Bauer Willi
Kommentare 9

Das Dialog-Experiment

Für die, die hier neu sind: Die rund 500 Kommentare allein auf www.bauerwilli.com  zu dem Brief „Lieber Verbraucher“ brachten zum Vorschein, dass viele von euch die Inhalte dieses Briefes sehr berührt hat. Wir hatten deshalb zu einem „Dialog satt“ mit den ursprünglichen Herstellern der Lebensmittel aufgerufen. Am Valentinstag.

Das Ergebnis: kein Selfie, kaum Kommentare (klar, Biobauer Andreas  war  wieder dabei) und die Supermärkte voll wie immer. Ich war selbst in 5 Hofläden in der Umgebung. Auch da, business as usual. Nur in einem Laden hatte man von der Aktion gehört.

Fazit: der Test, ob die hunderte von Schreibern auch zum Handeln zu bewegen sind, war erfolgreich. Sie sind es nicht. Zwischen reden und handeln klafft eine riesige Kluft. Und wie sagt es Andreas sehr richtig: „ein „gefällt mir“ zu klicken ist halt einfacher, als sich persönlich auf die Suche nach guten Lebensmitteln zu machen“.

Mein persönliches Fazit: Mund abputzen und weitermachen!

(Aufrufe 1.623 gesamt, 1 heute)

9 Kommentare

  1. Peter sagt

    Wirklich schade, dass bei der Aktion so wenig rum gekommen ist. Ich persönliche kannte diese Seite zu dem Zeitpunkt noch nicht und hatte demnach auch keine Ahnung von der Aktion. Hätte ich es gewusst, hätte ich bestimmt ein Selfie (was ich eigentlich nie mache) zumindest mit dem Metzger meines Vertrauens gemacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Jens da nicht abgeneigt gewesen wäre.

    Nein ernsthaft, ich kenne meinen Metzger wie auch meinen Bäcker ziemlich gut und kann auch im allgemeinen ziemlich genau nachvollziehen, was bei mir im Teller landet.

    Genau das wird auch ein großes Problem bei der Umsetzung des Experimentes gewesen sein.
    Eine Webseite ist ein passives Medium. Ich muss sie aufrufen und selbst lesen. Das mache ich aber nur, wenn es mich interessiert. Da kommt die Filterblase zum Einsatz, die jeder im Kopf mit sich rumträgt.

    Es zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kommentare in sämtlichen Teilbereichen dieser Webseite:
    Es gibt die, die dafür sind und es gibt die, die dagegen sind. Diese beiden Bereiche haben ihre Meinung aber schon ziemlich gefestigt. Was fehlt sind die, denen das Thema im Moment komplett egal ist. Das ist die große Masse und die ist echt schwer zu erreichen.
    Viele von denen, die den Wutbrief kommentiert haben, gehören zu dieser Masse. Man liest zufällig was darüber, fühlt sich auf den Schlips getreten, gibt seinen Senf dazu ab hakt das Thema ab. Dabei geht es nicht um das Thema an sich, sondern um eine Reaktion auf einen gefühlten persönlichen Angriff.

    Ihr macht das bisher wirklich gut. Ich werde auf jeden Fall Euere Kunde weitertragen und auch für diese Seite Werbung machen. Ich hoffe das machen viele der hier interessierten. Aber ohne einen Sprung in die Mainstream-Medien wird die Reichweite wohl leider zu begrenzt bleiben.

    Gruß
    Peter

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Peter,
      es gibt noch viel zu tun.
      Darum machen wir ja weiter.
      Tipp: Trage Dich in den Newsletter ein. Und Du wirst hier nichts verpassen.
      Und Werbung machen für unser Projekt ist auch nicht schlecht.

      Herzliche Grüße aus dem Allgäu
      Alois

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  2. Theo Wilmsen sagt

    Ein Bauer,der seine Tiere schlecht hält,kann keine guten ergebnisse erzielen und
    somit auch kein Geld verdienen.Bei den kleinen preisen ist das einfach nicht möglich.
    Gruß,Bauer thei.

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  3. Ulrich sagt

    Ich kauf im Supermarkt nur noch das, was ich auf dem Markt nicht bekomme. Und Fertiggerichte sind in unserem Haushalt eine Ausnahme für Notfälle. Und auch auf dem Markt kaufe ich lieber regionale Produkte und aus eigener Ernte. Das alles tu ich aus Überzeugung und weil es einfach besser schmeckt. Das muss reichen.

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  4. Lieber Bauer Willi,
    Gratulation zu eurer/deiner Initiative!
    Ihr habt einen guten Zugang zu Verbrauchern gefunden.
    Etwas, was unsere Arbeitsgemeinschaft Zivilcourage für Agro-Gentechnik-freie Regionen, -für eine bäuerliche Landwirtschaft und gegen Agrarfabriken auch schon lange anstrebt, aber mit den bisher teilweise (Verbraucheraufklärung) sehr überschaubaren Erfolgen hadert.

    Doch es scheint sich hier etwas zu bewegen, „man“ spricht / diskutiert miteinander, und merkt, wenn man offen ist, dass die Ziele gar nicht so verschieden sind.

    Ein Beispiel für eine unserer Ansicht nach beispielhaften Diskussion ist die Sendung „Bauer sucht Zukunft“ – Wer macht uns morgen satt?
    Link
    http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westart/westart_talk/videowestarttalkbauersuchtzukunftwermachtunsmorgennochsatt100.html
    Wär das nicht was für Euer Archiv?

    Ist übrigens kein Thema bei TopAgrar….

    Neben der Information von Verbrauchern wäre es nach unserer Meinung auch notwendig, ehrlich die Ursachen und Verursacher der Entwicklung in der Landwirschaft zur heutigen Situation zu betrachten und fern von Grabenkämpfen gemeinsam neue Wege zu gehen.

    Machen wir weiter…

    Heiner Schwab

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Heiner,
      Einiges von dem, was du ansprichst habe ich auch in „Lieber Verbraucher – was ich verstanden habe“ (siehe rechts oben unter aktuelle Beiträge) beschrieben. Die Sendung habe ich gesehen, die zwei wirklich echten Landwirte hatten es sehr schwer. Die Realität will keiner wahrhaben. Das haben wir auch bei unserem Dialog-Experiment gesehen. Reden ist einfacher als handeln.
      Bauer Willi

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  5. Lieber Bauer Willi,
    „Mund abputzen und weitermachen“ klingt nach einer sehr guten Devise! Ich finde es beeindruckend, wie viele Menschen sich durch deine Texte angesprochen fühlten und zustimmen – auch wenn sie noch nicht danach handeln. Aber das ist der nächste Schritt, der kommen wird. Zumindest ist es jetzt vielen schon einmal bewusst geworden, dass sie anders einkaufen müssten, wenn sie die regionale Landwirtschaft stärken wollen und selbst auch etwas dafür tun können. Das ist ein Anfang! Viele Grüße Andrea Bahrenberg

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  6. Ich hab mich nicht gewundert. Ich steh jeden Tag in meinem Laden und red mir mein Maul frantzig. Speziell wenn wieder Abfallskandale. Ja Abfall. Keine Lebensmittelskandale, durch die Medien geistern. Stehen wir vorne an der Front und beruhigen das Gewissen von Leuten die wir noch nie gesehen haben um Ihnen die Angst vor UNSEREN Produkten zu nehmen. Erhalten von jedem einzelnen das Versprechen das wir uns jetzt öfter sehen und das wars dann. Aus den Augen aus dem Sinn. Aber das ist normal. Man ärgert sich über die Jahre weniger. Ich findees trotzdem WiRichtig was wir machen. Als seriöser kleiner Lebensmittel Produzent, Bauer… Und an der zwar kurzen aber heftigen Resonanz auf den Wutbrief eines “kleinen Mannes“ ist zu sehen das man doch was anstoßen kann. Wenn nur eine Hand voll der Verbraucher, in Zukunft einmal mehr handelt als redet haben wir schon was erreicht.
    Willi mach weiter und bleib wie du bist.
    Es bleibt dir ja sowieso nix anderes übrig.

    Jörg K.
    (Metzgermeister, Koch, Jäger, Fischer, Mensch)

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