Bauer Willi
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REWE, EDEKA, Lidl, Aldi – entsetzt!

Das BMEL setzt das europäische Gesetz gegen unlautere Geschäftspraktiken um. Ministerin Klöckner trägt dies in einer Pressekonferenz vor. Prompt beschweren sich die Vorstandsvorsitzenden der vier großen Lebensmittelketten mit einem Brandbrief bei Angela Merkel. Sie seien entsetzt. So viel Scheinheiligkeit und Arroganz entsetzt mich.

https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/landwirtschaftsministerin-chefs-von-aldi-edeka-rewe-und-lidl-beschweren-sich-ueber-julia-kloeckner-/26643650.html

https://amp.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaftsticker/aldi-lidl-und-edeka-grosse-handelsketten-beschweren-sich-ueber-ministerin-kloeckner_id_12686166.html

Hier das Video der Pressekonferenz (Dauer 10 min).

https://www.bmel.de/SharedDocs/Videos/DE/Presse/201118-utp.html

Ich kann nicht erkennen, was an der Darstellung in dieser Pressekonferenz falsch oder übertrieben sein soll. Es geht unter anderem um

  • kurzfristige Stornierung von frischer Ware ohne Bezahlung,
  • nicht eingehaltene oder zu lange Zahlungsziele,
  • einseitige Änderungen der Standards,
  • Auslistung bei Beschwerden, etc. .

Alles Fälle, die jeder Landwirt zu Genüge kennt.

Danke an Julia Klöckner, die sich konsequent für die Landwirte und gegen unlautere Geschäftspraktiken einsetzt.

Liebe Vorstandsvorsitzenden der oben genannten Firmen

Ich möchte Ihnen sagen, dass die Aufzählungen von Frau Klöckner bei weitem unvollständig sind. Weitere Beispiele:

  • eigenmächtige Kürzungen an Rechnungen, die den Lieferanten dazu zwingen sollen, Marketingmaßnahmen mitzufinanzieren
  • Beanstandung von einwandfreier Ware mit dem Zweck, den vereinbarten Einkaufspreis nachträglich nach unten zu verhandeln,

Auch das gehört zu den unfairen Praktiken der Einkäufer der Lebensmittelketten.

Dies müsste auch Ihnen als Vorstandsvorsitzenden bekannt sein. Falls nicht, so sind tausende Bauern gerne bereit, Ihnen entsprechende Erfahrungen zu benennen. Und so die Liste der unfairen Handelspraktiken weiter zu vervollständigen.

P. S.: Mittlerweile hat der Deutsche Bauernverband reagiert und einen Brief an die Vorstandsvorsitzenden geschrieben:

090_Schreiben_LEH_unlauterer_Wettbewerb_entpersonalisierte_Version

 

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69 Kommentare

  1. Karl Timme sagt

    Hier ein alter Kommentar von mir:

    Karl Timme

    2. Mai 2020

    Thomas Apfel, „dass ich mich hier auf unsicherem Terrain bewege, ich bin kein Milcherzeuger. Mich stört nur die pauschale Genossenschaftsschelte“

    Hier in Norddeutschland ist es gerade die genossenschaftlich aufgestellte Molkerei die, die Preise unten hält und das schon seit Jahren. Die Ursache liegt darin das diese Molkerei es gewagt hatte sich dem Preisdiktat des LEH zu wiedersetzen. Sie wurde daraufhin (obwohl eine der größten Molkereien) kurzerhand ausgelistet.
    Bis zur nächsten Verhandlungsrunde hat sie ihre Milch über eine Holländische Molkerei geliefert.
    Seit dem ist sie übervorsichtig gegenüber dem LEH, zum Leidwesen der Erzeuger; Ihre Eigentümer. Aber dem Vorstand und dem Aufsichtrat gehören ja nicht nur die Erzeuger an.

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  2. Christian Bothe sagt

    Falscher Adressat! Verarbeiter sind diejenigen die die Listungsgespräche führen! Deshalb wird der LEH solche verbalen Proteste von den Bauern ignorieren.Welcher Bauer listet seine Produkte direkt im LEH??? Klöckner hat es eigentlich auch in der Top Agrar richtig adressiert.

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      • Schmeckt gut sagt

        Falsch, die zuständige Abteilung des Zentraleikaufs lässt nach umfangreichen Kontrollen netterweise eine Listung zu. Der Erzeuger kann nur alle Anforderungen erfüllen, ein interessantes Angebot mit möglicherweile hervorstechenden Eigenschaften machen und hoffen, dass es klappt. Das ist unser Problem und die Diskussion über die Machenschaften überfällig.

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        • Richtig, so ist das natürlich besser beschrieben.
          Aber die Erzeuger dürften halt Verträge mit solchen „Machenschaften“
          einfach nicht mehr unterschreiben.
          Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige meiner Berufkollegen sich geradezu drum reißen vom LEH “ Ausgebeutet“ zu werden.
          Sie liefern alles und zu jedem Preis, nur um den anderen vom Markt zu verdrängen.

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        • Christian Bothe sagt

          Ergänzung: Konnte meinen Klossteig an regionale REWE OHG Märkte direkt verkaufen.

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  3. conterra sagt

    Das meiner Ansicht nach wichtigste Problem wurde noch nicht genannt. Es sind die ungleichen Erzeugungsbedingungen innerhalb der EU und gleich noch der Außenhandelsschutz bei z.B. türkischen Kirschen.
    Sozialstandards, Hygienestandards und einheitliche Löhne usw. sind nicht gewährleistet. Also kaufen die LEH über Ihre Zentralen bewusst Ware ein die nicht vergleichbar ist.
    Dies kann weder der Bauernverband noch eine Genossenschaft ändern. Ich meine nur die Politik in Brüssel und Berlin.
    Unser BLE Behörde mischt da noch mit, indem die auf Grund ungleicher Erzeugungsbedingungen nicht vergleichbaren Preise in einer Tabelle veröffentlicht werden.
    Ware ohne europäische Standards müsste geächtet werden und außerhalb der EU bleiben. Genau wie auch Sojabohnen aus einer abgeholzten Urwaldregion.
    Es ist noch nicht mal möglich , dass man die Verbrauer täuschende Werbung abstellt. Z. B. Spargel oder Erdbeeren aus Marokko/Spanien/Deutschland mit einem gleichen Preisangebot.

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  4. A. K. sagt

    Vorbild!
    Nicht das ich ein Freund der Handelsriesen wäre, aber die monieren zumindest lautstark was ihnen nicht gefällt. Bei den Vertretern der Landwirtschaft geschieht dies nicht bzw. nur sehr sehr verhalten. Begründung: nicht das es noch schlimmer kommt als es eh schon ist.
    Nehmt zur Kenntnis: die Diskussion um Klimaschutz, Naturschutz, Insekten und vor allem Corona dient nur dazu um politisch was zu regeln im Interesse der Mächtigen.

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  5. Thomas Apfel sagt

    Die entscheidende Frage ist: Wer sind die „kleinen Erzeuge“ von denen hier die Rede ist, und in welcher direkten Beziehung stehen sie zum LEH. Das meiste was im LEH gehandelt wird kommt nicht direkt vom Bauern (auch wenn manchmal der Eindruck erweckt werden soll).
    Die direkten Partner sind die Molkereien, Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe, Mühlen, Brauereien usw. und Erzeugergenossenschaften. Das hängt ja damit zusammen, dass Größe und Marktmacht im LEH so konzentriert sind. Der einzelne Erzeuger hat (bis auf wenige Direktbeziehungen bei REWE und EDEKA) keine direkte Vertragsbeziehung zum LEH. Hinsichtlich der ungleichen Konzentration auf Anbieter und Abnehmerseite haben die Kartellämter „geschlafen“. Das ist nicht mehr zu korrigieren. So gesehen ist Frau Klöckners Initiative ein lobenswerter Versuch, der in der Praxis allein ins Leere laufen wird. Gerade deshalb finde ich aber die deutliche Benennung der Praktiken des LEH und das Appellieren an den „ehrbaren Kaufmann“ richtig und wichtig. Auf den Begriff „Ehrbarer Kaufmann“ sind die Kaufleute nach außen so fixiert wie wir auf den positiv belegten Begriff „Bäuerlicher Familienbetrieb. Nicht umsonst erfolgte ein so kollektives Aufjaulen aller Manager des LEH. Bei den Genossenschaften liegt es an uns Druck aufzubauen und die Kosten und Strukturen schmal zu halten, was mal mehr, mal weniger gelingt. Das Preisgefüge würde sich aber insgesamt nur über halbwegs gleiche Bedingungen, Kostenstrukturen und Lebensverhältnisse in Europa in Richtung Kostendeckung bewegen.
    Das Ausnutzen solcher vorhandenen Differenzen ist Grundprinzip kaufmännischen Handelns und die Praktiken werden um so unfairer, je mehr Profit aus diesen Differenzen zu generieren ist.
    Ich denke trotzdem, dass Frau Klöckner die richtigen Worte gefunden hat und der moralische Druck, der dadurch auf den LEH ausgeübt wird, vielleicht doch auch ein Baustein für eine bessere Zukunft sein kann.

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    • Karl Timme sagt

      “ liegt es an uns Druck aufzubauen und die Kosten und Strukturen schmal zu halten, was mal mehr, mal weniger gelingt“

      Sie meinen hoffentlich nicht das Konstrukt von Agravis oder DMK, bei dem der Genosse null Einfluß hat.

      +1
      • Thomas Apfel sagt

        Nee, Karl Timme,
        ich war da gedanklich mehr bei unseren kleineren, mittleren und größeren Absatzgenossenschaften für frisches Obst und Gemüse unterwegs. Wir haben eine relativ schlanke und sparsame Struktur hier bei uns in der Genossenschaft. Die Auszahlungspreise sind dadurch auch etwas höher als anderswo, aber alles im unteren einstelligen Cent – Bereich je kg.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Der reflexhaften Reaktion von Seiten des LEHs hätte es ja gar nicht bedurft. Sie müssten nur auf die vertragliche Seite zwischen ihnen und den Verarbeitern hinweisen und auf die gute Qualität und den günstigen Preis verweisen, und schon wären sie raus aus der negativen Stellung. Die Verteilung des Druckes von LEH über Molkerei/Schlachtbetrieb auf den Erzeuger ist für Außenstehende nicht durchschaubar und wird durch die Schuldzuweisung von Frau Klöckner nicht transparenter.

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    • Christian Bothe sagt

      Versuch von Klöckner im Sinne unserer Bauern war’s wert, aber ich denke da hat sie als Ministerin die Kraft des LEH unterschätzt! Solche Aktionen hat es immer mal wieder gegeben. Hat aber nichts gebracht! Als ehemaliger Kartoffelverarbeiter kann ich ein Lied davon singen…Im Gegenteil, ich mußte aufpassen, das ich mit meinem Kloßteig nicht ausgelistet wurde bei diversen Handelsketten hier im Osten. Ist zwar schon ein paar Jahre her,aber das Verhalten des LEH hat sich nicht geändert wie mir Berufskollegen schildern…

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    • Aber der LEH drückt seine Lieferanten, die Verarbeitende Industrie und die geben es an den Bauern, der am Anfang der Kette steht, weil seine Produkte direkt der Natur entnommen, weiter. Die kann man mit industriell erzeugte und gleichmäßigen Produkte dadurch weniger haltbaren Podukten vergleichen.

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  6. Karl Timme sagt

    Hat sich noch niemand gewundert warum alle großen LEH’s in der selben Woche die gleichen Produkte zu gleichen Preisen anbieten? Preisabsprache? Nein.

    Ein Dienstleistungsgeschäftsmodell eines Dritten. Durfte einen solchen Dienstleister kennen
    lernen. Ein LEH schickt Ihm das bunte Blatt für eine Woche (Planung) zu. Seine Dienstleistung: dieses auf dem schnellsten Weg an die „Mitwettbewerber“ weiterzuleiten. Ergebnis gleiche Angebote zu gleichen Preisen.

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  7. Entscheidend ist min 8.00 bis 8.30.
    „Nur noch erlaubt sind, wenn Sie vorher ausdrücklich und eindeutig zw. den Vertragsparteien vereinbart werden……….“
    Das ist doch jetzt auch schon so.
    Die Rede und die Forderungen von Frau Klöckner ist ein nichtssagendes und völlig
    irrelevantes vorgehen.
    Sie will uns Bauern einmal mehr veräppeln!

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  8. Smarti sagt

    Frau Klöckner hat nun endlich richtig reagiert, nachdem diese Handelspraktiken ja seit längerem öffentlich bekannt waren. Es lohnt sich halt manchmal doch, nicht immer den Mund zu halten. Auch der Brief des Bauernverbandes spricht eine klare Sprache. Das macht ein bisschen Zuversicht, vielleicht ein guter Anfang ?

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  9. Paulus sagt

    Ach nee, nachdem die geschmähte Frau Klöckner nun mal tut was sie immer schon tat, liegen ihr die Bauern plötzlich zu Füßen. Merkwürdige Sinneswandlung!
    Ein Vertrag wird immer zwischen mind. zwei Parteien abgeschlossen, sie sollten des Lesens und Verstehens mächtig sein. Wenn die eine Seite nicht im Stande ist die vertraglich vereinbarten Spezifikationen zu erfüllen, darf die Abnehmerseite die Ware zurückweisen. Mir scheint da eher Nachholbedarf auf der Anbieterseite zu bestehen. Es glaubt doch wohl niemand im Ernst, dass Aldi. Lidl und Konsorten vertragsbrüchig werden. Da können tausende Bauern mir so viel erzählen sie wollen, sie nimmt eh keiner ernst.

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    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      das hat mit Glauben nichts zu tun. Das ist Wissen. Und eigene Erfahrung. Und wenn man dann mit dem LEH vor den Kadi ziehen will, wird man ausgelistet.
      Was meinst Du denn, warum es so ein Gesetz gegen „unlautere Praxis“ überhaupt gibt?

      Wenn jemand bei Dir 30 Kisten Gemüse bestellt, dich einen Tag vorher anruft und sagt, er brauche nur 15 Kisten, die anderen könnte ich behalten, was ist das denn?

      Wenn Du meinst, alle Bauern wären blöd, dann meinst Du auch, das ich dumm und blöd und des Lesens und Schreibens nicht mächtig wäre.

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      • firedragon sagt

        Willi, nimm nicht immer alles gleich persönlich, wenn Paulus was schreib … woher soll er (stellvertretend für das Wesen „Verbraucher“) wissen, dass sich von Seiten des Lebensmittelhandes (Roh- bzw. Frischware) eine Vertragsmentalität eingeschlichen hat, die den Pruduzenten von Lebensmitteln weltweit, schwer zu schaffen macht.

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        • Bauer Willi sagt

          Doch, ich nehme das persönlich. Und noch dazu finde ich folgende Sätze sehr grenzwertig:
          „Es glaubt doch wohl niemand im Ernst, dass Aldi. Lidl und Konsorten vertragsbrüchig werden. Da können tausende Bauern mir so viel erzählen sie wollen, sie nimmt eh keiner ernst.“

          Ähnliches könnte ich ja auch über Ingenieure schreiben. Tue ich aber nicht.

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          • firedragon sagt

            Willi, Supermarktketten (ich mag die jetzt gar nicht benennen) werden auch nicht vertragsbrüchig. Der Wortlaut von Verträgen wird so gewählt sein, dass ein Vertragsbruch seitens LEH von vornherein ausgeschlossen ist. So einfach ist das.
            Und das Bauern, ich füge ergänztend hinzu – vom bspw. LEH, nicht ernst genommen werden, kannst selbst Du nicht abstreiten.

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          • Paulus sagt

            Ein rheinischer Ackerbauer, der seine Zuckerrüben bei der Zuckerfabrik und seine Gerste, seinen Weizen und Raps bei der Genossenschaft abliefert, scheint mir, was seine Äußerungen in Bezug auf den LEH betrifft, ähnlich kompetent zu sein wie meine Wenigkeit. Ich glaube nicht das er jemals den LEH beliefert hat.

            Und noch etwas: Jemand der zum Dialog auffordert sollte dem gewachsen sein oder es, wenn er sich dauernd persönlich angegriffen fühlt, ganz einfach lassen. Dann bleiben die Bauern halt unter sich und ergehen sich gemeinsam in Klageliedern. So kann man die Kommunikation mit Außenstehenden auch abwürgen.

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            • firedragon sagt

              Paulus, ich bin aber nicht für’s Abwürgen, das ist die denkbar schlechteste Alternative.

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            • auch die verarbeitzende Industrie (Schlachthöfe, Molkereien Getreideahndel) macht mit uns was sie will.

              Warum wurde seit ca.1980 die Innenereien von Schlachtier nicht mehr mitbezahlt? Ohne dass der Kg-Preis für das ausgeschlachtete Tier wesentlich erhöht wurde?

              Warum werden seit dem einzelne Organe verworfen?

              Das macht nicht der LEH aber die weiterverarbietende Industrie!

              Der LEH macht bei Obst u. Gemüse, vieleicht selbstgemachten Kase oder ähnlichen Verträge mit dem Obst-.Gemüse- oder Milchbauern. Die dürfen ihre Waren in dafür von LEH bereitgestellte Nischen verkaufen.

              Aber Obstsaft, Nudeln, Gebäck, Rübensirup und Milch- u. Fleischprodukte kommen alle aus der verareiteneden Industire wie Schlachthäusern usw.
              Deren Rohstoffe wachsen alle beim Bauern auf dem Feld!

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          • Arnold Krämer sagt

            Williiiiiii!
            nicht so dünnhäutig, sei froh, dass du den Paulus und andere dabei hast.

            Du weißt doch, ein guter Journalist darf sich nie mit einer (auch noch so guten) Sache gemein machen (frei nach J. Friedrichs). Und in dieser Rolle bist du ein Stück weit. Also (bei aller verständlichen Leidenschaft; kommt von „Leiden“) Abstand halten!

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      • Ich kenne Berufskollegen, die lesen die Verträge, die sie mit dem LEH abschließen nicht mal vollständig durch.

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        • Brötchen sagt

          Tom, wenn Du keinen richtigen Rechtsbeistand oder Kenntnisse hast, dann kannst Du das auch überfliegen. Fristen und so angucken….

          Die drücken Dich sowieso an die Wand, ob Du nun Recht hast oder nicht.
          Wenn sie wollen….

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          • Ich wollte damit nur sagen, daß die Landwirte solche Verträge bewusst oder auch unbewusst doch selbst Unterschreiben.
            Es müssten solche Vertäge generell Verboten werden.
            Dies hat Frau Klöckner aber ( siehe Minute 8.00 bis 8.30 ) nicht vor.

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          • Unverschämt,
            Marketingmaßnahmen mit zu finanzieren,
            wer hat sich das ausgedacht?
            Wer hat da nicht widersprochen?

            Ist der Bauer Schuld, wenn er auch krumme Mähren und Gurken hat?
            Wenn man mit Naturprodukten handeln und Geld verdienen will, dann muß man auch dafür gerade stehen und den Schwarzen Peter nicht dem Bauern allein zuschustern.
            Bei genormten Produkten aus der Fabrik kommt das nicht vor!

            Oder sind die Leute im Handel geistig so unbeweglich, dass sie das nicht wissen?

            Und danach müsenauch Vertrage gemacht werden.

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      • Paulus sagt

        @Bauer Willi, zunächst einmal habe ich noch nie behauptet die Bauern seien blöd. Ganz im Gegenteil habe ich hier immer geäußert von ihrer fachlichen Kompetenz überzeugt zu sein.
        Jetzt kommen wir mal zu den 15 Kisten mit Gemüse, und zwar unabhängig von irgendwelchen Vertragserfüllungspflichten. Einem Erzeuger unterstelle ich, dass er immer mehrere mögliche Abnehmer hat, Ausnahmen sind vielleicht reine Vertragsanbauer. Dann gehen die 15 Kisten eben woanders hin, z.B. über Landgard oder wen auch immer. Dort sitzen Händler an den Telefonen, die verkaufen täglich ganz andere Mengen. Und wenn es mal zuviel Bioware gibt wird diese halt als Konviware vertickt. Das dient mitunter sogar der Preisstützung und ist doch nichts Neues. Vielleicht sollte man nichts dramatisieren wo es nichts zu dramatisieren gibt.

        Und um die Ferkelhebamme zu beruhigen: Selbstverständlich seid ihr Schweinebauern aufgrund besonderer Umstände z.Zt. gekniffen. Das ihr die Produktion, nicht zuletzt aufgrund möglicher wirtschaftlicher Zwänge, nicht so einfach herunterfahren könnt versteht nun wirklich jeder halbwegs normal denkende Mensch.

        +2
    • Ferkelhebamme sagt

      Bestechende Logik: Ausbeutung rumänischer Fleischer-Leiharbeiter (mit Vertrag) ist nicht ok, Ausbeutung von Bauern aber ist ok, weil vertraglich abgesichert? Bauern haben die Möglichkeit, auf Augenhöhe zu verhandeln und genügend Alternativen?
      Ich könnte dir außerdem von einem befreundeten Obstbauern (innovativ, sehr unternehmerisch denkend, nicht auf den Kopf gefallen) erzählen, was da so abgeht, das würde nur leider dein Weltbild zerstören. Darum gehe ich jetzt lieber den Wutzen was erzählen

      +5
      • Reinhard Seevers sagt

        Ferkelhebamme, warum so weit schauen….was ist denn mit den willkürlichen Änderungen der Abrechnungsmasken?

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        • Ferkelhebamme sagt

          Hier geht es ja jetzt um Direktbeziehungen mit dem LEH und unverarbeitete Ware.
          Was die Schlachter abziehen, ist nochmal eine andere (Schauer-) Geschichte.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Schon klar Ferkelhebamme. Aber die Mehrheit hat doch gar keine direkte Verbindung mit dem LEH, sondern immer über den Weg Schlachterei, Molkerei, Händler….etc.
            Und diese Schnittstelle ist die erste Hürde zum LEH.

            +3
      • bauerhans sagt

        „Darum gehe ich jetzt lieber den Wutzen was erzählen“

        das mache ich auch gern,weil die keine Widerworte geben.

        +4
            • Ferkelhebamme sagt

              Inga, Wutze als Oberbegriff, dann Mutte (große Sau), Müttkes (Sau-Ferkel), Börge (Kastraten), Eber
              Saupriekel (die ganz speziellen)

              +2
              • Danke,
                Wutz = Schwein
                aber irgendwo in Mittel- oder Südhessen
                Wutz = Muttersau
                Watz = Eber
                Wutzche = Ferkel

                Mastschweine dann Säue
                1 Mastgschwein dann Sau

                Gibt auch Gegenden, wo Mugg oder Dogg für Muttersau gesagt wird.

                Ich habe das auch alles nur im Dialekt gelernt, aber später dann auch in Hochdeutsch,

                Ich finde es von Renate Künanst dann so saudumm,

                wenn sie zu Mastschwein „Sau“ sagt,
                das ist sowas von falsch,das gehört sich für eine ehemalige Landwirtschaftsministerin nicht.

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                • firedragon sagt

                  Schon lustig, ich kenne die Kastratbezeichnung als Berg, bzw. Berch

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  10. Elisabeth Ertl sagt

    Grins!
    Wenn nur der Handel sich jetzt nicht auf eine Weise zu rächen versucht, welche die Bevölkerung auf seine Seite zieht.
    In Österreich hält sich der LEH nicht an die Lockdown – Regeln, die zum Schutz der kleinen Händler den Verkauf von Non-Food-Produkten verbieten. Unglaublich, was denen an Ausreden einfällt: 1) Die kleinen Händler bekommen vom Staat Entschädigungen, das sei unfair gegenüber den Riesen. 2) Man wolle doch den vom Lockdown geplagten Menschen nur ein wenig gewohnten Alltag bieten. 3) Man verhindere doch nur, dass regionale Kaufkraft zu den Online-Riesen abfließt.
    Zur Erinnerung: Diese Konzerne haben am ersten Lockdown kräftigst verdient!
    Die Politik hat den Schwanz eingezogen, als man im Falle von Konsequenzen quasi mit tageweisen Schließungen drohte.

    +2
  11. Ein Brandbrief, der prompt an die Bundeskanzlerin geht, weil die Konzernbosse sich mal eben schnell abgestimmt haben?!? Na, hoffen wir mal, daß Preisabsprachen – oder Preisbeobachtung, wie es heute heißt – nicht so einfach funktionieren von jetzt auf gleich!

    Meist beschwert sich nur, wer selbst weiß, daß er Mist gebaut hat.

    Schade, daß es bis jetzt brauchte und die EU dazu nötig war. Aber immerhin!

    https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/food-farming-fisheries/key_policies/documents/brochure-utp-directive_en.pdf

    Da steht sogar drin, daß Mitgliedsländer auch über die auf EU-Ebene beschlossenen Standards hinausgehen könnten. Also macht man nur das Mindeste, was man muß, oder ist das wirklich jetzt der große Wurf diesbezüglich?

    Abwarten, was daraus wird, wahrscheinlich wieder ein zahnloser Papiertiger von der Größenordnung Freiwilligkeitsprinzip 🙁

    0
    • Bauer Willi sagt

      Eigentlich hatte ich erwartet, dass „Die Linke“ jetzt konsequent dem LEH entgegentritt. Die Partei scheint mir ein zahnloser Tiger zu sein…

      +6
  12. Friedrich sagt

    Der LEH hat inzwischen eine monopolhaltige Marktmacht , daß jeder Zulieferer kuschen muß. Die diktatorischen Anforderungen sind so hoch , daß kein kleinerer Betrieb diese erfüllen kann. Inzwischen überläßt man den Marktleitern die Freiheit , regionale Produkte im Kleinen aufzunehmen. Beim LEH hat das Kartellamt versagt , denn bei den Zulieferern , wie z. B. der Zuckerindustrie hat man 280 Mill. Euro Strafe wegen Gebietsabsprachen , nicht wegen Preisabsprachen verhängt. Die Politik hat ja diese Miljadäre auch immer gut geschützt. In den VIP-Bereichen der Fußballstadien waren doch immer „Gute Gespräche “ möglich. Will ja garnicht von Preisabsprachen o. sonstigen sprechen. Die wirklichen Entscheidungen sind immer in „Vertraulichen Gesprächen “ im Fußballstadium gefallen. Nicht umsonst haben sich alle großen Firmen bei z. B. Bayern München eingekauft und wurde das Stadion cash bezahlt. Auch im Aufsichtsrat sitzt die Spitze der deutschen Industrie. Warum wohl ? Mit den Demos von uns Bauern wird es den LEH-Managern langsam bange , denn die Demos reißen nicht ab. Überall stehen die Bauern vor der Tür . Jetzt laufen die Demos vor LEH-Auslieferungslagern, Molkereien, Zuckerfabriken usw. . Wir dürfen nicht nachlassen !! Steter Tropfen höhlt den Stein. Das Schreiben des LEH zeugt von kleinkarierten Auftreten. Arroganz war gestern . Der LEH hat die eigenen Mitarbeiter schlecht bezahlt und die Zulieferer ebenfalls. Das rächt sich jetzt und unsere Gesellschaft sucht ja bekanntlich immer einen Schuldigen , um es selbst nicht zu sein. Im Frühjahr war Tönnies dran , der uns gezeigt hat , was im Herbst und Winter auf uns zukommt. Reagiert hat aber keiner und die Schweinehalter bezahlen das jetzt mit hohen Verlusten.

    +14
  13. Arnold Krämer sagt

    „WAS TRIFFT, TRIFFT ZU“.

    Sollte da wirklich was Sinnvolles aus Brüssel die Grundlage für nationale Gesetzgebung gewesen sein? Mal sehen, was im Gestzgebungsprozess davon übrig bleibt. Es ist ja bis jetzt „nur“ ein Kabinettsbeschluss. Vielleicht war der Brief der Handelsunternehmen ein Eigentor, weil eine stille Einflußnahme im üblichen Wege lobbyistischer Arbeit jetzt verbaut ist. Vielleicht waren die Herren (Damen?) aber auch schon zur Erkenntnis gekommen, dass Frau Merkel hier dem BMEL, Frau Klöckner, mal unbedingt einen „Sieg“ gönnen will, während ansonsten die anstehende Insektenrettung durch das MU (die Bundesregierung) den Landwirten viel mehr Ärger machen wird.

    +8
  14. Edakteur sagt

    Donnerwetter!
    Hätte ich der Ministerin Julia Klöckner garnicht zugetraut. Hat jetzt ein großes Rad gedreht. Mal sehen, ob das Gesetz bis April 2021 Wirklichkeit wird (und wie)

    +2

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