Bauer Willi
Kommentare 89

Jürgen, Jochen und das Tierwohl

Jürgen Donhauser hatte die Möglichkeit, in einer digitalen Konferenz mit Jochen Borchert zu diskutieren. Er hat sich Gedanken gemacht, ob die Ergebnisse so sinnvoll und umsetzbar sind.  Und dass er vom „moralischen Mindestpreis“ spricht, ist kein Zufall. Er hatte hier auf dem Blog dazu einen Artikel geschrieben.

 

Nach dieser Sprachnachricht hatte er sich in einigen Kreisen Kritik eingehandelt. In der zweiten Sprachnachricht richtet er sich an Herrn Borchert, dem er indirekt vorwirft, die realen Bedingungen in der Landwirtschaft nicht zu kennen und deshalb auch nicht zu berücksichtigen. Er zeigt auch viele Zielkonflikte auf. Ein Zielkonflikt ist die Notwendigkeit von Stallumbauten und Neubauten. Das ist aber für viele Betriebe in Ortslage nicht möglich. Und ein Neubau in Aussenlage? Da ist der Berliner Flughafen ja schneller gebaut…

Und dem DBV sagt er: „Dem Land laufen die Bauern davon“.

 

Herr Borchert und Frau Klöckner haben an Jürgen geschrieben. Das hat ihn zu einer weiteren Sprachnachricht veranlasst.

 

In dieser dritten Sprachnachricht bringt er viele Argumente, die dem normalen Bürger einleuchten sollten. Es lohnt sich, auch diese Sprachnachricht anzuhören.

Und wie immer: Gastbeiträge stellen die Meinung des/der  Autor*in dar

 

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89 Kommentare

  1. sonnenblume sagt

    Habe vor längerer Zeit von einen Betrieb gelesen, der sich ähnlich wie Serengeti nennt. Aber dann auf den Ortsnamen bezogen. Kennt jemand diesen Betrieb und wird der immer noch so offen betrieben?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Die Agrar GmbH Crawinkel/Thüringen ist seit Oktober 2020 Teilnehmer im ERASMUS+ Projekt „Moderner Landwirtschaft und zukunftsorientierte Ausbildung“ ( Mo-LAB).

        Alles klar, so sieht also die zukunftsorientierte Landwirtschaft aus……

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        • sonnenblume sagt

          Meine Informationen waren offensichtlich schon total veraltet. Zukunftsorientierte Landwirtschaft – eher Freizeitgestaltung mit ländlichem Charakter. Aber dieses Modell ist doch genau das, was die Gesellschaft vor Augen hat. Ernährungssicherung steht in dem Fall nicht zur Debatte. Die findet irgendwo im nirgendwo statt.

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      • firedragon sagt

        Liest sich doch nett.
        Ist halt eher was für den eingefleischten Fleischesser … ein Vegetarier/Veganer kann da nicht satt werden …

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  2. Thomas Apfel sagt

    Der RBB brachte am Montag „Besser geht immer“-Astrid Frohloff sucht smarte Bauern und faires Essen.
    An den Beispielen kam deutlich rüber, wie sich die „Landwirtschaftswender“ die Zukunft der Tierhaltung vorstellen. Der gezeigte Betrieb hat auf 200 ha Gatterfläche um 1200 Stück Damwild, Rotwild und „Märkische Sattelschweine“ (Kreuzung aus Wildschwein und Sattelschwein) stehen. Futter kommt aus 400 ha sehr extensivem Öko-Ackerbau.
    Der GVE – Besatz dürfte so um 0,4 je Hektar, also beim ostdeutschen Durchschnitt, liegen.

    Die Tiere sind mit Nummern versehen, und der Kunde kann sich im Internet z.B. das Schwein aussuchen, von dem er z.B. sein Schnitzel möchte. Geliefert wird an „Abholstationen“. Der Kilopreis lag um 40 Euro, soweit ich das richtig verstanden habe, (also rund 8 – 10 € für ein Schnitzel).
    Die Tiere werden mit Büchsenschuss auf der Weide getötet.
    Der Beitrag zeigte übrigens auch, dass man mit nüchternen Kommentaren und sauberen Bildern, den Schlacht- und Zerlegungsvorgang ohne Ekelfaktor in allen Einzelheiten rüber bringen kann – wenn man denn will.
    Fakt ist, dass bei der derzeitigen Betriebs- plus Bio-Prämie ca. 300.000,- € jährlich „rüberwachsen“ (mit anderen KULAP-Maßnahmen in Kombination sicher noch deutlich mehr) und sich diese geringen Mengen teures Fleisch bislang in Berlin wohl auch absetzen lassen.
    Das betriebliche Konzept geht sicherlich auf, das Ganze aber als die Zukunft „Guter Tierhaltung“ zu zeigen ist schlichtweg ein schlechter Witz !!

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    • Elisabeth Ertl sagt

      So extensiv arbeiten aber nicht alle! Bei uns sind solche Betriebe derzeit hoffnungslos ausverkauft. Die könnten teils viermal so viel verkaufen wie sie haben trotz der hohen Preise.
      Andere können jetzt nicht mehr rechtzeitig umsteigen auf Direktvermarktung wegen der Laufzeit ihrer Verträge mit dem LEH.
      Man hätte es wissen können.

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      • sonnenblume sagt

        Hier steht doch wieder die Frage nach den Subventionen, für mich sind Prämien auch Subventionen, im Raum. Das ist doch in der konv. Landwirtschaft der große Makel. Könnte der Betrieb auch so am Markt bestehen? Nur von Staatsgeldern zu leben, ist nicht jedermanns Sache. Dann kann man den Betrieb gleich dem Land andienen. Und was geschieht, wenn die Gelder gestrichen werden weil sie nicht mehr verfügbar sind?

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        • Thomas Apfel sagt

          Eigentlich kann man nur hoffen, dass die Inflation schnell kommt, bevor alle Stukturen auf „Insekten und Gebüsch“ und ansonsten Staatsknete, umgebaut sind. Am Ende der Inflationsphase MUSS die LW aus der Subventionsfalle raus sein !

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          • sonnenblume sagt

            Investitionsförderungen sind einmalige Zuschüsse auf ein spezielles Projekt. Z.B. zur Einsparung von Energie, technische Anlage oder eine Maschine.
            Prämien sind jährliche Zahlungen des Staates für die Bereitstellung von Fläche und Arbeiten für Umweltmaßnahmen. Da gibt es sehr vielfältige Maßnahmen. Der Betrieb bezieht einen Teil seines Einkommens direkt vom Staat, vergleichbar mit Gehalt. Je nach Ausrichtung und Größe des Betriebes, variiert der Anteil der Subvention am Gesamteinkommen, ist also mehr oder weniger vom Erlös seiner Produkte abhängig. Wenn man jetzt diese Subventionen streichen muss, weil der Staat keine Mittel mehr zur Verfügung hat, dann ist es fraglich, ob der Betrieb in dieser Ausrichtung bestehen kann. Von den Verkaufserlösen wird dieser vorgestellte Betrieb sicher nur schwerlich überleben können.

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      • Thomas Apfel sagt

        Frau Ertl,
        es gibt genug Untersuchungen, dass in dieser Preislage unter 0,5 % des Gesantbedarfes absetzbar sind. Gehen Sie von Ihrer und der anderen Agrar- und Ernährungswender Wunschvorstellung aus, und der Fleischkonsum halbiert sich, kann man damit tatsächlich 1 – 2 % des Bedarfs decken. Der Rest ist auch schon vom Flächenverbrauch her reine Utopie.
        Wie gesagt, als Betriebskonzept im konkreten Fall wirtschaftlich erfolgreich – als Zukunft der Landwirtschaft sinnfrei !! Um das zu erkennen ,reichen schon einfachste Überschlagsrechnungen. Aber die Medien sind halt schön bunt und bullerbü, aber Mathematikfrei – diese Verdummungsspielchen fahren uns an die Wand.

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        • Brötchen sagt

          Thomas, ich beobachte das ein wenig, meines Erachtens „dümpelt“ das so vor sich hin, vom Absatz.
          Wird sicher auch am Marketinggeschick liegen usw.

          Absatzgebiet ist bis Dresden!

          Dresden wird immer vergessen, ist auch eine Metropole mit entsprechenden Kunden.

          Den Betrieb gibt es schon sehr lange und kommt ab und an mal wieder in die Medien.
          Zuletzt wegen der Auflage das alle Masttiere aufgestallt werden müssen, wegen ASP Beobachtungsgebiet.

          Am Rande: das Problem für sowas sind die Zäune. Er braucht recht stabile Zäune und doppelt.
          Trotzdem ist der Wolf schon mal durch und hat Schaden angerichtet.

          Die Rothirschherden sind schon sehenswert und die ganze Haltung kann man sich ansehen.
          Samstag sind glaube ich sonst immer Führungen.

          Die Auswahl was als „Zukunftskonzepte“ „betriebe“ gezeigt wird, treffen Redakteure aus dem RBB. Wenn es gut läuft, stammen die aus BB….ansonsten aus der Großstadt.

          Wüßte jetzt nicht, das es da Fachberatung gibt.

          Den Besatz schätze ich wesentlich niedriger als 0,4 GV /ha.

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          • Thomas Apfel sagt

            Ich denke auch,dass der noch niedriger ist, aber genaue Bestandszahlen gibt es bis auf Aussagen von ein par Zeitungsartikeln nicht. Wenn ich die Schweinchen und Damhirsche so sehe, sind das deutlich unter 100 kg Schlachtgewicht.

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            • Brötchen sagt

              Thomas das ist ein Betrieb der Wildhaltung und so ordnet er sich auch ein und ist in dem Segment aktiv. Mit den entsprechenden Bedingungen, die da gelten.
              Ist mit normaler Landwirtschaft nur bedingt zu vergleichen.

              Es ist eigentlich niemandem geholfen solche Betriebe in den Vordergrund zu stellen, dem Betrieb nicht und der gesamten Landwirtschaft auch nicht.

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              • Thomas Apfel sagt

                Brötchen, der ist aber selber sehr präsent und äußert sich zum Thema Pflanzenschutz und „Pestizidreduktion“ mit „wir zeigen doch, dass es ohne geht“. Dann muß er auch die Reaktion darauf aushalten und punkt.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Kürzlich hat ein Journalist gefordert, dass auf der Fleischpackung der Name des Betriebes stehen soll und ein Code, mit dem man in die Stallkamera schauen kann.
          Das ist natürlich eine Big-Brother-Horrorvision, aber es macht deutlich, was die Leute wollen: wissen, wie es den Tieren geht. Wie hoch der Hektarertrag auf dem seinem Futter-Acker ist, das interessiert diese Leute ja gar nicht. Dass die meisten Betriebe bio sind, stimmt schon. Und diese Konsumenten essen wirklich dann weniger Fleisch. Aber Direktvermarktung würde ja niemanden daran hindern, als Konvi-Betrieb eine artgerechte Tierhaltung nach den Bio-Richtlinien zu haben, z.B. https://www.almo.at/ Die sind ziemlich erfolgreich.

          Da geht es dann nicht um unter 1% Marktanteil. In Ö. werden 20,5% Frischmilch, 5,6% Fleisch und 14,2% Eier direkt verkauft, und die Preise sind meist leistbar. Das ist mittlerweile nicht mehr ganz marginal. Gemüse und Obst ist viel weniger dabei, Äpfel und Tomaten werden halt nicht gequält. 🙂

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          • Reinhard Seevers sagt

            Zitat Elisabeth:….“ aber es macht deutlich, was die Leute wollen: wissen, wie es den Tieren geht.“

            Da ist es wieder, das Wissen um DIE LEUTE und die daraus abzuleitende Forderung. Ich würde auch gerne wissen, wie Kinder in Hochhäusern „gehalten“ werden. Es sollte in jedem Haushalt mit Kindern eine Kamera geben, die Leute wollen das wissen.
            Und Österreich ist nicht der Mittelpunkt der Welt und die wirtschaftliche Lage nicht in Stein gemeißelt.
            Schau doch endlich mal auf die Welt, auf die große Zahl von Menschen und die damit verbundenen zukünftigen Probleme. Wir suhlen uns in unserem pro und contra Bio auf hohem intellektuellem Niveau und der Rest der Welt hat nicht einmal eine warme Mahlzeit am Tag oder Zugang zu frischem Wasser. Es ist langsam nicht mehr auszuhalten, wie kindisch die westlichen Gesellschaften sich verhalten.
            Deutschlands Zukunft innerhalb der Weltkugel ist wenigstens schon mal gerettet, wir haben die Klimaziele fest vor Augen, wir schaffen das….wo der Rest der Welt bleibt ist Wurscht. Achnee, dadurch, dass wir die Ziele erreichen, retten wir ja die anderen mit, ich vergaß. Wir essen weniger Fleisch, und der Afrikaner überlebt, Mensch, ist das einfach.😎

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            • Brötchen sagt

              Reinhard, falls der Tourismus in Ö. nicht mehr so richtig in Gang kommt, weil unsere Weltretter hurra schreien, werden da noch ganz andere Probleme aufkochen.
              Jetzt gibt es schon keine Dachlatten mehr….

              Mal sehen wann das Hühnerfutter nur noch auf Bezugsschein gibt….

              War zu Ostzeiten so üblich….

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              • Reinhard Seevers sagt

                Nee Brötchen, der Tourismus ist der Motor in Zukunft, es sei denn Corona tobt noch länger. Die österreichischen Bauern sind dann die Zootiere, die die chinesischen Touristen begaffen,…..alle wird schön!

                Aus der OÖ:

                Der heimische Tourismus profitiert enorm vom steigenden Wohlstand in der Welt. Es entstehen im asiatischen und osteuropäischen Raum Mittelschichten, die sich Urlaub in Europa und Österreich leisten können.

                Ein Beispiel: Ein amerikanischer Konzern hat kürzlich 12.000 seiner tüchtigsten Mitarbeiter als Belohnung in die Schweiz eingeladen, lauter Chinesen. Bis Ende Mai tingeln sie in drei Wellen durchs Land – Extra-Toiletten, Großeinkäufe in der Gastronomie, 95 Reisebusse sind unterwegs, Alarmzustand im Schweizer Tourismus.

                „Wenn sich der chinesische Markt in Bewegung setzt, ist das einzigartig auf der Welt“, sieht Michaela Reitterer, Chefin der Österreichischen Hoteliersvereinigung, große Chancen auch für Österreich. Österreich profitiert bereits vom zunehmenden Wohlstand in Asien. Im vergangenen Jahr gingen 1,4 Millionen Nächtigungen in heimischen Hotels auf chinesische Gäste, ein Plus von zehn Prozent. „China ist unser größter asiatischer Markt“, sagt Claudia Riebler von der Österreich Werbung.“

                So, schauts aus….herzeigen, wies geht, passt eh! Nachhaltigkeit ist angesagt!

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard Corona wird mind. noch bis Ende nächsten Jahres ein Problem bleiben.

                  China ist aufgrund seiner Größe schon jetzt ein Problem, weil die aus dem Stand alles fluten können.

                  Das gibt gewaltige Auf- und Ab Bewegungen.

                  Siehe Holz, siehe Container, Schwein usw..

                  Das hält kein Markt aus….

                  Es ist ja jetzt schon so, das diese Bewegung begrenzt wird über die Visavergabe. Mit Tricks versuchen die das zu umgehen.

                  Ich hatte selber da mal eine Reisegruppe und ich habe mich gewundert, warum die es so eilig haben ( die haben nur ein paar Tage)

                  Ich wünsche da Ö. viel Glück mit dem Klientel……

                  Vor allem mit Öko Tourismus usw…..das passt super zusammen!

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                • Brötchen sagt

                  Achso, Stichwort Corona, keine S…… weiß wer das wirklich verbockt hat und welchen Anteil China dabei hat.
                  Und warum bei denen das plötzlich aus dem Stand kein Problem mehr ist, weil das da ja alles so geplant läuft !

                  Wenn ich verantwortlicher Politiker wäre und die Trümmerlandschaft hier sehe……käme ich auf ganz andere Gedanken…..

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              • Stadtmensch sagt

                Alter Ostwitz:

                „Was passiert, wenn in der Sahara Kommunismus eingeführt wird?“
                „Eine Weile nichts und dann wird der Sand alle.“

                …was passiert, wenn man in Deutschland Kapitalismus macht?
                Erst wird der Sand alle (stellt sich raus: Ist ein gefragter Rohstoff!), dann ist das Holz alle (siehe „Bild“), dann wird Altpapier alle (https://www.youtube.com/watch?v=8xb0PTqm_9M).

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                • Reinhard Seevers sagt

                  ….übrigens, in der Region Hannover (Kommunale Verwaltungseinheit = Landkreis) wird es keine 10 Jahre mehr dauern, dann gibt es keinen m² Fläche mehr. Der Landkreis hat ein Kompensationsprogramm für die Feldlerche aufgelegt.
                  Wer Baugebiete ausweist oder nur einen Stall im Außenbereich bauen will, muss neben der Kompensation für Emissionen und Versiegelung sowie Landschaftsbild nun auch noch die Feldlerche kompensieren. Mindestens pro Maßnahme 2000m²….da kann man schnell zum Ende kommen, sogar ohne Grüne zu wählen oder den Klimaschutz zu bemühen! Es ist vollbracht!

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                • Stadtmensch sagt

                  Kam mal in einer Reportage: Wer es sich leisten kann, fährt mit seinem Falken in die Wüste, wohnt im Zelt und trinkt Tee. Ist nur was für die ganz Reichen. Wozu dann die ganzen „Betonpimmel“. Ich hab keine Ahnung. Heißt doch immer, Männer denken rational…

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                • Brötchen sagt

                  ach diese ganzen Wüstenstaaten sind hochgradig dekadent, dagegen sind wir ja noch Realisten.

                  Bei der „Sandknappheit“ müsste es richtigerweise heißen…..bestimmte Qualitäten von Füllstoffen werden knapper…..

                  Sand ist genug da…..

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          • firedragon sagt

            „…was die Leute wollen: wissen, wie es den Tieren geht. Wie hoch der Hektarertrag auf dem seinem Futter-Acker ist, das interessiert diese Leute ja gar nicht…“

            Das ist ein Widerspruch in sich !

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          • Thomas Apfel sagt

            Hallo, Frau Ertl,
            Die Angabe unter ein Prozent Marktanteil bezieht sich explizit auf Bio-Schweinefleisch in dieser Preislage. Bio Schweinefleisch hat einen Anteil von rund 0,4 % an der Inlandserzeugung. Das dürfte einem Marktanteil im Inlandshandel von kurz unter 1 % entsprechen, da ein Teil der Gesamterzeugung exportiert wird.
            Ansonsten muss man immer genau hinsehen, weil die Bio-Branche gern die Umsätze für die Anteilsberechnungen heranzieht. Für den Vergleich ist essbare Masse, oder Kalorien aber der sinnvollere Bezug. Daher beziehen sich meine Angaben immer auf die Menge und nicht auf den Umsatz.
            Mengananteile Deutschland:

            Fleisch insges. rund 1 % der erzeugten Menge (2015)
            Milch rund 2,5 % der erzeugten Menge (2015) dürfte sich aber inzwischen mehr als verdoppelt haben.
            Obst 8,7 % (2015) dürfte jetzt kurz über 10 % liegen.
            Gemüse 8,0 % (2015) dürfte ebenfalls kurz über 10 % liegen.

            Für Berechnungen der Machbarkeit, Marktanteile und Ernährungssouveränität, sind die Mengen entscheidend und nicht die Umsätze !

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Man muss da aber schon unterscheiden: Direktvermarktung ist nicht gleich Bio. 2,8% sind in Ö. Bioschweine, teils wohl exportiert. Freilandhaltung und Werbung mit Tierwohl bei Direktvermarktung machen aber auch nicht bio-zertifizierte Betriebe – siehe Christian Bachler – und konventionelle Betriebe. https://www.hirschis.at/index.html

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              • Thomas Apfel sagt

                Entschuldigung, Frau Ertl, da habe ich Ihren Post wohl aus meiner Anti-Bio Blase heraus gelesen. Die Direktvermarktung ist bei euch ganz sicher stärker ausgebaut als bei uns, ist bei uns auch eher stagnierend bis fallend im Anteil. Die echten DV Strukturen werden bei uns von Großbetrieben dominiert, wenngleich auch mancher „Kleine“ seine Lücke gefunden hat. Insgesamt ist die Bereitschaft beim Erzeuger einzukaufen hier weniger ausgeprägt. Da sind viele „Erzeuger“ auf den Wochenmärkten, die dann vom Großhandel Terra oder Sonstwem beliefert werden.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Es geht ja bei diesem Thema hier ums Tierwohl. Das ist zwar bei Bio per definitionem besser, weshalb man im LEH vorerst keine anderen Anhaltspunkte hat. So gesehen ist die Assoziation naheliegend.
                  Aber jeder konventionelle Betrieb, der seine Kunden diesbezüglich vom Kauf überzeugen kann, dem verbietet ja niemand, mehr für seine Tiere zu tun. Und wenn die Gesellschaft aufhört, Fleisch aus solchen Betrieben zu kaufen, dann soll man ihr das doch nicht vorwerfen, oder? https://www.falter.at/zeitung/20210420/sind-sie-jetzt-geschockt

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, woher weiß die Gesellschaft denn, dass es sich um Fleisch aus „solchen Betrieben“ handelt? Und sind „solche Betriebe“ die Regel, was zur automatischen Bevorzugung von DV führt? Wie kann der Kunde sicher sein, dass der DV seine Schweinchen nicht auch so behandelt, nach Feierabend, im Dunkeln, heimlich? Steht er dabei? Für mich ist das reine Polemik, um die konventionelle Tierhaltung pasuchal zu verurteilen, sonst nichts.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Es gibt bei uns jetzt schon Initiativen, die eine ehrliche Kommunikation fördern. Bauertothepeople beispielsweise stellt ganz unterschiedliche Betriebe vor von Konvi bis Bio und von DV bis zum Vertrags-Hendlzüchter. Da kriegt Otto Normalverbraucher schon einen Einblick und kann sich seine eigene Meinung bilden.
              Es gibt jetzt eine Neugier, die Leute wollen sich Betriebe anschauen, und mit entsprechender Vorbildung weiß man dann auch sinnvolle Fragen zu stellen:
              https://www.bauertothepeople.at/podcast/
              Da kriegt man schon einen Einblick, dass die Sache nicht einfach nur weiß oder schwarz ist.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Botschaften zählen: „Seht her, es geht auch anders. Wenige „gute“ Betriebe mit nachhaltiger Erzeugung schaffen es uns gute und artgerechte Fleischerzeugnisse zu liefern. Wir brauchen keine Agrarindustrie.“

      Je länger und je öfter man das den Menschen vor Augen führt umso eher glauben sie es.

      Sie wissen nicht, dass irgendwann die Menschen dann vor den Rathäusern stehen werden und frei nach Nietzsche fragen werden: “ Ihr wollt uns mit Reden abspeisen?“

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  3. Meyer sagt

    @Paulus
    Auch ich war außer Bauer in der Wirtschaft aktiv. Wenn das vorgestellte politische Landwirtschaftssystem funktionieren soll, dann gehört da Außenschutz in Deutschland dazu. Sonst gehen wir schon im EU-Wettbewerb unter. Außerdem wer soll den höheren Fleischpreis bezahlen. Willst du eine Zweiklassengesellschaft ? Es wird nicht funktionieren.
    Diese Regierung macht Wirtschaftsvernichtung , Währungsverfall und Energienotstand. Das glaubt wohl noch keiner , aber nach der Wahl im Herbst werden wir dann neue Wahrheiten uns anhören müßen. Darauf warte ich und dann wird sich herausstellen in welcher politischer Richtung es weiter geht. Entweder fahren wir gegen die Wand oder es wird wieder Realpolitik gegenüber der jetzigen moralideologischen Wohlfühlpolitik gemacht. Entsprechend werden sich alle Wirtschaftenden in diesem Land ausrichten. Das Maß gegenüber den 18 Mill. Systemrelevanten (LKW-Fahrer, Pflegepersonal, Unternehmern usw.) ist voll. Wofür mehr arbeiten , damit sich alle anderen einen schönen Tag machen.

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  4. Meyer sagt

    Lieber Jürgen, du sprichst mir aus der Seele. Unsere deutsche Bauernpolitik ist verlogen bis zum geht nicht mehr. Da steht ein Gesetz gegen das andere. Jede geforderte Stallbaumaßnahme rechnet sich trotz der angeblichen Zuschüße niemals , weil die politische Zusage immer nur für vier Jahre der Regierungszeit gilt. Zu mehr kann sich unsere ML Klöckner nicht auslassen. Dabei brauchten wir für mind. 20 Jahre eine verbindliche Zusage.
    Inzwischen haben wir alle die Ställe so oft umgebaut und angepasst , daß wir doch alle die Schnauze voll haben. Ich jedenfalls schaue mir das keine 5 Jahre mehr an und dann wird gehandelt zu etwas anderen. Schweine ade., auch wenns schwer fällt. Wir warten jetzt nur noch die neue Regierung im Herbst ab und dann wird entschieden. So ist der Familienbeschluß. Die Politik verarscht uns bis zum geht nicht mehr. Sollen sie doch die Schweine aus China, Rußland oder USA holen. Meinen ersten Stall habe ich schon zur Wohnungsvermietung umgebaut . Du hast eben vom UTP-Gesetz gesprochen .Hier hat man das vom ML Klöckner zu unserem Nachteil aufgesetzt. Statt für uns Bauern hat man das für die „Weiterverarbeitende Industrie“ zum Vorteil verdreht. Schaut mal ins Tierschutzgesetz. Das hat über 300 Seiten und da steht auch außer für unsere Nutztiere auch genausoviel über die Kleintierhaltung drin. Hier Kontrollen ? Keine und wenn man das liest , dann fndet die Tierhaltung in den Häusern nicht Tierschutzgerecht statt , aber da schaut man drüber weg , weil man ja Wählerstimmen verlieren könnte. Auch unsere Kirchen sind alle politisiert. Wir Mitglieder sind nur noch für das Zahlen zuständig , damit die die Welt außerhalb Deutschlands retten können. Zum Dank machen die uns Bauern mit den NGOs nieder. Statt allen Mitgliedern in der Coronakrise zur Seite zu stehen , hört man von den Kirchen überhaupt nichts. Die Kirchen haben das Evangelium vergessen und der Reformator Luther würde sich heute im Grabe umdrehen , was aus der Kirche geworden ist. Ein Austritt unserer Familie steht jedenfalls erstmalig auf der Tagesordnung.
    Es ist unerträglich wenn die Kirche ein Schlepperschiff mit ANTIFAbesatzung im Mittelmeer betreibt , statt sich hier um die Alten und Bedürftigen vor Ort zu kümmern. Auch unseren Politikern ist es völlig egal was mit der Landwirtschaft passiert . Hauptsache das monatliche Geld fliest und das Mandat bleibt erhalten. Rückrat war gestern.

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    • Paulus sagt

      @ Meyer, wenn man für 20 Jahre verbindliche Zusagen wünscht sollte man Beamter werden.
      Ich war nun wirklich lange genug in der Wirtschaft unterwegs um sagen zu können, dass es langfristige verbindliche Zusagen nicht geben kann. Das würde nicht nur die Demokratie gefährden, auch Marktwirtschaft wäre schlicht nicht mehr möglich.
      Langfristige verbindliche Zusagen gibt es durchaus, z.B. auf Kuba, seit ca. 1960 oder so. Die haben in ihrer Revolutionsbesoffenheit bis heute nicht begriffen, dass ihre langfristigen verbindlichen Zusagen ins Elend führen. (Ist jetzt kein besonders gutes Beispiel)
      Was die Kirchen betrifft kenne ich nur Beispiele aus der RKK. Deren Manager, z.B. in den Generalvikariaten sind eiskalt und werden nach den gleichen Kriterien ausgewählt wie in jedem Konzern.

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      • Arnold Krämer sagt

        Landwirte in ihrer Gesamtheit haben ein feines Gespür, wenn man sie aufs Glatteis führen will, nicht ehrlich und sauber mit ihnen umgehen will. Und die Tierwohlgeschichte mit dem Borchert-Plan ist entsprechend einzuordnen. Die Amortisationsdauern sind in der Landwirtschaft nun einmal sehr lang und wenn die Freiwilligkeit verbunden mit staatlicher Förderung schon nach 10 oder weniger Jahren durch ordnungsrechtliche Vorgaben ersetzt wird (die Grünen tun sind da gern hervor), sehe ich als investierender Landwirt ziemlich alt aus. Die ordnungsrechtlichen Vorgaben für die Sauenhaltung sind bereits jetzt schon so weitgehend, dass auch das Thünen-Institut mit einem Rückgang der Schweinebestände um mind. 25-30 % rechnet.
        Außerdem kommt hinzu, dass die Vereinbarkeit einer finanziellen Förderung mit EU-Recht durchaus auch auf wackeligen Füßen steht. Und das alles vor dem Hintergrund schrumpfender Märkte, insbesondere bei Schwein, Milch und auch Rindfleisch. „Die Messe ist noch nicht gelesen“. Den Spruch verstehen Sie ja sicherlich besonders gut.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Am Ende haben sie aber wieder Recht, wenn sie resümieren, dass das alte System eben nicht aufrecht zu erhalten war….man kann es drehen, wie man will, die Landwirtschaft ist die Gearschte.

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          • Arnold Krämer sagt

            Maßgebliche Teile des Berufsstandes haben zulange die vielfältigen Signale (zuerst auch von innen und dann immer stärker von außen) nicht wahrhaben wollen. Jetzt ist es zu spät. Das jetzige „Gewürge“ auf allen Ebenen ist den Landwirten nicht zuzumuten. Deshalb viel resignative Stimmung, die ich wahrnehme.

            +1
  5. Andi sagt

    Heute in der Zeitung „Regierungsstudie stellt Kostenplan für mehr Tierwohl vor“- „Drei bis vier Milliarden“ – „Bauern stimmen zu“. Darin so bahnbrechend neue Erkenntnisse, „dass man nicht auf die Marktkräfte vertrauen kann um das Ziel nach mehr Tierwohl zu erreichen“. (War mir bis jetzt völlig neu). „Höhere Kosten auf die Bauern zukommen.“ Und des Rätsels Lösung – eine Tierwohlprämie soll den höheren Aufwand großteils (tatsächlich großteils) ausgleichen. „Wir müssen hier nah an die 100 Prozent kommen“, mahnt Borchert. Das nenn ich doch mal goldene Zukunftsperspektiven – hoher Kapitaleinsatz, mehr Arbeit, weniger Geld. Da werden gerade die Schweinehalter schon scharren bis sie endlich loslegen können. Mein Resümee (auch nicht neu): einfach nur zum Ko….

    +5
  6. Inga sagt

    Ach nee,
    dann wollen wir die gleichen Rechte wie der Mainstream.

    Es könnte doch ein Gesetz geben, dass lebende Rohstoffe mit toten nicht zu vergleichen sind
    und daß deswegen der Mehrwert beachtet werden muß!
    Und wenn Tönnis und Co. das machen wollen, dann sind sie nicht berechtigt mit lebenden Tieren umzugehen! Das müßte auch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen!
    Auch irgendwie gesetzlich festgelegt werden!
    Das fordert auch der moderne Mainstream, oder?
    Kein Verkaufsabschluß unter dem Herstellungspreis.

    Das müßte auch gesetzlich verankert werden!

    In unserem reichen Land,
    schaffen wir das doch. oder?

    Später können wir weltweit nachziehen, damit die Rohstoffe nicht auf Kosten von Kindern und Umwelt hergeschafft werden müssen!

    Oder will der Mainstream das auf sein Gewissen nehmen?
    Wollen die keinen Moralischen Mindestpreis?

    Wer will schon auf sein Gewissen nehmen?

    Kein Verkaufsabsschluß unter dem Herstellungspreis.
    Die Idee könnte von Mainstream stammen!

    0
    • Paulus sagt

      Inga, als Mainstream kann (oder muss) man auch das bezeichnen, was die Wähler in einer Demokratie wünschen; das ist zumindest seit der Gründung unserer Republik so. Die Union hat in den Merkel-Jahren nicht all zu viel zustande gebracht, ganz im Gegenteil. Eine Kanzlerin namens Baerbock kann ich mir gut vorstellen, bei einem Kanzler namens Armin Laschet wird mir schlecht.

      +1
      • Arnold Krämer sagt

        Paulus, Schlimm, wenn wahlweise die eine oder die andere Hälfte der Bevölkerung krank wird. Wo soll das enden?

        0
      • Reinhard Seevers sagt

        Es gibt einen Unterschied zwischen verlautetem mainstream und wahren mainstream….Heute ist der medial wirksame und wahrgenommene häufig nicht deckungsgleich mit dem wahren.

        +1
  7. firedragon sagt

    Den Vergleich mit dem Kindersitz finde ich sehr anschaulich.

    Kritische Verbraucher – bspl. Tierhaltung
    Vorweg, es ist vollkommen okay, wenn Menschen Tierhaltung kritisch betrachten. Ob das nun die Nutztierhaltung auf Spalten, Stroh oder Weide oder sonstwie ist. Ob das Hobbytierhaltung im Heimtierkäfig, Voliere oder Reitstall oder sonstwie ist. Es wird immer Menschen geben, die etwas nicht verstehen oder nicht wahrhaben wollen, ersteres kann erklärt werden, zweiteres ist ein Problem.
    Was ich von Anfang an nicht verstanden habe ist, es gibt staatliche Versuchsanstalten, die alle Bereiche der Landwirtschaft abdecken … WARUM war und ist es von staatlicher Seiten nicht möglich (gewesen) von Beginn an, als die „Diskussionen“ (Forderungen) begannen, klar und deutlich darzulegen, warum was wann und wozu gemacht oder nicht gemacht wird ?

    Hab ich allerdings in meinen allerersten Kommentaren hier schon so ähnlich gefragt.

    +6
    • Reinhard Seevers sagt

      Firedragon….man muss doch erstmal forschen:
      https://www.topagrar.com/schwein/news/haus-duesse-erhaelt-2-3-mio-EUR-foerderung-zur-erforschung-neuer-stallbaukonzepte-12422438.html#:~:text=2%2C3%20Mio.-,%E2%82%AC%20F%C3%B6rderung%20zur%20Erforschung%20neuer%20Stallbaukonzepte,der%20mehr%20Tierwohl%20bringen%20soll.

      Sooo schnell geht das nicht. Wenn die die ersten Ergebnisse raushauen, und feststellen, dass Oma doch die Älteste war, dann ist es wie immer: zu spät. Das ist das deutsche Dilemma.
      Nedap hatte in Holland schon vor 25 Jahren einen Versuchsstall für freie Abferkelungen, hätte man nur abschreiben müssen…..seis drum, ist immer die gleiche Scheiße.

      +2
    • Jürgen Donhauser sagt

      Ich war schon vor mehr als 10 Jahren mit einem Spiegel TV Team im staatlichen Versuchsgut Boxberg (Baden Württemberg) und habe dort die Schwachpunkte der Bio- und Tierwohlställe aufgezeigt. Der Versuchsleiter bestätigte mir diese, aber sagte zugleich dass er dies nicht vor Kamera sagen könne. Die Politik möchte eher dem Mainstream bedienen um der permanenten Kritik der NGO’s aus dem Wege gehen. Die Reporterin war nach dem Besuch etwas konsterniert. Für sie brach eine heile „Öko-welt“ zusammen. Aber was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Und so wurde weiter die Mär von der heilen Ökowelt und Tierwohlvorstellungen gepflegt.

      +4
      • Inga sagt

        Seit wann müssen wir landw. Fachleute und Unternehmer uns Vorschriften von Mainsteram machen lassen?
        Sind weniger freie Unternehmer?

        Unsere Tiere gehen vor!

        0
      • Inga sagt

        Ob sich der Mainstream wirklich für die Ställe interessiert, oder redet er nur davon, wie auch vom angeblichen Kauf der Bioprodukte.

        Und mit so etwas macht man Politik?
        Das ist ja genau die umgedrehte Situation wie 1933. oder?

        Ach, warum lebt unserer Schulrektor nicht mehr, mit dem würde ich darüber gerne mal diskutieren!

        0
    • sonnenblume sagt

      Das die Mitarbeiter Redeverbot bekommen haben, was die Erfahrungen mit Ökotierhaltung in den staatlichen Versuchsbetrieben angeht, dass hat es in NRW schon vor langer Zeit gegeben. Nichts Neues.

      +2
      • Ferkelhebamme sagt

        Hohe Ferkelverluste lassen sich durch Zahlen manifestieren. Dass bei den Mitarbeitern im Öko-Sauenbereich eine starke Fluktuation bestand, weil die ständig die Sauen in der Hose hängen hatten, erfuhr man nur im persönlichen Gespräch.

        +2
  8. Jürgen Donhauser sagt

    Nur kurz die Thesen zu meinen Sprachnachrichten zusammen gefasst.
    1. Wir würden mit Borchert einen Einstieg in staatliche Transferzahlungen beginnen, vergleichbar beim Pflanzenbau mit der nun 30 jährigen Kulturpflanzenprämie.
    2. Der Staat hat sich hierbei als nicht vertrauensvoller Vertragspartner erwiesen.
    3. Man unterwirft sich politischer Willkür, der vom jeweiligen Mainstream geführt wird.
    4. Die Vertragslaufzeiten sind viel zu kurz und decken nicht die Amortisierungszeiten der Investitionen.
    5. Eine Sicherheit „vor die Welle“ zu kommen und damit die „Tierschützer“ zufrieden zu stellen, besteht nicht. Weitere Klagen können nicht ausgeschlossen werden und ergeben somit keine Rechtssicherheit für Investitionen.
    6. Mit den angestrebten Haltungsbedingungen bei Borchert werden jahrzehntelange Erfahrungen in Sachen Hygiene, Tiergesundheit und Seuchenschutz missachtet.
    7. „Tierwohl“ verlässt wissenschaftlicher Basis und wird nur noch nach subjektiven Empfinden definiert.

    +6
  9. Brötchen sagt

    Fachl. Anmerkung zum Borchert Plan:

    Meines Erachtens ist noch überhaupt nicht geklärt wie für das Produkt dem Lw. ein Betrag zugeteilt wird.

    Es geht zuerst darum dieses Umbauprogramm zu finanzieren….wahrscheinlich über eine Steuer soll das Geld abgeschöpft werden.

    Für das Tierwohlprogramm ist noch überhaupt kein Markt da !!!!!!

    Es gibt ja schon die vielfältigsten Programme die schon länger laufen, die warten geradezu auf das staatl. Tierwohllabel.

    Falls der Lw was bekommen soll, bedeutet das eine gewaltige Geldumverteilungs“behörde“ die das managen muss/kann/soll

    Glaube nicht das, das kommt. Nicht mehr vor der Wahl.

    Meines ERachtens ein todgeborenes Kind, die sollen das lieber so lassen wie es ist.

    Eventuell eben Baumaßnahmen fördern und Baugenehmigungen erleichtern.

    Problem DBV……der DBV ist nur so gut, wie seine Mitglieder, dachte immer es gibt hier Demokratie…..

    moralischer Mindestpreis, was soll mit partiellen Überschüssen passieren?

    Gibt es dann wieder Exporterstattungen?
    Export ist dann sowieso so gut wir tod…..

    0
  10. Karl Timme sagt

    Herr Donhauser,
    leider ist das Grundrauschen im Wald so laut. das diese (sehr guten) Rufe leider ungehört verhallen werden.

    +3
    • Brötchen sagt

      Ich hab nach einer Minute ausgemacht und verteile eine große Tüte Mitleid!

      Moral im Kapitalismus verursacht bei mir Brechreiz…..

      0
      • Karl Timme sagt

        Das Geschäftsfeld mit der Moral haben schon andere für sich ausgemacht, da ist die Landwirtschaft zu spät.

        +1
  11. Wilfried Dannheim sagt

    Einen lebensklugen Beitrag von Herrn Donhauser, dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist außer, daß auch ich glaube, die Landwirtschaft hat zumindestens in Deutschland in dieser Form keine Chance mehr.
    Die Tierhaltung wird einfach nicht mehr stattfinden. Dazu wird der Bevölkerung zu sehr implementiert, was sie zu denken hat, die Medien tun ihr Teil dazu, und Organisationen wie PETA drohen noch mit ganz anderen Überlegungen.
    Lebensmittel können in beliebiger Menge aus dem außereuropäischen Ausland eingeführt werden.
    Auf den Äckern wird eine derartige Extensivierung vorgeschrieben werden, daß die Landwirte nur noch zum Landschaftspflegen degradiert werden.
    Ich gehe sogar so weit, daß ich befürchte, je nach zukünftiger politischer Wetterlage wird immer heftiger über großflächige Enteignungen von Flächen phantasiert. Denn nach Denkart gewisser politischer Strömungen ist es geradezu pervers, daß einige wenige Menschen über ein derart hohes Eigentum verfügen.
    Das sind sehr negative Überlegungen, ich weiß, wenn es nicht so kommt, ist es um so besser.

    +5
  12. sonnenblume sagt

    Die Labortechnik ist heute in der Lage Landwirtschaft zu ersetzen. Zumindest in gewissen Bereichen. Ernährung ist ein sehr lukratives Gebiet. Nahrungsmittel werden IMMER gebraucht. Man wird zunehmend die alt hergebrachte Nahrungsmittelerzeugung in Frage stellen, um den eigenen Markt auszuweiten. Wer kann denn schon sagen, woher und wer im Ursprung den Hype bezüglich der Umstellung der Agrarwirtschaft so antreibt?

    0
  13. Harald Müller sagt

    Ich habe die Folgenabschätzung des JKI gestern abend nur überflogen. Irgendwo schreiben sie, dass der Referenzbetrieb für die Kostenkalkulation in der Ferkelerzeugung ein 800-Sauen-Musterbetrieb sei.

    An dieser Stelle habe ich beschlossen, lieber gleich schlafen zu gehen. Verarschen kann ich mich nämlich selbst.

    (P.S.: Das JKI schätzt, dass bis 2040 die Zahl der Tierhalter auf ein Achtel des heutigen Stands sinkt…)

    0
  14. Mark sagt

    J.Donhauser bringt die Thematik auf den Punkt und holt die, dem vermeintlichen Mainstream hinterherhechelnden, Borchert-Aktivisten zurück in die Realität. Leider zählt die Realität nicht mehr, sondern nur noch die Transformation…..

    +5
  15. Reinhard Seevers sagt

    Tja, super Sprachnachricht. Leider 10 Jahre zu spät. Die Gesellschaft ist so stark auf Heiteitei und Weltrettung durch Verzicht auf Agrarindustrie eingeschworen, dass es jetzt kein zurück mehr geben wird…..die Bauern sind einfach immer zu gutgläubig, zu langmütig und zu wenig radikal gewesen.
    Die Eigenschaften, die eigentlich positiv besetzt sein sollten fallen uns nun in einer Gesellschaft die medial und ideologisch einseitig geframt ist, auf die Füße.
    Extrem stark wird dies von der Werbung in Österreich gepuscht. Sprechendes Ferkel begleitet Bauern mit Bioprodukten ins EU-Parlament, um zu zeigen, wie gut Österreichs Bauern sind.
    Es ist schlicht zu spät……

    +6
    • Arnold Krämer sagt

      Sehe ich genauso. Die Landwirtschaft wurde kaputt geschrieben, und war nicht in der Lage „gegenzuhalten“. Die komplexeren Betriebszweige der Tierhaltung werden nach und nach deutlich zurück gefahren und vielfach aufgegeben. Der vergleichsweise einfache Ackerbau wird extensiv mit der Produktion von Biodiversität weiterbetrieben. Die ländlichen Räume im Westen werden auch arm, so wie sie es im Osten oft längst sind.

      +5
      • Brötchen sagt

        Arnold…..wir holen auf……..bei uns ist schön, aber nicht weitersagen….

        +3
        • Arnold Krämer sagt

          Arm, aber sexy! Kommt mir iregenwie bekannt vor. Sie haben recht, es gibt sehr schöne Landschaften im Osten. Das Landschaftsbild wird aber mehr und mehr durch Windkraftzanlagen verschandelt. Leider!

          +4
      • Wenn ich die Werbung im Fernsehen aus dem Blickwinkel eines Fleischerzeugers betrachte fällt mir deutlich auf, dass es überwiegend um Veggie- Burger und vegane Produkte geht. Dieser Markt verdrängt zunehmend traditionelle Fleisch- und auch Milchprodukte. Für die Jungen ist es doch der absolute Trend, sich vegan oder vegetarisch zu ernähren.
        Genau deswegen muss die Zahl der Tierhalter auch abnehmen, sonst führt das zum Preischaos. So hart das für den Einzelnen auch klingt. Das ist die Realität.
        Die Politik sollte aus der Situation in Ostdeutschland lernen und mit Alternativen zur Tierhaltung aufwarten. Hierfür müssen die Rahmenbedingungen für den Wandel geschaffen werden.

        +1
        • Reinhard Seevers sagt

          Genauso ist es.
          Das Verrückte an der ganzen Sache ist, dass Heiteitei-Wohlfühl-Bauernidyll parallel zu urbanen Food-Trends gehypt wird…
          https://www.spar.at/themenwelten/young-urban

          Alles geht, Hauptsache es ist nicht das „Alte“, die Agrarindustriell erzeugte Nahrung. Dann lieber Laborerzeugte!
          Politik wird im LEH gemacht. Man hyped gerade die jungen Menschen, weil sie es sind, die angeblich um ihre Zukunft betrogen werden und deshalb die neue Richtung vorgeben müssen. Es scheint wirklich ein Kampf, Jung gegen Alt entfacht, zu werden.

          0
          • Karl Timme sagt

            Reinhard, diesen Eindruck habe ich leider auch gewonnen.
            Es ist nicht der bis dato gehypte Jugendwahn, hier wird gezielt Jugend gegen Alter ausgespielt. Jüngstes Beisspiel das BG-Urteil, aber tägliche Dinge wie fff befeuern diese Entwicklung. Auch die Politk faßt mit der Wahlmündigkeit ab 16 in diese Wunde. Der 24 Jährige Mehrfachstraftäter wird aber wegen magelnder Entwicklung nach dem Jugendstrafrecht verurteilt?
            Diese Entwicklung bereitet mir sehr viel Sorge.

            +3
          • Brötchen sagt

            Bei uns steht an einem Stand der Kekse und Kuchen verkauft im Dorf…..

            Auch für Veganer geeignet!

            Fand ich zum piepen…..das Wort geeignet….

            Ich würde mich da nicht zu sehr dran festbeißen, die jagen jetzt eine Werbesau durchs Dorf und in ein paar Jahren will da wieder keiner mehr was von wissen.

            0
            • Reinhard Seevers sagt

              Brötchen, das geht tiefer. Das Zukunftsinstitut von Matthias Horx ist thinktank und auch für die Regierung tätig.
              Die leben von Visionen und Trendsettings.
              https://www.zukunftsinstitut.de/ueber-uns/

              Die haben auch eine neue Erfolgslogik kreiert: Die Kreative Erfolgslogik!
              Früher gab es die Industrielle Erfolgslogik:
              ICH + GELD = ERFOLG x GLÜCK = SESLBSTVERWIRKLICHUNG
              Das Institut verkündet nun eine neue, die Kreative Erfolgslogik:
              ICH + SELBSVERWIRKLICHUNG= ERFOLG x GLÜCK = GELD

              Der neue Bürger muss also lediglich erst sich selbst verwirklichen, daraus Erfolg und Glück schöpfen und amEnde kommt von allein das Geld….so ticken inzwischen viele in diesem Land.

              +1
                • Reinhard Seevers sagt

                  Ok Brötchen, das Zukunftsinstitut ist aber eine GmbH in Deutschland und Österreich, die Einfluss ausübt, nicht nur rumtwittert. Die haben richtig Einfluss, guckst du:

                  https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/hafer-statt-milch-oder-wie-man-den-zeitgeist-trifft/

                  https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/von-der-abschoepfung-zur-wertschoepfung/
                  1. Der Händler als Mittler mit Haltung

                  „Da wir als Konsumenten kaum bei jedem Produkt die Herstellungsbedingungen beurteilen können, kommt dem Händler hier eine zentrale Funktion zu. Produkttransparenz alleine greift dabei zu kurz. Die Argumentation „Der Kunde soll die Wahl haben“, kommt eher einer Abgabe der Verantwortung gleich. Die Verantwortung liegt vielmehr in der Produktvorselektion und dazu braucht es Haltung. Für das Unternehmen Alnatura ist zum Beispiel der Unternehmensgewinn nicht das Ziel, sondern Folge eines Angebots von sinnvollen Produkten. Ohne diese Haltung würden unternehmens- bzw. selbstbezogene Ziele vermutlich schnell überhand nehmen. Damit agiert der Händler einerseits als Mittler mit Haltung gegenüber dem Kunden (sinnvolle Produkte für Mensch und Natur), andererseits wird dadurch eine klare Anleitung für die Mitarbeiter im täglichen Arbeiten erzeugt (z.B. im Umgang mit Lieferanten, Werbebotschaften oder Ladengestaltung). Ein klares Profil verleiht Orientierung – und Attraktivität.“

                  Sagt:
                  Dr. Markus Schweizer leitet den Bereich „Corporate Development“ der Genossenschaft Migros Aare in der Schweiz und ist seit rund zehn Jahren in leitenden Positionen im deutschen und schweizerischen Handel tätig. Er ist Autor zahlreicher Fachbücher und Leitartikel sowie regelmäßiger Referent zu den Themen Handelsstrategie, Kundenforschung/-zentrierung und Digitalisierung.

                  0
          • firedragon sagt

            Veganista … ?
            Das Essen“food“, seit einiger Zeit englisch wird, nur damit man „hip“ ist, bekomme ich schon ’nen Koller … jetzt noch weiblich dazu ?!

            +1
              • Reinhard Seevers sagt

                Kann ich sehr gut nachvollziehen…leider ist es für die Landwirtschaft auch egal, wer regiert, denn die dem Bürger nichts kostenden Ökokompensationen zahlt der Bauer und wird sie weiter zahlen.
                Die Sichtweise spiegelt allein den Normalbürger wider…..aber nicht die Sicht der Landwirtschaft. Der Bürger wählt vielleicht weiterhin das grün angestrichene Konservative inkl. erhobenem Zeigefinder. Ausbaden dürfen es die Bauern aber jeden Tag aufs Neue.

                +3
      • Inga sagt

        Das versteh4e ich nicht, wenn wir hier im Western wieder mehr extensiv wirtschaften, wird doch unsere Gemarkung wieder reicher an Biodiversität und so weiter.
        Mehr Vögel andere Kleintieren und Insekten sind zu finden neben den vielen Wildkräuter,

        Ach dann ernten wir so wenig, dass wir uns noch nicht mal einen Mähdrescher leisten können und dann verliert die Landmaschinenindustrie Arbeitsplätze!?!

        Und er kann andere Kosten für die Ökokompensationen nicht mehr bezahlen.

        Dann braucht die Landwirtschaft auch keine Subventionen mehr und die Verbraucher wohnen im Paradies wie in der Steinzeit, er wandelt dann nur noch zwischen Bäumen und Gebüsch hin und her!

        0
      • Elisabeth Ertl sagt

        In diesem Video berichtet Johann Schlederer, dass es jetzt für teures Tierwohlfleisch endlich auch einen entsprechenden Markt gibt. „Das Tor ist weit offen“.

        0
        • Reinhard Seevers sagt

          Eisabeth, deine Aussage erinnert mich an Aussagen von Wirtschaftsberatern der 80er Jahre, die wussten auch immer, was gerade Zukunft hat….lass einfach mal eine Inflation kommen und dann bricht das Kartenhaus in sich zusammen. Und die Zeichen für eine Inflation stehen auf gleichem Niveau, wie deine Prognose.

          0
          • Brötchen sagt

            zumal durch die Erhöhung CO2 Steuer auf 60 Euro, etwa 600 bis 1000 Euro je Haushalt „weg gehen“ werden.

            Die Krankenkassenbeiträge werden aufgrund der Ausgaben für Corona auch steigen.

            So wird das Eis gewaltig schmelzen und die Luft wird dünner.

            Wenn ich jetzt in der Nische wäre, würde ich mir echt Gedanken machen, ob das in zwei Jahren noch funktioniert.

            0

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