Bauer Willi
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Rapsanbau ohne …ein Fiasko

Ich habe Dr. Ute Kropf, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Schlüter am Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel, gebeten, über einen Versuch zu berichten, der mit bzw. ohne fungizide Beizen und mit und ohne Insektizid in Raps angelegt wurden. Beeindruckend sind die Bilder, die jedem die Auswirkungen im wahrsten Sinne des Wortes „vor Augen führen“. Hier ihr Bericht:

Ein Exaktversuch der Fachhochschule Kiel auf dem Lindenhof-Versuchsfeld in Ostenfeld bei Rendsburg zeigt die Auswirkungen fehlenden Beizschutzes im Raps. Bereits im Herbst fielen alle Pflanzen ohne fungizide Beize und ohne Insektizideinsatz dem „Falschen Mehltau“ und dem Zuflug des Rapserdflohs im September zum Opfer (Parzelle 1). Mit einer fungiziden Beize überlebten die Pflanzen den Befall mit Falschem Mehltau, wurden dann aber durch den Rapserdfloh dezimiert (Parzelle 2). Mit fungizider Beize und einem Insektizideinsatz Ende September kam der Bestand halbwegs gut durch den Winter (Parzelle 3). Erst ein weiterer Insektizideinsatz im Frühjahr gegen den Zuflug des Rapsstängelrüsslers sorgte für eine Vitalisierung des Bestandes (Parzelle 4).

Falscher Mehltau ist vor allem in den norddeutschen Rapsanbaugebieten ein häufiger Begleiter, der jahrelang durch die DMM-Behandlung sicher ausgeschaltet werden konnte. Seit dem Zulassungsverlust der insektiziden Beizwirkstoffe (Neonicotinoide) hat das frühe Schädlingsaufkommen von Kohlfliege und Rapserdfloh sukzessiv zugenommen. Die dadurch notwendigen Spritzmaßnahmen können die Zuflugwellen des Rapserdflohs nicht so gut erfassen wie ein insektizider Wirkstoff, der systemisch in der Pflanze verteilt wird, über einen längeren Zeitraum wirkt und dabei nur geringste Mengen erforderlich macht. Die Pyrethroid-Resistenz der Schädlinge schränkt die Wirkung ein und der mittelfristige Zulassungsablauf wird zum Verlust auch noch dieser Insektizide führen, ohne dass vergleichbarer Ersatz in Aussicht ist. Aus der Sicht des Integrierten Pflanzenschutzes ist es fraglich, ob mehrfache Insektizidbehandlungen grundsätzlich sinnvoller sind als eine einzige, gezielte Wirkstoffanwendung zur Saatgutbehandlung.

Sollten auch noch die fungiziden Beizwirkstoffe wegfallen, wird der konventionelle Rapsanbau mit massiven Ausfallraten zu kämpfen haben. Ertragsausfälle und -schwankungen werden dann zum Regelfall, die bisherige Verlässlichkeit ist damit nicht mehr gegeben.

Dr. Ute Kropf, Fachbereich Agrarwirtschaft, FH Kiel

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84 Kommentare

  1. Nico sagt

    Das ist der eindrucksvolle Beweis dass man sich möglichst schnell auf eine Landwirtschaft ohne Pestizide vorbereiten soll. In diesem Test wird lediglich bewiesen, dass wenn der Boden nicht ordnungsgemäss gepflegt wird, die Kultur Raps nicht ohne Pestizide gedeihen kann. Regenerative Biobauern ziehen, bei entsprechender Bodenpflege, aber trotzdem Raps hoch.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich habe recherchiert.
      Österreich: 345 ha Bioraps
      Schweiz: zwischen 200 und 300 ha
      Deutschland: lt. Aussage Naturland in 2020 „einige hundert Hektar“.

      Ich kenne einige Biobauern. Deren Aussage ist eindeutig: „jedes vierte Jahr ist ein Totalausfall, lass die Finger davon“. Hauptproblem sind Insekten, was mit Bodenpflege wenig zu tun hat.

      Wenn Sie andere Daten haben, gerne. Die Daten sind insgesamt schwer verfügbar, Anbaudaten stammen meist aus der Zeit vor 2010. Das spricht nicht für einen Erfolg von Bio-Raps.

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      • Brötchen sagt

        Willi es gibt Biorapskuchen zu kaufen….
        Daraus schlussfolgere ich, das es mehr Anbaufläche irgendwo gibt.

        Wäre rauszukriegen, wo der herkommt.

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        • Brötchen sagt

          Ich dächte hätte was von 1000 bis 2000 ha gelesen in D. Weiß aber nicht wer wo…

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          • Thomas Apfel sagt

            Laut Statistik (Marktbilanz Ökolandbau AMI) jährlich kurz unter oder kurz über 2.000 ha (Raps und Rübsen zusammengefasst).

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      • Paulus sagt

        @Bauer Willi, ihr Landwirte drückt euch für Laien manchmal etwas unverständlich aus. Ist damit Bio-Raps als 4. Fruchtfolge oder jeder 4. Bio-Rapsanbau gemeint?
        Die Teutoburger Ölmühle hat erstaunlicherweise wieder Bio-Rapskernöl im Angebot.
        Das hatten die nach meiner Kenntnis jahrelang nicht.

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        • Brötchen sagt

          Paulus sicher frisch aus kina oder Ukraine…….das Raps für deine drei Flaschen Öl.

          Jedes vierte Mal wenn er Raps anbaut geht das schief…..
          Fruchtfolge wird ja bei Bio sowieso eingehalten…

          So als Indianerweisheit………

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          • Paulus sagt

            Brötchen, ich werde hier keine dummen Fragen mehr stellen. Wenn man immer nur als dumm abgebügelt wird verliert man das Interesse an der LW.
            Bei gewissen einfältigen Landpomeranzen verstehe ich das ja noch. 😉

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            • Inga sagt

              Was verstehst du unter Landpommeranzen?
              Stammt das Wort von früher aus Pommern oder Ostpreußen?

              Jedenfalls ein Wort vom vor dem Krieg, oder?

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                • Inga sagt

                  Ja danke,
                  Dann doch ein Ausdruck von früher.
                  Ich persönlich habe es früher als Kind auch mal gehört, dachte aber, das würden nur Leute sagen, die neidisch auf die Bauern sind.
                  Die Bauersfrauen müssten halt härtere und schmutzigere Arbeit in Stall und Feld machen und deswegen kräftiger sein.
                  Nebenher haben sie auch Dialekt mit derberen Ausdrücken gesprochen.
                  Sie besassen aber eine Menge Land und Maschinen, um ihr Familieneinkommen zu erwirtschaften wie jeder andere Unternehmer auch.
                  Aber sie sind nicht unbedingt mit der Pomeranze aus der Eisdiele zu vergleichen.
                  .
                  Der einfache Haushalt in der Stadt braucht das nicht. Aber der Stadthaushalt bekommt seinen Lebensunterhalt eventuell mit Arbeit an genau so teuren Maschinen eines Unternehmen.

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                • Inga sagt

                  Ach der Ausdruck kommt aus en 20igern, als die Städter lieber weiße Haut haben wollten, damit sie sich nicht den auf dem Feld arbeiteten braungebrannten Landpomeranzen zu vergleichen brauchten!
                  Die Mode und somit das Wort ist schon 100 Jahre alt!

                  und wir wundern uns über Bauernbashing?

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            • firedragon sagt

              Paulus,
              woher das bio Rapsöl kommt, musst Du den fragen, der es verkauft.
              Ich warte ja schon die ganze Zeit, dass sich hier mal ernst zu nehmende bio Anbauer zu Wort melden … tut sich aber nichts.

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        • Bauer Willi sagt

          @Paulus
          Jedes vierte Mal, wenn man Bio-Raps anbaut, gibt es Totalausfall. Raps steht ja in der Fruchtfolge (bei uns jedes 6. Jahr auf dem gleichen Feld) aber wir haben jedes Jahr Raps, immer auf einem anderen Feld.
          Wobei: es kann auch sein, dass der Totalausfall mal zwei Jahre hintereinander kommt. Theoretisch wäre dann 6 Jahre Ruhe. Aber kein Mensch will mit dem Risiko eines Totalausfalls leben.
          Bei Bio-Zuckerrüben ist es übrigens ähnlich. Da kann allerdings das Unkraut das Problem sein. Ich kenne einige Landwirte, die das Unkraut nicht kontrollieren konnten und deshalb die kleinen Rüben (mit Unkraut) untergepflügt haben. Davon liest man aber in der Publikationen zu Bio nichts. Da ist immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.

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      • Brigitta sagt

        Bioraps sind in D laut Ökolandbau.de 0,2% . Das kann man auch großstreichen, hat trotzdem keine Auswirkungen auf den Gesamtmarkt.

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    • Stadtmensch sagt

      Ich darf mich ja zu der Thematik nicht äußern, aber ich sehe Paralellen zu einem Krankenhaus. Da kämpft man auch mit multiresitenten Keimen an allen Stellen wo viel desinfiziert wird. Man kann aber nicht einfach von heute auf morgen auf Antibiotika verzichten.
      In der Landwirtschaft kann man auch nicht auf einer Parzelle „Bio“ testen und nebenan PSM verteilen. Um vernünftige Aussagen treffen zu können, ob ein hoher Ertrag (Getreideäquivalente?) ohne Chemie (mit viel Handarbeit aber mit dem Wissen um Integrierten Pflanzenschutz) überhaupt möglich ist, müsste man dahin, wo sich noch keine „Keime“ (Schädlinge) eingenistet haben. Dann kann man dort eine Weile vor sich hin werkeln, bis die Schädlinge sich so angepasst haben, dass es nicht mehr ohne Chemie geht. Dann muss man die Nahrungsgrundlage entziehen, indem man eine andere Pflanzenfamilie kultiviert oder man denkt sich ein schönes Pestizid aus mit möglichts wenig Nebenwirkung. Ein ewiger Wettlauf bleibts trotzdem. Ok, nicht mein Fachgebiet. Geb ich gerne zu…

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      • fingerphilosoph sagt

        Krankenhaus ist doch ein guter Vergleich. Wenn man die in der LW derzeit herrschende Logik auf diesen Bereich überträgt, heißt das: wir lassen die Desinfektionsmittel weg, dann brauchen wir keine Antibiotika mehr. Sauerbruch war gestern.

        Und wie war das noch mal mit dem Impfen? Wieso wird denn Hinz und Kunz geimpft das ist doch bloß ein ewiger Wettlauf mit den Mutationen. Früher oder später passen wir uns doch an die Viren an oder die sich an uns. Alles ganz natürlich.

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        • Stadtmensch sagt

          Du nun wieder! Es gibt Esoteriker-Ökos und Ökos, die wissen dass sie nichts wissen und deshalb immer weiter den Dingen (der Natur meinetwegen) auf den Grund gehen wollen.
          Ist evtl. im Bereich Molekularbiologie ein endloses Betätigungsfeld und ein „Moving Target“.
          Warum jetzt alle geimpft werden sollen, damit sie wieder Maßkrüge stemmen dürfen weiß ich nicht. Es lenkt auf jeden Fall echten Problemen ab. @Brötchen weiß was ich meine – Jehova!

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      • Thomas Apfel sagt

        „Dann muß man die Nahrungsgrundlage entziehen, indem man eine andere Pflanzenfamilie kultiviert …..“
        Genau das ist die älteste Form des Pflanzenschutzes und nennt sich FRUCHTFOLGE.
        Das Dumme ist nur, dass viele Pilze und Insekten, ebenso wie Viren und Bakterien, in der autochtonen, oder auch eingewanderten Flora genug Ausweichwirtspflanzen finden um auf die nächste Gelegenheit zu lauern auf unseren Reinbeständen eine Massenvermehrungsattacke zu starten. Das ist ein Grund, warum „biodiverse“ Verunkrautung eben nicht nur Nahrungskonkurrenz, sondern oft auch Zwischen- oder Wechselwirte der Krankheiten der Kulturpflanzen beinhalten kann.

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        • Stadtmensch sagt

          Weiß ich doch. Bei uns hatte mal ein erfahrener „Klassik-Gärtner“ einen Wacholder angeschleppt und hingepflanzt. Bis ich mal gegoogelt hatte, wo der Birnenrost parkt…

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        • Brötchen sagt

          Achso fällt mir ein warum das in Kiel gemacht wird, weil man in sh und mv viel Raps anbaut.
          In sh sieht man eigentlich nur Raps und weizen…

          Bei die ja eher die fleissigen Zapfenpflücker😱😷😉

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        • Bauer Willi sagt

          Danke für den Link. Hier ein Zitat daraus:
          „Winterraps Körnernutzung im ökologischen Landbau in Bayern

          Die LfL spricht zum Anbau von Winterraps im ökologischen Anbau in Bayern keine generelle Anbauempfehlung aus.

          Es besteht ein hohes Anbaurisiko, verursacht vor allem durch Rapsschädlinge. Diese können totalen Ertragsverlust verursachen. Zurzeit bestehen unseres Erachtens keine hinreichend sicher wirkenden produktionstechnischen Möglichkeiten, um den zu erwartenden Schaden auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.
          Sollte dennoch ein Anbau erwogen werden, erteilt die Pflanzenbauberatung der Erzeugerringe im LKP detaillierte Auskünfte zu pflanzenbaulichen Maßnahmen.“

          So, das war nun amtlich…

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          • Brötchen sagt

            bitte!

            Bei Bioland findet man auch einige Artikel zum Raps.

            Laienfrage, Sommerraps wird in den USA angebaut.

            Was hat es damit auf sich?

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    • Jürgen sagt

      Nico, deine Angst vor PS-Mittel ist nichts im Vergleich zu solchen Ergebnissen:
      „Allerdings sind auch viele Bio-Rapsöle mit Mineralöl-Rückständen belastet und haben daher schlecht abgeschnitten. Neben dem Alnatura-Rapsöl weist auch das kaltgepresste Bio-Rapsöl von Aldi Süd „stark erhöhte“ Mineralöl-Gehalte auf.“
      Mahlzeit!

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    • Falk sagt

      Ich bin ganz Nicos Meinung. Um eine belastbare Datenbasis zu bekommen sollte ein multifaktorieller Versuch gemacht werden, der z.B. verschiedene Böden, verschiedene Konzepte der Düngung und Fruchtfolge, verschiedene Standorte mit sicher verschiedenen Insektenpopulationen, Regenspenden etc. pp. untersucht werden.

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      • Bauer Willi sagt

        Sie kennen sich im Versuchswesen aus? Dann machen Sie bitte einen konkreten Versuchsplan. Für meine Dissertation hatte ich ein Versuchsfeld mit 2.200 Varianten.

        Was meinen Sie mit „Regenspenden“? Wie ermitteln Sie die unterschiedlichen Insektenpopulationen?

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      • Thomas Apfel sagt

        Guten Morgen Falk
        Im Gegensatz zu anderen Kulturen hat Bio-Raps einen Anteil von 0,1 – 0,2 % am Gesamtanbau. Umgekehrt heißt das 99,9 – 99,8 % des Rapses kommen aus der klassischen Landwirtschaft.
        Warum wohl ist das so? Weil Palmöl billiger ist? Oder weil der obige Versuch die Gründe aufzeigt?
        Dass die Insekten so erfolgreich in der“Rapsvernichtung“ sind, hat weniger mit dem Boden, als mit der Züchtung zu tun. Wenn eine Pflanze für uns verträglicher gemacht wird, ist sie das meist auch für die Insekten. Widerstandsfähigkeiten gegen Fraßfeinde beruhen meist auf giftigen Inhaltsstoffen. Die Pflanzen können nicht weglaufen und haben sich daher auf CHEMISCHE KRIEGSFÜHRUNG spezialisiert. So würden zum Beispiel zwei unserer giftigsten Pflanzen, die im Schatten gedeihen (Maiglöckchen und Herbszeitlose) eigentlich von Schnecken niedergemacht werden. Von diesen beiden Pflanzen isst aber JEDER nur einmal.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Der stellvertretende Vorsitzende der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen, Dietmar Brauer, setzt auf neue Sorten. «Wir erhöhen den Züchtungsaufwand, um nicht noch mehr Rapsfläche und Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.» Gesucht werden Pflanzen, die Widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Trockenstress sind.“

          https://www.boyens-medien.de/artikel/schleswig-holstein/raps-kaempft-mit-dem-klimawandel-anbau-im-norden-ruecklaeufig-381178.html

          Der Standort zwischen den „Meeren“ ist eigentlich nicht zu toppen….der Boden in den Kögen und Marschen ebenfalls Spitze, bleibt noch das Wetter/Klima …und zu viele „Schad-“ Insekten. 😎

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        • Thomas Apfel sagt

          Die giftige Erucasäure wurde erst nach 1974 weggezüchtet. Sie machte vorher bis zu 50 % des Ölanteils aus. Raps konnte bis dahin weder in größerm Umfang als Tierfutter noch als Nahrungsmittel verwendet werden. Erst die sogenannten Doppel-Null-Sorten hatten unter 2 % Erucasäure. Wer den Film „Lorenzo´s Öl“ gesehen hat, kann sich vielleicht erinnern, dass die Giftigkeit von Rapsöl in den USA die Anwendung am Menschen verbot !!!

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  2. Jürgen Donhauser sagt

    Achtung Ironie! Für was müssen wir in Deutschland noch Raps anbauen? Wir können doch dafür billiger Palmöl importieren. Schei… doch auf den Regenwald der dafür gerodet werden muss.

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    • sonnenblume sagt

      Wir kennen nur die unnachgiebige und uneinsichtige Seite von Frau Schulze. Hinsichtlich Palmölimporte übt sie sehr viel Nachsicht mit den Akteuren. Woran kann das liegen? Geht es in dem Fall auch um Lobbyismus? Aber so etwas verwerfliches gibt es im BMU ja nicht.

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  3. Ludwig sagt

    Das unsere Politik und Medien stark ideologisiert sind das wissen wir ja , aber das man die Realität nicht hören will , daß ist schon ein Verbrechen. Ein Blick in die Geschichte würde genügen , um zur Realität zu kommen. Habe mal in unser Zehntbuch geschaut , das sind die Abgaben unseres Hofes an die Obrigkeit von 1785 bis 1842 . In der ganzen Zeit wurde nur mit Hafer , Roggen und Gerste gezahlt . Weizen war da nie zu finden , weil der Weizensteinbrand die Weizenähren wie Kaffee aussehen lies und damit ungeniesbar war. In manchen Jahren hatte der Roggen dermaßen viel giftiges Mutterkorn , daß er nicht zu verwerten war. Das war die damalige Realität , die dann auch oft zum Hunger führte. Deshalb war es auch später ein Segen für die Mitbürger , daß mit dem Wissen der Chemie und der Biologie , chemische Hilfsstoffe entwickelt wurden , die die Ernten sicherer und auch gesünder machten. Mit den Beizmitteln für das Saatgut ging es los. So konnte dann auch plötzlich Weizen angebaut werden . Mit den neuen Hilfsmitteln wurden die Ernten sicherer und größer, sodaß immer mehr Leute auch in der entstehenden Industrie arbeiten konnten. – An Hunger denkt heute keiner mehr hier in Deutschland. Von allem ist genug da. Deshalb meint man ja auch in dem Hochmut auf die Bauern verzichten zu können und sich Traumvorstellungen leisten zu können. Doch mit diesem Denken fahren wir gegen die Wand. Das ist der Tanz ums „Goldene Kalb“. Statt diesem Denken einhalt zu gebieten verstärken Medien und Politik diesen Trend sogar noch. Bekanntlich haben sich Hochkulturen immer selbst zerstört , aber man muß erst tief sinken , um seine Fehler zu erkennen.

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  4. Ja, wenn man Alternativen wie Untersaaten etc. nicht ausprobiert, ist das Ergebnis auch erwartbar … Im Westen nicht Neues.

    Anmerkung am Rande: Letztes Jahr war’s vor allem die Dürre, die die Erträge – nicht nur beim Raps – gekillt hat auf allen Böden, wo nicht künstlich bewässert wurde oder ein hoher Humusgehalt die Feuchtigkeit länger gehalten hat über die Dürre hinaus. Da würden auch Pflanzenschutzmittel nicht helfen.

    Zu den Untersaaten:
    Eine Möglichkeit wäre es, drei Untersaaten einzubringen.
    1. Untersaat: Wächst schneller als Raps, dieser muß nicht chemisch eingekürzt werden, verwelkt dann, Raps kann durchkommen.
    2. Untersaat: Köderpflanze zur Reduzierung des Schädlingsdrucks.
    3. Untersaat: Klee, sowohl für Stickstoffverfügbarkeit im Boden als auch als Flächendecker, um andere Schadpflanzen fernzuhalten; auch kann mit entsprechender Nachbegleitung viel geleistet werden für die Böden

    Und was Pflanzenkrankheiten angeht, ist auch die Frage der Fruchtfolgen wichtig. Mit hybrider/regenerativer Landwirtschaft hat man auch hierzulande schon Erkenntnisse, die da wirklich mal innovativ sind.

    Steht sogar in Agrarzeitungen:
    https://www.agrarheute.com/pflanze/raps/gegen-rapserdfloh-kuenftig-untersaaten-begleitpflanzen-vitale-sorten-570782

    Oder hier aus der Schweiz, die sind da weiter:
    https://www.forumackerbau.ch/fileadmin/forumackerbau.ch/Versuche_Raps/Raps_Untersaat_Forum_Ackerbau_2017.pdf
    https://www.landfreund.ch/pflanzenbau/untersaat-im-raps-teil-1-so-klappt-es-mit-der-untersaat-12109176.html
    https://www.bauernzeitung.ch/artikel/so-funktioniert-die-untersaat-im-raps
    https://pflanzen.fnr.de/projekte/energiepflanzen/leguminosen-untersaaten-im-winterraps

    Und wie immer gilt: immer den Boten hinterfragen!
    Beim Namen Klaus Schlüter zeigt die erste Recherche: Buddy vom Industrieverband Agrar, also vor allem auch Bayer, womit verdienen die noch gleich Geld?!
    https://www.iva.de/publikationen/jahresbericht-20192020

    Und – oh, Wunder – der „Master“ steht auf Gentechnik im Ackerbau, da freut sich sogar Monsanto (war auch Bayer, oder?):
    https://www.fh-kiel.de/fachbereiche/agrarwirtschaft/wir-ueber-uns/lehre/professores/prof-dr-klaus-schlueter/

    Nachtigall, ick hör Dir trapsen! Da kann man auch Hans-Georg Maaßen zu rechten Einzeltätern befragen 😀

    Aber … wer will schon, daß Bayer-Monsanto arm wird 😉

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    • Bauer Willi sagt

      Nur ganz kurz, weil es mich mittlerweile langweilt:
      1. Untersaaten in Raps sind in der Praxis eine absolute Rarität. Sie können ja mal versuchen herauszufinden, warum das so ist. Noch besser: Sie bauen selbst mal Raps mit Untersaaten an.
      2. Weil eine Mitarbeiterin einen Chef hat, der Kontakte zum IVA hat, sind deren Forschungsergebnisse nicht glaubhaft? Ernsthaft? Herr Suhr, Sie entwickeln sich langsam zum Troll…

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    • Schmeckt gut sagt

      Na Herr Suhr, dann ist es ja an der Zeit, dass sie sich um den „weiterentwickelten“ Rapsanbau kümmern. Selbstverständlich ist vom „Versuchsträger Suhr“ auch das komplette Risiko zu tragen. Herr Suhr – Lesen und auch das Verstehen des Gelesenen hilft. Es ist kein Durchbruch im biologischen Rapsanbau ersichtlich. Vermischter Anbau mit Begleitpflanzen, die nicht von der Hauptkultur zu trennen sind. Ich fasse es nicht. Lasst uns die Rapssaat aus Regionen mit Insektizidzulassung importieren. Ist besser so. Und schont die Nerven der Bauern. Herr Suhr kann ja neue Strategien probieren 😉

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      • Reinhard Seevers sagt

        Finde ich auch, lasst es die Designer und Werbefritzen machen, die können das, die schaffen das! 💪👍

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    • Thomas Apfel sagt

      Im Übrigen, Herr Suhr, um mit einer Mähr mal aufzuräumen:
      Klee und andere Leguminosen speichern (lebend) Stickstoff nur für sich selbst.
      Sie sind als Untersaat für die Hauptkultur eher ein Konkurrent als Symbiont.
      Untersaaten sind dazu da, nach dem Räumen der Hauptkultur schneller in die Höhe zu wachsen als wenn sie erst ausgesäht werden müssen. Sie müssen wegen der Konkurrenzwirkung mit Fingerspitzengefühl ganz dünn gesäht werden.
      Der Düngeeffekt tritt im Wesentlichen erst für die Folgekultur (nach dem Absterben und der Zersetzung der Leguminosen) ein. Positive Effekte auf die Zusammensetzung der Schädlingsfauna sind denkbar, aber bislang wirtschaftlich relevant. Die „automatische Unterkultur“ im Raps sind oft Kornblumen und Mohn. Hübsch anzusehen aber nicht relevant für eventuelle Nützlinge. Wenn, wie im Grünstreifen der Fahrgasse im Obst allerdings viel Weißklee steht und gemulcht wird (also anteilig verrottet), werden schon mal unerwünscht 80 – 150 kg N frei, die eher störend sind.

      +7
  5. Das Thema Insekten im Raps ist schon von immenser Bedeutung. Wir hatten 2019 einen Steigerungsversuch auf Stängelrüssler angelegt, weil wir mit einer einmaligen Bekämpfung die Sache nicht mehr im Griff hatten.
    Die ausgewiesene 0-Parzelle war nur gedüngt, kein Insektizid, kein WR, kein Fungizid, kein Bor. Nachstehend die Ergebnisse:

    Versuchsglied dt/ha Ölgehalt Mehrerlös €/ha
    0-Parzelle 28,1 dt 41,3% 0,00
    Insektizid nur am 20.02.2019 36,4 dt 43,0% 374,00
    Insektizid am 20.02. und 227.02. 38,1 dt 43,5% 456,00
    Insektizid am 20.02., 27.02. und 23.03. 43,3 dt 43,8% 682,00

    Bei den derzeitigen Rapspreisen wären die Mehrerlöse bekanntlich massiv höher, ca. € 13,- je dt. Macht dann bei der 3-fach Insektizid Behandlung Statt € 682,00 rund 882,00 je Hektar!!!!

    Dieser Versuch bestätigt indirekt die Ergebnisse von Frau Dr. Kropf, aber mit anderen Insekten.
    Wenn Sie die Bilder dazu anschauen wollen – die sind hoch interessant – diese finden Sie unter:
    https://www.lehner-agrar.de/leistungen in der Rubrik Beratung und Versuchswesen.

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  6. Bauer Fritz sagt

    EU 2020:
    Schlechteste Rapsernte seit 14 Jahren
    – gleichzeitig höchste Rapsimporte seit 14 Jahre.
    (https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/eu-schlechteste-rapsernte-seit-14-jahren-570263)

    Neonicotinoide sind NUR in der EU verboten (Mainstream: klatschen, bravo, juhu)
    – Importware kommt aus Nicht-EU-Ländern (Mainstream: ich beachte nichts was ich nicht wissen will; eh wurscht; uups-na sowas aber auch)

    Imker sagen, baut doch Bio-Raps und Bio-Rüben (Frage dazu: Bienen statt Hirn im Kopf; faktenbefreite Realitätsverweigerung; Biozucker wird von Imkern nicht gekauft weil zu teuer)

    Einziger Vorteil: Rapspreise steigen (wie bei allen Gütern (Fahrräder, Microchips, Holz …) die derzeit zuwenig vorhanden sind oder durch die Corona-Lieferketten-Probleme beeinflußt sind)

    +9
    • Reinhard Seevers sagt

      Wenn die Wetterkapriolen so weitergehen, dann gibt es dieses Jahr wenig Insekten/Bienen und ganz wenig Honig….😁

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      • Inga sagt

        Gelernte Kaufleute, Designer und Werbefritzen holen ihn sich dann aus China!

        +2
      • Thomas Apfel sagt

        Irgendwie sieht es beim Obst schon wieder Sch…… aus. Die Honey-Bees wollen nicht fliegen (zu kalt, zu windig). Heute beim Schnittholz häckseln bei den Süßkirschen waren viele von meine „Roten“ (Mauerbienen) unterwegs, sonst außer ein paar Hummeln nix. Problematisch ist das lang andauernde kalte Wetter. Die Bäume blühen gar nicht so richtig auf, alles eher grün-braun als weiß.
        Insekten wird es trotzdem reichlich geben, denke ich, letztlich ist „kühl und nass“ nicht für alle Pflanzen und schon gar nicht für die Vegetation im Allgemeinen schlecht.
        Für den Honig sehe ich noch nicht schwarz. Die Menge des Rapshonigs entwickelt sich ganz sicher umgekehrt proportional zu den Aktivitäten der Pflanzenschutzgegner. Eine gute Robinien- und Lindenblüte gleicht das wieder aus.
        Nützt zwar Acker und Fruchtfolge nix, aber das interessiert den Imker eh nicht.

        +2
  7. Thomas Apfel sagt

    Das ist genau das, was ich nicht verstehe. Weder die Staatlichen Stellen, noch der Bauernverband kämpfen für den Erhalt eines handhabbaren chemische Synthetisch basierten Pflanzenschutzes, das Ganze wider besseren Wissens.
    Da kriegt abre auch keiner die mediale Aufmerksamkeit wie z.B. Frau Prof. Maria Finkh mit der forderung „Der chemische Pflanzenschutz Muss heruntergefahren werden“.
    Frau Prof. Finkh lehrt an der Öko-Abteilung der UNI Kassel in Witzenhausen. Auch sie, bisher eher als nüchterne Wissenschaftlerin bekannt, springt jetz auf den Propagandafeldzug gegen die klassische Landwirtschaft auf, und wird prompt bei TopAgrar und sonstwo hofiert.
    Solche Versuche, wie den im obigen Beitrag kannste in den Medien mit der Lupe suchen.
    Danke übrigens an Bauer Willi, dass er immer wieder danach sucht !

    +17
    • Bauer Willi sagt

      Es war eine kleine Meldung in top agrar. Das Foto hat mich elektrisiert. Das passt nämlich sehr gut zu der Aussage eines befreundeten Bio-Bauern: „Lass bei Bio die Finger vom Raps. Alle vier Jahre Totalausfall.“
      Übrigens hat sich die Raps-Erzeugung in Deutschland von 2014 bis heute halbiert. Wir holen den Raps aus den Ländern, in denen die insektizide Beize erlaubt ist…

      +14
    • Inga sagt

      Wenn Frau Fink so etwas behauptet, dann müsste sie so einen ähnlichen Versuch in Witzenhausen schon mal gemacht haben.

      Oder ob sie von irgendeiner Lobby beeinflusst ist?

      +1
    • Lieschen Müller sagt

      Ich als Ökoeule verstehe das auch nicht. Man kann ja sicher Stoffe finden, die den Raps schützen und den Bienen nichts schaden. Menschen schlucken auch alle möglichen Medikamente, die dann der Umwelt schaden. Diclofenac z.B., seht beliebt, tötet die Geier. Erst in Indien, jetzt in Spanien.

      0
    • Inga sagt

      In Witzenhausen wird seit Prof. H. Vogtmann 1981
      nur ökologisch geforscht.
      So könnte Frau Prof. Finkh auch für die Praxis im Bioanbau ihre Überzeugung geändert haben, aber wer weiß in welchem Zusammenhang sie das geäußert hat.

      Wenn ich an Beizschutzes denke,
      wieviel weitere Pflanzenschutz- Maßnahmen in der selben Kultur werden damit gespart?
      Ist Beizschutz ökologischer?

      0
  8. Mark sagt

    Danke für die Einstellung dieses Beitrags. Solche Versuche und Studien müssten noch weit offensiver kommuniziert werden. Phytopathologen, Pflanzenbauer und -schützer, aber auch die Pflanzenschutzindustrie müssen endlich aus der Defensive kommen und sich wieder aktiv in die Diskussion einbringen. Prof. Tiedemann ist hier ein einsamer Rufer in der Wüste. Stussstudien wie diese: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/aktuell/archiv-2021/studie-zur-toxizitaet-von-pestiziden/view müssen wissenschaftlich widerlegt werden. Wenn sowas durchgeht, ist wissenschaftlichem Stuss künftig Tür und Tor geöffnet. In dieser Sache habe ich Prof. Hensel vom BfR angeschrieben. Bislang keine Rückmeldung. Wahrscheinlich ist er wegen der Glyphosatgeschichte noch dermassen angeschlagen, dass er sich diesbezüglich nicht mehr aus dem Fenster lehnt. Trozdem muss hier von allen seriösen, ideologieunabhängigen und engagierten Wissenschaftlern an einem Strang gezogen werden, sonst endet das Ganze in einem Fiasko, wie der obige Versuch deutlich aufzeigt!

    +9
  9. firedragon sagt

    Danke für den anschaulichen Beitrag, den jeder Laie nachvollziehen kann.

    Jeder Praktiker weiß das!
    Und
    Jede STAATLICHE Versuchsstelle weiß das!

    Wenn staatliche Stellen über dieses Wissen verfügen, dass es mehr als sinnvoll ist, den Keimling schon durch das behandelte Saatgut zu schützen, um die Voraussetzung einer sicheren und qualitativ hochwertigen (Raps)Ernte zu schaffen, WARUM sind diese staatlichen Stellen/Verantwortlichen nicht in der Lage, genau das zu kommunizieren -Punkt! –

    +9
    • Brötchen sagt

      Drachen, Du hast falsche Annahmen, wie bestimmte Dinge funktionieren!

      Die staatl. Stelle liefert „nur Informationen“, meist noch im direkten Auftrag.

      Was den Auftrag betrifft, da hat der Berufsstand meines Wissens auch gewisse Einflussmöglichkeiten.

      Wie mit den Informationen umgegangen wird, steht auf einem anderen Blatt.
      Das sind völlig andere Ebenen.

      Zumal heute die “ Industrie“ auch ne Menge Feldversuche macht, die kannst Du damit auch aufführen.

      Politisch geht das nur über den Berufsstand und die Politik und das findet ja auch statt.

      0
      • firedragon sagt

        Brötchen, meines Wissens werden die Vorgaben vom Gesetzgeber getroffen, nach diesen Vorgaben arbeiten wir.
        Wenn PSM nicht mehr über die Beize zum Schutz der Pflanze zur Verfügung steht und der LW dafür dann mehrere PSM Maßnahmen flächendeckend durchführen darf/muß, was ist daran besser/fortschrittlicher ?

        +6
          • firedragon sagt

            Der Gesetzgeber blendet Versuchsergebnisse seiner eigenen Einrichtungen aus …

            +5
            • Brötchen sagt

              Drachen Gesetzgeber ist der Landtag oder Bundestag!

              Dann frag doch mal Deinen Landtags- oder Bundestagsabgeordneten dazu, wie denn der Gesetzgebungsprozess erfolgt.

              0
                • Brötchen sagt

                  Richtig…..ganz ganz ganz hinten darf sich vielleicht eventuell mal ein Piepel melden und sein Zeugs, was sowieso keinen interessiert, vorstellen.

                  Dann hast Du noch Bundesrat und da werden die Pokerkarten rausgeholt.

                  Deshalb es ist extrem kontraproduktiv, wenn es noch gegen den DBV geht……..es geht nur geschlossen über den Berufstand DBV und die pol. Vertreter vor Ort!!! da braucht man Verbündete……und die können aufmunitioniert werden von den Piepeln ganz ganz ganz hinten…

                  +3
                • firedragon sagt

                  Brötchen, was glaubst Du, was wir machen …

                  0
  10. Jürgen sagt

    In der einfach strukturierten Gedankenwelt der Nichtlandwirte gelten solche Versuche nicht. Denn das Postulat „die Natur ist immer gut – nur das was vom Menschen kommt ist böse“ ist zementiert. Hauptsache kein böses Gift wird ausgebracht! Wer braucht denn schon Raps? Das Essen bekomme ich doch vom Supermarkt.

    +14
    • Inga sagt

      Und der Raps ist Umweltverschmutzung, weil er so stinkt,
      habe ich mir sagen lassen müssen.

      0
      • Reinhard Seevers sagt

        Tja, er gehört nunmal zu der Gruppe des Kohls….können sich die Menschen schon mal dran gewöhnen, wenn sie zukünftig regional und saisonal essen wollen. Kohl wird zum Nationalgericht, dann stinkt es in vielen Küchen…😁

        +7
    • Diatryma sagt

      Ich bin so Nicht-Landwirtin wie es nur geht (Berliner Bürodrohne, die hier meist nur mitliest), aber ich kann sehen, dass Pflanzenschutz notwendig ist und drauf vertrauen, dass die Praktiker (=Landwirte) wissen, was sie machen. So super schwierig sollte das (Einsehen) doch nicht sein. Verd… noch eins, das seh ich doch schon bei einer Balkonpflanze, was da alles geflogen kommt.

      +11
      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn sich aber Pflanzenschutz in den Köpfen als Gift für Mensch und Umwelt etabliert hat, und Nahrung bei Rewe im Regal steht, dann fehlt der Bezug zur Erzeugung. Wohlstand erzeugt nunmal Dinge, die man nicht für möglich hällt.
        Deshalb gibt es auch Druckwellenvibratoren mit handysteuerung für umsonst bei EIS, das ist doch auch etwas, oder? 😎

        +2
      • Inga sagt

        Genau richtig.
        Bekleidet mit wissenschaftlichen Versucheb, extra Amt und Gesetz dafür , kann es ja nicht so schlimm sein, insbesondere, weil es auf Umweltverträglichkeit geprüft wird.
        Es ist gut wenn Nichtlandwirte fragen und Interesse zeigen.

        +1
      • Lieschen Müller sagt

        Vor allem muss der Mensch doch den Bezug zu sich selbst ziehen: so viele Wirkstoffe aus Medikamenten sind in den Kläranlagen nachweisbar und schädigen nachweisbar die Wasserlebewesen. Da verlangen doch auch nicht alle, dass man bei Herzproblemen auf was Homöopathisches umsteigt.

        +3
        • Inga sagt

          Genau so sieht es aus!

          Wenn man schon auf dem Acker so dicht sät, um Ertrag runterzuholen, damit REWE und andere Läger gefüllt sind, Dann kann es sein, dass man mit Fungiziden nachbessern muß, um die Pflanzen gesund zu erhalten!
          Nur so bekommt man die Regale im Supermarkt voll mit gesundem und preisgünstigen Lebensmittel!!

          Und das muß der Verbraucher wissen, bevor er urteilt!

          Darum Respekt vor Diatryma!!!

          Sie hatte ja auch mal Bio, Physik und Chemie in der Schule, dann kann sie das auch nachvollziehen.

          +1
        • Inga sagt

          Die Pflanzenschutzmittel auch Pestizide genannt sind doch nur Medikamente für die vielen Pflanzen die auf dem Feld in einer Kultur stehen.
          Das Wort Pestizide kommt vielleicht aus dem Mittelalter, als hier noch die Pest unter engen und unhygienischen Wohnverhältnissen herrschte und wir keine Medikamente dagegen hatten.
          Wir können es uns nicht leisten so viel Pflanzen umkommen zu lassen, nur weil wir keine Mittel gegen deren Krankheit haben!

          Und die Balkonpflanzen brauchen das auch, nur da kann man Selbstmedikation wie bei sich selbst auch mit Alternativen Mitteln machen!

          +2
        • Diatryma sagt

          Danke Inga, schau ich mir heute abend mal an… Mittagspause ist schon rum 😀

          0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Bei uns im Steinobst und Apfelanbau, und im Weinbau haben wir Dauerbegrünung und die Medien haben kaum darüber berichtet.
          Es ist mal an der Zeit, dass wir Salbeitee ausbringen, damit der Nachbar auch mal erfährt, dass wir Umweltbewusste Landwirtschaft betreiben.

          +3

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