Bauer Willi
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Die Landwirtschaft, die Insekten und der Weltuntergang  

Ein Gastbeitrag von Marian (auch bekannt als Fingerphilosoph) Nehmt euch ein paar Minuten Zeit. Und vielleicht lest ihr den Text auch zweimal. Es lohnt sich.

Menschen brauchen Geschichten. Das unterscheidet uns von Tieren. Geschichten geben unserem Leben Sinn, bringen Ordnung und Struktur in eine chaotische, verwirrende Welt, erklären uns das Leben und den Kosmos. Geschichten erzählen uns, wer wir sind.

Mythen bilden jedoch nicht die Wirklichkeit ab, wie sie ist, sondern unsere Stimmungen und Gefühlswelten. Es ist typisch menschlich, dass wir Geschichten für umso realer halten, je mehr sie unsere tiefsten Gefühle ansprechen. Geschichten schweißen Menschen, die sich vollkommen fremd sind, durch die miteinander geteilten Gefühle zusammen. Gesellschaften brechen auseinander, wenn sie keine Geschichten mehr haben.

Unsere Vorfahren haben sich einst große Geschichten erzählt. Im alten Sumer kamen die Götter vom Himmel herunter, um in den von Menschen erbauten Tempeltürmen zu wohnen.

Den Ägyptern verdanken wir die Nachtmeerfahrt, die Mutter aller Wiedergeburtsgeschichten, die aus dem Sonnenkult und der Beobachtung entstanden ist, dass die Sonne abends im Westen versinkt, um am anderen Morgen im Osten wieder aufzugehen. Im Industal verführte ein blauer Gott die Schäferinnen mit seinem wunderbaren Flötenspiel.

Heute erzählen wir uns Geschichten vom Klimawandel, vom Insektensterben und von der Zukunft, die wir nicht mehr haben. Geschichten von Schuld, Sündenböcken und vom bevorstehenden Weltuntergang.

 

  • Die Mythos von der Landwirtschaft als Sündenbock

 Fast alle Fernsehsendungen und Zeitungsartikel zur Landwirtschaft folgen demselben Narrativ. In zahllosen Variationen wird immer wieder dieselbe Geschichte erzählt, die ungefähr so lautet:

Die Landwirtschaft hat in den vergangenen 50 Jahren den falschen Weg eingeschlagen. Sie allein trägt die Hauptschuld an den meisten Negativentwicklungen, die in absehbarer Zeit das Leben auf diesem Planeten unmöglich machen, alsda sind: Gift in Lebensmitteln, im Boden und im Grundwasser, Klimawandel, Artensterben, Insektensterben, Bienensterben. Deshalb muss dieser Weg korrigiert werden, mit oder gegen den Willen der Bauern. Wenn die Bauern nicht freiwillig mitmachen, muss mit Gesetzen nachgeholfen werden. Was in 50 Jahren falsch gelaufen ist, können wir im Handumdrehen wieder korrigieren. Die notwendige Kurskorrektur belastet so manchen Bauern, aber schließlich muss auch der Verbraucher Opfer bringen, so kostet der Umbau der Landwirtschaft vielleicht 40 Cent pro Einkauf oder sogar einen Euro. Vor allem muss der Fleischkonsum reduziert werden, was aber sowieso für alle viel gesünder ist. Wenn alle Bauern schließlich Ökobauern sind und der Verbraucher nur noch halb so viel Fleisch isst, sind alle Probleme gelöst, und die Welt wird nicht untergehen.

Hier wird eine typische Sündenbockgeschichte, kombiniert mit einer Erlösungs- und einer Weltuntergangsgeschichte erzählt. Sie wird nicht deshalb erzählt, weil sie die Landwirtschaft  abbildet, wie sie ist, sondern sie lediglich als Projektionsfläche für die eigenen Gefühlswelten benutzt.

 

  • Perspektivenwechsel

 Wer Sündenbock-Geschichten erzählt, will sich selbst beweisen, dass die Geschichte wahr ist. Denn die eigenen Gefühle können ja nicht trügen. So gerät die Landwirtschaft in den Brennpunkt einer Kritik, die von Anfang an voreingenommen ist.

Wenn die Geschichte jedoch mehr über die Stimmungen und Gefühle der Medienvertreter als über die Landwirtschaft offenlegt, muss man auch einmal die Perspektive wechseln und sich ein paar Gedanken über diese Medienvertreter machen. Nur so lässt sich erkennen, was die Landwirtschaft realiter ist und was Projektion.

In der Frühzeit haben sich die Menschen von dem ernährt, was sie in der Natur gesammelt und gejagt haben. Wenn sie nichts gefunden haben, mussten sie sich hungrig in ihre Felle wickeln. Vor 10.000 Jahren begannen unsere Vorfahren deshalb damit, Wildgetreide und Wildtiere zu domestizieren, um sich von den unberechenbaren Launen der Natur unabhängiger zu machen. Heute beschränkt sich der Einfluss der Natur bezüglich unserer Ernährungssicherheit weitgehend aufs Klima: auf Regen, Hagel, Sturm, Trockenheit und dergleichen. Alles andere macht der Landwirt. Er ist es, der die Menschen ernährt.

Was sagt es über die Gefühlswelt eines Menschen aus, wenn er ausgerechnet denjenigen, der ihn ernährt, zum Sündenbock abstempelt? Warum ausgerechnet der Landwirt und nicht der Bergbauarbeiter, der Maschinenbauer oder der Elektronikingenieur, die mit ihren Tätigkeiten ja ebenso viel, wenn nicht sogar mehr zum Weltuntergang beitragen, so es diesen überhaupt geben sollte. Sehr wahrscheinlich ist es nicht. Seit nunmehr 2.000 Jahren wird der Weltuntergang prophezeit, ohne das er jemals eingetroffen ist.

Solange die Menschen daran geglaubt haben, dass sie ihre Ernährung den Göttern verdanken, waren sie dankbar, wie die Religionen ein ums andere Mal beweisen. Nun, wo sie erkannt haben, dass ihre Ernährung weitgehend doch Menschenwerk ist, ist die Dankbarkeit verflogen und in Kritik, Ablehnung, Besserwisserei, ja sogar Hass umgeschlagen. Warum? Ist es die Enttäuschung darüber, dass Bauern keine Götter sind? Doch ist es in Wirklichkeit nicht so, dass die Landwirte zuverlässiger liefern als anno dazumal die Götter und die Natur?

Es gibt also Menschen, die von der Arbeit des Landwirts leben, diesen selber aber nicht leben lassen wollen. Das ist so ähnlich, wie wenn man den Ast absägt, auf dem man sitzt. Wie sollen Menschen ernährt werden, wenn es keine Landwirte mehr gibt? Glauben sie, dass sie nur ihren Finger in die Steckdose stecken müssen? Oder von Lichtnahrung satt werden? Was sind das für Gefühle, die über Medienhetze dazu führen, dass immer mehr Bauern ihre Höfe aufgeben müssen? Selbsthass? Todessehnsucht? Mutwillen? Wahnsinn? Oder steckt etwas anderes dahinter?

Nein, die Medienvertreter können sich nicht damit herausreden, dass sie die Landwirtschaft nur zukunftsfähiger und nachhaltiger machen wollen. Die Medienvertreter wissen, dass ein Hof nach dem anderen aufgibt. Sie beobachten, dass sich die Erzeugung der Hauptmenge an Nahrungsmitteln auf immer weniger Höfe konzentriert, während die neu entstehenden Biohöfe im Schnitt nur in etwa die Hälfte des Ertrags der Konventionellen erwirtschaften. Sie wissen, dass die Biolandwirtschaft nur deshalb existiert, weil die Konventionellen in ihrer Produktion so erfolgreich sind, dass trotzdem kein Hunger entsteht. Sie wissen auch, dass die durch Überproduktion entstandenen Puffer schmelzen wie die Gletscher in Zeiten des Klimawandels.

 

  • Gift! Gift! Gift!

Besonders gern wird Landwirten vorgeworfen, dass sie Lebensmittel, Böden und Wasser vergiften. Dahinter steckt die Annahme, dass, was für Insekten giftig ist, auch den Menschen umbringt oder ihn zumindest krank macht. Das stimmt in den meisten Fällen aber nicht. Die Natur ist so eingerichtet, dass, was für die einen giftig, für die anderen durchaus gesund ist. Vielfalt entsteht eben dadurch, dass für jede Spezies andere Regeln gelten. Wenn man Hunde mit Schokolade füttert, sterben sie, während Schokolade Menschen glücklich macht.

Pflanzen produzieren ihre eigenen Gifte, um Fressfeinde abzuwehren. Diese Giftstoffe haben die Landwirte über die Jahrhunderte hinweg aus den Kulturpflanzen herausgezüchtet, damit sie für uns schmackhafter und bekömmlicher werden. Es gehört nicht viel Grips dazu, um zu verstehen, dass wehrlose Pflanzen anfälliger sind, also von außen geschützt werden müssen, wenn sie bis zur Ernte überleben sollen, umso mehr, wenn sie konzentriert auf einer Fläche wachsen.

Wieso glauben Menschen, dass sie nur überleben, wenn auch die Insekten überleben? Identifizieren sie sich statt mit den Göttern nun mit den Insekten? Haben die Menschen so wenig Selbstbewusstsein, dass sie sich für Mücken halten? Oder fühlen sie sich so verletzlich?

 

  • Die Götter sind tot! Es leben die Insekten!

 Die alten Götter sind tot. Stattdessen glauben wir heute, dass Fluginsekten für intakte Naturkreisläufe verantwortlich sind. Ohne Insekten haben wir offenbar keine Zukunft. Ohne Insekten geht die Welt unter. In den Geschichten der Vergangenheit waren Insekten Plagegeister, heute sind sie Hoffnungsträger. Wie konnte es passieren, dass wir heute auf Insekten projizieren, was wir gestern den Göttern zugeschrieben haben?

Einst haben sich Menschen für ihre Götter geopfert. Heute opfern sie sich oder doch ihre Ernährungssicherheit für Insekten. Ist das nicht ein bisschen sehr übertrieben? Sollen womöglich Menschen verhungern, damit Insekten sich planlos vermehren können? Sind Menschen nicht mehr wert als Insekten?

Welche nützlichen Fluginsekten gibt es eigentlich außer Bienen, Hummeln und Marienkäfern? Handelt es sich bei der weitaus größeren Masse an Fluginsekten nicht konkret um Schädlinge wie Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner, Stechmücken, Rapsglanz- und Kartoffelkäfer und dergleichen? Wieso wollen Menschen für Lebewesen, die ihnen in der Regel mehr schaden als nützen, eine Hungersnot in Kauf nehmen? Ist nicht jeder Blühstreifen eine Ohrfeige für den Menschen, der in Äthiopien, Pakistan oder Indien Hunger leidet oder dessen Felder gerade von Heuschrecken kahl gefressen werden? Ist der derzeitige Insektenkult im Grunde genommen nicht gleichbedeutend mit einer abgrundtiefen Verachtung für die Menschen?

 

  • Was hinter den Gefühlen steckt

 Gefühle entstehen nicht ohne Ursache. Wenn sie nicht Reaktionen auf äußere Umstände sind, sind sie wie Gasblasen, die aus dem Unbewussten aufsteigen. Das ist der Humus, aus dem heraus unsere Träume und Wünsche erwachsen, und damit auch unser Selbstverständnis. Der Grund, warum wir uns heute keine Geschichten von Göttern mehr erzählen, sondern stattdessen vom Klimawandel, der Biodiversität und vor allem vom Insektensterben ist der, dass sich unser Selbstverständnis, was wir als Menschen sind, gerade grundlegend wandelt. Heute erkennen wir uns eher in Ameisen und Bienen wieder als in Göttern. Insekten sind unsere neuen Götter, weil wir seit einiger Zeit unser Leben mehr und mehr so organisieren, wie Insekten das mit dem ihren tun. Unser neues Zauberwort heißt Schwarmintelligenz. Die digitale Revolution verstärkt diesen Trend zur Vernetzung, zum Schwarmverhalten und zur Aufgabe der Individualität. Im Netz summt und brummt es wie im Bienenschwarm.

Der Mensch als Kind Gottes brachte die Landwirtschaft als Ernährungsweise hervor. Wenn sich die Menschen nun eher als Schwarm verstehen, verlangt dieses Selbstverständnis logischerweise nach einer neuen Ernährungsweise, selbst wenn man noch nicht weiß, wie diese aussehen soll. Der digitale Mensch ist auf der Suche nach einer neuen Ernährungsweise. Das ist der tiefere Grund dafür, warum die Landwirtschaft in den Medien ins Kreuzfeuer geraten ist und nun unisono zum Sündenbock abgestempelt wird. Der Sündenbock ist der, auf den man alles abschieben kann, was an der Umsetzung des neuen Selbstverständnisses schief geht.

Ob dieser Weg vernünftig ist? Ob er geradewegs ins Desaster führt? Das sind Fragen, wie man sie stellen könnte. Aber darum geht es nicht. Der Mensch folgt nicht der Stimme der Vernunft, sondern seinen Launen, Stimmungen und Gefühlswelten. Das war schon immer so.

Wohl dem Landwirt, der die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennt.

Marian E. Finger

 

 

 

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158 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Der NABU hat eine Aktion gestartet: Handys für Hummel, Biene & Co.
    …darin scheut der Spendensammler auch nicht vor Lügen zurück, um Geld einzusammeln:
    …“Denn fast alle Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt.“

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  2. firedragon sagt

    fingerphilosoph,
    hatte heute einen Bericht zu „c’est qui le patron“ in unserer Zeitung gelesen.
    Gründer Chabanne vergleicht die Mitglieder dieser Verbraucherinitiative als Vogelschwarm :“ so wie bei den Vögeln gibt es auch bei uns keinen Anführer, die kollektive Intelligenz ist viel mächtiger als das Individuum“
    Interessante Betrachtung.
    (ich habe ja im Schwarm keine Intelligenz gesehen)

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  3. Obstbäuerin sagt

    Wer nach diesem zu kalten Insektensommer noch an das Artensterben glaubt, dem wünsche ich noch mehr Insekten. Möglichst beißende und stechende, damit es auch bemerkt wird. Mit wem ich auch spreche von privaten Hobbygärtnern, es ist überall das Gleiche: Kirschen nur mit Maden, Kartoffeln mit Kartoffelkäfern, Läuse ohne Ende in Obstbäumen und auch sonst überall, Schneckenfraß wohin man sieht. Blattkrankheiten, Pilzbefall, Feuerbrand, Mehltau. So ein richtiger Sommer, der uns zeigt, dass wir es mit ernst zunehmenden Nahrungskonkurrenten zu tun haben.

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    • Schmeckt gut sagt

      Unsere Erntehelfer leiden in diesem „Sommer“ massiv unter der extrem großen Mücken- und insbesondere Zeckenpopulation. Auch die Vierbeiner sammeln ohne Ende Zecken ein. Und jetzt kommt das „Beste“. Wirksame Biozide, die diese Plagegeister abschrecken, sind natürlich verpönt. Könnten ja negative Umweltauswirkungen haben. So können nur Personen argumentieren, die Natur nur aus den „Märchenbüchern“ des Umweltministeriums kennen. Ach, noch ein Argument. Wir pösen Agrarunternehmer sollten uns natürlich schämen, die abhängig Beschäftigten solchen Belastungen auszusetzen. Obst und Gemüse gibt es selbstverständlich weiterhin billig bei Aldi, Lidl und Edeka. Ich fass es nicht.

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      • Obstbäuerin sagt

        Nicht nur die Erntehelfer, Schmeckt gut, ich habe auch schon mehrere Zeckenstiche in diesem Jahr und der letzte sieht echt übel aus.

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        • Schmeckt gut sagt

          Uups. Ja, sind echt aggressiv in diesem Jahr. Aber wo kommen die in diesen Mengen her? Müssen sich für die Vermehrung an Wildtiere festgebissen haben. Wildtiere gibt es aber wegen der Landbewirtschaftung kaum noch, wie Frau Schulze u. a. uns immer wieder mitteilen. Sie die Krabbeltiere von bösen Mitmenschen gezüchtet und ausgesetzt worden 😉

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          • firedragon sagt

            Schmeckt gut, Zecken sind dieses Jahr extrem aktiv – als wir im Wald den Zaun kontrolliert hatten im Mai, hatte ich gefühlt die halbe südpfälzer Zeckenpopulation an meinem Klamotten. So etwas hab ich noch nicht erlebt. Wenn das so bleiben sollte, muss ich mir weiße Arbeitskleidung anschaffen, auf schwarz sind die zu gut getarnt.

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          • Mark sagt

            War gestern abens noch kurz in der Feldflur unterwegs. Nachdem es den ganzen Tag geregnet hat waren die Wildtiere noch mächtig aktiv. 1 Fuchs, 6 Rehe, 4 Feldhasen, 3 Graureiher, 4 Bussarde und jede Menge Raben bekam ich zu sehen, nur die Wildschweine wegen denen ich eigentlich unterwegs war hielten sich versteckt (im Mais?). Wildtiere haben bei uns in den letzten 20 Jahren definitiv zugenommen.

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          • Inga sagt

            Diese Zecken vermehren sich nur, wenn ihre Umwelt stimmt, wie z.B. die Witterung und die ist gebietsweise und jedes Jahr anders.

            Deswegen gibt es auch nicht überall Zecken.

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  4. Grob geschätzt: rund 25 gravierende Irrtümer und Irreführungen. Sechs Beispiele: 1. Wir erzählen uns nicht nur Geschichten vom Klimawandel und vom Insektensterben. Viel häufiger erzählen wir uns Geschichten vom Auto und von „unserer Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt“, die angeblich Basis unseres Wohlstands seien. 2. Die Klimaschützer machen nicht die Landwirtschaft zum Hauptverantwortlichen für die globale Erwärmung, sondern die Verbrennung von Kohle und Öl. Also vor allem die fossile Energiewirtschaft. 3. Dass die konventionelle Landwirtschaft hauptverantwortlich für das Artensterben in Europa ist, ist gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis und kein Mythos. 4. Nein, nicht der Landwirt ernährt die Menschen. Der Landwirt liefert lediglich Getreide. Damit daraus das Brot auf meinem Tisch wird, brauche ich noch mindestens eine Mühle, einen Lkw-Fahrer, einen Großhändler, eine Bäckerei, einen Lieferwagen, eine Bäckereiverkäuferin und mich selbst, der das Brot holt. Und damit Bauer Willi Getreide erzeugen kann, braucht er Saatgut, einen Trecker, einen Mähdrescher, Dünger, Insektizide, Fungizide, Treibstoff, eine Trocknungsanlage, einen Speicher, ein Krankenhaus (wenn er mal krank wird) – und eine EU, die das alles (außer dem Krankenhaus) finanziert. Also mich, den Steuerzahler. Also: Wer erzählt hier Mythen? 5. Das Höfesterben gibt es seit Jahrzehnten. Es hat mit Klimaschützern und Insektenfreunden null komma nix zu tun, dafür ziemlich viel mit Kapitalismus. 6. Noch ein paar nützliche und erfreuliche Insektengruppen (denn auch, was uns erfreut, ist uns nützlich): Köcherfliegen, Steinfliegen, Libellen, Schmetterlinge, Nachtfalter, Ameisen, Laufkäfer, Hirschkäfer, Weichkäfer, Hornissen, Florfliegen, Wasserläufer, Schlupfwespen. Der Autor leidet hier unter krasser Ignoranz.

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    • Arnold Krämer sagt

      Ihre 6 Beispiele zeigen, welchen Irreführungen Sie bereits erlegen sind. Ich greife nur eine heraus. Der Steuerzahler finanziert über die EU nicht die Betriebsmittel des Landwirts. Die EU subventioniert aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung und weil Handelsabkommen an die Produktion gekoppelte Subventionen verbieten, den Produktionsfaktor Boden, in D mit knapp 300 €/ha. Das führt in der Tat dazu, dass das Einkommen von Landwirten (von sehr gering bis sehr hoch oder sogar ausschließlich je nach Produktionsrichtung und Wirtschaftseffizienz) vom Steuerzahler und nicht von seinem Kunden kommt. Die EU-Zahlungen sind allerdings eingepreist und die meisten Landwirte würden gerne darauf verzichten, jährlich Anträge stellen zu müssen. Einige (Anzahl zunehmend) tun es auch nicht.

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    • fingerphilosoph sagt

      Nützlich sind die Bestäuber, aber nur etwa 7% unserer Nahrungsmittel werden durch Insekten bestäubt, davon sind der überwiegende Teil Tomaten und Gurken, die vor allem in Gewächshäusern, bspw. in Almeria wachsen. Von den Bestäubern wiederum ist ein guter Teil Honigbienen, die von Imkern als Nutztiere gehalten werden, deren Anzahl also im Wesentlichen von der Anzahl der Imker abhängt und nicht von natürlichen Ökosystemen. Dasselbe gilt für Hummeln.

      Nützlich sind einige Insektenarten, die beim Fliegenfischen oder als Tierfutter für Terrarientiere verwendet werden. Um die geht es aber nicht, weil sie aus Zucht stammen.

      Nützlich sind einige Insektenarten, weil sie schädliche Insektenarten fressen. Dieses Phänomen führt aber nicht zur Schlussfolgerung, dass Insekten INSGESAMT nützlich sind.

      Laut Bundesamt für Naturschutz (2018) gibt es in Deutschland 33.000 Insektenarten, von denen 7.800 untersucht sind. Hier sind 13 Insektenarten aufgezählt, von denen die meisten zudem eher erfreulich als nützlich sind. Aber sei’s drum. Plus Bienen und Hummeln macht 15 Insektenarten.
      Das sind 0,045%

      Diesen 13 nützlichen oder erfreulichen Insektenarten stehen deutlich mehr Insektenarten gegenüber, die dem Menschen Schaden zufügen, die Ernten und die Wälder schädigen.

      Nützlich und erfreulich ist von der Wortbedeutung her nicht dasselbe, im Gegenteil, oft finden wir gerade das Unnützliche sehr erfreulich, wie Drachenfliegen, Skifahren, Spielfilme, in der Sonne liegen usw.

      Nützlich sind Insekten als Futter für andere Tiere wie Vögel, Fledermäuse, Maulwürfe, wobei man wiederum die Frage stellen muss, inwieweit diese Insektenfresser für uns nützlich oder erfreulich sind.

      Erfreuliches hat durchaus seinen Wert, auch wenn es nicht nützlich ist, aber dann sollte man das auch so sagen und nicht so tun, als würde das Insektensterben den Weltuntergang bedeuten.

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      • Stadtmensch sagt

        Fingerphilosoph, du raffst es nicht! Ohne Insektenbiomasse keine Bestäubung „nutzloser“ Pflanzen und keine Nahrungsgrundlage für allerhand „nutzloses“ Leben. Ohne „nutzlose“ Flora und Fauna kein wesentlicher Teil des Kohlenstoffkreislaufs. Ohne Kohlenstoffkreislauf keine Carbon-based Life forms.

        Bis du es nicht, der ständig vom kahl gefressenen Planeten erzählt, der eh nicht zu retten ist? Soll ich das wieder raussuchen?

        Es geht nicht um Blümchenwiese für xxx Euro ihr „Altweltmenschen“. Zum Heulen!

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        • Reinhard Seevers sagt

          Hääh? Biomasse kann auch von Pflanzen erzeugt werden, die keiner Bestâubung durch Insekten bedürfen…..Gras ist doch das beste Beispiel… …Stadtmensch, der Denkfehler liegt nicht beim FP.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Bei der derzeitigen Beweihräucherung geht es weniger um Insekten, es geht darum, wie man größtmöglich der Landwirtschaft an das Bein fahren kann.

          Man kritisiert die heutige Landwirtschaft, eine Landwirtschaft die die Politik so wollte und der Verbraucher durch billige Lebensmittel dankend annahm.

          Um die eigene Schuld von sich zu weisen, wird der kleine Schnuckelige Betrieb gefordert, wohl wissend, dass solche Betriebe der Vergangenheit angehören.

          Es fehlen einige Insekten, wie die Mücken, die Bremsen, Insekten die sich mit der Aufgabe der Viehhaltung meiner Eltern rar machten, mit fehlen die nicht.

          Und wenn ich die Werbung für Insektenvernichter ansehe, beschränkt sich die Begeisterung für Insekten nur auf dem Papier und im Internet.

          PS. Ein wenig weniger Bestäubung bei meinen Mostäpfel wäre nicht verkehrt gewesen, eine 2/3 grüne Ernte hat den Spaßfaktor von null.

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        • fingerphilosoph sagt

          @ Stadtmensch
          Die Beschreibung des von Dir erwähnten Kohlenstoffkreislaufs hat doch überhaupt keinen Aussagewert. Du lässt völlig unter den Tisch fallen, dass die meisten Blühpflanzen Windbestäuber sind, darunter so gut wie alle Waldbäume.

          30% der Erdoberfläche ist Landfläche = 13,4 Mrd. ha, davon sind 5 Mrd. ha Agrarfläche, 3,9 Mrd. ha Waldfläche und 4,3 Mrd. ha sog. Unland (Wüste, Berge). Von was für Flora und Fauna sprichst Du also? Wo um alles in der Welt in der Ökologie der Agrar- und Waldflächen spielen Insekten denn eine wirklich bedeutende Rolle? Von Bienen mal abgesehen.

          Ja, natürlich zerstören wir Menschen das Leben auf dem Planeten bzw. bauen es so um, dass Natur keine Rolle mehr spielt. Ursache dafür ist unsere Technologiesucht, dank derer wir die Grenzen des Wachstums in vielerlei Hinsicht gesprengt haben. Diese Entwicklung lässt sich allerdings nicht rückgängig machen. Deshalb Trost in Geschichtchen von Insektenbiomasse zu suchen, ist lächerlich.

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          • Stadtmensch sagt

            Für dich hat es keinen Aussagewert, weil du es scheinbar nicht verstehst. Du kannst die Insekten nicht rausnehmen aus den Nahrungsketten. Außerdem erfüllen sie wichtige Funktionen bei der Grobzersetzung von Biomasse. Weder suche ich Trost noch will ich den Landwirten ans Bein pinkeln. Für mich sind Insekten in der Kulturlandschaft ein wichtiger Marker für Veränderungen im Ökosystem. Diese Sensorik braucht man, wenn man intelligenter Nahrungsmittel produzieren will, als wir es jetzt tun. Ich sehe auch ein, dass dieses ganze Geschreibsel hier für die Katz ist. Außerdem hab ich keine Zeit wegen Technisierung…leider.

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            • fingerphilosoph sagt

              Das mit dem Nicht-Verstehen kann ich gern an dich zurückgeben. Unsere eigenen Nahrungsketten basieren nun mal auf landwirtschaftlicher Produktion und nicht auf natürlichen Nahrungsketten. Du redest von Nahrungsketten, die für unsere eigene Ernährung schlichtweg irrelevant sind. Von Obst, Raps und ein paar sonstigen Ausnahmen einmal abgesehen. Seit Jahr und Tag erzählst du hier, dass die Ackerböden Jahr für Jahr degradieren, während es real doch so aussieht, dass in den letzten Jahren Bauern, inklusive Willi, Humus aufgebaut haben, und das eben genau in den Zeiten, wo laut Krefeld Studie die Insektenmasse um 75% zurückgegangen ist. Wenn der Humus zunimmt, während die Insekten abnehmen, können die nicht so viel mit der Bodenqualität zu tun haben, wie du unbedingt glauben machen willst. Wofür sind die Insekten also wirklich die Marker? Darauf hätte ich gern mal eine durchdachte, vernünftige Antwort und nicht ständig vages Geschwurbel von wegen ominösen Nahrungsketten, Kohlenstoffkreisläufen und Markern.

              Du willst den Landwirten nicht ans Bein pinkeln, aber intelligenter Nahrungsmittel produzieren. Haha! Wenn das nicht gepinkelt ist, weiß ich auch nicht.

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              • Stadtmensch sagt

                Wo hab ich denn in meiner letzten Antwort geschwurbelt? Es gibt keine Nahrungskette ohne Einfluss auf die Ökosysteme, von denen der Mensch sich nährt. Auch die norwegische Lachsfarm ist nicht unabhängig von irgendeinem brasilianischen Boden, der langsam verbraucht wird, aber irgendwann mal aus einem Zusammenspiel von Insekten, Pflanzen, Tieren entstanden ist über lange Zeit.
                Das könnte man jetzt anhand weiterer Beispiele durchgehen oder ich überlasse es dir als Übung. Die genannten Funktionen „Biomassezerkleinerung bzw. Umsetzung“ und Indikator für den Zustand eines Ökosystems zählen nicht bei dir. Geschenkt.

                Ich weiß nicht, wie ich als Laie dich von dem Prinzip „Vielfalt statt Einfalt“ überzeugen kann. Mich hat die Lektüre einiger Bücher in diese Spur gesetzt: Beispiel, Peter Thompson: Der Keim unserer Zivilisation. Er bringt auch ein paar Beispiele, wie anfällig unsere hochproduktiven und ertragreichen Anbausysteme waren und sind. Es ist ein ständiges „Natur-spielen“ unter Rückgriff auf Vielfalt aus der Konserve. Ja, das mag in deinen Augen Geschwurbel sein, trifft aber den Punkt. J
                Übertragen auf die Insektenvielfalt, die sich selbst in Menge und Zusammensetzung stabil hält, würde das bedeuten: Wir brauchen nur deshalb Chemie weil wir die Biomasse von der wir uns ernähren nicht so kultivieren, wie wir das am Beispiel der „nutzlosen“ Natur sehen können.

                So jetzt geht das Geschwurbel los: Wo der Mensch wirtschaftet, sorgt er für ein Gleichgewicht, dass er nur mit viel (in unserem Falle fossiler) Energie halten kann.
                Sich darauf zu einigen wäre doch mal eine Diskussionsgrundlage?

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                • Mark sagt

                  „Wir brauchen nur deshalb Chemie weil wir die Biomasse von der wir uns ernähren nicht so kultivieren, wie wir das am Beispiel der „nutzlosen“ Natur sehen können.“ Quatsch !

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                • Inga sagt

                  „Übertragen auf die Insektenvielfalt, die sich selbst in Menge und Zusammensetzung stabil hält, würde das bedeuten: Wir brauchen nur deshalb Chemie weil wir die Biomasse von der wir uns ernähren nicht so kultivieren, wie wir das am Beispiel der „nutzlosen“ Natur sehen können.“

                  Das ist kein Quatsch, Mark,

                  Stadtmensch meint vielleicht,
                  dass wir unsere hochgezüchteten Kulturpflanzen nicht so anbauen,wie es ihre Urformen in dem Freiwuchs der Natur möglich ist.

                  Wegen Wuchsdichte brauchen wir Dünger und die dadurch einstehenden großen Ähren brauchen wir Fungizide und wegen der warmen Feuchte in den Beständen, wo sich entsprechende Insekten wohl fühlen brauchen wir Insektizide
                  und weil sich im gut gedüngten Boden Wildkräuter wohl fühlen brauchen wie Herbizide.

                  Natürlich brauchen wir dazu sehr viel Diesel, (fossile Energie) um die Mittel (PSM und Dünger) herzustellen und sie auf dem Acker bearbeiten zu können.

                  Also kultivieren wir unsere Biomasse für Ernährung nicht so wie sie in der freien Natur wachsen würde.

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                • Inga sagt

                  Falsch geschwurbelt.
                  wo der Mensch wirtschaftet sorgt er für ein Ungleichgewicht der Ökolpogie.

                  Weil er das aber weiß,
                  kann er das so klein wie möglich halten!

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              • fingerphilosoph sagt

                In Hunderten von Artikeln kann man täglich lesen, wie anfällig unsere hochproduktiven und ertragreichen Anbausysteme sind. Wenn man diese Artikel liest, ist man hinterher auch vollkommen überzeugt davon, dass die industrielle Landwirtschaft keine Zukunft hat. Die Argumente klingen alle unglaublich logisch und einleuchtend. Sie bestätigen das Gefühl, dass es so nicht weitergehen kann. Das kenne ich alles zur Genüge. Der springende Punkt für mich ist inzwischen aber, dass die Realität, mit der ich konfrontiert bin, diese Artikel nie auch nur ansatzweise bestätigt hat. Ich warte seit 1972 auf den Zusammenbruch der hochproduktiven Landwirtschaft, stattdessen ist sie immer noch erfolgreicher geworden. Und irgendwann habe ich angefangen, über diese Diskrepanz nachzudenken zwischen dem, was mir täglich erzählt wird, und dem, was in Wirklichkeit passiert.

                Ich habe das auch mal geglaubt, dass alles mit allem zusammenhängt, und dass der brasilianische Boden einen Einfluss auf die norwegische Lachsfarm hat. Im Reiche der Moleküle ist das wahrscheinlich schon so, allein, in der makroskopischen Welt, in der ich mich tatsächlich bewege, merke ich nichts von diesem Einfluss. Da muss ich dann wieder hundert Artikel lesen, damit ich das glaube. Was ich hingegen schon merke ist, dass das Angebot an fangfrischem Fisch unter Berücksichtigung der Jahreszeiten und guten und schlechten Jahre doch zurückgeht, was ich aber nicht mit Insekten, sondern mit der massiven Zunahme der Weltbevölkerung in Verbindung bringe, mit dem Streit um die Fangrechte zwischen Frankreich und UK, und auch mit dem Rückgang an Fischern.

                Nein, wir Menschen spielen nicht Natur, wir spielen Anti-Natur. In keinem Fall folgen wir natürlichen Prinzipien. Das fängt schon damit an, dass die Evolution nichts mit Kategorien wie Nutzen, Gewinnmaximierung, ja nicht mal mit Effizienz am Hut hat. Es gibt auch kein zu erreichendes Ziel, was bei unseren Eingriffen in die Natur jedoch immer eine wesentliche Rolle spielt. Es geht weiter damit, dass es in der Natur gar nicht um stabile Fließgleichgewichte geht. In einer stabilen Umwelt hingegen keine neuen Arten. Da Natur/Evolution aber ein schöpferischer Prozess ist, gehört die Zerstörung von Gleichgewichten ebenso ins Programm wie die Entstehung derselben. Die viel gepriesene Nachhaltigkeit ist gerade das Gegenteil des permanentem Wandels, wofür die natürlichen Systeme stehen, und das Aussterben von Arten hat Methode, während der Mensch neuerdings auch noch den letzten Juchtenkäfer künstlich ernähren will.

                Wir brauchen deshalb Chemie, weil wir immer mehr Menschen werden, die alle das Ziel haben, immer älter zu werden, während die Natur uns ebenso zur Disposition stellt wie den Juchtenkäfer und eine Million anderer Arten.

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                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph, was läßt Dich seit 1972 auf den Zusammenbruch der LW warten?

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                • fingerphilosoph sagt

                  Rachel Carson: Der „stumme Frühling“. Heinz Haber: „Stirbt unser blauer Planet“. Maurice Blin: „Die veruntreute Erde“. Commoner, Barry: „Wachstumswahn und Umweltkrise“. Hoimar von Dithfurth: „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“. Friedrich Cramer: Fortschritt durch Verzicht“. Wolfgang Schmidbauer: Homo consumens. Frederic Vester: Das Überlebensprogramm.“ Club of Rome: „Grenzen des Wachstums“ Und was man halt damals voller Entsetzen so alles verschlungen hat. Dazu die Flurbereinigung, die Begradigung der Flüsse, der Verlust der Auenwälder, die Badeverbote wegen Chemieschaum auf dem Wasser, die Gülle aus dem Wasserhahn und was es halt damals so alles gegeben hat. In den 80ern hat sich das noch zugespitzt mit Waldsterben, Ozonloch, Atomarer Bedrohung, Tschernobyl usw. usw. usw. Ich bin damit alt geworden, dass die Welt untergeht und jetzt kann ich es nicht mehr hören.

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                • firedragon sagt

                  Warum hast Du das bloß alles gelesen? Nein gelesen hast Du ja nicht, Du hast Entsetzen verschlungen.

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                • Stadtmensch sagt

                  Ja, fingerphilosoph. Vielleicht sollte ich es auch so machen. Den Zustand der Welt am Angebot des lokalen Fischmarktes festmachen und den Rest der öffentlichen Berichterstattung für eine gigantische Umerziehungs-VT halten. Wie unser @Privatier, der angeblich Sachen von Marx gelesen hat und noch nicht mal wusste was eine Monade ist.
                  Aber ich konnte erst ab ca. 2000 ein Interesse am Weltuntergang entwickeln und habe somit noch ein paar Jährchen der Selbstgeißelung vor mir.
                  Merke: Selbsoptimierung steigert die Leidensfähigkeit.
                  Wenn ich diese Phase überstehen sollte, werde ich auch versuchen, die „Frischlinge der Menschheit“ davon abzuhalten, die gleichen Fehler wie ich zu machen.

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                • Inga sagt

                  „Übertragen auf die Insektenvielfalt, die sich selbst in Menge und Zusammensetzung stabil hält, würde das bedeuten: Wir brauchen nur deshalb Chemie weil wir die Biomasse von der wir uns ernähren nicht so kultivieren, wie wir das am Beispiel der „nutzlosen“ Natur sehen können.“

                  Das ist kein Quatsch, Mark,

                  Stadtmensch meint vielleicht,
                  dass wir unsere hochgezüchteten Kulturpflanzen nicht so anbauen,wie es ihre Urformen in dem Freiwuchs der Natur möglich ist.

                  Wegen Wuchsdichte brauchen wir Dünger und die dadurch einstehenden großen Ähren brauchen wir Fungizide und wegen der warmen Feuchte in den Beständen, wo sich entsprechende Insekten wohl fühlen brauchen wir Insektizide
                  und weil sich im gut gedüngten Boden Wildkräuter wohl fühlen brauchen wie Herbizide.

                  Natürlich brauchen wir dazu sehr viel Diesel, (fossile Energie) um die Mittel (PSM und Dünger) herzustellen und sie auf dem Acker bearbeiten zu können.

                  Also kultivieren wir unsere Biomasse für Ernährung nicht so wie sie in der freien Natur wachsen würde.

                  „Ich habe das auch mal geglaubt, dass alles mit allem zusammenhängt, und dass der brasilianische Boden einen Einfluss auf die norwegische Lachsfarm hat.“

                  Oder umgedreht,
                  vielleicht haben die Lachsfarmen was mit den brasilianischem Böden zu, in dem man für den Lachs auch viel Soja braucht!?!

                  Aber das wiederum hat nichts mit den Fangrechten im offen Meer zu tun, Fingerphilosph!

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                • Inga sagt

                  Fingerphilosoph,

                  „Rachel Carson: Der „stumme Frühling“. Heinz Haber: „Stirbt unser blauer Planet“. Maurice Blin: „Die veruntreute Erde“. Commoner, Barry: „Wachstumswahn und Umweltkrise“. Hoimar von Dithfurth: „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“. Friedrich Cramer: Fortschritt durch Verzicht“. Wolfgang Schmidbauer: Homo consumens. Frederic Vester: Das Überlebensprogramm.“ Club of Rome: „Grenzen des Wachstums“

                  das alles waren doch nur Vorwarnungen,
                  viel Fachleute haben sich damit beschäftigt um so das schlimmste von der Menschheit fern zu halten!

                  Nur Fachleute wie studierte Forst- und Landwirte konnten das beurteilen.

                  NGOs und Journalisten haben deine Angst noch geschürt!

                  Die Autobauer haben sparsame Autos gebaut, das hat zwar nichts gebracht, weil sich die Anzahl der Autos vergrößerte.
                  Die Schlote der Fabriken haben Filter bekommen usw.
                  Wenn diese Maßnahmen unterlassen worden wären, dann liefen wir heutzutage echt mit Gasmasken darum!

                  Der Pflanzenschutz hat sich dem interagiert,
                  und das Waschpulver wahrscheinlich auch!
                  Die Waschmaschinen dem angepasst usw.

                  Das waren und sind alles Ingenieurleistungen!

                  Und wenn diese Schritte alle von der 2. und 3. Welt nicht übernommen werden, sondern gleich die naturnahe Technologie, wie wir sie heute haben. gleich übernehmen, dann zeigt sich, dass wir viel weiter sind als 1972?

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                • fingerphilosoph sagt

                  Ja, Stadtmensch, wenn man von der mikro- in die makroskopische Welt zurückgeht, sieht man, dass wir in der makroskopischen Welt null und nichts wirklich im Griff haben, selbst die optimalste Selbstoptimierung kann in Nullkommanull durch einen Krebs zunichte werden. Die meisten Menschen haben noch nicht mal sich selbst im Griff. Die wenigsten gestalten aktiv ihr Leben, sondern werden gestaltet, durch Erziehung, Mainstream, Leidenschaften, Süchte.
                  In der Welt der Suprasysteme hat der einzelne Mensch noch weniger im Griff: weder können wir das Bevölkerungswachstum steuern noch die technologischen Entwicklungen noch Wirtschaft, Finanzwelt, Konzernbildung, Staatswesen. Wir können nicht mal unfähige Politiker daran hindern, dumme Entscheidungen zu treffen, wenn denn nur noch unfähige Politiker zur Wahl stehen.

                  Weil wir in der makroskopischen Welt den Dynamiken ohnmächtig gegenüberstehen, klammern sich nun immer mehr Menschen an die mikroskopische Welt in dem Wahn, die Klein- und Kleinstlebewesen „intelligent“ kontrollieren und nach Belieben „intelligent“ manipulieren zu können, was ebenfalls ein Trugschluss ist. Der ganze Insektenkult ist doch nichts anderes als die Flucht der auf Makroebene ständig erlebten Ohnmacht. Und in den Landwirten hat man nun eine Gruppe ausgemacht, die das ausbaden soll.

                  In Wirklichkeit jedoch ist unser angebliches Verständnis von der Natur von den jeweilig aktuellen Technologien gesteuert. Das fing damit an, als der Handwerker-Gott, der die Welt „machte“, die alten Naturgötter aus dem Pantheon vertrieb. Die Welt als Alchemie, die Welt als Uhrwerk, die Welt als Netzwerk, immer übertragen wir die gerade aktuellen technologischen Prinzipien auf die Natur und glauben, die Natur immer besser zu verstehen, während sie sich unter unseren Augen mehr und mehr in eine naturferne, technische Umwelt verwandelt. Derzeit finden im Insektenkult die smarten Technologien ihr Äquivalent, denn Smartphones und Internet bringen immer mehr Menschen dazu, sich wie ein Bienenvolk oder ein zornig brummender Hornissenschwarm zu verhalten.

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                • Inga sagt

                  Fingerphilosoph, nicht Handwerker Gott schuf die Welt, sondern Biologe und Psychologe Gott, dann hauchte er uns eine Seele ein,

                  Dann sagte er seid früchbar und mehret Euch und ließ uns allein,
                  Weil wir aber zu faul zum sammeln und jagen sind, haben wir die Pflanzen und Tiere, dir wir nutzen domestiziert.
                  Nun hatten wir Nutztiere und Ackerbau und wüurden sesshaft, unsere Kultuer fing an, zuerst das Handwerk zum Ackerpflug, Wagen und bestimmt auch fests Haus bauen, denn dafür brauchten wir ein Rad.
                  Was kann man mit den Rad noch alles machen?
                  Nun haben wir das Handwerk industrialisiert.
                  Und den Handel haben auch.

                  Und wofür brauchen wir das Bundesumweltamt?

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    • Mark sagt

      „3. Dass die konventionelle Landwirtschaft hauptverantwortlich für das Artensterben in Europa ist, ist gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis und kein Mythos.“ Wenn dem so ist, dann nennen Sie doch mal einige Arten, welche definitiv aufgrund der „konventionellen Landwirtschaft“ ausgestorben sind.

      Im Kern der Diskussion geht doch um die Frage, wieviel Biodiversität brauchen wir. Und hier wurde in den vergangenen Jahren in der Tat ein Mythos aufgebaut, nämlich den der vollkommenen Biodiversität, die es anzustreben gilt. Die angeblichen Naturschützer und deren NGO´s errichteten den Popanz Biodiversität, dem sich quasi alles zu unterwerfen hat. Alles was Biodiversität begrenzt oder gar vermindert führt unmittelbar zum Weltuntergang und ist somit verwerflich. Und wer den Popanz Biodiversität in Frage stellt oder kritisch hinterfragt ist ein „Leugner“ und wird sofort quasi öffentlich gesteinigt. Nur so ist es möglich, dass so viele teure, total hirnrissige Naturschutzmassnahmen ( z.B. Juchtenkäferumsiedlung etc.pp) oder perverse Ausgleichsmassnahmen (wenn Ackerland zugebaut wird, wird noch zusätzlich Ackerland für Ausgleichsmassnahmen vernichtet) ohne öffentliche Empörung umgesetzt werden können. Ein Problem, was offensichtlich besonders den Deutschen anhaftet ist, dass man von einem Extrem ins andere verfällt. Während man nach dem Krieg bis mitte der siebziger tatsächlich zu kritisierenden Umkweltfrevel beging, betreibt man heute eine Vergötterung des „Umweltschutzes“ bis hin zur Perversität.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Denkfehler Herr Korff, ohne Landwirtschaft hat kein nachgeordneter Bereich auch nur das kleinste Produkt zur Verarbeitung…..ohne Getreide kein Mehl.

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      • Inga sagt

        Ja, das wird zu wenig bedacht.
        Die Verarbeitung verbraucht aus fossile Engerie
        und die Lager und Verkauf verbrauchen auch zubetonierten Boden!
        auch Autobahen für die Leiferungen werden verbraucht!
        Wieviel Natur zerstört das?

        Aber durch viel Diskusionen hier haben wir doch erfahren, dass die Landwirtschaft in der Beziehungt nur Lückenbüser ist!

        Nur weil z.B. unser Backgetreide so viel Flächen für den Anbau verbraucht. Aber dieser Anbau istfüralle Backwaren die wir verbrachen!

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    • bauerhans sagt

      Herr Korff,ihre behauptungen sind die eines Historikers und Politologen.
      ich hatte früher auch in der familie mit Politologen der FU Berlin zu tun,die erklärten mir die welt,ohne dass ich gefragt hatte,warteten aber auch geduldig auf die neue Planstelle.

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      • Stadtmensch sagt

        bauerhans, jeder kann sich hier mit diesem Namen registrieren. Wenn du ein Produktionmittel geerbt hast und dessen Inwertsetzung quasi von den Eltern kostenlos beigebracht bekommen hast, musst du dich nicht erhaben fühlen über Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit dem verdienen müssen, was übrig bleibt in der arbeitsteiligen Gesellschaft. Viele müssen sich wirklich bewähren und haben keine 10 Berater dafür.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Stadtmensch,
          ich hoffe, dass deine Eltern ihnen auch was beigebracht haben, kostenlos natürlich.
          Es soll Kinder von Landwirten geben, die begeben sich in die Untiefen der IT Scene, weil die sich sicher sind, dass sie in unserer Gesellschaft in dieser Branche ihren Lebensunterhalt einfacher verdienen.

          Wenn sie nichts geerbt haben, dafür können sie nichts, wenn sie einen armen Schwiegervater haben, sind sie selbst schuld.

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          • Stadtmensch sagt

            „die Untiefen der IT Scene“

            Darf ich mich jetzt geehrt fühlen, wenn willige und fähige Arbeitskräfte aus dem harten Alltag der ruralen Produktion in die seichten Gefilde der Sesselfurzer vordringen? Hat man so eine hohe Meinung von den Tätigkeiten hier?

            Ansonsten ja, der Neid nagt an meiner Seele – es ist kaum auszuhalten!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Stadtmensch,
              haben sie Kinder, wenn Ja,
              dumme, Nein. Deshalb hält man eine solche Entscheidung immer für klug.

              Neid, auf wen?
              Ein recht naher Verwander hat von Null ein Imperium in der Abfallindustrie erschaffen, der hat bestimmt zweieurofuffzig mehr auf dem Konto, aber neidisch bin ich nicht, ich, das heißt meine Frau und ich brauchen auch nicht hungern und am Ende des Lebens nehmen wir auch nichts mit.

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            • Inga sagt

              Landmaschinen haben auch IT Technik!

              Und ein Bauer der seinen Hof bewirtschaftet, egal geerbt oder nicht, muß auch lernen und arbeiten, denn sonst kann er seinen Laden zu machen!
              Und das erlnete bekommt man nicht nur bveon Eltern beigebraucht, Landwirte müssen auch staatl. geprüft werden!

              Dann ist er arbeitslos!

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      • Inga sagt

        und der Bauernhans war da völlig unqualifiziert?
        Als ob ein einfacher Bauer von Biodiversität keine Ahnung hat,oder?

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    • Inga sagt

      Trotzdem darf der Bauer sich einbilden die Verbraucher zu ernähren, denn wer kann schon ausser ihm den Rohstoff für die Ernährung vom Boden holen.

      Wenn er das nicht tun würde, wären die lebensmittelverarbeitende Hanwerker arbeitslos.

      Sei denn man holt diese Rohstoffe aus dem Ausland.
      Unter welchen Bedingungen werden sie da vom Boden geholt?
      Und was wäre mit unseren Ländereien in der Gemarkung?
      Müssten die dann von Ranchern in Ordnung gehalten werden, die dann von Steuergeldern bezahlt werden?
      Was ist billiger? Was ist für unsere Ökologie besser?

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  5. BerndK sagt

    Als der Ackerbau und die Viehzucht im heutigen nahen Osten und Ägypten aufkam, war sie der Motor für die kulturelle Evolution des Menschen. Wo vorher jeder für seine Kalorien sorgen musste, waren jetzt Menschen für andere Aufgaben freigestellt und konnten sich mit Götterkulten, Kriegen, aber auch mit nützlichen Dingen beschäftigen. Seitdem ist der Quotient Landwirt/Nichtlandwirt immer kleiner geworden, und das sogar exponentiell. So ernährt ein Landwirt heute 140 Menschen, im Jahr 1990 waren es nur 70. Wirtschaftlicher Erfolg einer Gesellschaft basierte, egal in welchem Jahrhundert und in welchem Erdteil, immer auf einer funktionierenden Landwirtschaft. Und diese Rolle wurde von den anderen Gesellschaftsschichten nie anerkannt. Bildlich gesprochen wurde der Rahm immer von Eliten abgeschöpft.
    So, und nun sind wir in einem Zeitalter angekommen, wo sich ein Teil der im Überfluss freigesetzten Arbeitskräfte gegen Ackerbau und Viehzucht stellen. Sei es aus Langeweile, aus dem Versuch heraus eine Befriedigung zu erlangen, indem man immer auf der guten Seite steht, oder auch nur um Gelder zu generieren. Die neuen Götzen sind nicht Insekten -das war aber auch eine schwache Passage von FPs Brief- sondern Adjektive wie „natürlich“ „biologisch“ „ohne“ (Gentechnik; Laktose; Pökelsalz….usw;usw). Leider kann man gegen diese Götzen nicht ankämpfen. Zum Beispiel ist ein vernünftiger Diskurs über Gentechnik beim besten Willen nicht möglich, auch mit Leuten, die sich Wissenschaftlichkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Handel, Politiker und NGOs treiben doch die Landwirtschaft vor sich her. Wobei deren Gründe unterschiedlich sind, aber dazu führen, dass auch Landwirte immer mehr den Diskurs über Themen verweigern, die wichtig sind,

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    • firedragon sagt

      BerndK, doch man könnte „gegen ankämpfen“. Jedem dieser „freigesetzten Arbeitskräfte“ sein Land zur Selbstversorgung geben (staatliches oder kirchliches, mir egal). Wer unzufrieden ist und alles glaubt besser zu wissen und auch noch zu können, den würde ich aus dem „System“ rausschmeißen und selber machen lassen – fertig.

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      • BerndK sagt

        @firedragon, das ist genau der falsche Ansatz. In einerr globalisierten Welt kann sich jeder überall und immer Lebensmittel kaufen. Dein „ankämpfen“ würde zumindest ins Leere laufen und vielleicht auch noch zusätzlichen Schaden verursachen.

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        • firedragon sagt

          BerndK, das war ein Vorschlag von mir.
          Natürlich dürften die dann auch nicht mehr an der Globalisierung teilnehmen, habe ja geschrieben – Selbstversorgung. Ein Versuch wäre es doch mal wert und ob das Schaden anrichten würde? Könnten ja dann Wissenschaftler begleiten.

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  6. Karl Friedberg sagt

    Hallo Marian,
    ich sage es ungern, aber selten so einen Humbug gelesen. Null differenziert und einfach mit Schubladen gearbeitet. Belege? Gibt es nirgends, aber so glauben viele diesen Fakten verneinenden Erguss. Das hilft niemanden, sondern führt nur zu Spaltung. Aber warum sage ich das jemandem der mit Göttern argumentiert. Die Kirche hat auch schon immer gespalten. Man kann und muss an der Art wie die Landwirtschaft geführt wird kritisieren, aber natürlich genauso auch an der Art zu wirtschaften insgesamt oder der Art Energie zu gewinnen usw.

    „Die meisten Insekten schaden dem Menschen mehr als das sie ihm nutzen“ Naturkreisläufe, Essensketten etc. sagen Ihnen etwas? Einfach mal „Bio bringt mehr Ertrag als gedacht“ die Vergleichsstudie lesen, guter Artikel im Spiegel. Abgesehen davon, bringt Bio auf langfristige Sicht oft bessere Erträge, weil der Boden weniger ausgelaugt ist.

    „Bio kann nur bestehen, weil konventionell so erfolgreich ist“ klar

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    • Stadtmensch sagt

      Philosophen haben es nicht so mit der Wissenschaft. Sie leiten dir her, dass es auch nur „Götterglaube“ ist.
      Gegen diesen klebrigen Meinungssud kommt man nicht an. Sobald er mit „die alten Sumerer“ oder „Opfer“ oder „Schuld“ loslegt, stehst du mit so hölzernen Sachen wie Bodenabtragsrate, oder Kreislaufwirtschaft blöd da.
      Außerdem halte ich persönlich die ganze Öko-LB vs. Konvi-LB für äußerst problematisch.

      Ca. ein Drittel der Weltbevölkerung lebt nur, weil Stickstoffdünger mit viel Energie chemisch hergestellt wird. „Brot aus der Luft“.
      https://www.spektrum.de/magazin/weltbevoelkerung-und-stickstoffduenger/824105

      Auf der anderen Seite leiten wir unsere Stoffwechselendprodukte ins Meer oder verbrennen sie.
      Haushalts-Bioabfall geht auch zu 80% verloren.

      Der LW muss man nicht zum Vorwurf machen, dass sie unter diesen Umständen mit mineralischem Stickstoffdünger arbeitet.

      „bringt Bio auf langfristige Sicht oft bessere Erträge, weil der Boden weniger ausgelaugt ist“
      Solche Sätze nicht einfach hinschreiben! Das macht einen mürbe…

      Lesetip:
      Eberhard Schulze:
      „Kann der etablierte Ökologische Landbau die Ernährung sichern und Nachhaltigkeit gewährleisten“
      Verlag Dr. Köster

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      • Reinhard Seevers sagt

        Zitat Stadtmensch: „Lesetip:
        Eberhard Schulze:
        „Kann der etablierte Ökologische Landbau die Ernährung sichern und Nachhaltigkeit gewährleisten“
        Verlag Dr. Köster“

        Da fehlt das Wichtigste, …..DAS FRAGEZEICHEN!

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    • Arnold Krämer sagt

      „Abgesehen davon, bringt Bio auf langfristige Sicht oft bessere Erträge, weil der Boden weniger ausgelaugt ist“.

      1. Weniger Ertrag heißt auch weniger Nährstoffentzug. Was dem Boden aber entzogen wird muss entweder von außen erneut zugeführt werden (mineralisch oder organisch), denn die entzogenen Nährstoffe werden im menschlichen Körper in Ansatz oder Energie umgewandelt und der Rest landet in der Kanalisation (wird Klärschlamm, den die Biobetriebe schon gar nicht haben wollen).
      Wenn nichts von außen zugeführt wird, (vom Luftstickstoff profitieren allerdings auch die Ökobetriebe), muss man auf die natürliche Mineralisation des Bodens setzen. Bei den „Schokoladenböden“ funktioniert das ganz gut (wie lange ?). Auf den mageren Standorten werden die Ernten schnell kümmerlich oder sind es von Anfang an.

      2. Die leichten Sandböden im Nordwesten Deutschlands sind u. a. auch durch langjährige organische und ergänzende mineralische Düngung in Verbindung mit den Zuchtfortschritten wesentlich ertragreicher geworden. Der Weizenanteil im Getreidebau liegt mitlerweile bei rund einem Viertel, vor 40 Jahren Null. Beim Körnermais erntet man (wenn die Niederschlagsverteilung stimmt) 80 bis 120 dt/ ha. trockene Ware usw.

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    • fingerphilosoph sagt

      Hallo Karl Friedberg,

      den Vorwurf der Undifferenziertheit gebe ich gern an Sie zurück. Hätten Sie meinen Beitrag differenziert gelesen, wäre Ihnen sicher aufgefallen, dass dort explizit von Fluginsekten die Rede ist, und nicht etwa von Bodelebewesen. Ach nein, das waren ja gar nicht Sie, sondern der Andere, der Regenwürmer für Insekten hält.

      An Ihren Belegen und Fakten bin ich natürlich sehr interessiert. Nennen Sie mir doch bitte 20 wild lebende Spezies von Fluginsekten, abgesehen von Bienen und Hummeln, die einen nennenswerten Beitrag zum Wohlergehen der Menschen leisten. Lassen Sie mich an Ihrem Wissen teilhaben, über welche Essensketten und Naturkreisläufe Fluginsekten das Wohlergehen von Menschen fördern. Und bitte ganz konkret, mit Angabe von Quellen.

      Ein guter Artikel im Spiegel ist nicht ausreichend, um sich ein korrektes Bild bzgl. der Erträge in der Bio-Landwirtschaft zu machen. Das erfordert schon eine etwas differenziertere Arbeit, schließlich kann man beileibe nicht alle landwirtschaftlichen Produkte über denselben Hektar-Ertrags-Kamm scheren. Dasselbe gilt für die Qualität der Böden. Und ja, bei einigen Erzeugnissen bringt Bio nicht wesentlich viel schlechtere Ergebnisse als konventionell, aber diese sind nicht repräsentativ für das Gesamtergebnis.

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      • BerndK sagt

        @Fingerphilosoph Also ich liebe zB Marienkäfer (natürlich nicht die eingewanderten invasiven Arten). Schlupfwespen sind auch nicht schlecht. Bei beiden Beispielen liegt der ökologische & ökonomische Nutzen für den Menschen auf der Hand, Und bei so einfachen Nützling/Schädling Kombinationen braucht man keine Quellen (Lehrbuchwissen).Wenn ich den Nerv hätte würde ich auch die geforderten 20 zusammenkriegen. Hab ich aber nicht! Ich finde, mit Deiner selbstgestrickten Ökologie hast Du Dich arg weit aus dem Fenster gelehnt. Das solltest Du zugeben und den wahren Kern Deiner Aussage mit anderen Beispielen glaubwürdiger machen.

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        • fingerphilosoph sagt

          Bitte erklären Sie mir doch, worin meine selbstgestrickte Ökologie besteht. Das würde mich interessieren. Und was ist denn der wahre Kern meiner Aussage?

          Es ist schön, dass Sie Marienkäfer lieben und Schlupfwespen nicht schlecht finden, aber das sagt nun leider so gar nichts über deren ökologischen & ökonomischen Nutzen. Worin besteht der Nutzen denn nun? Und schade, dass Sie so schwache Nerven haben, die anderen 18 hätten mich schon interessiert.

          Bitte ergänzen Sie doch Ihr Statement. Es sagt leider so überhaupt nichts aus.

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          • Stadtmensch sagt

            Na? Wollen wir wieder alles auf dem Silbertablet serviert bekommen?

            https://www.researchgate.net/publication/225283251_Biodiversity_loss_and_its_impact_on_humanity

            Wir haben uns mittlerweile dermaßen an der Biosphäre vergangen, dass wir in Zukunft selber „Natur“ spielen müssen. Da ist ein reich bestückter in vivo Genpool sehr hilfreich.

            Außerdem sind wir zur Zeit immer noch weit davon entfernt, unsere Mitwelt hinreichend genau verstanden zu haben, um dem gerecht zu werden.

            Es empfiehlt sich daher, mit der Beseitigung der kümmerlichen Reste echter – durch Jahrmillionen der Evolution geformte – DNA noch etwas zu warten!

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            • Thomas Apfel sagt

              Problematisch finde ich, dass solche Texte und die Roten Listen als Waffe im Kampf benutzt und entsprechend manipuliert bzw. vereinfacht werden. Wir sind gar nicht in der Lage die Biodiversität global wesentlich zu beeinflussen. Sie entsteht zu großen Teilen erst durch plötzliche lokale Veränderungen (Bergbau/ Fluten/ Erdrutsche /Waldbrände und Umnutzung natürlicher Biotope (z.B. des europäischen Waldes in Ackerland in der Vergangenheit)).
              Es ist auch schwierig das lokal oder national zu betrachten. Bezogen auf ganz Europa ist zum Beispiel keine einzige Vogelart unserer roten Listen im Bestand gefährdet. Also bunter ja – aber mit Ruhe und Sachverstand und nicht in unnötiger Untergangspanik.

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            • fingerphilosoph sagt

              Lieber Stadtmensch,
              „Wir haben uns mittlerweile dermaßen an der Biosphäre vergangen …“
              das heißt also: wir sind solche Sünder:
              Die Sündhaftigkeit ist das Fundament, auf dem die drei aus der Bibel entstandenen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam beruhen. Dein Fundament ist ebenso religiös.

              Aus dieser religiösen Annahme den Schluss zu ziehen, „in Zukunft selber „Natur“ spielen zu müssen“, entbehrt jeder Logik. Das ist so, als würde man jemandem zum Piloten ernennen,
              dessen Qualität darin besteht, Flugzeuge zum Absturz zu bringen.

              Dann setzt Du noch eins drauf, indem Du sagst, dass wir nicht wissen, was wir tun und aus diesem Nicht-Wissen heraus auch noch Empfehlungen formulierst.

              Meine Skepsis gegenüber Leuten, die glauben, wissenschaftlich zu argumentieren und zu denen Du Dich ja offenbar zählst, wird durch solche Statements aber so was von 100pro bestätigt.

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              • Stadtmensch sagt

                „und aus diesem Nicht-Wissen heraus auch noch Empfehlungen formulierst.“

                Dass ich keine Ahnung habe gebe ich gerne zu. Deshalb sage ich ja auch „hier in diesem System“ werde ich nicht einfach irgendwelche Schrauben lockern oder Teile entfernen, ohne zu wissen was ich tue!

                Eins ist für mich jedoch klar: in Virus oder ein designtes oder natürliches organisches Molekül kann schnell mal großflächig alles beseitigen, wenn es wirksam in den Stoffwechsel eines Organsimus eingreift. Ganz zu schweigen von Klimaveränderungen. Wenn dann nix übrig bleibt, was diese Lücke füllt, bricht das ganze „Food-Web“ zusammen. Bis hin zum Verschwinden aller organischen Bestandteile in einem Gebiet. Es gibt keine Nischen mehr, wo sich etwas hält. Globalisierung lässt grüßen…

                Nicht umsonst gibt es Gen-Banken für Nutzpflanzen, um notfalls „Ersatzteile“ zu haben, um Natur spielen zu können. Das heißt, an einem sehr komplexen System eine bestimmte Schraube festzuziehen (nenne es Crispr-Cas9 oder wie auch immer)

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                • Brötchen sagt

                  um die genbanken wird medial ein Hype gemacht. da ist auch viel „Marketing“ dabei.
                  die retten auch nicht vor einem Supergau.
                  Journalisten mögen die Stories von den alten rassen/Sorten, die die Welt retten, so wie die böse Industrie die Welt in den Untergang treibt!
                  fachlich ist das alles Humbug.

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                • Brötchen sagt

                  crispr CAS ist auch nur eine Möglichkeit! die Varianz für die züchtung zu erhöhen. es gibt derer noch viel viel mehr! genauso wenig wie ki oder Deep Learning die Welt retten wird. Deep Learning ist nur ein neuer algorithmusansatz, der auch seine Grenzen hat.

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                • Stadtmensch sagt

                  @brötchen, bei den „Schreiberlingen“ hast du teilweise sehr kluge Leute. Die dürfen ihr Leben lang lernen. Ich würde das nicht unterschätzen:
                  http://blog.fefe.de/?ts=a1f83290

                  Aber ok. Gibt halt Leute die glauben nur der eigenen konstruierten Wirklichkeit.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Was man mit einiger Sicherheit sagen kann, ist, dass Evolution ein offenes System ist, das sich ständig selbst transformiert. Viel mehr kann man darüber nicht sagen. Sowohl Planeten als auch Elementarteilchen verhalten sich in einer Weise, aus der sich Naturkonstanten, Gesetze und Formeln ableiten lassen. Nicht so in der Evolution als Geschichte des Lebens, deren Kennzeichen die Unberechenbarkeit und damit die Unvorhersehbarkeit ist.
                  Es gibt keine einzige Formel, nach der sich irgendeine evolutionäre Entwicklung berechnen lässt.

                  Du kannst Dir das Überleben der Menschheit zum Ziel setzen, aber Du kannst nicht sagen, ob das Lockern oder Festziehen egal welcher Schraube Dich diesem Ziel näher bringt oder Dich davon entfernt. In einem unvorhersehbaren System gibt es keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass das Festziehen einer Schraube sich mehr bewährt als deren Lockern.

                  Die Geschichte der Evolution ist nicht reproduzierbar. Deshalb lassen sich auch keine Wahrscheinlichkeiten angeben, mit der dieses oder jenes Ereignis eintreffen wird. Es gibt keine Modelle, mit denen Du die Zukunft simulieren kannst.

                  Das krampfhafte Schützen jedweden Juchtenkäfers kann genauso den Untergang der Menschheit auslösen wie seine Ausrottung durch den Bau eines Bahnhofs oder was auch immer.

                  Mit jeder Deiner Annahmen bewegst Du Dich im Bereich des Glaubens. Was Du glaubst oder nicht glauben willst, ist jedoch eine Sache des Gefühls. Normalerweise funktioniert das dann so, dass der moderne Gläubige eifrig rational klingende Argumente zusammenträgt, um sich selbst und der Welt zu beweisen, dass sein Gefühl richtig ist.

                  Ich habe den Artikel geschrieben, um darauf aufmerksam zu machen, dass vieles von dem, was Menschen für wissenschaftlich halten, in Wirklichkeit auf Glauben und Gefühlen basiert.

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                • Stadtmensch sagt

                  @fingerphilosoph, natürlich gibt es Theorien und Modelle zur Enstehung komplexer sich selbst reproduzierender organischer Strukturen. Daran erkennt man doch erst wie fragil das ganze ist und wie sehr alles miteinander verwoben ist.

                  Das wischst du einfach beiseite, weil es dir nicht griffig genug ist. Du stellst dich hin und erklärst 90% der Biomasse zu nachweislich nicht nützlich für den darin eingebetteten Zellhaufen Mensch.

                  Weil soundsoviel Prozent der Nutzplanzen nicht auf Bestäubung angewiesen sind. Gehts noch platter, noch anthropozentrischer?
                  Einem Anhänger der RKK sehe ich das nach, aber nicht einem Zeitgenossen in der „Wissensgesellschaft“.
                  Schau dir doch mal so einen Astronauten in seiner Raumkapsel an. Länger als ein zwei Jahre kannst du den nicht da oben lassen bei geänderten Nährstoff- Stahlungs- und sonstwelchen Spektren.

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                • Brötchen sagt

                  Stadtmensch der FP hat die Evolutionsbiologie tiefer durchdrungen, als Du!

                  Seinen Thesen kann ich zustimmen!

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                • Stadtmensch sagt

                  @brötchen, der selbsternannte Philosoph ist der Meinung, dass es in der organischen Chemie keine Gesetzmäßigkeiten zur Bindung und Organisation der beteiligten Elemente gibt. So what…

                  Lasst uns das Internet mit Text füllen…

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                • Brötchen sagt

                  Das hat er so nicht geschrieben, er formuliert schon sehr bewusst und genau.

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                • Brötchen sagt

                  Welche fachl. Qualifikation hast du bezüglich organischer Chemie?

                  Spektrum Leser?

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                • Stadtmensch sagt

                  er hätte offenes thermodynamisches System sagen müssen (oder dissipative Struktur). Im Fließgleichgewicht.

                  Aber was hat das bitteschön mit dem „Schrauben am System“ zu tun? Was ja Züchtung oder PSM-Entwicklung ausmacht (Methode egal). Wozu Marker, wenn man nicht ganau die gewünschte Schraube finden will?

                  Ich würde mir wünschen, dass er präzise formuliert. Aber ständig diese Unterstellungen reliösen Eifers – das nervt!

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                • Stadtmensch sagt

                  Achso formale Qualifikationen… Da siehts bei mir mau aus. Chemie hatten wir vier Semester bis zum Vordiplom. Kann mich nur an den Kauz von Professor erinnern. Er wollte, dass geklopft wird, wenn er den Saal betritt. Wir haben dann immer geklopft wenn sein Assistent reinkam

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                • Brötchen sagt

                  @stadtmensch du unterstellst hier! Oder beziehst Dich auf etwas was, überhaupt nicht geschrieben wurde.
                  Deshalb ist es schwierig mit dir zu diskutieren.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Falsch, Stadtmensch. Ich stelle mich nicht einfach hin und erkläre 90% der Biomasse zu nachweislich nicht nützlich für den darin eingebetteten Zellhaufen Mensch.

                  Wenn Du sagen würdest, dass die Menschheit aus den 90% Biomasse endlich auch Profit schlagen soll, würde ich darin zumindest einen Funken Wahrheit erkennen. Auch darin, wenn Du sagen würdest, dass Du und die Wissenschaften bereit sind, der wissenschaftlichen Neugier die ganze Welt zu opfern. Oder wenn Du sagen würdest, dass unsere Spezies
                  aus Langeweile, weil sie nichts anderes mehr zu tun hat, neue Organismen erschaffen will.

                  Stattdessen sagst Du jedoch, dass morgen die Welt untergehen wird, um daraus eine Rechtfertigung abzuleiten, um diesen durch und durch anthropozentrischen Leidenschaften zu frönen.
                  Oder Du behauptest, der Mensch müsste mit seinen neuen Technologien der Evolution „helfen“. In Behauptungen dieser Art erkenne ich nur einen Haufen unausgegorener Widersprüche, aber keinen Funken Wahrheit.

                  Natürlich gibt es Theorien und Modelle, das was an der Natur für den Menschen noch nicht ausbeutbar ist, ausbeutbar zu machen. Aber mit Evolution hat das nichts zu tun.

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                • Stadtmensch sagt

                  Danke fingerphilosoph. Du bist im Herzen doch ein guter Mensch. Für meine Begriffe…
                  Du hast es schon ganz richtig erkannt.

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch

                  Die Landwirte hier sind sich über ihre Beweggründe im Klaren und schwurbeln nicht irgendwas von Weltrettung und Klimawandel herum. Die sagen offen, dass sie Landwirtschaft betreiben, weil sie mit den von ihnen erzeugten Nahrungsmitteln Geld verdienen bzw. ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen. Das ist eine Basis, auf der man dann auch diskutieren kann.

                  Man kann argumentieren, Nahrungsmittel haben wir mehr als genug, wir wollen lieber mehr bunte Landschaft, weil wir inzwischen mehr Freizeit haben zum Joggen, Wandern und Spazierengehen. Und der Landwirt sagt, okay, eine Blühwiese kostet euch xxx Euro. Dann kann man noch ein bisschen handeln, wie das unter Geschäftsleuten üblich ist.
                  Stattdessen wird der Landwirt zum Sündenbock gemacht. Und das ist halt echt übel.

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              • BerndK sagt

                FP hat auch auf die „Heinrich Böll“ Quelle hingewiesen, nachdem er die in der „medline“ aufgeführte und von zig Autoren verfaste Studie scheinbar innerhalb von Sekunden gelesen und verworfen hat. Die Autoren dort kommen zu dem Schluss:
                „These results strongly suggest that non-bee insect pollinators play a significant role in global crop production and respond differently than bees to landscape structure, probably making their crop pollination services more robust to changes in land use. Non-bee insects provide a valuable service and provide potential insurance against bee population declines.“ Das widerspricht FPs Grundthese hinsichtlich Insekten.
                Da FB zu den geistigen Selbstbefruchtern gehört, darf er natürlich alles andere gerne ignorieren. Doch im Sinne einer Analyse, warum die Spannungen zwischen Landwirtschaft und fast dem ganzen Rest der Gesellschaft in letzter Zeit so zunehmen kein Stück näher.

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          • firedragon sagt

            fingerphilosoph,
            dreschen ist heute nicht bei uns, da etwas Regen. Hänge vor’m Computer rum und habe mal nach 20 nützlichen Fluginsekten Ausschau gehalten (Bestäuber ausgeschlossen).
            Florfliege, Zweipunkt, Gallmücke, Schlupfwespe, Brackwespe, austr.Marienkäfer, Raubwanze und Raubmilbe (okay, die kann nicht fliegen). Gottesanbeterin (Fangschrecken) könnte man noch dazuzählen. Darf ich vom Wind getragene Spinnen auch dazuzählen, quasi halbfliegend ?

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            • Brötchen sagt

              Drachen offtopic….melde Vollzug, alle Wollknäuel kunstgerecht mit Handschere entvliest.
              Wollten mich erst austricksen, hatte die schon im pferch und sind dann seelenruhig durch ein kleines Loch, was ich übersehen hatte wieder rausspaziert. Gut Loch zugemacht sind dann aber nicht wieder in den pferch. Wollte dann Mittag nach Hause und plötzlich waren sie wieder drin. Dann ging’s los 😎

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              • firedragon sagt

                Brötchen, mein Applaus ist Dir sicher 😀. Gib zu Du hattest Angst, ich komm tatsächlich vorbei 😉.
                Deine Schafe im Pferch, dafür mussten wir die Ziegen heute wieder aus dem Wald heim holen, die standen schon trampend am Straßenrand.

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                • Brötchen sagt

                  Nö hätte ich gern mit dir zusammen gemacht.😀
                  Ist eben immer schwierig die Bande zu kriegen und Wetter muss auch passen. Bei grosser Hitze leiden die schon etwas. Bin ja nicht so schnell, wie ein Profi mit elektr. Schere.

                  Meine sind sehr standorttreu die hauen eigentlichen nicht ab. Ist Rassemerkmal.

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                • firedragon sagt

                  Danke.
                  Du die Ziegen, sind auch standorttreu, nur anscheinend eher ausserhalb des Zauns. Wobei wir uns schon wundern, dass die raus sind. Auf der eingezäunten Fläche ist bestes Ziegenfutter (die Kühe kümmern sich ums Gras, für die Ziegen Brombeeren und Hecken).

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                • Brötchen sagt

                  Drachen Ziegen sind sehr neugierig und Ausbrecherkönige und können einen zur Verzweiflung bringen, habe ich gehört. Problem ist, wenn die das erst einmal spitz bekommen, machen die das immer wieder.
                  Also immer gut Strom drauf haben.

                  Die Muttern von meiner Rasse sind auch etwas neugieriger.

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                • firedragon sagt

                  Ja Brötchen, die bringen einen zum Verzweifeln.
                  Strom können wir dort auf den Zaun nicht draufgeben. Ist ein Wildzaun, festgetackert an Holzpfosten und verzinkten Pfosten (haben wir nicht aufgestellt). Ausserdem zugewachsten (deshalb sollten die Ziegen da ja „aufräumen“). Größeres Problem sind dann doch die Wildschweine, die unter dem Zaun durchlaufen und den hochheben. Wie gesagt, die Fläche ist schon groß und wir dachten, die Ziegen bleiben bei dem Futterangebot in der Umzäunung (die Kühe bleiben ja auch drinnen) – haben wir falsch gedacht. Ja so das eben mit den lieben Viehchern, zeigen einem täglich, wie clever sie doch sind.

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                • Brötchen sagt

                  OK Wildzaun! Was besseres gibt es eigentlich nicht.

                  Und wenn ich davor einen Draht mit Strom spannt?

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                • firedragon sagt

                  Über einen sromführenden Draht, vor dem Zaun hatten wir auch nachgedacht, wäre machbar. Allerdings kämen die Ziegen dann nicht mehr an Ihren „Arbeitsplatz“. Mal sehen, wie wir’s zukünftig handlen werden, jetzt haben wir dazu keine Zeit.

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            • fingerphilosoph sagt

              Firedragon, worin besteht die Nützlichkeit von Florfliege und Co.? Kann man Florfliege zum Angeln verwenden?

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              • firedragon sagt

                Nützlichkeit bei diesen Tieren, fingerphilosoph, besteht darin, dass sie bspw. Blattläuse, andere Milbenarten, weiße Fliegen vertilgen. Eben Tiere, die unsere Kulturpflanzen schädigen.
                Wir hängen z.Bsp. Schlupfwespentrichogramme in die Maispflanzen, um den Maiszünsler in Schach zu halten (wir sind nicht bio!).
                Du hast recht, wenn Du schreibst, dass Insekten dem Menschen eher nicht nützlich sind (Bestäuber ausgenommen). Eine Kuh braucht auch keine Insekten, um zu überleben. Genauso wenig sinnvoll sind Zecken, die sind zu nichts nutze.

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                • Paulus sagt

                  firedragon, von wegen Zecken sind zu nichts nutze. Da muss ich als langjähriger Mitpächter eines Jagdreviers energisch widersprechen! 🙂
                  Schilder in denen eindringlich vor den Gefahren durch Zecken oder noch besser dem Fuchsbandwurm gewarnt wird, halten selbst hartgesottene Mountenbiker, Pilz- und Blaubeersucher und auch Geocacher von ihrem Tun zurück.

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                • firedragon sagt

                  Okay Paulus,
                  dann betrachte ich diese überaus anhänglichen Tierchen zukünftig als Wächter der Wälder und Wiesen.

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                • bauerhans sagt

                  „Geocacher“

                  denen hatte ich mal das nachweisheftchen geklaut,weil die so nervten.
                  da waren leute dabei,die aus DO 120km angereist waren.

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              • Paulus sagt

                @Fi-phil., nachdem euer philosophisch-naturwissenschaftlicher Disput nun beendet ist kommen wir vielleicht mal wieder zu ganz trivialen Gegebenheiten.
                Stichwort Florfliegen: Es ist schon so wie fd es schildert, so wurden z.B. Florfliegen, gewisse Wespenarten usw. in der LW schon immer als Nützlinge betrachtet, das habe ich schon in meiner Kindheit gelernt. Singvögel, Feldhühner und Fasane sind zur Aufzucht ihres Nachwuchses u.a. zwingend auf Insekten angewiesen. Ich habe (als Jäger) zwar wenig bis gar keine Ahnung was Feldreviere betrifft, kann mir aber nicht vorstellen, dass die Hühnervögel zwischen sogen. Schad- und Nutzinsekten unterscheiden. Das sind menschliche Kategorien, ein Rebhuhn wird das kaum interessieren. In diesem Punkt ist dein ursprünglicher Vortrag nicht ganz ausgegoren.
                Ich halte dieses ganze mediale Gedöns um den Rückgang der Insekten zwar für überzogen, gleichwohl versuche ich ihnen einen Lebensraum zu schaffen. Nicht weil ich die Viecher so toll finde, sondern in erster Linie damit die Piepmätze ihre Bruten großbekommen und die Wildbienen überleben. Mir selbst sind Insekten eher, gewisse Arten mitunter sogar extrem lästig. Das bezeichnet man wohl als ambivalentes Verhalten, oder so.

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                • Stadtmensch sagt

                  Wozu Piepmätze Paulus. Die sind nicht Bestandteil unserer Nahrungskette. Willst du etwa Baumschädlinge regulieren oder hast du früher zu viel in Märchenbüchern geblättert?

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                • Paulus sagt

                  @Stadtmensch, nachdem es in meinem Alter mit den Frauen nicht mehr so recht klappt, sitze ich gern zwecks Erbauung und Lustgewinns am Vogelherd. Auf die jungen Krammetsvögel habe ich es abgesehen, die sind wirklich delikat. Mit ein paar gebratenen Drosseln und ein wenig Minnegesang zum Spiel mit der Mandoline lässt sich so mancher Abend retten.
                  Ach so, was Baumschädlinge betrifft werden die Larven der Borkenkäfer von einigen Arten durchaus geschätzt. Ich habe schon Spechte beobachtet die konnten kaum noch fliegen, so vollgefressen waren die. Nix mit Märchenbuch.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Herr Friedberg,
      kennen sie in Unterschied zwischen ihnen und mir?

      Eigentlich gibt es zwei,
      ich habe Landwirtschaft gemacht, sie meinen Etwas davon zu verstehen.

      Ich kenne noch die Zeit, wo die Regale nicht so voll waren, weil die Anbau weise fast BIO war. Mineraldünger hat gefehlt, bezugsweise das Geld dazu war nicht vorhanden. PSM gab es fast keine. Zwetschen waren so vermadet, dass sie für nicht verkauft werden konnten. Weizenerträge unter heutigen Gesichtspunkten lächerlich.

      60 % Ertrag ist immer noch weniger, als 100%, aber es kann durchaus sein, dass die Autoren vom Spiegel etwas Matheschwäche haben.

      Und jetzt kommt ein Hansele daher und will uns erklären, dass BIO mehr Erträge bringt.

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      • Inga sagt

        Und wer weiß wieviel Weizen mit Backqualität es gegeben hat!

        Ach so, die Leute früher hatten ja nicht so Geld um Biskuites zu kaufen!
        Und die Schweine hatten noch 7 cm Speck auf den Rippen, ach so, die Leute hatten so wenig zu essen, dass sie über eine Pfanne Bratkartoffel mit ganz viel Speckwürfel und Zwiebeln froh waren.
        Ach und die Kühe gaben noch viel weniger Milch mit viel weniger Fettprozenten drin.

        ach so,
        bei den Leuten gab es nur Schlagsahne, auf den Kuchen, wenn hoher Besuch kam.
        Und Eisdielen gab es auch noch nicht so viele!

        Da hat sich ja ganz schön viel Agrartechnik etabliert, dass alle heutzutage satt möglich ist. Ja, und der N-Dünger hat einen maßgeblichen Anteil daran!
        Wieviel Mitbürger wollten vor 1945 auf der Fläche der alten BRD satt werden und wie viel nach 1950? Bis 1955 soll (habe ich nur mal gelesen) Knappheit von Nahrungsmittel geherrscht haben!

        Auch deswegen hat man diese Forschung politisch vorangetrieben, denke ich.
        Wer weiß, wieviel landw. Subventionen diese Forschung gekostet hat!

        alles für den Verbraucher
        und der schimpft nun bestimmt aus Dankbarkeit über den Überfluß!

        Der ärgert die Kühe auf der Weide mit Hampelmann-Bewegungen und schmeißt Coladosen in die Bestände! Alles aus Dank und Überdruss?

        Aber vielleicht ist es ein Forschungsauftrag, zu versuchen ob Bioanbau langfristiger höhere Erträge bringt, bis jetzt jedenfalls noch nicht!

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    • bauerhans sagt

      „Bio kann nur bestehen…..“

      weil die bei uns mit agrargeldern zugeschüttet werden.

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  7. Paulus sagt

    Mein lieber Fi-phil. , nein, das sollte man hier besser nicht sagen! Also sehr geehrter Herr Finger, werter Marian. Nachdem ich ihren Beitrag, den ich eher als Laudatio an die Bauern auffasse, nun mit Abständen sogar 3x aufmerksam gelesen habe, stört mich die Aussage was die die angebliche Schwarmintelligenz betrifft.
    Nach meiner Auffassung existiert eine solche nicht – außer vielleicht im Cyberspace. Alle großen Erkenntnisse, Taten wie Untaten basierten nach meiner Auffassung auf individueller Intelligenz. Ein Schwarm an sich ist schlicht und ergreifend dumm. Dafür gibt es nun wirklich genügend Beispiele.

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    • fingerphilosoph sagt

      Werter Herr Paulus, der Beitrag war in der Tat als Laudatio an die Landwirtschaft gedacht. Das haben Sie mit der Ihnen eigenen Intelligenz sehr richtig erkannt.
      Allerdings habe ich nicht behauptet, dass ein Schwarm, zumal einer aus Menschen, wirklich intelligent ist. Sondern lediglich, dass „Schwarmintelligenz“ ein Zauberwort ist. Und Sie wissen ja, dass Zauberei sehr viel mit Illusion und sehr wenig mit korrekter Wahrnehmung der Wirklichkeit zu tun hat.

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  8. Inga sagt

    Stadtmensch unserer Staat war schon Ende der 60iger des vorigen Jahrhunderts so schlau und hat

    Freizeitgestaltung

    In den Unterrichtslehrplan eingearbeitet.
    Deswegen ist Freizeit bewusst genießen sehr modern, also zeitgeistlich gesehen.
    Gut an die Bauern, andere Selbstständige und Pflege hat man nicht gedacht.

    Aber in der Freizeitgestaltung kann man doch seinen sinnvollen Tätigkeitstrieb körperlich und auch seelisch befriedigen, oder nicht?
    Was will man mehr?

    1
  9. Herwig Scholz sagt

    Danke!
    Nur so zur Ergänzung und zum Nachdenken:
    Unsere Gesellschaft hat es in gut 50 Jahren geschafft, dass 93% der milchviehhaltenden Betriebe der BRD meist verzweifelt aufgeben haben (Statistisches Bundesamt 1969-2020). Die Medienvertreter versuchen jetzt die übrig gebliebenen 7% als Sündenböcke für den damit verbundenen Strukturwandel verantwortlich zu machen.
    Ein altes bäuerliches Sprichwort lautet:

    Und verlässt die letzte Kuh den Stall, dann ziehen auch die Schwalben fort.

    Leider kein Mythos, sondern Fakt. Rund 780.000 Kuhställe sind verschwunden!! Und mit Ihnen die Schwalben, die Misthaufen, die Kuhfladen, die Weideflächen … und vieles andere mehr.
    Herwig Scholz

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  10. Lady sagt

    Sehr interessante Gedanken, Fiphi. 👍 Vielen Dank dafür.
    Brillant dein vielschichtiger Umgang mit dem „Schwarm“, großes Kompliment.
    Ich sehe allerdings diverse Punkte anders. Etwa eher einen Trend hin zur Individualität. Insbesondere auch in der Politik, was dann zu einer Herabwürdigung des notwendigen Kompromisses führt. Vermutlich gibt es aber eben diverse , teilweise auch sich widersprechende, Strömungen in der Gesellschaft. Was die Sache nicht leichter macht, alle haben Recht oder fühlen sich zumindest im Recht. 😀
    Den von dir erwähnten „Geschichten/Mythen“ sehe ich in der Realität durchaus als Gegenpol die „Wissenschaft“ gegenübergestellt. Das ist quasi der Beweis für „ich habe Recht“. Kann stimmen, muss aber nicht. Es wird jedenfalls wissenschaftlicher Arbeit nicht gerecht, deren Sinn nur selten ein eindeutiges Ergebnis ist. Und sehr gerne wird auch einfach der Wunsch zur Wissenschaft umgewandelt, durch entsprechende Selektion etwa von Studien etc. Das ist auch schlicht Mist. Und als Laie hat man da keine Chance.

    Mir geht es allerdings deutlich zu weit, dass Insekten eine Art Götterstatus haben sollen. Macht sich jemand freiwillig zur Ameise oder zum Borkenkäfer? 😎 Also ich weiß nicht.
    Aber klar, es muss die Weltrettung dabei sein, Darunter machen es viele nicht. Und einen Sündenbock muss es natürlich auch geben, der auch recht wehrlos sein sollte. Also eine Minderheit, sonst gewinnt man keine Wahlen.
    Also du hast wirklich Punkte geliefert, die sich diskutieren ließen. Fast schade, dass dein Beitrag jetzt zur Erntezeit erschienen ist.
    Aber was genau soll der Bauer jetzt mitnehmen an Ideen ?

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    • fingerphilosoph sagt

      Wenn die alten, hierarchisch aufgebauten Gesellschaftsstrukturen heute auseinanderbrechen, ist das nicht gleichbedeutend mit einem Trend zur Individualität. Der heutige Mensch ist weniger ein Individuum als je zuvor. Individuum heißt „das Unteilbare“, während der moderne Mensch immer weiter fragmentiert und zerrieben wird. Gleichzeitig bestehen starke Tendenzen zur Gleichmacherei. Kinder, die nicht der Verhaltensnorm entsprechen, werden umgehend zum Schulpsychologen geschickt. Selbstoptimierer streben, was Gewicht, Blutwerte, Kondition usw. betrifft, dieselben Normwerte an. Für alle Menschen soll dieselbe Ernährung gesund sein. Man lässt sich im Urlaub an denselben Orten fotografieren, die so schon tausendmal in Instagram veröffentlich wurden. Wenn Herzogin Kate eine neue Klamotte trägt, wird die millionenfach kopiert.

      Welche Bauern haben denn heute Erfolg? Das sind beispielsweise Bauern, die aus ihren Höfen eine Plattform, also einen Landeplatz für einen Menschenschwarm machen. Analog einem Supermarkt oder Amazon. Einen Eventhof zum Erdbeerenpflücken, eine Solawi, einen Kinderzoo, einen Ferienhof oder Scheunenfeste, irgendwas halt, was gleichzeitig eine gewisse Anzahl von Menschen anzieht, die sich auf dem Hof begegnen können, um hier eine Anregung und dort ein Häppchen zu erhalten, ohne sich dafür groß selbst einbringen oder anstrengen zu müssen. Einmal habe ich einen Bericht über einen Hof gelesen, der eine Plattform für Motorradfans und Altrocker geworden ist.
      Oder Bauern, die gemeinsam einen Markt als Plattform bieten, wie der Kürbismarkt am Bodensee. Oder Bauer Willi, der hier eine Diskussionsplattform anbietet und sich dadurch ins Gespräch bringt.

      Oder andererseits Bauern, die Produkte entwickeln, die den neuen Zeitgeist treffen: Smoothies. Oder Weidemilch. Oder Rote-Beete-Chips. Das alles hat so was von Naschen oder am Nektar nippen, wie eben Insekten an Blüten naschen.

      Eigentlich ist es umgekehrt. Es sind die unterschiedlichen Ideen der Bauern es, die mich zu so einem philosophischen Traktat inspirieren.

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      • Arnold Krämer sagt

        „Welche Bauern haben denn heute Erfolg?“
        Sie beschreiben den Nischenlandwirt, der über seine herkömmliche klassische Erzeugung hinaus Dienstleistungen anbietet oder Zusatznutzen welcher Art auch immer stiftet. Alles in Ordnung. Solche Nischen sind jedoch im ländlichen Raum schnell besetzt und ökonomisch längst nicht immer tragfähig. Sie erfordern Eigenschaften beim Landwirt und seinen Familienmitgliedern, die bei vielen nicht vorzufinden sind, ohne dass sie deshalb schlechte Landwirte, Menschen oder Unternehmer wären.
        Es gibt heute viele Landwirte, die mit klassischen Produkten (guter und besserer Qualität als vor 50 oder 60 Jahre in der „guten ,alten Zeit“) ordentlich Geld verdienen, nennenswert Einkommensteuern zahlen, im ländlichen Raum investieren und weitgehend konjunkturunabhängige Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Sektor sichern. All das setzt man durch eine unverantwortliche Politik und ein unverantwortliches Mediengebaren auf Spiel und das macht zornig, wütend, bitter, mutlos.

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        • fingerphilosoph sagt

          Sie haben Recht. Diese Nischen sind Lösungen für Einzelne und auch nur deshalb möglich, weil die industrielle Landwirtschaft die Ernährungssicherheit zuverlässig garantiert. Durch die neue Erzählkultur in den Medien kommt es zu einer Verwechslung zwischen Nische und Gesamtkomplex Landwirtschaft, dahingehend, dass zunehmend mehr Menschen davon überzeugt sind, die Nischen könnten ohne weiteres die gesamte Bevölkerung ernähren. Der Großteil der Menschen bezieht die Nahrungsmittel jedoch aus dem Supermarkt, nicht vom Hofladen.

          Sie sehen, ich bin jetzt in gewisser Weise trotz aller Philosophie auch auf den Mythos reingefallen, weil ich die Nischen als Erfolgsmodelle dargestellt habe, genau wie das die Geschichtenerzähler in den Medien von mir erwarten.

          Als Sie in einem anderen Kommentar den Ressourcenmangel erwähnt haben, sind umgekehrt Sie dem Mythos auf den Leim gegangen, denn der Ressourcenmangel ist ebenfalls bloß Teil der Erzählung, die da lautet, dass wir dem Ressourcenmangel Nachhaltigkeit entgegensetzen müssen und das wiederum erfordert die Solidarität aller. Real hat die Menschheit jedoch schon mehrfach Ressourcenmängel locker überlebt. Als in der Bronzezeit die mit den damaligen Technologien erreichbaren und für die Bronzeherstellung notwendige Zinnressourcen erschöpft war, ging man auf Eisen über. Als im 18. Jahrhundert die Wälder abgeholzt waren, das Ende der Eisenproduktion und der Rückfall in die Steinzeit prognostiziert wurde, entdeckte man die Kohle und die fossilen Brennstoffe. Ist schon ein Teufelding, so ein Mythos.

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      • Stadtmensch sagt

        „Oder Bauer Willi, der hier eine Diskussionsplattform anbietet und sich dadurch ins Gespräch bringt.“

        …und eine Landeplatz bietet für Schwärme selbsthassender Städter, die dann auch noch Traktate lesen müssen, statt heilsamer, griffiger Mythen, die ihnen neuen Lebensmut einhauchen könnten. Keine Spiritualität, keine Werte, nirgends. Nur Preise…
        😉

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      • Reinhard Seevers sagt

        Andreas Reckwitz sieht es komplett anders, was die Individualität angeht. Ich kann seinen Aussagen bezüglich der „Gesellschaft der Singularitäten“ eher folgen.

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  11. Arnold Krämer sagt

    Fingerphilosoph, ich greife einmal zwei Aussagen Ihres sehr interessanten Textes heraus.

    1. „Was sind das für Gefühle, die über Medienhetze dazu führen, dass immer mehr Bauern ihre Höfe aufgeben müssen? Selbsthass? Todessehnsucht? Mutwillen? Wahnsinn? Oder steckt etwas anderes dahinter? Nein, die Medienvertreter……….“

    2. „Das ……..Vakuum wird vom Mythos der Solidarität unter Schwarmwesen gefüllt.

    zu 1) Es ist meines Erachtens von allem etwas, in D vor allem auch viel Selbsthass. Für die Entwicklung eines Mythos fehlt es eigentlich an intellektuellen Voraussetzungen, nicht aber an technologischen Voraussetzungen in der Medienbranche.

    zu 2) Wird das mit dem Mythos der (vermeindlichen) Solidarität nicht sehr bald zuende sein, wenn auch angesicht begrenzter globaler Ressourcen und steigender Bevölkerungszahlen die wirklichen Verteilungskämpfe zunehmen.
    Machen wir uns doch nichts vor. In D konnte man bisher noch alles mit Geld „zukleistern“. Man macht es aktuell vielleicht zum letzten Mal. Irgendwann wird es „knallen“, weil es eben die tragfähigen verbindenden Geschichten in unsrer Gesellschaft nicht gibt und die scheinbar einzig tragbare Geschichte der letzten Jahrzehnte, das Geld und die Leistungen des Staates an Wert und Bedeutung verlieren.

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    • fingerphilosoph sagt

      Abstrakte Solidarität wie die der Weltgemeinschaft, der Klimajugend usw. gibt es ebensowenig wie Götter, die vom Himmel herabkommen. Sie haben Recht, Herr Krämer, diese Solidarität ist nur eine vermeintliche, die unsere Gesellschaft jedoch solange im Mythos bewahrt, bis die Strukturen geschaffen sind, wo wir gar nicht mehr anders können, als auf diese abstrakte Weise „solidarisch“ zu sein. Echte Solidarität hingegen gibt es nur unter Menschen, die sich kennen: Familie, Freunde usw.

      Der Mythos von den Göttern, die vom Himmel herunterkommen bzw. die Welt und die Menschen erschaffen haben, war eine wesentliche Grundlage, auf der sich zunächst Stadtstaaten, später Territorialstaaten herausgebildet haben inklusive der Unterteilung in soziale Schichten. Heute hat der Staat genau die Macht, die man früher im Mythos den Göttern zugeschrieben hatte. Der Mythos hat es also in sich.

      Wie das mit der Solidarität funktioniert, sehen Sie am Beispiel der Landwirtschaft, wo die Flächenprämien in absehbarer Zeit zugunsten von ökologischem Wohlverhalten umgeschichtet werden sollen. Vielen Bauern bleibt dann gar nichts anderes mehr übrig als Öko-Bauern zu werden, selbst wenn sie jede Menge zutreffender Sachargumente vorbringen können, die eigentlich dagegen sprechen.
      Ersetzen Sie jetzt „Flächenprämien“ durch „bedingungsloses Grundeinkommen“ und „ökologisches Wohlverhalten“ durch „Solidarität“, dann erkennen Sie den Mechanismus, wie der Mythos, obwohl nur eine Geschichte, unsere Gesellschaft dennoch ganz real zu steuern vermag.

      Es ist durchaus möglich, dass der Mythos rings um Klimawandel, Artensterben und Solidarität zwecks Weltrettung tragfähig genug ist, um unsere Gesellschaft mit Hilfe der neuen Technologien umzubauen. Vielleicht ist es auch so, dass wir wegen der neuen Technologien eine neue Geschichte brauchen.

      Das ist die Frage, die ich hier mit diesem Artikel stelle: was ist, wenn der neue Mythos doch tragfähig genug ist und der große „Knall“ eben gar nicht kommt? Verspielen die Landwirte ihre Chancen, weil sie zu sehr auf den Knall warten?

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      • Stadtmensch sagt

        Fingerphilosoph, wenn du mal die Kommentare im Beitrag „Abwrackprämie“, von Schumerer, Ostbauer, Krämer und Apfel gelesen hättest, würdest auch du verstehen, dass es nicht Bine-Maja Ökologen oder Veganer oder neurotische Städter sind, die hier zu einem gewissen Handlungsdruck in der Landwirtschaft führen. Es sind knallharte volkswirtschaftliche Kalküle eines Staatswesens, das seit 100 Jahren hier u.a die lw. Entwicklung steuert. Bisher war es von Vorteil, D als „Schlachthaus Europas“ aufzupäppeln. Man denke an die vielen Arbeitsplätzchen im Bereich Verarbeitungstechnik, Züchtung und die reisen Produktivietät durch Arbeitsteilung.

        Jetzt können die Mitbewerber das auch und fangen an, ihre Produktionskapazitäten hochzufahren. Welche Volkswirtschaft kann es sich leisten, hier einen (nach martwirtschaftlichen Gesichtspunkten) verlorenen Sektor weiter zu subventionieren?

        Ich meine wir haben „gerade“ eine Deindustrialisierung hinter uns und auch für Rohstoffgewinnung (zuletzt Kohle) sind hier nur noch Ausstiegsszenarien volkswirtschaftlich denkbar.

        Hier gehts nicht um irgendwelche Mythen einer entsolidarisierten und zu Endverbrauchern herabgesunkenen Gesellschaft von endgeräte-streichelnden Profilpflegern virtueller Sockenpuppen, sondern um die Frage, von was wir künftig leben wollen.

        Hier sind Ideen gefragt, die in naher Zukunft nützlich sein werden. Wie wäre es mit feinster Bioökonomie?

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  12. Christian Bothe sagt

    Eine ziemlich philosophische Darstellung des gesellschaftlichen Lebens und nun weiß jeder, warum Marian mit Decknamen sich fingerphilosoph nennt…Aber nicht schlecht philosophiert!

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  13. Friedrich sagt

    Toller , sehr zum nachdenkender Text. Wir beten also immer noch Götzen an und brauchen einen Schuldigen. Also wird immer eine kleine , sich nicht wehrende Gruppe , wie z. B. die Bauern ausgesucht. Wir sind keine Werbekunden in den Medien , also ist es auch nicht von wirtschaftlichem Nachteil. Also eine ideale Schuldgruppe , auf der man rumkloppen kann und die wehren sich nicht ! – Aber das ändert sich z.Zt. mit den lfd. Demos und Videos im Internet. Lange Zeit hat man nichts berichtet , aber jetzt wo die Demos usw. immer wieder zu sehen sind , kann man es nicht mehr unterdrücken. Immer mehr Demos (Busunternehmen mit 1000 Bussen in Berlin, Mahnwache der Bauern , Demos der Grundgesetzschützer, Schausteller, Gastronomen usw.) lassen sich nicht mehr verheimlichen. So versucht man mit immer neuen Ablenkungsmanövern i.S. Corona , Polizei, KSK- Einsatztruppe,Wehrpflicht, Tönnies usw. vom Aufstand der Leute abzulenken . Das wird aber nicht klappen , denn Wahrheiten kommen an das Licht. Wenn z.B. am 30.9. die Insolvenzpflicht ausläuft, werden wir , man geht von rd. 30.000 Pleiten in Einzelhandelsbetrieben aus, auf den Boden der Tatsachen kommen und das ist nur der Anfang. Bekanntlich entsteht in der Krise eine neue Sicht der Dinge., sozusagen ein reinigendes Gewitter in den Köpfen der Leute. Wenn es um die Existenz von uns allen geht , werden sich heute wichtige Dinge , wie. z.B. Klimawandel, Energiewandel, Elt-Autos
    usw. verabschieden und die Sicherung des Einkommens und der Arbeitplätze wieder wichtig werden. Schließlich können wir von der Ideologie nicht leben.

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  14. Arnold Krämer sagt

    „Geschichten schweißen Menschen, die sich vollkommen fremd sind, durch die miteinander geteilten Gefühle zusammen. Gesellschaften brechen auseinander, wenn sie keine Geschichten mehr haben“.

    Uns erwartet folglich eine „düstere“ Zukunft mit dem Auseinanderbrechen der Gesellschaft, weil alle die Geschichten, die heute erfunden und erzählt werden, und die Sie auch im weiteren Verlauf Ihres Textes erwähnen, aus meiner Sicht nicht tragfähig sind. Das gilt zusätzlich umso mehr, je heterogener die Gesellschaften werden. Einige Nationalstaaten in der EU wehren sich dagegen, weil sie die Sprengkraft erkennen (typisches Beispiel war der Zerfall Jugoslawiens nach dem Tod Titos), D zum Beispiel faktisch überhaupt nicht.
    Die Konsequenzen aus den „neuen“ Geschichten für die Landwirtschaft sind nicht eindeutig, weil die Betriebe in unterschiedlichsten Konstellationen „angetroffen“ werden. Einige (viele?) sind wirtschaftlich sehr stark, haben die „richtigen“ Betriebszweige, die Familienmitglieder haben das „passende“ Alter und können „stürmische“ Zeiten eine ganze Zeitlang überstehen. Bei anderen ist das nicht der Fall. Dort breitet sich teilweise Mutlosigkeit aus.

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  15. bauerhans sagt

    der mensch ist nicht nur emotional,egoistisch und aggressiv,sondern auch materiell gesättigt,interlektuell faul,unterbelichtet oder unfähig und verlässt sich nur noch auf sein smartfon d.h. ist hochgradig naiv.

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    • Ina sagt

      Was man daraus schliesst? „Wer Hunger hat, hat ein Problem. Wer satt ist, hat viele Probleme“. Die Landwirtschaft hat eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Es wird ihr mit einer nachwachsenden Intensivierung gelingen. Die dt. Landwirte werden trotz bester Produktions- und Effizienzstandards daran in Zukunft keinen Beitrag mehr leisten.

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    • fingerphilosoph sagt

      @ Mark
      Einen Kommentar weiter oben spricht Arnold Krämer von „stürmischen Zeiten“, die manche Betriebe überstehen und andere nicht. Ich glaube, dass diese Sichtweise im Hinblick auf die Zukunft der LW eben gerade nicht zutrifft. Ein Sturm ist etwas, was vorübergeht. Dann krempelt man die Hemdsärmel auf, räumt auf und macht weiter wie bisher.

      Wenn sich aber der Mythos und damit das Selbstbild der Menschen ändert, ist das eine viel tiefer greifende Veränderung. Die kann man nicht einfach aussitzen oder überstehen. In der LW wird langfristig nur überleben, wer Teil dieser Veränderung wird, also der Landwirt, der begreift, wie der Mensch als staatlich oder überstaatlich organisiertes Schwarmwesen tickt und sich rechtzeitig darauf einstellt. Das geschieht, indem Gefühle bedient werden. Das ist nur teilweise identisch mit „Bio“, oder mit „regional“. In der Corona-Krise sind die Leute in die Supermärkte geströmt. Ein Supermarkt ist eine Plattform, also ein Landeplatz für ein Schwarmwesen. Dito Amazon, Facebook, Twitter. Organisationen/Betriebe mit hierarchischen Strukturen geraten jedoch zunehmend unter Beschuss. Man gibt Windkraft den Vorzug gegenüber Atomkraft, weil Windkraft keine hierarchischen Strukturen erfordert, egal, wie sinnvoll das ist. In der LW betrifft das neue Selbstverständnis besonders die Tierhaltung. Man will das nicht mehr, dass der Mensch gegenüber dem Tier als „Herr“ und „Beherrscher“ auftritt.

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      • fingerphilosoph sagt

        Götterglaube und hierarchische Gesellschaftsstrukturen bzw. Organisationsprinzipien sind die beiden Seiten derselben Medaille. Darwin hat dem Götterglauben den Todesstoß versetzt. Der 2. Weltkrieg hat gezeigt, welche Unmenschlichkeit in hierarchisch geordneten Gesellschaftssystemen möglich sind. Deshalb erleben unsere Generationen nun live den Zusammbruch dieses Mythos, der auf dem Glauben an Gott oder Götter beruht. Das entstehende Vakuum wird vom Mythos der Solidarität unter Schwarmwesen gefüllt.

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        • Inga sagt

          Das darf uns aber nicht in Illusionen verfallen lassen, die Äpfel wachsen immer noch auf Bäumen, bevor sie in den Supermarkt wandern.
          Und wir dürfen nicht vergessen, welche Mühen der Bauer hätte diese der Natur abzuringen.

          Das wäre sehr unrealistisch, eine Illusion.

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        • Inga sagt

          „Mythen bilden jedoch nicht die Wirklichkeit ab, wie sie ist, sondern unsere Stimmungen und Gefühlswelten. Es ist typisch menschlich, dass wir Geschichten für umso realer halten, je mehr sie unsere tiefsten Gefühle ansprechen. Geschichten schweißen Menschen, die sich vollkommen fremd sind, durch die miteinander geteilten Gefühle zusammen. Gesellschaften brechen auseinander, wenn sie keine Geschichten mehr haben. Unsere Vorfahren haben sich einst große Geschichten erzählt. Im alten Sumer kamen die Götter vom Himmel herunter, um in den von Menschen erbauten Tempeltürmen zu wohnen.“

          Aber was hat das mit Landwirtschaft zu tun, Fingerphilosoph???
          das sind höchstens Gründe, sich mit reinem Gewissen der Landwirtschaft und ihrer Bedeutung in unserer Gesellschaft nicht befassen zu müssen. Weil zu kompliziert für manche Zeitgenossen!

          Und wer bildet sich ein, dass

          „Es ist typisch menschlich, dass wir Geschichten für umso realer halten, je mehr sie unsere tiefsten Gefühle ansprechen.“

          die tiefen Gefühle real sind?

          Jeder Mensch ist ein anders Individuum und kann gar nicht immer Recht haben, er muß sich höchstens in der Realität zu Recht finden!
          Dazu brauchen manche Menschen höchstens Mythen!
          Aus diesen tiefen Gefühlen, die dann fälschlicherweise als Wahrheit erkannt werden, kann sich unter Solidarität auch Mobbing entwickeln.
          Sind tiefe Gefühle nicht auch Bauchgefühle? Was hat unserer Mathelehrer dazu gemeint? Das ist typisch weiblich?
          Der Feminismus hat wohl erwiesen, dass das nicht so ist, also auch männliche Wesen agieren nach Bauchgefühlen oder nicht?
          Aber es geht ja um Landwirtschaft und da kann man auch nicht immer mit Bauchgefühlen schalten und walten, denn der heutige Bauernhof ist kein Ponyhof, bzw. Streichelzoo!

          Übrigens,
          für mich hat Darwin nicht den Gottesglauben erschüttert,
          denn er hat nur gezeigt, wie Gottes Natur mit der Evolution tickt.

          Ab da brauchte keiner mehr an Bienchen und Blümchen glauben,
          denn ab da wusste jeder was er meinte als er im AT meinte

          Seid fruchtbar und mehret Euch!
          Gleichzeitig ist die Genetik und die Mendelschen Gesetze entdeckt worden und
          daraus hat die Landwirtschaft ja etwas gemacht!

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      • Mark sagt

        „Es gibt also Menschen, die von der Arbeit des Landwirts leben, diesen selber aber nicht leben lassen wollen. Das ist so ähnlich, wie wenn man den Ast absägt, auf dem man sitzt. Wie sollen Menschen ernährt werden, wenn es keine Landwirte mehr gibt? Glauben sie, dass sie nur ihren Finger in die Steckdose stecken müssen? Oder von Lichtnahrung satt werden? Was sind das für Gefühle, die über Medienhetze dazu führen, dass immer mehr Bauern ihre Höfe aufgeben müssen? Selbsthass? Todessehnsucht? Mutwillen? Wahnsinn? Oder steckt etwas anderes dahinter?“ Genau dies sind die entscheidenden Fragen! Ich denke, es ist zum ersten mal in der Geschichte der Fall, dass der „Mythos“ den Ast der Menschheit absägen will, auf dem selbige sitzt. Deshalb stellt sich mir die Frage, wer denn die Zeichen der Zeiten erkennen muss: der einfache Landwirt oder die Huldiger des neuen Mythos??

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        • fingerphilosoph sagt

          Ein Mythos hat nicht die Funktion, den erreichten status quo zu bewahren, sondern führt die Menschen stets wieder über sich selbst hinaus und eröffnet ihnen neue Räume. Oft sind in den Mythen bereits Träume oder Wunschvorstellungen enthalten, die erst Tausende Jahre später auf technologischem Weg verwirklicht werden. Vogelsonnenbarken bspw. waren die mythischen Vorläufer der Flugzeuge. Der „Mythos“ sägt deshalb immer am Ast, auf dem die Menschheit gerade sitzt. Das war auch mit dem Götter-Mythos nicht anders. Der hat die Menschen aus dem Jäger- und Sammler-Dasein in die Landwirtschaft hinein geführt, in der die Natur ein Stück weit beherrschbar geworden ist.

          Es ist essenziell für die Landwirte, dass sie verstehen, dass sie nicht zum Sündenbock geworden sind, weil sie ihren Job schlecht machen, sondern weil
          sie ihren Job extrem gut machen, aber eben auf der Grundlage einer anderen Geschichte. Deshalb nützen ihnen die ganzen Sachargumente in der Diskussion nicht das Geringste, sondern verstärken, im Gegenteil, den Sündenbock-Status. Sicher ist Dir auch aufgefallen, dass sich nicht nur der Druck, sondern auch der Ton gegenüber den Konvi-Landwirten deutlich verschärft hat. Und dass sich der Schwarm derer, die sich gegen die Landwirtschaft in lockerer Form zusammenschließen, in den letzten Jahren enorm vergrößert hat. Rationale Gründe gibt es dafür keine, also muss man sie woanders suchen. Und das versuche ich hier gerade.

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          • Obstbäuerin sagt

            „Deshalb nützen ihnen die ganzen Sachargumente in der Diskussion nicht das Geringste, ….“ Da muss ich Dir zu 100% recht geben, Fingerphilosoph. Alle meine Bemühungen zu beweisen, dass das Artensterben der Insekten (zumindest bei uns) nicht stattfindet, sehe ich als gescheitert an. Leider erkenne ich die Zeichen nicht, die uns aus dem Dilemma herausführen können. Sind es nur andere Geschichten, die wir den Mythen entgegensetzen sollen? Wer will sie hören und wie kommen sie in die Öffentlichkeit? Sollen wir das Rad neu erfinden und so tun, als ob es was ganz anderes ist? Wenn ich Deinen philosophischen Gedankengängen folge, bleibt für die Realisten nur der Abgang!

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          • Reinhard Seevers sagt

            Zitat Fingerfilosoph: „Rationale Gründe gibt es dafür keine, also muss man sie woanders suchen. Und das versuche ich hier gerade.“

            Evtl. mal in der deutschen Seele (oder im Portemonnaie) suchen? Es muss einen Zusammenhang geben, wenn z.B. Deutschland nach den USA der größte Konsument für Bioprodukte ist …..

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            • Brötchen sagt

              Ach das ist ganz einfach Dummheit, unwissenheit, Bequemlichkeit oder soziale Verwahrlosung.

              Es gibt kein Verbindung mehr zur wertschaffenden materiellen Produktion.

              Das führt zur Sinnlosigkeit des Tuns und dann zu Unzufriedenheit und psychischen Schäden.

              Wird zum selbstverstärkten dem Kreislauf.

              Nicht bei allen, aber zunehmende Bevölkerungsteile leiden darunter.

              Dazu kommen von aussen hereingetragene Probleme.

              Bin vielleicht der einzige im weitem Umkreis der Sonntag Abend noch mit dem Rad zu den Tieren fährt und guckt, ob der Automat nun endlich funktioniert. Das gleiche am Samstag.

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              • Inga sagt

                Die anderen, die BIO wegen des Zeitgeistes favorisieren,
                die würden sich nie den Feierabend damit verderben lassen! Denn die haben nichts anderes außer Rechte na ja und den Zeitgeist!
                Und da pochen die drauf!

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          • Mark sagt

            „Sicher ist Dir auch aufgefallen, dass sich nicht nur der Druck, sondern auch der Ton gegenüber den Konvi-Landwirten deutlich verschärft hat. Und dass sich der Schwarm derer, die sich gegen die Landwirtschaft in lockerer Form zusammenschließen, in den letzten Jahren enorm vergrößert hat.“ Sicher hat sich der Ton gegenüber Konvi-Landwirten verschärft, allerdings hat sich der Ton im Allgemeinen deutlich verschärft, was unter anderem auch auf die Asozialen Medien zurückzuführen ist. Der Schwarm deren , die sich gegen die Landwirtschaft zusammen schliessen hat sich bei weitem nicht so stark vergössert, wie man meinen könnte. Die sind nur laut und penetrant. Das ist das „Erfolgsrezept“ der Weltuntergangspropheten. Ganz aktuell heute in der Presse wieder das globale Artensterben. Dieses kosten angeblich 120 Billionen $ und war die Ursache von Corona. Und O-Ton der Meldung, wenn man Wildgänse schützt, legen sie goldene Eier. Man erkennt an dieser Meldung ein Problem der Propheten, wenn sie das Volk noch erreichen wollen müssen sie immer abstrusere Geschichten erzählen. Wenn das Volk endlich der Schmarrn erkennt, wird der Mythos platzen. Da seh ich den einzigen Lösungsansatz, dem Volk die Augen öffnen, dies ist mühsam und langwierig, aber die einzige Möglichkeit.

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            • fingerphilosoph sagt

              Wie willst Du einen Mythos zum Platzen bringen und dem Volk die Augen öffnen, wenn der Mythos die Gefühle dieser Menge wiederspiegelt? Und genau das ist meiner Ansicht nach der Fall. Es ist der Mythos, der die Weichen für die Zukunft stellt.

              Wirf mal einen Blick in die Bibel. Das Buch ist voller haarsträubender Widersprüche, die 2.000 Jahre lang niemanden gejuckt haben, weil sich die Menschen von den Geschichten angesprochen fühlten. Und dann überleg mal, welchen Einfluss das Christentum in diesen 2.000 Jahren auf die Gesellschaft ausgeübt hat. Der reichte von der Tagesgestaltung mit Tischgebeten über die Kinderzahl und -erziehung über die Politik und Wirtschaft bis hin zum Sterbebett. Die Religiösen hatten buchstäblich überall ihre Finger drin.

              Wenn Du sagst, dass die meisten Menschen den Schmarrn nur nicht erkennen, hast Du vermutlich die Diskrepanz zwischen Wort und Tat im Hinterkopf. Leute, die sündigen und immer wieder sündigen, glauben aber trotzdem an Gott, bauen eine Kirche und zahlen Kirchensteuer. Leute, die im Supermarkt kaufen, unterschreiben ebenso grüne Petitionen wie Leute, die im Bioladen kaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Grünen den nächsten oder übernächsten Bundeskanzler stellen, ist weitaus größer als das Platzen des Mythos.

              Mit dem „Augen öffnen“ klammerst Du Dich wie ein Untergehender an einen Strohhalm. Mit dem „Augen öffnen“ verschließt Du selber die Augen vor dem, was gerade passiert. Damit will ich nicht sagen, dass ich das, was passiert gut finde, aber mit Deiner Haltung werden mehr Höfe den Bach runtergehen, wo sich einige vielleicht doch noch in irgendwelchen Nischen retten könnten.

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              • Brötchen sagt

                FP. Zum Erkenntnisprozess gehört Wissen und Erfahrung!

                Letzteres ist heute das Problem!

                Gerade mit der jungen Kollegin im Stall Wiederverkehr, dass wissen allein überhaupt nichts nützt. Man muss wissen anwenden und dann Erfahrungen machen!

                Nicht umsonst gab es zu ostzeiten eine umfassende Verknüpfung zwischen theoretischen und praktischen Unterricht. Deswegen ja auch der Name polytechn. Oberschule.
                Mit Werken, Nadelarbeit, Schulgarten, UTP,ESP und verschiedenen Praktika im Studium. Bis zu GST und NVA.
                Auch Erfahrung, wenn ich das tue hat das diese Auswirkung!

                Heute ist das alles entkoppelt.

                Dieses Problem besteht seit der industr. Revolution.

                Das mit deiner Mythos Theorie mag im groben als Überebene stimmen. Die Probleme liegen in den Ebenen darunter.

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                • Brötchen sagt

                  „Wiederkehr“ sollte heißen „wieder erlebt.“

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich sehe nicht, dass es eine Gesamtgesellschaftliche Mythos-Adaption gibt. Die Ungehörten, die Leisen, die Mehrheit oder diejenigen, die zur Zeit an der B69 täglich demonstrieren, das sind evtl. doch diejenigen, die den Mythos mindestens in Frage stellen. Die Mythosbildung ist noch nicht manifestiert!
                  Es gibt durch die Singularisierung eine zunehmende Separierung des Volkes in eine neue Mittelschicht und eine größer werdende Unterschicht….das birgt Sprengstoff!

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                • firedragon sagt

                  Brötchen, zum Glück hast Du Deinen Wiederverkehr nochmal korrigiert… hab‘ mir schon wunderweiß da was drunter vorgestellt :-)….

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              • Stadtmensch sagt

                Fingerphilosoph, jetzt klär‘ mich doch auf! Ich glaube an die Wissenschaft und an Ökonomie im eigentlichen Wortsinn (also an Mangelwirtschaft). Wie kann ich je wieder gedankenverloren vor mich hin konsumieren und emsig mein Tagewerk verrichten, ohne mir dabei ständig Sinnfragen stellen zu müssen?

                „Es gibt keinen Sinn“ oder „Evolution läuft nicht gerichtet ab“, ist irgendwie unbefriedigend. Fast schon eine Beleidigung des Verstandes…

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                • fingerphilosoph sagt

                  Kann ich doch nichts dafür, wenn Du an die Mangelwirtschaft, Wissenschaft und Ökonomie im eigentlichen Wortsinn glaubst. Hau Dich halt mal mit Bier und Chips vor die Glotze und guck „Games of Thrones“ oder so was. So schwer ist das gar nicht. 🙂

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                • Stadtmensch sagt

                  Doch, natürlich. Du und Deinesgleichen Bentham, Mandeville, Smith, ..) habt uns zu Utilitaristen abgerichtet. Ich kann nicht „nutzlos“ rumliegen. Das ist die Hölle. Die Gewissheit, nicht wieder ein Stück Leben „abgearbeitet“ zu haben ist kaum zu ertragen 😉
                  Und das obwohl ich bei der GST in der vormilitärischen Ausbildung war und in UTP. Schulgarten und Werken hatte ich auch. Sogar Ferienlager.

                  Was hat denn die ganze „Aufklärung“ gebracht? Jetzt hockt jeder Zellhaufen da und denkt, er wäre ein Individuum mit Recht auf irgendwas.

                  Werner Plumpe sagt, wenn es keine sinnvolle Arbeit mehr gibt, muss der Staat, so er Stabilität gewährleisten will, dieses „Risiko“ absichern.

                  Abwrackprämie für alle! Loss gehts

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                • Lady sagt

                  „Ich glaube an die Wissenschaft und an Ökonomie im eigentlichen Wortsinn (also an Mangelwirtschaft). “

                  Ökonomie im eigentlich Sinn soll Mangelwirtschaft sein?? Wer hat dir das denn erzählt, Stadtmensch? Den Begriff Mangelwirtschaft kennen übrigens viele „im Westen“ gar nicht. Und ehrlich gesagt ist das eigentlich das Gegenteil von dem, was ursprünglich mit Ökonomie gemeint war. Aber dran glauben kannst du natürlich…

                  Fiphi, du hast uns auch eine Geschichte erzählt. Es ist deine Geschichte, anregende Gedanken aber kein umfassender Erklärungsansatz, dem jeder folgt.
                  Wir alle hier z. B. folgen dem Mythos vermutlich nicht. Daher ist die Frage, die Mark in den Raum gestellt , durchaus berechtigt. Sind es wirklich viele oder sind es nur einige, die dafür laut sind??
                  Und findet sich nicht vielleicht demnächst eine neue Geschichte, die die alte ablöst?
                  Religionen sind aus meiner Sicht allerdings doch eine andere Nummer. Ich finde daher deinen Vergleich an anderer Stelle arg unpassend. Außer du möchtest bewusst auf die Füße treten, was ich kaum glaube.

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              • Mark sagt

                Wieso werden mit meiner Haltung mehr Betriebe den Bach runtergehen?? Wo verschliesse ich mir selbst die Augen?? Ich denke, dass ich ziemlich klar sehe: Der Mangel an auslebbaren Emotionen in einer Gesellschaft, in der alles, bis hin zu den menschlichsten Grundbedürfnissen, geregelt, kommerzialisiert und digitalisiert und quasi befriedigt wird, führt zu „verstörenden Reaktionen“. Da werden Kerzen und Blumengebinde an den Ort gebracht, wo ein Kampfhund erschossen wurde, der eine Mutter mit ihrem Kind zerfleischt hat; nicht für die Menschen – für das Tier! Die pervertierten Gefühle wissen nicht mehr, wohin, mangels menschlicher Zielobjekte, und sie ergiessen sich über Eisbären, Mauereidechsen und Luftratten; mit der Familie ist man zerstritten und mit dem Nachbarn wird nur über den Anwalt verkehrt. Oder es wird in einer Zeit, in der es weniger Existenzbedrohungen gibt als je zuvor in der Menschheitsgeschichte und in der auch Religionen mit apokalyptischen Drohungen kaum mehr Angst verbreiten können, begierig jede Angstmache vor drohenden Katastrophen lustvoll aufgegriffen, um sich mit Herz und Transparent für das Gute einzusetzen. Jedes Jahr wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben, Atom, Startbahn, Waldsterben, Ozonloch, Rinderwahn, Schweinegrippe, Kohlendioxyd, Hambi, Stickstoffdioxyd, Artenschutz, Corona, aber nicht rational und mit Augenmaß, sondern immer existenzbedrohend und meist mit einer aufgewärmter Ideologie. Ob dies zum Mythos führt oder die Folge eines Mythos ist, ist letztlich egal. Ich werde mich deswegen jedenfalls nicht in einer Nische verkriechen und schon gar nicht den Habek wählen….

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                • Arnold Krämer sagt

                  Da die Grünen die wesentlichen gesellschaftlichen und parlamentarisch fast alleinigen „Sauentreiber“ sind, müsste man sie eigentlich mit einer satten absoluten Mehrheit bei der nächsten BT-Wahl ausstatten. Dann könnten sie zeigen, was sie wirklich „draufhaben“ und sich entweder selbst entzaubern oder das Volk ins „Paradies“ führen. Mit den aktuellen Konstellationen in Bund und Ländern wird das nie gelingen, weil über die vielen Kompromisse Verantwortlichkeiten verschleiert und die Folgen urgrüner Forderungen nie ganz erkennbar werden. Was ist falsch an diesen Gedanken?

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                • fingerphilosoph sagt

                  Ich gebe Dir in Deiner Gesellschaftsanalyse durchaus Recht, der Punkt ist nur, an der Gesellschaft wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Das System ist inzwischen so stabil, dass nicht mal ein Lockdown Veränderungen bringt. Sondern im Gegenteil die von Dir scharfsinnig aufgeführten Tendenzen verschärft.

                  Die Geschichte mit Tönnies ist ein Warnsignal. In der WELT wurde gestern offen drüber nachgedacht, ob und wie man ihn am besten ins Gefängnis bringen kann.

                  Nicht mal der Lockdown hat nennenswerte Versorgungslücken (außer Klopapier) gebracht. Ist also in den nächsten 10 Jahren mit irgendeiner gravierenden Veränderung zu rechnen? Nein! Und wie viele Bauern und Tierhalter werden in den nächsten 10 Jahren aufgrund der von Dir geschilderten Gesellschaft ihren Laden dicht machen müssen? Erinnerst Du Dich an unsere Wette? Ich habe darauf gewettet, dass bis 2040 eine große Krise kommt. Jetzt habe ich gelernt, dass es sich bei sog. großen Krisen nur um ein Hornberger Schießen handelt.

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                • Obstbäuerin sagt

                  Mark, Du hast die Erderwärmung (voriges Jahr fff die größte Bedrohung der Menschheit) vergessen. ich kann nur sagen, so 2-3 Grad wärmer wäre dieses Jahr besser. Ich habe selten so viel im Sommer bei uns am Erdbeerstand gefroren und auch schon mal den Kamin nach der Arbeit angeheizt. Allerdings glaube ich, dass es sich um eine vorübergehende Amnesie der Klimahysteriker handelt, wenn es wieder drei Tage hintereinander 30°C gibt, wachen sie auf und es geht von vorne los.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              “ wenn man Wildgänse schützt, legen sie goldene Eier. Man erkennt an dieser Meldung ein Problem der Propheten, wenn sie das Volk noch erreichen wollen müssen sie immer abstrusere Geschichten erzählen. “

              Letztes Jahr haben Nilgänse einen Badesee und ein Schwimmbad an der Rheinschiene so zugeschissen, dass sie den Badebetrieb schließen mussten

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      • Ferkelhebamme sagt

        Tiere sind die neuen Götzen. Sie sind rein, unschuldig, unfehlbar, echte Märtyrer. Alles, was im Namen der Tiere geschieht, ist grundsätzlich gut., wird auf keinen Fall hinterfragt oder gar gewagt, in Frage zu stellen. Menschen und Organisationen, die sich für Tiere einsetzen, sind grundsätzlich gut und können sogar offensichtlich menschenverachtend agieren, sie haben immer Recht, Kritiker werden von der Gemeinde niedergeschrien. Was sie predigen, wird unreflektiert nachgebetet und so oft wiederholt, dass es indoktriniert ist. Dazu der moderne Spenden-Ablasshandel.
        Hm, vielleicht sollte ich unseren Eber (sehr beeindruckende Persönlichkeit) zum neuen Messias ernennen und Devotionalien verkaufen

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  16. ingeborg Hofstetter sagt

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Text. Für die meisten Menschen kommen ihre Lebensmittel aus den Regalen der Supermärkte. wie diese da hinein kommen ist ihnen egal. Wir stören und zerstören ihre Umwelt. Selber sind die alle Heilige. Werfen ihren Müll in unsere Felder. Ihre Hunde sch….. in unsere Felder. Wenn die Erntemaschinen unterwegs sind, ärgern sie sich über den Stau.
    Fazit: Alle Regale leerräumen, keine Auslandsimporte und jeder bekommt wieder eine Scholle um sich selber zu ernähren. Mahlzeit

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  17. firedragon sagt

    fingerphilosoph,
    danke für Deine Gedanken.

    Ich bin über Deine Schwarmintelligenz gestolpert. Streiche die Intelligenz aus dem Wort – im Zusammenhang mit Nahrungsursprung ist sie definitiv nicht vorhanden.
    In Deutschland wird gerade die Getreideernte eingefahren, so auch wir, seit dieser Woche.
    Von den Menschen haben wir bisher folgendes „geerntet“ : Vogel, Scheibenwischer, Kopfgeschüttel. Es wurde geschimpft, weil wir es wagen, die Hänger auf den landwirtschaftlichen! Wegen abzustellen, um auf diese das Getreide abzuladen und Radfahren doch tatsächlich gezwungen sind abzusteigen.
    Und heute werden wir wieder einmal so dreist sein und dem Ort die sonntägliche Ruhe rauben.
    Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag und eine zufriedenstellende Ernte, freut Euch auf’s Feierabendbier irgendwann heute Nacht.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Ein weiteres Beispiel für eine solchen Konflikt: verpflichtende Freolaufställe stören die Beziehung Bauer/Rinder und führen zusammen mit wachsender Unvernunft der Wanderer zu unlösbaren Konflikten zwischen Tourismus und Almwirtschaft: https://www.youtube.com/watch?v=QliKA0zsFRo

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    • Inga sagt

      Ja, weil die Menschen zu satt sind!
      Ist eigentlich unnormal, hat es in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben! Aber nur weil die moderne Landwirtschaft mit ihre neuen High-Tech-Methoden (Züchtung, Pflanzenschutz-und Düngeranwendungen) so erfolgreich ist.

      Früher als sie Jäger und Sammler warne, da war die Schwarmintelligenz noch nützlich!

      noch in den 60igern hat man sich gegenseitig gesagt, wo es im Wald die besten Blau-, Him- oder Brombeeren gab!

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      • Inga sagt

        Ach heutzutage rät man sich gegenseitig wo es das billigste Fleisch oder andere Spnderangebote gibt.
        Es soll sogar extra APPs dagür geben.
        Heutzutage reagiert man eben so seinen Jagdinstinkt ab.

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  18. Elisabeth Ertl sagt

    Mein Dissertationsvater Helmut Riedl schreibt in seiner Pension Bücher über Mythogeographie. Darin heißt es beispielsweise:
    „Der moderne Mythos des ausschließlich durch den Menschen bewirkten Klimawandels hat alte Wurzeln … “ Der griechische Dichter Hesiod beschreibt die menschliche Geschichte als Abfolge von 5 Zeitaltern, dem Goldenen, dem Silbernen, dem Bronzenen, dem Heroenzeitalter und dem gegenwärtigen Eisernen Zeitalter. Diese Abfolge bedeutet einen technischen Aufstieg verknüpft mit einem moralischen Abstieg. Am Ende des Eisernen Zeitalters soll das Goldene Zeitalter wiederkehren. Jedes Zeitalter wurde durch den Wettergott Zeus beendet, und anschließend wurde die Welt wieder neu erschaffen.
    Riedl: „Vom Waldsterben bis zum Klimawandel bieten Natur und Mensch eine Palette von Katastrophen an, die in ein mythologisches Reitpferd verwandelt werden, auf dem zu galoppieren jeden Journalisten und jeden Politiker sich geziemt.“

    In einem katholischen Gebetbuch aus dem Jahr 1939 (!) findet sich folgender Text:
    Strenger Richter aller Sünder,
    treuer Vater Deiner Kinder,
    der Du in dem Himmel wohnst,
    drohest, strafest und belohnst:
    Höre gnädig unsre Bitte,
    wende ab von unsrer Hütte
    Kankheit, Krieg und Hungersnot,
    gib uns unser täglich Brot

    Wenn sich Ungeziefer mehren
    und die Früchte uns verzehren,
    so geschieht`s nach Deinem Rath
    wegen unserer Missetat

    Wenn bei vielen Regengüssen
    Saat und Frucht verderben müssen,
    so hat`s Deine Hand getan,
    unsre Sünd ist schuld daran

    Wenn an heißen Sommertagen
    Schloßen alles niederschlagen,
    was in Feld und Gärten grünt,
    o so haben wirs verdient

    Wenn bei Blitz und Ungewittern
    wir an allen Gliedern zittern,
    so wird deine starke Hand
    erst den Sündern recht bekannt

    Deine Allmacht zu verbreiten,
    schicktest Du zu Josephs Zeiten
    sieben Jahre Fruchtbarkeit
    und so lange teure Zeit

    Du gabst wunderbarer Weise
    dem Elias seine Speise,
    da man durch das ganze Land
    schwere Hungersnot empfand

    Endlich wirkte Buße Regen,
    und Du schicktest Deinen Segen;
    Du vergabst die Missetat,
    als Elias darum bat

    Mit recht kindlichem Vertrauen
    wollen wir die Felder bauen;
    öffne Deine Gnadenhand,
    segne unser Vaterland.“

    Das ist jetzt 91 Jahre her. Mentalitäten ändern sich nicht so schnell.

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  19. Gurkenhobel sagt

    Quasi das Wort zum Sonntag. Vielen Dank für den wunderbaren Text! Macht nachdenklich, aber auch Mut, den Agrarberuf mit umso mehr Druck und Begeisterung fortzuführen.

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    • Inga sagt

      Ja, das stimmt, jetzt müssten nur noch die Politiker nach dieser Wahrheit handeln und ihr mehr Priorität geben.

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