Bauer Willi
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Es soll später niemand sagen, dass man es nicht hätte wissen können

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der EU gibt es derzeit einen Streit darüber, wie die zukünftige Agrarpolitik aussehen soll. Angesichts des Krieges in der Ukraine ist jedem klar, dass eine nennenswerte Menge an Nahrungsmittel fehlen wird. Wieviel genau weiß niemand, aber es dürfte als sicher gelten, dass die Ukraine als Exporteur von Nahrungsmitteln ausfällt. Dieses Jahr bestimmt, vielleicht auch für länger.

Doch sowohl die EU-Kommission, allen voran Frans Timmermans, als auch der deutsche Agrarminister Cem Özdemir halten an ihren alten Plänen von Green Deal und Farm to Fork fest. Und nicht nur das: Sie greifen auch alle an, die anderer Meinung sind. https://www.euractiv.de/section/landwirtschaft-und-ernahrung/news/timmermans-warnt-vor-lockerung-der-green-deal-ziele-wegen-ernaehrungssicherheit/

  • “Ich will, dass ihr in Panik geratet”

Dieser Satz stammt von Greta Thunberg. Er bezog sich auf die mangelnde Bereitschaft der politischen Entscheidungsträger, Maßnahmen zu Bewältigung des Klimawandels zu ergreifen.

Trifft dieser Satz auch für die gegenwärtige Situation der Welternährung zu? Von Seiten der Bundesregierung wird versichert, dass wir über genügend Getreide zur eigenen Versorgung verfügen. Diese Aussage ist etwas voreilig, denn die neue Ernte 2022 ist noch lange nicht eingebracht. Niemand kann jetzt, im März 2022, sagen, ob es eine Rekordernte oder eine Mißernte wird. Es ist noch nicht lange her, da musste Deutschland Weizen importieren. Und Weizen allein reicht ja noch nicht zur Ernährung. Gemüse und Obst, pflanzliche Fette und Öle, Fleisch, Eier und Milch gehören auch dazu.

Wenn Sie wissen wollen, ob man in Panik geraten sollte, dann lesen Sie diesen Brief des Einkäufers von Tönnies an seine Kunden. Danach werden Sie vielleicht ihre Meinung ändern.

Schreiben Tönnies

Ein Auszug: “ Auf Grund der Knappheit der Schlachttiere besteht die konkrete Gefahr kurzfristig aus der Versorgungsfähigkeit zu laufen. Im Rindfleisch werden uns beispielsweise bis Ostern die Schlachttiere ausgehen, die nur mit enormen finanziellen Mehraufwand an uns gebunden werden können.

Es ist interessant, dass ausgerechnet Tönnies, der bisher sehr erfolgreich Schlachttiere eingekauft und Fleisch verkauft hat, solch einen Brandbrief schreibt. Wo war er, wo waren seine Wettbewerber, wo war der gesamte Lebensmitteleinzelhandel als die Schweinepreise monatelang im Keller waren? Von meinen Berufskollegen höre ich, dass sich ihr Mitleid in Grenzen hält.

Weil sehr viele Schweinehalter in den letzten Wochen aufgeben mussten oder Insolvenz angemeldet haben, fehlen jetzt Schweine. Und es fehlt bald auch Schweinefleisch, obwohl doch angeblich die Kühlhäuser voll sind. Und was knapp ist, ist teuer.

Es ist spätestens jetzt an der Zeit, dass es endlich eine Abstimmung zwischen Schweinehaltern, Schlachtbetrieben und LEH mit festen Verträgen gibt. Nie war die Zeit günstiger und nie war es so notwendig wie heute!

  • Hoffentlich wissen sie, was sie tun

Seit Corona wissen wir, dass es für unerwartete Ereignisse keine Betriebsanleitung gibt, wie zu verfahren ist. Jens Spahn hat sich die Corona-Pandemie “vor die Brust” genommen und sie zu seiner Sache gemacht. Er hat viel richtig und manches falsch gemacht, aber er hat etwas gemacht. Cem Özdemir wurde am 8.12.2021 vereidigt, die 100 Tage sind erreicht. Außer durch seine Fahrradfahrt von Schloss Bellevue, sein Engagement für Cannabis und seinen Besuch beim VfB Stuttgart ist er bisher kaum in Erscheinung getreten. Für uns Landwirte völlig unverständlich ist auch die Tatsache, dass er bisher keinerlei Kontakte zu Landwirten gesucht hat. Selbst bei der ersten Sitzung des Praktikernetzwerkes, zu dem er (BMEL) eingeladen hatte, war er nicht zu sehen. Als Einladender nicht einmal ein Grußwort zu sprechen ist schon merkwürdig. Erst recht bei einer digitalen Veranstaltung.

  • Wer entscheidet, was wir tun sollen?

Wir gehen mit großen Schritten auf eine große Ernährungskrise zu. Jetzt wäre es an der Zeit, dass der zuständige Minister alles unternehmen sollte, um die Erzeugung von Nahrungsmitteln in und aus Deutschland so effektiv wie möglich zu gestalten. Wir können es aber auch so machen, wie es sich sein Ministerium vorstellt:

  • Wir können im kommenden Jahr Flächen aus der Produktion nehmen, so wie es die neue GAP vorsieht.
  • Wir können weniger düngen, wir können auf Pflanzenschutz verzichten, wie es von zwei der drei Regierungsparteien favorisiert wird.
  • Wir können im großen Stil auf Bio-Landwirtschaft umstellen, wie es von Farm to fork gefordert wird.

Das alles wird dazu führen, dass wir weniger erzeugen. Ist das in der jetzigen Situation wirklich sinnvoll? Sollen wir Landwirte das wirklich tun? Nein, wir werden es nicht tun weil wir Verantwortung übernehmen. Auch ohne staatliche Vorgaben.

Ich hoffe, dass unsere Politiker wissen, was sie tun. Und nicht später sagen: “Das konnte ja keiner wissen”.

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/oezdemir-verbrecherischer-krieg-100.html

  • Rationierungen werden normal

Was ich weiß: in spätestens 4 Wochen werden die Lücken in den Regalen der Supermärkte größer. Diesmal wird es nicht das Klopapier sein, das gehortet wird, sondern alle Formen von haltbaren Lebensmitteln, wie Nudeln, Reis, Zucker, Mehl, Konserven. Und es wird zu Rationierungen kommen. Teilweise gibt es die heute schon, bei Pflanzenöl zum Beispiel. https://www.stern.de/wirtschaft/krieg-in-der-ukraine–aldi-sued-rationiert-verkauf-von-speiseoel-31692962.html Das wird auch auf andere Produkte Anwendung finden. Aber nicht, weil es so schnell nicht nachgeliefert werden kann, sondern weil es nicht mehr da ist.

Ob sich der Minister den nachfolgenden Satz gut überlegt hat? Und: ist es in der jetzigen Situation wirklich nötig, den politischen Gegner anzugreifen? Und kennt Özdemir wirklich alle Fakten? Hat er wirklich alles bedacht? Wer berät ihn?

https://www.br.de/nachrichten/amp/deutschland-welt/ukraine-krieg-landwirte-duerfen-auf-oeko-flaechen-futter-anbauen,SzmLo4W

https://www.nau.ch/amp/news/wirtschaft/ozdemir-versorgung-mit-agrarprodukten-in-der-eu-nicht-gefahrdet-66121276

Doch nicht immer ist es das Produkt selbst, das fehlt. Die Logistik insgesamt wird schwieriger, da Diesel teuer ist und viele LKW´s von ukrainischen Fahrern gesteuert wurden. Diese sind jetzt zurück in ihr Land gegangen und kämpfen.

Bei allem Verständnis für ihre Interessen müssen sich auch die Umweltverbände fragen lassen, ob ihr Brief an das BMEL in der jetzigen Situation angemessen ist: https://www.germanwatch.org/sites/default/files/offener_brief_cem_oezdemir_g7-agrarministertreffen.pdf Nicht dass auch sie später einmal sagen, “dass man das ja nicht ahnen konnte”. Aber die NGO müssen ja auch keine Verantwortung übernehmen.

  • Özdemir: Lebensmittel müssen teurer werden

Diesen Satz hätte er besser nie gesagt. Denn gemeint war, dass die Bauern mehr für ihre Produkte bekommen sollten. Heute geht der “Wunsch” nach teureren Lebensmittel in Erfüllung, allerdings aus ganz anderen Gründen.

Allerdings sind die jetzigen Preissteigerungen nichts gegen das, was uns noch erwartet. Noch sind die hohen Erzeugerpreise im Markt nicht angekommen, da noch aus alten Kontrakten geliefert wird. Ab Sommer und besonders ab Herbst wird es richtig knapp und richtig teuer. Und über 2023 mag ich noch gar nicht nachdenken. Wenn dann die Lieferketten für Dünger und Pflanzenschutz abreißen, wird es richtig ernst. Denn dann wird es auch die Grundnahrungsmittel treffen und es wird für Menschen mit niedrigem Einkommen existentiell. Und wenn Menschen in echte Not geraten, sind sie zu allem fähig.

Ob ich eine Idee habe, wie man das Problem löst? Nein, habe ich nicht, aber  Lösungsansätze. Die findet man hier:  https://www.bauerwilli.com/zeitenwende-was-jetzt-zu-tun-ist/

Wir Landwirte sind gesprächsbereit und halten nicht an alten Sprechzetteln fest. Wir finden Wege. Holzwege waren gestern und von einem toten Pferd sollte man absteigen.

Das war jetzt viel Text, aber das musste sein. Es soll später niemand sagen, man hätte es nicht wissen können…

Nachtrag: Ich bekomme jetzt laufend WhatApps, wo schon Lebensmittel fehlen bzw. rationiert werden. Es geht schon los…

 

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164 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    Siehe da, ein Beitrag, der viele Klicks generiert, und schon taucht Herr Niemann zur Selbst-Inszenierung wieder auf. Können Sie eigentlich auch was anderes, als den Blogbetreiber diffamieren und rumpöbeln? Es nervt!

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    • Schmeckt gut sagt

      Ferkelhebamme, nur ein bisschen Selbstinszenierung. Etwas mehr Netzwerk. Genauer, der “Auftrag”, ein wenig auf den Putz zu hauen. Aber, lieber Herr Niemann, dass wird nichts nützen, denn die vielen Lügen, die Sie und ihr Netzwerk immer wieder über die so “bösen” Konvis verbreiten, fällt ihnen jetzt vor die Füße. Die Wahrheit kommt immer irgendwann ans Licht: wenn Nahrung fehlt, wird es wirklich ernst.

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  2. Meyer sagt

    @Dorfmensch. Wunderbar dem Andreas erklärt. Ich war mitte der 1970er Jahre als Volontärverwalter in dem Betrieb wo die ganzen Versuche zum Nmin entwickelt wurden und konnte damals schon die wahnsinnigen N-Vorräte nach Leguminosen erleben. Auch später im eigenen Betrieb hatten wir den Anbau , sowohl Körnererbsen, Tk-erbsen, Bohnen, usw. .Die Nmin-Werte waren immer sehr hoch . Während bei Getreide und Rüben so zwischen 10 und 80 kg Nmin waren , waren es bei Leguminosen immer ab 100 kg Nmin aufwärts, eben bis zu 300 kg Nmin. Das Problem ist da die frühe Ernte und dann hat der Stickstoff Zeit über Winter nach unten sich zum Grundwasser zu verlagern. Bei den Versuchen hat man deshalb damals Planen auf den Acker gelegt um die Verlagerung mit und ohne Regeneinfluß zu überprüfen. Für mich als jungen Landwirt waren das für mein späteres Berufsleben tolle Erfahrungen. Seitdem habe ich bei uns im Betrieb bis heute auf nahezu allen Schlägen immer Nmin-Proben gezogen. Wunderbare Optimierungshilfe für die Bestandesführung . Damit war das Fahren im Nebel bei der N-Düngung vorbei und wir liegen heute bei niedrigen Nmin-Werten nach der Ernte . Das Wasserwerk belohnt das bei uns mit Prämien.

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  3. Ludwig sagt

    @andreas. Du scheinst nicht zu wissen was die konv. Betriebe machen . Ich bin hier in einem reinen Ackerbaugebiet mit wenig Tierhaltung . Hier rollen seit Jahren die LKWs mit Hühnermist , Gärsubstrat, Gülle usw. ran. Geschätzt werden hier 20 – 50 % der Nährstoffe organisch gedüngt. Wir machen das nicht anders als unsere Bionachbarn, aber die bauen jedes Jahr Leguminosen an und reichern neben den organ. Düngern den Boden mit Stickstoff an , sodaß sie Probleme mit dem Nitrat bei den Verkaufsfrüchten haben. NminWerte mit 100 – 250 kg N sind bei denen normal , während bei den konv. Betrieben nur ein Bruchteil im Frühjahr zu finden ist , weil wir das ganze sehr gezielt machen . Das kann man bei dem Nitratgehalt bei meinen Bionachbarn eher nicht feststellen, aber leider wird dort ja auch kaum kontrolliert , weil das ja die Guten sind !

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    • Andreas sagt

      “NminWerte mit 100 – 250 kg N sind bei denen normal ”
      Ludwig, gibt es dazu eine wissenschaftliche Untersuchung, die das belegt ?
      Oder handelt es sich auch hier wieder nur um eine der üblichen Verleumdungen.

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      • Dorfmensch sagt

        @Andreas. Auch wenn Sie es nicht hören wollen: In viehlosen ökologischen Ackerbaubetrieben werden vor dem Anbau von Backweizen Leguminosen/Leguminosengemenge angebaut, der Aufwuchs abgefahren, kompostiert und der Kompost wieder auf die Flächen gebracht. Der Umbruch des Leguminosenbestandes und die Einarbeitung des Kompostes führen in der Regel zu exorbitant hohen Nmin-Gehalten bereits im Herbst (häufig gemessen bis 300 kg N/ha), dem eine N-Aufnahme des Weizens bis Vegetationsende von maximal 30 kg N/ha gegenübersteht. Der Nitrat-Verlagerung steht damit nichts im Wege. Die organische Düngung ist nunmal weniger steuerbar als die mineralische N-Düngung. Das lernt jeder Landwirt in Berufsschule, Fachschule, FH oder Uni.
        Ursache für dieses Anbausystem ist die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, durch den Anbau von Backweizen den Ackerbaubetrieb über die Runden zu bringen. Nachhaltig wäre Ackerbau mit Tierhaltung.
        Sie sollten sich mit der Formulierung “übliche Verleumdungen” zurückhalten.

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        • Andreas sagt

          Vor 60- 70 Jahren haben es alle Bauern in unserer Region so gemacht
          und den Rotklee im Herbst umgepflügt und dann W- Weizen gebaut.
          Die N-Werte im Trinkwasser waren damals bei 16 mg/l
          Heute bin ich der einzige, der das so macht.
          Ich habe immer die niedrigsten Nmin-Werte im Wasserschutzgebiet
          und kann dies auch mit einer Untersuchung der TU- München,
          die bei uns in den letzte Jahren stattfand, belegen.
          Auf 50 % der Ackerflächen steht bei den andere Bauern Silomais
          und der Durchschnitt der Nmin- Werte liegt hier je nach Jahr bei
          80 bis 200 kgNmin.

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          • Dorfmensch sagt

            @Andreas.
            Das Problem ist der Leguminosenkompost, der aus Sicht der N-Verwertung zur Unzeit in den Boden kommt.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Prof. Taube in Kiel hat das in früheren Vergleichsversuchen Konvi und Bio Vergleich bezüglich Ertrag und diffusem Nitrateintrag in den Untergrund ähnlich nachgewiesen. Die Frühjahrswerte Nmin lagen im Öko-Versuch nach Rotkleeumbruch bei 160 kg/ha. Die Herbstwerte wurden nicht erfasst, dürften aber noch um einiges höher gewesen sein. Die Auswaschung (diffuser Eintrag in den Untergrund) während der Vegetation war dann auch entsprechend hoch – die Erträge (in dem Versuch Hafer) allerdings auch.

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  4. Lieschen Müller sagt

    In dem Brief stand etwas von Rindfleisch. Sind Schweine denn knapp? Und Hühner? Wir könnten ja auch wieder Schaf essen. Da gab es doch viele Probleme der Vermarktung.

    • Ferkelhebamme sagt

      Ja, es ist alles knapp. Die Schweine-und vor allem Sauenhalter wurden hier finanziell ausgeblutet, ein Großteil Hähnchen kam aus der Ukraine.
      Die Schafhalter schmeissen hin, weil das Wolfsmanagement eine Katastrophe ist.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Österreich kann die Nachfrage nach Schaffleisch nicht decken – dem Wolf sei Dank!
        Auch Fisch wird knapp. In der Steiermark wurde der gute Erhaltungszustand des Fischotters bereits um das Fünffache überschritten. Im letzten Jahr wurden 1000 Tonnen Fisch vernichtet. Wohlgemerkt: VERNICHTET, nicht gefressen. Denn der Fischotter beißt wie der Wolf 10 Fische tot und frisst dann einen halben. Alle Schutzmaßnahmen um die Teiche sind gescheitert. Die Naturschützer sind hoch zufrieden, weil noch immer keiner von ihnen hungert. Fischteiche sind aber ein wichtiger Hort der Biodiversität. Die Teichwirte geben jetzt auf, weil sie pleite sind.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Nachtrag: die Schweinebestände sind in der ganzen EU gesunken, außer in Spanien. Die haben kräftig aufgestockt, haben aber kaum eigene Futterflächen. Das wird noch sehr interessant, niemand wagt Prognosen.
      Wir hatten Anfang Februar ein Angebot für einen 10(!)Jahres-Vertrag bekommen, wenn wir die Schweine auf Bio umstellen. Verführerisches Angebot, weil es Planungssicherheit versprach. An die Umstellung der Tiere hätten wir uns herangetraut, beim Ackerbau aber extreme Bauchschmerzen gehabt. Wir haben eine funktionierende konventionelle Kreislaufwirtschaft, die kommt uns jetzt (hoffentlich) endlich zugute.

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Nachtrag: die Schweinebestände sind in der ganzen EU gesunken, außer in Spanien. Die haben kräftig aufgestockt, haben aber kaum eigene Futterflächen.”

        Interessant, hier wird gerade überall hochwertiges Iberico angeboten….ob das wohl ein fake-Angebot sein könnte? Ist doch kein Zufall, wenn in einem überschaubaren Bereich unterschiedliche Anbieter, vom Discounter bis zum normalen Schlachter zeitgleich Iberico angebieten.

  5. Wolfgang sagt

    Vielen Dank Willi, für die klare Darstellung. Das Tönnies Schreiben hatte ich auch schon gesehen, und zuerst für einen Fake gehalten. Letztlich wollen sie damit ja aus bestehenden Lieferverträgen aussteigen.
    Den Artikel “Zeitenwende,…” hatte ich in meinem Whatsappstatus und dazu meine persönliche Aufforderung:
    “Herr Scholz, besetzen Sie Ihre Ministerien mit Fachleuten und nicht mit Ideologen!” und ich werde es wieder tun.
    Ich denke, das ist unser Bundeskanzler dem Land und seinem Amteid schuldig.

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  6. Andreas sagt

    Anstatt dauern zu schimfen, zu jammern und zu klagen, sollten die Konv. Kollegen die Zeit besser nutzen, um sich schlau zu machen, wie man Getreide ohne Kunstdünger und Round up erzeugen kann.
    Euere Großeltern und Urgroßeltern haben das auch hinbekommen !
    Und die haben auf ihren Flächen nicht nur die Lebensmittel, sondern mit Flachs und Schafen auch noch die Kleidung für die Bevölkerung erzeugt.
    Auch den Treibstoff für die Pferde und Ochsen zum Transport der Waren haben allein die Bauern auf ihren Flächen erzeugt.
    Die haben vor 100 – 200 Jahren sicher nicht so viel gejammert, sondern angepackt und zum Beispiel herrliche Bundwerkstadel gebaut.

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    • Galinstan sagt

      Du bist hier im falschen Forum. Es sei denn, deine Panzerung ist dicker als die der russischen Panzer. Hier ist schon so mancher mit ähnlicher Meinung als der Deinigen rausgeekelt worden. Hier will man zurück in die 1980iger. Sonst nichts.

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        • Eckehard Niemann sagt

          “Hier will man in die Zukunft!”
          Ob “man” das will, sei dahingestellt.
          Ob viele Beiträge dazu geeignet sind, ebenso…

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          • Marko sagt

            “Hier will man in die Zukunft!”
            Ob “man” das will, sei dahingestellt.
            Ob viele Beiträge dazu geeignet sind, ebenso…

            Es geht erstmal um die Gegenwart, Herr Niemand.

      • Bauer Willi sagt

        Leute, das ist ein Troll! Er will nur provozieren und hat Spaß an eurer Aufregung…

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        • Galinstan sagt

          Warum sagst du das? Der Einwand von Andreas ist doch diskussionswürdig, schliesslich bricht gerade der N-Dünger weg, und moderne Sorten haben real Probleme ohne erhöhte N-Düngung, die organisch nicht zu schaffen ist, da nicht bedarfsgerecht bereitgestellt. Solche Diskussionen als trollig hinzustellen grenzt schon selber an Troll. Und wenn wir schon beim provozieren sind: Schau dir deine Posts an und die Reaktionen darauf: Du wirfst einen Ball hin und alle laufen drauf los.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Energie ist ausreichend vorhanden, wenn man sie umleitet, weg von der Spaßindustrie (Kreuzfahrtschiffe, Freizeitanlagen, Motorradbau, Segelschiffbau usw. usw….und sie für die Herstellung von Dünger einsetzen würde.
            Aber lieber ist dem Bürger wohl, dass er sein Essen importiert, anstatt Energie, wobei ich den Unterschied nicht so richtig sehe.
            Weniger Spaß und Luxus, dann reicht die Energie sogar für die Erzeugung von Nahrung in diesem Lande….oder Erhalt von Spaß und Luxus und Import von Nahrung, wie man möchte.

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          • Bauer Willi sagt

            @Galinstan
            1. Diskussionswürdig? Nun ja, dann lass uns auch darüber reden, ob die Erde eine Scheibe ist.
            2. Wir haben gerade den Weizen mit Gärrest gedüngt.
            3. Moderne Sorten: Schauen Sie sich die Öko-Weizensorten an. Das sind sehr oft die gleichen wie bei Konvi. Und auch Öko-Weizen wächst nicht ohne Düngung
            4. Hier wird niemand gezwungen, die angebotenen Artikel zu lesen oder gar zu kommentieren. Denjenigen, der die Artikel schreibt, gerade deswegen als Troll oder Provokateur zu bezeichnen ist schon… verwegen…
            5. So weit wie möglich belege ich meine Aussagen mit Quellenangaben und überlasse deren Interpretation dem Leser.

            Allerdings habe ich auch eine eigene Meinung, die manch einem nicht passen wird. Und das ist gut so, denn sonst gäbe es keine Diskussion.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Von meiner Kindheit kann ich noch berichten, wie die Erträge damals waren, trotz des legendären E605 krochen die Maden aus den Zwetschgen, durch das Brennrecht konnten sie noch verwertet werden. Im Weinbau konnte die Peronospara und den Mehltau nicht in den Griff bekommen. Die jetzigen BIO Winzer fordern inzwischen PSM, welche derzeit ihnen nicht zur Verfügung stehen.
            Die Düngung durch den Mist und Jauche konnten bei weitem nicht den Nährstoffbedarf , auch beim damaligen Ackerbau, nicht decken. Deshalb bin ich immer verwundert, wenn Branchenfremde daher kommen und Bauern mit 60 Jähriger Erfahrung erklären wollen, wie Landwirtschaft geht.

            Übrigens, Klopapier und Speiseöl war heute bei ALDI und Lidl bereits ausverkauft. zumindest beim Speiseöl könnten wir auf 40% verzichten, oder?

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            • Lieschen Müller sagt

              Die Leute kaufen aus Angst, weil sie in der Presse gelesen haben: “Sonnenblumenöl KÖNNTE knapp werden”. Jetzt stehen überall 10 Flaschen rum. In drei Jahren ist es schlecht, dann wird es weg geworfen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Fehlschuss Lieschen…es kommt schlicht nichts mehr nach.
                Die Regale werden nicht mehr aufgefüllt, Punkt.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Lieschen, machen Sie sich keine Sorgen wegen abgelaufener Öle. Nach Ostern wird alles rationiert, dann kann man gar nichts mehr horten. Dann werden die mit den 10 Flaschen ihre Vorräte um viel Geld am Schwarzmarkt verkaufen.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Morgen gehe ich in den Großhandel und kaufe 10 Paletten Klopapier, das verkaufe ich an den Meistbietenden. 😉

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              • Marko sagt

                Die Leute kaufen aus Angst, weil sie in der Presse gelesen haben: “Sonnenblumenöl KÖNNTE knapp werden”. Jetzt stehen überall 10 Flaschen rum. In drei Jahren ist es schlecht, dann wird es weg geworfen.

                Schweineschmalz gibt es noch. Hält sich auch wesentlich länger.
                😉

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          • Hendrik sagt

            Zähl mal die Esser in Deutschland und vor allem der Welt! Damals und heute! Dann fällt Dir Dein Unsinn und der Unsinn der aktuellen linksgrünen Politik auf! Ihr müsst einfach lernen, in Mengen zu denken! Alles andere ist kurzsichtig und dumm!

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          • Schorsch Summerer sagt

            Es bricht der N-Dünger weg weil man noch immer keine Probleme damit hat sich in ein Auto zu setzen und sich jetzt noch schnell in die Berge zum Skifahren in den Stau zu stellen (dieses Wochenende!). Unsere Autobahn war voll.
            Weil man auch jetzt noch das Internet mit allem möglichem Blödsinn belastet und dabei Unmengen von Energie verbrennt. Der nächste Urlaub auch schon gebucht? Wo will man denn hinfliegen? Und mit welcher Energie? Das Wohnmobil schon getankt?

            Es ist ganz offensichtlich der Spass noch immer wichtiger als die Nahrung. Aber jammern dass alles soooo teuer ist.

            Weil Sie den Verzicht auf Dünger gerade gut geheissen haben.
            Ich kann auch verzichten. Die Nahrung wird aber dann für einen grossen Teil der Bevölkerung nicht reichen. Und es stellt sich die Frage ob sich die Hungernden dann nicht selbst bedienen in den Ställen oder auf dem Feld und ob ich die Gegenwehr gegen die Selbstbedienung überleben würde.

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        • Eckehard Niemann sagt

          Bauer Willi versucht, jede Kritik und immer wieder mit seinem “Troll”-Gerede wegzuwischen…

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    • Reinhard Seevers sagt

      Mensch Andi, du bist ja ein richtiger Vollpfosten…😎
      Wie viele Menschen gab es damals, welchen Anspruch hatten diese? Schalt Mal dein Gehirn ein. Fang schon Mal an mit dem Ackergaul, sofern du einen findest, den eigenen Acker zu bestellen, evtl. werden andere deine Versorgung nicht mehr übernehmen wollen.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Nun Herr Seevers, wir tauschen hier Argumente in einem Land der Dichter zu Denker aus. Kein Scherz! – Warum hat sich gerade hier bei uns ein solches geistiges Potential entwickelt!? Nun, weil wir eben mit jenen Grundvoraussetzungen gesegnet sind, die im eigentlichen zunächst ganz primitiv klingen, dabei aber von unschätzbarem Wert sind:

        Wir verfügen über Flächen in einer weltweit absoluten Gunstregion bei -und das ist essentiell- einer ganzjährigen Regenzeit; was wir in erster Linie einem funktionierenden Golfstrom verdanken. Ich hoffe, nicht erleben zu müssen, dass hier massive Störungen zu verkraften sein werden…

        Insofern wäre es heute in der aktuellen Situation mehr als grob fahrlässig, eben diese Voraussetzungen nicht auch optimal nutzen zu wollen. Käme schon förmlichst einem Straftatbestand des groben Vorsatzes gleich, man beginge damit ggf. infolge Unterlassung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ob das unsere Vollbremsungspolitiker und -beamten aus diesem Blickwinkel schon jemals ernsthaft überdacht haben!?

        Wer sich jetzt über die deutschen Dichter und Denker belustigen möchte, soll‘s tun, zur Beruhigung aber: Es sind keine 10% derselben vonnöten. Beim Rückblick in die Vergangenheit unserer Menschheitsgeschichte zeigen unsere Historiker auf, dass immer dort Hochkulturen entstanden sind, wo vorstehende Faktoren zusammengetroffen sind…

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Korrektur: Dichter und Denker – damit’s keinem zu kompliziert wird.

    • Wolfgang sagt

      1. Gab es damals auch europaweit Hunger. Die Auswandererwellen nach Amerika, oder zu Katharina in Russland kamen nicht von ungefähr. Und die Bekämpfung des Hungers war ein Grund, warum es die nachfolgenden Generationen Düngemittel und Pflanzenschutz entwickelten.
      2. Welchen zahlenmäßigen Umfang hatte die Weltbevölkerung damals? über 8 Mrd, oder doch erst 4, 3, 2? Wieviel landwirtschaftlich nutzbare Fläche war damals verbaut oder irgendwelchen ökologischen Projekten vorbehalten?

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      • Bauer Willi sagt

        1954 (mein Geburtsjahr) gab es 2,7 Mrd. Menschen. Und es gab schon Traktoren und mit Kalkstickstoff auch “Kunstdünger”. Es gab keine Kiwis, keine Avocados, keine Litschis, keine….

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Aber mal ehrlich, lieber Willi, sind unsere Jahrgänge heute wirklich noch einmal bereit, die heutigen “Standards” überhaupt zur Disposition zu stellen!?

          Damals gab’s im Winter meistens die eine “warme gute Stube” im Haus, die man nicht rund um die Uhr beheizte.

          Die damaligen “Zentralheizungen” funktionierten herausragend gut, man nutzte dabei systematisch “Restwärme”. Ställe wurden bewusst direkt neben die Wohnräume gebaut – die Zeit der kurzen Wege und warmen Winter. Ein solches Konzept ist heute undenkbar, ja als gesetzeswidrig sogar verboten; dabei entsprach dies einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft in ihrem schönsten Purismus. – Die letzten Ställe im bayerischen Voralpengebiet werden jetzt gerade stillgelegt.

          Heute bauen wir “offene Ställe”, geniale Freiluftställe. Andere Konzepte verstoßen lt. unseren Umweltschützern gegen das Tierwohl und damit wurde russisches Gas unverzichtbar. Irgendwelche Alternativen braucht der Mensch eben schließlich…

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        • Marian E. Finger sagt

          In meiner Kindheit gab es keine Kiwis, Avocados, noch nicht mal Auberginen. Dafür schleppte meine Mutter aber jeden Freitag eine prall mit Fleischwaren gefüllte Einkaufstasche für die kommende Woche heran: Außer Braten, Hackfleisch, Rouladen, Eisbein, Rippchen, Schnitzel und Speck regelmäßig einen Ring Schinken- oder Schwarzwurst, Wurstsalat, Fleischsalat, Sülze, Saiten- oder Bratwürstchen, Leberkäs und eine gewaltige Menge Aufschnitt. Damals habe ich (aufs Körpergewicht umgerechnet) bestimmt drei- oder viermal so viel Fleischwaren gegessen wie heute. Der Mythos vom Sonntagsbraten stammt meiner Ansicht nach aus einer früheren Zeit, 1850 oder 1900 oder so, aber gewiss nicht aus der Zeit des sog. Wirtschaftswunders.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            In meiner Kindheit in den 1960er und noch 1970er Jahren gab es Sonntagsbraten und am Samstag “Zuwaage”. Der Vater allein kriegte am Donnerstag zusätzlich Fleisch. Abends bekamen wir 1 Rädchen Extrawurst aufs Butterbrot.
            Der Rest war Gemüse.

          • Inga sagt

            Aber vor dem Wirtschaftswunder!
            Nach dem Krieg bis 1955!

            Nur wir Bauern mußten das selbstgeschlachtete Teil von
            Nose to Tail
            verwerten.

            Was ist Schwarzwurst?

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Eine Schwarzwurst, ist eine Blutwurst mit fetten Bauchspeckwürfeln, schwarz geräuchert mit Tannenreisig.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            “In meiner Kindheit gab es keine Kiwis, Avocados, noch nicht mal Auberginen”

            War bei mir auch so, aber Orangen gab es, an Ostern und an Weihnachten jeweils zwei.
            Noch schlimmer waren die Smartphones, die gab es gar nicht, die Jungen glauben mir das nicht.😒

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            • Inga sagt

              Aber de Orangen waren da noch viel saurer als heute, oder?

              Durch Züchtungsarbeit sind sie süßer geworden.

    • Helmut sagt

      Bio Kollegen, die unsere konv. Berufskollegen schlecht machen und wahrscheinlich nicht mal 30 dt ernten brauchen wir in dieser Zeit nicht. Zusammenhalten und gegenseitig Respekt zeigen ist angebracht. Manche haben halt den Schuss immer noch nicht gehört.

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    • Wolfgang sagt

      Was haben deine Vorfahren gemacht? Zu mindest 80 % Wahrscheinlichkeit das Gleiche, weil mehr als ein paar Handwerker, einen Pfarrer und einen Arzt konnte die Bevölkerung nicht miternähren. Und selbst der Pfarrer lebte vom Etrag der “Pfarrpfründe”. Aber warum machst du denn diese Arbeit nicht mehr?

      4
    • Elisabeth Ertl sagt

      Vor 200 Jahren hatte Österreich 3 Millionen Einwohner, und die hatten oft Hunger. Heute hat Österreich fast 10 Millionen, und viel landwirtschaftliche Fläche ist zubetoniert, damit die Städter dort als Singles wohnen und nach Herzenslust einkaufen und auf Autobahnen schnell in den Urlaub fahren können.
      Wen wollen Sie verhungern lassen? Die Alten? Die Kranken? Die Migranten? Die konventionellen Bauern?

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      • Lieschen Müller sagt

        Ich denke, man sollte nicht den Teufel an die Wand malen. Zwischen “wir schmeißen Bananen mit braunen Flecken weg” und “verhungern” ist viel Platz.
        Wir haben viel Wissen zur Landwirtschaft, wir haben viel Wissen zur Ernährung, zur Haltbarmachung. Eigentlich gute Wettervorhersagen, gute Informationsübertragung. Es darf einfach keine Panik ausbrechen, denn dann wird alles unberechenbar. Und ich habe das Gefühl, hier wird Panik geschürt.

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        • Thorens sagt

          “Aus der Stille sprach eine Stimme zu mir:
          Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.
          Ich lächelte, war froh und es kam schlimmer.”

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        • Reinhard Seevers sagt

          Panikschüren ist genauso falsch, wie in falscher Sicherheit wiegen….jeder kann sich ja seine Sichtweise aussuchen…siehe Corona!

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Ja, Gott sei Dank haben wir solche Leute wie Sie mit ihrem großen Wissen über Landwirtschaft, Ernährung und Haltbarmachung, über Wetter und Informationsübertragung.
          Einverstanden – ich mach mir jetzt keine Sogen mehr.

    • Thomas Bröcker sagt

      @andreas, befassen Sie sich doch einfach mal mit Zahlen und Zusammenhängen- wer Logik und Mathematik beherrscht ist klar im Vorteil.
      Viel Spaß mit 15 dt/ha beim Getreide, völlig ausgelaugten Böden und 1,2 Milliarden Menschen auf der Erde (Stand 1850 – vor Beginn der systematischen und wissenschaftlich begründeten Pflanzenernährung), die halbwegs davon ernährt werden konnten.

      Heute hat sich die Zahl der Menschen versechsfacht, parallel dazu auch die Höhe der Erträge, also die Produktivität. Das ist eine Henne – Ei – Problematik, die nicht mit dem sehnsuchtsvollen Blick in eine scheinbar gute Vergangenheit aus der Welt geschafft werden kann. Die Zeit vor der modernen Landwirtschaft war von Raubbau, Mißernten, Schädlingsplagen, Armut, Hunger und schwerster körperlicher Arbeit mit vorrangiger Ausbeutung der “billigen” Arbeitskraft der Landfrauen geprägt.

      Also was soll das Geschwätz: Entweder Bio zeigt tatsächlich, dass das System ein echtes Kreislaufsystem ist und es in der Lage ist die Menschheit in ihrem jetzigen Umfang zu ernähren. Oder aber Maul halten ist angesagt, weil das verbleibende Geschwätz faschistoides Blut und Boden Gelaber mit der Aussage “zu viele Menschen” ist.

      Unser Hauptproblem ist, dass Lügen wie Schneebälle sind, je länger man sie rollt, desto größer werden sie. Und es sind gar Viele, die Bälle formen, und noch mehr, die Selbige eifrig rollen !

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    • Alexander Weck sagt

      Eine Zeit in der ein Landwirt weniger als vier Personen ernährt hat, finde ich wenig erstrebenswert. Willst du dahin zurück ?

  7. oberländer sagt

    Das was Willi hier anführt ist bei Leibe keine Panikmache.

    Wer etwas Ahnung hat von Rohstoffproduktion für Lebensmittel ,
    der weis auf jeden Fall das Produkionsänderungen in bedeutendem
    Maßstab Zeit und Geld bedürfen .
    Wenn im Mai festgestellt wird das mehr Weizen benötigt wird , dann ist das
    für das laufende Jahr zu spät.
    Bei Kartoffelpflanzungen im Februar oder August ist ebenfalls mit recht
    geringen Ertrag zu rechnen.
    Wer nicht in der Lage ist Kraftstoff , Düngemittel und Pflanzenschutzmittel
    bereit zu stellen wird unter Umständen an einem leeren Trog stehen .
    Ein dummer Bauer weis das.
    Ein schlauer Ökofascho hat da wohl noch etwas Nachhilfe nötig.
    Aber was soll es, mir und den Meinen reicht es .
    Ich will Lebensmittel produzieren > natürlich gegen ordentlichen Lohn<

    Die welche, mich bei absehbarer großer Not dabei einschränken, sind am Hunger anderer Schuld.!

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    • Stadtmensch sagt

      “Ein Ökofascho hat da wohl noch etwas Nachhilfe nötig.”

      Falls ich gemeint war, ich mache mir keine Illusionen. Düngemittel, Energie, Metalle, Futter werden wir wohl künftig sehr teuer bei den Russen einkaufen müssen. Weil wir der Meinung sind, dass nur die USA das Monopol auf Gewaltanwendung haben um ihre Interessen durchzusetzen.

      Wir brauchen 100 Millionen Tonnen Erdöl und 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr, damit die Bude heimelige 23 Grad warm ist beim Netflix streamen und die 1,2 Autos pro zwei Personen im Schnitt 10 km pro Fahrt bewegt werden können. Bei dieser Nutzung ist die Verbrennung so schlecht, da kommt man gar nicht hinterher mit Tanken…

      2
      • Reinhard Seevers sagt

        Stadtmensch, Deutschland wird immer und von allem abhängig sein, wir haben selbst nichts!!!!
        DAS zu erkennen ist die eigentliche Aufgabe aller Bürger und Politiker.
        Sogar das Eisenerz für den Stahl der WKA – Türme oder das Pech zur Herstellung der Carbonflügel für WKA – Anlagen haben wir nicht selber, geschweige denn, die Energie zu deren Produktion….und auch der Bewehrungsstahl für die Fundamente kommt aus dem Osten. Wer also jetzt großspurig einen Umbau der Energieerzeugung herbeischwatzt, der muss sagen, woher er die Rohstoffe denn beziehen möchte.

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        • Galinstan sagt

          Du gehörst doch auch zu den Schwätzern, welche hohe Erträge herbeischwatzen wollen. Womit denn???? Mit Dünger aus Russland!!!!

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          • Reinhard Seevers sagt

            Na dann sind wir uns einig? Nix zu fressen UND kein Wohlstand?
            Dann ist doch alles im Grünen Bereich!😄👍

            8
            • Smarti sagt

              Kein Problem, ohne Wohlstand hat jeder wieder Zeit, sein Essen selber anzubauen. Wir haben das Land, das Klima, das Wasser. “Wir” sind nur zu faul dazu. Wir werden alle an Faul-und Dummheit sterben 🙂 .

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          • Smarti sagt

            Galinstan, man kann auch mit Gülle oder Mist düngen. Rinder können zur Not auch ganz ohne “Menschennahrung” gefüttert werden, sie werden dann nicht ganz so schnell schwer bzw. geben viel weniger Milch.
            Auch Muttersauen vertragen bis zu einem Drittel Grassilage. Lupinen, Erbsen und Soja als Schweinefutter brauchen nicht unbedingt Kunstdünger. Im Gegenteil, das Jahr darauf könnte dann Weizen für die menschliche Ernährung darauf wachsen.
            Landwirte werden es auch so machen… wenn man sie lässt.
            Aber ohne Tierhaltung bzw. einer Halbierung derselben ist Schluss mit Kreislaufwirtschaft. Nicht die Tiere fressen Dir den Teller leer. Es ist die Dummheit – Tausendfach geglaubt und doch so falsch…

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          • Inga sagt

            Ja,
            weil vielleicht noch so viel Vorurteile von früher da waren.
            Wollte Putin den eingeschlagenen Weg von Gorbatschow weitergehen?
            Dann kann sich doch die Ukraine darauf besinnen und sagen, wir sind europäisch mit christlich orthodoxer Kultur.
            Wir sind die Brücke zwischen Russland und Europa.

          • Thorens sagt

            “Wir haben die ausgestreckte Hand weggeschlagen:”

            Kann man angesichts all der Lügen, Propaganda und Morden des heutigen Putin tatsächlich noch an die Aufrichtigkeit desselben Menschen vor 20 Jahren glauben? Dies auch vor dem Hintergrund des von dir, Stadtmensch, verlinkten Artikels zur Rede von Putin vor westlichen Industrievertretern in Petersburg in den 90ern, wo er für Russland eine Diktatur nach chilenischem Muster für anstrebenswert hielt.

            Wer heute noch an diese ausgestreckte Hand glaubt, glaubt vermutlich auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

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            • Stadtmensch sagt

              Zur Zeit läuft eine schöne Doku auf Arte über die Geschichte der Propaganda. Das was ich geschickt hatte war halt ein Twitter-Post.
              Das schwierige ist halt immer, der Wahrheit selbst auf den Grund zu gehen. Dazu muss man immer alle Seiten hören und man darf nicht von sich ausgehen. Also der subjektive Filter (Wahrnehmung) ist wenig hilfreich bei der Wahrheitssuche. Deswegen lese ich ja als Fan von Permakulktur und Heile Welt auch hier mit, wo der Wind der “rauen Realität” zu wehen scheint…
              Wie immer nehme ich mich und andere immer nicht ernst genug. Mein Fehler. Sorry.

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              • Thorens sagt

                Der Twitter-Post war die Fotokopie einer Zeitungsmeldung und nicht irgendein Twitter-Geschwurbele.

                Der Wahrheit auf den Grund gehen zu wollen ist so löblich wie schwierig. Du kannst dir noch so lange alle Seiten anhören und auch nicht von dir selbst ausgehen und so objektiv wie möglich sein wollen. Wenn dein Gegenüber dich belügt und du nicht die Möglichkeit hast, seine Aussage zu überprüfen, dann hat es sich mit der Wahrheit und das Glauben fängt an.

                Das ist bei Putin so, wie auch bei all den propagandistischen “Fakten” rund um Transformation, Ernährung und Landwirtschaft, die von allen möglichen NGOs in die Welt geblasen werden um die Ziele von nichtgenannten Sponsoren zu erreichen. Es ist Religion geworden. Da wird geglaubt und nicht gewusst.

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      • oberländer sagt

        Nein da habe ich nicht an dich gedacht.
        Gedanklich war ich da am Rande der Alb,
        Bad Urach und Heidenheim

    • Wolfgang sagt

      Vor einem Jahr hatte ich auch leichtfertig dahingesagt, dass wir mal Hunger in unserem Land bräuchten, dass die Leute wieder normaler denken. Es war ja klar, dass wir das nie erleben werden. Nach dem Tönnies Schreiben und bereits leeren Regalen bei einzelnen Produkten bin ich mir da nicht mehr so sicher.
      Mit “Mir reicht das, was ich auf meiner Fläche baue” ist es leider nicht getan. Wenn es wirklich eng wird, bist du dir als einer, der hat, was andere zum Überleben brauchen, des Lebens nicht mehr sicher. Der (Ur-)Großvater einer Bekannten aus der UA wurde ins Arbeitslager gesteckt, als er nicht bereit war, in der Hungersnot sein letztes Schwein an die sozialistische Gemeinschaft abzugeben. Er hatte da 12 Mäuler zu stopfen.

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      • Inga sagt

        Ja,
        Und unserer Frieden u. Freiheit geht dadurch auch flöten.
        Dessen Opfer ja die Bauern sind, wie wir schon des öfteren durch Diskussionen hier bewiesen haben.

        Das heisst also dann ev. Enteignung.

        Bei dem Bauern, der 12 Münder zu stopfen hätte,
        Aber solche 12 Münder liefen auch bei den Städtern mehrmals rum.
        Wenn die auch weniger stark arbeiten mussten.

  8. Ludwig sagt

    @Brandenburgbauer. Geht mir genauso. Die Leute lachen einen aus. Ebenso mein Eltinstallateur sagte , daß ihn die Leute auslachen , wenn er von Stromausfällen redet. Geschätzt über 90% der Mitbürger glauben das nicht und deshalb sage ich auch schon lange nichts mehr. ARD und ZDF vernageln denen dermaßen den Kopf , daß das alles als Wahr inhaliert wird, dabei verkaufen die die Leute doch nur noch für dumm. Wer sich keine Bücher , oder alternative Infos besorgt der bleibt dumm. Entsprechend ist ja auch das Wahlergebnis ausgegangen. Die Leute haben ihre eigenen Henker gewählt. Wann wachen die lieben Mitbürger endlich auf ?

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  9. Meyer sagt

    @Ferkelamme. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen mit deiner Lagebeschreibung. Meine letzten Schweine haben im Januar den Hof verlassen und ich werde auch keine mehr aufstallen. Mit dem Verkauf des für die Schweine vorgesehenen Getreides mache ich den Gewinn , den ich mit den Schweinen vernichtet hätte. Geschätzt machen das 30% der Schweinehalter. Jetzt tritt der Frust auf voller Breite bei den Bauern ein. Drei Jahre haben wir darauf mit Demos, Zentrallagern usw. auf die Lage hingewiesen . Letztes Jahr war ich eine Woche mit dem Schlepper in Berlin zur Demo. Überall waren die Türen verschlossen . Fast keiner wollte mit uns reden. Jetzt machen wir die Produktion dicht . Es wird problematisch für die Besserwisser, Sofaschläfer usw. . Politik und Medien haben uns Bauern , aber auch die Pflegekräfte , usw. kräftig ausgegrenzt , als Nazis, Querdenker usw. beschimpft und verunglimpft. Jetzt kommt der Tag der Wahrheit . Nahrungsmittelversorgung, Strom und Heizung werden zum gesuchten Produkt. Wir wollen Nahrungsmittel liefern , aber ihr glaubt den Politikern immer noch. Aufwachen ist angesagt ! Wenn es hart auf hart kommt , dann lassen uns die Politiker sowieso im Stich und werden wie immer , einen Schuldigen mit Hilfe der Medien ausgucken.

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  10. Stadtmensch sagt

    “Ich will das ihr in Panik geratet” schreibt Bauer Willi und liest aus dem Stern vor.

    Also ich komme momentan nicht in Wallung und stürze los, um Sonnenblumenöl zu horten. Gibts eben keins. Können die Brüder von der Angstfraktion, die es jetzt in ihre Keller geschleppt haben, alles wegkippen nächstes Jahr. Hält sich ja auch nicht ewig.
    Wenn es stimmt was hier steht:
    https://www.bauerwilli.com/zeitenwende-was-jetzt-zu-tun-ist/#comment-221450

    dass die Ukraine einen Weltmarktanteil Getreide von 3 bis 4 Prozent hat, wird es wohl nächstes Jahr eine Versorgungsdelle geben, falls sie weltweit nicht ausgeglichen werden kann.
    Die neue GAP ist auch noch nicht aktiv. Kann man noch ein ganzes Jahr drüber brüten.

    Heute war es übrigens auffallend ruhig hier auf unserer Straße. Da geht noch was. Trotzdem ist noch genug Potenzial bis zum autofreien Sonntag. Mit einem Tempolimit kann man auch viel sparen (Geschwindigkeit geht ja bei den Verlusten quadratisch ein).

    Christian Linder macht sich langsam: “Keine Spritpreisbremse”.

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  11. Elisabeth Ertl sagt

    Hier eine differenzierte Darstellung, die mir gefällt:

    Der Green Deal soll durchaus teilweise beibehalten werden, nämlich dort, wo er
    Biodiversitätsförderung und Reduzierung von Nährstoffverlusten verlangt.

    Überdacht werden muss die alternativlose Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und die pauschale Düngerreduktion.

    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220308_OTS0136/mayr-sichere-rohstoffversorgung-braucht-heimische-produktion

    Für mich klingt das vernünftig. Biodiversität muss erhalten bleiben, denn was würde es nützen, jetzt Hungertote zu vermeiden, wenn spätere Generationen in einer völlig kaputten Umwelt überhaupt keine Nahrung mehr produzieren können?

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    • Obstbäuerin sagt

      Da wir vom Untergang der Biodiversität noch »Lichtjahre« entfernt sind, halte ich es für absolut unakzeptabel jetzt Menschen verhungern zu lassen, weil eventuell in ferner Zukunft vielleicht keine Nahrungsmittel mehr produziert werden können. Unsere Nachkommen sind höchstwahrscheinlich in der Lage, ihre Probleme selber zu lösen und ausreichend Nahrung für alle zu produzieren.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich sehe die Gefahr des Raubbaus sehr wohl. Da muss ich nur an unsere umgebauten steilen Hangwiesen hier denken.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Wenn die Erosion so zuschlägt, ist dieser Ackerbau schon Grenzwürdig.
                  Bei uns gibt es nur Obst und Weinbau, am Hang des Schwarzwaldes natürlich auch Wiesen. Wein und Obstbau zu 100% begrünt. Vor 4 Jahren hatten wir ein Gewitter mit 150 Liter in der Stunde, Erosionsschäden an landwirtschaftlichen Kulturen gab es nicht. Ein Lob für diese Wirtschaftsweise auch nicht.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Auch beim zweiten mal komme ich nicht zu einem anderen Ergebnis.

          Ps: Von Deutschland aus kann ich die Biodiversität von Österreich natürlich nicht beurteilen, muss den Bauer Fritz mal fragen, ob Österreich damit Probleme hat.

  12. Elisabeth Ertl sagt

    Bei uns plädiert die ÖVP, welche die Landwirtschaftsministerin stellt, für eine Abkehr vom Green Deal. Die FPÖ schweigt dazu. Grüne, SPÖ – und NEOS !!! – sind dagegen, Argument: “Eine Abkehr vom Green Deal ist nicht mehrheitsfähig.”
    Euer Landwirtschaftsminister ist eben mehrheitsfähig.

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  13. Der brandenburgbauer sagt

    Moin, diesen sehr interessanten Beitrag heute von Willi muste ich mir unbedingt ” Klauen ” Habe ihn dann in meinen kleinen Einzugsbereich gestellt um Menschen zu informieren und in Kenntnis zu setzen auf was wir uns einstellen müssen. Die Reaktionen bisher sind für mich sehr ernüchternd. Du und dein Bauer Willi. Das ist doch wieder mal Panikmache hoch 3. Die verantwortlichen Politiker haben uns versprochen das wir uns keine Sorgen machen müssen. Deutschland ist selbst in der Lage was die Landwirtschaft betrifft unabhängig zu sein. Selbst jetzt wo das in der Ukraine passiert . Meine Reaktion , Kopfschütteln. Wann wachen diese Leute auf?

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    • Smarti sagt

      Hallo Brandenburgbauer, mir geht es ebenso… ich verstehe diese Leute nicht (mehr).
      Wer kann jetzt noch Urlaub buchen, teure Kurztrips, einfach zum Spass – weil mans kann. Gefühlt Alle die ich kenne !
      Ich finde dies einerseits völlig empathielos und andererseits ziemlich doof; das sind dann die ersten, die jammern dass Benzin und Essen ( immer in der Reihenfolge ) unbezahlbar werden.

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  14. Thorens sagt

    Heute Frau Spiegel, morgen Herr Özdemir?

    Ist ein Verhalten wie das von Frau Spiegel (Die Grünen) heutzutage bezeichnend für den Umgang mit Verantwortlichkeit in der Politik? Die Verantwortlichkeit von Personen für das Tun oder das Unterlassen dessen, was Schaden von der Bevölkerung abwenden soll, so wie sie es in ihrem Amtseid geschworen haben. Stattdessen scheint sich im Falle Spiegel herauszustellen, dass die größte Sorge der eigenen Karriere und dem eigenen Ansehen galt. So sieht es aus, wenn Karrieristen die Geschicke der Nation bestimmen. Diese Frau war offenbar bereits mit der Leitung des Rheinland-Pfälzischen Umweltministeriums und dem Wahrnehmen ihrer Aufgaben überfordert. Heute darf sie ein Bundesministerium leiten.

    Zu Herrn Ö. (auch Die Grünen): Der Einzige in dieser Situation, der nicht müde wird, die “alten Sprechzettel” immer wieder harauszukramen, ist er selbst. Er, der genau dies jenen unterstellt, die heute situationsbezogenes Umsteuern anmahnen. Außer hundertmal gehörten und absolut nichtssagenden Sprechblasen ist bisher nichts von ihm oder seinem Ministerium zu hören außer vielleicht, dass die EU über genügend Weizen verfügt für die Eigenversorgung. Dann ist also alles gut? Der Worthülsenkünstler gibt in den Medien betroffenheitstriefend kund, dass “wir” die Ukraine mit Lebensmitteln unterstützen wollen. Weiß Ö. wo diese Lebensmittel herkommen sollen?

    In Rheinland-Pfalz hat offenbar auch das ganze behördliche Meldesystem versagt und es war wohl auch deswegen nur wenige Stunden Zeit, erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Im Hinblick auf die Ernährung wird das Zeitfenster für ein Umsteuern zwar auch immer kleiner, immerhin gibt es aber noch eins, das genutzt werden könnte. Gestern, am Samstag, konnte ich im großen Lebensmittelmarkt vor meiner Haustür schon kein Sonnenblumen- oder Rapsöl mehr erstehen. Weizen haben wir aber (noch).

    Ich bin mal gespannt, ob in den nächsten Monaten SMS-Nachrichten aus dem Landwirtschaftsministerium bekannt werden und was deren Inhalt dann sein wird.

    Grüne Politik entpuppt sich allmählich.

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    • Stadtmensch sagt

      “Heute Frau Spiegel, morgen Herr Özdemir?”

      Immer wieder beeindruckend, wie sicher selektive Wahrnehmung wirkt. Gerade weil Jens Spahn oben so gelobt wird. Der Mann hat sich eine 4,5 Millionen Villa mit alten Sparkasse-Seilschaften finanzieren lassen und während seiner Zeit “in Verantwortung” zuverlässig Material fürs politische Kabarett geliefert.

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      • Arnold Krämer sagt

        Selektive Wahrnehmung, ja, so ist der Mensch. Der Verweis auf Spahn ist aber völlig unangemessen, da kann es (muss es aber nicht) nur einen finanziellen Schaden für die Sparkasse geben. Das Verhalten von Spiegel und Özdemir hatte/kann noch haben andere Dimensionen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          War die Villa beim Kauf 4,5 Mille Wert, dann ist der Wert jetzt entsprechend höher.
          Die Sparkasse würde sich aus der eingetragenen Grundschuld im Ernstfall schadlos halten.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Werter Stadtmensch,

        damals in der Hochwasserkatastrophe wurde der MP von NRW Armin Laschet Medial fertig gemacht, die MP von Rheinland Pfalz, sowie die Frau Spiegel geschont.

        Die linke Kampfpresse hatte zu geschlagen.

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  15. Ludwig sagt

    Willi , deine Sicht der Dinge trifft voll ins Schwarze. Leider ist unsere grünlinke und moralideologische Politikbande nicht in der Lage in die Reallage um zu schalten. Man hat auch keine Definition der deutschen Interessenlage, sondern unterwirft sich den Franzosen, denn die wissen genau was sie wollen. Unterwerfung und zahlen sollen wir. Wenn die es noch schaffen , daß das Gas von Nordstream 1 auch noch abgestellt wird , dann sind wir endgültig fertig. Das hat dann Arbeitslosigkeit und Schließung ganzer Produktionsbereiche zur Folge. Die durch den Krieg gemachten Sanktionen werden uns am stäksten treffen, da wir mit Italien von den Energielieferungen am meisten betroffen sind.Ich weis garnicht wie man sich das vorstellt wie es nach dem Krieg weitergehen soll, denn Rußland bleibt in unserer europäischen Nachbarschaft. Auch unser Energiebezug ist einmal klar zu Analysieren. Woher und zu welchen Preisen soll es zukünftig kommen ? Die jetzige Lage scheint mir ein wenig panisch und mit wenig strategischer Weitsicht geprägt zu sein. Hier gilt es zwischen amerikanischer Sicht und unserer Sicht vor Ort zu unterscheiden. Wenn das so weiter geht zahlt Deutschland den Hauptteil der Zeche mit kräftigen Wohlstandsverlusten. Dies ist natürlich auch überwiegend der Politik der letzten 20 Jahre zu verdanken. Politik nach Umfragen war schon immer tödlich und das Ergebnis können wir gerade erleben. So ist das , wenn die Bürger meinen , daß die da Oben es schon richtig machen. Nach dem Motto : Uns ging es noch nie so gut wie heute ! Der Absturz wird jetzt furchtbar werden.

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  16. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Ein Gebot der Stunde:

    Das Klärschlammverbrennen, wie es derzeit in sämtlichen öffentlichen Kläranlagen unserer Städte und Kommunen praktiziert wird, muss jetzt, da kurz- bis mittelfristig die Gaslieferungen aus Russland ersetzt werden sollen, konsequent eben dieser Nutzung zugeführt werden. Hier schlummert ein ungeahntes Potential wertvollster Ressourcen an verfügbarem Gas und weiteren Energien aus heimischen Rohstoffen unterschiedlichster menschlicher Quellen, die derzeit irrsinnigerweise ignorant verbrannt werden und damit auch noch enorm unsere Umwelt belasten u. schädigen.

    Wo bleibt hier die Wissenschaft, ein Prof. Taube u.a. mit seinen geradezu abenteuerlichen Erkenntnissen, eine verantwortungsbewusste Politik deutschland-/ europaweit!? Man ist offensichtlich nicht einmal imstande, eben diese Mengen überhaupt korrekt zu quantifizieren. – Scheitert das in erster Linie am Willen oder vielleicht sogar fatalerweise am notwendigen Können!?

    In positiv führender Leuchtturm-Position, derer wir Deutschen uns fortwährend so gerne und oft zu rühmen wissen, entsendeten wir die zukunftsorientiert richtungsweisenden Signale in dieser Thematik.

    Urplötzlich können wir es uns jedenfalls nicht mehr leisten, derart verschwenderisch unsere Ressourcen zu verbrennen, um damit eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft in dieser fehlerhaften Art und Weise einfach zu durchbrechen…!!! Eine starrköpfige Borniertheit ist jetzt forthin vollkommen fehl am Platze!!!

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  17. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Ausgerechnet Tönnies, der die meisten Schweinehalter hierzulande auf dem Gewissen hat, die Schweinebranche vorsätzlich systematisch in den Ruin führte, dabei das Schweinefleisch-Preisniveau quasi auf etwa 1,20 €/kg eingefroren hatte, über welch langen Zeitraum, positioniert sich jetzt als philanthropischer OBER-MAHNER unserer Nation!? – Kaum zu glauben, zum Fremdschämen!!!

    Tönnies beabsichtigt, die Gazprom-Werbemillionen zu ersetzen, er will dort jetzt als Lückenfüller in die Bresche springen – mit unserem Bauerngeld, jenen Milliönchen, die er als größter Schlachter Europas auf den Höfen gnadenlos abgepresst hat.

    Welche Politiker haben Tönnies derart groß und mächtig gemacht!? Wer zeichnet hierfür verantwortlich!?

    Heute sind wir nicht einmal mehr imstande, in unseren ländlichen Räumen noch ein Schwein zu schlachten, ohne sich dafür sofort strafbar zu machen, vielleicht gar im Gefängnis zu landen. Unsere Veterinäre agieren in dieser Frage gnadenlos…

    Im Umfeld der Nahrungsmittelversorgung brauchen wir wieder eine grundsätzliche NEUREGELUNG, um die Versorgungssicherheit unserer Bevölkerung gewährleisten zu können – und das ohne irrwitzige Reibungsverluste, wo Erzeugnisse in der Tonne landen, ohne je einen Teller gesehen zu haben.

    Wie müssen diese ganzheitlich optimierten Strukturen aussehen!? – Wir brauchen dringender denn je eine Dezentralisierung der Versorgungsnetze; Milliardäre wie Tönnies sind hier mehr als contraproduktiv, ein solches System gehörte ausgetrocknet. Ansonsten trocknet Tönnies unsere Höfe aus!!! Das geht sehr rasant vonstatten, wie wir dato leider erkennen müssen.

    Unser Beamtenapparat mitsamt unseren Politikern, hierzu zählt auch unser sympathisch eloquenter Agrarminister Özdemir, sollen nicht sagen, SIE haben das alles nicht gewusst!!! Von vielen Seiten wurde darauf bereits nachdrücklich hingewiesen. Noch immer lebt man aber die Strategie der 3 Affen: Nichts hören – nichts sehen – nichts sagen (zumindest nicht offenherzig unumwunden die Wahrheit, nichts als die Wahrheit…)

    – Schon 2015 wurde unverhohlen offensichtlich, was folgen wird. Was hat man daraus gelernt!? NICHTS, rein GAR NICHTS!

    – CORONA hat urplötzlich unsere Welt komplett aus den Fugen geraten lassen. – Welche folgerichtigen Rückschlüsse hat man daraufhin auf unsere Landwirtschaft notwendigerweise transferiert!?
    Als systemrelevant hat man die Bauern VERBAL(!) geadelt, parallel diesen unverhohlen vor Augen geführt, wie der Hase zu laufen hat, indem man die administrative Züchtigungspeitsche hervorholte, um diese Diener des Volkes nach eigenem Gutdünken komplett auf Spur zu bringen. Eine Schreibtisch-Landwirtschaft ist heute auf unseren Höfen am Ruder, wo auf eine grundlegende Fachlichkeit überhaupt keine Prioritäten mehr gesetzt sind. – Fatal; im Bedarfsfalle Gas geben bedeutet in und mit der Natur notwendige Reaktionszeiten von Monaten!!! Was alles in solchen zeitlichen Verläufen passieren kann, die wenigsten wollen das wohl tatsächlich wissen, fordern es derzeit allerdings geradezu verantwortungslos einfach mal heraus.

    – Der 24.02.2022, ein denkwürdiges Datum – das Ende unserer elitär abgehobenen Wohlstands-Sorgenfreiheit. Von heute auf morgen sind wir in einer ganz anderen Welt aufgewacht. Einer Welt der Zerrissenheit, der Unsicherheiten, was noch alles kommen mag, Frieden und Freiheit -ein sicher geglaubtes, ganz selbstverständliches Gut für jeden Menschen innerhalb unserer Demokratien, wird massiv bedroht von den Aggressionen eines Einzelnen, die jeder normal Sterbliche in keinster Weise nachvollziehen kann. Blankes Entsetzen allenthalben – und doch sind diese grausamen, verstörenden Bilder direkt neben unserer Haustüre heute Realität; eine Realität, denen sich nicht nur wir Bauern JETZT stellen müssen.

    Werter Herr Özdemir, haben Sie diesen lauten Knall tatsächlich noch immer nicht gehört!? – Wirklich nicht!? Auch Lemberg wurde heute Morgen in Angst und Schrecken versetzt, keine 800 Kilometer von Passau entfernt.

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  18. Gemüsebauer sagt

    Wir sind so satt und dekadent geworden dass wir erst aufwachen wenn nichts mehr auf dem Tisch steht. Die Grünen und NGOs haben es mit ihren Lügen auch so verdient.
    Vielleicht lernt das Volk dann wieder neu dass man den Mainstream Medien und Aufpeitschern doch nicht allzu sehr vertrauen kann und denkt wieder selbstständig wie vor 70 Jahren schon einmal.
    Leider ist der damalige Pressekodex nur noch Makulatur.

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    • Bauer Willi sagt

      Überlegen Sie gut, was Sie sagen! Wenn es so weit kommt, sind wir Landwirte unseres Lebens nicht mehr sicher. Dann wird uns die Ernte vom Feld weggeklaut, das Obst von den Bäumen usw. Und alle, die ihr Eigentum schützen… ich will jetzt nicht weiterschreiben.
      Nein, ich wünsche mir keine Hungersnot. Nicht hier und nicht wonanders. Nirgendwo.
      Schönen Sonntag. Hier läuten gerade die Glocken…

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        . “Und alle, die ihr Eigentum schützen… ich will jetzt nicht weiterschreiben.”

        Ich schreibe es mal:

        Die verwöhnte Gesellschaft schlägt eher den Bauern tot, als etwas hungern.

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      • Bernd Gruber sagt

        Da muss ich dir recht geben. Aber es wird leider wieder so kommen weil die Ideologie mit allen Mitteln vor den Fakten verteidigt wird.

        Aber es gibt noch Politiker die es sehen und erst gestern hat ein höherer von ihnen zu meiner Frau gesagt, dass die Lebensmittelkrise ihm größere Sorgen macht wie die Energiekrise. Auf ihn setze ich wegen seiner Funktion auch, dass es durch europäische Ebene doch noch geändert wird.

        Wir werden es in den nächsten paar Wochen sehen wo es hingeht. Das bei uns nicht zu viel übrig bleibt, dafür werden die hochbezahlten Einkäufer der Discounter schon sorgen….

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  19. Smarti sagt

    Es ist noch gar nicht so lange her, da hat man der Bevölkerung eingeredet, dass Masken gegen die Verbreitung von Corona nichts nützen – im Gegenteil als Virenschleudern sogar schädlich seien. Operationsmasken ! – die seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt den Patienten ( die Wunde ) vor Infektionen schützt.
    Dass dies eine gezielte Falschaussage war, um vor dem Mangel an Masken abzulenken, war wohl jedem klar – und das diese Lüge irgendwann ans Tageslicht kommen würde, auch.

    Jetzt die nächste, weitaus gefährlichere Lüge. “Die Versorgung mit Lebensmitteln ist sicher” – nein !
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch bei uns in D die Transportunternehmen pleite machen… ( hohe Spritpreise, die nicht oder zu spät weiter gegeben werden können) oder nicht mehr fahren, weil die Fahrer fehlen. Weil diese Fahrer in vielen anderen Länder bessere Arbeitsbedingungen haben.
    Es ist nur noch die Frage, wie lange unsere Landwirte noch durchhalten können…( hohe Dieselpreise, unbezahlbare Futtermittelpreise und ( zu dieser Zeit ) völlig idiotische Forderungen von Seiten der Politik.
    Anstatt die verbliebenen Landwirte zur Produktion zu ermutigen und sie zu unterstützen, halten LEH, Politik und Medien stur an ihrem Kurs fest… ” Masken nützen nichts ” !
    “Die Lebensmittelpreise dürfen nicht zu schnell steigen”.

    Es kommt sowiso raus ! Warum nicht jetzt die Leute warnen, braucht VIEL weniger Sprit, hört auf, die ganze Wohnung auf 24 Grad zu heizen – hört auf, Putin zu füttern.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Jahrelang hat man hier die Parole ausgegeben, dass es wohl Mal einer Hungersnot bedarf, damit den Bauern Wertschätzung entgegengebracht werde.
      Ich erinnere besonders an Ludwig.
      Nun steht die Not vor der Tür und man ist nicht froh darüber? (Zynismus)
      Vielleicht ist es wieder die Frage der Kommunikationsweise, wie es sich entwickeln wird….jetzt wäre die Zeit des Zusammenhaltes zwischen Ernährer und Verbraucher gekommen. Umgeht die Politik und hört auf mit den ständigen Schuldzuweisungen an alle möglichen Adressaten.

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      • Smarti sagt

        Bis noch vor zwei Wochen waren meine schlimmsten Befürchtungen immer die Angst vor Krieg in Europa, weil Nahrung fehlt bzw. ungleichmässig verteilt wird, weil Energie fehlt. Putin hat mich gelehrt, dass man auch “einfach so” in den Kriegsmodus wechseln kann….
        “Umgeht die Politik”… wie stellen Sie sich das vor ?

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Wie kann ich als grundehrlicher, den christlich mitmenschlichen Grundwerten verpflichteter Bauer mir selbst gegenüber überhaupt rechtfertigen ohne jedwedes Schamgefühl, dass ich Ablauf 2022 Steuergelder dafür empfangen werde, wenn ich meine Produktion, administrativ schwachsinnigerweise verordnet, erheblich reduziere in einer heute extrem unübersichtlichen Gemengelage, wo die vorderste Priorität auf einer Sicherung der Nahrungsmittelversorgung unserer Bürger und Nachbarn, den Menschen auf dem Blauen Planeten generell, verpflichtet sein muss!?

        Ein solches sinnlos verbranntes Kapital sollte neu bewertet an ganz anderer Stelle eingesetzt werden, wo es weit dringender benötigt wird. Nicht nur 100 Mrd. Sonderausgaben für den Verteidigungshaushalt wollen geschultert werden…

        „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir sie brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“ (Dietrich Bonhoeffer)

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    • Inga sagt

      Wenn es da Unruhen gibt, dann will Putin wohl auf die Art uns den Ölhahn zudrehen.

      Und die Bewohner zu uns in den Wesrwn treiben.

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      • Inga sagt

        Und die Bewohner zu uns in den Westen treiben.
        Dem Westen in die Arme treiben?

        Dann steht Putin alleine da, oder?

        Was hat er dann davon?
        Wenn er alles kaputt gebombt hat, dann bauen wir es wieder auf, das hilft der westlichen Weltwirtschaft.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Der Krieg hat noch nie irgendjemandem etwas gebracht. Hitler hat sich am Ende selber erschossen. Aber es gibt Menschen, die lassen sich von der Vorstellung des Krieges immer wieder faszinieren, weil sie sich nur den Sieg vorstellen können, aber nicht die Niederlage. Es ist wie eine Droge. Vorläufige Siege bringen Befriedigung, aber auf Dauer gehen Angreifer wie Angegriffene kaputt. Diese lernunwilligen Machthaber poppen halt immer wieder auf in der Menschheit.
          Guter Artikel zum Thema Krieg:
          https://www.zeit.de/kultur/literatur/2022-03/alexander-kluge-krieg-ukraine-europa-frieden/komplettansicht

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  20. Arnold Krämer sagt

    Durch den Krieg fehlen Agrarrohstoffe insbesondere für die Bio-Lebensmittelwirtschaft, angefangen bei den Bio-Futtermitteln für die Tiere bis hin zu den Zutaten hoch verarbeiteter Convinience-Produkte. Man wird dann einerseits Ausnahmen für die Bio-Betriebe zulassen, andererseits werden die Verbraucher wieder zu Konvi-Produkten “ohne Schnick-Schnack” greifen, so dass letztlich die Konvi-Landwirtschaft die “Kastanien aus dem Feuer” holen muss. Das macht dann sicherlich allen Spass vor dem Hintergrund, dass man jahre-, nein jahrzehntelang medial und parteipolitisch angegriffen wurde.

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  21. Ferkelhebamme sagt

    Die Regierung hat ihr Ziel, die Schweinebestände drastisch zu verringern, in Rekordzeit erreicht. Und nicht nur Herr Hauspreis, sondern auch die anderen Großen haben da kräftig nachgeholfen: Hauspreise, als die Not am Größten war, Erpressung zu Lieferverträgen im Schweinestau (sonst garkeine Abnahme) und zu kostenspieligem Tierwohl ohne entsprechenden Mehrerlös (sonst Geldabzug).
    Dazu die Nichtauszahlung der Coronahilfen seitens der Länder, gabs das bei irgendeiner anderen Branche?
    Und trotz eines historisch nie dagewesenem Preisanstiegs für Schweine (die angeblich überfüllten Kühlhäuser scheinen sich ja überraschend schnell geleert zu haben), steigen die Ferkel gerade nicht im selben Verhältnis mit, weil viele Mäster jetzt doch lieber ihr Futtergetreide verkaufen statt aufzustallen. Denn kostendeckend ist dieser Preis noch längst nicht! Die werden zur Hoch-Grillsaison fehlen.
    Trotzdem finden alle verfügbaren Ferkel problemlos Abnehmer. Sie sind nämlich längst Mangelware. Eine Menge Sauenhalter, die noch durchgehalten haben, haben zum Jahreswechsel, als sich immer noch keine Besserung am Markt abzeichnete und die Politik sie im Stich gelassen hat, ihre Herden kräftig abgestockt. Und diese Auswirkungen werden sich erst zum Ende des Jahres zeigen. Selbst wenn die Mäster nach der Ernte wieder aufstallen wollen werden: woher sollen die Ferkel kommen? Belohnt werden werden die, die ihren Sauenhalter die Treue gehalten haben. Und selbst bei den verbliebenen entscheiden in diesen Wochen die Banken, ob es überhaupt weitergeht. (Herr Ö. verspricht derweil ein bisschen Geld für Tierwohlumbau, statt erstmal zu retten, was noch zu retten ist) Deutschland hat wissentlich die eigene Urproduktion abgeschafft. “Wir haben die Lage unterschätzt”…

    Herr Ö. kann übrigens nicht behaupten, keine Möglichkeiten gehabt zu haben, sich der Realität auf den Höfen zu stellen: er hat eine offizielle Einladung und freundliche Erinnerung bekommen. Gestern kam die definitive Absage. Keine Zeit… Es tut weh, unwichtiger als Fussball zu sein…

    Ach ja, Schlachter und Handel tüfteln gerade, wie sie aus ihren 5xD Versprechen wieder rauskommen und die Leute vera…en können: 5xD bei Frischfleisch, 4xD bei Wurst, Tiefkühl.. xD?

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    • Arnold Krämer sagt

      Ich weiß es nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Kühlhäuser noch ziemlich voll sind. Das, was da hängt, ist jetzt aber die Spekulationsware der Kühlhausbesitzer oder der Schlachter, je nachdem, wem die Schlachttiere oder Fleischteile gehören.

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  22. Dorfmensch sagt

    In so einer kritischen Phase, in der wichtige Weichenstellungen für die Landwirtschaft kurzfristig und dringend notwendig sind, erwarte ich Informationen aus dem BMEL, wie die Versorgungslage 2022 tatsächlich ist. Allgemeine Floskeln und die Sprechzettel aus dem Wahlkampf können es ja wohl nicht sein. Cem redet offensichtlich noch mit Daten aus 2020. Kann denn ihm niemand aktuelle Daten zur Verfügung stellen? Die Hamsterkäufe durch die Verbraucher zeigen ja jetzt schon wie groß das Vertrauen in die grüne Politik ist.
    Zum Thema Flächenstillegung und Blühstreifen: Wollen die Grünen den hungernden Menschen dieser Welt Fotos senden, wie schön das alle aussieht?
    Will Deutschland wegen Hochmut und Ökophantasien den landwirtschaftlichen Gunststand in Mitteleuropa zerstören und aufgeben? Und das aber ge(st)ändert!

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    • Ferkelhebamme sagt

      Sauen-, Ferkel- und Schweinebestände am Stichtag 01.01.22 mussten bis 14.01. spätestens gemeldet sein. D.h. die Daten liegen vor. Sind aber nirgends veröffentlicht. Im November hatten wir schon den niedrigsten Stand seit 25 Jahren, traditionsgemäß stallen die Mäster passend zum Weihnachtsgeschäft vermehrt auf. Diese Ställe wurden größtenteils nicht wieder belegt, d.h. am 01.01. dürften die Zahlen sich nochmals drastisch verändert haben. Gleichzeitig waren die Preise für Schlachtsauen extrem im Keller, weil die Schlachthäuser von Sauen überfüllt.
      Ich denke, die kennen die Daten sehr genau.

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    • Inga sagt

      In der Not können wir uns keine Ökophantasien leisten,
      besonders wenn sie wissenschaftlich noch nicht mal gesichert sind.

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  23. Franz Kinker sagt

    Willi, du hast die Thematik sehr gut geschildert. Ähnlich denke ich auch. Allerdings wird es mit der „Verantwortung“ übernehmen problematisch, sobald der Kontrolleur vom Landwirtschaftsamt vor der Tür steht und die Einhaltung der Cross Compliance Vorschriften prüft. Auch die Kontrollen aus dem Weltraum im Abstand von 6 Tagen werden dazu führen, dass wir Landwirte zwar gewillt sind, unsere Erträge heuer und die nächsten Jahre zu optimieren, aber dabei mit einem Fuss im Gefängnis sind, sollten hier die Zügel nicht gelockert werden.

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Franz, ich bin soweit, dass wir der Gesellschaft ankündigen, dass wir nicht mehr bereit sind, die staatlichen Gängelungen über uns ergehen zu lassen. Der Staat kann ja alle 255.000 Betriebsleiter ins Gefängnis stecken.
      Sollen wir?

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      • Franz Kinker sagt

        Ich kann die Konsequenzen leider nicht absehen, die dieser „Ungehorsam“ herbeiführen wird. Der, der diese Aktion anzettelt, geht gewiss in die Agrargeschichte ein. Die kommende Zeit der ungewohnten Nahrungsmittelknappheit wird dieses Ansinnen aber unterstützen. Ich würde diesen Trumpf aber noch eine Weile im Ärmel behalten und die Aktion besonnen starten.

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      • Smarti sagt

        Im Gefängnis könnte man: jeden Tag ausschlafen, lesen, ein Buch schreiben… ein paar Tage könnte man es aushalten :).

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      • Günter sagt

        Guten Morgen Willi,
        Wie willst Du 255000 Betriebsleiter unter einen Hut bringen, wenn es meist ab 3 Bauern schon schwierig wird? Vielleicht wäre das grüne Kreuz so ein Bindeglied? Schönen Sonntag

        • Thomas Bröcker sagt

          Es ist so, wie @ostbauer es im ersten Kommentar beschreibt. Aussaat und Erntetermine halten sich nicht an politische Termine und Aussagen, eben sowenig, wie sich Pflanzenwachstum- und Gesundheit durch “Sprechzettel”, welcher Art auch immer, beeinflussen lassen. Das mengenbestimmende Wintergetreide wurde vor dem Krieg gesät.
          Im Bewusstsein der Bevölkerung und Politik rücken die Ernteerträge erstmal aus dem Blickfeld, weil die Felder grün sind und die Ernte erst in 3 – 4 Monaten beginnt.
          “Die Bauern werden das schon hinkriegen, haben die doch immer hinbekommen.”

          Bei den Menschen stehen jetzt die extrem schnell steigenden Energiepreise im Vordergrund. Die dominierende Frage ist, wie und zu welchen Kosten kriege ich meine Wohnung in Zukunft warm und “kann ich das Pendeln zum Arbeitsplatz noch bezahlen”. Die Ansage von “Erfahrung durch Hunger” sehe ich bei allen Problemen bei unserer Bevölkerung in weiter Ferne. Es gibt im westlichen Paradies des Überflusses noch hunderte Möglichkeiten seine Kosten für Ernährung herunterzufahren. Erst der Zusammenbruch der Treibstoff- und Energieversorgung wird wirklich auf alles durchschlagen, zumal zuerst die Versorgung der Industrie- und danach erst die Versorgung der Privathaushalte eingeschränkt wird, zu mindestens, wenn es schlagartig zu Versorgungsengpässen kommt.

          Unsere Chancen jetzt besser wahrgenommen zu werden, sehe ich momentan nicht, außer in der Fach- und Ressortpolitik – aber die sind ja erstmal wegen “Selbstfindung” abgetaucht. Die sind ja nicht mal abgetaucht, um “in Klausur” zu gehen, sondern haben sich quasi unsichtbar gemacht wie kleine Kinder, die die Augen schließen “um nicht gesehen zu werden”.
          Weil die ihre jahrelangen Erzählungen von der “Schädlichen modernen Landwirtschaft” und der angeblichen “Kreislaufwirtschaft” im Öko-Landbau sich nicht einfach so wieder aus der Welt schaffen lassen.

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      • Andreas sagt

        Wie soll den euer Ungehorsam aussehen,
        wenn ihr keinen Kunstdünger und keine Pestizide mehr bekommt ?

        Es ist zum totlachen

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        • Smarti sagt

          Verkaufe mal ein paar kg Kalbfleisch direkt ab Hof ( ohne EU- Zulassung ) ….
          wage es, als Biobetrieb “nicht zertifizierte Produkte aus dem Hausgarten” abzugeben…
          traue Dich, in die Biogasanlage Hundert kg mehr Material zu geben als erlaubt…
          traue Dich, einen Tag früher als erlaubt die Gülle auszubringen….

          da “verpfeift” Dich garantiert jemand. Zoll, Amt und Polizei stehen gleichzeitig auf der Matte und Du kannst froh sein, wenn Du mit ein paar Tausend Euro davonkommst.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Stimmt, Andreas, dann wird halt mehr Mais und Biogas gemacht, da frißt nämlich kein Mensch die Nährstoffe weg und entsorgt sie in der Kanalisation. Das ist nämlich echter Kreislauf: ALLE Nährstoffe zurück auf den Acker. Diese Flächen können Sie von dem was weniger an Essbaren erzeugt wird dann gleich noch abziehen.
          Das bisschen das die Öko-Schiene an Essbarem erzeugt (4% auf über 10 % der Fläche) wird da nicht zur Entspannung beitragen. Die Nachfrage nach Bio geht im LEH gerade zurück und das, obwohl die Bio-Landwirtschaft dermaßen gepampert wird (der Subventionsanteil am Kilogramm essbarer Ware ist 4 mal so hoch wie bei den bösen produktiven Bauern).
          Es gibt keinen Grund zur Häme oder Schadenfreude. Die aktuelle Situation fällt vor allem den Bio´s auf die Füße. Der Ast auf dem diese Branche sitzt, ist fast durchgesägt – unter anderem von Schwätzer wie Ihnen – das hat nur noch keiner auf dem Schirm. Dazu müssten Sie sich schon mal bemühen die erforderlichen Mengen mit echten Zahlen ernsthaft zu bilanzieren und nicht mit Wunschkonstrukten zu arbeiten. Wer Krieg führen will (hier Bio gegen Konvi), sollte seine Ressourcen im Auge haben, sonst führt das definitiv ins Desaster.

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        • Thorens sagt

          “Es ist zum totlachen”

          Na, dann fang schon mal an.
          Vielleicht ist das ja angenehmer als tothungern.

          Aber das mit dem Hungern passiert ja sonstwo auf dieser Welt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Erst mal Denken, dann schreiben, für alle die des Denkens fähig sind.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Gute Idee! Wird beim Wolf in Österreich schon längst umgesetzt. Die Naturschützer krakeelen, aber es sitzt noch kein einziger Jäger im Gefängnis.

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        • Arnold Krämer sagt

          Die staatlichen Gängeleinen sind mittlerweile in der Tat unerträglich. Darunter leiden alle (ohne wirklichen Nutzen zu stiften), auch die Biobetriebe und die Menschen, die die Regelungen in den Verwaltungen umsetzen müssen.
          Herr Dettmer von Naturland und der niedersächsische LWK-Präsident Schwetje haben dies am 9.3.22 auf der Jahrestagung “Quo vadis-Transformationspfade für die nieders. Agrarwirtschaft” in Göttingen deutlich zum Ausdruck gebracht.

          https://app.sli.do/event/r9Vn3NTYofckQaLR7LM4Rp/agenda

          Die entsprechenden Aussagen sind von Std. 2.38 bis ca. 2.43 zu hören.
          Eingangs der Veranstaltung gibt Prof. Strohscheider noch einmal einen sehr guten Überblick zu den Ergebnissen der ZKL, die vor dem Hintergrund der eintretenden Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg m. E. aber weitgehend obsolet geworden sind.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Interessant finde ich, dass Prof. Strohschneider davor warnt, so zu tun, als könnten solche Stakeholderveranstaltungen die demokratische Entscheidungsfindung in Parlamenten und gewählten Parteien ersetzen. Die Gefahr des Erodierens der Akzeptanz der Parlamentarischen Demokratie ginge damit einher.

            Das eigentliche Problem ist aber, dass solche nicht gewählten Interessengruppen und NGO´s sich durch (gestaltete) “Umfragen” über die “Mehrheitsmeinung der Bevölkerung” demokratisch legitimiert sehen, es aber nach den Regeln der Parlamentarischen Demokratie definitiv nicht sind.

            Das, und die Macht der Medien, die immer mehr zu Hetzern und Stimmungsmachern mutieren, statt neutrale Berichterstattung zu betreiben, erzeugt einen solchen Druck auf die Parteien, dass sie alle zu einem programmatischen Einheitsbrei verkommen. Das alles wird zudem von der “Gesinnungszensur” sowohl der Medien, als auch der Parteien überlagert.

            Da muss sich eigentlich Niemand wundern, dass das Vertrauen in die alternative Gestaltungsfähigkeit der Parteien, gleich welcher Couleur, verloren geht und der Bürger zunehmend sagt: – welche “Auswahl” habe ich denn bei einer Wahl, wenn ich zum Schluss immer den selben Apparat bekomme, der in Umfang, Regelwut und Gelverbrauch expandiert wie der süße Brei und alles was er tut als “alternativlos” rüberbringt.

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            • Arnold Krämer sagt

              Die NGO’s müssen durch Geldmangel “ausgetrocknet” werden. Davon ist die Politik aber noch weit entfernt, weil sie die Zusammenhänge, die von Ihnen völlig richtig beschrieben werden, (noch) nicht erkennen oder nicht wahrhaben wollen.
              Ein Grund für den “Einheitsbrei”, den die Parteien außer der AFD präsentieren, liegt aber auch in unserem föderalen System und die ewige Konsens- bzw. Kompromissnotwendigkeit aufgrund der Mitwirkung des Bundesrats. Das macht es den Grünen leicht, im Zusammenspiel mit Medien und NGO’s insbesondere die CDSU vor sich herzutreiben. Hinzu kommt der Unwille bei allen “großen” Parteien, Koalitionen platzen zu lassen, ggfls auf die “Fleischtöpfe” zu verzichten, politisch Überflüssiges zu verschieben oder aufzugeben.

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            • Karl Timme sagt

              Er sprach von der Krise der liberalen Demokratie und sieht hier gravierende strukturelle Probleme.
              Diese resultieren aus der Repräsentaion der
              gesellschaftlichen Mehrheiten in den Parlamentarischen Entscheidungsfindung.
              Er spricht davon das das ZKL keine demokratische Legimitation hat, anders als das Niedersächische Modell.
              Das gesellschaftliche Randgruppen überproportionalen Einfluß auf politische Entscheidungungen am Parlament vorbei, sieht er als eine Krise der liberalen Demokratie.

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              • Thomas Bröcker sagt

                Ich bin kein Politikwissenschaftler, und richtigerweise hat Strohschneider von der “liberalen Demokratie” gesprochen. Die “liberale Demokratie” ist, soweit ich weiß, der Oberbegriff für freiheitliche Organisationsformen von Gesellschaften. Die Form, die wir in Deutschland haben, würde ich schon als “Parlamentarische Demokratie” bezeichnen, die, wenn sie funktioniert, schon so etwas wie “Die beste aller Welten” wäre. Man muss aber schon ein Optimist im Sinne von Molieres “Candide” (Moliere 1759) sein, um das uneingeschränkt so wahrzunehmen.
                Der Begriff der “defekten Demokratie”, den die Politikwissenschaft speziell für die Demokratien der ehemaligen Ostblockstaaten erfunden hat, kann zunehmend auch auf die Bundesrepublik und vor allem auf die präsidial geprägten Demokratien angewendet werden. Dazu zählen für mich auch die USA, sowie alle Staaten, die in der Lage sind, für ihre nationalen Interessen Mord und Totschlag in allen möglichen Teilen der Welt zu organisieren und das auch proaktiv tun.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Unsere nationale Organisationsform ist ja nicht allein entscheidend für Erfolg und Misserfolg gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie ist nur ein kleiner Teil im globalen Kontext. Wirtschaft, Wohlstand, Bildung, Lage im Raum, Klima, Größe, geschichtlicher background…..usw. beeinflussen unsere Entscheidungen.
                  Langfristig wird es auf eine kosmopolitische Welt hinauslaufen. Die ganzen Kriege der letzten Jahre sind lediglich der Auftakt zu einer größeren Veränderung des Globus, sozusagen ein Übergang.
                  Menschen werden entwurzelt, aus den unterschiedlichsten Gründen, und sie finden sich in neuen Räumen und Kulturen wieder. Jetzt können diese Menschen nur eine neue Identität finden, in dem sie eine neue Heimat im Transzendenten erschaffen. Diese wird evtl. eine kosmopolitische werden. Die Frage ist nur, wer oder was ist das Transzendente Überich…..ein Gott oder eine Idee?

                • Stadtmensch sagt

                  Reinhard, schau dir mal die vier Teile von “Rottet die Bestien aus” an (Arte) und dann sag nochmal was mit Bildung und kosmopolitischer Transzendenz.

                  Der letzte Teil am Ende ist besonders interessant. Glaube das erleben wir (also sinnbildlich der Typ der verzweifelt irgendwelche Waffen ausbuddelt) gerade. Niemand von den ehemals Kolonisierten hat irgendwas vergessen.

                  Ich denke, Erzählunge werden von unserem eingebildeten “rationalen Bewusstsein” total unterschätzt. Im Jugoslawienkrieg hat man sich u.a. wegen irgendeiner Sache vor 800 Jahren die Köppe eingehauen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/serbischer-mythos-die-schlacht-auf-dem-amselfeld

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Stadtmensch, der Rückgriff auf nationalistische Geschichte ist nur EINE Form der sich anbahnenden globalen Veränderung. Ein Narrativ wird auch aus Religion und Kultur geformt. Häufig ist es eine Mischung aus Vielem, u.a. dann, wenn es keine nationalistische Grundlage gibt, weil es noch gar keine Staaten gab.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Stadtmensch: Das Kosovo, das Amselfeld, ist deshalb zum Kriegsschauplatz geworden, weil die dort herrschenden (christlichen) Serben durch das generative Verhalten der (moslemischen) Albaner in den letzten 100 Jahren in die Minderheitenrolle geraten waren. Das sind Entwicklungen, die sich auch in anderen Regionen Europas anbahnen. Dort müssen sie aber nicht unbedingt zu kriegerischen Auseinanderstzunmgen führen, vielleicht, weil man sich “freiwillig ergibt”, kein passendes Narrativ hat, wie es heute “neudeutsch” heißt.

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                • Marian E. Finger sagt

                  Demokratie heißt für mich, dass die Bürger die Hoheit über ihren Geldbeutel behalten und selber entscheiden, wieviel Steuern sie wofür zahlen wollen. Der Staat ist Dienstleister und muss mit dem Betrag auskommen, den die Bürger ihm aus freier Entscheidung übertragen.

                  Von einer solchen “Herrschaft des Volkes” mit Beteiligung an den wesentlichen Entscheidungsprozessen sind wir doch Lichtjahre entfernt. Auch wenn wir eigentlich gesund sein wollen, haben wir doch offensichtlich immer nur die Wahl zwischen Pest und Cholera und müssen in der Krankheit verharren.

                  Wir schließen uns nur deshalb zu immer größeren Gesellschaften zusammen, weil wir uns von dort her die Lösung der Probleme erhoffen, die bereits durch den Zusammenschluss zu kleineren Gesellschaften entstanden sind, auf dieser Ebene jedoch nicht gelöst werden können. Neuestes Beispiel hierfür die Schuldenunion, die Macron und Draghi jetzt anstreben. Die kriegen die Schulden in ihren jeweiligen Ländern nicht in den Griff und transferieren sie deshalb auf Europa. Dieser Weg kann aber nur in absoluter Unfreiheit des Einzelnen enden, Demokratie hin oder her. Und darauf läuft die Entwicklung letztendlich ja auch hinaus.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  “Demokratie heißt für mich, dass die Bürger die Hoheit über ihren Geldbeutel behalten und selber entscheiden, wieviel Steuern sie wofür zahlen wollen. Der Staat ist Dienstleister und muss mit dem Betrag auskommen, den die Bürger ihm aus freier Entscheidung übertragen.”

                  An dieser Einstelllung sieht man doch schön, wer Demokratie wie definiert. Die Ukrainer definieren sie gerade anders. Die Russen wissen gar nicht, was es ist und der kapitalistisch orientierte Westler denkt ausschließlich an Kohle und sein Ego. Auf jeden Fall steht der Kapitalismus außerhalb der Ordnungssysteme und agiert selbstständig, egal ob er Waffen für den IS oder Chips in China generiert.

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                • Stadtmensch sagt

                  Sehr interessante Diskussion. Zum Thema westliches Demokratieverständnis wieder ganz aktuell:

                  https://blogger.googleusercontent.com/img/a/AVvXsEhlwMkDtDRcHiFzc0VqLOQup6Jp_ZPQT2keKMivudqcl5Wn2IhYKEa00g35YnzikBD47vgoxO7I-I-chKBipQuGQ_nF09bRHKEI1XjrPuPwwU7E3Vl_pobNOX-cH5T4VFxzJbo22tzc0s0-0dylmK4Ww95q0gFhBPjiB7Gt-pMOZGFK65bDXMgPtufi=s900

                  Und ganz allegemein zu:

                  “Wir schließen uns nur deshalb zu immer größeren Gesellschaften zusammen, weil wir uns von dort her die Lösung der Probleme erhoffen, die bereits durch den Zusammenschluss zu kleineren Gesellschaften entstanden sind, auf dieser Ebene jedoch nicht gelöst werden können. ”

                  So wie ich es verstanden habe, gibt es auch eine Tendenz beim Menschen, sein eigenes ohnmächtiges Ich aufzuwerten, indem er versucht in etwas Höherem aufzugehen. Sich als Teil einer reisigen Kraft zu verstehen, die etwas bewirken kann.

                  Versuch Nummer eins war Religion, Versuch Nummer zwei in Europa zunächst, war Nationalismus. Die kapitalistische Monade hat nichts, wmit sie transzendieren kann. Glaube an den Kapitalismus, ans Geld evtl., aber das ist ein lausiges Bekenntnis, wenn man sieht wie schnell das soziale Gerüst zerbricht, wenn das Bankkonto gelöscht wird. Dan verhungert man vor vollem Getreidespeicher

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  24. oberländer sagt

    Diese Grüne Bande erkennt wohl mittlerweile das ihnen die Felle
    wegschwimmen .
    Wenn der Magen nicht mehr so voll ist und der Beutel immer schneller
    leer wird hat es dieses, auf Angst und Panikmache aufbauende Gesindel,
    nicht leicht .
    Mit der von Unseren Grüühninnen tolerierten Grundnahrungsmittel
    Verknappung in Nordafrika kommen sie ja auch dem Ziel der ökologischen
    Welterrettung näher .
    Verhungerte Menschen vermehren sich nicht mehr und belasten das Klima nicht.

    Ich finde das schön wenn die Supermarkt Regale nicht so voll sind , ist alles
    übersichtlicher.
    Wenn was fehlt gibt es halt was Anderes , ist doch kein Problem.
    Und wenn es keine Brot oder Gemüse gibt tut es auch Fleisch .

    Ach ja , was macht eigentlich der Preis für Alkohol ?

    Vielleicht lohnt es sich ja auch wieder den Brennkessel an zu werfen ?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Hast Du noch einen Brennkessel?
      Wenn Du einen neuen kaufen musst, leg dich auf den Sessel, dann haste zumindest keinen Verlust.

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      • Kartoffelbrenner sagt

        In den 1960er Jahren hat man das deutsche Branntweinmonopol erweitert, um die heimische Eiweißproduktion für das Viehfutter anzukurbeln. Viel Brennereien sind damals entstanden. Vielleicht wird das auch mal wieder interessant!

      • oberländer sagt

        ja , das hab ich noch , zwar und sogar mit Holzfeuerung.
        Die Arbeit macht Spaß, es bleibt etwas übrig, aber nicht
        mit minderwertigen Rohstoffen.
        Neu anschaffen ? Das tu ich mir nicht an .

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ein neuer Brennkessel kostet Minimum 20.000 Euro, nach Ausrüstung nach oben keine Grenzen.
          Wenn einer unserer 2 Kesseln den Geist aufgibt, dann höre ich mit dem Brennkessel auf.

          • oberländer sagt

            meiner lag vor 22 Jahren bei 20.000 DM,
            kommt vermutlich der gleiche Stoff raus.
            Ich hoffe das er mich aushält.
            Man muß einen Brennkessel eher als
            Spaß – und Hobbygerät sehen , dann lohnt
            es sich immer.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der Brennkessel meiner Frau ist Baujahr 1966, meiner stammt von 1928, allerdings wurde das Wasserbad erneuert.

              Ja Du hast Recht, jedes Hobby kostet Geld, aber wenn es nicht mehr einbringt, wechsle ich das Hobby.😉

  25. Ostbauer sagt

    Ich bin mir selbst noch nicht mal sicher, ob ich überhaupt “vernünftig” sein will?!
    Wir waren schon mal systemrelevant, da fehlte nur Klopapier. Alles vergessen.
    Irgendwann und irgendwo hab ich es hier schon mal gesagt: Man wird erst daraus lernen, wenn es weh tut. Solange es kein wirkliches Umdenken unserer politischen Entscheidungsträger gibt, bin ich auch nicht bereit mein Betriebskonzept zu ändern.
    Es ist im Moment schon schwer genug die Bestände einigermaßen erfolgreich bis zur Ernte zu führen. Sei es nun Diesel, Dünger,PSM, Energie oder der alltägliche psychische Druck und die Angst vor der Ungewissheit.
    Das Fenster zum Umdenken ist sehr klein, Aussaat und Ernte halten sich nun mal nicht an politische Termine. So wird es wohl kommen, wie es kommen muss.

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