Bauer Willi
Kommentare 113

Der stumme Minister…

Normalerweise ist Cem Özdemir dafür bekannt, dass er die Öffentlichkeit sucht. Es gibt aber Momente, in denen er mit allen Mitteln einem Gespräch ausweicht. Die nachfolgenden sieben Minuten sind sehr sehenswert. Unbedingt bis zum Schluss anschauen, wenn sich der Personenschutz einschaltet…

https://www.ardmediathek.de/video/fakt/deutschland-und-die-fao/das-erste/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9mY2NiNjczMC01ZDAwLTQxMzItYTg5OC1kMTE1YzJlZTQzNjM

Nicht erst seit gestern kritisieren Landwirte, dass bestimmte Pflanzenschutzmittel, die in Europa verboten sind, im Ausland eingesetzt werden dürfen und die damit erzeugten Lebensmittel hier frei verkäuflich sind. Das ist Wettbewerbsverzerrung erster Güte.

Das Verhalten des Ministeriums und des Ministers in Person ist meiner Meinung nach inakzeptabel.

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113 Kommentare

  1. Smarti sagt

    Unserer personifizierten Unfähigkeit wurden Mundfesseln angelegt. Warum auch nicht, wie soll man auch jemandem erklären, dass man die Landwirtschaft weg haben will, um mit dem Handel weltweit viel Geld zu verdienen.
    Erst habe ich gedacht, dass die Landwirtschaft weg muss, damit die Industrie um so mehr Emissionen verbrauchen kann – dass also der Durchschnitt im Land nicht steigt. Jetzt finde ich aber immer mehr gefallen an der Idee, dass man erst mal die Landwirte killen muss, um danach mit der Industrie und den anderen Unternehmen fertig zu werden …?!
    Das wäre ja dann schon fast ein kleines Kompliment, die Politik hat Angst vor den Landwirten ( bzw. deren Demonstrationen ) und räumt daher grossflächig erst mal den Berufsstand weg. Das geht sehr einfach, indem bio gegen konvi, Milch gegen Biogas, klein gegen gross und überhaupt die 98 % “normale Bevölkerung” gegen 2 % “unverstandene Landwirte” gehetzt wird.
    Naive zum Beispiel ist eine Biolandwirtin, die mir sehr freundlich und nett geantwortet hat und darin auch beschreibt, dass sie sich von konventionellen Landwirten manchmal von ober herab behandelt fühlt, aber sonst eigentlich nichts gegen konventionelle Landwirtschaft hat. Was sie jedoch gar nicht mag, sind die Riesenbauern, Agrarfabriken… weiss der Geier… denn obwohl es gar keine Definition dieser “Massentierhalter” bis “Turbobauern” gibt, ist “man” dagegen. Diese Aussagen kann ich ( Smarti bzw. Sonja Kaiser) nicht nachvollziehen – denn die ganzen klein gegen gross – Geschichten dienen nur der Teilung / Schwächung des Bauernstandes.
    Niemand mag und unterstützt den kleinen Landarzt aber bekämpft die spezialisierte Grossklinik in der Stadt ! Man ist doch froh, dass es beide gibt. In diesem Sinne möchte ich alle Landwirte dazu auffordern, unbedingt zusammenzuhalten und gemeinsam aufzutreten. Denn ansonsten war es das mit der Landwirtschaft in Deutschland. Und danach mit der Wirtschaft. Und danach mit dem guten Leben, das wir noch immer haben.
    Dass Bauer Willi jeden Tag neue Fragen stellt, ist für mich natürlich kein Widerspruch – miteinander reden muss sein, informieren auch – aber irgendwie müssen wir es schaffen, wieder näher zusammenzurücken und gemeinsam mit einer Stimme zu sprechen.

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    • Naive sagt

      Oh – Smarti/Sonja redet nicht mehr mit mir, sondern über mich. Eines möchte ich noch anmerken: passt der Vergleich mit Landarzt und Grossklinik? Ich finde nicht, wenn schon, dann kleiner Schuh- oder Buchladen und Kette. Und ich mag übrigens auch keinen Kaviar. Eigentlich hatte ich noch Weiteres zu Ihrem Kommentar geschrieben, das hab ich wieder gelöscht, aber diesmal nicht, weil es unhöflich oder unsachlich ist.

      • Smarti sagt

        Hallo Naive, ich wollte Sie nicht verletzen mit meinen Worten. Ich wollte zusammenfassen, was Sie mir geschrieben haben und unser Gespräch an den Anfang stellen, weil für mich dieses Thema “alle Bauern müssen zusammen halten – es gibt schon jetzt viel zu wenige die sich überhaupt noch wehren” sehr wichtig ist. Und unter Kommentar “ganz weit hinten” hätten das nur wenige gelesen.
        Bitte entschuldigen Sie, es war nicht meine Absicht, Sie zu ärgern.

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    • Smarti sagt

      Naive, ein grosser Landwirtschaftlicher Betrieb bietet Arbeitsstellen für Landwirte, Mechaniker und Büroangestellte. Es ist für junge Leute fast die einzige Möglichkeit, in der Landwirtschaft zu arbeiten, wenn sie ( noch ) keinen eigenen Betrieb haben. In unserer Gegend haben die “Grüsseren und Grossen” das Land oder die ganzen Betriebe von verstorbenen Landwirten oder Landwirten, die in Rente gehen wollten übernommen.
      Die drei ( für mich schon grossen ) Betriebe haben alle ein Lohnunternehmen zusätzlich, das heisst wir kleinen Betriebe profitieren von den Arbeitskräften und Maschinen der Grossbetriebe. Gras silieren würde z.B. mit unseren Maschinen 2-3 Wochen dauern – wenn die Traktoren nicht vorher schlapp machen, dazwischen füttern, melken… undenkbar.
      Die mähen einen Tag, mein Mann mäht das Kleinzeug ebenfalls einen Tag und dann bringen sie das Gras am nächsten Tag rein – Silo zu. Fertig.
      Eine Kette ( keine Bücher, die haben Festpreisbindung ? ) geht mit Kampfpreisen und grosser Auswahl rein und der kleine Laden kann nicht mithalten und muss schliessen. Bei der Milch hat der kleine Betrieb den fast gleichen Milchpreis wie der Grosse ( ein kleiner Mengenbonus gibt es ). Da der Grosse “echte” Landwirtschaftbetrieb rechnen kann/muss, wird er auch keine Kampfmondpreise für Pachtland ausgeben.
      Naive, ab wann ist für Sie ein Betrieb gross ? Müsste es nicht auch immer mehr Bio-Grossbetriebe geben, wenn immer mehr Bio gefordert wird ? Bei nur kleine Biobetrieben fehlt doch das Geld für die sehr teuren Maschinen ?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Smarti, es ist einfach eine Folge des kapitalistischen Systems, dass Wachstum benötigt wird.
        Nach dem II WK hat man auch gemeint, dass durch die Ansiedlung von ganz vielen kleinen Siedlungsbetrieben die zukünftige Ernährung gesichert werden könne. Dann ist die Wirtschaft derart gewachsen, dass bäuerliche Arbeitskräfte abgewandert sind und Hofstelle aufgegeben wurden. Verbliebene Betriebe haben sich technisiert und teure Technik rechnet sich nur bei guter Auslastung….und schon dreht sich das Karussell.

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        • Naive sagt

          Tatsächlich war mir schon beim Schreiben klar, dass eine Definition schwierig ist, ich habe übrigens von Agrarfirmen, egal ob bio oder konventionell geschrieben. Also: ha taugt nicht, ist zu unterschiedlich, Angestelltenzahl auch nicht wirklich, ich kenne eine große Biohofgemeinschaft, die viele Angestellte haben, vielleicht: wenn der Besitzer sehr wenig bis gar nicht mehr selbst praktisch mitarbeitet? Aber bei dieser Definition ist noch Verbesserungspotenzial, bisher kam mir noch keine bessere Antwort.
          Mich beschäftigt immer noch diese Auseinandersetzung bio gegen konventionell. Dazu: ich könnte innerhalb von 10 Minuten mehrere abwertende, herablassende, erbitterte bis hin zu hasserfüllten Aussagen über Biobauern von Kommentatoren hier zusammen stellen, (hab schon angefangen, dafür ist Bauer Willi eine Fundgrube) – könnten Sie mir wirklich mehrere freundliche, kollegiale oder wertschätzende benennen und wie lange brauchen Sie, um die zu finden?
          Was ich schon geschrieben habe: wenn man von allen Seiten der Buhmann ist, dann ist die Gefahr natürlich groß, dass man so abwertend schreibt. Im Urlaub habe ich lange darüber nachgedacht, ob das so der einzige Weg ist. Meiner Ansicht nach nicht, man kann auch auf die eigenen Erfolge verweisen ohne andere dabei schlecht zu machen. So weit die Theorie. Aber in der Praxis geht das wohl nicht, weil es manchmal einfach verletztend und teilweise existenzgefährdend ist, wie mit Bauern umgegangen wird. Also werde ich mich zum zweiten Mal verabschieden (damit meine ich nicht den vor zwei Wochen, sondern vor ein paar Jahren), ich habe nicht so viel Zeit, und es bringt ja nichts. Immerhin verstehe ich jetzt, wieso kein Dialog möglich ist. Eigentlich wollte ich noch etwas zu Aiwanger und der offenen Wahlwerbung für die FW schreiben, aber wahrscheinlich lasse ich das. Alles Gute Ihnen für Ihren Hof und Ihre Projekte.

      • Naive sagt

        Bin jetzt dann mal weg, melde mich in gut zwei Wochen. Und Sie haben mich nicht verletzt, noch mal ein andrer Grund.

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  2. Naive sagt

    Ich bin entsetzt, wie offensichtlich und skrupellos China seinen Einflussbereich auszudehnen versucht und wie einfach ihnen das gelingt.
    Ich bin entsetzt, wie Özdemir „nicht reagiert“, das macht ihn sehr unglaubwürdig.
    Ich bin entsetzt über Bauer Willi. Denn: im Video in den ersten Minuten ist Herr Dreyer auch entsetzt – aber er redet über die Giftigkeit der zugelassenen Mittel. Und Bauer Willis erster Kommentar ist: Wettbewerbsverzerrung. Das zeigt für mich: es geht Bauer Willi um Profit und Macht. Beides an sich notwendig. Aber nicht um jeden Preis. Und beides sehr gefährlich, was das mit uns macht.

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        • Reinhard Seevers sagt

          “…wir wollen Dialog-
          Das spreche ich vielen hier ab”

          Wer ist dir denn als Gesprächspartner genehm? Oder anders. Welche andere Meinung darf es denn sein, die die Naive akzeptiert?

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            • Obstbäuerin sagt

              Inzwischen liegen bei vielen Bauern die Nerven blank und da kann es auch mal passieren, dass die Etikette ein klein wenig vergessen wird, Naive. Ansonsten gibt es in kaum einem anderen Format so viele sachlich korrekte Kommentare, wie in Bauer Willis Blog. Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass der modernen Landwirtschaft in Deutschland, die immerhin 94% der Nahrungsmittel produziert, durch immer härtere, unsinnige Maßnahmen, die Existenz zunehmend erschwert wird und viele kaum noch über die Runden kommen. Und was die Quellenangaben betrifft, berichten hier Landwirte sehr oft von ihren Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag. Dazu kann ich auch etwas beitragen: obwohl wir seit 40 Jahren Glyphosat in unseren Obstanlagen verwenden, haben wir eine hohe Biodiversität an Insekten, Vögeln und Pflanzen. Davon konnten sich erst vor kurzem Nabu-Mitglieder aus ganz Deutschland überzeugen.

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              • Naive sagt

                Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, es geht weitaus schlimmer. Dennoch: vielleicht ist Ihnen entgangen, dass ich bezüglich der Quellenangaben geschrieben habe: wo möglich? Und damit es Ihnen nicht entgeht: ich kann sehr wohl unterscheiden zwischen einem Erfahrungbericht und zwischen mal schnell postulierten Aussagen. Merken Sie, was der Satz: “vielleicht ist Ihnen entgangen” mit einem macht? Denn hätte ich nämlich eigentlich nicht verwendet… Genau darum geht es mir: ist das Dialog, Gespräch auf Augenhöhe? Ich habe gerade bei “Antwort von Penny” ziemlich ausführlich Sonja Kaiser geantwortet, das will ich hier nicht nochmal alles schreiben. Übrigens ähnliches wie vor vier Jahren. Und noch etwas: zu Obstbau kann ich mich überhaupt nicht äußern, das einzige, das ich kann ist Äpfel von zwei Baumwiesen auflesen und dann zu Apfelsaft verarbeiten, ansonsten habe ich da null Ahnung. Da lese ich also einfach interessiert, was Sie schreiben.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bauer Willi will nicht diese PSM einsetzen, sondern kritisiert dass in anderen Ländern Mittel eingesetzt werden, die bei uns nicht erlaubt sind, dennoch werden Lebensmittel importiert, welche mit diesen Giften behandelt wurden. Wo bleibt ihr kritischer Blick auf die Gesundheit des Verbrauchers?

      Wie hätten sie es gerne und wie viel sind sie bereit zu bezahlen, ich meine Lebensmittel ohne einer Behandlung mit PSM?

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      • Naive sagt

        Genau das vermisse ich doch bei der Aussage von Bauer Willi: der Blick auf die Gesundheit des Anwenders, der Umwelt und des Verbrauchers. Natürlich bedeutet das auch eine Wettbewerbsverzerrung und das ist nicht in Ordnung. Was ich kritisiere: die Wettbewerbsverzerrung kommt an erster Stelle und dann kommt: nichts. Also doch nur noch Geld und Macht. Ich frage mich: will Willi diese PSM auch gerne wieder einsetzen, damit es gerecht ist? Sinnvoller wäre doch, dass die FAO die wieder verbietet oder?
        Und was ich bereit bin zu zahlen? Ich entsinne mich noch gut an die Aussage eines Landwirtes vor 40 Jahren: nach dem Krieg bekam er für einen Zenter (oder war es ein Doppelzentner) Weizen ein gutes Paar Schuhe. Das muss es nicht gerade sein, der Ertrag ist seither auch ein bisschen höher, aber die Richtung ist damit vorgegeben. Das ist das, was ich bereit sein muss zu zahlen und was not-wendig ist, meiner Ansicht nach. Mir ist klar, dass das einem Großteil der Bevölkerung nicht vermittelbar ist. Trotzdem ändert das nichts an meiner persönlichen Haltung. Die Kosten für Lebensmittel sind bei uns im Haushalt überdurchschnittlich hoch, (weiß ich, weil wir das einige Zeit aufgeschrieben haben) aber: da ist für meinen Anspruch noch immer Luft nach oben, muss ich leider zugeben.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wo lesen sie heraus, dass Bauer Willi die bei uns nicht zugelassenen Mittel einsetzen will, ich habe dies noch nie von ihm gelesen und ich bin fast vom Anfang in diesem Block. Es geht doch darum, dass das Ausland Lebensmittel liefern darf, das mit PSM behandelt wurde, das bei uns als gesundheitsschädlich eingestuft wird. deshalb dürften diese Lebensmittel nicht in deutschen Regalen liegen, soweit verständlich?
          Als ehemaliger Obst und Weinbauer kann ich folgendes sagen, ich habe noch Auszahlungsbelege von Trauben unserer Winzergenossenschaft, im Jahre 1971 waren die Auszahlungspreise höher, als heute, auch wenn heutzutage einige Arbeiten maschinell erledigt werden, aber die Handarbeit ist immer noch vorhanden, der Mindestlohn schlägt auch hier zu. Beim Obst ist es nicht wesentlich anders, doch in diesem Bereich ist bis jetzt die Preisentwicklung positiv.
          Was die Preisentwicklung betrifft, es ist nicht alles nachvollziehbar, aber eines sollte man nicht vergessen, Tante Emma haben wir vergessen und dafür andere GROß gemacht, das Echo sehen wir jetzt.

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          • Naive sagt

            Ja, das ist verständlich. Vielleicht hat Bauer Willi nur unglücklich formuliert, aber ich lese nirgendwo von ihm die Forderung: diese Mittel gehören weltweit verboten. Ich lese nur Wettbewerbsverzerrung! Und dann kann man meiner Meinung nach in drei Richtungen denken: diese Produkte aus dem Ausland gehören verboten, diese Mittel gehören verboten oder diese Mittel überall zulassen. Ersteres gestaltet sich für mein Verständnis ziemlich schwierig, woher weiß man denn, ob die bei uns verbotenen PSM dort tatsächlich eingesetzt werden, wie kann man jeden Bauern darauf hin kontrollieren? In Deutschland würde das vermutlich funktionieren, in vielen anderen Ländern eher nicht, und dann könnte ein Bauer, der sie nicht einsetzt, seine Produkte nicht mehr verkaufen, damit würden die falschen bestraft. Zweite Möglichkeit: überall verbieten, aber das lese ich nicht. Also bleibt noch Möglichkeit drei: die PSM hier auch wieder zulassen. Soweit verständlich?
            Und zum Obst und den Trauben: ich vermute mal, dass dies für fast alles gilt, was in der Landwirtschaft produziert wird, mir fällt gerade nicht viel ein, bei dem die Linie nach oben gegangen ist. Und warum sagen Sie mir das mit Tante Emma? Das sage ich nämlich auch. Vielleicht können wir persönlich besser miteinander reden, mein Vorschlag: im Spätherbst, ihre Frau, mein Mann und wir zwei, schade, dass es die “Alte Kass” in Neidlingen nicht mehr gibt, ich vermute mal, das wäre für Sie auch gut erreichbar gewesen, haben Sie einen anderen Vorschlag? Jetzt machen wir aber erst einmal zwei Wochen Urlaub, Getreide und Stroh sind in der Scheune.

            • Obstbäuerin sagt

              Deshalb habe ich bei meinem ersten Kommentar geschrieben: Schwierige Gemengelage. Es gibt PSM, die nur in Deutschland nicht zugelassen oder verboten aber nicht umweltschädlich oder giftig sind und es gibt die gleiche Sachlage für andere Länder außerhalb der EU. Dann gibt es strittige PSM, wie z.B. Glyphosat, das von Umweltorganisationen und den Grünen in Deutschland unbedingt verboten werden soll, obwohl es sehr gut untersucht und als unbedenklich eingestuft ist. Wirklich giftige und umweltschädliche PSM sind in der EU sowieso nicht zugelassen und das wird auch so bleiben. Produkte, die mit solchen PSM in anderen Ländern produziert werden, dürften aus gesundheitlichen und Umweltschutzgründen auch nicht eingeführt werden. Es gibt aber unschädliche PSM, die außerhalb Deutschlands für gute Ernten sorgen und deren Verbot hier zu hohen Verlusten führt und da wäre es sinnvoller diese auch wieder zuzulassen. Hier liegt eindeutig Wettbewerbsverzerrung vor.

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              • Naive sagt

                “Es gibt PSM, die nur in Deutschland nicht zugelassen oder verboten aber nicht umweltschädlich oder giftig sind” – hätten Sie mir da konkrete Beispiele bitte?

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Nochmals,
              Lebensmittel die mit PSM behandelt wurden, die bei uns verboten sind, dürften nicht importiert werden.
              Es gab mal eine grüne Ministerin, mit dem Namen Kühnast, die hat einer Erhöhung der Rückstandsmenge bei Erdbeeren in einem Fall um das 30 Fache, in einem anderen Fall um das 100 Fache erhöht, damit damals Spanien ihre Erdbeeren nach Deutschland verkaufen konnte. Beide Mittel durften in Deutschland nicht angewendet werden.
              Die Medien hat das nicht interessiert.

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              • Inga sagt

                Weil das für unsere Volkswirtschaft schädlich wäre!

                Ich dachte das Pflanzenschutzgesetz gilt in ganz Europa

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              • Naive sagt

                Ich habe nachgeschaut, und ich stimme Ihnen zu: geht gar nicht, dass Frau Künast das abgesegnet hat, da fehlen mir die Worte. Aber in einem haben Sie Unrecht: ein paar Leute hat es schon interessiert, die haben darüber geschrieben, Greenpeace zum Beispiel.

    • Manuela sagt

      Also mal ein Beispiel. Letztens haben wir diskutiert ob die hagelnetze im apfelanbau möglicherweise mikroplastik freisetzen – mit der Erkenntnis, dass wir es nicht wissen. Was wir wissen, ist, dass ich meinen Baumstreifen mit vielleicht 3x glyphosat freihalten kann (das schlussendlich in co2 zerfällt). Oder ich kann das auch mechanisch abmähen, alle 4-6 Wochen. Das geht mit plastikfäden wie beim Freischneider und das setzt jede Menge Plastik frei…

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      • Manuela sagt

        Übrigens, bei 3x glyphosat habe ich keinen blitzsauberen Streifen sondern lasse Platz für das aufkommen und aussamen konkurrenzschwacher kräuter – denn ich kann ja auch später was machen, wenn es eben doch zu viel wird.

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        • Naive sagt

          Kann ich nur sagen; finde ich beides sehr interessant. Bei Glyphosat bin ich trotzdem sehr skeptisch, weiß aber auch, dass das für Obstbauern eine ziemliche Katastrophe wäre, wenn es verboten würde. Ich wäre schon froh, wenn manche Bauern, die nichts mit Obstbau zu tun haben, ihren Glyphosatverbrauch reduzieren, ich hatte da leider ein unschönes Beispiel in direkter Nachbarschaft, denke aber, in letzter Zeit ist es auch da besser=weniger geworden.

  3. Sauerlandfarmer sagt

    Wie bekommen wir Minister Özdemir zum Reden?

    Ganz einfach, legitime Mittel über eine kleine oder große Anfrage an die Bundesregierung nutzen. Ich gehe davon aus, dass auch Politiker der Opposition im Bundestag diesen Block mitlesen. Daher werte Bundestagsabgeordnete, bitte haben Sie den Mut und starten eine große Anfrage und verlangen auch zu diesem Thema eine Debatte im Bundestag. Besinnen Sie sich auf Ihren Amtseid: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe. “

    Ein Agrar Minister der aus ideologischen Gründen eine EFSA Studie anzweifelt, den Einsatz von Glyphosat auf deutschen Äckern verbieten will und gleichzeitig wissentlich duldet, dass Pflanzenschutzmittel, die in Europa verboten sind, im Ausland eingesetzt werden dürfen und die damit erzeugten Lebensmittel hier frei verkäuflich sind, ja dieser Minister ist nicht mehr tragbar.

    Leider ist es in Deutschland nicht möglich ein Misstrauensvotum gegenüber Ministern auszusprechen. Daher bleibt nur der skizzierte Weg, Schimpfen, Fluchen und Aufregen hilft nicht weiter.

    Bleibt zu hoffen das Olaf Scholz am Ende der Prozesskette vor die Presse tritt mit den Worten: “Ich habe heute Vormittag mit dem Bundespräsidenten gesprochen, und ich habe ihm gemäß Artikel 64 des Grundgesetzes vorgeschlagen, Cem Özdemir von seinen Aufgaben als Bundeslandwirtschaftsminister zu entbinden, um so in diesem Amt einen personellen Neuanfang möglich zu machen.“

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  4. Thomas Bröcker sagt

    Einige Ergebnisse der Studie:
    Überschreitungen der RAK Werte traten in den meisten Fällen bei “Ereignisproben” auf.
    (Ereignis = mehr als 10 mm Regen pro Tag)

    Einflüsse auf Photosynthese-aktive Organismen und Fische traten so gut wie nicht auf. Das Risiko für diese Organismengruppen wird als sehr gering eingeschätzt.

    Wesentliche Wirkungen oder Einflußverstärkung aus Mischungen verschiedener Wirkstoffe konnten nicht festgestellt werden … in der Regel bezieht sich der Einfluß auf einen dominant vorkommenden Wirkstoff.

    Der Umgang mit den RAK – Werten (Relative akzeptable Konzentration) erfolgt m.E. ziemlich freihändig … so wird bei 2 vorkommenden Wirkstoffen der RAK Wert einfach halbiert … das ist ein angenommener Zusammenhang, der so nicht belegt wird.

    Randstreifen können den Ereignis bezogenen Eintrag auf ein vertretbares Risiko minimieren.

    Pyretroide (Ersatz für die Neonic´s) wirken im Wasser (theoretisch) stärker als Neonic´s.
    Die Nachweise von Pyrethroiden sind aber analytisch schwierig. Das könnte m.E. auch ein Grund dafür sein, daß die Pyretrine (natürliche Pyretroide aus Pflanzen) im Bio-Anbau auch nach Anwendung nicht nachgewiesen werden können aber wahrscheinlich den gleichen Einfluß haben.

    Insgesamt sehr interessante Untersuchungen … aber eigentlich kein Grund zur Panik.

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    • Schmeckt gut sagt

      Die Zusammenhänge sind eindeutig zu erkennen: Fast gleichzeitig mit den Forderungen des UBA nach 18m breiten Randstreifen, taucht diese Studie auf – in meinen Augen mit vordefiniertem Ergebnis/Ziel. “Randstreifen können den Eintrag erfolgreich ausreichend minimieren”, aber wir brauchen sehr viel mehr. Nicht 3 m sondern wir wollen 18m. Wie ein bockiges Kleinkind, das ja nicht absehen kann, dass dadurch wieder viele 100.000de ha aus der Produktion genommen werden.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Die Obstbauern im Alten Land haben bereits 2015 eine Sonderregelung erreicht (AltLandPflSchV), die damals als unbefristetes Gesetz verabschiedet wurde. Der Nabu hat wehement dagegen geschossen, weil ja dann der böse Spritzer ohne Kontrolle und Evaluation weitermachen kann….bei einer Parzellenbreite von 25m zwischen den Gräben wäre bei Durchsetzung der Abstandsforderung der Obstbau in einem der größten Obstanbaugebiete Europas tot gewesen….aber, seis drum, man könnte ja auch importieren.😎

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        • Thomas Bröcker sagt

          … und die Biodiversität ist im Obstbau des alten Landes extrem hoch. Auch in und eben wegen der Gräben und Teiche. Und das trotz eines Behandlungsindexes von 20.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Das Verfahren zum Nachweis ist verfügbar, wird aber (nach Angaben des UBA) nicht in der Breite zum Monitoring verwendet, da zu teuer und zu aufwändig ist. Diese Aussage stammt aus dem ausführlichen Bericht über die aktuelle Studie zu PSM-Einträgen in Landwirtschaftliche Kleingewässer (UFZ Leipzig unter Federführung von Prof. Dr. Mathias Liess)

  5. Wolf Lützen sagt

    Tja, die Bäche sind nun mal vergiftet. Und kein Landwirt hatte die Hand dabei. Wer war es denn dann?

    • Thomas Bröcker sagt

      Die Bäche sind eben nicht vergiftet. “Vergiftet” ist “NGO-Sprech” vom UBA, in bekannter Manier eingesetzt.
      Tatsache ist, dass mit den heutigen Methoden fast jedes Molekül gefunden wird. In den zu Grunde liegenden Untersuchungen des UFZ sind in 1 – 3 % der Proben die Grenzwerte, die nahe der Nachweisgrenze liegen, geringfügig überschritten. Das ist jenseits jeder realen Gefahr … und wie gesagt, in 97 % der Proben (die übrigens an den selben Messstellen mehrfach gezogen wurden) gab es keinerlei Überschreitung.
      Geringe Spuren landwirtschaftlicher PSM Anwendungen waren temporär um den Zeitpunkt der Anwendung manchmal in Fließgewässern zu finden.
      Das Gewässerschutzstreifenprogramm, dass ich sehr sinnvoll finde, verhindert das weitgehend.
      Dauerhafte Belastungen der Fließgewässer, mit zeitweise über 20 Wirkstoffen gleichzeitig, die zum Teil seit Jahrzehnten in der LW nicht mehr verwendet werden dürfen, kommen mit Siedlungsabwässern in die Bäche. Diese Rückstände sind (neben Medikamentenrückständen und Haushaltschemie unserer “täglichen Selbstvergiftung”) permanent vorhanden und kommen vor allem aus dem Gebäudeschutz (damit unsere neu gedämmten mit Plaste-verklebten Gebäude nicht noch schneller vergrünen und verschimmeln).

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      • Schmeckt gut sagt

        Sehr zutreffend und deutlich auf den Punkt gebracht. Danke Thomas. und Herr Lützen, sie liegen, wie so oft, mit ihrem Blick auf die moderne LW (in D) komplett daneben.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Schmeckt gut, die Reaktion von Herrn Lützen zeigt doch die Wirkung der Arbeit von NGOs, NABU und UBA etc. mit der Unterstützung effekthaschender medialer Berichterstattung.
          Man muss und kann sich auf der Ebene nicht faktenbasiert auseinandersetzen. Der “Illusion of the Truth-Effekt” greift vollumfänglich.
          Deshalb steht die konventionelle Landwirtschaft auch im Dauerfeuer und wird dort nicht rauskommen. Es ist diskursiv nicht lösbar, es muss eine Hungerkrise geben.

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          • Arnold Krämer sagt

            Eine Hungerkrise wird es in D nicht geben, aber eine auf absolute Knappheiten basierende Preiskrise, auf die die Verbraucher sehr empfindlich reagieren. Profiteure einer solchen Preiskrise werden dann aber auch Landwirte sein, die bis dahin “noch am Leben sind”. Und dann wird, wie das auch jetzt passiert, wieder den Landwirten die Schuld gegeben.

            Welche Verantwortung im Politischen liegt, können und wollen unsere Vielschreiber und Vielsender in den Mainstream-Medien nicht erkennen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Stimme Ihnen zu Herr Krämer….so lange der Konsumismus als Grundlage des Wohlstands dient, wird jedwede Teuerung im Bereich der Lebensmittel durch Importe billigerer Nahrung erfolgen müssen. Die parallele Erfüllung der Rettung des Klimas und der Artenvielfalt obliegt allein den verbleibenden nationalen Agrarunternehmungen jedweder Ausprägung. Also, muss man sich im System des “gaga” einrichten und wie uWW es immer betont sich den Alternativen zur Nahrungserzeugung zuwenden oder so wie der Jürgen die Agrarwende vollziehen:
              https://www.butenunbinnen.de/videos/vegan-bauer-fleisch-milchkuehe-verzicht-umwelt-100.html
              🙄

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              • Arnold Krämer sagt

                Wer erwirtschaftet demnächst das EU-Geld, die Spenden, die Pacht, um dem Außenseiter seinen Lebensabend zu finanzieren. Hartz4 (Bürgergeld) auf Umwegen. Alles ziemlich abgehoben und auf Dauer nicht finanzierbar.
                Das, was den “dummen” Städtern als Vorbild dargestellt wird, ist der Sargnagel für unsere Volkswirtschaft. Aber kein Wunder bei der ökonomischen Unbildung unseres Landes und seiner personellen Konzentration in den ÖR-Anstalten

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Unsere maroden Kanalsysteme haben SIE aber nicht auf dem Schirm!?

      Wenn Sie mit dem Finger auf uns Bauern zeigen, zeigen die restlichen vier wohin!?

      Übrigens, die Amalgamfüllung beim Zahnarzt kostet fast nix, Kunststoff hingegen ist sehr teuer. Bei leeren Haushaltskassen für viele Patienten letzteres unbezahlbar. – Woher rühren die Quecksilberbelastungen in unseren Fließgewässern her!? – Nur ein Beispiel von vielen…; kein Bauer fühlt seinen Mitmenschen auf den Zahn.

      Die Krankheitsmechanismen, die Menschen bzw. Pflanzen befallen, sind extrem ähnlich. Deshalb ist trotz modernster unterschiedlicher Analyseverfahren die Fehlerquote recht hoch. Die Wirkstoffe in der Human- und in der Phytomedizin unterscheiden sich allenfalls graduell. Ein chemischer Nachweis ist äußert komplex, das Paradebeispiel hierfür schlechthin das eine Stück Würfelzucker im Bodensee.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In den Bächen findet sich neben Medikamenten und PFAS, auch Hormonen der Antibabypille. Ob die viehaltenden Bauern den Kühen und Muttersauen die Pille verabreichen?😉

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      • Bergamasca sagt

        Sie haben vollkommen Recht. Dieses langfristige Risiko für Mensch und Tier ist noch nicht einmal abschätzbar. Nur darf man das als Landwirt nicht einmal laut denken, es wird sofort gegen einen verwendet.

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  6. Thomas Bröcker sagt

    Zur Einordnung des heutigen Pflanzenschutzes und des Gefährdungspotentials ein kurzer Exkurs in die Historie:
    Das Nachdenken über “Chemieeinsatz” kommt aus dem Wein- und Obstbau, die als Dauerkulturen nicht durch Fruchtfolgen geschützt werden können und deshalb optimale Bedingungen für auf diese Kulturen spezialisierte “Schadinsekten” und “Schadpilze” bieten.
    Der europäische Weinbau wurde im 19. Jhd. erst durch die Einschleppung der Reblaus und dann durch die Einführung der amerikanischen “reblausfesten” Unterlagen (Falscher Mehltau) in seiner Existenz gefährdet.
    Der Botaniker Piere Alexis Millardet (an der Einführung der “Reblausfesten Amerikaner” beteiligt) erfand 1885 das erste Funguzid, die sogenannte Bordeaux-Brühe. (Kupfersulfat + Kalk). Die Wirkung des Kupfers wird bis heute genutzt.
    Gegen Schadinsekten wurde zuerst Arsen eingesetzt.
    “Schweinfurter Grün” = Kupfer (2) arsenacetat , wurde 1868 in den USA als PSM patentiert.
    1890 wurden im Kartoffelanbau in den USA 2000 t gemischt mit Mineralöl eingesetzt.
    1893 wurde Kupfer durch Bleiarsenat ersetzt (weniger Phytotox und bessere Anhaftung).
    Bleiarsenat wurde in Deutschland gegen Wickler im Obst und Weinbau 1905 bis 1942 breit eingesetzt.
    Das Verbot kam 1942, nachdem 1.000 Winzer an der Mosel und 100 am Kaiserstuhl chronisch vergiftet waren.

    Auf der Suche nach Alternativen kam man auf das schon 1835 entdeckte Lindan.
    Es hatte eine gute Wirkung, eine geringe Anwendergefährdung und eine enorme Persistenz (was man damals als positiv betrachtete).
    Wegen seiner Persistenz wurde es 1984 in der BRD, 1989 in der DDR und 2009 weltweit verboten.

    Auf der Suche nach Alternativen wurde auch das DDT (Organo-Chlor-Verbindung) entwickelt Es hatte die damals erwünschte sehr lange Wirkdauer gegen viele Insekten. und wenig Anwendergefährdung. In Deutschland wurde es wegen seiner Persistenz und Omnipräsenz 1971 verboten (Ausnahme Borkenkäfer bis 1988). In Afrika ist es noch immer ein wichtiger Bestandteil der Malaria-Bekämpfung.

    Parallel wurden die Organo-Phasphate entwickelt, die den Nachteil hoher Warmblütertox, aber den Vorteil systemischer Wirkung (gegen versteckt sitzende Insekten) und geringer Persistenz hatten.
    Parathion: 1948 bis 2001 EU weit im Einsatz. Bekannt auch als “Schwiegermuttergift”, da es für Morde und Suizide verwendet wurde (erster Mord 1952)
    Dimethoat (Bi58): 1962 bis 2019 in der EU breit eingesetzt.

    Die Ära dieser Mittel ist beendet. Sie sind aber Teil einer historischen Entwicklung.
    Seit 1970 kam die verstärkte Kritik gegenüber dem Pflanzenschutz auf.
    Die Ansätze waren Umweltschädigungen (starke Auswirkung auf “Nichtziel-Organismen” und die Angst vor Rückständen in der Nahrung. Der Anwenderschutz spielte nie eine große Rolle in den Überlegungen.

    Der heute übliche Pflanzenschutz verzichtet weitgehend auf giftige Mittel und ist von schnellem Abbau der Mittel und sehr gezielter Wirkung geprägt.
    Die Auswirkungen auf die Bio-Diversität lassen aktuell keine Unterschiede zwischen IP-Obst- und Weinbau und sogenannter “ökologischer Bewirtschaftung” erkennen.

    Die Diskussion um den modernen Pflanzenschutz wird allein zur Marktabgrenzung des sogenannten “Bio-Anbaus” mit dem Ziel der Diffamierung der modernen Landwirtschaft
    geführt.

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    • Bauer Willi sagt

      Hochinteressant. Vieles davon wusste ich nicht. Gesund war das damals alles nicht…
      Dimethoat ist in vielen anderen Ländern noch zugelassen und wird eingesetzt. In meinem früheren Leben haben wir es einmal in argentinischen Bio-Möhren gefunden…

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    • Heinrich sagt

      Danke für den Historischen Exkurs.
      DDT war nicht nur im PSM im Einsatz.
      Die Amerikaner haben aus Furcht vor Ungeziefer DDT im großem Umfang, in der Westdeutschen Nachkriegsbevölkerung eingesetzt.
      Amerikanische Kriegsgefangene haben diese Anwendung mehrmals im Jahr genossen und überlebt (die russischen Gefangenen in Sibirien haben diese Fürsorge nicht genossen, sie hatten andere Überlebensprobleme).

      1
  7. firedragon sagt

    Mich stört der Frageaufbau, der sich hauptsächlich auf die dt. Finanzierung stützt.
    Wenn ich einen Grünen bei der “Ehre” packen wollen würde, würde ich ihm die Fragen nach Gesundheits- und Umweltschutz um die Ohren hauen.

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  8. Rudolf Weishaupt sagt

    Wichtiger Beitrag. So kommt Butter bei de Fisch! Quelle, mal wieder, die hier regelmäßig gescholtenen öffentlich-rechtlichen Medien.

  9. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Hier sind alle unglaubwürdig. Der Minister sowieso und erst recht das Magazin fakt. Wieder so eine Sendung mit geheim zugespielten Unterlagen wobei die Betroffenheit des ehemaligen FAO Mitarbeiter zu Beginn schon sehr gespielt wirkt. Ich sag es noch einmal: warum sagen unsere Verbände nichts dazu und suchen eher das einvernehmliche Gespräch?
    Obwohl: man will natürlich von der Energiewende profitieren, doch wo jetzt Kabel quasi entschädigungslos verlegt werden sollen springt man im Dreieck. Man bekommt von der grünen Ideologie halt immer das Komplettpaket und nicht nur die einem genehmen Teilbereiche.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      …mit wie vielen hochwertig edlen Teppichen sollte unser Bundeskanzleramt Ihrer Meinung nach denn ausgekleidet sein!?

      Wie viele Amigo- bzw. Verwandtschaftsaffärchen kann eine prosperierende freiheitliche Demokratie am Ende des Tages tatsächlich problemlos verdauen!?

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  10. Ludwig sagt

    Positiv ist erst einmal zu vermerken , daß der MDR als ÖRR so nachhakt und das noch im Fernsehen bringt. Tut sich da etwa was ? Merken die den Gedankenumschwung in der Bevölkerung ? — Das unser Minister keine Ahnung hat und lieber Ministerpräsident in BW wäre ist doch klar, aber selbst die Fragen des ÖRR abzulehnen läst weit blicken. Unsere regierenden Grünen haben doch leider das Fachwissen auf Kindergartenniveau und entsprechend reagieren sie auch . Sie merken jetzt alle in der Regierung , daß sie das Land an die Wand fahren und haben eine entsprechende Bunkermentalität entwickelt. Setzen abgesprochene Leute mit festgelegten Fragen in die Bürgerfragestunden und tun so als ob sie alles beantworten können um ihr Gesicht nicht zu verlieren. Im Ausland lacht man über diese Figuren und hier im Lande werden lfd. Lieder über deren Fähigkeiten verbreitet. Aber immer mehr Mitbürger merken das hier und wenden sich ab. Gerade hat unser Finanzminister 22 Mrd. Euro in der Ukraine zugesagt , während es hier im Lande an allen Ecken und Enden fehlt.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Versündigen wir uns nicht an unseren Kindergartenkindern – die haben nämlich ein Recht auf Bildung, sonst sieht es recht mager aus mit unseren Eliten von morgen…

      Viele wissensdurstige Kita-Schützlinge würden unseren Cem auf ihrem eigenen Bildungsniveau Stand heute ganz locker wegpacken. Ich staune und freue mich da immer wieder auf’s Neue. 🤩

      Welche Faktizitäten zum Staunen, geschweige denn zur Freude, liefert uns unser “Bauern”erzieher demgegenüber!?

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  11. Jörg sagt

    Ich habe ein Verständnisproblem. Vielleicht kann mir einer der Foristen ja helfen. Wieviele der in Europa angeblich verbotenen Pflanzenschutzmittel sind eigentlich nur nicht oder nicht mehr zugelassen. Wenn es um tropische oder subtropische Kulturen geht, würde sicher kein Produzent die Zulassung in Europa beantragen..Es könnte ja auch sein, dass eine Verlängerung der Zulassung keinen wirtschaftlichen Sinn mehr ergibt, da man bessere Lösungen hat oder die Anbauflächen zu klein geworden sind.
    Nicht zugelassen ist doch nicht gleich verboten, oder irre ich mich?
    Mit solchen Beiträgen wird bewusst Stimmung gegen den chemischen Pflanzenschutz gemacht.

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    • firedragon sagt

      “… Nicht zugelassen ist doch nicht gleich verboten, …”
      Richtig
      Zulassungverfahren kosten die Firmen viel Geld. Für jedes Land, in welches die Firmen verkaufen möchten, muss ein eigenes Verfahren durchlaufen werden. Der deutsche Markt ist unattraktiv.

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      • Bauer Willi sagt

        Auf der Liste, die in der Reportage zu sehen ist, meine ich Parathion gesehen zu haben. Dieser Wirkstoff wurde in Deutschland tatsächlich eingesetzt, ist aber seit langem verboten. Im Ausland offensichtlich nicht.

        Rückstände in importierten Lebensmitteln sind deshalb nicht ungewöhnlich.

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    • Manuela sagt

      Hallo Jörg,
      PSM müssen für eine Kultur und eine Indikation (“Zweck”, also z.b. gegen Blattläuse) zugelassen (oder genehmigt) sein. Somit ist eine Anwendung, z.B. in einer anderen Kultur im Prinzip verboten.
      Der Zulassung in einem Land mit konkreten Anwendungsbestimmungen geht die Listung des Wirkstoffs bei der EU voraus.
      Bsp: Ein Wirkstoff, der bestimmte Voraussetzungen hat (er darf z.B. nicht kanzerogen oder mutagen wirken), wird von der EU gelistet. Ein PSM, das diesen Wirkstoff enthält, muss jetzt die Zulassung durchlaufen. Dabei werden u.a. Aufwandmengen, Anwendungshäufigkeiten und Schutzmaßnahmen für Anwender, Gewässer usw ermittelt. Die Zulassung wird durch ein “reporting memberstate” betrieben, die dann auf die anderen Länder der gleichen Zone (D ist in einer Zone mit Ö, NL und Polen) übertragen werden kann.
      So kann es vorkommen, dass Wirkstoff XY in PSM ABC in der EU gelistet und in Frankreich zugelassen ist, in D aber nicht oder mit anderen Auflagen.
      Parallel gibt es Rückstandhöchstwerte für Lebensmittel, auch für Wirkstoffe, die in der EU weder zugelassen noch gelistet sind. Das bedeutet einerseits, dass auf importierten Produkten gewisse Mengen an Rückständen von hier nicht zugelassenen Wirkstoffen möglich sind. Andererseits bleiben Produkte zumindest verkehrsfähig auch bei “Fehlanwendungen” (das kann z.B. durch Abdrift in Randbereichen sein). Werden gesetzliche Rückstandshöchstwerte überschritten, wird die Ware vernichtet.
      Ich hoffe, das war nachvollziehbar erklärt (?) und nicht zu sehr/zu wenig detailliert.
      Und ja, Zulassungen sind wegen zahlreicher erforderlicher Studien sehr teuer, sodass in der Realität tatsächlich Lücken bei bestimmten Kulturen/Schaderregern bestehen.
      Also nicht nur bei der Avocado-Braunmilbe in D 😉
      Viele Grüße!

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      • Heinrich sagt

        Danke Manuela für diese verständliche Erklärung. Das Zulassungsverfahren ist das eine, aber die unterschiedlichen Anwendungsvorschriften bei gleichem Wirkstoff nur anderem Produktnamen erklärt das leider nicht.
        Das gilt leider auch bei gleichem Wirkstoff und Produktnamen, aber unterschiedlicher Wirkstoffkonzentration (z.B. Spektrum/plus)?

        • Manuela sagt

          Hallo Heinrich,
          Hm, das weiss ich auch nicht genau und muss ein bisschen spekulieren. Das Zulassungsverfahren muss für jedes einzelne Produkt durchlaufen werden, auch wenn er gleiche Wirkstoff drin ist.
          – Es könnte sein, dass andere Zulassungsstudien gefordert werden (durch zeitliche Verschiebung).
          – Manchmal reicht die Datenlage bei dem einen Produkt eine Kultur nicht aus. Also wenn “Kernobst” beantragt wird, die Daten aber in Quitte unvollständig sind, dann wird nach dem geringsten Risiko für alle entschieden. Dasselbe nur in “Apfel” mit ausreichender Datenlage hätte vielleicht andere Auflagen gebracht.
          – Es wird schlicht nicht in jeder Kultur beantragt.
          – Bei der gegenseitigen Übertragung von Zulassungen innerhalb der Zone kann es passieren, dass ein PSM in NL gegen Läuse zugelassen wurde und das gleiche in AT gegen Birnblattsauger. Die gelten dann (nach der Übertragung) in beiden Ländern. Vielleicht sind die Zulassungsvorgaben nicht in allen Ländern genau gleich(?).
          Aber wie gesagt, das weiss ich nicht im Detail und ist daher etwas spekulativ.

  12. Smarti sagt

    feizelmeier, danke für Ihr Mitleid. Also wenn der bei uns wirklich gewählt wird, dann…
    aber eigentlich kommt es nicht mehr darauf an. Hauptsache gesund ist mein neues altes Motto.

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  13. Obstbäuerin sagt

    Schwierige Gemengelage. Zum einen sind nur einige Pflanzenschutzmittel, die in Deutschland oder der EU verboten sind, wirklich bei sachgerechter Anwendung toxisch für Mensch und Umwelt, sondern aus politischen und ideologischen Gründen verboten oder einfach nicht mehr zugelassen. Oft lohnt sich das teure Zulassungsverfahren nicht, weil absehbar ist, dass die Mittel sowieso verboten werden oder der Absatz zu gering ist. Das wird in dem Beitrag vollkommen unter den Tisch fallengelassen. Hier geht es wieder um ein all umfassendes Verbot für Pflanzenschutzmittel. Damit das auch gut in den Köpfen der Bürger verankert bleibt, findet der Kampf abgestimmt auf verschiedenen Ebenen statt. Gestern frisch aus der EU Sahra Wiener https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/wiener-zu-pflanzenschutzverordnung-den-bauern-bleibt-am-ende-mehr-geld-13450174.html

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    • evo.... sagt

      Und dann wird immer dramatisiert. Ich erinnere mich, als es in der Hallertau mal den Hopfen verhagelt hat, wurde ein für den Hopfen nicht zugelassenes Fungizid gespritzt . Das wurde dann gleich zu einem verbotenen Gift.

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    • feizelmeier sagt

      Sarah Wiener hat nicht einmal einen Schulabschluss. Und diese erbärmliche Deutsch-Österreicherin, die kommerziell abgewirtschaftet hat, möchte heute den Bauern zeigen wie man gut wirtschaftet. Lest euch Sarah Wieners Lebenslauf in Wikipedia und ihr werdet aus dem Staunen nicht herauskommen.

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  14. Christian Bothe sagt

    Die Leute von Fakt trauen sich aber auch was! Einen Soziologen, der Fachminister der LW spielt, nach fachspezifischen Dingen der LW und NGW zu befragen…Das steht eben nicht in der grünen Bibel…

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  15. Arnold Krämer sagt

    Habe ich Verständnis für das Verhalten des Ministers? Nein, ich kann es aber verstehen. Er würde sich um Kopf und Kragen bei diesem Thema reden. Unser politisches Personal ist der Komplexität und Vielschichtigkeit des gesamten Regelwerks internationaler Verpflichtungen nicht gewachsen. C. Ö. hat offensichtlich mittlerweile gemerkt, dass er sich mit konkreteren Aussagen zu allen möglichen Themen der Agrarpolitik nur bloßstellen und seine Aussichten auf die Nachfolge von MP Kretschmann gefährden kann. Wer schweigt, kann auch keinen Shitstorm auslösen. Und bitte immer daran denken, es geht um Selbstoptimierung und für die Parteien, um die Möglichkeit an die Fleischtöpfe des Staates zu gelangen und zu verbleiben.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Ein Narzisst hat in erster Linie immer sehr viel Verständnis für sich selbst, lieber Herr Krämer.

      Cem Özdemir ist arrogant abgehoben dahingehend eloquent sehr selbstverliebt unterwegs…, in solchen Köpfen kommen die gemeinen Bauern verständlicherweise nicht vor, allenfalls höhnisch verspottet bisweilen.

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  16. Thorens sagt

    Es wurde hier ja schon öfter diskutiert, dass das Pflanzenschutzmittelthema für inländisch erzeugte Nahrungsmittel offenbar ein völlig anderes ist als für importierte Lebensmittel. Was beim Einsatz auf hiesigen Flächen reißerisch problematisiert wird, ist dem Anschein nach völlig unbedenklich, wenn die Produkte nur von weit genug herkommen. Diese unsere Politik unterstützt das sogar durch Zahlungen aus öffentlichen Mitteln.

    Kann es einen klareren Beleg geben für die Bigotterie dieser Landwirtschafts- und Ernährungspolitik? Geschieht dies aus purer Dummheit der Akteure oder deshalb, weil man den Bürger für einfältig genug hält, dieses Vorgehen nicht zu hinterfragen? Oder muss man gar eine bewusste Verbrauchertäuschnung annehmen? Doch mit welchem Ziel? Wie auch immer – solches sind die Blüten, aus denen eine AfD ihren Nektar zieht.

    Ihr schafft das.

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    • Georg Johann Brand sagt

      Das passt zur derzeitigen Strategie: Extensivierung durch Ökologisierung bei uns und gleichzeitig Intensivierung in Drittländern. Es wird die Verlagerung der Produktion in Drittländer weiter fördern. Deutschland schon jetzt 3 bis 4 Mio. Hektar, EU ca. das zehnfache. Dem Klima- und Biodiversitätsschutz wird damit ein “Bärendienst” erwiesen. Und die Verlagerungen werden sich vermutlich fortsetzen, mit jedem % mehr Fläche für den ÖKO-Anbau. Deutlich wird das an folgenden Zahlen: Flächenanteil ÖKO in D derzeit rd. 12%, Marktanteil Lebensmittel 7,x%, Marktanteil Natural 4-5%.

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  17. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Im eigentlichen müssen wir heute bereits zu einem katastrophalen Resümee politischer Handlungsunfähigkeiten seitens der Ampel erstarken.

    In erster Linie die grünen Machtfiguren können nämlich schlichtweg nix!!!

    Für mich förmlichst unfassbar, wie wenig Fachverstand in eben diesen Reihen überhaupt abrufbar ist, eine politische Katastrophe in Krisenzeiten wie diesen. Kratzt man vorsichtig an der Oberfläche, schaut‘s gleich darunter schon extrem mau aus. Wohin wird unser freies Wohlstandsdeutschland damit irrlichtern gesteuert. Ein mitleiderregendes „Kränkelchen“ innerhalb Europas, wo sicherlich nicht Wenige sich ein hämisches Grinsen heute kaum mehr verkneifen können. Das sehnlichst herbeigesehnte prosperierende Aufblühen rückt in immer weitere Ferne. Fatal!

    Unser als äußerst mediengeil bekannte Özdemir meidet aktuell bisweilen insbesondere „giftige“ Mikrophone, die ihm beim Nachbohren realiter extrem schmerzhaft auf den Zahn fühlen könnten. So u.a. erst dieser Tage bei FAKT ausgestrahlt. Der Fakt-Mitarbeiter wurde von seinen Bodygards hermetisch abgeriegelt, von diesem grünen Leuchtturm bewusst auf Distanz gehalten -selbstredend aus Organisationsgründen seinem straffen Zeitmanagement geschuldet, so die ablenkende Argumentation- während Özdemir am Stehpult direkt nebenan innerhalb dieser beeindruckenden Momentaufnahmen einer geradezu schon lächerlichen Szenerie SEIN Interview gab, mit seinem aufgesetzten schönsten arroganten Lächeln gewürzt á la gut vorbereitetem Sprechzettelchen.

    Vielleicht aber auch eine durchaus nachvollziehbare Prophylaxe gegen ein gezieltes Nachbohren nach seiner Ehefrau und deren beruflichen Tätigkeitsfeldern mit monetärer Erfolgsgarantie!? Die Multikultiehe, die sich hervorragend selbst zu vermarkten weiß…!? Eine investigative Recherche dahingehend unterbindet er selbstredend verständlicherweise systematisch so lange dies möglich ist. Der anatolische Schwabe weiß schließlich, was er medial einfach nicht publik machen sollte; und die Bundesregierung hält ihm da wohl systematisch stillschweigend die Stange… Die mediale Öffentlichkeit sollte/will allerdings transparent ehrlich informiert werden, wer, welchen Geldsegen innerhalb der grünen Filzokratie unter diesen gut vernetzten Seilschaften vereinnahmen darf, wo offensichtlich auch eine Annalena Baerbock mitmischt. – Mit Dr. Robert Habeck ging man da schließlich am Ende des Tages auch nicht so zimperlich um.

    Das Netzt macht sich dieser Tage darüber lustig, dass selbst ein Flugzeug mittlerweile sich stoisch weigert, Grüne zu transportieren. – Viele Kommentare in Tratsch und Klatsch unterwegs kolportieren: Ganz mein Humor…

    Annalena pudelnass! – Darf man Grün einfach nicht mehr ernst nehmen!?

    Mehr als verständlich also, dass die gemeinen Bauern eben aus dieser Richtung heute nur noch mit ganz brutal schmerzhaften Tritten in ihren Allerwertesten abgestraft werden. Unsere Arbeit ist wohl viel zu ehrlich, in erster Linie untersteht sie einer nachweislich sozialen Motivation, dass weltweit möglichst viele Münder davon satt werden können. Ich-Özdemir weiß genau damit offensichtlich in persona recht wenig anzufangen; und so agiert er auch missmutig in Richtung Bauernvolk gegenwärtig. Wen wundert es also noch, dass sich viele Landwirte heute berechtigt fragen:

    Muss ich mir das noch antun!?
    Warum sollte ich mir das antun wollen. – Cui bono!?

    Aufgemerkt, gerade in den Nachrichten im Özdemir-Radio:

    In Kanada brennen die Wälder, das Ausmaß in einer Echtzeitaufnahme für die meisten zwischenzeitlich unvorstellbar; die hiervon betroffenen, schon abgebrannten Waldflächen widerspiegeln analog die Größenordnung der Flächenländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

    Nein, das spielt aber alles überhaupt keine Rolle in einer medialen Kommunikation heute. Weltweit, gerade auch in Kanada, rieseln die Getreidekörner in rauen Mengen förmlichst vom Himmel. Es ist mithin mehr als genug für ALLE(!?) da…, so lässt man Außenstehende zumindest Glauben machen.

    Unsere Ernte wird damit automatisch mit dem Gütesiegel „WERTLOS“ geadelt. Eine Schande, eine grandiose Schande, zu der Özdemir und auch unsere Verbände das tun, was sie am besten können: LAUTES SCHWEIGEN IM WALDE allenthalben!!!

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  18. Ferkelhebamme sagt

    Stör mich nicht „ich bin gerade beim Schäferlauf“, oder befasse mich mit Freibädern, oder Brezeln, oder Hühnerwarnwesten, oder Cannabis, oder Süssigkeitenwerbung. DAS ist pressewirksam.
    Unser Kanzler (ja,wir haben einen) sitzt in der Trinkhalle, während sich die Ampelparteien gegenseitig zerfleischen.
    Wir leben in einer Satiresendung

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    • sonnenblume sagt

      Genau so ist es. Landwirtschaftspolitik wird nur noch vom BMUV und anderen Ämtern betrieben.

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  19. feizelmeier sagt

    Özdemir ist nicht nur die Inkompetenz in Person sondern auch noch unerträglich arrogant. Wie sich so ein Mensch so lange als Minister halten kann. Man kann doch nicht Erzeugnisse hereinlassen, die mit in Deutschland verbotenen Substanzen behandelt wurden.Er schadtet damit den Bauern und den Konsumenten direkt.

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    • Brötchen sagt

      Der Cem ist aalglatt, der will nur noch durchkommen, um den Kretsche zu beerben.

      Gerade deshalb hält der sich als Minister, der ist wie geschaffen dafür!
      Man hat ja gesehen, wie er geguckt hat, als der MDR Reporter nicht locker gelassen hat.
      Das wird ihm noch sehr schaden.

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      • Bergamasca sagt

        “… der will nur noch durchkommen, um den Kretsche zu beerben.”
        Der Eindruck drängt sich zunehmend auf. Was hätte er sonst auch öffentlichkeitswirksam in Stuttgarter Schwimmbädern zu suchen. Statt sich um sein Ressort zu kümmern. Es ist beschämend.

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        • Brötchen sagt

          Als Politiker muss man skrupellos sein und die guten sind das.
          Cem ist der Prototyp eines Politikers.
          Nun darf man nachdenken, wie man mit solchen Leuten umgeht.

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          • Thorens sagt

            “Als Politiker muss man skrupellos sein und die guten sind das.”

            Einspruch:
            Skrupellosigkeit kann doch nicht als Tugend gelten. Gute Politiker sind der Sache und der Gesellschaft verpflichtet. Karrieristen sind skrupellos, wenn es dem Erreichen der persönlichen Ziele oder denen der eigenen Partei dient.

            Gute Politiker sind leider rar geworden in einer Zeit, in der persönliche Karriere vor Gemeinwohl kommt.

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            • Brötchen sagt

              Thorens, sie müssen aber Kompromisse eingehen, an denen jeder etwas sensibler gestrickte “kaputt” geht.
              Das meine ich eher mit “skrupellos”..

              Ich würde sogar annehmen, das sogar viele Politiker denken, sie arbeiten für das Gemeinwohl.
              Der Ausspruch “ich liebe Euch doch alle” ist ja in die Geschichte eingegangen.

              Das ist ja das, was ich mit der Hybris der Bevölkerungsgruppen meine…..die sind da so “gut” und so selbstlose Menschen und wollen nur Dein Bestes, aber wehe, du willst das nicht, was sie wollen dann bist du der böse Dunkeldeutsche.

              Etwas vereinfacht ausgedrückt

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              • Thorens sagt

                …schon klar, Brötchen.
                Mich stört nur, wenn die Adjektive gut und skrupellos in einem Atemzug genannt werden.
                Grundsätzlich bin ich bei dir.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          Cem wird nicht Kretsches Nachfolger,denn so blöd sind die nicht im Ländle!

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          • Schafhalter sagt

            Doch sind sie!
            Wer sonst hat die Grünen bei der letzten Landtagswahl in BW gewählt?

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Der Sieg der Grünen war eine Persönlichkeitswahl, die Wiederwahl von Winfried Kretschmann.

              Sie wollen jetzt hoffentlich nicht behaupten, dass Cem Özdemir eben auch ein solches Persönlichkeitsformat vorzuweisen weiß!?…

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              • Schafhalter sagt

                Sie wollen jetzt hoffentlich nicht behaupten, dass ein Herr Kretschmann ein wählbares Persönlichkeitsformat hat!?

                Vielleicht eins wie ein Herr Ramelow?

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          • Thorens sagt

            Da bin ich mir nicht so sicher. Was, außer grüne Klientel mit den naiven Heilsversprechungen seiner Landwirtschafts- und Ernährungspolitik einzulullen, macht dieser Minister denn sonst noch? Angesichts seines offensichtlichen Karriereziels muss man den Eindruck bekommen, dass er sein derzeitiges Amt missbraucht auf Kosten der Gesellschaft, nur um dieses Ziel erreichen zu können. Ich hoffe sehr, dass sie im Ländle wirklich nicht so blöd sind.

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Veto aus dem Lande der Käpsele! – Nicht alle lassen sich dort derart irrlichtern ihre eigenen Hirnwindungen verkapseln,… nicht wahr, liebe Smarti!? 😉

                  Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber – Özdemir schneidet sich jetzt ins eigene Fleisch, indem er die Vierbeiner in unseren Ställen jetzt rigoros abschafft.

                  Das weiß er aber offensichtlich (noch) nicht…

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            • evo.... sagt

              Sollen die Schwaben und Badenser sich doch mit ihm “beglücken”. Dann ist er aus der Agrarpolitik raus. Es besteht ja ein klein bisserl Hoffnung, dass was Besseres nachkommt.

              Ein Spruch lautet doch:

              “Nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist!” Mir kommt der Cem körperlich immer als kleinere Portion vor.

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              • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                So hart kann doch niemand unsere Gelbfüssler in BaWü abstrafen wollen!?

                Auch Sie nicht, werter @evo, oder täusche ich mich da!?

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  20. Mark sagt

    Pestizide oder gar das noch schlimmere Glyphosat sind nur innerhalb Deutschlands ein Problem! In Drittstaaten muss der Einsatz forciert/gefördert werden, schließlich sind wir in Zukunft in zunehmendem Maße auf Nahrungsmittelimporte aus diesen Ländern angewiesen!

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    • Frikadellen piet 44 sagt

      guten morgen bei so einem Agrarminister ist es verdammt schwer für die deutsche Landwirtschaft ich bin gespannt was ihm als nächstes einfällt der wird noch mehr Verbote in Gang setzen vermute ich um seine eigenen Interessen besser zu vertreten die aber nicht die Interessen der Landwirte sind

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  21. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Hier würde jetzt eine von uns in Auftrag gegebene geballte private Presseerklärung helfen.
    Würde aber nen Haufen Geld kosten!

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    • Ferkelhebamme sagt

      Jetzt geht’s massiv dem Ackerbau an den Kragen.
      Eine Studie von 2018. Ist ja topaktuell. Vor allem nachdem Gewässerrandstreifen bereits Pflicht geworden sind. Das UBA leistet gerade Vorarbeit, der Nabu wird jetzt draufsatteln. Ich warte schon die ganze Zeit , nachdem der Nabu die Pflanzenschutzdokumentation abgefragt hat. Eine von langer Hand geplante Kampagne, so absehbar, aber alle warten bis es zu spät ist, vor allem auch der Bauernverband, der Kenntnis davon hat, statt proaktiv zu handeln.
      Wir haben Drainagewasser testen lassen: sauber!
      18 m Gewässerrandstreifen, 4% pauschale Stillegung, Blühstreifen, Enteignung für Solarparks und Stromtrassen, nicht geschafftes Versiegelungsziel durch Bebauung, Tierhaltung fast geschafft. Bin gespannt, was Deutschland demnächst auf dem Teller haben will.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Demnächst greift das neue Regelwerk DWA a102 der Deutschen Gesellschaft für Wasser, Abwasser e.V. für die Beseitigung von Niederschlagswasser. Dann muss jeder, der Regenwasser in Oberflächengewässer einleitet nachweisen, dass die eingeleiteten Wässer unschädlich sind….landw. Hofwässer gelten übrigens als Abwasser und bedürfen einer Vorbehandlung.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Tja, war ja schon immer so, dass der Bote der schlechten Nachrichten geköpft wurde…..insofern. Bleibe im Lande und wehre dich täglich….war einst das Motto der Jugend.☝️🍺

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    • Thomas Bröcker sagt

      Die ganze Studie mit allen Zahlen ist nicht uninteressant, vor allem wenn man in die Ausgangsdaten schaut. Insgesamt werden die “Grenzwerte” in ca. 1 – 2.8 % der Proben (um 500 Schöpfproben) überschritten. Die RAK Werte (Regulatorisch akzeptable Konzentration)
      sind in der Nähe der Schutzwerte für Grundwasser von 0,1 µg/l (das war vor 10 Jahren die Nachweisgrenze) angesiedelt. Mit einem tatsächlichen Risiko haben die nichts zu tun. Vieles ist in Modellrechnungen hochgerechnet. Der Ausganspunkt ist, “dass es in der Natur Arten geben könnte, die empfindlicher als die untersuchten Arten reagieren”.
      Bei Gewässern wird mit Wasserflöhen und neuerdings, wegen der höheren Empfindlichkeit, mit Eintagsfliegenlarven gearbeitet. Das sind schon so ziemlich die empfindlichsten Arten.

      Im Grundsatz ist nichts gegen Wasserschutz zu sagen. Nur wird alles, was wir anwenden irgendwo und irgendwie nachweisbar sein. Unterhalb von Siedlungswassereinläufen sind die Konzentrationen von PSM ungleich höher als in landwirtschaftlich beeinflussten Gewässern.

      Insgesamt ist es das übliche Verfahren des UBA , in den Pressemitteilungen an sich wichtige Daten zur Panikmache zu verwandeln, die die Datenlage gar nicht hergibt.
      Hier handelt das UBA wie eine NGO und nicht wie eine zur objektiven Bewertung von Daten angehaltene Staatliche Einrichtung (die es aber eigentlich ist).

      Zudem ist der Leiter der Studie Dr. Matthias Liess ein ausgesprochener Feind der modernen Landwirtschaft. Von ihm stammt die Aussage aus einem früheren Interview: “Einfach alle Pflanzenschutzmittel verbieten, und sie werden sehen, was das auf einmal für einen Innovationsschub bei alternativen Methoden auslösen wird”.

      Die sind fürs Wasser zuständig … wieviel es zu fressen gibt ist denen wurscht … “ich habe die Gesetze nicht gemacht … ich mache nur meine Arbeit” …. DIE Grundkrankheit der spezialisierten Wissenschaft und der Kontrolleursbürokratie.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Schön aufgedröselt Thomas!
        Übrig bleibt dennoch die Schlagzeile und das Problem, dass jedwede Relativierung als ein Versuch des “sich aus der Verantwortung stehlen wollen” erscheint.
        Es ist wieder ein Punkt gesetzt, dem man wiederum argumentativ hinterher läuft.
        Alles wie immer…..

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