Bauer Willi
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Nichts Neues – aber neue Erkenntnisse

Viele wollen sicher wissen, wie denn das Gespräch mit Julia Klöckner in Berlin war.  Ich will gerne darüber berichten und zwar so ehrlich es nur geht. Und bitte aus 45 Minuten Gespräch keine Wunder erwarten. Es wird hoffentlich nicht das letzte gewesen sein.

Zur Einführung: Wenn du vom Dorf in die Stadt kommst, wenn Du am Pförtner vorbei von den sehr netten Vorzimmer-Damen in den Konferenzraum mit Namensschildern geleitet wirst, wenn da schon der Fotograf wartet, wenn dann Frau Klöckner, wie immer charmant und redegewandt, alle (noch zwei aus dem BMEL)  in ihr Büro bittet,  dann ist das schon eine besondere Situation und dann entsteht schon so eine Art „Beiß-Hemmung“. Und man ist erst einmal auch freundlich.

Das nur für diejenigen, die an der Tastatur immer so mutig sind  und dort Sprüche rauslassen wie  „mal so richtig die Meinung geigen“.  Das hatte ich ohnehin nicht vor, weil ich 1. eine anständige Erziehung genossen habe  und man 2. mit Diplomatie meist mehr erreicht als mit Lautstärke. Das zur Einstimmung, nur damit keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Zum Inhalt: Ich habe den Eindruck, dass Frau Klöckner die Situation der Bauern unterschätzt, auch wenn sie immer wieder betont, dass sie dafür Verständnis hat. Der stille Protest mit den grünen Kreuze und der dadurch ausgelöste laute Protest am 22.10. waren so bisher in Deutschland einmalig. Dabei geht es bei beidem längst nicht mehr um das Agrarpaket sondern um ein Signal in Richtung unserer Mitbürger. Es geht um die Existenz der Landwirte, um Sorgen, Nöte und Ängste und auch um das Leben auf dem Land ganz allgemein. Man fühlt sich abgehängt, ausgegrenzt, nicht mehr ernst genommen.

Dies scheint aber nicht nur im BMEL sondern auch im gesamten politischen Berlin (mit Ausnahme der FDP) nicht angekommen zu sein. Und dazu zähle ich ganz besonders auch das BMU mit den vorgeschalteten Abteilungen  wie BUND, NABU und anderen Umwelt-Lobby-Verbänden. Wer Svenja Schulze reden hört, könnte sich auch gleich mit der Kreisverbandsvorsitzenden eines Naturschutzvereines unterhalten. Empathie für Bauern ist da nicht zu erwarten. Und bisher steht sie für einen Dialog nicht bereit.

Aber: Tendenzen wie „wir müssen auf die gesellschaftlichen Anforderungen eingehen“ hört man inzwischen auch von Frau Klöckner. Die Berliner Luft scheint die Menschen zu verändern und für urbane Ansichten empfänglicher zu machen. Meine Frage zurück war: wer ist das „die Gesellschaft?“  Ist es die schweigende Mehrheit, die jeden Tag bei Rewe, Netto, Aldi, Lidl und Penny die Sonderangebote konsumiert? Oder ist es die laute Minderheit, ein Konglomerat von Organisationen, Medien, Parteien oder auch Teilen der Kirche, die mit immer den gleichen Botschaften versuchen, aus Halbwahrheiten Wahrheiten zu machen? So wie es eine Tageszeitung macht, um ihre Leser bei Laune zu halten.

In der Berichterstattung über die Aktionen ist oft der Spruch zu hören, dass sich die Bauern mit ihrem Protest gegen die Gesetze zum Naturschutz, Nitrat und  das Verbot der Pestizide stemmen. Sicher nicht. Und damit eines ganz klar ist: dort wo Nitrat ein Problem darstellt, muss etwas unternommen werden. Ich habe die Frage an Herrn Habeck und jetzt auch Frau Klöckner gestellt: der Kreis Neuss ist einer der viehärmsten Kreise in Deutschland und hat mehr Reitpferde als Kühe. Der Kreis Neuss ist nahezu komplett „Rotes Gebiet“. Leute, hier stinkt was gewaltig und das ist keine Gülle sondern eine saubere fachlich richtige Bewertung.  Und Ja, im Krefelder Naturschutzgebiet hat die Masse der Fluginsekten abgenommen. Und das aus einem einfachen Grund: man hat es aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung genommen. Die Insekten fehlen, weil es Naturschutzgebiet wurde. Und weil es dort Sendemasten, Neubaugebiete und Autobahnen gibt, Gülle und Mist sofort eingearbeitet werden muss und der Klimawandel mittlerweile auch in Krefeld angekommen ist. Das gehört zur vollen Wahrheit mit dazu und dann kann man mit uns über die „Schuld“ der Landwirte reden.

Wenn Frau Klöckner sagt, dass eine erneute Zulassung von Glyphosat ein „totgerittenes Pferd“ ist, so ist das ein Kotau vor dem Mainstream. Das hat ihr nicht gefallen. Aber wir reden über Wissenschaft und deshalb ist eine solche Einstellung meiner Ansicht nach so kritisch. Ja, das ist unbequem und Glyphosat ist auch nur ein Statthalter. Politik darf nicht nach Mehrheitsmeinung entscheiden, sondern muss Entscheidungen treffen und diese dann mehrheitsfähig machen. Das gilt übrigens auch für andere Lebensbereiche.

Was ich insgesamt an der Arte und Weise des Umgangs der Politik mit uns Landwirten bemängele und ganz besonders am Agrarpaket: Keinerlei kooperativer Ansatz sondern stets und immer nur Ordnungsrecht. Das kenne ich sonst nur von den Grünen. Dabei gibt es so tolle Wasserschutzkooperationen, die seit Jahrzehnten gemeinsam sehr erfolgreich sind. Ich arbeite seit vielen Jahren gut und vertrauensvoll mit unserer Biologischen Station zum Feldhamster-Schutz zusammen. Solche Beispiele gibt es viele, sie lassen sich auch in Gesetze gießen.

Aber nein: Egal ob BMU oder NGO (und infolgedessen jetzt auch das BMEL), alle lassen die Peitsche knallen und „müssen jetzt den Landwirten mal zeigen, dass es so ja nicht weitergehen kann.“ Und muten den Bauern Gewaltiges zu. Sagt Frau Klöckner und meint gleichzeitig, dass am Agrarpaket nichts geändert wird. Aber Mercosur wird durchgewunken?! Dabei geht es nicht mal um die Mengen, die zusätzlich importiert werden. Die wären noch verkraftbar. Es geht um das Signal!! Und das lautet:

Liebe deutsche Bauern, wir ziehen euch auf Wunsch der Gesellschaft jetzt gewaltig die Daumenschrauben an.  Aber Brasilien darf liefern. Und weiter den Regenwald abbrennen.

Eine weitere konkrete Frage blieb unbeantwortet: Wie das Agrarpaket finanziell begleitet wird, ist weiterhin offen.  Mit 75 Mio. € incl. Insektenmonitoring kommt man da nicht weit. Weniger düngen und weniger Ertrag auf eigene Kosten? Welcher Betrieb soll das noch aushalten? 5 m Grünstreifen an Gewässern kann man ja vorschlagen. Aber wer soll damit Geld verdienen. Und soll die Pflege kostenlos on top noch dazu kommen? Geht’s noch? Wie sieht der Katalog zur Biodiversität aus, aus dem wir Landwirte Maßnahmen auswählen sollen um weiter Pflanzenschutz betreiben zu „dürfen“? Oder gibt es den noch nicht?

Und  dann erzählen uns alle Parteien was vom „Erhalt des bäuerlichen Familienbetriebes“. Freunde, macht doch einfach mal ein Jahr lang kein neues Gesetz! Lasst uns nur 12 Monate mal in Ruhe unsere Arbeit machen. Wir können langsam nicht mehr und die Berater in den Landwirtschaftskammern bekommen es auch nicht mehr geregelt. Wie ruft der Mann im britischen Unterhaus: „Order“!!

Wenn man so weitermacht, fährt man die Bauern sauer. Sie verstehen das alles nicht und haben bald auch keinen Bock mehr,  freiwillig Blühstreifen anzulegen und zu pflegen. Kiebitzschutz? Warum? Lerchenfenster? Nein danke!

Doch nun das Positive: dass es auch anders geht, zeigt das Ergebnis eines Workshop des BfN, an dem Landwirte und Naturschützer mitgewirkt haben. Unter anderem Ludwig und ich. https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf  

Dieses Protokoll hat als einfaches Ergebnis „Macht Naturschutz zum Betriebszweig„. Es ist die ideale Vorlage für das Insektenschutzprogramm. Es liegt den Ministerien seit fast einem Jahr vor. Aber wahrscheinlich werden BUND, NABU und das angehängte BMU mal wieder sagen, „dass uns das nicht weit genug geht„. Und so buddelt jeder weiter in seinem Schützengraben.

Thema des Gespräches mit Frau Klöckner war auch ein „Runder Tisch“. Wie jetzt aktuell nachzulesen ist, demnächst sogar mit der Bundeskanzlerin. Überhaupt finden das jetzt ganz viele ganz gut. „Wir brauchen einen neuen Anfang, wir müssen miteinander reden, ein neuer Gesellschaftsvertrag muss her, Dialog statt Konfrontation usw. usw.“

Klingt ein wenig nach „Wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.“ Ich will das nicht schlecht machen doch da gibt es mehrere Fragen. Warum wurden diese Instrumente nicht vor dem Agrarpaket genutzt? Warum wurden die Ausarbeitungen des Praktikernetzwerk bisher nicht praktische Politik umgesetzt? Warum werden die Ergebnisse nicht öffentlich gemacht, so wie beim Wissenschaftlichen Beirat? Wer soll an diesem Runden Tisch für die Landwirte sitzen? Der DBV mit Herrn Rukwied? Oder auch Vertreter der jungen Wilden? (die auch älter sein können) Wie viele Sitze bekommen die Umweltverbände? Wenn es nach mir geht, keinen einzigen, denn die Erfüllung all ihrer Wünsche würde deren Geschäftsmodell ad absurdum führen. Und das können sie nicht wollen. Ohnehin sind die immer gut im Fordern und Blockieren. Fast so wie der DBV. Über den haben wir auch gesprochen, aber das lass ich jetzt hier mal weg. Ich soll mich ja nicht aufregen.

Wer moderiert eine solche Veranstaltung? Diese Person muss unabhängig und von allen Parteien anerkannt sein. Kennt ihr da jemanden? Und bevor man so was startet und Erwartungen weckt:  kann ein solches Format wirklich Erfolg haben? Schlichtungsversuche im Bereich der Tierhaltung haben ja bewiesen, dass ja der Tierschutzbund schon mal ein Dialogforum verlassen hat. Weil es ihm nicht in den Kram passte.  Warum sollte das jetzt anders sein? Wer unbedingt an einen solchen Runden Tischgehört, sind die Vorstände von EDEKA, REWE, Aldi und Lidl. Wenn sich der Lebensmitteleinzelhandel wieder einmal aus der Verantwortung zieht, können sich alle anderen abstrampeln wie sie wollen. Der Lebensmittelhandel ist schließlich die Drehscheibe zwischen Bauern und Verbrauchern und hat die Hebel der Macht in der Hand. Und Macht heißt Geld. Nicht umsonst sind die Familien Schwarz und Albrecht mit die reichsten Europas.

Wenn Beschlüsse gemacht werden, wer kontrolliert deren Einhaltung? Wie wird eine Nicht-Einhaltung sanktioniert? Das alles muss klar sein, bevor man einen solchen Runden Tisch einberuft. Sonst heißt es am Ende nur wieder: Gut, dass wir mal miteinander gesprochen haben. Aber es ändert sich nichts.

Zurück zum Agrarpaket und Frau Klöckner: Was ich über das Insektenschutzprogramm erfahre habe, ist, dass es einen Rahmen darstellt, keine Beschlüsse. Jetzt wird das BMU daraus Gesetzestexte erstellen, die dann zur Anhörung in den Bundestag kommen. Wenn dann im Bundestag Abgeordnete mit abstimmen, die sich bisher mit Rente, Verkehr oder Sozialem beschäftigt haben, wissen die bisher vom Agrarpaket nichts oder nur wenig.

Neue Aktion: #grünes Agrarpaket

Damit das anders wird und möglichst viele Abgeordnete sich mit dem Thema befassen, schicken wir Landwirte ihnen ab sofort ein „Grünes Agrarpaket“. Das kann jeder von zuhause aus machen, und ist ganz einfach.

Ich habe Anfang Oktober schon darüber berichtet: https://www.bauerwilli.com/gruenes-agrarpaket-was-einer-alleine-nicht-schafft/

Und Bernhard Barkmann aktuell: https://blogagrar.de/politik/gruenes-agrarpaket/

Also: Karton holen, Kartoffeln, Möhren oder Äpfel hinein und ein Brief mit der Bitte um Stellungnahme. Vorlagen sind im ersten Link zu finden.

Und zur Agritechnica haben wir @Graswurzler auch wieder eine Idee.  Es geht weiter.

Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele

Euer Bauer Willi

P.S.: Nur mal eine Frage aus eigenem Interesse: meint ihr, das Gespräch hat sich gelohnt?

 

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153 Kommentare

  1. Tabea Hirschler sagt

    …warum Mittel des Dialogs nicht vorher genutzt werden: Weil es so typisch Deutsch ist, den Dialog zu vermeiden. Lieber Schützengräben und seinen eigenen Tellerrand, als auf einander zuzugehen. Weil es eine Haltung aus Ängsten und Verunsicherung ist…

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    • Obstbäuerin sagt

      Es gab genügend Angebote zur Diskussion. Das Problem ist doch eher, dass uns keiner zuhört, Frau Hirschler.

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      • firedragon sagt

        Das mit dem Zuhören ist so eine Sache.

        Es sind viele Betriebe, die gerne zu verschiedenen Themen von diversen Medien aufgesucht werden.
        Der Landwirt nimmt sich stundenlang Zeit und erklärt, das ausgestrahlte Ergebnis ist zu oft sehr dünn.
        Das die LW nicht zum Dialog beitragen will, stimmt absolut nicht.

        In einem Gespräch hat mir eine Dame gesagt, wenn man die Landwirte reden hört, wollen die am Spritzmittel festhalten und keinen Naturschutz.
        Darauf hin erklärte ich ihr, dass jeder Landwirt die Zusammenhänge lang und breit erklärt.
        Was dann allerdings über den Äther ausgestrahlt wird hat mit den stundenlangen Gesprächen nichts mehr zu tun.
        Nach unserem Gespräch hat sie dann den Hintergrund der Grünen Kreuze verstanden.
        Sie fragte mich, warum wir denn auf den Festen in unserer Region nicht mit Infoständen „werben“.
        Eigentlich eine gar nicht so schlechte Idee, nur leider bin ich für so etwas nicht geeignet.

        1+
        • Ja, kommt drauf an, wie der Journalist und Nichtlandwirt das versteht und wie er es veröffentlich.

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          • firedragon sagt

            Inga,

            jeder Landwirt kann einem Nichtlandwirt seine eigen Arbeitsweise und die jeweiligen Zusamemnhänge durchaus verständlich erklären (aus eigener Erfahrung: sogar Kindergartenkindern!)
            Medienmenschen haben auch Tonträger dabei und nehmen Gespräche auf. Der ein oder andere schreibt sogar mit.

            Es liegt einzig und allein an der Veröffentlichung.

            3+
            • Brötchen sagt

              Die Agenda ist vorgegeben!
              Man lese einschlägige Schilderungen aktuell zu Relotius bei den neurechten Medien, selbst wenn man nur 10 % glaubt ist das schon heftig.
              Die Menschen sind so veranlagt, das sie gern ihre Meinung einbauen. Objektiv zu urteilen und neben sich zu treten, ist selbst mit gutem Vorsatz, nicht immer einfach!
              Zudem muss man ja noch einen sehr guten Wissenstand haben, um das überhaupt zu können. Theoretisch und in der Praxis überprüft! Das können selbst gestandene Wissenschaftler nicht immer. Früher gab es solche „Überblickskönner“ noch mehr, heute sind die meines Erachtens sehr rar. „Fachidioten“ sind teilweise auch systembedingt.

              2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Vor 2 Jahren gab es eine neue Biotopkartierung,
      kein Grundstückseigentümer wurde gefragt, auch eine Widerspruchsfrist gab es nicht.

      Jetzt frage ich mich, wer die Schützengräben ausgräbt.

      Wer sich jetzt noch wundert warum Bauern die Schautze voll hat von den Behörden, dem ist nicht zu helfen.

      1+
    • Ich gehörte zur Gattung der Umweltschützer und möchte gerne zuhören und auch gehört werden. Dialog ist wichtig, weil wir mehr Gemeinsamkeiten haben als Sie denken. Bei folgendem Satz ist mir mein positiver Vorsatz aber im Hals stecken geblieben: „Die Insekten (in Krefeld) fehlen, weil es Naturschutzgebiet wurde“. Sorry, das ist Unsinn und diskreditert Sie und Ihr Anliegen. .. ich nehme an, für diese Behauptung gibt es keine Studie. Nach dem Satz kann ich Ihnen eigentlich nichts mehr abnehmen was Sie schreiben.. Auch in meiner Heimat gibt es viel weniger Insekten. Eigentlich gar keine Käfer mehr. Es ist kein Naturschutzgebiet, daran kann es also nicht liegen… Aber es ist ein Obstbaugebiet. Ist aber sicher nur Zufall

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      • Bauer Willi sagt

        @Herr Schättle
        „Ihre Aussage ist Unsinn“. Das ist Ihr Einstieg in den Dialog? Vielleicht lesen Sie diesen (und andere Artikel) zum Thema:
        https://www.bauerwilli.com/weniger-insektenmasse-aber-mehr-vielfalt-gut-so/
        Wenn Sie oben rechts in die Suchzeile zum Beispiel „Insekten“ eingeben, werden Sie feststellen, dass hier das Thema sehr umfassend bearbeitet wird.
        „In Ihrer Heimat gibt es gar keine Käfer mehr“…“weil es Obstbaugebiet ist“. Meinen Sie nicht, dass Sie etwas arg übertreiben?

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Herr Schättle, von Krefeld wissen wir, dass die Insektenmasse der Fluginsekten stark zurückgegangen sind, bei Ihnen nahe einem Obstanbaugebiet scheint es auch so zu sein und bei uns innerhalb eines Obstanbaugebietes (konventionell) ist genau das Gegenteil der Fall. Worauf könnte das Ihrer Meinung nach, zurückzuführen sein?

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      • Thomas Apfel sagt

        Auf welche Heimat und welche Untersuchungen bezieht sich Ihre Beobachtung? Im Bodenseegebiet, dem am dichtesten von Obst- und Weinbau „besiedelten“ Gebiet Deutschlands attestieren die aktuellen Untersuchungen dem Obstbau eine sehr hohe Insektenvielfalt.

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          • firedragon sagt

            Hallo Herr Schättle,

            würden Sie bei folgenden Aussagen zustimmen?
            Insektiziede heute sind insektenfreundlicher als vor 20-30 Jahren.
            Die Ausbringtechnik ist heute wesentlich genauer, als damals.
            Früher gab es (gefühlt) mehr Insekten als heute.

            Wenn Sie den „Umweltsünder Landwirt“ mal komplett aus Ihren Gedanken streichen, welche Möglichkeiten kommen dann ausserdem in Betracht, welche für Insektenschwund „verantwortlich“ sind?

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            • firedragon sagt

              Herr Schättle,

              eine Denkstütze :
              Was hatte alles eine Mehrung und was hatte eine Verringerung innerhalb der letzten 20 bis 30 Jahre?

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              • Reinhard Seevers sagt

                Evtl. vielleicht, angenommen…..könnten ja auch die Arsenhaltige Rotschlammdeponie in Bützflethermoor, oder DOW – Chemical, oder die im Umkreis von 100km vorh. 3 Kernkraftwerke eine Mitschuld haben…nur evtl., vielleicht…
                oder die ständig vorbeifahrenden Dreckschläudern von Conatinerschiffen und Kreuzfahrtschiffen…achnee, es ist bestimmt die Landwirtschaft.

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                • firedragon sagt

                  Herr Seevers,
                  sind wir uns einig und streichen „evtl, vielleicht, angenommen und könnte“.

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        • Schmeckt gut sagt

          Herr Schättle. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen in dem Gebiet. Diese besagen, dass zwar nicht alles optimal läuft, aber vieles in den letzten Jahren deutlich verbessert wurde. Und eines ist bemerkenswert: Ihre Aussage, dass in dem Gebiet keine Käfer vorkommen ist falsch. Die Studie besagen das genaue Gegenteil. Eine immer bessere Beratung und die darauf aufbauende Betriebsführung hat in den letzten Jahrzehnten zu Anbaustrategien geführt, die hohe Populationsdichten zulassen – ohne existenzbedrohende Schäden. Auch sehr seltene Arten werden und wurden gefunden.

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          • franz schättle sagt

            Guten Abend, Ich habe nicht die Möglichkeit auf Studien zurückzugriefen. Wie auch in der Regel alle Landwirte. Ich kann nur persönlich meine Umgebung beobachten und hier kann ich einen Rückgang von Insekten bis Verschwinden von Käfern subjektiv feststellen. Ich bin mir sicher, dass Landwirtschaftstechnik verbesert wurde und chemische Mittel besser wurden. Aber in diesen Jahrzenten wurden doch auch viel anderes Verändert. Es gibt keine Heuwirtschaft mehr, die am Ende des Sommers Heu machte. Es wird mit anderer Mähtechnik sieben mal gemäht, lange bevor der natrliche Zyklus stattgefunden hat! Flächen wurden für Maschinen optimiert Hecken, Bachläufe und alles was da so „unordnentlich“ war beseitigt. Bewirtschaftet wird bis zum letzten Meter. Ecotone werden ignoriert, Pflanzenschutz ist nicht mehr so stumpf wie DDT oder Arsen. Aber Doch nicht weniger Insektizid! Das Zeug wirkt halt auch. Das Düngen über alle Grenzwerte hinweg bleibt nicht ohne Folge. Ich gönne Ihnen allen einen mehr als tolles Leben und gute Preise für ihre Produkte. Der Auftrag der Gesellschaft an Sie muss sein: Sehr gute Lebensmittel auf Basis einer intakten Natur mit vollständiger Erhaltung aller Arten. Und das gesichert für kommende Generationen. Sie gleichzeitig einem Preisregime des Marktes auszusetzen (das nur auf Basis kurzfristiger Umweltzerstörung zustande kommen kann) ist nicht fair! Aber dann bitte wenden Sie sich nicht gegen die Grenzwerte und die notwenidgen Maünahmen. Setzen Sie sich für eine Veränderung der Subventionen und der Marktmechanismen ein. Naturschützer wären ihre besseren Verübndeten als BASF, BAYER und co. Naturschützer wollen nicht Ihr Geld…

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            • Thomas Apfel sagt

              Erstens wollen die Naturschützer vor Ort vielleicht unser Geld nicht, die Zentralen der großen Organisationen aber durchaus.
              Zweitens interessiert sich im Grunde weder in der Wissenschaft noch in der Gesellschaft Irgendjemand für DIE Insekten. Das genau ist auch der Grund, dass medial Niemand wissen will, was wir Bauern (die täglich draußen sind sehen, zählen und beobachten) an Insekten finden, sehen beobachten.
              Die Insekten und vor allem der extrem schlechte Kenntnisstand über die reale Gesamtzusammensetzung und Dichte von Insekten in verschiedenen Umweltbereichen öffnet Tür und Tor für alle Art von Spekulationen. Ich erlebe das Geschrei der Bürger, in ihren Gärten sei kein Schmetterling und kein Käfer mehr, während 100 m weiter bei mir im Saumbiotop meiner konventionellen Äcker die seltensten Arten gefunden werden, wenn denn Jemand mal genauer nachschaut. Wenn den Leuten die Maikäfer, Schmetterlinge und Bienchen nicht beim Kaffee trinken an die Birne fliegen, sind sie halt nicht da!!

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              • Brötchen sagt

                Und es gibt ja kaum naturnahe Gärten oder Grundstücke, das ist alles glattgebügelt, planiert und gepflastert.
                Das ist alles blanke Heuchelei.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Sind eigentlich die Insekten in USA und Kanada schon seit Jahrzehnten ausgestorben? Nichts davon gehört, obwohl da seit über 100Jahren Getreide in Monokulturen, ausgeräumten Landschaften und mit Hilfe von Insektiziden angebaut wird…..Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass das Insektensterben in einer der kleinstrukturiertesten Agrarlandschaften des Planeten den Anfang genommen hat und sich am stärksten auswirkt….auch in den Köpfen der Bewohner. Evtl. hat das ganze immer noch seinen Ursprung in der Blut- und Bodendenke einer Epoche, die sowohl die Naturkultur als auch den Bauernstand als Ideal des Planeten hinstellte. Hab da so ein ungutes Gefühl…..

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard der Ehrlichkeit halber muss man zur USA und besonders Kanada sagen, die sind extrem dünn besiedelt und haben riesige Nationalparks. Ich war noch nicht da, aber so stelle ich mir das vor.

                  Um die Natur zu verstehen, muss man sich auch viel in der Natur aufhalten und sich den Elementen aussetzen.
                  Wer macht das schon?
                  Die meisten Menschen haben mit Natur nichts am Hut und wissen auch extrem wenig.
                  Sie stellen das anders dar bzw. bilden sich das ein.

                  Ich merke das jetzt, wo ich durch mein Viehzeug viel mit Raubzeug zu tun habe, man beobachtet ganz anders und lernt Spuren lesen und auch Verhalten der Tiere zu deuten.

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                • firedragon sagt

                  Guten Morgen Brötchen,

                  wir waren schon in CAN,wg. evtl. betrieblichen. Neuorientierung.
                  Ist überhaupt nicht mit D vergleichbar, ganz andere Welt.

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            • firedragon sagt

              Guten Morgen Herr Schättle,
              eigentlich hatte ich Sie gebeten, auf andere Störfaktoren zu achten.
              Nun ja… machen Sie nicht und zu viele andere auch nicht. Okay.

              Herr Schättle, die grünen Kreuze stehen auch für praktikabel umsetzbaren und vor allem finanzierten Umweltschutz.
              Ja, wir fordern das von der Politik, bisher mit mäßigem Erfolg.

              Einfach erklärt : ein Betrieb muss für Umweltschutz bezahlt werden, wenn er dafür Flächen aus der Bewirtschaftung rausnimmt.
              Wird Umweltschutz zum Nulltarif gefordert, ist die Existenz des Betriebs gefährdet.

              Vielleicht können Sie mit dem Landwirt ins Gespräch kommen, der Ihrer Meinung nach zu viel und zu oft mäht.

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  2. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, jetzt müsst ihr mich einmal aufklären, wer ist um himmels willen ,Uwe Bartels. Sonst kann ich mich zu diesen Meinungen nicht äußern.

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    • Arnold Krämer sagt

      Kann man alles bei Wikipedia nachlesen.
      Interessant in der Tat bei ihm der Wechsel auf die Lobbyposition. Da kämpft der „Rote“ für die ehemals „schwarze“ Agrar-Region Südoldenburg. Diese sehr reiche, ländliche Region hat auch am meisten zu verlieren, wenn man die Wünsche und Forderungen von NGO`s, Parteien und „der“ Gesellschaft in Gänze umsetzt.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Dieser Region und ihrer rücksichtslosen Übernutzung Ausbeutung der natürlichen Ressourcen haben es die allermeisten anderen Regionen zu verdanken, dass die „Wünsche und Forderungen von NGO`s, Parteien und „der“ Gesellschaft“ überhaupt erst aufgekommen sind. Jahrzentelang wurden die offenkundigen Fehlentwicklungen ignoriert, geleugnet und bagatellisiert. Und auch jetzt noch versucht die Ernährungsindustrie der Intensivregion, mit Hilfe von Lobbyisten wie Bartels den Status quo möglichst zu erhalten und nimmt dabei alle anderen Landwirte in Mithaftung. Und das wissen Sie auch ganz genau, Herr Krämer! Schließlich kommt ja von Ihnen die Forderung, mit Hilfe einer Reset-Taste die ganze (Fehl-)entwicklung rückgängig zu machen.

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        • Arnold Krämer sagt

          Herr Ilchmann, in der Analyse liegen wir nicht weit auseinander, eher in den geforderten Konsequenzen.
          Die Menschen sind wie sie sind, fleißig oder faul, schnell oder langsam, eifrig oder träge, gierig oder bescheiden. Und das gilt nicht nur für die Menschen in Süd-Oldenburg, Ostfriesland, dem Emsland oder für Menschen in China oder Russland, die als heute erfolgreiche Unternehmer auch jahrzehntelange Indoktrination “überstanden“ haben.
          In der Vergangenheit sind für die deutsche Landwirtschaft oft falsche oder unzureichende Grenzen bzw. Leitplanken gesetzt worden, in denen sich die Landwirte bewegen konnten. Deshalb sind in erster Linie nicht die Menschen in den Regionen sondern vor allem die Politiker und die Verwaltungen verantwortlich zu machen.
          Wie ist denn sonst zu erklären, dass z.B. das Baurecht jahrzehntelang nicht angemessen verändert wurde, oder dass in viehstarken Regionen ab 2003 insbesondere auch im Kreis Cloppenburg so viele Biogasanlagen gebaut wurden. Alle Parteien bis hin zu den Grünen haben sich da nicht mit Ruhm bekleckert.
          Heute versucht man mit immer detaillierteren Einzelregelungen, (z. B. aktualisierte Düngeverordnung, BImschG, TA Luft) die skizzierten Fehlentwicklungen rückgängig zu machen oder einzudämmen und verursacht damit viel Bürokratie, hohe Kosten, noch mehr Verdrängungswettbewerb und überforderte, frustrierte Landwirte.
          Dabei sind die eingesetzten Instrumente alles andere als zielgenau.

          3+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Herr Krämer, ich gebe Ihnen recht, Verantwortung für die Fehlentwicklungen trägt nicht in erster Linie der einzelne Landwirt, sondern die Politik aller Parteien, die über Jahrzehnte falsche Vorgaben gemacht hat, denen die Landwirte gefolgt sind.
            Ich bin ebenfalls mit Ihnen einig, dass nur die Verschärfung des Ordnungsrechts die Probleme nicht lösen wird, sondern zunächst mal zu einem schärferen Verdrängungswettbewerb führt. Dabei sind ausgerechnet die Betriebe, die noch eher an gesellschaftlichen Wünschen orientiert wirtschaften, die Verlierer.
            Wie kann man gegensteuern? Da wäre zunächst einmal die nicht zu unterschätzende Wirkung einer ganz anderen Verteilung der EU-Direktzahlungen. Diese müssen nicht mehr einheitlich pro ha ausgezahlt werden, sondern qualifiziert und differenziert, je nachdem, was für Leistungen für Klima-, Grundwasser-, Umwelt-, Landschafts- und Artenschutz mit der Bewirtschaftungsweise erbracht werden. Dazu hat die AbL ein Punktesystem zur anstehenden GAP-Reform erbracht. Dann muss der anstehende Umbau der Tierhaltung genutzt werden, um gleichzeitig die Tierzahlen zu senken. Und darüber hinaus muss – leider – auch über Herauskaufaktionen von Stallkapazitäten nachgedacht werden, nach niederländischem Vorbild. Das ist die einzige rechtssichere Möglichkeit, die Tierzahlen relativ schnell zu reduzieren.

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            • Arnold Krämer sagt

              Sie kennen meinen Artikel in denDLG-Mitteilungen vom Dezember 2018?
              Wenn nicht, dort finden Sie mein agrarpolitisches (Teil-) Glaubensbekenntnis.

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            • Obstbäuerin sagt

              Sehr geehrter Herr Niemann, in Ihrem Punktesystem wurde die Nahrungsmittelsicherheit vollkommen außen vor gelassen. An erster Stelle sollte die Erzeugung von Nahrungsmitteln stehen und dafür auch die meisten Punkte geben.

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                • Ottmar Ilchmann sagt

                  Hallo Obstbäuerin, da haben Sie recht, und deshalb beinhaltet das AbL-Punktesystem natürlich durchaus den Punkt Erzeugung von Lebensmitteln, und dafür gibt es auch eine positive Bewertung.

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              • Schmeckt gut sagt

                Jap, können sie aber ruhig an Herrn Niemann mitadressiert stehen lassen 😉 . Die zu erwartenden Verschärfungen beinhalten ja neben den Umweltaspekten mit Extensivierung auch kaum zu erfüllende Anforderungen bei den Qualitätsparametern (Schädlingsfreiheit (Pilze und Insekten), Pflanzengesundheit (bei Saat- und Pflanzgut), verschärfte RHG auch bei Bioziden (was besonders die Biobranche belastet). Viele Regeln hebeln sich gegenseitig aus. Der Bauer aber steht im Drehpunkt und wird zerquetscht (bildlich gesprochen). Für die Frage von Herrn Ilchmann bin ich hierbei dankbar: Wie kann man gegensteuern? Meine Meinung: Nur indem wir uns alle zusammenreißen.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Uuups, vielleicht zu reißerisch formuliert 😉 .
                  Meinte zusammen arbeiten.

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  3. Ein anderer Willi sagt

    Ich meine Ihr Gespräch mit Frau Klöckner hat 100 mal mehr gebracht, auch gerade zu diesem Zeitpunkt, als wenn sich Frau Ministerin auf der Demo gezeigt hätte und von ein paar tausend Leuten sich hätte aus-buhen und – pfeifen lassen. Dort hätte sie vielleicht anschließend widerwillig ein paar nichtssagende Sätze gesagt und nichts mitgenommen und verstanden.

    6+
  4. Bennet Jäger sagt

    Da hatt sich jemand an den Ruhm verkauft, statt für die Bauern zu kämpfen, redet er nur noch darüber, welche Prominenten er getroffen hat. Schade, aber wir werden unsere Kämpfe auch ohne ihn ausfechten und gewinnen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bevor man schreibt, sollte man sich die Sinnhaftigkeit überprüfen,
      ob und wie weit es der Sache hilft.

      3+
  5. Friedrich sagt

    Da der Geist von bauerwilli über den Bauern kreist , war es Frau Klöckner doch hoch willkommen das Gespräch mit unserem Willi zu führen , als sich in Bonn der Unfähigkeit auszusetzen. Die Berliner haben sowieso den Schuß noch nicht gehört , deshalb müßen wir vor Weihnachten noch einmal eine Demo abhalten und wenn dann noch nötig im Januar und Februar noch einmal. Die Dummheit der Berliner Regierung wird hier einmal wieder bestätigt , daß es überhaupt kein Gespür für die Wirtschaftenden in diesem Lande gibt. Unsere Merkelregierung hat jeden Tag 2 Mrd. , also bis jetzt 10 Billionen Euro Wirtschaftsvermögen in den Sand gesetzt. Das haben gestandene Volkswirtschaftler ausgerechnet. Eine Kanzlerein die von Ökonomie nichts versteht , wird uns auch nicht helfen , wenn sie unsere Sache zur Chefsache macht , denn alles was diese Frau zur Chefsache gemacht hat , ging den Bach runter. Für alle Wirtschaftenden in diesem Lande , wäre es am Besten , wenn diese Regierung durch eine wirtschaftlich und sachorientierte Regierung ersetzt würde. Eine Regierung die sich mit lauter kostenträchtigen Unwichtigkeiten beschäftigt kann für unser Land nichts Gutes erwarten lassen. Nicht nur Bauern werden vergessen , sondern auch die ganzen Kleinverdiener . Das alles kann für unser Land nur in einer Katastrophe enden. – Willi , wir müßen weiter kämpfen !!

    12+
  6. Christian aus Nds sagt

    Moin Willi
    Ich finde es gut und auch angemessen in die Beregnung mit Respekt zu gehen. Respektlosigkeit schaukelt die sowieso festgefahrene Situation nur noch mehr auf. Was wir meiner Meinung nach brauchen ist eine neue Ehrlichkeit die der Dbv nicht mehr bringen kann, weil die oberen Köpfe verbraucht sind.
    Gerade in Sachen Nitrat hat sich der Dbv nicht mit Ruhm bekleckert, man hat jahrelang totgeschwiegen das mit einer Biogasanlage in Viehhaltungregionen die Flächen für den Bga Mais zusätzlich zum Gärrest noch als Flächennachweis für Hähnchenmist oder Gülle nutzt. Außerdem waren auch die Kommunen gut zufrieden wenn man den Klärschlamm noch zusätzlich zur Gülle auf den Feldern verteilt hat, was auch nicht immer gute Fachliche Praxis war. So sind wir als gesamte Landwirtschaft in den Verruf gekommen Gewässerverpester zu sein.
    So unrepräsentativ das Messnetz doch ist, so hat es doch den Trend wieder gegeben der da war.
    Rote Gebiete sind eher politisch entstanden auf leichten Böden die eher zur Nitratverlagerung neigen.
    Ich schreibe diese Sache hier weil sie in der breiten Politik weiterhin totgeschwiegen werden soll. Da die Grüne nicht die Verantwortung für falsche „Leitplanken“ und die Cdu und der Dbv nicht die Verantwortung fürs totschweigen übernehmen wollen.

    2+
  7. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Das einzige, was man Bauer Willi wohl vorwerfen darf ist, dass er unmittelbar nach seinem noch sehr frischen persönlichen Warnschuss sein gesundheitliches Augenmerk erst mal wieder risikobereit „weggeblinselt“ hat und dabei nicht hinreichend bedachte, welcher Shitstorm ihn bezüglich der Terminkollisionen im Nachgang ereilen könnte. Die heute wenig hinterfragten Respektlosigkeiten des Internets nehmen erfahrungsgemäß leider kaum Rücksicht auf persönliche Belange, infolgedessen realisiert man dort wohl auch nicht immer sofort, dass die Bauern aktuell ihre ganz individuellen Einzelkämpferqualitäten sinnvoll vernetzen sollten, um die größtmögliche Effizienz in der Sache überhaupt erreichen zu können. – Endlich ein bunter Reigen an Fähigkeiten im Sinne von „EINER FÜR ALLE“ hoffentlich!!!

    Warum unterscheiden/spalten nun einige genau nach dem Schema, wie es nahezu 80 Mio. „Bauern auf Zeit“ von uns ohnehin erwarten: PS-Stärken versus Eloquenz!?

    Ich jedenfalls wünschte mir Bauern sämtlicher PS-Klassen, BIO- und konventionelle Betriebe , ausgestattet allesamt vor allen Dingen aber in erster Linie mit ganz viel Grips! Nur so können wir unsere Zukunft gestalten.

    Denkt darüber nach! – Neid wäre auf jedenfalls unser schlechtester Ratgeber!

    17+
    • Obstbäuerin sagt

      Neid ist in diesem Fall nicht die richtige Umschreibung, u. Wurzelwicht. Gemeinsam mit den NGO versuchen die Bioverbände den konventionellen Betrieben die Produktionsgrundlagen soweit zu entziehen oder die Auflagen zu erhöhen, dass sich die Produktion enorm verteuert und der Preisunterschied kaum noch eine Rolle spielt. Gleichzeitig sollen die EU-Gelder verstärkt in den Bio-Sektor fließen. Ich will dem einzelnen Bio-Bauern da gar keine Schuld geben aber profitieren werden sie von der gegenwärtigen Entwicklung. Dagegen werden von den konventionellen Bauern viele mit den erschwerten Bedingungen nicht mehr klar kommen. Und das alles, um Insekten zu retten, von denen man nicht einmal weiß, wieviele jemals vorhanden waren und jetzt prozentual davon ausgehend noch vorhanden sind. Zu den Nitratwerten muss man nichts mehr sagen.

      4+
  8. bauerhans sagt

    laut NW hat J.Klöckner zusammen mit vertretern der bundesländer kritik an der lebensmittelkontrolle geübt,weil es insbesondere den wurstskandal und die milchrückrufaktion gab.
    und was macht mein landkreis:die bauern werden kontrolliert!

    2+
  9. Walter Parthon sagt

    Wer denkt innerhalb der EU gelten gleiche Standards für Lebensmittel und insbesondere deren Erzeugung (Stichwort Tierwohl und Pflanzenschutzmittel) täuscht sich leider.
    Es gibt nicht selten eklatante Abweichungen und das ist offensichtlich auch so gewollt. Gleicher Markt mit gleichen Preisen? – ja gerne. Produktion zu gleichen Regeln und Preisen? -bloß nicht!
    Das sagen zumindest CDU/CSU, SPD, die Linken, die Grünen und Fraktionslose.
    Auf einen Antrag für fachlich Fundierte und EU weit einheitlich Regeln stimmten diese geschlossen mit nein!
    Insbesondere die Grünen machen mich fassungslos. Insektenschutz? Tierwohl? Alles Bio? In Deutschland ja, aber lasst doch die anderen in Frieden? Das ausgerechnet die AfD neben der FDP als einzige Partei für fachlich fundierte Regeln ist, ist doch bezeichnend.

    7+
    • firedragon sagt

      Ja Herr Parthon,

      als ich von dem Abstimmungsergebnis gehört habe, bin ich auch „vom Glauben abgefallen“.

      1+
    • Thomas Apfel sagt

      Es scheint da so eine Vereinbarung zu geben: Wir (Deutsche Autoindustrie z,B.) investieren bei euch (Osteuropäische EU Staaten z.B.). Ihr bekommt dadurch Industriearbeitsplätze und ihr kooperiert in dem ihr uns bevorzugt und Störungen abwehrt. Dafür öffnen wir unsere Märkte für eure Agrarprodukte und bremsen unsere heimische Produktion aus. Soweit, so bekannt. Dass unsere national gewählten Parteien aber in ihrem Abstimmungsverhalten einheitliche Standards für die Landwirtschaft in der gesamten EU nahezu unisono ablehnen, zeigt eigentlich wie aussichtslos und bedeutungslos die Lage der deutschen konventionellen Landwirtschaft in diesem Konstrukt ist. Deshalb werden wir dem Anliegen von Politik (Industrieinteressen) und „Gesellschaft“ (Bio-Wirtschaftsverbands- und Angstindustrieinteressen) folgen müssen. Wir sollten uns nur nicht alles diktieren lassen. Wie auch schon in der Vergangenheit mit Zwangsstilllegungen, soll die deutsche Landwirtschaftliche Produktion über Zwangs ÖVF um 15 bis 20 % reduziert werden. Das werden wir nicht verhindern können, wir müssen nur für eine entsprechende Kompensation der Ertragsausfälle kämpfen. Das wichtigste Themenfeld ist die zusätzlich von Angstindustrie und Öko-Verbänden angestrebte (nicht Erlösausfall kompensierte) Extensivierung in den verbleibenden Produktionsflächen der modernen Landwirtschaft. Das ist genau das Feld, auf dem für gleiche Standards und Bedingungen in ganz Europa gekämpft werden muss. Wenn man der modernen Landwirtschaft alle Möglichkeiten der sinnvollen Intensivierung nimmt, aber gleichzeitig die Intensivierung der Öko-Landwirtschaft fördert wird kurz bis mittelfristig sowohl der Öko-Markt, als auch die moderne Landwirtschaft als solche zusammenbrechen. Das ist auch genau die Schnittstelle für gemeinsames Vorgehen mit unseren Bio-Kollegen, denn merke: Die Interessen des BÖLW sind nicht deckungsgleich mit den Interessen der Bio Bauern (Urproduzenten).
      Der Bio Handel möchte seine Marktanteile auf Kosten der Erzeugererlöse ausbauen. Die EU Mittel aus der GAP sollen in möglichst großem Umfang in die Bio-Betriebe umgeleitet werden um den zu erwartenden Preisverfall zu kompensieren. Hier sollten auch unsere Bio-Kollegen erkennen, dass das nicht in ihrem Interesse ist. Wir sollten uns daher gemeinsam dafür einsetzen, dass Umwelt und Artenschutzanliegen über ÖVF bezogene GAP Umgestaltung sinnvoll ist, nicht aber ungleiche Förderung auf Produktionsflächen bezogen. Die Preise am Markt müssen ausdifferenziert bleiben und Bio darf nicht künstlich verbilligt werden, auch im Interesse der landwirtschaftlichen Bio Erzeugerbetriebe.

      5+
      • sonnenblume sagt

        Das Abstimmungsergebnis war ja eine klare Absage an unsere konvi. Landwirtschaft und ich bin mir sicher, dass die Politik, und damit sind alle Parteien gemeint, jegliche Veränderungen die sie für dei konv. Landwirtschaft planen und auch dursetzen werden, zum Nulltarif umsetzen wollen. Was gleiche Standarts in Europa betrifft, wird Deutschland sich vornehm zurück halten. Warum sollte man die Nachbarn mit, für unsere Regierung unwichtigen Problemen, verärgern. Es gibt sicher andere Bereiche in denen ihr eine gute Zusammenarbeit wichtiger ist. Ob es überhaupt einen Gewinner bei den Erzeugern geben wird, dass bleibt abzuwarten.

        1+
        • Brötchen sagt

          Theoretisch gibt es gleiche Mindeststandards, eine Verschärfung kann wohl jedes Mitgliedsland vornehmen. Die Mindeststandards wählen nicht demokratisch gewählte Gremien. Die letzte Eu Wahl war eine Farce, weil Spitzenkandidaten dann plötzlich ausgetauscht wurden.
          Kommt auch bei Landtagswahlen vor das gewählte Abgeordnete plötzlich die Partei wechseln. Meines Erachtens müssten die sich neu wählen lassen.

          1+
  10. Herbert sagt

    Hallo Bauer Willi!
    Das Du das Gespräch geführt hast: Richtig!
    Ob es sich gelohnt hat: Ja.
    Ob es was gebracht hat: Nein nicht wirklich.
    Trotzdem hättest Du dir lieber einen Anderen Termin suchen sollen, damit Du an einem solch historischen Tag bei Deiner Truppe gewesen wärst.
    Mach weiter so, trotz vieler junger Indianer brauchen wir Deine Erfahrungen!

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Der Termin wurde mir lange vor der Existenz von „Land schafft Verbindung“ genannt. Frau Klöckner hat mich eingeladen. Aber das habe ich jetzt schon mindestens 100 mal geschrieben, es scheint keiner zu lesen oder verstehen zu wollen. Nichts für ungut, schreibe ich es halt noch mal.

      6+
      • firedragon sagt

        Guten Abend Herr Dr. Kremer-Schillings,

        es sind nur einige wenige, die wohl nicht richtig zuhören.

        Heute war ein schöner Tag … ich gebe Ihnen noch etwas zum Schmunzeln

        „Der schlimmste Taube ist der, der nicht hören will“
        (chin.Sprichwort)

        Ich wünsche Ihnen einen schönen und entspannten Abend, Sie haben alles richtig gemacht. Danke !

        Gruß
        firedragon

        12+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Willi, lass dich doch nicht so provozieren, natürlich haben das viele verstanden und begrüssen deine Entscheidung. So eine seltene Gelegenheit die nicht alltäglich ist musstes du im Sinne unsere Sache nutzen. Wer von den vielen schlauen Blogern im Netz hätte denn den Arsch in der Hose gehabt, sich bis zur Ministerin vorzu kämpfen???

        11+
      • Christian sagt

        Es ist leider so eine marotte geworden dass man nur noch Überschriften oder Schlagworte ließt, deswegen kommt immer das gleiche… Reg dich nicht auf und mach bitte weiter so. Der 22 war einmal, du bist immer am rennen.

        0
    • Ferkelhebamme sagt

      Herbert, Frau Klöckner hätte den Termin umlegen müssen, als sie von den bevorstehenden Protesten erfahren hat. Hätte Willi abgesagt, hätte er wohl einen neuen Termin bekommen?
      Außerdem hilft hätte, hätte uns nicht weiter, wir müssen nach vorne schauen und ich bin sehr froh, dass Willi nach der üblen Schelte aus den eigenen Reihen nicht aufgibt. Zu verstehen wäre es gewesen!

      4+
        • Ferkelhebamme sagt

          Na Hauptsache du bezahlst deine Ferkel auch entsprechend. Nachdem die Mäster die letzten zwei Jahre auf Kosten ihrer Ferkelerzeuger gelebt haben.

          2+
          • Arnold Krämer sagt

            In Wertschöpfungsketten wird ökonomischer Druck in der Regel immer nach unten durchgereicht. In der Schweinefleischerzeugung führt das dazu, dass die Mäster bei niedrigen Erlösen oder Erlösaussichten die Nachfrage reduzieren, was dann Preisdruck beim unelastisch produzierenden Sauenhalter auslöst.
            Die Margen der Schweinefleischerzeugung sind so eng, dass in den letzten 25 Jahren nach unseren BZA-Auswertungen im Emsland nur zwei bis dreimal sowohl der durchschnittliche Mäster wie der durchschnittlich produzierende Ferkelerzeuger vollkostendeckend arbeiten konnten. In der Regel standen die Mäster besser da auf Kosten der Ferkelerzeuger, was aber in einzelnen Jahren auch nicht immer festzustellen war, weil unerwartete Marktverzerrungen bei den Schlachtschweinen das Geschäft der Mäster kaputt gemacht hat. Die Auswertungen, die wir in der Region fahren, sind aufs Wirtschaftsjahr (Juli bis Juni) zogen. Aktuell, d.h. ab dem Früsommer können eigentlich alle wieder zufrieden sein, China sei Dank.

            2+
  11. Obstbäuerin sagt

    Meine klitzekleine Hoffnung auf eine Teilung des Landwirtschaftsministeriums in Brandenburg in getrennte Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft hat sich leider nicht erfüllt. Die Grünen bekommen auch die Landwirtschaft – das ist zu allem anderen Elend der negative Gipfel. Ganz anders wird das von der Bio-Seite gesehen, denn dort wird in Zukunft das wenige vorhandene Geld fließen.
    „….Zufriedener zeigte sich die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) mit dem Koalitionsvertrag. Dass das Agrar- und Umweltministerium jetzt von Bündnis 90/Die Grünen besetzt wird, steigere die Hoffnung, dass die anspruchsvollen Aussagen im Koalitionsvertrag dieses Mal auch beherzigt und umgesetzt würden, sagte Michael Wimmer, Geschäftsführer der FÖL. „Die Festlegungen im Koalitionsvertrag reagieren auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in der Landwirtschaft und schalten die Brandenburger Bio-Ampel endlich klar auf Grün“, so Wimmer. So würden vor allem die strukturellen Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau nachhaltig im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe verbessert. Außerdem soll Brandenburg nun eine Umstellungsprämie für den betriebswirtschaftlich riskanten Einstieg in diesen Markt einführen….“
    Ich bin mir ziemlich sicher, das Brandenburg in kürzester Zeit für konventionelle Landwirte keine angenehme Heimat mehr sein wird und wenn viele das Umstellungsangebot annehmen, für Biolandwirte auch nicht mehr.

    7+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin, der Fraktionschef der Grünen Axel Vogel wird wohl dieses Ministerium übernehmen. Ich persönlich hätte mir etwas anderes gewünscht. Stübgen konnte es nicht übernehmen, weil er dann nicht stellv. Ministerpräsident werden kann.
      Eins steht fest,uns Landwirte steht ein harter Existenzkampf bevor. Bestes Beispiel ist ja Sachsen-Anhalt. Etwas“ gelassen“ sehe ich diese Entscheidung trotzdem. Es hätte für uns schlimmer kommen können. Der “ politische Ziehsohn“ von Bärbel Höhn ,Benjamin Raschke
      war ja im Vorfeld als aussichtsreichster Kanditat gehandelt worden.
      Ich bin der Meinung der alte A.Vogel soll mit diesem Amt von Seiten der Grünen für seine Verdienste noch einmal „Geadelt“ werden. Geld spielt da überhaupt keine Rolle !!!!!

      1+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin, kennst du Michael Wimmer persönlich ?
      Meine Erfahrung mit ihm. “ Ein Wolf im Schafspelz“

      1+
  12. Arnold Krämer sagt

    Die Landwirte gehen zurecht auf die Straße weil sie spüren, dass es nach einem langen, langen Vorlauf jetzt wirklich ernst wird oder teilweise auch schon schon ernst geworden ist mit dem, was Politiker schon vor 30 Jahren gefordert und angekündigt haben.
    Ich habe 1989 über eine Diskussionsveranstaltung im Emsland mit dem damaligen niedersächsischen Landwirtschaftsminister Ritz und dem damaligen umweltpolitischen Sprecher der SPD, Bartels (ein Jahr später Staatssekretär unter Landwirtschaftsminister Funke in Hannover, ab 1998 dort selbst Landwirtschaftsminister) folgendes berichtet:
    „Der umweltpolitische Sprecher der SPD, Uwe Bartels skizzierte in seinem Vortrag zunächst die grundsätzlichen Vorstellungen seiner Partei. Er sagte voraus, dass die Umweltprobleme global drastisch zunehmen würden. Bezogen auf die Landwirtschaft seien zunehmende soziale Konflikte mit denen zu erwarten, die auf eine gesunde Umwelt angewiesen seien wie Fischerei, Fremdenverkehr o.a.. Einzel-und Teillösungen würden zu kurz greifen. Es wäre eine gänzlich andere Umweltpolitik zu fordern. Die bundesdeutsche Landwirtschaft müsse auf die Forderungen gesellschaftlicher Gruppen nach einer Überprüfung und Änderung ihrer Produktionsweisen eingehen. Kein Wirtschaftszweig könne auf Dauer gegen die Interessen der Gesellschaft produzieren. Bartels forderte seitens seiner Partei, die Landwirtschaft umzuorientieren mit dem Ziel, eine generelle Extensivierung in der Produktion zu erreichen. Er sprach sich dafür aus, Gewässer zu renaturieren, Gewässerschutzstreifen von mindestens 5 m vorzuschreiben, kurzfristig eine Verdopplung der Wasserschutzgebiete vorzunehmen und 300.000 ha unter Feuchtwiesenschutz zu stellen. ….… Hinsichtlich der Pflanzenschutzmittel sprach sich Bartels dafür aus, sämtliche Wirkstoffe und Mittel die bereits im Grundwasser gefunden worden sein, sofort zu verbieten. Außerdem sollten die Zulassungsbedingungen für neue Pflanzenschutzmittel deutlich verschärft werden
    ……. Beide Referenten waren sich der Grenzen staatlicher Aufsicht und Kontrolle bewusst. Vielmehr komme es darauf an, so beide Politiker übereinstimmend, die Beratung und Fortbildung der Landwirte in Sachen umweltverträgliche Landwirtschaft zu intensivieren“. Zitatende!

    Heute, viele 100.000 Betriebe weniger und über eine damals nicht existierende Computertechnologie verfügend, setzt die Politik nicht mehr auf Überzeugung sondern auf Ordnungsrecht mit massiver Kontrolle und gegebenenfalls noch finanzielle Anreize, was sie damals zum Beispiel mit Grünbracheprogrammen und 15%iger Stillegung ab 1992 auch schon getan hat.

    Es wird schwierig, sich als Landwirt noch Gehör zu verschaffen. Aber jede Chance muss genutzt werden, auch wenn sie noch so klein ist.

    4+
    • Arnold Krämer sagt

      Ergänzung: Viele Diskussionen und Vorschläge zum Beispiel auch zum bäuerlichen Familienbetrieb, die in den achtziger Jahren in Westdeutschland geführt wurden, sind mit dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch der sozialistischen Zentralverwaltungswirtschaften zunächst völlig in den Hintergrund getreten. Mit der teilweise festzustellenden“ Goldgräberstimmung“ bei westdeutschen Landwirten wurden die auch damals schon bekannten, objektiv vorhandenen Probleme ein Stück weit verdrängt.

      1+
      • firedragon sagt

        So…. tief durchatmen

        Ich hatte mich schon beim Habeck – Bericht „ausgekotzt“.

        Ich, wir alle wissen, dass es seit ca 30 Jahren nicht gut läuft. Dass politische Vorgaben mit der Praxis immer weniger zu tun haben.

        Landwirte genießen eine staatliche Ausbildung, werden staatlich fortgebildet, verlassen sich auf staatliche Forschungsergebnisse, verwenden Mittel, die staatlich frei gegeben werden und die Landwirte werden mit staatlichen Geldern gefügig gemacht und somit an den Staat gebunden. (Zuckerbrot und Peitsche).

        WARUM hat der Staat sich nicht rechtzeitig an die Seiten der Landwirtschaft gestellt?

        WARUM weigert sich der Staat weiterhin?

        11+
        • Arnold Krämer sagt

          Eine durchaus philosophische Fragestellung, für die wir ja hier Experten haben. Es mag was mit dem Selbstverständnis der Politiker in Demokratien zu tun haben. (Wettbewerbsgedanke, Wiederwahl erreichen etc.). Es kann auch sein, dass es per se unmöglich ist, in saturierten demokratischen Gesellschaften so etwas wie Gemeinwohl zu formulieren.

          3+
          • James Taylor sagt

            Abraham Lincoln soll dazu gesagt haben: „Staatskunst ist die kluge Anwendung persoenlicher Niedertracht fuer das Allgemeinwohl“.
            Moeglich ist es also schon, nur muss der/die Politiker(-in) auch in den Anzug passen.

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        • Brötchen sagt

          Firedragon ,das betrifft nicht nur die Landwirtschaft, du kannst fast alle Lebensbereiche nehmen, die in den „Abgrund “ stürzen werden. Sowas hier wäre doch in d. wegen der Vorschriften unmöglich…..https://youtu.be/fqdtz3tJkbY der Junge verkörpert doch eine ganz andere einstellung

          4+
          • firedragon sagt

            Hallo Brötchen,

            ich weiß (sehe/höre), dass es in vielen Bereichen nicht so prickelnd ist.
            Aber ich habe das Gefühl, als wenn derzeit mit Wonne auf der LW rumgehackt wird. Und das ist nicht erst seit Kurzem so und wird sich auch so schnell nicht ändern.
            Oder täusche ich mich ?

            2+
            • Brötchen sagt

              Die Autoindustrie wird auch gerade zerkloppt, glaube die trifft es bald noch schlimmer, auf hohem Niveau.

              2+
              • firedragon sagt

                Brötchen, das stimmt schon.
                LW besteht aus (bisher) mehr oder weniger (eher weniger) Einzelkämpfer – was sich zum Glück langsam ändert 💪. Die Auto Industrie hingegen ist ein ganz anderes Kaliber, Abwanderung ins Ausland, Arbeitsplätze um nur zwei zu nennen.

                2+
        • bauerhans sagt

          wer ist der STAAT.
          das sind politische parteien,die bei wahlen mehrheiten erringen und dadurch verwaltungen dominieren,die dann parteiideologie durchsetzen.
          da wahlen keine mehrheiten mehr bringen,ist man auf koalitionen angewiesen und muss kompromisse machen.
          da die koalitionspartner sich natürlich selbst nicht gegenseitig zerfleischen,werden andere angriffsziele gesucht.
          das sind die BAUERN.
          so extrem gibts das nur in D.

          4+
      • Elisabeth Ertl sagt

        100% Zustimmung, Herr Krämer! Die 1980er Jahre waren schon deutlich weiter als heute. Die Globalisierung und der aggressive Raubtierkapitalismus, dessen „Geiz-ist-geil“ – Rufen man sich so schwer widersetzen konnte, haben Lösungen erschwert und zur Verdrängung der Probleme geführt. Inzwischen haben sich die Probleme potenziert: Die Versiegelung von Agrarflächen hat sich krebsartig ausgebreitet, der Energiehunger des Wachstumswahns hat einen großen Anteil der Agrarflächen okkupiert und die Weltbevölkerung ist weiter gewachsen. Und jetzt muss man mühsam erklären, warum die damaligen Extensivierungskonzepte nicht mehr überall passen, sondern durch eine nachhaltige Intensivierung ersetzt werden müssen. Und je bereitwilliger man die zwischenzeitlichen Versäumnisse einbekennt, umso eher kann man überzeugen.

        1+
    • Bauerkarlo sagt

      Zur Stilllegung muß aber erwähnt werden , dass es nicht um deutsche sondern europäische Entscheidungen (sicher auch im Interesse deutscher Wirtschaftspolitiker )ging. Motivation war nicht der Umweltschutz sondern die Forderung der USA nach einer größeren Menge und erleichtertem Marktzugang für amerikanische Feldfrüchte. Europa sollte diesen Forderungen nachkommen , oder die USA „sah sich gezwungen“ europäische Industrieexporte zu erschweren. Auch zu dieser Zeit wurde in Südamerika schon Urwald abgeholzt um dem wachsenden Bedarf an Nahrungsmittel zu begegnen. Aber das Preisniveau war niedrig , die Kaufkraft in den Ländern mit wachsendem Importbedarf an Feldfrüchten gering. USA wollte lieber mehr nach Europa in die künstliche Hochpreisinsel liefern. Also hat unsere Gemeinschaft künstlich Bedarf geschafft. Ich glaube nicht, dass die Umeltfreuden der Stillegung die Folgen in Südamerikas Natur aufgewogen haben.

      2+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Schade, dass Bartels´ Vorstellungen damals kein Gehör gefunden haben, dass hätte uns allen vieles erspart. Heute steht er als Geschäftsführer des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, einer Lobbyorganisation der Agrar- und Ernährungsindustrie, auf der anderen Seite und stemmt sich gegen die längst überfälligen Veränderungen. Diese Wandlung belegt exemplarisch, wie die SPD in den vergangenen Jahrzehnten die Interessen der Bevölkerung denen der Industrie untergeordnet hat, weshalb sie jetzt bei Umfragen und Wahlen auch da steht, wo sie eben steht.

      5+
      • Arnold Krämer sagt

        Herr Ilchmann: Das, was Uwe Bartels vorgetragen hat, waren Vorstellungen der damaligen Oppositionspartei SPD. Ein halbes Jahr später waren sie in Hannover in der Regierungsverantwortung und blieben das für mehr als zehn Jahre. In der Opposition ist es immer leichter Forderungen zu stellen, als sie in politischer Verantwortung umzusetzen. Deswegen fordern ja auch viele, die Grünen in Berlin endlich in die (Haupt-) Verantwortung zu wählen, damit sie möglichst schnell entzaubert werden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Herr Habeck besonders scharf darauf ist, in zwei Jahren Bundeskanzler zu werden.

        Nicht nur Uwe Bartels ist ein Beispiel für einen Seitenwechsel. Ein wesentlich prominenteres Beispiel finden wir in Gerhard Schröder und aktuell wohl in Sigmar Gabriel, der demnächst die Automobilwirtschaft vertreten soll.

        Es gibt nicht „die“ Interessen der Bevölkerung und nicht „die“ Interessen der Industrie. Nur soviel lässt sich sagen: Das klassische Wählerklientel der SPD (das ihr heute ein Stück weit abhanden gekommen ist) hat immer ein Interesse an niedrigen Lebensmittelpreisen gehabt. Und deshalb war die SPD vor Jahrzehnten in Agrarfragen auch eher die marktwirtschaftliche Partei, weil sie wusste dass dies nur leistungsfähige (damals noch unter rein westdeutschen Bedingungen) auch deutlich größere Betriebe würden leisten können.

        4+
        • firedragon sagt

          Tja, der Herr Gabriel… da sitzt man nichts ahnend am Frühstückstisch, hört Radio und im nächsten Moment bleibt dir fast das Brot im Halse stecken…

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          • sonnenblume sagt

            Bitte, warum so erstaunt? Das ist doch ein festes Ritual. Die Liste könnte man schon noch fortsetzen. Ich glaube sogar, das sie grundsätzlich auch während ihrer politischen Zeit so denken und handeln und dass das Parteibuch nur ein Deckmäntelchen ist. Augenblicklich hat man das Gefühl, dass diese Art Politik von allen Parteien so gehandhabt wird. All ihre Programme und was sie sonst noch so kund tun, findet sich doch seltenst in den Entscheidungen wieder.

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          • bauerhans sagt

            aussenminister durfte er nicht mehr und jetzt wird er eben gut bezahlter lobbyist.
            der zweitklassige jurist hier,wurde bei uns bürgermeister und pflanzte so gern bäume,die heute alle wieder rausgerissen werden müssen,weil die wurzeln strassen und wege aufreißen.

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  13. Ulfrid sagt

    Hallo Willi,

    solche Dialoge sind unbedingt wichtig. Wie du schon berichtet hast, sind die Forderungen von NABU, BUND usw. lauter und agressiver als unsere Erklärungen aus fachlicher Sicht. Wann gab es in der Politik in letzter Zeit schon mal fachliche und sachliche Themen aus der Sicht der betroffenen Landwirte. Wir haben immer versucht Argumente sachlich zu betrachten, und haben ebenfalls immer versucht, dies fachlich umzusetzen. Vielleicht war gerade das der Fehler.
    Wir waren nicht geschlossen und auch nicht laut genug. Das hat sich in letzter Zeit deutlich verändert.
    Dieses Gespräch mit Frau Klöckner ist für manche Nichtssagend. Für mich zeigt sich aber, auch aus dem Gespräch mit Herrn Habeck, die Politik hat von Landwirtschaft keine Ahnung.
    Aber du hast es geschafft, an allen Verbänden und Landwirschaftsvertretern vorbei, dass die Politik aufmerksam geworden ist.
    Ein großes Lob auch den Organisatoren der Demo vom 22.10. und allen Teilnehmern. An diesem Tag hat sich gezeigt, dass die Landwirte nicht nur „Jammern“ , wie man uns dies gern vorwirft, sondern dass sie keine andere Wahl haben und mit „dem Rücken an der Wand stehen“.
    Lieber Willi, schone dich ruhig noch etwas. Das ist sicherlich bei den derzeitigen Ereignissen sehr schwer. Aber ich glaube, dass wir dich noch eine ganze Weile brauchen werden.

    12+
    • Bauerkarlo sagt

      Dem Lob für die Organisation der Demo am 22.10. möchte ich mich nicht anschließen . So weit ich das vernommen habe ist die Motivation der Gründer der Bewegung (eine Versachlichung der politischen Entscheidungen etc), garnicht so schlecht. Aber dieses scheint mit begleitenden Presseerklärungen oder dergleichen und geeigneter Auswahl an Rednern an den Zielpunkten nicht übergekommen zu sein. Wenn dann, wie in Süddeutschland geschehen, vom Podium herunter die Zurücknahme der DüVo gefordert wird weil man nicht bereit ist für Güllelageraum Investitionen zu tätigen untergräbt das massiv die unter den Teilnehmern erklärte Bereitschaft zu Umweltschutz und Tierschutz. So kommt es nicht von ungefähr , wenn im Deutschlandfunk in den Nachrichten den Hörern erklärt wird : „Der Protest der Bauern richtet sich vor allem gegen(!!!) Pläne für mehr Natur- und Tierschutz in der Landwirtschaft sowie zum Schutz des Grundwassers vor Nitrat, das durch Überdüngung in den Boden gelangt.“ Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen Pressebericht zur Demo gehört, der dem Sachverhalt meiner Gründe der Verärgerung über die Politik auch nur nahe kommt. Die Redner auf den Veranstaltungen haben sich viel zu sehr auf den Beifall der Demonstranten konzentriert. Dabei sollte die Wut der Bauern doch dem Bürger vermittelt und erklärt werden, oder nicht ? Man hat den Medien viel zu viel Interpretationsspielraum gelassen, aber nur über die Medien konnte man an dem Tag die Aufmerksamkeit nutzen und viele Bürger erreichen. Ich habe am Donnerstag bei Neuss Menschen gesprochen die durch die Traktoren stundenlang im Stau standen , einige von UND zur Arbeit, denen hätte eine weniger missverständliche Botschaft aus dem Radio deren Geduld besser belohnt.

      2+
      • Heinrich Steggemann sagt

        Längere Lagerdauer bedeutet nicht automatisch mehr Grundwasserschutz. Ich kann Gülle bis zu einem Jahr lagern und mein erstes Schleppschlauchgestänge ist nach knapp 20 Jahren verschlissen. Für mehr Umweltschutz und mehr Artenvielfalt sollte die Gesetzgebung das Bodenleben und die biologische Konservierung von Wirtschaftsdüngern mit in den Blick nehmen. Gilt auch für den kostenoptimiert hergestellten kommunalen Kompost. Um einem vielfältigem aufbauenden Bodenleben etwas gutes zu tun, hat man möglichst ganzjährig lebende Wurzeln im Boden (bei Dauergrünland immer vorhanden) und versorgt die Pflanzen mit mehreren Teilgaben übers Jahr verteilt. Aus diesen Gründen hat die IG gesunde Gülle in Süddeutschland meine volle Unterstützung. Diese Initiative macht alternative Vorschläge zur Ammoniakreduzierung bereits im Stall und meines Erachtens hat das auch positive Effekte für den Grundwasserschutz. Der Politik fehlen dazu aber Versuchsergebnisse für ihre Entscheidungen. Diese neutralen ganzheitlichen Versuche müssen schnellstens begonnen werden.

        2+
        • bauerhans sagt

          „Gilt auch für den kostenoptimiert hergestellten kommunalen Kompost.“

          wird hier nicht mehr wegen der plastikteile empfohlen.

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        • Bauerkarlo sagt

          Mir stehen auch 11 Monate zur Verfügung, ich bräuchte etwas weniger. Die Forderung aus der verschärften DüVo liegt niedriger und sehe ich nicht als überzogen an. Es gibt hier eine Menge Betriebe mit ausschließlich Kartoffeln , Mais und etwas SG. Die bräüchten sogar mehr als 9Monate. Tatsächlich gibt es ja eine Menge Betriebe in Deutschland die nicht optimal fahren können. Da sollte man den Handlungsbedarf auch eingestehen und z.B. Hilfe fordern (es muß nicht gleich Geld sein, ein einfaches und schnelles Genehmigungsverfahren wäre ja auch schon was) statt sich stur stellen. Mir haben schon so viele Bauern erklärt, wie sinnvoll die Herbst-Güllegabe ist, aber wenn dann mit dem neuen Stall auch genügend Lagerraum da ist hat sich deren Ausbringungsverhalten plötzlich doch geändert und sie schimpfen über die Kollegen wo im Herbst noch…

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  14. Natürlich hat sich das Gespräch gelohnt,ob es viel gebracht hat wird sich zeigen.Und wenn die Paar, die das kritisieren ein paar mal durchatmen und emotional wieder runterkommen,werden auch die merken, dass es sinnvoll war. Nüchtern betrachtet haben wir noch nicht viel erreicht in unserer schnell lebigen Welt! Viele Verbraucher haben wir bestimmt erreicht, den einen oder anderen Politiker bestimmt auch (die meisten loten aber gerade noch aus, wie sie sich zu ihrem Vorteil am besten profilieren können). Es sind aber die Entscheidungsträger die wir brauchen, und die kriegen wir nur wenn wir einen Großteil der Medien für uns gewinnen können (ich weiß persönliche Wunschvorstellung).Oder kennt ihr einen Spitzenpolitiker , der sich für eine unbequeme Wahrheit stark macht, egal zu welchem gesellschaftlichen Thema, um anschließend von den Medien gelyncht zu werden! Man sieht bzw hört es doch täglich, wie Fakten und Wahrheiten in den Medien verdreht werden, weil es einfach nicht wahr sein darf! Und wenn drüber berichtet wird kommt es häufig genug vor ,dass die persönliche Meinung bzw. die der Redaktion (vielleicht auch im Unterbewusstsein) mit einfließt. Und die wird oft genug beeinflusst durch die gute Vernetzung und tolle, einfache Argumentation der NGO usw. Man muss ja nicht mehr recherchieren, hat ja bestimmt schon einer( ich hoffe, dass ich nicht zu vielen Unrecht tue) Die Ideen und Vorschläge vom Bauer Willi sind sehr gut ,und die Frage wer mit an solchen runden Tischen sitzt sehr wichtig und schnell zu klären! Auf jeden Fall sollte unsere Basis gut vertreten sein. Am besten eine Mischung aus Willi, Christian Lohmeyer und einem aus dem Orga Team (vielleicht nicht der mit dem neusten und teuersten Trecker 😜) Ich hab mir vorgenommen weiter Grüne Kreuze aufzustellen, andere Bauern zu motivieren das auch zu tun ,und Grüne Pakete an überregionale Zeitungsredakteure zu schicken!Übrigens einen tollen Artikel hat ein Journalist aus dem Bonner Stadtanzeiger zur Demo geschrieben,sehr lesenswert!!!! (kann ich nicht verlinken). Der WDR könnte bestimmt auch ein bisschen Aufklärung gebrauchen. Ihr habt alle schon verdammt viel auf die Beine gestellt, aber wir sind immer noch am Anfang der unseres Vorhaben

    7+
  15. Brötchen sagt

    Ein Gespräch lohnt sich immer.
    Man darf sich aber nichts vormachen, Frau Klöckner ist ja etwas neue Medien affin und sie weiß, dass das ein wichtiges Medium ist. Medien die Reichweite haben sind wichtig!

    Und nur deshalb wurde Bauer Willi eingeladen, weil sie das weiß.

    Eine andere Motivation hatte Habeck auch nicht.

    Hinz und Kunz werden da nicht empfangen.

    Ich war letzte Woche auf einer renommierten Tagung, da wurden die Kreuze erwähnt! Vom Gastgeber.

    Also Glückwunsch an Willi!

    Das wird hier überall sehr verfolgt, hätte ich so nicht gedacht.

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  16. Walter Parthon sagt

    Artikel Bauernverband SW
    Bauerndemo? Berlin doch egal!
    15.000 Schlepper auf der Straße: Merkel macht die Landwirtschaft zur Chefsache?
    Viel zu spüren war davon nicht im Bundesparlament: Zum Agrarpaket blieb Klöckner gestern hart. „Die Frage, ob ich hart bleibe oder Zugeständnisse mache, bildet nicht die Proteste ab.“ Wie bitte? Hat Frau Klöckner die Forderungen der Bauern nicht gelesen? Da ging es um das Agrarpaket, um Mercosur un die Düngeverordnung.
    Sie will nun aufklären und entschieden sei ja doch noch nichts. Macht man so heute Politik? Erst ein Paket schnüren, dann hart bleiben, aber aufklären wollen und die Entscheidung vertagen? Nein, so geht das nicht!
    Zur Demo hat Frau Klöckner sich lieber mit Bauen Willi unterhalten statt mit 6000 Bauern in Bonn oder auch mit den Demonstranten rund um Berlin. Willi hat sich für den Zeitpunkt inzwischen deutlich entschuldigt: Vielen Dank, Bauer Willi! Und alles Gute Dir!
    Die Kanzlerin will zu einem Kongress einladen und Gespräche mit LandwirtInnen führen. Kein Wort zu dem Agrarpaket, das selbst in ihrer Partei absolut umstritten ist. Man macht also fröhlich weiter, den Koalitionsfrieden fest im Blick. Die Bauerndemo nimmt Berlin dagegen nur aus dem Augenwinkel wahr. Die Stimme des Landvolkes wird ignoriert? Gerade Merkel sollte im Jahre 30 nach der Maueröffnung einen anderen Blickwinkel wählen. Über Umweltministerin Schulze wollen wir gar nicht reden. Denn sie will nicht mehr mit uns reden. Ein ungeheuerlicher Vorgang in einer Demokratie!!!
    Wir haben eine Bitte: Machen Sie von vornherein eine gute, abgewogene Politik! Folgen Sie den Fakten. Spielen Sie nicht NGOpoly mit uns, die Bauern spielen das nicht mehr mit!

    14+
  17. Karl Timme sagt

    Danke Willi das du hier einen Einblick von dem Gespräch gibst. Es ist schwer deine Einstellung des stillen Protest gegenüber den besonders lauten Protestlern zu vertreten wenn Mann keine Info hat.
    Willkommen zurück und gleich auch mit neuen Ideen, gut so. Der 22. 10. hat ein rauschen im Blätterwald erzeugt, tatsächlich haben einige von Ihnen mit der Situation der LW und wie auch die Art, wie mit Ihr umgegangen wird erkannt und darüber berichtet. Diese Leute müssen jetzt mit weiteren Info gefüttert werden, damit sie weiter darüber Berichten können. Ansonsten werden sie von Anderen gefüttert und fallen in die Phrasen des übrigen Mainstream zurück. In den vergangenen Tagen hatte ich den Eindruck die Journalisten unserer Fachzeitschriften fanden mehrfach Gehör bei Ihren fachfremden Kollegen, was Ihnen auch gut getan hat. Auch hier wäre ein Ansatzpunkt.
    Nun Willi zu deiner Frage. Am 22.10. wurde in vielen Städten zu Tisch gebeten, da hattest du nicht das Recht abzusagen, Frau Ministerin hätte entscheiden müssen welcher Veranstaltung sie den Vorzug gibt. Sie hat entschieden und Ihren Einflüsterer nach Bonn geschickt (der etwas Hilflos des Umfangs der Demo war). Dieser hatte auch,nichts anderes zu Sagen wie seine Chefin, die ja im TV am Morgen sich schon so geäußert hatte, wie später Dir gegenüber. Für Dich hat es sich gelohnt, als das jetzt zu einem Namen auch ein Gesicht gehört, eine weitere Kommunikation erleichtert das ungemein. Inhaltlich war kaum etwas anderes zu erwarten, da hier Augenscheinlich eine Stallorder der Kanzlerin greift (die offensichtlich auch die Reaktion aus der LW unterschätzt hatte und dies jetzt zur „Chefsache“ erklärt hat). Ja es hat sich gelohnt, wenn auch nicht Inhaltlich.

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  18. fingerphilosoph sagt

    Wenn man sich mit Internetkonzernen wie Google oder Facebook beschäftigt, fällt erstaunlich oft der Begriff „disruptive Innovationen“, womit die Zerstörung und Ersetzung erfolgreicher und bewährter Technologien durch neue, smarte und ressourcenschonende Lösungen gemeint ist. Investitionen in die alten Großtechnologien sollen sich für die Investoren fortan als Schuss ins Knie erweisen, bisherige Marktführer werden mit schadenfrohem Grinsen vom Markt verdrängt. Im elektronischen Bereich funktioniert diese „Digital-Philosophie“ auch erstaunlich gut, wie USB-Stick, Digi-Kamera, Smartphone, Airbnb und dgl. mehr zeigen.

    Der durchschlagende Erfolg im elektronischen Bereich hat dazu geführt, die digitale Philosophie auf andere energieintensive Bereiche auszudehnen: Smarte Solar- und Windkraft soll die alten Kohle- und Atomkraftwerke ersetzen, smarte womöglich selbstfahrende E-Autos den Diesel. Weiterhin sollen mit smarten Bitcoins und Libras die mächtigen Großbanken ausgetrickst werden und so weiter und so fort.

    Dasselbe passiert in der Landwirtschaft. Smarter Biobauern-Lifestyle, smartes urban oder vertical farming, Permakultur oder was auch immer soll die energieintensive konventionelle Landwirtschaft ersetzen. Die Landwirtschaft wird auf disruptivem Weg neu erfunden, genauso wie die Energiewirtschaft, die Autoindustrie und die Bankenwelt. Liebe Landwirte, ihr seid nicht allein, auch anderen geht es an den Kragen.

    Euer Gegner ist nicht die Politik und nicht Frau Klöckner, nicht mal „der Verbraucher“, sondern der Zeitgeist, den Google und Facebook aus der Flasche gelassen haben und dessen Sprachrohr die NGOs sind. Und nein, dieser Zeitgeist ist nicht demokratisch.

    18+
    • Arnold Krämer sagt

      Zusätzlich hat die Digitalisierung zu einer Beschleunigung sehr vieler Lebens- und Politikbereiche geführt, ohne dass der eigentliche Engpass beim Menschen, nämlich die zwei Augen und die zwei Ohren und das, was dahinter bzw. dazwischen sitzt, ein anderer geworden wäre.
      Mithilfe der Computertechnologie wird ungeheuer schnell, ungeheuer viel Undurchdachtes, Unausgegorenes, Populistisches produziert und verteilt. Damit kann dann auch die Ministerialbürokratie und der Politikbetrieb eine Scheinproduktivität vorweisen, die mit den Gegebenheiten des Agrarbetriebs überhaupt nicht zusammenpasst. Viele Prozesse in der Landwirtschaft haben einen festen jährlichen oder sogar mehrjährigen Rhythmus, nur in Teilbereichen wie der Mast auch unterjährige Zyklen. Dort braucht alles seine Zeit.
      Und die Computertechnologie macht maßlos. Alles ist scheinbar steuerbar, kontrollierbar und in entsprechende Vorgaben zu pressen. Aber die Menschen auf den Höfen kommen nicht mehr mit.

      4+
      • sonnenblume sagt

        Dann ist die Berufung von Jan Grossarth als Kommunikationschef nicht verwunderlich. Es passt schon alles zusammen. Frau Klöckner, Herr Grossarth und als Kollegin Frau Schulze ergeben ein starkes Team.

        3+
    • Paulus sagt

      Lieber Fi-phil,
      deine Abneigung was die großen Player im digitalen Bereich betrifft ist nicht ganz nachvollziehbar. Weder Google noch Facebook und Konsorten sind als negativ oder gar Feinde der Demokratie anzusehen. Sie waren und sind ein wichtiger Schritt in eine gewünschte Informationsgesellschaft. Waren Rundfunkanstalten oder Fernsehsender je demokratisch? Hatten die Verkünder der Evangelien jemals etwas mit Demokratie zu tun? Mir scheint eher, dass an einer Mehrzahl der User so etwas wie die digitale Aufklärung vorbei gegangen ist. Das scheint mir das eigentliche Dilemma zu sein.
      Ein Beispiel nur: Von der kath. Kirche, die jahrhundertelang gemeinsam mit den Herrschenden das Leben vieler Menschen bestimmte, habe ich die volle Dröhnung abbekommen. Zum Glück besaß ich den Mut mich meines eigenen Verstandes zu bedienen. Du verstehst schon wie ich das meine.

      Ich hätte sehr viel Kritik an den NGOs vorzutragen, gleichzeitig habe ich als Demokrat deren Auffassungen zu respektieren, oder zumindest zu ertragen, zugegeben dass es mich fast zerreißt.
      Auch das Verbandsklagerecht wurde ihnen von einer demokratisch gewählten Regierung eingeräumt.
      An der neuerlichen Indoktrination sind nicht die digitalen Medien schuld, sie bieten lediglich eine unschuldige technische Platform mit der Erwartung der Gewinnerzielung, deren Inhalte werden von den Usern gefüllt.
      Unser hoch gezüchtetes und zunehmend missachtetes Instrument der Demokratie droht nicht wg. der digitalen Medien aus dem Ruder zu laufen.

      1+
      • Brötchen sagt

        Ja die haben aber Macht und die sagen auch ganz ehrlich, zuerst ziehen wir unseren „Konkurrenten den Stecker“.

        Wenn ich Glyphosat verbiete ziehe ich der konv. LW den Stecker, oder Ringelschwanz oder was man will…..

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      • fingerphilosoph sagt

        Mit „disruptiven Innovationen“ die bis dato bewährten Großtechnologien zu kippen, wird im Silicon Valley als eine Art Sport betrachtet. Die machen gar kein Geheimnis draus, was sie vorhaben. Du kannst Dich gerne näher darüber informieren. Hinter diesen Robin-Hood-Allüren des Valleys steht m.E. nichts anderes als der altbekannte Generationenkonflikt. Es gibt in jeder jungen Generation genügend intelligente, energiegeladene neue Spieler, die sich nicht damit begnügen, nur in die Fußstapfen der Altvorderen zu treten und deren Werk fortzuführen, selbst wenn dieses Werk für Wohlstand, höhere Lebenserwartung, Freizeit und Bequemlichkeit steht. Junge Player wollen ihre eigenen Fußabdrücke in der Welt hinterlassen, nicht die von anderen weiter auslatschen.

        Technik ist nie „unschuldig“. In der Vergangenheit waren alle bedeutenden technischen Errungenschaften in irgendeiner Weise mit dem militärischen Komplex verknüpft und daran hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb sitzt Edward Snowden ja jetzt in Russland und schreibt Bücher.

        Aber stimmt schon: eine Diktatur kann offenbar nicht nur hierarchisch von oben nach unten mittels Führergestalt und Brachialgewalt etabliert werden, es gibt auch einen Weg von unten nach oben. Das kennt man ja bereits vom Dorfleben, wo häufig das Geschwätz der Leute über die Freiheit des Einzelnen bestimmt. Wer sich im Dorf nicht dem Mainstream unterordnete, wurde geächtet. Dank der digitalen Medien mutiert jetzt halt die ganze Welt zum globalen Dorf.

        2+
    • Aber Fingerphilosoph,
      weißt du denn nicht, dass in der Landwirtschaft als- und immerzu neue Technologie eingeführt wird.
      Vielleicht mehr wie anderswo, in anderen Brunchen!
      Hast du schon mal was von der Grünen Revolution gehört?
      also ist bei der LW schon lange „disruptive Innovationen“ an der Tagesordnung.
      Und weil diese Technologie so schnell vorangeht, wird eben auch darüber geschimpft, besonders weil es die Laien, bzw. Verbraucher nicht nachvollziehen können!
      Das beunruhigt sie bestimmt!?!
      Macht ein komisches Gefühl?

      0
  19. bauerhans sagt

    alle daumen hoch für deinen dialog mit der Julia Klöckner!!

    ich hätte eingangs erstmal ganz unbedarft gefragt,ob sie denn treckerfahren könne!
    du kennst mich ja ein bisschen und kannst solch frage von mir einschätzen.

    4+
  20. Lieschen Müller sagt

    Du hattest doch auch eine Petition gestartet, in der alle zum Insektenschutz verpflichtet werden sollen. Auch Besitzer von Kleingärten, Vorgärten, Stadtgärten und öffentlichen Flächen sollten sich am Insektenschutz beteiligen. Konntest du da nochmal nachfragen, was aus der Petition geworden ist? Interessiert dieser Ansatz jemanden?

    0
    • Gephard sagt

      Ich darf als Kleingartenbesitzer gar keine synthetischen Pflanzenschutzmittel einsetzen, so steht’s im Vertrag. Dass sich nicht jeder dran hält, habe ich aber auch schon gesehen. Aber insgesamt ist die Artenvielfalt in der Luft und in der Erde hier in „meiner“ Kleingartensiedlung subjektiv sehr hoch. Und es gibt Seminare für Pflanzenstärkung mit Jauchen und Tees, Gestaltung von Bienenweiden und Bau von Fledermauskästen und Insektenhotels. Außerdem verkaufen die Gartencenter immer mehr bienenfreundliche Pflanzen. Selbst in der Supermärkten findet man immer mehr Produkte (Samenbomben, Saatmischungen, Insektenhotels …) für die Bienen. Ob das reicht, und ob es mit dem Gutes-Gewissen-Kauf getan ist, sei mal dahin gestellt. Öffentliche Flächen im Umland werden auch nicht mehr ständig kurz gehalten, sondern stehen lange in Blüte.

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  21. Andreas John sagt

    Grundsätzlich war das natürlich etwas ungeschickt von Ihnen, besser wäre es gewesen, Sie wären mal über Ihren Schatten gesprungen und hätten sich auf der Demo gezeigt. Aber Schwamm drüber, sicher haben Sie das schon gemerkt und werden das auch noch artikulieren.

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  22. Elisabeth Ertl sagt

    Willi, Hochachtung! Du bist überhaupt der erste KOMMUNIKATOR in Sachen Landwirtschaft.
    Die Bauern haben zu lange über die „naiven Städter“ innerlich geschmunzelt, sie ignoriert und sich darauf verlassen, dass die eigenen Vertreter im Dialog mit der Politik schon alles vernünftig regeln werden. Aber die „naiven Städter“ sind längst eine überwältigende Mehrheit und die Bauern eine ohnmächtige Minderheit, und wir leben in einer Demokratie mit kollektiven Meinungsbildungsprozessen. Die Bauernschaft hätte schon längst Medienfachleute gebraucht für eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit, da liegt man gegenüber den NGOs um Lichtjahre zurück.
    Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, den NGOs einmal ihren Heiligenschein zu nehmen. Man muss ja nicht bezweifeln, dass das ursprünglich einmal Idealisten waren, aber das Konzept ist schleichend pervertiert. Ich habe in meiner Jugend für eine lebenslange Mitgliedschaft beim NABU eingezahlt, mittlerweile bin ich dabei, herauszufinden, wie ich da überhaupt wieder austreten kann. Damals ging es vor allem darum, die Bevölkerung zu informieren, welche Blumen man nicht pflücken darf, dass man im Wald nicht lärmt, wie man Nistkästen baut etc. Es gab Jugendwochen, wo man viel über die Natur lernte.
    Heute machen NGOs eine Form von beinharter Politik, die sich die Rosinen aus dem Kuchen holt und die eigentliche Politik als zu entsorgenden Rest zurücklässt. Das ist demokratiegefährdend.
    Ich hatte kürzlich Gelegenheit, mit einem WWF-Vertreter zu sprechen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich schon ausgerechnet hat, was flächendeckender Herdenschutz in Österreich kosten würde, und ob er eine Vorstellung davon habe, wem die Politik dann das Steuergeld wegnehmen soll. Seine Antwort: Sich das zu überlegen sei nicht seine Aufgabe.
    Dann habe ich ihn noch gefragt, ob er die Großspender, welche die Medienkampagne pro Wolf finanzieren, persönlich kenne und etwas über deren Motivationen wisse. Darauf bekam ich KEINE ANTWORT. Diese Leute agieren nur noch totalitär und treiben Bevölkerung und Politiker vor sich her. Wer so finanzkräftig Politik macht, der muss auch einmal an die Verantwortungskandare genommen werden.

    25+
    • Bauer Willi sagt

      Genau das wird eines meiner nächsten Ziele sein: die NGO als das zu entlarven, was sie sind: international agierende Großkonzerne.

      28+
      • Georg Summerer sagt

        Danke Willi wenn du weitermachst und eigentlich müssen wir Dir dankbar sein dass du ausgerechnet zum Zeitpunkt der Demonstration mit Frau Klöckner geredet hast. War der zeitliche Ablauf und dein Gespräch nicht entlarvend wie wie daneben und ahnungslos die Ministerin über unsere Lage ist? Obwohl sie unter anderem Agrarwirtschaft studiert hat und ihren Magister in Weinmarktpolitik abgelegt hat ist doch fraglich wie nahe sie mit den Problemen der normalen Bauern vertraut ist. Zeigte das nicht überdeutlich ihre Auslegung des Politischen Agrarstruckturberichts?
        Und jeder der glaubt wir Bauern hätten jetzt schon alles erreicht der sollte sich die wohlwollenden Medienberichte über Bauern durchlesen. Nichts gefunden? Die Demo ist schon wieder weit nach hinten gerutscht! Auch Svenia Schulze wird im Hintergrund schon an einer Strategie arbeiten wie sie ihren NABU pushen und ihre Mission fortführen kann. Stellt euch vor jemand würde den Nitratbericht als das entlarven für das was wir ihn halten: eine absichtliche Fälschung und damit ein Betrug! Der NABU, einstmals eine wichtige Organisation, erinnert in seiner Struktur und mit seinen Nachahmern mittlerweile an die Mafia. Tief vernetzt in die Politik, die Medien und die schulische Bildung manipuliert sie die öffentliche Meinung um möglichst viel Geld zu erwirtschaften für ihre Führungsmannschaft. Wahrheiten, Demokratie und gesellschaftlicher Konsens sind da zweit- wenn nicht gar drittrangig.

        10+
        • Arnold Krämer sagt

          Ich finds gut. Aber an dem Beispiel kann man auch mal wieder erkennen, welche Rolle im Mediensektor die individuelle Prägung und die Sozialisation der Menschen spielen kann. Leider werden die Bauerkinder immer weniger.

          Der Autor ist Bauernsohn aus dem Harzvorland, Niedersachsen.

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        • sonnenblume sagt

          Was denkt Ihr, wie lange der Kommentar so stehen bleibt? Eine Gegendarstellung ist sicher schon in Arbeit. Oder irgend eine andere Meldung aus der Tierhaltung. Solche Berichte sind selten ohne Folgen geblieben.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Vergangenes Frühjahr ging ja durch die Medien, dass in Kamerun mit Duldung des WWF Indigene aus ihrem Wald vertrieben werden, indem man sie aus Drohnen beschießt. Es geht darum, in ihrem Territorium Safariparks für westliche Ökotouristen zu betreiben. Die mediale Berichterstattung endete damit, dass Kanzlerin Merkel Vertreter des WWF in dieser Angelegenheit zu sich zum Gespräch rief. Seither habe jedenfalls ich nichts mehr über diese Sache gelesen. Weiß jemand von euch, was da herausgekommen ist?

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      • Gephard sagt
        • Elisabeth Ertl sagt

          Dass NGOs oft von Großspendern finanziert werden, und zwar auf nicht besonders transparente Weise, ist bekannt. Daraus leitet sich die Frage ab, ob hinter dem vorgegebenen Zweck nicht zuweilen auch ein anderer steckt, von dem die Öffentlichkeit nichts weiß.

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      • Georg Summerer sagt

        Ein richtiges „Ja do varegg“ entfuhr mir vor ein paar Jahren als der 2. stellvertretende Geschäftsführer einer bekannten NGO bei meinem Nachbarn mit seinem Dienstwagen, einem fetten Porsche, aufkreuzte. Der Typ ist zwar jetzt wieder entlassen worden aber mit einer Abfindung, da hätte ich meinen Stall locker kräftig fürs Tierwohl aufpimpen können.

        1+
      • Eckehard Niemann sagt

        Bitte beachte: Auch Bauernverband, DLG, IVA, Raiffeisen, ZDG oder „Forum Moderne Landwirtschaft“sind NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen)…

        3+
        • Schmeckt gut sagt

          Ach was. Und ich hatte es immer so verstanden, dass diese Organisationen ganz „böse“ Lobbyistenverbände sind, die nur im Interesse der Industrie agieren. Ja was denn nun, Herr Niemann? Aber so kommen wir natürlich weiter, wenn man endlich auf „Augenhöhe“ argumentieren kann. Ich verstehe diesen Einwurf als Friedensangebot 😉 .

          2+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Es geht schlicht um Begriffsklärungen. NGO heißt übersetzt einfach „Nicht-Regierungs-Organisation“. Ob das allerdings wirklich auf den Bauernverband und den Genossenschaftsverband zutrifft, die ja teilweise in Personalunion für Regierungsparteien im Parlament sitzen? Da ist Eckehard Niemanns Einordnung wohl etwas zu optimistisch…

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            • Der Brandenburgbauer sagt

              Moin Ottmar, Du wiedersprichst Eckehard! Aber ich sehe dass genau so wie Du. Wir sollten wie man so schön sagt „Die Kirche im Dorfe lassen“.
              Allen noch einen stürmischen Sonntag.

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        • bauerhans sagt

          unsere regierung ist doch den ngo beigetreten und hat deren forderungen teilweise übernommen.

          1+
  23. @Willi
    Im Großen und Ganzen dacor. Einen Satz kann ich jedoch so nicht stehen lassen: „Politik darf nicht nach Mehrheitsmeinung entscheiden, sondern muss Entscheidungen treffen und diese dann mehrheitsfähig machen.“ Dieser Satz ist schlicht falsch, es sei denn man ist kein Demokrat. Richtig müsste es heissen: Politik darf nicht nach dem Mainstream entscheiden. Mainstream gibt vor, Mehrheitsmeinung zu sein, ist es aber nicht. Mainstream unterdrückt und manipuliert die Mehrheit mit Penetranz und Diffamierung (z.B. Leugner). Es ist Aufgabe der Politik, tatsächliche Mehrheiten zu erruieren und zum Wohle dieser zu entscheiden. Es ist vorallem Aufgabe der Politik, die demokratischen Grundprinzipien zu wahren und zu verhindern, dass Minderheiten über Mehrheiten dominieren(wie dies Z.B. beim Volksbegehren der Fall ist).

    16+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Einspruch: Eine Meinung ohne Fachwissen darf auch in einer Demokratie nicht zur Mitentscheidung qualifizieren. Es ist ein Unterschied, ob ich so eine Meinung überall ÄUSSERN darf und mit entsprechender qualifizierter Gegenrede rechnen muss – dieses Recht ist unstrittig – oder ob ich damit schon den Zugang zu den Schalthebeln der Macht erwerbe.
      In der Schweiz erhält jeder Stimmberechtigte vor einem Volksentscheid ein 40 Seiten starkes Heft zugesandt. Darin sind alle Argumente pro und contra fundiert dargelegt. Und die Leute sind so erzogen, dass sie nicht zur Abstimmung gehen, ohne dieses Heft eingehend studiert zu haben. Deshalb ist oft die Teilnahme so gering. Da herrscht ein demokratisches Verantwortungsbewusstsein, welches in unseren Gesellschaften als überflüssig erachtet wird und die Demokratie in den Abgrund steuern wird.

      6+
      • Andreas John sagt

        Das Problem ist, dass keiner die Weisheit gefressen hat und jeder meint, Recht zu haben. so kann man auch wissenschaftliche Erkenntnisse unterschiedlich interpretieren und diese stellen ja auch nur Wissen dar, welches morgen überholt sein kann. Daher ist politik ein Kompromiss aus all diesen Faktoren.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Trotzdem brauchen wir einen Konsens darüber, wo höchstmögliche Kompetenz zu erwarten ist, und wem darin vertraut werden kann. Das waren auf der einen Seite die staatlichen unabhängigen Universitäten, deren Unabhängigkeit man mit der Drittmittelfinanzierung leider zerstört hat, und auf der anderen Seite die Vertreter von Berufs- und sonstigen Interessensgruppen. Vertreter „der Natur“ gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die verschiedene Interessen an der Natur haben. Das sind entweder Berufsinteressen oder Konsuminteressen. Wer sich Wiederbewaldung mit Wolf auf Kosten der Landwirtschaft wünscht, der will eben unberührte Natur ohne Verantwortung konsumieren. Das ist offensichtlich eine Interessenslage, der man sich stellen muss, aber eine religiös-ethische Überhöhung dieses Anliegens ist eine unangebrachte Anmaßung.

          0
  24. Schmeckt gut sagt

    Moin Willi. Ja, das Gespräch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mein erster Gedanke war: das passt ja wie A… auf Eimer. Wir demonstrieren und Willi tut es sich an, ein solch wichtiges Gespräch zu führen. Der BV muß sich sehr bemühen, einen solchen Termin überhaupt zu bekommen und wird die existentiellen Probleme der Bauern mit Sicherheit nicht so deutlich (und smart 😉 ) wie „Bauer Willi“ ansprechen können. Lass dich nicht beirren und lass die Krakeler und Quaker ruhig laut schreien. Es wird sie immer geben und sie wollen oft nur Aufmerksamkeit. Die Themen auf den Punkt an den Mann oder in diesem Falle an die Frau zu bringen, ist die Herausforderung. Und du hast die wichtigsten Probleme angesprochen. Nur eine Ergänzung: Das Mercosur-Abkommen ist das eine, aber die unüberlegten Eingriffe Brüssels in die Märkte über die GMO (gemeinsame Markt Ordnung) sind oft sehr viel krasser. Hier ist nicht nur die LW betroffen, sondern die ganze Wirtschaft. Und man kann erkennen, dass die EU nur ein Ziel hat. Europa soll sich so entwickeln, wie die Bürokraten in Brüssel es planen. Wir deutschen und europäischen Bauern sind viel zu lange still gewesen. Wir müssen mehr Kraft in unsere Existenzsicherung stecken.

    17+
  25. Tim Hüggelmeyer sagt

    Alle wichtigen Inhalte angesprochen. Sehr gut! Ich befürchte nur, unabhängig der offenen Abstimmung des Bundestages am gestrigen Abend, dass es noch viel Nachdruck benötigt, um wirklich Gehör zu finden. Bedeutet:
    Die Wirtschaft schädigen in Form von Absperrungen von Betriebseinfahrten oder eben Autobahnen. Logischerweise eine Steigerung zum 22.10.
    … LEIDER!

    3+
    • firedragon sagt

      Guten Morgen Herr Hügelmeyer,

      ich halte es nicht für erstrebenswert auf solch ein Niveau herabzusteigen und mit einem Verhalten zu „glänzen“, welches anderen einen Schaden zufügt.

      5+
    • Bauer Willi sagt

      @Tim Hüggelmeyer,
      ich halte es für keinen guten Vorschlag, seine Ziele damit durchsetzen zu wollen, in dem man Unbeteiligte mit hineinzieht oder sogar schädigt.

      5+
  26. Tim Dietrich sagt

    Hallo Bauer Willi!

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ging es Frau Klöckner mehr um das „so Tuen als kümmere ich mich“ als um das Zurückkehren zum Dialog. Ich für meinen Teil befürchte leider, dass wir uns den Gedanken von Mitwirkung bei der Entscheidungsfindung verabschieden können. Es geht nicht um Umwelt, es geht auch nicht um das Grundwasser, es geht darum, in zwei Jahren wieder einen Posten abzugreifen, der möglichst warm und trocken, besser noch wieder ein Stückchen wärmer und trockener sein darf.

    Mich würde brennend interessieren, ob sich das Gespräch für dich gelohnt hat? Hat es deine Erwartungen erfüllt? Wie war dein Gefühl nach diesem Gespräch?

    Vielen Dank für dein bisheriges Engagement für uns Landwirte!
    Beste Grüße
    Tim Dietrich

    8+
  27. Cord Jensen sagt

    Hallo Bauer Willi,
    ich denke,miteinander reden hat immer was für sich-auch wenn am Ende kein Ergebnis steht.Ein Gepräch mit Ihnen,ist immer mit einem gewissen Charme unterlegt-meine persönliche Meinung-,weil Sie Fachwissen mitbringen und eine Ruhe einpflegen.
    Frau Klöckner hat noch viel vor auf iher politischen Leiter nach oben,aber da gehört gewiss kein Bild dazu,sich mit nicht einverstandenen
    Landwirten zu zeigen.Immer schön lächeln in die Kameras,den Unterschied kann man erfahren,wenn man sich das Video von top agrar anschaut,welches in Finnland von ihr gedreht wurde.
    Unsere Regierung hat leider in keinster Weise eine Ahnung von dem,was Landwirtschaft heute überhaupt bedeutet,und kann auch keine Zusammenhänge erkennen.Ob die Kanzlerin da weiterhelfen kann-bleibt eine große Frage.In 2018 war sie in SH.auf einen Milchviehbetrieb.Hat sich etwas positiv bemerkbar gemacht?Ich denke nicht.Ordnungsrecht wird durchgezogen.
    Wenn ich richtig informiert bin-ansonsten bitte korrigieren Sie mich-dann soll doch Frau Merkel,das Abkommen mit Südamerika begrüßt haben.
    An diesem Punkt sollten wir stark sein,immer wieder deutlich unseren Standpunkt erklären,wir wollen nicht,dass der Regenwald abfackelt und wir hier und Doppelmoral leben müssen.Dann wird der Berufsstand auch eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung erleben.

    9+
  28. Robert Niederprüm sagt

    Lieber Bauer Willi,
    haben Sie vielen Dank für Ihre Reise und für Ihren Bericht. Das Gespräch wird sich gelohnt haben, wenn weitere Gespräche folgen. So geht Diplomatie. Langsam. Wie Sie selbst bemerkt haben. Aber einen anderen, Erfolg versprechenden Weg wird es nicht geben. Womit wollen wir Druck machen? Das einzige das wir haben sind Argumente. Für sie überhaupt Gehör zu finden ist ein wichtiger Schritt. Ihr Erfolg. Bitte bleiben Sie dran! Auch alle anderen, die Ihre Vorschläge unterstützen! Bis Ergebnisse folgen wird es noch weit sein.

    7+
    • Obstbäuerin sagt

      Leider werden in der Zwischenzeit Gesetze eingebracht, die gegen uns verabschiedet und vom Eindruck begleitet werden, die Bauern hätten auch was zusagen, Robert Niedergrün.

      0
  29. Andreas Puckert sagt

    Klasse das Sie sich so einsetzen und kämpfen. Gespräche lohnen sich immer, ist nur die Frage was der/die gegenüber aus dem Gespräch mitnimmt. Ich denke nicht das die Problematik in den Köpfen der Politik angekommen ist.

    11+
  30. Einfacher Bürger sagt

    Guten Morgen Willi.
    Du hast wieder mal einen beachtlichen Erfolg. An diese Stelle zu kommen. Landwirtschaft wird wahrgenommen. Für dich war die letzte Woche bestimmt nicht einfach zum Einen ein positives Ergebnis mit Frau Klöckner zuführen was deiner Schilderung nach gelungen ist und zum anderen die Emotion der Berufskollegen. Nach ein paar überschlafenen Nächte mehr als ein Erfolg. (Demo und Gespräch) .
    Lieber ein Gespräch zuviel und eine Termin Überschneidung. Als nichts tun.
    Willi danke.
    Kleine Entschuldigung von anderer Seite wäre Angebracht.

    14+
  31. Thomas Apfel sagt

    Guten Morgen,
    erst einmal Danke dass Sie überhaupt bis zu Frau Klöckner durchgedrungen sind. Ich persönlich finde mich durch Ihre Aktivitäten bestens vertreten. Problematisch ist, dass die Landwirtschaft nach meinem Empfinden ihre Forderungen bislang mit keinem einheitlichen, konkreten Forderungskatalog untersetzt hat. Für mich persönlich ist das Papier, das gemeinsam mit dem BfN erarbeitet wurde, ein guter Ansatz. Auch das von Opperman und Lakner erarbeitete Papier (NABU Auftrag) ist in Teilen nachvollziehbar.
    Aus meiner Sicht ist aber die Kernaufgabe der Landwirtschaftsseite den segregativen Weg (Trennung von Flächen für Natur- und Artenschutz von den Produktionsflächen der Landwirtschaft nach Prof. Kunz) als einzig praktikablen Weg zu beschreiten. Das Ziel einer Extensivierung der Produktion insgesamt ist ein Irrweg. Wir müssen uns die moderne Nahrungsmittelproduktion erhalten, mit sinnvollem Pflanzenschutz und sinnvoller Düngung, ansonsten kann das Ganze nur im Desaster enden. Der größte Fehler der Lakner/Oppermann Vorschläge ist die komplette Einstufung aller Öko-Produktionsflächen als ÖVF. Wenn man Öko fördern will, dann bitte mit separaten Mitteln und Förderprogrammen so dass Umfang, Empfängerkreis und Wirkung kontrollierbar bleiben, und nicht aus der GAP.
    Ansonsten: auf allen Ebenen aktiv bleiben, Grüne Kreuze, Grüne Agrarpakete, Baumpflanzaktionen (Grünes Band), Politikergespräche im Kleinen wie im Großen,
    Runde oder eckige Tische und Konferenzen. Und nochmals meinen Dank für ihren persönlichen Einsatz für die Belange aller Bauern Herr Dr. Kremer Schillings!!

    11+
    • Dr. Torsten Hentsch sagt

      Warum soll man Ökoflächen bzw. Ökobetriebe fördern? Einige Teile der Gesellschaft wollen die Produkte von diesen Ökobetrieben. Dann sollen diese Teile auch die höheren Kosten der Produktion auch tragen und mehr für diese Produkte zahlen! Wenn ich Luxusprodukte kaufe, kann ich nicht erwarten, dass die Gesellschaft dafür bezahlt.

      14+
      • James Taylor sagt

        Als ich jung war, gab es nur DIE Bauern, als Obergruppe. Die unterschieden sich in dem, was sie anbauten oder im Stall stehen hatten. Diese Bauern als Gesamtgruppe wurden dann weiter unterschieden in die, die Hund und Knecht pruegelten, exakt so Trecker fuhren und im Stall beim Umgang mit Tieren auch nicht gerade als etwas wirkten, was nicht mehr im Busch wohnt, und denen, die sorgsam mit Land und Tier umgingen. Niemand hiess Biobauer, weil irgendwie jeder Bauer aehnlich wirtschaftete.
        Heute unterscheiden sich die Industrieprodukte vom Acker und aus dem Stall von den Produkten aus sagen wir dem Demeteranbau vor allem dadurch, dass die einen auf Quantitaet und die anderen auf Qualitaet hin arbeiten. Und weil die Welt nicht schwarz und weiss ist, gibt es eine riesige Grauzone, in denen sich all die Bauern einordnen, die aus beiden Welten das Beste wollen, aber eben auch nicht immer erreichen.
        Der Preis beispielsweise fuer Demeterprodukte ist bereits hoeher, und ja, der Markt dafuer ist eng, denn das muss man sich (leider) erst leisten koennen.
        Die Frage der Foerderung ist somit in erster Linie keine Frage der Anbaumethode, sondern eine Frage dessen, was die Gesamtgesellschaft praeferiert. Dazu wird in der Regel ein Kosten/Nutzen-Diagramm angefertigt, in das alles an direkten und indirekten Kosten gelistet wird, … und am Ende steht eine Zahl, die aussagt, was das der Gesamtgesellschaft kostet.
        Gefoerdert wird – rein kaufmaennisch betrachtet – somit sinnvollerweise nur das, was einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen bringt.
        Nur davon sind wir weit entfernt, und genau das ist das Kernproblem der Landwirtschaft.

        2+
        • Schmeckt gut sagt

          Herr Taylor, es gibt keine Grauzone. Wir Bauern sind administrativ gesehen schon sowas von gläsern. Es gibt allerdings schwarze Schafe, wie in allen Branchen, und die schaden massiv dem Image der Branche. Die von ihnen benannte Grauzone ist eigentlich genau das, was wir hier immer wieder diskutieren, was aber nur wenige hören wollen. Es ist die wahnsinnige Bandbreite der landwirtschaftlichen Höfe mit der extremen Komplexität der Betriebszweige. Und ihre Theorie der Preisfindung trifft nur insofern zu, dass wir Bauern schon sehr genau wissen (sollten), wo der Break-even-point eines jeweiligen Betriebszweiges ist. Nur leider ist es auch so, dass genau diese Kostenstruktur auch dem Handel bekannt ist. Für unsere Betriebsentwicklung und die Familie bleibt dann oft viel zu wenig übrig. Wir haben versäumt, unsere Ansprüche an die Gesellschaft rechtzeitig zu formulieren. Und zu oft versäumt, rechtzeitig aus der LW auszusteigen. So einfach ist es leider und das wird vielen Bauern jetzt bewußt. 80 Tsd Teilnehmer an den Demos und 18 Tsd Fahrzeuge zeigen es deutlich.

          1+
          • James Taylor sagt

            „Grauzone“ war nicht strafrechtlich oder irgendwie negativ gemeint, sondern sollte alles umfassen, was zwischen den beiden Extremen (Bio und industriell) liegt.
            Wir sind uns vermutlich einig, dass man Landwirtschaft als einen gesamtgesellschaftlichen Bereich betrachten muss, also als etwas, was von Kultur bis knallharte Kalkulation reicht. So kommt es, dass industrielle Landwirtschaft betriebswirtschaftlich auf den einzelnen Betrieb heruntergebrochen gut sein kann (oder eben auch nicht), aber auf die Gesamtkosten bezogen (volkswirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell) gleichzeitig ein schwarzes Loch ist, weil Folgekosten nicht eingerechnet werden. Ich meinte genau diese Gesamtbetrachtung, nicht die rein betriebswirtschaftliche Aussage.
            Ein guter Punkt ist der von Ihnen angefuehrte Handel. Die Konzentration im Handel, eigentlich ist es ein Oligopol, verschaerft die Lage ungemein und Sie haben recht, ohne den Druck der Einkaeufer der grossen Ketten (die ja angeblich nur auf Kundenwunsch lineare Rabatte verlangen) waere die Welt eine andere, aber sie waere nicht besser, weil die Konzerne die Gewinne behalten wuerden und es nur eine Hoffnung ist, dass die Konzerne den Bauern auskoemmliche Preise zahlen wollen.
            Eigentlich muessten die Bauern den Konzernen einen ebenbuertigen Gegner entgegenstellen, also z.B. eine Genossennschaft, die zentral fuer alle Bauern in Deutschland mit den Konzernen verhandelt. Macht man das nicht, fressen die Grossen die Kleinen.

            0
            • Brötchen sagt

              Herr Taylor, wir haben ein Produkt was nicht differenziert ist oder nur wenig, das ist nicht immer lange lagerfähig und es ist im Überfluss da! Und es ist weltweit verfügbar!

              Öko produkte haben nicht immer einen reinen Erstehungswert sondern auch einen großen ideell zugewiesenen Wert.
              Soll heißen sie können zwei Produkte nicht an Hand der Eigenschaften objektiv unterscheiden.

              Folgekosten sind eigentlich überall nicht eingepreist, oder nur da wo es gesellschaftl. gesetzlich festgehalten ist.
              Sie können aber jeden Kostenteil irgendwie herleiten, aus jeder Ecke. (auch weltweit im vergleichbaren Wirtschaftsraum) Das konnten sie im Osten damals nicht, das waren teilweise Phantasiepreise! Wir sind wieder auf dem Weg dahin, z.B. bei dem Punktesystem, was hier kolportiert wird. Sie bekommen dann einen Kostenblock, den nur noch Insider auflösen können.

              0
            • Brötchen sagt

              die Genossenschaften gibt es schon. Sind mäßig erfolgreich bis erfolgreich. Das hat sich bis jetzt aber nicht durchgesetzt. In Dänemark und Holland gibt es stark zentralisierte Systeme, die dem dt. System tendenziell unterlegen sind. bzw. die vielfältige Struktur war in D. immer ein Wettbewerbsvorteil.
              Z.B. Vion, Westfleisch

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „die Hund und Knecht pruegelten, “

          AHA,
          die Ehefrau und die Kinder haben sie vergessen und ev. die Hauskatze. 🙁

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          • James Taylor sagt

            Haette ich es nicht bildlich gemeint, waere meine Aufstellung vollstaendig geworden. Danke fuer den Hinweis.
            Nein, Spass beiseite, als ich das schrieb, hatte ich in der Tat damals lebende Beispiele vor meinem Auge – Plural – also nicht nur Ausnahmen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Mein verstorbener Nachbar wurde auch geschlagen, nein, er war kein Knecht, die Prügel teilte seine Ehefrau aus. 🙂

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        • Paulus sagt

          James, wenn ich sie richtig verstehe versuchen sie das irgendwie auf einen volkswirtschaftlichen oder betriebswirtschaftlichen Nenner herab zu brechen. Das ist mir zu wenig.
          Die von ihnen präferierten Demeterbetriebe, produzieren z.B. unmittelbar neben der Autobahn Köln-Bonn, und sind mit den Emissionen der größten Raffinerie Deutschlands sowie von deren angegliederten, ebenfalls emittierenden Chemie belastet.
          Die Art und Weise der Erzeugung wird zwar korrekt aber geschönt dargestellt, Beaufschlagungen aufgrund von Immissionen spielen da keine Rolle. Und glauben sie mir, die kann man nicht mal soeben abwaschen.

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          • firedragon sagt

            Paulus,

            was tust Du?
            Du hebst die „Glasglocke“ der Bio- und Demeter- Flächen hoch. Oh weh …

            0
          • James Taylor sagt

            Schlimmer, viel schlimmer. Es gibt keine Gegend auf diesem Planeten, die nicht mehr oder weniger kontaminiert ist. Die einzigen sauberen Orte, die es noch gibt, sind Reinluftlabore.
            Wuerde nicht nur nach ausgewaehlten Stoffen untersucht, wuerden Sie einen Schrecken bekommen und Atemstillstand erleiden. Denken Sie einmal an PCB. Das ist flaechendeckend verbreitet. Das atmen Sie sogar ein, wenn Sie ein Haus aus den 70er betreten, weil es aus dem Dichtungsmaterial der Fugen stroemt und nahezu unkaputtbar ist, also bis zum Juengsten Tag haelt.

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  32. Ines Nickokai sagt

    Lieber Willi! Gespräche lohnen sich immer! Aber wie du schon richtig erkannt hast: Wenn Leute über ein Gesetz abstimmen, die Landwirtschaft bestenfalls aus dem Fernsehen kennen und ansonsten zum Teil nicht wissen, was ihr Landwirte leistet, wie euer Alltag aussieht und wie schwierig jetzt schon der schiere Kampf ums Überleben ist, dann haben die gewonnen, die euch noch mehr knebeln wollen.
    Meine Meinung zu einem „Runden Tisch“: Als Moderator sollte eine in der Öffentlichkeit unbekannte und objektiv eingestellte Person gewählt werden, wenn es denn dazu kommen sollte. Diese sollte sich aber schon im Vorfeld mit beiden Seiten der Medaille befasst haben.
    Vielleicht ein Verbraucher/eine Verbraucherin, welche/r das Stadt- und das Landleben kennt, welche/r Natur-, Umwelt- und Klimaschutz für notwendig hör, aber weiß, dass das Essen nicht in Fabriken hergestellt wird sonder harte Arbeit bedeutet.
    Liebe Grüße
    Ines aus Rodgau

    2+

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