geschützt werden müssen, können diese Ressourcen nicht für die Produktion von Unkraut verschwendet werden. Intensivierung als Ansatz für Flächeneinsparung ist die Devise. Wenn wir noch Irgendetwas abwenden wollen, müssen wir uns in aller Deutlichkeit dazu bekennen dass wir durchaus 10 % der Fläche temporär stilllegen können.
    Aber wirklich nur temporär, also z.B. Blühstreifen ohne Gehölze. Erstens weil stillgelegtes Offenland gebraucht wird und eben nicht Wald, und zweitens, weil das dann ohne Diskussionen wie in Acker umgewandelt werden kann, wenn die Hysteriker mal wieder zur Vernunft kommen sollten.

    10+
    • Brötchen sagt

      Thomas lies Dir mal die Vita von Timmermanns durch.
      Eine reine Bonzenkarriere.
      Kann eigentlich nichts anderes rauskommen, als dem Zeitgeist hinterher zu hecheln.
      Lohnt sich nicht, damit abzugeben.
      Dagegen ist Boris Johnson schon ein anderes Kaliber.
      Bin echt gespannt, was der auf die Reihe bekommt.

      2+
      • Brötchen sagt

        Solch Bonzengeschwätz kennen wir doch noch aus seeligen DDR Zeiten, die wussten auch nicht mehr, was unten so wirklich los war.
        Der Untergang ist nah, aber nicht wegen Klima oder so, sondern wegen Implosion aus Dummheit.
        Wenn wenigstens die Analysen halbwegs nachvollziehbar wären, dann könnte man ja noch mitgehen. Aber von den Ausgangsbedingungen stimmt doch reinweg nichts mehr.

        7+
    • Lady sagt

      „Wenn wir noch Irgendetwas abwenden wollen, müssen wir uns in aller Deutlichkeit dazu bekennen dass wir durchaus 10 % der Fläche temporär stilllegen können.“

      Thomas, können das auch die Betriebe im „Westen“?
      Ich sehe das zwar genauso, könnte mir aber denken, dass die kleineren Betriebe passen müssen . Und damit wieder eine Art Ost-West-Konflikt befeuert würde.

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      • firedragon sagt

        Lady,
        das ist möglich.
        Die zehn Prozent können unterschiedlich „aussehen“. Kann als zusammenhängende Fläche gestaltet sein, können Inseln in sehr großen Schlägen sein. Es können Flächen gerade „geschnitten“ werden, dann besteht so eine Stilllegungsfläche eben aus lauter „Schnipseln“,da gibt es viele Möglichkeiten. Wichtig ist, dass die Fläche nicht ihren Ackerstatus verliert, die Fläche also innerhalb der gesamtbetrieblichen Nutzfläche wandert.
        Warum ist das wichtig? Gerade im Westen und Süden haben die Betriebe viel Pachtland. Der Wert dieses Landes darf nicht verfallen, da haben die Eigentümer was dagegen. Schließlich haben die wertiges Ackerland verpachtet und kein minderwertiges Ödland.

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  17. Christian Pohlmann sagt

    Man hat den Eindruck, das in der Politik viele den Bezug zur Basis verloren haben, und alles der Staat bzw. Die EU regeln soll und der Bürger nur noch als Marionette gesehen wird. So wie es in der DDR war nur jetzt für Europa, Entscheidungen macht die EU und die Staat setzt es um und der Bürger muss befolgen. Es wird Zeit, das die Regierenden merken, wo deren Wohlstand herkommt und wie von leben. Haben die vergessen, das wir Landwirte es sind, die die Menschen mit Lebensmitteln versorgen? Von Gesetzbüchern und Geldscheinen wird man nicht satt.

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  18. Reinhard Seevers sagt

    https://taz.de/Spaniens-Bauern-gehen-auf-die-Strasse/!5661505/?goMobile2=1578528000000

    Die Zusammenhänge mit dem globalisierten Kapitalismus sollten langsam jedem deutlich werden. Produktion und Produktionsmittel in der Landwirtschaft passen nicht zum System. Die Folgen treten pö a pö zu Tage. Sogar die TAZ kann relativ neutrale Berichterstattung, wie man sieht. Wenn Timmermanns derart auftritt, zeugt das doch von fehlendem Wissen über die Problematik. Das gibt richtig Stress……jetzt sollten die Bauern frühzeitig und geballt in Brüssel aufschlagen.

    2+
  19. Heidi Schleicher sagt

    Das macht echt Angst 😨. Die Bauern sind Schuld…. Schuld am Klima…. Schuld an Produktion….. Schuld für alles anscheinend….

    6+

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