Bauer Willi
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Dialog Naturschützer und Bauern – zwei Tage Workshop

Ich habe versprochen, vom zweitägigen Workshop des Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf der Insel Vilm bei Rügen zu berichten. Im Vergleich zum letzten Workshop, an dem ich teilgenommen habe, ging es diesmal wesentlich friedlicher und konstruktiver zu. Diesmal waren wir fünf Praktiker, die überwiegende Zahl der Teilnehmer kamen aus Behörden oder aus Universitäten. Jeweils ein Vertreter von NABU und WWF waren auch dabei.

Der Workshop begann mit einer Analyse, warum es oft mit dem Dialog zwischen Naturschützern und Landwirten nicht klappt. Genannt wurden Gründe wie ungelöste Zielkonflikte und Wahrnehmungsunterschiede zwischen den beiden Gruppen, aber auch emotionale und finanzielle Betroffenheit seitens der Landwirte. Politische Entscheidungen wirken sich bei ihnen direkt und persönlich aus, während diese bei den Naturschützern keine direkten Folgen haben. Die Identität der Landwirte liege in der freien Verfügbarkeit über das eigene Hab und Gut.

Nach dieser sehr guten Analyse, die ich hier nur verkürzt wiedergeben kann, referierte Tanja Busse über die Perspektive des Journalismus. Ihr Credo: wichtig ist, dass über beide Parteien und alle Aspekte sachlich und ausgewogen berichtet wird, ohne Wertungen vorzunehmen. In ihrem nachfolgenden Vortrag wurde keiner ihrer Regeln eingehalten. Was auf den Präsentationsfolien stand :

Die landwirtschaftliche Fachpresse hat ein geschlossenes Weltbild. Die Landwirte sehen überhaupt nicht ein, warum Änderungen in ihrer Wirtschaftsweise nötig sind. Bei Kritik wehren sie sich und fühlen sich ungerecht behandelt. Belehrungen durch Städter empfinden sie als ungerecht. Sie blockieren und haben keine eigene Zukunftsvision. Eine Mitgestaltung an innovativen transformativen Lösungen ist von ihnen nicht zu erwarten.

Eine Analyse der Seite der Naturschützer fand nicht statt.

Es folgten zwei Fachvorträge, einer davon zum Thema Wolf und Weidehaltung. Gerade an diesem Beispiel wurde der Konflikt zwischen praktischer Landwirtschaft und praktiziertem Naturschutz besonders deutlich. Bem nächsten Referat über Wissenschaft, Landwirtschaft und Naturschutz und der Frage, ob man als Wissenschaftlerin “zwischen den Stühlen sitzt”, ist mir ein Satz hängen geblieben: “Wir arbeiten gegen die Natur. Aber wir sollten die Natur wo möglich einbinden”. Diesen Satz habe ich vor etwa 50 Jahren von meinem Pflanzenbau-Professor exakt so gehört.

An Nachmittag wurden zwei sehr tolle Projekte vorgestellt, von denen ich von einem zwar schon mal gehört hatte, aber keine Detailskenntnis hatte. Das Projekt nennt sich F.R.A.N.Z. , und wird vor allem vom DBV und Michael-Otto-Stiftung nach vorne gebracht wird. Im zweiten Projekt zeigte ein sehr engagierter Moritz Ott, was im Landschaftserhaltungsverband Ravensburg gemeinsam von Naturschützern und Landwirten realisiert werden kann, wenn die Kommunikation klappt. Beteiligt sind übrigens auch die Kommunen. Anschließend gaben die Vertreter von NABU und WWF Einblick in ihre Arbeit. Der Ton war versöhnlich, was wohl auch damit zusammenhängt, dass man als Organisation in der Zukunftskommission Landwirtschaft bereits mit Landwirten zusammengearbeitet und ein gegenseitiges Verständnis erreicht hat.

Nach dem Abendessen bis rund 22 Uhr ging es dann noch mal in einen gruppendynamischen Workshop, in dem alle Teilnehmer die jeweils andere Rolle von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, von NGOs und des Bauernverbandes einnehmen mussten. Ich saß nun quasi auf dem Stuhl des NABU und musste dem Landwirtschaftsministerium klar machen, warum ich für die Verschärfung eines Gesetzes bin, dass die Arbeit der Landwirte erschwert. Keine leichte Aufgabe und erst recht nicht nach 20 Uhr…

Am  nächsten  Morgen referierten zwei Vertreter von externen Agenturen, die Dialogprozesse moderieren bzw. Umweltinformationen für Ministerien verständlich für die verschiedenen Zielgruppen aufarbeiten. Ich fand es interessant, aber als Landwirt konnte ich damit nicht allzuviel anfangen. Man möge mir diese persönliche Sicht verzeihen.

Vor Mittag referierte Ludwig Wreesmann, Landwirt aus Friesoythe über seine Sicht auf den Naturschutz und auf die Naturschützer. Er machte deutlich, dass Naturschutz für den praktischen Landwirt halt nur ein kleiner Ausschnitt seiner Arbeit ist und er tagtäglich mit anderen und für ihn wichtigeren Fragestellungen konfrontiert ist. Das war der gleiche Tenor, den auch mein Vortrag am Nachmittag anschlug. Wir beide wünschen uns als Landwirte, dass die Naturschützer häufiger auf uns zukommen und uns Vorschläge machen. Nicht weil wir überheblich oder arrogant sind, sondern weil wir einfach nicht daran denken. Ich sage das hier noch mal, weil diese Aussage bei einige Teilnehmer offensichtlich einen anderen Eindruck erweckte.

Fazit: Es war gut, dass sich so viele unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen in einem “geschützten Raum” zusammengefunden und darüber gesprochen haben, wie der Dialog noch konstruktiver erfolgen kann. Der Satz “Macht Naturschutz zum Betriebszweig” aus dem ersten Workshop fiel häufiger und wurde von allen begrüsst.

Worauf ich jetzt warte: Dass es, wie beim Workshop 2018, ein gemeinsames Papier gibt, in dem der Öffentlichkeit und vor allem den Entscheidungsträgern die Inhalte und Ergebnisse dieses Workshops zugänglich gemacht werden. Ich würde meinen Berufskollegen gerne mehr über diesen gelungenen Workshop erzählen. Ansonsten bleiben die guten Informationen wieder nur in den bekannten Kreisen. Für die Mühen, die sich alle gemacht haben, wäre das ein mageres Ergebnis.

Übrigens: vielen Dank für das leckere Essen. Es geht auch zwei Tage ohne Fleisch und Wurst…. 🙂

P.S.: Habe gerade gehört,dass es ein Konsenspapier geben soll, das mit den Teilnehmern abgestimmt wird. Das wäre sehr gut!

 

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59 Kommentare

  1. Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

    Laut Bauer Willi sind sich ja 97% aller Wissenschaftler einig, dass der Klimawandel eine große Bedrohung für die Menschheit darstellt. In Holland geht das WEF-Mitglied Mark Rutte jetzt gegen die umweltverschmutzenden und sehr aggressiven Bauern vor. Endlich fängt man an, die Welt zu retten. Jetzt wird endlich alles gut!!:

    https://www.welt.de/politik/ausland/article242345837/Niederlande-wollen-umweltschaedliche-Hoefe-aufkaufen-oder-notfalls-enteignen.html

    “Aus Protest gegen die Pläne hatten Bauern wochenlang zum Teil gewalttätig protestiert. Sie hatten Autobahnen blockiert, Brände gelegt und Mist, Müll, aber auch Asbest auf Straßen gekippt.”

    Lecker Futter für das vornehm klimagläubige Kaffeekränzchen.

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  2. Ludwig sagt

    Danke Dir Willi , daß Du deine Zeit für uns opferst. Folge dem Weg des Geldes und man kommt ganz schnell dahinter , daß vieles überhaupt so wie es ist nicht gehen kann. Die Vorstellungen der Grünen Seite ist moralisch ok, aber wir leben und wirtschaften in der EU.
    Deshalb habe ich auch unsere rd. 2000 Schweineplätze stillgelegt am Tag nach der Wahl im letzten Jahr , weil wir keinen abgeschotteten Markt haben und ich im EU-Markt unter den kommenden Vorgaben das Schwein um rd. 40 – 80 Euro zu teuer mäste , die Holländer, Dänen und Spanier produzieren entsprechend billiger. Die Bestätigung können wir alle erleben, denn innerhalb des letzten Jahres haben rd. 50% der deutschen Schweineproduktion den Betrieb eingestellt. Jetzt kommt das Schweinefleisch auch aus Chile und zwar nur die Edelteile , die man hier nur isst. Zum weiteren Verdruß macht man jetzt alle internationale Verträge fertig und dann kommt hier alles reinimportiert was billig ist. Damit ist dem Tierwohl , Umweltschutz usw. kein Gefallen getan . Warum laufen unsere Linksgrünen dagegen keinen Sturm , sondern unterstützen das ganze sogar. Das ist “Verlogen”.

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  3. Arnold Krämer sagt

    Es ist vorstellbar, dass in der neuen GAP ab 2027 (die Diskussionen darüber beginnen schon, obwohl die jetzige Förderperiode gerade erst im nächsten Jahr beginnt), die Förderung von Umwelt- und Naturschutzzleistungen nicht nur (wie bisher) als Nachteilsausgleich, sondern als einkommenswirksame Förderung ausgestaltet wird. Da müssen aber auch alle in der EU mitspielen und die Welt- aber auch Finanzlage der EU muss entsprechend aussehen. Vielleicht kann man aber auch demnächst nicht mehr so mit den Milliarden um sich werfen.

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    • Herr Krämer, bis 2027 ist alles vorstellbar, auch dass es bis dahin überhaupt keine Förderung mehr gibt.

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  4. ReinerStoff sagt

    @Bauer Willi,

    gab es bzw. wurden denn die einzelnen Vorträge im nachhinein diskutiert oder besprochen? Haben Sie evtl. diese Frau Busse auf ihre offensichtlichen Widersprüche angesprochen und gab es eine Reaktion darauf?

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    • In ihrem Buch:

      Die Wegwerfkuh.
      Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt,
      Bauern ruiniert,
      Ressourcen verschwendet
      und
      was wir dagegen tun können. Blessing, München 2015, ISBN 978-3-89667-538-5.

      Ist das Bauernbashing?

      Nein sie meint die Landwirtschjaft in unserer Politik.

      Da muß man viel ändern, damit man nicht so viel

      Ressourcen verschwendet
      und
      Bauern ruiniert

      Hat sie es in diesem Buch auf den Punkt gebracht
      hat sie die Lösung?

      Sie will Bauern in unserer Landwirtschaft erhalten, oder?
      Ist sie gar nicht gegen die Bauern?

      Dann müßte man mit ihr eine Lösung finden können.
      Dann könnte die Diskusion auf eine Ebene geführt werden, oder?

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  5. Ferkelhebamme sagt

    Das Problem ist auch hier das fehlende Vertrauen und Planungssicherheit.
    Ganz aktuelles Beispiel aus unserer Praxis: vielfältige Fruchtfolge im Prämienantrag, die entsprechend vergütet werden soll. Eine künstliche Intelligenz will anhand von Satellitenbildern erkannt haben, dass auf einer Fläche nicht die angegebene Zwischenfrucht steht. Folge: ein rotes Ampelergebnis (oh, ich reagiere inzwischen auf dieses Wort übelst allergisch). Solange die Ampel (aaargh) auf rot steht, wird die komplette Prämie nicht ausgezahlt. Nicht, dass wir dringenst drauf angewiesen sind….
    Die Zwischenfrucht steht gut sichtbar einen Meter hoch auf dem Acker! Aber wir müssen jetzt anhand von Fotos, Lieferscheinen, Sackanhängern nachweisen, dass das auch wirklich so ist. Wir haben ja auch sonst nichts zu tun. Die Sachbearbeiterin ist nur Die- Do. erreichbar und gerade krank. Jemand anderes kann das leider nicht bearbeiten.

    Dieser Naturschutzvertrag der vielfältigen Fruchtfolge gilt fünf Jahre. Dachten wir. Bis die Zwangsstillegung zur Debatte stand. Auf Nachfrage bei der Kammer wurde uns mitgeteilt, dass der Vertrag dann hinfällig ist, weil ist ja EU-Recht.
    Und da wundert man sich über die Zurückhaltung der Bauern?

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  6. Klemens Minn sagt

    Danke für den Bericht.
    Ich lese: Über Dialog wurde in einem Workshop referiert.
    Meine Sicht:
    Ich frage mich, was mitgenommen werden kann und wird. Ein Workshop heißt für mich aktive Mitarbeit der Teilnehmer. Meine Erfahrung: Eine gute Übung ist: Die Teilnehmer müssen die jeweilige Gegenposition vertreten. Dann machen die Teilnehmer und mindestens ein externer Beobachter eine fundierte Analyse.
    Selbst bei wirklich stabilen Fronten gibt es dann Austausch und Gespräche miteinander und nicht aneinander vorbei.

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  7. Limes sagt

    “… Tanja Busse über die Perspektive des Journalismus. Ihr Credo: wichtig ist, dass über beide Parteien und alle Aspekte sachlich und ausgewogen berichtet wird, ohne Wertungen vorzunehmen. In ihrem nachfolgenden Vortrag wurde keiner ihrer Regeln eingehalten.” und “Die landwirtschaftliche Fachpresse….. Eine Mitgestaltung an innovativen transformativen Lösungen ist von ihnen nicht zu erwarten.”
    Wahrscheinlich könnte ein ehrlicher Dialog auch in der Breite möglich sein aber nur wenn nicht ständig von einigen Spielern/innen wie offensichtlich Journalisten vom Schlage Busse vorsätzlich Foul gespielt wird. Hat sie nur für sich oder für alle Journalisten gesprochen das ist die Frage. Vermutlich für den präsenten Mainstream Teil. Leider ist dieses Verhalten mittlerweile Kennzeichen deutscher Kultur geworden, wer andere Meinungen vertritt wird verächtlich gemacht und ausgegrenzt.
    Konnte man gestern wieder im TV in einem anderen Zusammenhang sehen. Oberlehrerin Nancy Faeser stolz mit Binde und Schmollwinkel dreht sich demonstrativ von ihren Nachbarn ab statt den Dialog zu suchen. Wie peinlich war das denn. Diese selbstverliebten Moralisten schaffen es nicht im eigenen Land (Berlin) eine saubere demokratische Wahl zu organiseren und den Fehler umgehend zu korregieren stattdessen wollen sie andere Belehren und sprechen Ihnen den Willen zu Veränderungen ab. Nö unter innovativen Lösungen im Dialog stelle ich mir etwas anderes vor.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Tanja Busse ist der Pressesprecher von “Wir haben es satt”, Özdemir und CO.
      Die Dame ist derart verpeilt gegen die Landwirtschaft unterwegs, das würde ich bereits als extremistisch bezeichnen.
      Sie hat sich als Journalistin im Sinne von Hajo Friedrich mit einer Sache gemein gemacht und damit ihre neutrale Haltung als Journalistin verloren. Sie ist für mich Propagandistin und Bauernhasserin.

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      • Limes sagt

        Ja das ist die Crux. Sie tritt hier als Vertreterin einer mächtigen Interessengruppe auf und referiert stellvertretend “über die Perspektive des Journalismus”. Spricht sie für alle Journalisten oder ist es die Meinung einer einzelnen Journalisten wenn sie behauptet: “Eine Mitgestaltung an innovativen transformativen Lösungen ist von ihnen nicht zu erwarten.” Aus meiner Sicht sind solche Sätze ehrabschneidend. Man wird jetzt sehen ob sich andere und differenzierte Meinungen aus dem Kreise der Journalisten hierzu melden!!! Die Hoffnung stirbt zu letzt.

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        • Ganz richtig,
          warum ist sie der Meinung, dass das von “ihnen” nicht zu erwarten ist?

          Und von ihr?
          Was ist von ihr nicht zu erwarten?

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      • Arnold Krämer sagt

        Ich habe Tanja Busse auch schon des Öfteren erlebt als angebliche Moderatorin von Veranstaltungen. Das gelingt ihr aber mehr schlecht als recht, weil ihr Selbstverständnis das einer Aktivistin für Bio etc. pp. ist. Typisch ihr Buch mit dem Titel “Die Wegwerfkuh”.

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  8. firedragon sagt

    “… finanzielle Betroffenheit seitens der Landwirte. Politische Entscheidungen wirken sich bei ihnen direkt und persönlich aus, während diese bei den Naturschützern keine direkten Folgen haben. Die Identität der Landwirte liege in der freien Verfügbarkeit über das eigene Hab und Gut. …”

    “… Eine Analyse der Seite der Naturschützer fand nicht statt. …”

    Ich lege das mal so untereinander.
    Keine Ahnung, ob dem Laien jetzt schon was auffällt.

    Willi, ich habe eine Frage – bei diesem Workshop oder ähnlichen Zusammenkünften, wir da nie das volkseigene Land (Gemeindeflächen) in Betracht gezogen, um Naturschutz umzusetzen?

    Meine Sichtweise – das Land hat Eigentumsflächen, die, vereinfacht gesagt, der Bevölkerung ‘gehören’.
    Wenn die Bevölkerung Naturschutz will und Fläche ‘besitzt’, kann die Bevölkerung ihre Wünsche auf diesen Flächen verwirklichen.

    Wenn ich den Wusch verspüre, etwas für die Natur und deren Lebewesen zu tun, so setze ich das auf meiner Eigentumsfläche um und nicht auf fremderleuts Eigentum.

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  9. Sabine sagt

    Wie lernen Naturschützer Landwirtschaft? Indem sie diese betreiben. Grade der Nabu ist mit seinen bestimmt gut gemeinten Beweindungsprojekten mehr als einmal auf der Fresse gelandet. Eigentlich müssten die inzwischen wissen, dass es nicht so einfach ist wie es aussieht. Grund für das oft kriminelle Scheitern war, dass man mit zwoundzwölftig Ämter, Grüppchen, Vereinen … gearbeitet hat und nie selber durchgehend die Arbeit und Verantwortung übernommen hat. Das ist ein Strukturelles, aber auch ein Identiätsproblem auf Seiten des Naturschutzes. Es ist einfach Mahner und Kritiker zu sein als Arbeiter. Es ist einfach die Streuobstwiesen zu betrauern und symbolträcht und spendenfinanziert 100 Bäume zu pflanzen als sich 30 Jahre um pflege, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung zu kümmern. Warum nicht auf Forderungen offeniver reagieren? Ihr wollt Dieundjenenes? Top, machen wir! Wir bringen das Land, ihr das Kapital. Wir gründen eine Aktiengesellschaft und ihr unterschreibst langfristige Verträge, die die AG absichert. Wenn die eigene Haut dran hängt, wird es sicher was.

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    • “Es ist einfach Mahner und Kritiker zu sein als Arbeiter.” Genau dies ist das Geschäftsmodell der NGO´s wie z.B. NABU. Bei allem Kuschelmuschel mit solchen Verbänden spllte man dies nicht vergessen. Die leben davon, öffentlichskeitswirksam zu Mahnen und Kritik zu üben. Die Leben nicht vom Konsens und auch nicht vom Erreichen von Verbesserungen z.B. beim Umweltschutz/Artenstreben/ Biodiversität etc. Nirgends werden von denen die enormen Fortschritte der Landwirtschaft in diesen Bereichen, die in den letzten 30 Jahren erzielt worden sind, erwähnt und schon gar nicht gewürdigt, Im Gegenteil, man dramatisiert die Situation mit einem einfachen “Trick”: man legt einfach die zu überspringende Messlatte höher und schon ist wieder alles schlechter! Die Bauern können sich anstrengen wie sie wollen, sie werden die “(n)immersatten” Naturschützer nie zufriedenstellen können – das ist mein Fazit aus mehr als 40 Jahren Berufserfahrung und anfänglich intensiver Zusammenarbeit mit Naturschützern. Entgegenkomen wird sehr schnell zur Selbstverständlichkeit, vorauseilender Gehorsam immer ein Schuss ins eigene Knie. In Diskussionsrunden und auf Tagungen kann man Kreide fr… und warme Worte finden. Die Realität sieht anders aus:
      https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/29381.html

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      • Reinhard Seevers sagt

        Mark, der NABU -PR-Apparat ist so umfangreich, da hat Landwirtschaft keine Chance dagegen.
        Gestern kam diese Meldung:
        “Zum anderen ist die Algenblüte den “Watt Welten” zufolge Ausdruck der Überdüngung des Wattenmeeres. Intensive Landwirtschaft ist dafür verantwortlich. Mit dem Regen wird Kunstdünger von den Feldern in die Flüsse gespült und gelangt letztendlich ins Meer. Die vielen Nährstoffe füttern die Algen.”
        https://www.t-online.de/region/bremen/id_100084416/norderney-alarmierendes-naturphaenomen-an-der-nordsee-schaumberge-tuermen-sich-10505015.html

        Und täglich grüßt das Murmeltier…das sind die immer wiederkehrenden Meldung, die den Bürger und Naturschützer in seinem Tun nur weiter unterstützen und bestätigen….

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        • Schmeckt gut sagt

          Das hatten sie uns doch auch schon in der Vergangenheit und auch beim Oder-kollaps im Sommer vorgeworfen. Wir Bauern sind mega-profitgierig und haben deshalb nichts besseres zu tun, als abwechselnd Tiere und Natur auszubeuten, zudem sind wir zu blöd, den “Kunstdünger” auf dem Acker festzunageln und versenken also sozusagen unseren Profit in der Nord-/Ostsee. Tolle Argumentationskette. Da muss sich in der Tat dringend etwas ändern.

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          • Hat ihre Neidische Oma ihr das vorgemacht?

            Und sie veröffentlich lauthals, dass sie immer noch daran glaubt?

      • Pälzer Buh sagt

        Ich bin Jagdgenossenschaftsvorstand in meiner Gemeinde wo auch der NABU Flächen besitzt, dies und jenes wollten Sie mir Vorschreiben wegen Bejagung verschiedener Tierarten ( u.a Abschussfreigaben). Meine Antwort: Solange Sie nicht auf auf einer Sitzung Teil nehmen, können Sie viel sagen. Extra Einladungen gibt es nicht bei mir. Ich weiß, wie ich rechtlicht Korrekt, Sitzungen öffentlich Ausschreibe, ohne das der NABU davon Wind bekommt. Einige von den NGO’s Mitgliedern werden demnächst mit Hausverbot für das Revier und wegen Wilderei rechnen müssen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @ Sabine

      Bei uns wurde vor langer Zeit ein Bach verlegt (heute ginge das nicht mehr), um ein Sportzentrum zu bauen.
      Die damalige BUND Ortsgruppe hat sich bereit erklärt die Böschungen zu pflegen, Sehr bald suchten die Landwirte, welche die Drecksarbeit machen sollten, ach bei mir klopften die an.

      Natürlich war die Werbung erfolglos und nach einem Jahr erklärten die, dass wegen Personalmangel der Unterhalt nicht mehr möglich sei.

      N ach ca 3 Jahren hat sich die Gruppe aufgelöst.

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  10. Frikadellen piet 44 sagt

    moin auf das Konsens Papier bin ich sehr gespannt und wie das umgesetzt wird oder ob das interessiert mich sehr danke dass du da warst wie die und jetzt bin ich gespannt was passiert mach’s gut und immer schön Grünkohl essen

  11. Harald Müller sagt

    Was gerne noch als generelle Grundregel zu derartigen Veranstaltungen erwähnt werden darf, ist die Honorierung der verschiedenen Teilnehmer (darf gerne korrigiert werden, falls ich in diesem speziellen Fall falsch liege):

    – Die externen Berater lassen sich die Arbeitszeit für Vorbereitung, Workshop, Nachbereitung fürstlich bezahlen.

    – Die involvierten Amtsvertreter bekommen die Arbeitszeit für Vorbereitung, Workshop, Nachbereitung über ihr Gehalt vollumfänglich vergütet.

    – Die Vertreter von Verbänden (egal ob Naturschutz- oder Bauernfunktionäre) bekommen die Arbeitszeit für Vorbereitung, Workshop, Nachbereitung über ihr Gehalt vollumfänglich vergütet.

    – Die Vertreter der praktischen Landwirtschaft müssen sich die Arbeitszeit für Vorbereitung, Workshop, Nachbereitung irgendwie freischaufeln (und das oft bei einer >>40 Std-Woche als Selbständiger!) und werden dafür bestenfalls mit einer mageren Aufwandspauschale abgespeist.

    Es gehört also viel Idealismus dazu, sich als Bauer solche Aktionen anzutun…

    (Wie Frau Busse wohl in finanzieller Sicht aus diesem Workshop heraus geht?)

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    • Bauer Willi sagt

      Was die Vertreter der praktischen Landwirtschaft angeht, kann ich das bedingt bestätigen. Die Anfahrt wurde vergütet und für den Vortrag gab es bei mir ein bescheidenes Honorar. Am unteren dreistelligen Rand.
      Bei allen anderen dürfte es so sein wie geschildert. Frau Busse war nur digital und nur für zwei Stunden anwesend

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    • “Ach Bauern bauchen nicht so viel Geld, denn die sind reich genug”

      Eine Einstellung aus den 50iger Jahren.

      Ist diese Einstellung immer noch in den Köpfen von gebildeten Leuten, die mit der Materie zu tun haben,
      vorhanden?

      Brauchen die auch Idealismus, um davon wegzukommen?
      Das ist denen ihr Job und den übt man mit Idealismus aus.

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  12. Brötchen sagt

    Ich frag mich ….. “Der Satz “Macht Naturschutz zum Betriebszweig” aus dem ersten Workshop fiel häufiger und wurde von allen begrüsst.”

    Wurde das nicht ein klein wenig angezweifelt?!

    Das bedeutet, es muss aus Steuern finanziert werden!

    – Energie erhöht sich exorbitant!
    – alle möglichen Auflagen, die bezogen auf Erlöse negative Effekte haben, werden nicht entschlackt bzw. immer mehr
    – sind denn die Maßnahmen immer geeignet das angestrebte Ziel zu erreichen?

    Nehmen wir an das wird finanziert, geht das Geld aus anderen Töpfen weg.
    Also muss aus den anderen Bereichen mehr erwirtschaftet werden.
    Das ist ein Schneeballsystem! Und zur Zeit bzw. auf mind. 5 Jahre nicht zu finanzieren!

    Ein relevanter Zweig Naturschutz stärkt eine Blasenökonomie und schwächt die anderen Betriebszweige.

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    • Bauer Willi sagt

      Es ist allen klar, dass das sehr viel mehr Geld kostet als jetzt. Aber das würden die Borchert-Kommission und die ZKL ja auch tun, wenn sie umgesetzt würden.

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      • Brötchen sagt

        Das Geld ist ja das eine, das andere ist, strategisch werden die anderen Zweige geschwächt!

        Ich war auf der Eurotier und habe mit einigen Praktikern und Fachleuten gesprochen….einhellige Meinung …ein bestimmter Wirtschaftszweig ist mausetod….

        Bochert braucht es nicht mehr….das ist dann nur noch Totentanz

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      • Reinhard Seevers sagt

        Willi, es ist ein Unterschied zwischen praktischer Umsetzung von Auflagen auf dem Acker, gegenüber den ordnungsrechtlichen Anforderungen bei Stallbauten (Kompensationen, Eingrünungen, Abstände zu Wald, Nachweise von Ammoniakemissionen, FFH – Gebiete, Wasserschutzgebiete, Moorschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Vogelschutzgebiete…)

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        • Brötchen sagt

          Reinhard die Ackerbauern sind da glaube gar nicht so betroffen, wie mit dem Wahnsinn, den Du an der Backe hast.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Es ist inzwischen ein soziologisches Phänomen, das ich zunehmend beobachte. Die Person (m/w/d), die in der Verantwortung für die “gesamte” Natur im ordnungsrechtlichen Rahmen verantwortlich ist, ist in einer wichtige Position gehoben worden. Diese Person darf/muss und kann sich auf Gesetze berufen, wenn sie Forderungen aufstellt. Sie steht unweigerlich auf der “guten” Seite und kann persönlich dazu beitragen, dass diese Welt eine bessere wird, wenn sie “böse” umweltschädigende Emissionsquellen eindämmen und deren vermeidliche Auswirkungen auf die Natur persönlich kompensatorisch reglementieren kann. Es ist eine sich gut anfühlende Form von Macht. Und der Emittent wird als Leibeigener der gesellschaftlichen Forderung betrachtet, dem man alles zumuten darf. Aber, ob er dafür noch Geld bekommen sollte? Das bezweifeln viele, die das Verursacher- Prinzip hier greifen sehen möchten.

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            • Ja so ist es:

              und dazu noch die
              “gut anfühlende Form von Macht.”

              die baucht so eine Person, wenn sie sich anderweitig nicht gut genug ist.

              Wie kann man dagegen vorgehen?
              Es können doch deswegen (einer Nichtigkeit) nicht lauter falsche Entscheidungen getroffen werden.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Die Kompensationsmaßnahmen, die von Städten/Kreisen/Ländern für große Bauvorhaben gemacht werden müssen, darf man nicht vergessen. Die Bewirtschafter dieser Flächen, die meist nicht auch Eigentümer sind, gucken in die Röhre.
            Es ist immer von Versiegelung landw. Flächen die Rede, von den Kompensationsflächen, die gleichzeitig aus der Bewirtschaftung fallen ist nie die Rede.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Der NABU schreibt dazu, es sei genug Fläche da, wenn man endlich weniger Fleisch essen und weniger wegwerfen würde….so einfach ist das Ferkelhebamme. Was willste dazu dann noch sagen?

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  13. Brötchen sagt

    Die ganzen Biologen, Naturschützer und sonste was leben von festen Zuwendungen, die nicht auf einem freien Markt erwirtschaftet werden müssen!

    Bzw. bewegen sich in geschlossenen Schneeballblasen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Präsens sog. Biologischer Stationen hat Landesweit zu einer verstärkten Aktivität und Sichtbarkeit von Naturschutz geführt. Sie werden inzwischen als gemeinnützige Institutionen in administrative Vorgänge als Verbandsvertreter zugelassen oder sogar bestimmt. So etabliert, hat der Einzelne im freien Geld kaum eine Chance, dem auszuweichen.

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      • Brötchen sagt

        nehm ich auch so wahr…..

        wenn das ganze privatwirtschaftlich organisiert und finanziert wird, wäre dagegen nichts zu sagen.

        Die meisten durchschauen das ganze System noch weniger als die lw. Produktion.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Der Bürger nimmt diese Vereine inzwischen als Teil der Behörden wahr…..und gibt ihnen damit eine hohe Legitimität und Autorität, der zu gehorchen ist.

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          • Brötchen sagt

            Stimmt im Radio wenn irgendwas fachlich besprochen wird, ist sofort einer von Nabu zur Stelle. Ab und an mal der DBV aber eher selten.

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      • Bauer Willi sagt

        Die Zusammenarbeit mit den Biologischen Stationen ist in unserem Raum sehr konstruktiv. Höre ich aber auch aus anderen Regionen.

        • Brötchen sagt

          Willi die wollen ja was konkret.

          Ist ja auch so nichts gegen zu sagen, nur ist die Tendenz, das sich das verselbstständigt!

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  14. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Meine Erfahrung mit Behördenvertretern ist,dass die nicht so richtig “auf dem Schirm haben”,dass der Bauer aus Existenzgründen auf eine realistische Entschädigung für Naturschutzmaßnahmen angewiesen ist.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Was nützt das was auf den Folien ist, die Aussage, dass Entschädigungen für Naturschutzmaßnahmen zu zahlen sind, findet sich in den Medien kaum.

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        • Was geht das die Medien an?

          Damit Nichtbetroffen auch noch Lust bekommen, ihre Meinung dazu Äußern und von den Medien Beachtung findet??

          Dass der Bauer für Naturschutzmaßnahmen verantwortlich ist, reicht doch.
          Verantwortung wird Hierzulande bezahlt.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Dass Naturschutzmaßnahmen eine Leistung ist, die von der Allgemeinheit zu bezahlen ist, ist durchaus eine Aufgabe der Medien.

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