Bauer Willi
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Kein Bürokratie-Abbau sondern die Abriss-Birne!

Ich bin aktuell zornig. Ich hatte vor kurzem ja wegen der 80%-Bodenbedeckung in der Landwirtschaftskammer nachgefragt und daraufhin das “GAP-Strategiepapier” zugeschickt bekommen. Das mit der Bodenbedeckung stand irgendwo auf Seite 300soundsoviel. Das gesamte Papier hatte 1880 Seiten!!

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Hatte!!  Es wurde nämlich im November 2023 überarbeitet. Ein EU-Papier, das seit 2023 gültig ist, wurde im November 2023 aktualisiert. Es hat nun 2218 Seiten!

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Mindestens 50 Seiten (ich hab sie nicht gezählt, erklären und korrigieren die Fehler, die man in der ersten Fassung gemacht hat. Kennt jemand von euch das erste Papier? Scherzfrage: hat jemand von euch das zweite Papier gelesen? Eben. Auch dieses Papier interessiert keine Sau. Ich möchte nicht wissen, wieviele Bürokraten in irgendwelchen Amtsstuben sich damit beschäftigen, die jeweiligen Teilstücke dieses Werkes zur Abstimmung, Ergänzung, Verabschiedung zuzuschicken und sich damit “beschäftigt” zu halten. Eine sinnvolle Arbeit ist das ja jedenfalls nicht. Leute, das ist Wahnsinn!

Es geht ab jetzt nicht mehr um Bürokratieabbau, es geht um eine Bürokratie-Revolution! Es braucht ein Abbruch-Unternehmen, dass mit der Abriss-Birne durch die Verwaltungen fährt.

Hier einmal ein paar Sinnlosigkeiten, die man morgen abschaffen kann

  1. Düngeverordnung: Unser Betrieb wirtschaftet auf 7 m Löß. Die Böden waren in den letzten Jahren unterhalb von 1 m ausgetrocknet. Eine Nitratauswaschung war in den Jahren unmöglich weil es zu trocken war. Eine ständig wasserführende Grundwasserschicht liegt bei uns aufgrund der Braunkohle-Tagebaue und deren Pumpen bei über 70 m. Über meinen Acker ein Rotes Gebiet zu legen ist wissenschaftlicher Unfug! Wann soll das Nitrat, dass ich eventuell zu viel gedüngt haben sollte, dort unten ankommen? In 100 Jahren? Vermutlich viel später. Also weg mit der Düngeverordnung! Die hilft niemand, macht nur Arbeit und ist wissenschaftlicher Unfug. Zumindest bei mir.
  2. Nährstoffbilanz: Ich kaufe meinen Dünger bei der Genossenschaft und bei einer Firma, die mir Gärrest mit Analyse liefert. Das sind vielleicht 10 Rechnungen im Jahr und da stehen alle meine importierten Nährstoffe drauf, die ich auf den Acker fahre. Ich verkaufe das Getreide und den Raps an die Genossenschaft, die Zuckerrüben an die Zuckerfabrik. Im Ergebnis habe ich xxx t Weizen, xx t Raps und xxx t Zuckerrüben. Damit habe ich eine definierte Menge Nährstoffe vom Acker gefahren. Daraus mache ich eine einfache Bilanz: was habe ich in meinen Betrieb an Nährstoffen importiert, was habe ich mit dem Erntegut exportiert. Die Bilanz kann jeder sehen, die kann ich auch, wenn das gewünscht wird, unter einer Nummer ins Internet stellen. Eine Düngebedarfsberechnung im Februar ist Schwachsinn, ich weiß doch seit 40 Jahren, welche Erträge ich plane. Für die Umwelt ist nur interessant, was hinten rauskommt. Für diese Bilanz brauche ich vielleicht zwei Stunden, weil mir die Genossenschaft und die Zuckerfabrik ihre Zahlen auch noch aufbereiten kann. Und ich kann nicht schummeln. So geht Vereinfachung! Soll ja keiner sagen, ich würde keine Vorschläge machen.
  3. Warum muss ich die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln innerhalb von wenigen Stunden in meine Schlagkartei eintragen? Niemand ausser mir hat darauf Zugriff! Warum soll ich schriftlich in meine Schlagkartei eintragen, warum ich die Maßnahme gemacht habe? Haltet ihr mich für blöd? Ich mache die, weil es nötig ist! Wenn ich ein Mittel gegen Blattläusen spritze, werde ich damit ja wohl kaum Mehltau bekämpfen wollen. Leute, ich hab das gelernt! Ich mache die Schlagkartei übrigens schon sehr viel länger, als es eure Vorschriften gibt. Weil ich die für mich brauche, als Nachschlagewerk und Archiv. Ihr wollt die nur lochen und abheften.
  4. Fruchtfolge: Auch so ein Thema, wo bei mir der Blutdruck steigt. Nein, ich baue keine Monokulturen an, wenn schon, dann Reinkulturen. Und das sind in unserer Betriebsgemeinschaft 5 Kulturen: Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Zuckerrüben und Kartoffeln. Wer sich auskennt: drei Winterungen, zwei Sommerungen. Keine Leguminosen. Das haben wir mal gemacht, aber Ackerbohnen und Erbsen sind sehr unsichere Kandidaten und deshalb haben wir es wieder sein lassen. Und wir werden es auch wohl erst wieder anfangen, wenn der Erlös pro Dezitonne in die Nähe des Rapspreises kommt. Anders rechnet es sich für uns nicht. Und ich lasse mir auch nicht von irgendeiner anonymen staatlichen Stelle eine Kultur, die sich für mich nicht rechnet, aufzwingen. Und wenn es sein muss, kann es sein, dass ich in dem ein oder anderen Jahr eine kleine Ecke Stoppelweizen mache. Davon geht die Welt nicht unter. Für einen Langzeitversuch habe ich sogar mal 10 Jahre hintereinander Winterweizen angebaut. Ohne jegliche negative Auswirkung.
  5. 80% Bodenbedeckung: ich wollte ja wissen, warum diese Zahl 80% und es konnte mir niemand erklären.  Und auch in dem Papier steht nichts, der mir, der seit 1983 den Betrieb vom Vater übernommen hat, aber auch davor schon denken konnte, erläutert was der Quatsch soll. Zu einem bestimmten Zeitpunkt soll der Acker Spuren von Wachstum aufweisen. Wenn da am Termin noch Zuckerrüben stehen, ist das ja Wachstum. Wenn der Roder drüber gefahren ist, sind die Rüben weg. Und jetzt kommt es: die Rübenblätter, die oben auf dem Acker liegen, werden als Begrünung definiert! Da fühlt man sich als jemand, der seinen Dr. agr. im Fach Pflanzenbau gemacht hat, von der Verwaltung ver…scht. Sorry, aber höflicher kann ich das nicht ausdrücken. Solche Regelungen müssen einfach weg.
  6. 4% Stillegung: Wozu soll die gut sein? Bisher hat mir das als Landwirt noch niemand erklärt. Da wird irgendwas von Biodiversität erzählt (klar, da steht dann in kürzester Zeit Unkraut), das soll irgendwie für Insekten gut sein (sagt mir mal einer, welche das sind?) und das der Boden dann ruhen kann (kann mir mal jemand einen unruhigen Boden zeigen?) Sie merken, ich reagiere da etwas zynisch, aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze neue Agrarordnung, dass eigentlich niemand erklären kann, ob das alles, was wir da gerade veranstalten, überhaupt ein Ziel hat. Und falls ja, welches? Es wird auch nicht der Status Quo festgehalten und nach 5 Jahren geschaut, ob sich etwas zum Positiven verändert hat. Monitoring nennt man das, findet aber nicht statt. Und dann raten Sie mal, wer schuld ist, wenn Greenpeace nach 5 Jahren mit einer selbstgemachten Studie um die Ecke kommt, dass “ja alles nur noch schlimmer geworden ist”. Ob ich die 4% Stillegung mache? Mit Widerwillen, aber besser als ich es muss. Auf eigene Kosten. Ich weiß, ich bin bekloppt.
  7. Agrardiesel: Es ist zwar kein ganz großer bürokratischer Aufwand aber man könnte das Verfahren trotzdem vereinfachen. Weil es gerade in der Diskussion steht, könnt ihr ja mal ein paar Vorschläge machen.
  8. Überwachung durch den Staat: alle paar Tage fliegen ja die Satelliten über meine Felder und machen dort Aufnahmen. Von einem Berufskollegen, der Kartoffeln anbaut und auf die Ecken Blumenwiese gesät hatte, hab ich erfahren, dass er einen Anruf von der Kontrollbehörde bekommen hätte. Sie hätten da “Merkwürdigkeiten” festgestellt und wüssten gerne, was das denn sei. Er: “Blumenwiese”. Sie: “Ach so, können Sie uns davon ein Foto schicken, als Beleg?” Leute, das geht so nicht. Wenn ihr die Kontrollbehörde seid, dann kontrolliert uns doch und schickt uns nicht noch raus auf unseren eigenen Acker, damit wir unsere eigene Bienenweide fotografieren damit, ihr, die ihr nicht wisst, was ich gemacht habe, das bei euch abspeichern könnt. Und wozu eigentlich? Das ist doch Wahnsinn!

Tierhalter werden über meine Ausführungen nur lachen. Was dort passiert, geht wirklich nicht auf die berühmte Kuhhaut. Dass die eine Milliarde für den Stallumbau (verteilt über 4 Jahre, was selten dabei gesagt wird) überhaupt noch von den Tierhaltern in Anspruch genommen wird, darf bezweifelt werden. Die Bedingungen für einen Antrag sind so eng, dass viele für eine Antragsstellung überhaupt nicht in Frage kommen.

Und dann ist da noch die Motivation: Morgens um 5 Uhr in den Stall gehen, sich dort zur Versorgung der Bevölkerung den Arsch aufzureißen um dann um 9 Uhr beim Frühstück in der Post den Ablehnungsbescheid zu bekommen? Weil der von allen favorisierte Offenlaufstall 50 m zu nahe am Waldrand liegt. Da hast Du ein Jahr lang mit allen Behörden alles bis in Kleinste ausgekaspert, viel Geld für Baupläne und Genehmigungen ausgegeben, damit Du dann, kurz vor Schluss, von der jungen, regionalen Referentin ausgebremst wirst.  Und Du bist mit deiner Ohnmacht alleine…

Ob wir die Bürokratie-Revolution hinbekommen? Das hängt davon ab, wer alles mitmacht. Es gibt ja viele, die auch unter der Bürokratie leiden.

Das auch Hühner demnächst Ohrmarken bekommen sollen, ist übrigens ein Gerücht. Das es Warnwesten für Hühner gibt, nicht. Das erklärt uns hier der Agrarminischter.

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127 Kommentare

  1. Mark sagt

    Scholz hat Bürokratieabbau zugesagt. Nehmen wir ihn beim Wort:

    1. Stoffstrombilanz weg!!!
    2. Düngevoranschlag weg!!!
    3. Pflanzenschutzdokumentation weg!!!
    4. Tierarzneimitteldokumentation weg!!!
    5. Umsatzsteuerpauschalieerung beibehalten!!
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  2. sonnenblume sagt

    Scholz hat sich zum Bürokratieabbau in der LW geäußert. Ein Artikel bei Proplanta. das soll etwas sein worauf wir uns verlassen können. Hoffentlich sind wir dann nicht verlassen. Wie immer. Der Berg kreißte und gebar eine Maus, oder es geht in die entgegen gesetzte Richtung und wird noch schlimmer.

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  3. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Die Bürokratie ist ja nur ein Problem von vielen, wird aber gezielt zur Zerstörung bewährter Strukturen eingesetzt. Apropos ein Problem von vielen, ich will hier aus aktuellem Anlass mal eines ansprechen obwohl es nichts mit Bürokratie zu tun hat, aber die Landwirtschaft betrifft. Und jetzt aufgepasst, man glaubt es kaum:
    Der jährliche Winterball des Vereins ehemaliger Fachschulabsolventen des Kreises Paderborn wurde am vergangenen Samstag durch eine schwer bewaffnete Einsatzgruppe der Polizei beendet nachdem Schläger und Randalierer aus dem besten Deutschland aller Zeiten Festbesucher wahllos niedergeschlagen und verletzt haben. Heute Morgen der Bürgermeister der Stadt Paderborn: “Immer dann, wenn in unserem Land, wenn irgendwo sonst auf der Welt, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Menschenwürde angegriffen werden, müssen wir uns zu Wort melden und Position beziehen”. Er meint damit die AFD. So weit das Geschwafel von Kommunalpolitikern. Ich jedenfalls habe Position bezogen, auch zum Thema Bürokratie!

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    • Brötchen sagt

      Bei Euch scheinen aber einige Bewohner sehr schlecht gelaunt zu sein. 😉

      Bei Eingabe Schlägerei und Google, kommen etlich Einträge über die Jahre verteilt.

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  4. Frank sagt

    Über das gezeigte Logo würde ich nochmal nachdenken, es sei denn mir läge an der Assoziation “Möhren-Antifa … esst mehr Gemüse!”

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  5. Arnold Krämer sagt

    Der DBV weiß genauso wie das Ministerium, dass die wirklichen Probleme der Landwirte nur über Gesetzesveränderungen in Brüssel und über Gesetzesänderungen mit Zustimmung des Umweltministeriums und des Bauministeriums in Berlin zu lösen sind. Der agrarpolitische Knoten, der über Jahrzehnte geknotet wurde, ist “gordisch. Ein Özdemir kriegt das nie und nimmer “gebacken”. Da muss auch ein ganz anderer Geist in einer ganz anderen Regierung herrschen. Aber vielleicht muss dazu die Not noch viel größer werden. Bisher beschränkt man sich immer noch auf Symbolpolitik in vielen Bereichen und die Inkompetenz-Vermutung ist berechtigt.

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    • sonnenblume sagt

      Genau so sehe ich das auch. Aber wo soll der andere Geist und eine andere Regierung her kommen? Welche Partei wäre Willens und hätte die Kraft für solche grundlegenden Reformen? Müssen wir wirklich bis zum Zusammenbruch warten?

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    • Brötchen sagt

      Mal ne Anektdote, wie verpeilt manche sein können.

      Auf Riverboot war eine Journalistin, die in China, Moskau, USA, Polen und England Korrespondentin war.

      Bezogen auf UK sagte Sie, es wäre ein Fehler mit Brexit usw. wegen Handel. übliche Argumentationskette.

      Dann kam man drauf zu sprechen sie hat ein Hausboot in London zu liegen….wie das mit Erlaubnis usw. ist. ( selbst entworfen und bauen lassen)

      Darauf antwortete Sie, die Engländer sähen das nicht so eng, da ist alles nicht so regelt wie in Dt. Man macht einfach.

      Sie hätte wohl mal angefragt, wie es mit der Überführung nach dt. wäre……unmöglich wegen der Vorschriften.

      (Annette Dittert)

      Noch Fragen Kienzle….

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  6. Wilfried Furchert sagt

    Willis Beitrag gehört auch in die Tagespresse. Vielleicht lässt sich ja ein Qualitätsjournalist finden, der das übernimmt.

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    • Smarti sagt

      Heute morgen war gerade ein Beitrag in den Radio-Nachrichten, dass das grösste Problem der mittelständischen Betriebe die Bürokratie sei. Das neue Lieferketten-Gesetz solle eingestampft werden, sonst werden Tausende Betriebe schliessen, viele Betriebe würden demonstrieren dafür.
      Von den Landwirten kein Ton.

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      • Frank sagt

        “Das neue Lieferketten-Gesetz solle eingestampft werden …”

        Dream on! Oder anders gesagt, da muss man schon sehr zweckdienlich wählen, um sowas zu erreichen. Die bekannte Art zu regieren und zu verwalten alle 4 oder 5 Jahre bestätigen und ein anderes Regieren und Verwalten zu erwarten ist nicht besonders aussichtsreich. Heute “gegen rechts” auf die Straße gehen und morgen eine Politik haben wollen, die nationale Belange stärker beachtet als den schönen Glanz der Lieferkette … auch ein Humor.

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Die Journalisten sind doch alle gleich geschaltet!
      Der AFD wirds weiter Auftrieb geben.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich habe letzte Woche, als parallel das Unwort des Jahres, die Enthüllung von Potsdam und die BAuerndemo stattfand die 17:00Uhr Tagesschau gesehen. Das war ein Paradebeispiel geframten Journalismusses.
        1. Beitrag über das Unwort des Jahres “Demigration”…..von dem vorher nach meiner Meinung medial so gut wie nichts, zu lesen oder zu hören war….muss wohl von einer Regierungsagentur bei der UNI Marburg in Aufrag gegeben worden sein…jedenfalls, kam im sofortigen Anschluss die “Enthüllung” aus Potsdam, die merkwürdigerweise den Begriff Remigration beinhaltete….direkt danach ohne Kommentar ein Bericht von Alice Weidel, wie sich die AFD auf der Bauerndemo präsentierte. Das war soooo durchsichtig, dass es einem graute.

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        • Brötchen sagt

          Reinhard das sind sich anbahnende Verteilungskämpfe zwischen “Systemprofiteuren” und materielle Werte Schaffenden.
          Die “Systemprofiteure” ahnen, das es an ihre Besitzstände geht.

          Die “Frontlinien” werden vermute ich, wo ganz anders verlaufen, nicht zwischen “Nazis” und den “Guten”, denke eher zwischen den “Unterschichten”, die extrem heterogen sind.

          Wir Landwirte sind da nur Statisten.

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  7. Thomas Bröcker sagt

    Medial wird gerade versucht alles wieder auf den Agrardiesel herunterzubrechen.
    Rukwied mit seiner weinerlichen Jammerstimme hat gestern zum Erkenntnis- und Verständnisgewinn bei den Menschen auch nicht gerade positive Beiträge geleistet.

    Häusling bratscht schon wieder von “Bauern, die sich zu Opfern stilisieren”.

    Alles wie gehabt … und der Bauernprotest geht im “Wannsee – AfD” Aufreger unter.

    Das Lügennetz um die moderne Landwirtschaft ist dicht gewebt und es sind viele “fleißige Spinnen” unterwegs es wieder zu flicken, wenn es brüchig zu werden droht.

    Deprimierend …. aber nur schwer zu ändern.

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    • Frank sagt

      Ich finde es mittlerweile interessant, wie über die gerade aktuelle “Feindgruppe” das immer gleiche wording gezogen wird, um dem Volke klar zu machen, wer der Böse ist.
      Üblicherweise stilisiert sich ja die AfD zum Opfer, nun eben mal die Bauern.

      • Brötchen sagt

        Von der Regierung organisierte Jubeldemos gabs schon bei Honnie und davor.

        Im Radio sprach eine Dame von Mut, wenn man daran teil nimmt.

        Venceremos Genossen läuft!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die gestrigen Demonstrationen waren irgendwie spookie. Es waren eigentlich mehrere Mottos: Gegen Rechtsextremismus, Für mehr Demokratie und gegen die AfD.
      Die wahren Probleme sieht die Mehrheit nicht?
      Ich bin fassungslos. Solche allgemeinen Demos hätte die Bevölkerung doch schon seit Jahren machen können. Es ist doch merkwürdig, wie ein dubioser Beitrag eines sog. Redaktionsnetzwerkes mit so dünner Beweislage über so diffusen Aussagen ein solches Echo auslösen konnte. Und dann wird offen gegen eine demokratisch gewählte Partei der Opposition Stimmung gemacht, mit der Unterstützung der Regierung….hat es so etwas in diesem Lande schon gegeben?
      Da Maaßen nun auch seine Werteunion in Stellung bringt und parallel Sarah Wagenknecht ihre Schergen aufstellt, wird es ziemlich unruhig werden demnächst. Wie soll der Bürger sich da noch zuordnen? Die Verwirrung wird nur noch größer. Und wenn das neue Wahlgesetz greift, dann könnte die CSU aufgrund der wegfallenden Überhangmandate aus dem Bundestag fliegen…die Linke ist ja bereits freiwillig gegangen.
      Das wird ein Jahr….

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      • Brötchen sagt

        Ich war im Theater ging um 20 ziger, natürlich wurde auch gegen Nazi gekämpft.

        Vom Rot Front Kämpferbund und Teddy Thälmann keine Rede.

        Die existierten nicht und auch Wladimir Illjitsch Lenin, der sich in Stellung brauchte auch nicht.

        war etwas angep…..paar Rote Fahnen hätte ich mit gewünscht! 😉

        Venceremos läuft 🙂

        Aber wenigsten der Altmeister kämpft für die Mohrrübe 😉

        ich wittere starken Einfluss der Hasenlobby 😉

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        • Reinhard Seevers sagt

          Brötchen, vielleicht lasse ich T-Shirts drucken. Vorne drauf kommt die Landvolk-Flagge aus SH und auf dem Rücken die Antifa-Fahnen. Dann wird man freundlich begrüßt, aber nicht rücklings niedergeschlagen….das is doch ne Gute Idee oder? 🤘😎

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          • Brötchen sagt

            Ja bist Du voll abgesichert 😉

            Free Palestine und LBGBQ+ nich vergessen und F#### Nazis ebenso

            Vielleicht noch einen Roten Stern und eine Faust 😉

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              • Reinhard Seevers sagt

                Schreiben der Zentrale der KPD an die Bundeszentrale des RFB:

                “Wir sind gern bereit, Euch unsere Presse zur Verfügung zu stellen und hoffen mit Euch, daß es gelingen möge, die Proletarier aus dem reformistischen und kapitalistischen Einfluß zu lösen.“[7]”

                Das könnte auch ein Schreiben der heutigen Regierung an die Antif-Gruppen der Republik sein….passt ja auch zu den auserkorenen Gegnern. Alles wie damals nur anders. 😎

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      • Wolf Lützen sagt

        Herr Seevers, die Ferndiagnose: spookie. Welch eine Fehleinschätzung, am Ort waren Menschen aus vielen gesellschaftlichen Gruppen. Das verächtlich zu machen ist pegidalike oder Recht AFD-nah. Ja, hier passt Kontaktschuld, mit der Sie ja gern Kokettieren.

        • Reinhard Seevers sagt

          Herr Lützen, Sie sind sozialistisch. kontaminiert….Dekontamination unmöglich, weil es sich bereits bis ins Großhirn durchgefressen hat. Hilft nur noch Füllen des sich abzeichnenden Vakuums. Das dauert, wird sich aber ganz sicher irgendwann einstellen, bleiben Sie zuversichtlich! ✊

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        • Norbert sagt

          Bei der Münchner Demo fand ich das Teilnehmerfeld bunt gemischt. Die teils sehr links verorteten Organisatoren haben mir nicht immer aus dem Herzen gesprochen, gefühlt ging es auch vielen Leuten um mich herum ähnlich. Schon etwas cringe ab und zu. Dennoch hat mir die gemeinsame Ablehnung der rechten Hetzer und ihrer Nachäffer gezeigt, dass es eine ganze Menge Leute sind, die solche Zustände nicht akzeptieren wollen. Es waren wirklich eine wahnsinnig große Menge, die da durch München zog.
          Welchen praktischen Effekt das ganze hat wird sich wohl wie bei den Landwirt-Demos erst später zeigen.
          Die höhnischen und hämischen Auswürfe von Herrn Seevers sind nur schwer zu ertragen, ob das der “Dialog” ist den Bauer Willi will?

          • Reinhard Seevers sagt

            Na Norbi, Sie haben bestimmt recht…..links hat immer Recht. Ich kann Sie sich auch nur schwer ertragen, damit hat diese Ampel ja erreicht, was sie wollte: ein Volk zu spalten, Glückwunsch!✊

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            • Norbert sagt

              Reini, wenn Sie ätzen muss es gut sein. Vielen Dank für die Glückwünsche. Wieso ich plötzlich links sein soll ist mir unklar. Ich denke es ist eher die Mitte, die sich gegen die Extremisten beiderseits wehren muss und dies auch tut. Ihre Rohheit ist mir Beleg genug.

              Zurück zur Sache: zur Flächenstilllegung gibt es einen Artikel bei Wikipedia, der die FS als Instrument zur Reduzierung von Überproduktion darstellt. Ist dies auch heute noch der Fall? Oder hat das rein ökologische Gründe?

  8. Riesbauer sagt

    Was habt ihr denn alle Zweifel an der Ernsthaftigkeit zum Bürokratieabbau unserer Regierung? Wenn es keinen Agrardiesel mehr gibt, müssen wir auch keinen Antrag für Agrardiesel mehr stellen!

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    • Reinhard Seevers sagt

      ….dann gibt es eben Agrarstrom, wo ist das Problem? Der wird dann blau eingefärbt….ääähhh nee, blau geht nicht, grün muss er sein!

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  9. Reinhard Seevers sagt

    Welche Politiker außer Aiwanger haben sich eigentlich bei den Truckern sehen lassen?

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    • Frank sagt

      Die Trucker sind im frisch entfachten Empörungssturm gegen die AfD untergegangen, die müssen wohl nochmal ran. Am Besten zeitgleich mit dem nächsten Bahnstreik.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Seh ich auch so….ist Bahnstreik eigentlich rechtsdrehend oder linksdrehend? Wann kommen die Pflegekräfte, Ärtze, Lehrer u.a. andere dazu? Ich meine, wenn man gestern soweiso schon so Viele war, warum hat man dann die Gelegenheit nicht gleich genutzt und gegen diese Regierung demonstriert…wegen Nachhaltigkeit und so. Jetzt müssen alle nochmal los. Oder waren das alles Empfänger staatlicher Alimentierungen? Mann, echt….so viele? 😦

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  10. Obstbäuerin sagt

    Das Beispiel mit dem Agrardiesel in Dänemark finde ich sehr nachahmenswert. Sicher gibt es in den einzelnen EU-Ländern weitere Beispiele, wie bestimmte Verfahren gehandhabt werden können, die in Deutschland mit überdimensionaler Bürokratie behaftet sind. Das würde auch zu einer größeren Gerechtigkeit zwischen den einzelnen Ländern der EU führen. Da könnte man doch mal jemand im europäischen Beamtenapparat mit beauftragen: Harmonisierung der Bürokratie mit der Auflage, nur sinnvolle Verfahren und dann die einfachste Variante für alle zu finden.

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  11. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Interessant, die Hauptforderung der Bauerndemos, die Gasölverbilligung, steht hier nur auf Platz sieben von acht. Zum Bürokratie ist zu sagen das ein Antrag der CDU zu deren Abbau am 30.11.2023 im Bundestag abgelehnt wurde. CDU und AFD stimmten dafür. Und selbst wenn das durchgekommen wäre heißt das ja noch lange nicht das Bürokratie abgebaut wird. Das müssten ja die die davon leben selbst in die Wege leiten.

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  12. Sebastian Zaiß sagt

    letztes Jahr musste ich für das statistische Landesamt in bw verschiedene Angaben machen. Unter anderem wieviel Stunden ich als Betriebsleiter im Unternehmen arbeite.

    Auf der Technikerschule hat man uns sls kalkulatorische Größe 2300 Stunden an die Hand gegeben. Das ist 20 Jahre her, aktuelle Zahlen hab ich nicht. Also habe ich 3300 eingeben wollen, worauf die Fehlermeldung kam es wäre über dem maximal möglichen Wert von 2288 Stunden pro Jahr.

    schöner kann man Statistiken nicht gestalten.

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    • Sebastian Zaiß sagt

      Ich meinte 2300 Stunden als kalkulatorische größe. Und 2188 Stunden als maximal mögliche Eingabegeräte. sorry. dicke Finger und kleine handytastatur.

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  13. schmeckt gut sagt

    Vor 10 min im “Bericht aus Berlin” gute Fragen zu den Bauerndemos treffen auf Blabla und dem deutlichen Versuch der wiederholten Spaltung aus dem Munde von Frau Dröge von den Grünen

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  14. Bauer Fritz sagt

    Ich leg noch eins drauf.
    Jenen aus der mediale Elfenbeinturm-Selbstbestätigungs-Blase, denen es ganz wichtig war zu meinen, die Bauern sollten doch nicht demonstrieren oder gar, sie hätten gar kein Recht zu demonstrieren, weil sie ja ohnehin Subventionen beziehen. Also sollten sie schweigen und der Regierung doch untertänigst dankbar sein und fürderhin das Maul halten und den Traktor in der Garage.

    Die Ausgleichszahlungen (so der richtige Terminus für diese ach so tollen Auflagen) haben sich gegenüber dem Vorjahr um
    25 bis 30 Prozent REDUZIERT.

    Und hier nochmal langsam für Journalisten: UM 25 (in Worten: fünfundzwanzig) bis 30 (in Worten: dreißig) PROZENT REDUZIERT.

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  15. Bauer Fritz sagt

    Wenn dem einen oder anderen Leser die Aufzählungen von bürokratischem Schwachsinn (meist praxis- und realitätsfernen und ideologisch reduzierten Hirnen entsprungen) noch nicht genug, kann man noch einiges drauflegen:
    *) bei Nährstoffbilanz: machst du als Landwirt in Kenntnis und Erwartung deiner üblichen Erträge eine Nährstoffbilanz, mußt du dir als Bauer bewußt sein, daß für ihn es keinen Einfluß von höherer Gewalt gibt. Das wurde per Dekret für die LW abgeschafft, außer Kraft gesetzt, als nicht existent erklärt. Heißt: sollte wie in den vergangenen 2 Jahre die Witterungsverhältnisse (Überschwemmungen, Schneefall, Frost, lange Regenperioden etc…) es nicht oder nicht mehr erlauben, dein gesamte Ernte einzubringen, so wird der Bauer dafür nicht nur durch den Ernteausfall negativ beeinträchtigt, nein, er bekommt auch gleich im nächsten Jahr noch eins drauf. Weil er den geplanten Ertrag nicht mit Zetteln und Lieferscheinen belegen kann, muß er im nächsten Jahr auf den beeinträchtigen Flächen nur noch weniger düngen. Also ideologisch herbeigeführter Minderertrag auch gleich nochmal im Folgejahr.

    *) bei Fruchtfolge: sollte durch die Witterungsverhältnisse die geplante Fruchtfolge nicht möglich sein, kann es durchaus vorkommen, daß man auf der gleichen Fläche etwa die gleich Frucht nochmal anbaut (meist Sommerungen oder Mais). Das ist pflanzenbaulich überhaupt kein Problem. Aber halt ein ideologisches. Daher mußt der Bauer den ideologischen und bürokratische Obulus für sein “mainstreamferne Verbohrtheit” zahlen, daß er eben Felder nicht mehr anbaut oder bestellt, wenn es halt einfach nicht geht. Er muß dann auf den Feldern wo er ein zweites Mal die gleich Frucht einplant mindestens 40% (!!!) des Feldes trotzdem mit etwas anderem bebauen.

    *) Und sollte er dann auch noch so ein wahnsinniger Großbauer sein, der mehr als 10 Hektar bewirtschaftet und eines (oder mehrere) Felder über 5 Hektar groß sind, daß muß er auch dort den ideologischen und bürokratische Obulus entrichten, indem er davon 1500 m² als Begrünungs- oder Stilllegungsfläche aus der Produktion nehmen muß.

    Wir stellen uns einfach mal vor, jedes gewerbliche Unternehmen wird ideologisch-behördlich gezwungen 4% oder 7% seiner Produktion per Strafe NICHT durchzuführen. Wäre doch ganz normal oder ????

    Gängelungs- und Irrsinn-Liste beliebig fortsetzbar !

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    • Stadtmensch sagt

      “4% oder 7% seiner Produktion per Strafe NICHT durchzuführen”

      Bei Industriebetrieben könnte ich mir das gut vorstellen. Einfach weniger Rohstoffe zu Müll verarbeiten oder Produkte ohne eingebautes Verfallsdatum produzieren.

      Bei der Landirtschaft ist das aus “Weltrettungssicht” meiner Meinung nach kontraproduktiv. Kein anderer Wirtschafssektor kann bisher so nachhaltig produzieren.
      Dass es kein gewschlossener Kreislauf ist liegt an der Schwemmkanalisation (andere Baustelle).

      Ansonsten sollte doch meiner Meinung nach ein Nitratüberschuss hin und wieder für N-mineralisierende Bodenlebewesen das “Grundnahrungsmittel” sein?! Wie soll die Bodengesundheit erhalten oder verbessert werden, wenn aus dem Spektrum der Bodenlebewesen alles “Nitratatmer” wegen “Unterernährung” verschwinden?

      Weiß jemand was?

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      • Frank sagt

        Wer den Schwachsinn solcher Vorgaben für andere gut findet und sich das gut vorstellen kann, der muss auch damit leben, dass die Bauern reglementiert werden. Nach dem Motto “Stilllegung ist ok, wird ja eh zuviel Nahrung weggeworfen bzw. verdirbt und die Stadtmenschen sind sowieso zu fett.”

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  16. Heinrich Steggemann sagt

    Könnten Lehrpläne an Schulen ein Vorbild beim Bürokratieabbau sein???
    Wer in dieser Runde kennt grob die Änderungen der letzten Jahrzehnte? Ein Lehrplan von heute müsste doch deutlich anders aussehen als noch in den 50er Jahren. Als Mensch hat man ja nur eine bestimmte Aufnahmefähigkeit. Also wenn man was neues in den Lehrplan aufnimmt, muss ja auch was anderes gestrichen werden. Hat man das hinbekommen? Und wie? Es müssen halt Prioritäten gesetzt werden.

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    • Frank sagt

      Ist ja nicht so, dass die Kindern mit den neuen Lehrplänen auch nur die basics besser lern.
      Was soll das also positives beweisen, dass man dort Inhalten geändert hat?

    • Christian Bothe sagt

      Stegemann: Lehrpläne und Schule? Ein ganz schlechtes Beispiel! Denke bloß an die katastrophalen Ergebnisse der letzten PISA Studie! Dann weiss man, das die Schulbildung und das dezentrale System der Kinder stark im Argen liegt! Habe mich vor kurzem dazu mal ausführlich in unserer hiesigen OTZ geäußert, zumal ich einige Jahre Elternaktivvorsitzender gewesen bin…

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    • Bauer Fritz sagt

      Wenn man sich die PISA-Ergebnisse ansieht, hat man den Eindruck, daß Schreiben, Lesen, Rechnen gestrichten wurde.
      Dafür gibt es Genderkunde, Streikrechtslehre am Freitag und Influenzer-Schulung.

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  17. Ferkelhebamme sagt

    Es darf auch keine Vor-Ortkontrollen ohne Beanstandung geben, da das unwahrscheinlich ist, folgt dann die Kontrolle der Kontrolle. O-Ton Vet-Amt: „“Ich muss was aufschreiben, sonst ist das unglaubwürdig und wird nachkontrolliert“. Danke Deutschland

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  18. Arnold Krämer sagt

    Ich weiß, dass der Bauernverband sich jetzt ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt bzw. auseinandersetzen will. Der berechtigte Unmut der landw. Basis muss ja auch kanalisiert werden, um Zugang zu den politisch Verantwortlichen zu bekommen. Ohne Gesetzesänderungen geht ja nichts, oder es artet in Willkür vor Ort aus.
    Wer also gute und ernstgemeinte Hinweise geben kann, setze sich bitte mit Herrn Möddel vom DBV in Berlin in Verbindung. Kontaktdaten bitte googlen.

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    • Mark sagt

      Der Bauernverband hat aber selbst die Paralellsystme massiv vorangetrieben! Er könnte ohne die Politik zunächst mal die total sinnbefreiten Systeme wie QS, VLOG, QM, QM++ usw . abschaffen, wenn er denn wollte. In Summe haben diese Systeme nämlich Null Mehrwert für die Landwirtschaft (und auch für sonst niemand), das sind nur Umverteilungssysteme!!!

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  19. Arnold Krämer sagt

    Zum staatlich verordneten Bürokratiewahnsinn gesellt sich das, was die aufnehmende Hand verlangt, wobei die Wirtschaft meist früher “aufschlägt” (siehe QS und ITW). Als Nächstes stehen Forderungen des Handels (und der Banken) nach Zertifikaten zum Nachweis der Nachhaltigkeit der einzelbetrieblichen landw. Urproduktion im Raum.
    Dem Staat genügen aber die Selbstkontrolle und – steuerung durch die Wirtschaft nicht (Stichwort Misstrauenskultur) und setzt immer noch wieder etwas oben drauf, so dass auch bürokratische Parallelsysteme bestehen. Diese produzieren im doppelten Sinne des Wortes “Schein-Sicherheit”, weil in einem System zunehmenden Misstrauens ja zwangläufig auch immer mehr gelogen wird.

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    • sonnenblume sagt

      Geht es hier nur um Misstrauen, oder auch um Deutungshoheit? Der Staat möchte das letzte Wort haben. Es kann ja nicht angehen, dass die Branche dem Kunden mehr bietet als er fordert. Käme ein Minister jemals auf die Idee etwas gut zu heißen, dass nicht aus seinem Hause kommt? Die Zügel könnten ihm entgleiten.

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      • Arnold Krämer sagt

        @Sonnenblume:
        Unsere Politiker, auch der CDU, halten nichts oder wenig von Marktwirtschaft. Sie verstehen sie auch nicht! Auch daher Mißtrauen. Die Masse der Bürger hat keine Ahnung, profitiert allerdings gern vom System, das leistungsfähiger ist als die planwirtschaftliche Alternative. Und der Bürger registriert auch nicht, dass der Markt in der Regel in vielen Bereichen zuverlässiger und gerechter ist als der Staat.

        Ein Problem für die Landwirtschaft ist, dass der Handel und damit auch der Verarbeiter der landw. Rohstoffe Dinge fordert, die er selbst nicht kostendeckend an den Verbraucher bringen kann (siehe z. B. ITW Haltungsstufe 2, Schwein). Und der Handel fordert dann den Staat auf (oder er schweigt zum Thema Tierwohlabgabe), diese Lücke zu füllen durch Steuergelder. Alles ein bißchen verrückt.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich sehe in die Augen der Fleischereifachverkäuferin, wenn ich das gemischte Hack bestelle….ich möchte gerne den Anteil Schwein aus ITW 2 und das vom Rind aus ITW 3 haben……wie, Sie wissen nicht wie Sie das machen sollen? 🥳🦄

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          • oberländer sagt

            Wenn ich den Mangel an Fleischereifachverkäuferinnen sehen äußere ich da lieber keine solchen Wünsche , da bin ich froh wenn ich nett bedient werde. Der ganze Rest dient doch am Besten Herrn Özdemür zu
            rektalen Einfuhr

        • sonnenblume sagt

          Beide wollten sich doch in der Diskussion profilieren. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Man puschst die Erwartung der Verbraucher, kann und wird aber im Letzten nicht zugeben, dass die Erwartungen unter diesen Umständen gar nicht realisiert werden können. Man sitzt das Problem aus, bzw. reicht es durch in die LW. So frei nach dem Motto, wir wollten ja, aber ihr macht es nicht. Und dann kommt der Import mit Zertifikat.

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  20. Ertl Elisabeth sagt

    Ja, und deshalb brauchen wir ja jetzt die Balmann`sche KI, die man mit all dem füttern kann, und die kleinen Roboter handeln dann danach. Und wenn nichts Gscheites mehr wächst, dann wars eben der Klimawandel.

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    • Ferkelhebamme sagt

      KI wird erstmal zur Kontrolle-Unterstützung genutzt. Wird per Satellit eine Bewegung auf der Stilllegung erkannt, gibts direkt eine Meldung. Der Verwaltungsangestellte muss nur Muster-Brief xy rausschicken. Prüfen und Stellung nehmen mit entsprechenden Belegen musst du selbst, oder zahlen. Eine Goldgrube für den Staat.

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  21. Mark sagt

    Sehr guter Artikel von Willi!!! Genau das ist es, was ich hier schon mehrfach angemahnt habe, endlich mal konkrete bürokratische Regelungen benennen, die ohne Probleme abgeschafft werden können! Bürokratieabbau darf man nicht den Bürokraten überlassen, den die finden immer einen, wenn auch noch so abstrusen Grund für bürokratisches Unwesen, letztendlich ist dies natürlich auch dem Selbsterhaltungstrieb geschuldet. Total daneben ist der Vorschlag, die Bürokratie zu “überfüttern” um sie abzuschaffen. Das würden die dankend annehmen. Übrigens, je größer der Aktenberg auf dem Schreibtisch eines Bürokraten, desto wohler fühlt er sich. Auch der Vorschlag, überflüssige Bürokraten eben nach dem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr zu ersetzen, ist Quatsch. Anstatt die Arbeitskräfte in Bullshitjobs zu halten, setzt man diese dort ein, wo sie wirklich gebraucht werden, das vermindert gleichzeitig den Bedarf an Zuwanderung.

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  22. Andi sagt

    Neuestes Muss ihm Zertifizierungswahnsinn ist Soja+. Mehrkosten 4,-€/to. Da ich bei meinen Schweinen das QS-Siegel habe, muss ich nun Soja+ einsetzen. Unterschied zu “Normalsoja”? Keiner. Kann meine Ware nur von einem Händler ordern, der zertifiziert ist, dass er Soja+ liefert. Was das ganze bringen soll? ABM vermutlich.
    Der Wahnsinn nimmt kein Ende.
    In meinem nächsten Leben betreibe ich ein Zertifizierungsunternehmen und gehe an die Börse.

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    • Stadtmensch sagt

      Das Traurige ist, dass man keinen festen Angriffspunkt für Kritik findet an diesem Wahnsinn.
      Beispiel: die eine Fraktion hier beklagt, dass es viel zu teuer wäre, die ABMer, Bullshitjobber, Riesen-Fräuleins zum Schädlinge-Sammeln und Unkraut zupfen über den Acker zu schicken und die andere Fraktion würde gern Stückkosten senken, um damit letzendlich Bullshitjobber, ABMer und Riesen-Fräuleins zu produzieren (Leute freizusetzen).

      Diese ganze Wirtschaftssystem ist einfach nicht mehr zeitgemäß! Es zerbricht an seinen inneren Widersprüchen und an den Grenzen “der Natur”.

      Den unerschütterlichen Glauben (hier zum Beispiel an die kapitalistische Wachstums- und Transformationslogik) findet man eigentlich nur bei Sekten
      Der Herr Welzer hat das in “Zeitenende” so beschrieben: “Sekte von Auserwählten trifft sich am Tag X auf einem Berg um abgeholt zu werden. Als die fliegende Untertasse nicht kommt, ist die einzige Begründung, dass es nur eine Glaubensprüfung war” 😉

      Hier, gibt noch andere Branchen die im rasenden Stillstand verharren und nichts als Entropie erzeugen:
      https://www.youtube.com/watch?v=ieCXWyijiqc

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  23. Ferkelhebamme sagt

    Tja, wer soll uns denn beim Bürokratie-Abbau unterstützen? Die Kammern? Die sägen dann an dem eigenen Ast auf dem sie sitzen: bei der Ortsverbands-Versammlung hat die Kammervertreterin die neuen zusätzlichen Mitarbeiter vorgestellt: „Wir werden mehr, weil SIE uns mit immer mehr Aufgaben betreuen.“

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  24. Dirk Schneekloth sagt

    Agrardiesel:

    In Dänemark bestellt der Landwirt Agrardiesel bei seinem Mineralölhändler. Dieser Agrardiesel ist blau eingefärbt. ( nur zur Info, mit 5,8 cent besteuert)
    Kein Landwirt muss einen Antrag stellen 😊
    Schöne Grüsse aus Schleswig-Holstein

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  25. Obstbäuerin sagt

    Wie hat das bloß früher funktioniert, als es all die Vorschriften, Gesetze und Kontrollverfahren noch nicht gab? Die Digitalisierung hat auf der Beamtenseite vielleicht für Entlastung gesorgt – auf der zuarbeitenden Seite, ob Landwirt oder Privatperson, jedoch zu erheblicher Mehrarbeit geführt. Noch vor einigen Jahren konnte man an Sprechtagen in der Verwaltung seine Probleme klären. Das ist ohne vorherige digitale Anmeldung nicht mehr möglich oder nur noch mit einem digitalen Vordruck (was auch oft an der Technik scheitert). Telefonisch ist auch nur noch selten jemand zu erreichen. Angeblich sollte das zu einer Verbesserung der Verwaltungstätigkeit führen aber es führt einfach nur zu mehr Frust und Entfremdung.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Früher konnte man mit einer Mettwurst unter dem Arm den Bauantrag direkt beim Sachbearbeiter abgeben, der ging mit der Akte mal eben durch die Fachgebietsebenen und klärte die Sache ab……das wurde natürlich wegen Korruptionsvorwürfen und Vorteilsnahme unterbunden…..dafür geht heute nichts mehr, das ist doch ein Fortschritt.
      Vor Weihnachten musste ich als junger Mitarbeiter des Architekturbüros losfahren und einen Kofferraum voller Geschenke abliefern. Beim Bauamt, bei der Feuerwehr (Brandschutz), bei den Firmen……der Vorteil war, man kannte sich. Der Nachteil war, dass der Geschenke-Preis immer weiter stieg.😎

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      • Bauer Willi sagt

        @R.Seevers, wie groß muss die Mettwurst heute sein? (Ach ne, geht nicht, wir sollen ja weniger Fleisch essen) 🙂

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  26. Reinhard Seevers sagt

    Ich glaube, dass alle Bürger Schuld tragen an der Misere, nur dass die Entwirrung der Problemlage unendlich schwer sein wird. Bürokratie schaffen geht schnell, sie wieder rückgängig machen ruft sofort Menschen auf den Plan, die darin hier oder dort Probleme sehen.
    Ein schönes anschauliches Beispiel ist die Anlieferung von Abfall am Samstag-morgen bei der kreiseigenen Schuttannahmestelle. Alle Autofahrer reihen sich geduldig in eine lange Reihe ein. Ein Mitarbeiter der Annahme kommt und begutachtet die mitgebrachten Utensilien. Das gehört dorthin, das dahin, das andere dahinten rein…..25,-€! Neee, das ist aber frei, das ist gar nicht so viel…..erstes Streitgespräche, die Schlange wird länger, inzwischen sind auch einige Handwerksbetriebe in der Schlange, die es noch eilig haben damit sie Montag nicht wieder hermüssen.
    So, erster Kunde ist durch, parkt sein Auto vor Container 1, muss aber mind. drei weitere Anlaufen, wegen der Differenzierung. Inzwischen sind dutzende Autos überall am Parken, Ausladen, jeder läuft kreuz und quer von Container zu Container.
    Alle Container sind beschriftet mit den darin unterzubringenden Dingen…..hier Holz, dort Sperrmüll, dort Mischabfall, dort Hausrat, Elektroschrott usw.
    Einer wirft einen Bettkasten in einen Holzcontainer. Der beaufsichtigende Mitarbeiter spricht ihn an. Das würde so nicht gehen, der Bettkasten wäre mit Stoff bespannt, der müsse wieder raus und in den Container mit Mischabfall. Ein Streitgespräch entsteht, dutzende andere laufen genervt zwischen den beiden hin und her.
    Alle sind genervt, das Wochenende kann beginnen! Wir sind einfach zu blöde…..
    Wer hat das so gewollt? Wem nützen solche starken Differenzierungen, wenn am Ende doch alles wieder durch die Sortierung läuft? Ich glaube hier machen sich wieder einige die Taschen voll, in dem sie die Arbeit vom Bürger machen lassen und diese auch noch von ihm bezahlen lassen.

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  27. Sebastian Zaiß sagt

    Das Riesen-Spielzeug.

    Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohl bekannt,
    Die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand;
    Sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
    Du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.

    Einst kam das Riesen-Fräulein aus jener Burg hervor,
    Erging sich sonder Wartung und spielend vor dem Thor
    Und stieg hinab den Abhang bis in das Thal hinein,
    Neugierig zu erkunden, wie’s unten möchte sein.

    Mit wen’gen raschen Schritten durchkreuzte sie den Wald,
    Erreichte gegen Haslach das Land der Menschen bald,
    Und Städte dort und Dörfer und das bestellte Feld
    Erschienen ihren Augen gar eine fremde Welt.

    Wie jetzt zu ihren Füßen sie spähend niederschaut,
    Bemerkt sie einen Bauer, der seinen Acker baut;
    Es kriecht das kleine Wesen einher so sonderbar,
    Es glitzert in der Sonne der Pflug so blank und klar.

    Ei! artig Spielding! ruft sie, das nehm’ ich mit nach Haus.
    Sie knieet nieder, spreitet behend ihr Tüchlein aus,
    Und feget mit den Händen, was da sich alles regt,
    Zu Haufen in das Tüchlein, das sie zusammen schlägt;

    Und eilt mit freud’gen Sprüngen, man weiß, wie Kinder sind,
    Zur Burg hinan und suchet den Vater auf geschwind:
    Ei Vater, lieber Vater, ein Spielding wunderschön!
    So Allerliebstes sah ich noch nie auf unsern Höh’n.

    Der Alte saß am Tische und trank den kühlen Wein,
    Er schaut sie an behaglich, er fragt das Töchterlein:
    Was Zappeliges bringst du in deinem Tuch herbei?
    Du hüpfest ja vor Freuden; laß sehen, was es sei.

    Sie spreitet aus das Tüchlein und fängt behutsam an,
    Den Bauer aufzustellen, den Pflug und das Gespann;
    Wie alles auf dem Tische sie zierlich aufgebaut,
    So klatscht sie in die Hände und springt und jubelt laut.

    Der Alte wird gar ernsthaft und wiegt sein Haupt und spricht:
    Was hast du angerichtet? das ist kein Spielzeug nicht!
    Wo du es hergenommen, da trag’ es wieder hin,
    Der Bauer ist kein Spielzeug, was kommt dir in den Sinn!

    Sollst gleich und ohne Murren erfüllen mein Gebot;
    Denn, wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brod;
    Es sprießt der Stamm der Riesen aus Bauernmark hervor,
    Der Bauer ist kein Spielzeug, da sei uns Gott davor!

    Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohlbekannt,
    Die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand,
    Sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
    Und fragst du nach den Riesen, du findest sie nicht mehr

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    • Arnold Krämer sagt

      Krieg oder Revolution! Wollen wir das? Nein!
      Deshalb machen wir bis zur Erschöpfung weiter.

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      • Smarti sagt

        Wenn die Proteste mit den Traktoren nach Monaten nichts bringen, dann wird ja vielleicht auch mal gestreikt. Keine Lebensmittel mehr liefern wäre für mich z.B. sehr schwierig, denn wir haben schon als Kinder gelernt, dass man keine Lebensmittel und kein Futter weg schmeißt. Und nicht produzieren an Orten, an denen Lebensmittel hergestellt werden könnten, ist ja fast dasselbe.
        Aber einen Bürokratiestreik – wenn alle gleichzeitig machen… das ist eine super Idee ! Besser als Tod durch Erschöpfung.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          “– wenn alle gleichzeitig machen…”

          Das ist das Problem!
          Wir müssen uns professionell vertreten lassen,kostet aber so 100 bis 200€ im Jahr bei 100000 Betrieben.

  28. Oswald Wölbert sagt

    Guten Morgen.aus dem Hunsrück
    Habe mir vor der Stallarbeit die Abrissbirne reingezogen und an manchen Passagen herzlich Gelacht,im kompletten Artikel den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Alle diese hirnverbrannten Verordnungen wäern auf ein Mindestmaß zu Reduzieren,womit jeder aber auch jeder klar kommen könnte. selbst diejenigen die dem Mist fabriziert haben ,die blicken leider auch nicht mehr durch.
    Deutschland und die EU sollten sich jetzt schon einmal Gedanken machen wohin man die ganzen Kontrolletis und die 2250 Seiten Vorschriftsverfasser unter bringen kann,wenn keine Anträge mehr gestellt werden. Weit davon sind wir nicht mehr weg. Vielleicht kann man mit deren Köpfen noch die Straßen pflastern.

    8
  29. Reinhard Seevers sagt

    Am Freitag kam das Verlagsprogramm der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall e.V.)
    100 Kleingedruckte Seiten mit den DWA- Arbeitsblättern, DIN- EN Normen und Verordnungen…nur für den Bereich Wasser, Abwasser.
    U.a.” Grundsätze und Maßnahmen einer gewässerschützenden Landbewirtschaftung, Arbeitsblatt DWA-A 912, 46 Seiten 75,50€ als E-Book. 💪

    4
  30. Marian E. Finger sagt

    Textauszug: Seymour, John: Friedliches Land – Grünes Leben von 1977, S. 113 ff.

    “Wie wäre es mit einer neuen Religion, die es zur Sünde erklärt, Formulare auszufüllen. Zum Ausfüllen von Formularen gezwungen werden, ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Die Anhänger dieser Religion würden zu Nanny (Anm.: Seymour wohnte in Wales, gemeint ist der britische Staat) sagen: “Ich schreibe dir in einem Brief alles, von dem ich glaube, dass es dich was angeht. Ich telefoniere auch mit dir oder spreche mit dir persönlich. Aber ich fülle keine Formulare aus. Lieber gehe ich ins Gefängnis. Es gibt nichts, das ich dir auf einem Formular mitteilen kann, was ich dir nicht genausogut in einem Brief schreiben könnte …

    Ich erinnere mich an die landwirtschaftliche Ausbildungsabgabe. Nanny hatte sie vor wenigen Jahren den Landwirten in einer ihrer übereifrigen Launen untergeschoben. Wir sollten alle eine Abgabe auf unser Land zahlen, um ein sagenhaftes “Ausbildungsprogramm” zu finanzieren, das niemand außer Nanny wünschte. Nanny wollte ihre Familie mit Ausbildungs-“Beamten”, Verwaltungs-“Beamten” und was es sonst noch so gibt, vergrößern. Sie wollte ein riesiges Gebäude hinstellen und ratet mal wo? In London. Ein kleiner Teil der britischen Landwirte zahlte die Abgabe sklavisch. Die Mehrheit weigerte sich schlicht. An ein oder zwei Landwirten wurde ein Exempel statuiert. Man brachte sie vor Gericht und belegte sie mit einer Geldbuße. Wir zahlten ihre Geldbußen gemeinsam, und wir hätten auch tausend Geldbußen gemeinsam bezahlt. Die “Ausbildungsabgabe” wurde in aller Stille begraben. Das Beamtentum hatte die Gefahr erkannt.

    Als ich auf meine Farm zog, wurde ein Projekt erörtert, nach dem wir alle unsere private Wasserversorgung registrieren lassen sollten. (…) Als ich das Formular erhielt, welches schreckliche Strafen für den Fall androhte, dass man es nicht ausfüllte, warf ich es ins Feuer. Es wurden noch weitere schreckliche Konsequenzen angedroht, die sogar in den Nachrichten des Bauernverbandes veröffentlicht wurden. Neunzig Prozent der wallisischen Bauern und fünfzig Prozent der englischen Bauern vernichteten jedoch ihre Formulare. Wieder sah Nanny rotes Licht, und die Sache wurde still begraben.

    Ein 50 Jahre alter Text, und das Problem ist immer noch dasselbe, hat sich sogar potenziert !!!

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Seymour hatte damals das Buch “Landleben” geschrieben,wo auch ein Rezept für selbst gemischtes Hühnerfutter beschrieben wurde.Ein neuer Nachbar (Selbstversorger) aus Düsseldorf,der hier einen kleinen Hof gepachtet hatte,brachte mir das Futter und meinte,ich solle es meinen Schweinen geben,weil seine Hühner das nicht fressen wollten.Er musste Fertigfutter kaufen.

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    • Bauer Fritz sagt

      Diesem hehren Ziel Formulare ausfüllen als Verstoß gegen die Menschenwürde zu ahnden, hat man sich wohl mit folgendem Sprichwort aus Deutschland (inkl. A und CH) schon lange resigniert entzogen:
      VON DER WIEGE BIS ZUR BAHRE,
      FORMULARE, FORMULARE.

      Es konnte auch nur ein Deutscher (Reinhart Mey) dies zudem trefflich besingen:
      “Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars,
      zur Bestätigung der Richtigkeit des Durchschriftexemplars.”

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  31. Heinrich Steggemann sagt

    Jetzt wäre die richtige Zeit für die Bürokratie-Abrissbirne. In zwölf Jahren haben wir rund 7 Millionen weniger Arbeitnehmer in Deutschland. Wir sollten eine öffentliche Diskussion anstossen welche Arbeitsplätze vorrangig durch die nachrückende Generation wieder besetzt werden sollten.
    Mein Vorschlag: Es muss keiner kurz vor seinem Ruhestand seinen Bürokratiearbeitsplatz verlassen aber viele Stellen werden nicht wieder neu besetzt. Vorher müssen natürlich unsere Gesetze intensiv entrümpelt werden, damit die wirklich wichtigen Dinge von den geschrumpften Verwaltungen auch zeitnah bewältigt werden können.

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    • Smarti sagt

      Herr Steggemann, dies ist eine faire Lösung. Die Beamten waren “früher” ja auch geschätzte Personen, die gut beraten konnten und so schnell und unbürokratisch Hilfe anboten. Irgendwann in den letzten paar Jahren sind sie von “Freund” zu “Feind” geworden – und das ist für beide Seiten eine Katastrophe.

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    • Peter sagt

      Keine Chance! Die bundesweiten Nachblabberer à la @Wolf Lützen blärren laut nach Zuwanderung. Die Folge ist, dass die Bürokratie bleibt und zusätzliche Bürokratie geschaffen wird…schließlich müssen alle integriert werden, sozial betreut sein, geschult werden, wo sie ihr Kreuz am Wahltag machen und was “man” in diesem System essen, trinken, sagen und denken darf.

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  32. Smarti sagt

    Ohrmarkenkontrollen bei den Kühen. Alle paar Jahre wieder kommen zwei Tierärzte vom Veterinäramt. Früher mit ein paar Tagen Voranmeldung, die letzte Kontrolle als Überraschungsbesuch. Im Herbst, bei Matsch und Regen, zum Glück noch einen Tag vorher die Rinder von der Weide rein geholt.
    Unsere Fleckviehrinder haben an den Ohren teils so richtig schön Haare, die Ohrmarkennummern sind teilweise verdeckt – allerdings kennt mein Mann jedes Tier mit Namen, kann also im Tierjournal auch die dazu gehörende Nummer leicht ablesen. Für den Tierarzt gibt es dann noch eine Nummer am Halsband. Das Halsband ist für den Futterautomaten, die Nummer für mich, damit ich z.B. sagen kann, da Nr. 30 ist auf 78 aufgesessen, also stierig. Früher hat mich mein Mann nach der Farbe gefragt 🙂 . Also es sind irgendwie alle 60 braun-weiss gescheckt. Auch an einem Hinterfuss ist nochmals eine Nummer, dass man die einzelne Kuh sicher im Melkstand erkennt und der Melker es aufschreibt, wenn bei einer Kuh etwas auffällig ist.
    Nun, es reicht nicht, wenn die Kuh gezeigt wird und man die beiden vorgeschriebenen Ohrmarken sieht, man “muss” trotzdem die Nummer mit dem Fernglas erkennen, also bitte immer die Ohren ausrasieren, denn morgen könnte ja eine unangemeldete Kontrolle sein. Ja klar!
    Nun gibt es immer mal so Spezialisten, die sich in die Büsche verziehen und dann auch mal mit einer Marke hängen bleiben. Die Marke bricht dann ab ohne Verletzung oder reisst aus, dann blutet es und die Kuh hat einen Riss im Ohr der schnell verheilt. Ohrmarken kann man jederzeit und einfach nach bestellen, die liegen dann in der Schublade und werden kurz vor der angemeldeten Kontrolle eingesetzt – die gleiche im anderen Ohr ist ja noch drin.
    Das sind jeweils etwa 2-3 Stunden mit schlechter Laune vertrödelt und Kühe geärgert. Für nichts und wieder nichts. Einfach nur um nachzugucken, ob man dem Landwirt irgend einen Zahlendreher oder eine falsche An-oder Ummeldung nachweisen kann um ihn dann zu büssen.
    Die Kontrollen dienen nur dazu, einem neuen Amtstierarzt den Hof zu zeigen und es geht (gefühlt) auch darum, dem Landwirt einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz nachzuweisen. Man sieht ja dann jedes Rind einzeln, auch ob bei den Neugeborenen genug eingestreut ist und Heu und Wasser vorhanden sind.
    Letztes Mal haben die bemängelt, dass eine Katze auf der Kälberheuraufe geschlafen hat, dies sei unhygienisch.

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    • Smarti sagt

      Also mein Vorschlag: Jedes Rind muss klar zu erkennen sein und seinem Pass zugeordnet werden können, ob mit Chip wie beim Pferd oder mit einer oder zwei Ohrmarken ist dem Besitzer überlassen. Dasselbe für Ziegen.

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      • Mark sagt

        “Jedes Rind muss klar zu erkennen sein und seinem Pass zugeordnet werden können, ”

        Warum??

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        • Smarti sagt

          Wegen Tierseuchen, um das Tier einem Besitzer zuordnen zu können, beim Verkauf lebend und dann später geschlachtet. Bei Pferden und Hunden ist es ein Schutz vor Diebstahl oder um den Besitz nachweisen zu können.

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      • Hauke Jaacks sagt

        Bei uns war es ähnlich,man konnte eine bestimmte Ohrmarke nicht finden. Nach langen hin und her wollte meine Frau die Nummer dann wissen(sie kennt alle Nummern mit dem entsprechenden Namen ,ich kenne nur den Namen.Es sind nur 120Kühe und Nachzucht) Das Ende von der Sache man suchte die Betriebsnummer also was sollen diese Kontrollen? Wir sind 24/7 für die Tiere da.

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    • Frank sagt

      Lasst doch die Katze mal ein Hygieneseminar beim Veterinäramt machen. Geht ja echt nicht … Katze im Heu.

      1
  33. Arnold Krämer sagt

    Hinter allem steckt abgrundtiefes Misstrauen. Das geht bis in die Spitze unsere Staates. Das Bundeskanzleramt muss riesengroß und teuer erweitert werden, weil für jedes Fachministerium immer mehr sogenannte Spiegelreferate eingerichtet werden, weil man den Ministerkollegen und ihren Häusern nicht über den Weg traut.
    Das Ergebnis der Misstrauenskultur in unsrem Land sind noch mehr Lügen. Wo führt das hin ?

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    • Smarti sagt

      Herr Krämer
      Wenn der Abbau mit dem Vorschlaghammer wie jetzt von Bauer Willi gefordert – und von Herrn Lindner befürwortet, nicht greift. Was ja zu erwarten ist..
      Wie wäre es, wenn man das umkehren würde, das heisst das Bürokratiemonster so lange satt füttern, bis es platzt ?
      Also zum Beispiel alle Landwirte gleichzeitig eine bestimmte Förderung beantragen, gleich die nächste… könnte das etwas bewirken oder bringt man da nur die Leute in den Wahnsinn, die eh nichts dafür können ?

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      • Frank sagt

        Sie können Bürokratie gar nicht nicht überfüttern. Im Zweifel bleibt der Input dort halt liegen und stapelt sich auf oder wird ohne weitere Verarbeitung abgelegt, während gleichzeitig mehr und neuer eingefordert wird, natürlich mit Termin.
        Das wird mit der Digitalisierung auch nicht besser werden.

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        • Reinhard Seevers sagt

          DAS ist wirklich Fakt Frank!
          Erlebe ich jeden Tag……dann dauert die Bauvoranfrage (nicht Bauantrag wohl gemerkt) für einen Tierwohlstall eben mal 1 Jahr…….
          Bürokratie hat immer eine Entschuldigung und eine Rechtfertigung ihrer Nichtarbeit. Am Ende schieben sie es auf die Politik, die aber zwischenzeitlich dreimal gewechselt hat und dann nicht Schuld sein kann……Deutschland eben.
          Es fehlt der Arsch in der Hose und der Schneid Verantwortung zu übernehmen.
          Alle haben Angst in eine Ecke gedrängt zu werden. Man MUSS die Welt retten wollen und man MUSS Gerechtigkeit schaffen und erhalten….am Ende kommt Mist dabei raus.

          10
          • Ferkelhebamme sagt

            Nur ein Jahr? Wir sind mit unserer Voranfrage zum Änderungsantrag einer bestehenden Genehmigung wieder bei weit über einem Jahr. Bald verfällt die bestehende Genehmigung. Interessiert die Herrschaften aber nicht, es scheitert an dem einen Behördenmäuschen, dass nach Aktenlage entscheidet, basierend auf einem Wald, der nach der Trockenheit nur noch auf der Karte besteht. Trotz Gegengutachten wird nicht einmal eine Ortsbesichtigung in Betracht gezogen. Der Kreis könnte sich über diese Einschätzung hinwegsetzen. Tut er aber nicht, aus den o.g. Gründen und aus Angst vor Naturschutzklagen. Wir können uns keinen Anwalt leisten, weil die Rechtsschutz das nicht abdeckt, der Verband zuckt nur brav mit den Schultern, weil auch keinen Arsch in der Hose. Und dann stehst du da ganz alleine

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    • Thomas Bröcker sagt

      Ein Abteilungsleiter in der Verwaltung in Potsdam hat vor einiger Zeit gesagt: “Minister und Staatssekretäre kommen und gehen, ich bleibe” Der war aber noch “Alte Garde” und der LW wohlgesonnen.

      Das ist eins der Hauptprobleme: heute sind fast alle Stellen in der Verwaltung mit Leuten besetzt, die die Frame´s der Naturschutz-NGO´s und des grünen Mainstream´s gefressen haben. Auch die Misstrauenskultur gegenüber der modernen Landwirtschaft (die allerdings nicht nur dort grassiert) basiert auf der gemeinsamen “BesserÖko” – Erzählung der Naturschützer und der Öko-Branche und deren Marktabgrenzungserzählungen.

      Die bösen Vergifter und Tierquäler müssen eben notfalls zu Tode kontrolliert und gemaßregelt werden.

      Große Betriebe stellen eben Jemanden ein, der das Papier “in Ordnung” hält. Die kleineren Familienbetriebe sind die Leidtragenden, weil die den ganzen Müll neben der ohnehin hohen persönlichen Arbeitsbelastung erledigen müssen.
      Da die Zahl der zu kontrollierenden Betriebe immer kleiner wird, muss der Kontrollumfang bei den verbleibenden Betrieben so erweitert werden, dass die vielen Kontrolleure auch das Gefühl haben zu arbeiten. Deshalb muss das Misstrauen immer schön am Leben gehalten werden … Untersuchungsergebnisse, die die Misstrauenskultur in Frage stellen werden unterdrückt, zensiert, aus dem Diskurs entfernt.

      Jede gesellschaftliche Gruppe versucht den Rahmen des “Overton – Fensters” in Richtung ihrer Interessen zu verschieben. Da Internet und Sozial-Media die Möglichkeiten dafür selbst für krudeste Randgruppen schafft, werden die Reaktionen der jeweils Machthabenden (im Fenster befindlichen) Gruppen immer rigoroser, undemokratischer und diktatorischer. Das ist ein Dilemma, das schwer zu beheben ist.

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      • Arnold Krämer sagt

        “Politiker kommen, Politiker gehen, Beamte bleiben”. Richtig! Das haben wir vor 40 Jahren auch schon gesagt im Landwirtschaftsministerium in Hannover, wo ich Mitte der 1980er Jahre arbeiten durfte. Damals haben die Menschen im Lande auch gesagt: “Die Beamten tun nichts”.
        Das Problem heute ist, dass sie etwas tun, im vorauseilenden Gehorsam, im vermeintlichen Auftrag der Parteien, denen sie ihre Posten verdanken, in ihren selbst verordneten Weltrettungsphantasien. Und sie können sehr kreativ werden, wenn es z. B. um die Auslegung bestehender Gesetze geht, immer mit dem Ziel, Vorgaben nicht nur der Ministerien, sondern auch der obersten Verwaltungsbeamten auf Kreisebene umzusetzen. Ich habe das selbst erlebt im Kreis Emsland, als man sich vor etwa 10-12 Jahren vor Bauanträgen für Hähnchenmastställe nicht mehr retten konnte. Diese Dinge sind dann in Erlasse und Verordnungen des Landes Niedersachsen eingeflossen und haben damit die Bautätigkeit in allen Landkreisen negativ beeinflusst.

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  34. Burkhard Schön sagt

    Moin nochmal
    Ich hab noch was vergessen. Statistik jedes Jahr werden unsere 10 Betriebe zufällig ausgewählt. Früher waren es 3 Seiten und man gab denen die Erlaubnis die Anbaufächen aus dem Agrarantrag zu holen. Heute sind das bei uns knapp 30 Seiten… völlig unsinnig und meiner meiner Meinung nach nur eine ABM für ein viel zu großes Landesstatistik Amt.

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    • Smarti sagt

      Herr Burkhard, dem schliesse ich mich an. Echt nervig und dieses Jahr ging die Übertragung per Internet bei uns nicht. Also nochmal von Hand.

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  35. Gurkenhobel sagt

    Guten Morgen Willi,

    you made my day :o))) Am besten der Schlussakkord mit den Ohrmarken für Hühner! In den Absätzen davor hast du alles sehr gut und transparent erklärt. Wie aber kann man einen Bürokratieboykott organisieren? Ich fühle mich gegenüber dem Verwaltungswahnsinn immer recht machtlos. Das ist leider nicht nur in der öffentlichen Verwaltung so, sondern dieser Wahnsinn nimmt auch in vielen Unternehmen unerträglich zu, kostet Zeit, erzeugt Frust und nachlassende Motivation, und verbrennt unproduktiv Geld. Das sind dann die Leute, die dich und weitere Kollegen eines schönen Tages “freisetzen”, und irgendwann tatsächlich (hoffentlich) merken, dass gar keine Indianer mehr da sind, um den eigentlichen Job zu machen, sondern nur noch Häuptlinge, die in Teams-Meetings, Abstimmungs- und Korrekturschleifen ihre Zeit verbringen. Das Schlimme ist, dass du da mit reingezogen wirst, ob du willst, oder nicht. Am Anfang ärgerst du dich noch darüber, was du in dieser ganzen Zeit hättest Sinnvolles erledigen können. Irgendwann resignierst du und lässt einiges Sinnvolles, aber auch viel bullshit, über dich ergehen.

    In den letzten Wochen hatte ich mehrfach mit der Agentur für Arbeit zu tun, deren potenzieller “Kunde” ich möglicherweise zu werden drohe. Da trennt sich die Spreu vom Weizen in der Verwaltung, ich habe in dem ganzen Onlinekram nicht mehr durchgeblickt. Und wenn du da versuchst, anzurufen, sprichst du mit irgendeinem Automaten, bitte drücken sie die 3, und landest in einer Warteschleife, die dir 45 Minuten lang (!!) erklärt, dass du der Nächste in der Bearbeitung bist. Und dann legst du frustriert auf. Das Ganze drei Mal! Dann habe ich es anders versucht: Auf dem freundlichen Anschreiben stand ganz verschämt klein irgendwo eine kryptische E-Mail-Adresse, da habe ich mein Anliegen hingeschickt. Innerhalb einer halben Stunde rief ein echt freundlicher und hilfsbereiter Sachbearbeiter mit Zeit für mich zurück, der meine Dinge sofort klären konnte, und auch die nötigen Eingaben für mich erledigt hat. Es gibt da noch Leute, die ihren Job ernst nehmen. Es ist nur schwierig, an die ran zu kommen, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das auch so gewollt ist und System hat. Wie das in der Agrarverwaltung abläuft, entzieht sich weitgehend meiner Kenntnis, aber ich stelle mir das ähnlich vor.

    Und nun zum Frikadellen piet:

    Ich freue mich jeden Morgen auf deine Kommentare, in der Regel der Erste. Mit dem ganzen Papier kannst du aber viele Grills starten ;o) Frikadellen, aber auch Hühner lassen sich hervorragend auf dem Grill zubereiten.

    In diesem Sinne: Keep on pushing!

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  36. Burkhard Schön sagt

    Sehr geehrter Bauer Willi,
    Sie sind vielleicht einer derjenigen der die o.g. Vorschläge sachlich bei dem Praxischeck vorbringen könnte und dem zumindest zugehört wird.
    Ich möchte kurz auf die von Ihnen genannte Punkte eingehen und teilweise ergänzen.
    1.
    Grundsätzlich habe ich kein Problem damit eine Düngebedarfsberechnung zu führen, ab eine bestimmten Grösse haben Sie einfach nicht mehr alles im Kopf. Aber Tatsache ist das man die Komplexität der Nährstoffdynamik der Böden und dann noch in unterschiedlichen Wetterregionen nicht in eine Verordnung gepresst bekommt. Mich stört die nicht so sehr, aber ich würde das wahrscheinlich anders sehen wenn ich in einem roten Gebiet wäre. Grundsätzlich halte ich das Grundwasserpoblem auch für unproblematisch, was auf zu kommen wird ist die Beobachtung des oberfächlichen bzw. des Nährstoffabflusses aus Drainagen z.B. nach Regenfällen. Leider kann man das wissenschaftlich nicht leugnen, daß da gerade in viehhaltenden Betrieben Nährstoffe abfliessen. Unser Till Backhaus hat uns dazu schon was angedroht auf irgendeinem Bodentag.
    2.
    Und wenn man das ganze noch schlagspezifisch macht, hat man da einen sehr guten Überblick. Grundsätzlich ist ein Acker aber kein Labor und Nährstoffbindungen in Humus bzw. Bodenlebewesen sind schwer einzuschätzen.
    3.
    Wir dokumentieren das direkt in der Spritze die ein Pdf Protokoll rausgibt (hat mir schon sehr geholfen bei einer Anzeige wegen Glyphosatanwendung)
    4.
    Soja anbauen, dann sind Sie im Bereich von Raps aber nur wenn Sie auch einen Abnehmer haben.
    5.
    Grundsätzlich strebe ich 100 % Bodenbedeckung an .. ist aber nicht immer möglich eine Verordnung dafür brauche ich nicht.
    6.
    Ich würd auch 10 % stillegen wenn es sich denn lohnen würde. Ertrag bei Stillegung 150 €/ha Pachtkosten auf einigen Flächen 450€/ha = – 300€/ha wir müssen insgesamt ca. 100 ha stillegen = 30.000 € und es ist nicht so daß auf den sich selbst überlassenen Flächen Artenvielfalt entsteht, da habe ich schon ausprobiert. Unsere Landschaft ist gekennzeichnet durch kleine Bruchlöcher, Tümpel usw. also kleine wirklich schöne Biotope. Um die habe ich jeweils einen Schutzstreifen von 6 m Breite angelegt um zu verhindern, das Dünger oder Pflanzenschutzmittel dahineingeraten. Wenn diese dann nicht größer sind als 1000 m³ werden die nicht zu den 4 % dazugezählt. Dh. Man wird für Gutens tun noch bestraft.
    7.
    Stoffstrombilanz: Ich habs schon auf FB kommentiert … weg damit.. selbst die Behörden wissen mit den Ergebnissen nichts anzufangen.
    8-
    Ackergras: Wir bauen zwischen 50-120 ha Ackergras an. Wollen wir den Acker länger als 5 Jahre als Ackergras nutzen müssen wir die Flächen narbenzerstörend bearbeiten und neu anlegen. Machen wir das nicht verliert der Acker seinen Ackerstatus und können uns mit Schadensersatzansprüchen der Eigentümmer rumschlagen.
    9.
    Genehmigungspflicht der Grasnarbenerneuerung. Heute müssen wir uns die Grasnarbenerneuerung genehmigen lassen. Das letzte Mal hat das Genehmigungsverfahren von April bis November gedauert und wurde nur durch Einschalten eines Rechtsanwaltes zu unseren Gunsten entschieden. Wenn es denn sein muß würde eine Anzeigepflicht reichen, dann können die Ämter gerne kontrollieren, ob wir uns an die Regeln gehalten haben oder nicht.

    Bestimmt gibt es noch mehr Sachen die man, weil unnütz, abschaffen könnte. Mir fehlt so ein bißchen der Glaube, dass dieses wirklich geschieht, weil dann irgendwann die Frage auftaucht was man mit den öffentlichen Angestellten macht die dann nichts mehr zu tun haben.
    Wünsche allen noch einen schönen Sonntag..

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    • Bauer Willi sagt

      @Burkhard Schön,
      danke für die Dokumentation des Wahnsinns! Hoffentlich lesen es viele.

      Die bewusste Grasnarbenzerstörung nur zum Erhalt des “Ackerstatus” zeigt den Verwaltungs-Wahnsinn in Reinkultur.

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  37. Reinhard Seevers sagt

    Anekdote zur Auflockerung des Themas:
    2023, Wir wollen mit der DB nach Cuxhaven. Die Fahrkarte aus dem Automaten muss am Entwerter entwertet werden. Der funktioniert nicht, rotes Licht, Schlitz verstopft.
    Zugbegleiter möchte Fahrkarte sehen, ich zeige und sage, der Entwerter ging nicht.
    Da wird die förmlich, da wir jetzt ja ohne Fahrkarte fahren würden….wir hätten mind. den Entwerter fotografieren müssen, damit der Beweis des Nichtfunktionierens erbracht wäre….ja nee ist klar…..nach der Diskussion gibt sie nach.
    Wir dürfen mitfahren.💪
    2024, die Bahn hat Automaten und Entwerter erneuert….wir wollen zum Wintwrmarkt (geht bis in 2024 rein) nach Bremen. Ziehen eine Fahrkarte und stecken sie in den “grün” signalisierenden Entwerter.
    Die Kontrolllampe zuckt und leuchtet für diesen Augenblick blau…..Das Ticket ist nicht gestempelt…Versuch 2,3,4….Aufgabe. Foto!☝️
    Im Zug die Zugbegleiterin will nicht glauben, dass der Entwerter nicht geht….aber wir haben den Beweis, grün- blau……Sie: “Da kann ja jeder kommen…wer sagt denn, dass sie diese Fahrkarte überhaupt eingesteckt hatten…”
    🤔😳

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  38. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen man kann ja versuchen mit dem Papier einen Grill anzuzünden dann hat man ein bisschen was vernünftiges gemacht

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