Bauer Willi
Kommentare 55

So einfach funktioniert der Markt mit Lebensmitteln

Ich habe mir mal Gedanken gemacht, wie der Lebensmittelmarkt funktioniert und wie die jeweiligen Teilnehmer übereinander denken.

Lebensmittelmarkt

Wenn ihr den Link öffnet und und rechts auf “Bildschirm-Präsentation” klickt, werden die Pfeile und Begriffe nach und nach eingeblendet. Dann lassen sich die Gedankengänge besser nachverfolgen. Es ist – wie immer – meine ganz persönliche Meinung. Ich bin auf eure Kommentare gespannt.

 

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55 Kommentare

  1. Brötchen sagt

    Ich könnte mir vorstellen, das man Mengen und Preise an die Pfeile schreibt, dann wird es vielleicht klarer.

  2. Obstbäuerin sagt

    Der rote Pfeil des “Verbrauchers” an den Bauern gibt doch nur den Anteil der Kunden wider, die durch Bio-Verbände, Politik, Medien und NGO verframed sind. Wie hoch dieser Anteil zur Zeit ist, müsste mal ermittelt werden. Ich denke er entwickelt sich in den großen Städten proportional zu den Grünen-Wählern. Die hohe Inflation wiederum führt dazu, dass mehr Verbraucher zu preiswerten Lebensmitteln greifen und vielleicht merken, dass das keine Qualitätsminderung bedeuten muss. Der Anteil der Rufer nach höheren Standards müsste also sinken. Bleibt noch der Rest der Verbraucher, die ihren Einkauf ohne ethisch und moralisch aufgeladene Prinzipien erledigen. Ich denke, “die Verbraucher” sind nicht unsere Gegner.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Ich denke, “die Verbraucher” sind nicht unsere Gegner.”

      RICHTIG! Man darf ihn deshalb auch nicht beschimpfen….ich glaube eine offene positive und erklärende Haltung ist die beste. Alle handeln am Ende nach dem eigenen Portemonnaie.
      Schwierig wird es, wenn der Erklärende keinen Einfluss auf die Kosten hat und die Segel streicht und seine Kunden damit verliert. Gestern gab es von der Frankfurter Börse die Nachricht, dass die Inflation sinkt (man signalsiert eine Besserung, obwohl es nicht stimmt) und in dem Kommentar hieß es, dass Importe Gott sei Dank billiger werden und Exporte sich wieder verbessern könnten….dafür gibt es dann Zuspruch.
      Alles gut, Obst und Gemüse kann wieder billig importiert werden, heimische Produktion muss wegen der dringend notwendigen Mindestlohnerhöhung reduziert werden. Aus der Sicht des Kunden richtig….

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      • Obstbäuerin sagt

        Das ist auch richtig, Reinhard. Nur sind hier wirklich der Handel und die Politik diejenigen, die das ändern müssten. In der Schweiz werden die Grenzen für ausländische Erdbeeren dicht gemacht, wenn die Erdbeerzeit beginnt. Innerhalb der EU wird das wohl in der jetzigen Konstellation kaum möglich sein und somit sind die Verlierer dort, wo die Kosten der Produktion am höchsten sind.

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        • Thorens sagt

          …womit auch die Landwirtschaft Opfer des hohen Sozialstandards in diesem Land wird. Hoher Mindestlohn und die Tatsache, dass man auch ohne Arbeit über die Runden kommen kann, wenn man es “richtig” anstellt, fordern eben ihren Tribut.

          Die der Landwirtschaft und den Verbrauchern gegenüber angeführten Gründe, wie Tierschutz, Nitrat, Pestizidverzicht etc. sind lediglich die Nebelkerzen dafür, damit das europäische System nach dem Schneeballprinzip weiterhin funktioniert. Deshalb wird die Ukraine irgendwann so dringend gebraucht als Billigstandort für Produktion. Deshalb muss die EU immer weiter wachsen (wohin?). Was allerdings passiert, wenn die größten Nettozahler in das System dies immer weniger können aufgrund sinkender Wertschöpfung in diesen Ländern, bleibt abzuwarten.

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          • Reinhard Seevers sagt

            “Privateigentum und individueller Profit darf nicht zum Fetisch werden, dem wir unseren Planeten, unsere Lebensgrundlage opfern. Wir brauchen mehr soziales Unternehmertum, mehr Unternehmensethik, mehr Verantwortung für das große Ganze. Dazu gehören auch neue wissenschaftliche Messinstrumente. Das herkömmliche Bruttoinlands-Produkt (BIP) ist als gesamtgesellschaftliches Wohlfahrtsmaß ungeeignet. Nach dem BIP wäre es wertvoller, wenn mir der Nachbarssohn beim Ballspiel die Fensterscheibe kaputtschießt, als wenn ich ihm bei den Mathehausaufgaben helfe. Das ist widersinnig.”

            Claudia Kempfert, DIW

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            • Thorens sagt

              ” Das herkömmliche Bruttoinlands-Produkt (BIP) ist als gesamtgesellschaftliches Wohlfahrtsmaß ungeeignet.”

              Da stimme ich Frau Kempfert sogar zu.

              Wenn sich alle lieber um die Nachbarskinder kümmern, anstatt z.B. neue Fensterscheiben zu produzieren, wirds aber dünn in den privaten und den öffentlichen Töpfen. Oder wovon werden dann z.B. Lehrer bezahlt?

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              • Reinhard Seevers sagt

                Die Alternative zur materiellen Befriedigungskultur ist noch nicht gefunden. Mit Nachhilfe für den Nachbarjungen kann man auch nicht den Flug nach Malle bezahlen.😨
                Falls irgendwann einmal ein neuer Bürger erschaffen wurde, der altruistisch mit max. 100 Dingen durchs Leben geht, dann wird die Welt gerettet sein….Leider muss man dafür mind. 8 Milliarden Menschen umerziehen. Das wird eine Aufgabe! Ok, wir können ja schon mal anfangen. Dafür muss erstmal der Fleischkonsum runter, daran wird seit Jahren gearbeitet und das Ziel scheint erreichbar!👉

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ergänzung aus dem gleichen Text von Claudia K.:

                  “In bestimmten Bereichen wie Fast-Fashion oder der Fleischindustrie wird eine Schrumpf- und Fastenkur nötig sein, um wieder gesund zu werden.”

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                • Thorens sagt

                  “In bestimmten Bereichen…”

                  Allerdings werden da zwei sehr unterscheidliche Dinge in den selben Topf geworfen. Fast Fashion vermüllt in erster Linie den Planeten, wird eher nicht in Europa hergestellt und ist auch nicht wirklich wichtig außer für die, die damit ihr Geld verdienen. Fleisch ist ein Lebensmittel und viel eher essentiell für die Bevölkerung.

                  Der EU-Zirkus funktioniert eben so, dass Produktion in wirtschaftlich schwächere Regionen verlagert wird, um dort, bei (zunächst) geringeren Kosten und vielleicht auch bei weniger harten, von oben aufoktroyierten Rahmenbedingungen, einerseits billiger herstellen zu können, andererseits aber auch, um diesem Mitgliedsstaat wirtschaftlich damit unter die Arme zu greifen. Das geht so lange, bis auch dort der Lebensstandard und damit auch die Kosten gestiegen sind. Dann braucht es wieder einen nächsten Staat als Beitrittskandidaten.

                  Oder kann man die derzeitige Abwanderung der Schweinefleischproduktion nach Spanien auch anders verstehen?

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            • Frank sagt

              …. Das herkömmliche Bruttoinlands-Produkt (BIP) ist als gesamtgesellschaftliches Wohlfahrtsmaß ungeeignet. Nach dem BIP wäre es wertvoller, wenn mir der Nachbarssohn beim Ballspiel die Fensterscheibe kaputtschießt, als wenn ich ihm bei den Mathehausaufgaben helfe. Das ist widersinnig. Claudia Kempfert, DIW

              Das ist das bekannte Kemfert-Niveau: Vorne große Phrasen, hinten Äpfel und Birnen, Hauptsache was gesagt. Es steht der Dame, doch frei, eine bessere und akzeptable BIP-Berechnung zu finden und zu verbreiten. Mediale Dauerpäsenz hat sie ja.

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              • Reinhard Seevers sagt

                “Die Ökonomin Claudia Kemfert veröffentlicht im „Tagesspiegel“ einen Gastbeitrag zum Thema Transformation. Der Text stößt auf geringes Interesse – bis ihr Institut den Text mit einem Post in den sozialen Medien bewirbt.”

                Aus der WELT…..
                Schon krass, dass Infos in sozialen Medien punkten, während sie in den klassischen Printmedien nicht mehr wahrgenommen werden. Was zeigt uns das?

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                • Stadtmensch sagt

                  Ich finde, die Frau Kempfert hat genau die richtigen Ansichten. Gibt leider viel zu wenig vernünftige Leute weltweit. Wir fressen jetzt erstmal den Planeten kahl (wegen Wohlstand und Wettbewerb) und dann schauen wir was passiert.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Frau Kemfert analyisert, analysiert, analysiert…..die Theorie ist aber noch lange keine praktische Umsetzung. Und wenn man zur Weltrettung erst 8 Milliarden Menschen umerziehen, ein komplettes Finanz- und Wirtschaftssystem umbauen und gleichzeitig alle Menschen ernähren will, dann sehe ich lediglich einen Kinderglauben, aber keine wissenschaftlich fundierten Lösungsansätze….
                  Es ist wiederum die Einschätzung der Welt aus der Sicht der westlichen Brille. Sie hat wohl kaum die Menschen im Rest der Welt befragt, ob sie den Weg mitgehen möchten, oder die Regierungen anderer Länder, ob sie das mit umsetzen möchten. Tatsache ist das hier:
                  https://www.youtube.com/watch?v=lsiqxccEV50

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                • Stadtmensch sagt

                  Die kapitalistische “Wohlstandsmaschine” hat ihre ideologischen Wurzeln im Christentum “Bete, arbeite, studiere”. Die Befriedigung völlig irrationaler Bedürfnisse nach Selbstbestrafung (Genussverzicht, Schätze anhäufen, vererben usw.) sind die DNA, um die hier irgendwer eine Voodoo-Wissenschaft (Finanzsystem, Ökonomie) gestrickt hat.
                  Das haben wir in unserer “Bessermenschen-Mentalität” allen aufgedrängt, die mental anders unterwegs waren. Siehe Mike Davis, Die Geburt der Dritten Welt…
                  Naja, Schwamm drüber

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Der Fehler der westlichen Kolonialmächte fällt uns heute auf die Füße. Da China und Russland lediglich “Binnenkolonisation” betrieben haben, sind die Länder Afrikas und Südamerikas diesen beiden Staaten wohl gesonnen.
                  Westliche Macht und westliche Kultur stehen zunehmend in Frage. Evtl. sind der Klimaschutz und der Wohlstand zukünftig ja von Mächten abhängig, die wir noch nicht sehen…..dann hilft der “Deutsche Weg ” uns jedenfalls nichts. So what…..

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                • Stadtmensch sagt

                  Der Deutsche Weg: Krieg gegen Russland und China, war das Falscheste was man tun konnte.
                  Ist aber eigentlich der amerikanische Weg, auf den wir uns da haben schicken lassen. Nun zahlt den Preis, liebe Generation James Bond…
                  Mal sehen, wie lange Geld drucken noch geht, um damit Waffen und teure Energie zu kaufen. Da muss man das Volk tatsächlich auf Mangelwirtschaft einstimmen, damit die feinen Damen und Herren auf Schloss Meseberg weiter herumdilettieren können. Ist aber egal, was die veranstalten. Hier gehen die Lichter aus…

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    • Jochen Böhrer sagt

      Das Gleiche wollte ich auch schreiben. Die lautesten Schreier gegen Nitrat/Pestizide/usw usw suggerieren durch eben diese Lautstärke, eine Mehrheit zu sein. Die Politik schürt zum Einen zusammen mit Medien und NGOs diese Meinung und lässt sich andereseits von diesen Kritikern treiben.

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      • Brötchen sagt

        Herr Böhrer, das eine sind doch Aktivisten die mit medientechnischen Taktiken Diskurshohheiten erzeugen wollen. Das andere sind wirkliche Akteure.
        Denke da sollte man strikt trennen, sonst verzettelt man sich in der Diskussion.

        P.S. es sitzen massig fremdfinanzierte INteressenvertreter die ersteres vertreten, die rein von ihren Lebensinteressen überhaupt nicht betroffen sind.

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    • Andreas sagt

      Ich habe noch nie verstanden, dass die Konv. Landwirte dauernd über die Verbraucher herziehen, nur weil ca. 5 % Bio-Lebensmittel kaufen.
      Dieser minimale Anteil ist aber ein so großer Stachel, dass es offenbar für viele kein anderes Thema mehr gibt.

      • Jochen Böhrer sagt

        Habe ich noch nie erlebt. Das Gegenteil allerdings schon des Öfteren. Bioverbände und auch einzelne Biobauern, die ihr marketing auf das Schlechtmachen der Konventionellen stützen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Der Frust ist deshalb so groß, weil die Bio-Schiene ausschließlich mit der negativen Konnotierung der konventionellen Landwirtschaft Werbung macht und ihre Produktionsweise hervorhebt. Im Gegensatz dazu ist es verboten, die Bioschiene mit negativen Attributen zu belegen….ist so´n links-ökologisches Dingsbums, funktioniert auch bei der Berwertung von Jugendsünden so,…egal.
        Ferner ist der Frust gegenüber den Verbrauchern auch nachvollziehbar, weil der vor dem Laden anders spricht, als er im Einkaufswagen hinaustransportiert. Ist aber auch normal, so zu handeln, weil die Moralisierung durch die links-ökologische Bewegung den Menschen so viel schlechtes Gewissen eingetrichtert hat, dass sie schizophren reagieren (müssen)….egal, ist eben die verkorkste Lebensweise einer dekadenten Gesellschaft, selbst verursacht durch zu viel Wohlstand….das wird sich bald ändern….wenn Armut zurückkehrt, denke ich.

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        • Andreas sagt

          SEEEVERS: “Ferner ist der Frust gegenüber den Verbrauchern auch nachvollziehbar, weil der vor dem Laden anders spricht, als er im Einkaufswagen hinaustransportiert.”

          Gerade darüber könnten die Konvis doch froh sein und sich die Hände reiben.
          Für die Biobauern ist es doch frustrierend, dass 100 % der Verbrauchen in Umfragen sagen, sie kaufen Bio und in Wirklichkeit kaufen sie im Supermarkt dann billig.

          Bei den Autos, bei den Traktoren, überall weisen die Hersteller auf die Vorzüge ihrer Produkte hin. Gibt es dort irgend wo deshalb einen solchen Glaubenskrieg, wie in die Konventionelle Seite in der Landwirtschaft immer wieder entfacht.
          Wenn man auf seine Vorzüge hinweist, heißt das noch lange nicht, dass man andere schlecht macht.
          Ohne Vielfalt kann ein richtiger Markt nicht funktionieren!

          • Reinhard Seevers sagt

            “Bei den Autos, bei den Traktoren, überall weisen die Hersteller auf die Vorzüge ihrer Produkte hin. Gibt es dort irgend wo deshalb einen solchen Glaubenskrieg, wie in die Konventionelle Seite in der Landwirtschaft immer wieder entfacht.”

            Ja nee is klar…VW wirbt damit: Mercedes ist ein umweltschädliches Produkt, zerstört den Artenreichtum und das Grundwasser….mit VW wäre das nicht passiert.
            So wissensbegrenzt kannst doch selbst du nicht sein, das nicht zu verstehen, oder doch?

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            • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

              “….mit VW wäre das nicht passiert”

              die mussten gerade die Currywurst wieder zulassen.

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            • Limes sagt

              “Bei den Autos, bei den Traktoren, überall weisen die Hersteller auf die Vorzüge ihrer Produkte hin. Gibt es dort irgend wo deshalb einen solchen Glaubenskrieg….”
              Gute Produkte und gutes Marketing zeichnen sich durch Hervorhebung der eigenen Produktstärken aus um Kunden zu überzeugen.
              Korrigierend greifen Firmen bei offensichtlichen Falschaussagen der Wettbewerber z.B über den Branchenverband ein.
              In der Landwirtschaft fehlt erkennbar der Wille der Verbände und ein Moderator. Im Gegenteil der Eindruck ist Hauen und Stechen und man möchte sich zu Lasten des Anderen Vorteile erarbeiten. Um einBsp. zu nennen Ausdrücke wie Massentierhaltung, Gentechnik…. werden von Verbänden prominent zur Differenzierung genutzt.

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          • Schmeckt gut sagt

            Andreas, diesen Glaubenskrieg entfachen die Verbandsfunktionäre der Bioverbände. Wir arbeiten sehr gut mit den Biokollegen auf Mitgliederebene zusammen. Persönlich freue ich mich, wenn Bestände von Kulturen dieser Betriebe gut gelungen sind – sauber, Schädlingsfrei, hoher Anteil an Verkaufsware. Das ist leider oft nicht der Fall. Ich sehe die Mühe/das höhere Risko eines Ausfalls und die viele Handarbeit und die hohen (Arbeits)Kosten. Und insbesondere die Notwendigkeit, hohe VK-preise zu erhalten. Ein Schlechtmachen des Konvianbaus hat bisher geholfen, begrenzt aber zunehmend die Glaubwürdigkeit, weil auch Konvi nachhaltig kann. Diese Erkenntnis wird sich, bei weiterer Zuspitzung der Krisen, durchsetzen.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            @Andreas
            Es waren die BIOs, die den Verbrauchern erzählten, was die hören wollten:
            Wir verwenden jeine Pestizide, was schlichtund einfach eine Lüge war, selbst Brennesseljauche ist genau genommen ein Pflanzenschutzmittel, oder wie war das mit den Phosphonaten?
            Seit neuestem sagt ihr, wir verwenden keine synthetische PSM, was in Sachen Kupfer und Kaliumhydrogencarbonate auch gelogen ist.

            Legt mal den Heiligenschein ab, den habt ihr nicht verdient.

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      • Obstbäuerin sagt

        Genau das ist das Problem, Andreas. Die Bio-Branche ist noch immer eine Nische, verhält sich aber so, als ob sie die 94% der Nahrungsmittel produziert. Dieses Missverhältnis sorgt natürlich auch für Missstimmung.

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        • Brötchen sagt

          Da würde ich mal ein Blick in spezielle Publikationen des Ökohandels empfehlen, da wird einem der mit konv. Landwirtschaft sein Geld verdient schlecht.

          Oder in Slow Food Zeitung.

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      • Frank sagt

        “Ich habe noch nie verstanden, dass die Konv. Landwirte dauernd über die Verbraucher herziehen..”
        Wo findet das denn statt?

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        • Limes sagt

          “Ich habe noch nie verstanden, dass die Konv. Landwirte dauernd über die Verbraucher herziehen..” –
          @Frank fragt “Wo findet das denn statt?”
          da haben sie einen sehr wichtigen Punkt angesprochen! Leider gibt es dazu bisher keine Antwort oder habe ich die übersehen?

    • Werner Dahms sagt

      Das ist auch wieder eine typische Antwort. “…die durch Bio-Verbände, Politik, Medien und NGO verframed sind.” Das wird auch durch ständiges Wiederholen nicht richtig. Man bekommt mittlerweile auch bei konventionellen (deutschen) Landwirten ziemlich gute Ware. Bei einigen Angeboten möchte man aber bewußt “Bio”, heißt bei mir aber auch Demeter, Bioland etc., nicht das EU-gelabelte Zeug. Das ist für die Viecher/Ackerböden und unsere Gesundheit ganz sicher besser. Das heißt ja aber nicht, das übliche Ware geradezu giftig wäre. Der Anspruch ist im einzelnen nur eben höher, und den bezahlt man ja auch entsprechend. Das sich die Landwirtschaft irgendwann in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Discountern ausgeliefert hat, weil die anfangs mit tollen Preisen und Garantieabnahmen gelockt haben, ist selbstverschuldet. Aber das die Bauernschaft viel zu wenig für ihre Produkte vom Handel bekommt, kotzt auch die allermeisten Verbraucher so richtig an. Der, der die Arbeit leistet, soll auch die Kohle entsprechend verdienen.

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      • Schmeckt gut sagt

        Tja, lieber Werner, da haben wir wohl einen komplett unterschiedlichen Eindruck von dem “Verbraucher”(den es so garnicht gibt). Dieser Verbraucher greift gerne beim Discounter zu und freut sich, für prima Produkte so wenig zu bezahlen. Vom Discounter wird ihm vorgegaukelt, dass er durch diesen Einkauf die Welt rettet: er kauft klimasensibel, wassersparend, umweltschonend… die Label sind überall raufgeklebt und präsent. Dazu garantiert der Discounter (und der LEH allgemein) einen günstigen Einkauf, denn die Inflation ist ja getrieben durch die viel zu teuren Lebensmittel (kein Wort vom erpressten Dumpingpreis auf Erzeugerstufe). Auch Edeka wirbt so und listet Weltkonzerne zeitweise aus. Wir Bauern gucken sprachlos zu, weil unsere Rohstoffe in dieser Zeit ohne Anlieferung beim Verarbeiter) auf dem Acker verrotten. Wir sind halt das letzte Glied in einer langen Kette. Und das beste kommt noch Herr Dahms. Durch die stark steigenden Mengen im teilweise überlieferten Biomarkt wird auch der Zwang zur Lieferung an die marktbeherrschenden Discounter riesig, s. die Listungen von Bioland bei LIDL und Demeter bei EDEKA. Wir sitzen alle im selben Boot und die Luft für unsere Biokollegen wird auch immer dünner. Auf Mitgliederebene wird das auch so gesehen. Nur die Verbandsfunktionäre hoffen durch immer neue Skandalkampagnen im Konvibereich, Marktanteile zu verschieben. Glücklicherweise ist der Verbraucher nicht blöd. Gute Produkte zu einem angemessenen Preis finden immer Käufer. Überteuerte Produkte nicht. Im Biomarkt hat das Zähneklappern erst begonnen. Es wird zunehmen.

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        • zmp_nachfahre sagt

          Bis jetzt nur in Einzelfällen – aber meine Frau kommt immer mal wieder mit Produkten aus dem Biomarkt, die tatsächlich gleich oder billiger angeboten werden wie konventionelle vom Rewe nebenan (und sei es “im Angebot”). Wie kann das ehrlich funktionieren?

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          • Reinhard Seevers sagt

            Wenn ich Biomarkt oder Biodiscounter (gibt es wo was?) wäre, dann würde ich auch dann und wann Angebote zu günstgsten Preisen anbieten. Diese Lockmittel schaffen auf Dauer dann den Eindruck: Och, eigentlich sind die Bios gar nicht teurer…und dann kommt es zum Gewöhnungs- oder Scheißegal-Effekt und man hat neue Stammkunden.
            So machen es doch alle, um Kunden zu binden.

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  3. Reinhard Seevers sagt

    Der Versuch das Dickicht des Marktes für Lebensmittel zu lichten ist eigentlich unnötig. Warum? Weil die Handelnden, die Beeinflussenden oder Mitwirkenden alle unter anderen Prämissen handeln und wirken.
    Der Verkäufer sendet emotionalisierende Werbung und der Kunde entscheidet nach seinem in dem Moment wirkenden Wissen oder einfach nach Gefühl.
    Der Rohstofferzeuger handelt eigentlich ausschließlich nach ökonomischen und gesetzlichen Leitlinien. Der Politiker meint allen gerecht werden zu müssen und erfindet neue Gerechtigkeitsgesetze.
    Die Medien sind zunehmend von ökonomischen Zwängen geleitet, reden aber von Aufklärung- und Informationspflicht.
    Die NGOs hängen ausschließlich am Tropf von Spenden und Politik und verstärken somit die Probleme, um sich als Retter zu positionieren und Geld zu generieren…zum Überleben.
    Der Verarbeiter muss sich zwischen Rohstofflieferant bzw. -handel und LEH so positionieren, dass er seinen Schnitt machen kann. Dabei gerät er auch zwischen die Mühlen der Agierenden, ähnlich wie die Rohstofferzeuger.
    Der LEH ist der Gewinner! Er stellt sich als Versorger und Weltretter und Inflationsbremse dar….Money makes the world go around.
    Egal an welchem Rädchen man nun drehen möchte, am Ende kommt nichts Gescheites heraus.

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  4. Ludwig sagt

    Meine Erfahrungen sind folgende : Jeder , vom LEH angefangen, will seine Gewinnmarge haben und das auch bei Sonderangeboten. So schiebt jeder in der Kette seinen Preis von oben nach unten weiter. Zuletzt erreicht es die Bauern . Hier schiebt der Mäster es weiter auf den Ferkelerzeuger weiter und der hat hat dann die A… karte. Nur bei einem Rohstoffmangel dreht sich das ganze wie man zur Zeit im Schweinebereich erleben kann , doch ordentliche Gewinne bleiben für die Bauern trotzdem aus , weil die Politik immer dazwischen haut. Über die ZMP wird jederzeit die Bruttomarge errechnet und so die Importmenge gesteuert. Markt für uns Bauern war gestern , Staatswirtschaft ist heute. Der Markt funktioniert nur noch und hebelt die Politik aus , wenn es weltweit ein Rohstoffproblem gibt . Das ist gerade bei Zucker der Fall. Bei den Schweinen wurde durch die Politik ein Strukturbruch veranlast . Über 50% der Betriebe und 40% der Produktion wurden in Deutschland abgeschafft , aber geleichzeitig in Spanien wieder aufgebaut. So ähnlich wird es bei Erbeeren und Spargel auch ablaufen. Unsere Politik fährt halt z. Zt. alles Wirtschaftliche mit den Energiekosten und Mindestlöhnen an die Wand und wundert sich über einbrechenden Wohnungsbau , Verlagerung der Produktion ins Ausland , usw. Also alles selbstgemacht und die politischen Entscheider verstehen in ihrer Unfähigkeit ihrer eigenen Entscheidungen nichts. Gut kann man den wirtschaftlichen Verfall an den rd. 40% weniger Stromabnahmemengen sehen , denn wer nicht mehr produziert , nimmt auch keinen Strom mehr ab. Bei mir im Betrieb sind das mit dem Wegfall der Schweinhaltung rd. 80.000 KW und das summiert sich in Deutschland rasant. Nur durch die weniger Stromabnahme der Betriebe haben wir bisher noch keinen Stromblackout gehabt und trotzdem reiten wir hier täglich auf der Rasierklinge , denn mit dem kommenden Winter wird es wieder sehr dramatisch und unbedingte Vorsorge für Jedermann ist angesagt.

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  5. Mark sagt

    Guter Versuch, die komplexen Zusammenhänge graphisch darzustellen. Allerings fehlen noch zwei rote Pfeile. Von Medien/NGO geht jeweils nur ein blauer Pfeil in Richtung Verarbeiter und Handel. Von den beiden müsste auch ein roter Pfeil zurück an die Mdien/NGO gehen, dennHandel und Verarbeiter bezahlen Unsummen an die NGO´s und Medien, um deren Wohlwollen zu erkaufen. Eingefädelt wird dies durch die Stakeholderindustrie, von der eine Vertreterin dieser Kaste auch schon mal hier im Blog Einblicke ermöglixhte, wie so etwas funktioniert.

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    • Heinrich sagt

      Mark du meinst doch wohl nicht das Schutzgeld, das der LEH zu zahlen hat, damit nicht der nächste Skandal stattfindet?

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        • Mark sagt

          Ach, die Unsummen an Werbung, die in den Medien veröffentlicht werden nicht zu vergessen. Ein guter Werbekunde erfährt auch eine gute Behandlung….

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      • Limes sagt

        “…. das Schutzgeld, das der LEH zu zahlen hat, …”
        Das Schutzgeld ist für den LEH ein Durchlaufposten. Gezahlt wird es von uns Verbauchern denn es ist ja Bestandteil der Kalkulation des Verkaufspreises.
        Da derzeit jeder LEH einen eigenen Schutzgeldengel hat entsteht weder ein Kostenvorteil noch – nachteil für den einzelnen LEH in der Kalkulation.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Man könnte auch noch die “Multiplikatoren” einfügen, die da sind: Kirchen, Schulen, Initiativen. Diese wirken nicht unmittelbar, sind aber die Verstärker des Verhaltens und der Meinungs- und Verhaltensbildung aller Beteiligten…

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  6. Inga sagt

    Die Verbraucher?

    Die Situation ist eben so kompliziert

    Alles für den Verbraucher
    Nur sollte der nicht noch frech werden.
    Und nicht über Sachen bestimmen wollen, wo er keine Ahnung von hat.

  7. Frikadellen piet 44 sagt

    mit dieser preistranskription will sich die uniklinie im Bereich marktlehre Agrar mehr beschäftigen

  8. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Bei den Schweinen ist es gerade so,dass gefragt wird,ob sofort zusätzlich welche geliefert werden können und gleichzeitig der Preis gesenkt wird! Das kann man nur mit Bauern machen,deren wichtigste Massnahme ist,den letzten ha Pachtland zu ergattern und einen teuren Edeltrecker zu fahren. Gestern abend bei Plusminus: Der Landwirt aussem Münsterland hat kräfig in Gemüseanbau investiert,aber die Firma BMP ist in Insolvenz und liefert deshalb kein Biomethan mehr,um die Blockheizkraftwerke günstig zu betreiben. Der kann auf einen Schlag seinen Hof verlieren.

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    • Frikadellen piet 44 sagt

      aubacke ganz schön blöde Verhältnisse haben wir in Deutschland aber ist es im Ausland besser

    • Reinhard Seevers sagt

      Tja, wie war das nochmal? Der Staat ist ein schlechter Unternehmer….Biomethan ist im Mobilitätssektor rentabler und die Energiewende funktioniert auch nach kapitalistischen Bedingungen. Wenn man sich da auf die Politik verlässt und diese sogar ökonomisch beteiligt ist, hat man verloren.
      Ich sehe keine Zukunft in der dezentralisierten Energieerzeugung…..viel zu anfällig wegen der Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren. Aber man ist ja gerade wieder auf einem neuen Weg, sich als Landwirt in Versuchung führen zu lassen, um am Ende wieder als Dummer dazustehen.
      Die vertragliche Sicherstellung von Energie für die Bevölkerung ist der vorprogrammierte Selbstmord.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Auch bei uns wird hinter Schweinen und Ferkeln her telefoniert.
      Die Anzahl ausländischer Schweine in den Schlachtstrecken steigt. Doch der Preis wird von oben diktiert:

      Marktkommentar top agrar:”Die rote Seite beklagt hingegen das Fleischgeschäft mit schwachem Absatz und sinkenden Margen. Einige Unternehmen forderten daher zu Beginn der Woche eine weitere Preiskorrektur nach unten. …
      Die weitere Entwicklung der Ferkelpreise steht und fällt in kommenden Wochen wohl mit den Schlachterlösen.”

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das ist doch ein guter Beweis, dass die Marktwirtschaft im Agrarbereich NICHT funktioniert und hier politisch eingegriffen werden MUSS!
        Aber wen interessierts……

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  9. Frikadellen piet 44 sagt

    moin wie lange hast du für diese Gedanken gebraucht meinst du ehrlich die machen sich so viele Gedanken

    • Inga sagt

      Die Verbraucher?

      Die Situation ist eben so kompliziert

      Alles für den Verbraucher
      Nur sollte der nicht noch frech werden.
      Und nicht über Sachen bestimmen wollen, wo er keine Ahnung von hat.

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