Bauer Willi
Kommentare 167

„Wir haben es satt“

Es ist fast schon ein Ritual: Am 19. Januar 2019 wird zum 9ten Mal die Demonstration „Wir haben es satt“ durch Berlins Straßen ziehen. Zusammengefasst sind es folgende Forderungen, die aufgestellt werden:

Weltweites Höfesterben stoppen +++ Für gesundes Essen für alle +++ Für Klimaschutz und Artenvielfalt +++ Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum +++ Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel +++ Für eine Digitalisierung ohne Konzerne und Datenklau +++ Für eine Landwirtschaft ohne Ackergifte +++ Für Entwicklungszusammenarbeit mit ökologischen Grundsätzen +++ Für eine sozialgerechte bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform (GAP) +++ Nein zur neuen Gentechnik wie Crispr und Gene Drives +++ Für ein solidarisches Europa – Geflüchtete willkommen +++

https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/aufruf/

Im Wesentlichen sind es die gleichen Überschriften wie in den Vorjahren. Auch die Redner werden wohl die gleichen sein wie all die Jahre zuvor. Es sind die, die auch dem Trägerkreis angehören. https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis/

Die Demo erinnert irgendwie an das Böllerschießen zu Neujahr. Das hat sich so eingebürgert, kaum einer weiß wie es dazu gekommen ist, es ist eigentlich ein überholter Brauch, ein sinnentleertes Ritual, degeneriert zum Selbstzweck oder zum Geschäft mit der (Eigen-)Vermarktung. Es ist nur laut, kostet einen Haufen Geld – aber viele machen mit, weil sie es immer gemacht haben. Ein Ritual eben. Man war dabei und hat seinem Unmut mal wieder richtig Luft gemacht. Und seinen Beitrag zur Weltrettung geleistet. Meint man.

Immerhin einen Versuch wert

Im Januar 2018 hatte man mich als Redner eingeladen, was ich gerne angenommen habe. Das war ein Novum bei dieser Demo und so wurde ich auch als „konventioneller Landwirt“ angekündigt. Ich habe am Brandenburger Tor darum gebeten, „mehr miteinander zu denken und dabei öfter auch einmal aneinander zu denken“. Still wurde es bei den Worten: „Je lauter ihr schreit und je schneller und intensiver ihr neue Forderungen stellt, umso schneller werden die bäuerlichen Familienbetriebe verschwunden sein, die ihr euch doch so wünscht.“ Weil gerade die kleinen Familien-Betriebe diese neuen Forderungen in dieser Geschwindigkeit nicht mehr erfüllen können.

https://www.youtube.com/watch?v=kqllx7PTEAM

Hat der Laute auch Recht?

Die eher ruhigen und leisen Töne scheinen jedoch in den kämpferischen Reden der Vertreter des Trägerkreises untergegangen zu sein. Übrigens hat Jochen Fritz, der bisher die Demo organisiert hat, inzwischen die Organisation an eine Greenpeace-Mitarbeiterin abgegeben. (Saskia Richartz, Deputy Director of Greenpeace European Unit).

Von einem „miteinander reden und aneinander denken“ ist seit der letzten Demo nichts Realität geworden. Man hat sich zwar freundlich für die Mitwirkung bedankt, aber das war es dann auch. So werden in diesem Jahr wieder NABU, BUND, Greenpeace, Campact, Attac und andere Organisationen mit ihren Mitgliedern und Anhängern allein den Ton angeben. Die AbL ist weiter dabei, der BDM hat sich dort zurückgezogen. Auch irgendwie ein Zeichen…

Einsatz für die Bauern?

Für mich als traditioneller Bauer ist diese Demo irgendwie befremdlich. Zwar wird in der Ankündigung davon gesprochen, dass alle Formen der Landwirtschaft vertreten sind, aber nach eigener Anschauung sind es ganz überwiegend Aktivisten der jeweiligen Organisationen, die sich eine bessere Welt wünschen. Die will ich auch, aber wird man die mit Protest, lauten Parolen, bunten Transparenten, kämpferischen Reden und Töpfe schlagen erreichen? Angebote zum Dialog findet man weder vor, während oder nach der Demonstration. Das war 2018 anders, da gab es anschließend eine Podiumsdiskussion „Bio oder Konventionell?“ in der Heinrich Böll-Stiftung. Wenig beachtet, aber immerhin. Der Wille zählt.

Laute Minderheit – schweigende Mehrheit

Die Tatsache, dass sich die Moderaten und Gesprächsbereiten zurückgezogen haben oder gar nicht mehr eingeladen werden, könnte bedeuten, dass es vielen (vielleicht sogar allen?) dieser Organisationen nie wirklich um ein Gespräch gegangen ist. Ergebnisse sind kontraproduktiv für den Unternehmenszweck. Kompromisse sind nie angedacht, sie sind weder Ziel noch Zweck.

Wie sagt es Dieter Nuhr in seinem Jahresrückblick 2018 deutlich: „Kompromisse sind das Wichtigste überhaupt. Weil wir nicht alleine sind auf der Welt. Und viele unserer Mitbürger sind Spacken, Irre und Trottel und da muss man Kompromisse machen. Den Zustand, Kompromisse auszuhalten, nennt man Zivilisation.“

Die andere Demo

Übrigens finden am 18. Januar 2019, also einen Tag vorher, Veranstaltungen vor dem Brandenburger Tor und in den Regionen statt mit der Überschrift „Dialog statt Protest“. https://dialogstattprotest.de/ oder auch hier: https://www.facebook.com/DialogstattProtest/. Die Veranstalter sind Bauern.

Man darf gespannt sein, wie es um die mediale Aufmerksamkeit in 2019 bestellt sein wird. In 2018 war es eine kurze Sequenz in den Abendnachrichten. Danach hat niemand mehr davon geredet. Und miteinander geredet auch nicht.

Und das Fazit?

So wird das nichts. Noch einmal Dieter Nuhr: Den Zustand, Kompromisse auszuhalten, nennt man Zivilisation.“ Damit beide Veranstaltungen unnötig werden, braucht es Begegnungen, ein Aufeinander zugehen, Gespräche mit dem Ziel von festen Vereinbarungen. Wer ist dazu bereit? Wer macht den ersten Schritt? Wie findet man Kompromisse, die dann auch eingehalten werden? Von beiden Seiten.

 Euer Bauer Willi

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167 Kommentare

  1. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    warst Du heute dabei bei der Aktion von „Wir machen Euch satt“ vor dem Brandenburger Tor mit einer überschaubaren und recht einsamen Schar von Aktivisten in roten Schutzanzügen vor einer Pflanzenschutzspritze?
    Wenn ja oder auch wenn nein – wie schätzt Du im Nachhinein diese Aktion ein?
    Und bist Du auch in diesem Jahr dabei bei der Demonstration „Wir haben es satt“?
    Wirst Du darüber berichten?
    Vielleicht sehen wir uns ja morgen – würde mich freuen.

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    • Obstbäuerin sagt

      Lieber Herr Niemann, vor gar nicht so langer Zeit mussten die Geldflüsse (Spenden, Erbschaften usw.) der NGOs, Stiftungen, Vereine usw. transparent gemacht werden. Da konnte man z.B. erfahren, dass wwf im Jahr 2009 eine Zuwendung von der Rockefeller Foundation in Höhe von 500.000 Dollar bekommen hat. Offenlegen ist nicht mehr angesagt. Wenn ich mir die Webseite und die Organisationsstruktur von Wir haben es satt ansehe, weiß ich, dass da viel Geld im Spiel ist. Das haben die Jungbauern von Wir machen euch satt leider nicht und deshalb ist es so wie es ist.

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  2. Bergbäuerin sagt

    Neue Wege sind möglich – in der klein strukturierten österreichischen Situation geht es gar nicht anders. Die KLandwirtschaftskammer setzt längst hier den Schwerpunkt: „Feinkostladen Österreich“
    https://meinhof-meinweg.at/at/hofer-biowagyu
    https://meinhof-meinweg.at/at/hans-bauer
    https://meinhof-meinweg.at/at/ludwig-birschitzky
    https://meinhof-meinweg.at/at/biohof-martina-schmit
    https://meinhof-meinweg.at/at/exkursionsbetriebe/biohof-tomic
    https://meinhof-meinweg.at/at/exkursionsbetriebe/kammerhof-familie-jaeger#
    https://meinhof-meinweg.at/at/exkursionsbetriebe/1.-biozitrusgarten-Oesterreichs-michael-ceron
    https://meinhof-meinweg.at/at/hoechbauer
    https://meinhof-meinweg.at/at/genusshof-theurer
    https://meinhof-meinweg.at/at/dreierhof
    https://meinhof-meinweg.at/at/duschlbauer
    https://meinhof-meinweg.at/at/gemuesefreude
    https://meinhof-meinweg.at/at/paul-palmetshofer-obergrafeneder
    https://meinhof-meinweg.at/at/ganslhof-hebesberger
    https://meinhof-meinweg.at/at/a-zwei-milch-reingruber
    https://meinhof-meinweg.at/at/schlader
    https://meinhof-meinweg.at/at/rinderzuchtgemeinschaft-leogang-gbr-mei-muich
    https://meinhof-meinweg.at/at/schiester
    https://meinhof-meinweg.at/at/kroepfls-lindenhof
    https://meinhof-meinweg.at/at/aroniahof-kober
    https://meinhof-meinweg.at/at/die-jungen-wilden-gemuesebauern
    https://meinhof-meinweg.at/at/kanzlerhof
    https://meinhof-meinweg.at/at/edelbrennerei-graf-
    https://meinhof-meinweg.at/at/moarhofhechtl
    https://meinhof-meinweg.at/at/kuehbreinhof
    https://meinhof-meinweg.at/at/urlmueller
    https://meinhof-meinweg.at/at/urlmueller
    https://meinhof-meinweg.at/at/bilgeri
    https://meinhof-meinweg.at/at/bilgeri
    https://meinhof-meinweg.at/at/hut-stiel-die-wiener-pilzkultur
    https://meinhof-meinweg.at/at/blUen-gmbh-fischzucht-gemuese

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  3. Obstbäuerin sagt

    Sollte es tatsächlich so sein, dass Tierschützer hier eigentlich Tiere schützen wollten, so ist das ein Beispiel für fehlgeleiteten Aktivismus. Im Glauben Gutes zu tun, wird die Lage noch verschlimmert, weil sie nicht nur kritiklos den Parolen hinterherlaufen, sondern aktiv in ein Geschehen eingreifen, von dem sie null Ahnung haben. Je aggressiver die Aufrufe gestaltet werden, um so schwieriger wird der Dialog. Siehe auch: https://www.agrarheute.com/politik/kommunikationsexperte-kritisiert-aggressive-agrarwende-kampagnen-550881

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In Frankreich werden immer wieder Metzgereien attackiert und zum Teil verwüstet. Die Graffitis lassen keinen Zweifel zu, dass die Vandalenakte radikalen Veganern zuzuschreiben sind. Sie bezeichnen sich als „Anti-Speziesisten“, das heißt als Kämpfer wider die Diskriminierung einzelner Tierarten (Spezien) durch die fleischverzehrenden Menschen.

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      • Inga sagt

        Ja,
        ohne die Flieschverzehrer wären viele Tierrassen gar nicht auf der Erde!

        Die sind ja so schlau,
        die behaupten sogar, dass ich einer Kuh noch nie ins Auge gesehen hätte und die wissen das auch viel besser als ich!

        Die habnemir keine Zeit gelassen zu sagen, dass ich auf dem baurnhof mit vielne Kälbchen und mit deren Müttern, Geschwistern, Vätern, Onkel und Tanten aufgewachsen bin.
        Das durfte ich nicht sagen, bzw behaupten

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    • bauerhans sagt

      das ist ja schon das zweite mal auf dem hof des wlv präsidenten.
      ich habe eine einfache batteriebetriebene alarmanlage auf dem dachboden,vorschrift nach QS.

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        • Stadtmensch sagt

          Naja, mann muss immer fragen: „Wem nützt es“. Wie die Sache mit dem Reichstagsbrand damals oder Gleiwitz oder fast alle post WKII „Kriegsgründe“ der Amis…

          …oder wir nehmen Mittelwerte in die faktenlose Beurteilung mit rein:

          „Mehr als 85 Prozent rechtsextremer Straftaten, insgesamt 904, wurden als Körperverletzung registriert. Im linksextremen Spektrum waren es demgegenüber rund 30 Prozent“

          https://www.schwaebische.de/ueberregional/politik_artikel,-%C3%BCberfall-oder-attentat-motiv-f%C3%BCr-angriff-auf-afd-abgeordneten-magnitz-bleibt-unklar-_arid,10990594.html

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wenn sie mir jetzt noch den Zusammenhang mit der Tat bei den Schweinen erklären könnten?

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            • Stadtmensch sagt

              Wieso sehen sie den Zusammenhang nicht? Ist ihnen „False Flag“ ein Begriff?
              Angenommen jemand möchte, dass missliebige Organisationen (bestimmte NGO und sonstiger Sand im Getriebe der Megamaschine) verschwinden oder ein für alle Mal diskreditiert werden. Was bietet sich besser an, als 900 Schweine für das Signal zu opfern, dass „*Schützer“ nix als lumpige Dilettanten sind und ihnen endlich die Gemeinnützigkeit entzogen wird?

              Wieso sind solche lebenserhaltenden Systeme, die bei Versagen innerhalb weniger Stunden zu einer Katastrophe führen, nicht doppelt und dreifach gesichert. Kappung der Stromversorgung löst Alarm as. Jede Baumarkt Alarmanlage kann das….

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Stadtmensch
              Sie können durchaus auch in deutscher Sprache schreiben, ich glaube nicht dass die Engländer ihre Begriffen in deutsch schreiben.

              Ich halte es absurd, dass ein Bauer 900 Schweine verrecken lässt, nur um NGOs zu Diskretisieren. Würde das ein Bauer tun, dann würde der unter die Geisteskranken fallen, die ich im meinem Posting erwähnt habe.

              Ich gehe mal davon aus, dass die Tiere versichert waren. Die Versicherung verlangt sicherlich Mindeststandarts was Alarmanlagen betrifft, hat der Betrieb diese nicht erfüllt, würde er 100.000 Verlust schreiben.

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            • Paulus sagt

              @Stadtmensch
              Ebenso kann eine Baumarkt Alarmanlage, genauso wie jede andere, allein aufgrund von Mängeln bei der Installation, mit einem möglicherweise brandauslösenden Defekt behaftet sein. Sobald die Hütte brennt ist die für den Alarmfall vorgesehene Redundanz von keiner Bedeutung mehr. Das wird dir selbst der ehem. Feuerwehrmann aus dem hohen Norden bestätigen.
              Was sollen die Bauern mit geschlossenen Ställen denn tun? Sprinkleranlagen wären vielleicht sinnvoll. Hoffe jetzt nicht dass ich Svenja Schulze oder Julia Klöckner noch auf dumme Gedanken bringe.
              Obwohl – „3.000 Schweine oder nicht flugfähige Puten elendig in den Fluten des Wassers und überquellender Gülle qualvoll zu Tode gekommen“ hört sich in den Medien ja gar nicht so schlecht an.

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            • Stadtmensch sagt

              @Ehemaliger Landwirt: „Sie können durchaus auch in deutscher Sprache schreiben“

              Hab ich mich groß aufgeregt, als sie ihre Postings ständig in Latein abgefasst hatten?

              @Ferkelhebamme: Zur Frage nach dem Warum gibts manchmal keine Antwort. Bei uns in der Region brannten in den letzten Jahren regelmäßig riesige Strohlager (keine Selbstentzündung). Und das in einer Situation, wo Stroh sowieso knapp ist.
              Als hierzulande die Autos aufkamen, gab es auch viele Gegner, die mit Steinen warfen, Reifentöter ausgelegt und Stahlseile gespannt hatten (s. Dirk v. Laak „Alles im Fluss“). Sie fanden die rücksichtslose Raserei und die vielen Unfälle, den Lärm und den Gestank nicht so gut.
              Jetzt haben wir halt die riesigen Ställe…
              Irgendwann haben sich alle dran gewöhnt und dann ist der Stress vorbei.

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            • Brötchen sagt

              Paulus die Brände in einem Schweinestall löscht du mit meiner Sprinkleranlagen, das sind meist elektrobrände, wo Kunststoff brennt.
              In die Güllewannen geht soviel Wasser rein, das bringt dir keine Wasserzufuhr. Zumal die meisten Betriebe einen Brunnen haben, weil Stadtwasser zu teuer ist. Wegen Kostengründen ist auch eine Sprinkleranlagen unerschwinglich.
              Wir haben eine Brandklappe und eine Mauer oben im Giebel und im Lüftungskanal und in den Gängen Brandschutz Türen. Die Tiere ersticken durch die Kunststoffbrände. Der Stall an sich enthält nicht soviel leicht brennbares Material. Jetzt ein rel. neu gebauter Stall.
              Bei altställen ist die Elektrik das Problem, weil die gammelt und ist nach 20 Jahren extrem korrodiert, alles was innerhalb des Stalles ist.

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            • Brötchen sagt

              Inga Feuerlöscher haben wir da, die sind auch regelmässig überprüft.
              ich habe da keine illusion im brandfall, hilft das nur beim einstehungsbrand.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Tatsache ist, dass Herr Magnitz von hinten angegriffen wurde. Er selbst hat nie behauptet, dass es Linke waren. Die Überwachungskameras zeigen auch, dass der Täter einen Gegenstand in der linken Hand hatte, ob er damit zugeschlagen hat, ist auf dem Video nicht zu erkennen.

            Habe jetzt keine Statistik von 2018 zur Verfügung, in der von 2017 werden Rechtsextreme 904 Körperverletzungen,
            Linksextreme 499 Körperverletzungen.

            Vor der Heiligsprechung der Linksextremen sollten sie das mal anschauen:
            https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4721/umfrage/vergleich-der-anzahl-von-rechten-und-linken-gewalttaten/

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Peta hat je keine andere Wahl, als diese Tat zu verurteilen. Es handelt sich um 900 Tierquälereien.

        Wenn es keine Tierschutzorganisation war, politisch bedingt macht es keinen Sinn, denn die Schweine gehörten dem Sohn Bundestagsabgeordneten Johannes Röring, einem jungen Landwirt, der seine Schweine gesetzmäßig hielt.

        Jungbauern werden sie wohl fragen, ob es in diesem Land noch sinnvoll ist. Landwirtschaft zu betreiben.

        Ich würde jedem empfehlen, bei einem Herrn Harz anzuklopfen, bei dieser „Arbeitsstelle“ hat man derzeit noch Unterstützer.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Dieser Kommentar enthält eine Vermutung des Kommentators. Die Polizei schließt auch einen technischen Defekt nicht aus. Es ist besser diese Ermittlungen abzuwarten, als vorschnell aus der Ferne Spekulative Feststellungen zu treffen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der Kommentar beinhaltet keine Vermutung, sondern gibt diese Fakten weiter:

        „Laut Polizei waren die unbekannten Täter in der Zeit zwischen Sonntagabend gegen 18.00 Uhr und Montagmorgen gegen 8.50 Uhr in den Technikraum des Betriebes eingedrungen und hatten die Stromversorgung unterbrochen. Damit wurde die Belüftung des Stalles ausgeschaltet, die für die Mastschweine lebensnotwendig ist“

        Von einem möglichen Technischen Defekt kann ich nichts lesen.

        Auch auf dem Pressebericht der zuständigen Polizei ist diesbezügliches nichts zu lesen.

        https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/24843/4165807

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          In dem Blaulichtreport steht deutlich: „Die Ermittlungen dauern an.“
          Also steht es letztlich noch nicht fest, ob es tatsächlich auch so war?
          Fest steht aber, dass in demselben Stall schon einmal über 900 Schweine auf dieselbe Art umgekommen sind. Damals war es technischer Defekt, der erst mit 4 Wochen Verspätung öffentlich gemacht wurde.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ermittlungen dauern immer an, so lange – wie in dem Fall – die Täter nicht ermittelt sind.

            Ich höre in Beiträgen immer unterschwellig heraus, dass man den Täter in der Familie sucht.
            Gerade weil vor 5 Jahren auch 900 Schweine verendet sind, halte ich solche Gedanken für Abstrus.

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      • Theo sagt

        @Alois
        Wenn es sich um einen „technischen Defekt“ handeln sollte, hat R. eine Straftat vorgetäuscht und dann hat sich die Nutztierhaltung in Deutschland erledigt. 🙁

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        • Ferkelhebamme sagt

          PETA springt auf diesen Zug schon auf: Aus der Pressemitteilung: „Die Umstände, die zu dem qualvollen Tod der Schweine geführt haben, müssen aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA. „Ganz sicher haben Tierschützer nichts mit dem Tod der Schweine zu tun, denn für sie hat das Wohlergehen der Tiere höchste Priorität. Da 2013 bereits mehr als 900 Schweine in dem Betrieb erstickten, muss zunächst untersucht werden, ob wirklich Dritte an diesem Vorfall beteiligt waren oder ob dies lediglich eine Schutzbehauptung ist, um von einem eigenen fahrlässigen Verhalten abzulenken.“

          PETA fordert sofortiges Tierhalteverbot für Röring-Familie““

          Außerdem werden Bilder aus 2016 gezeigt, wo es eigentlich eine gerichtliche Verfügung gibt, dass die nicht mehr verbreitet werden dürfen? Mit Link zum Runterladen.
          Und für die 1000,- Euro Belohnung kann man sich auch direkt dort anonym melden.
          Alarmanlagen melden auch Stromausfälle, dafür haben sie einen Extr-Akku! Es sei denn, sie rauchen durch Überspannung selbst ab oder werden vor Stromausfall sabotiert. Von Manipulation vor der Stromabschaltung wird berichtet, also jemand mit Ahnung. WARUM??
          Im Nachbarort wurden bei Minustemperaturen im Sauenstall die Heizungen abgedreht, an der Lüftung herumgedreht und die Türen sperrangelweit offen gelassen. Lebensgefahr für Neugeborene. Glücklicherweise von einem Mitarbeiter früh genug entdeckt. WARUM??

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Warum tut jemand das?

            Letztendlich sind die Tiere die Leidtragenden.

            Möglicherweise müsste der Betrieb die Sauenhaltung einstellen, weil die Versicherung nicht mehr versichert.
            Dies könnte das Motiv sein, keine Ferkelproduktion in Deutschland mehr. Dass die Ferkel dann aus dem Ausland kommen interessiert nicht.

            1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Man solle dem Eigentümer nicht unterstellen, dass er selbst die Manipulationen ausgeführt hat, ich glaube nicht, dass sie einen Ahnung davon haben, wie es sich als UNSCHULDIGER anfühlt, wenn einer Straftat verdächtigt wird.

          1+
  4. Paulus sagt

    War heute mal kurz der Seite der WHES, da wurde mir fast schwindelig.
    Von den Parolen irgendwelcher NGOs incl. gewisser kirchlicher Institutionen werde ich leider nicht satt und von einigen Unterstützern, die diese Demo ausschließlich in eigener Sache als Werbeplatform nutzen, möchte ich ausdrücklich nicht satt werden. Bei allen berechtigten oder auch unberechtigten Forderungen und frommen, teils infantilen Wünschen bleibt eines festzuhalten: Bund, Nabu, GP und Konsorten liefern weder Lebensmittel noch elektr. Strom oder sonst irgendwas. Außer Klagen, lächerlichem Topfschlagen und kollektivem Gemüseschnippeln kommt von denen leider nichts.
    Was die Lebensmittel betrifft nehme ich die teilnehmenden Mitglieder der AbL, bei aller Kritik, selbstverständlich aus.
    Ich plädiere allerdings dafür, dass die Teilnahme an diesem Karnevalsumzug nicht mit begünstigtem Agrardiesel stattfindet und ausschließlich Traktoren der neuesten Generation zum Einsatz kommen. Die NGOs mit alten Stinkern zu begleiten empfinde ich als unanständig, auch wenn sie es nicht merken. Den Marketingfritzen z.B. aus Harsewinkel und Marktoberdorf dürften dabei allerdings die Haare zu Berge stehen.

    5+
    • Inga sagt

      Ja, so reagieren die Menschen aus der Stadt, einem unnatürlichen Umfeld in unserer Ökologie.

      Woher sollen sie den Sinnzusammenhang zwischen Ökologie und Ernährung wissen?
      Die müssen doch nur glauben!
      Glauben, was schwarz auf weiß auf dem Papier steht!

      Deswegen diese Satire von Koymann!
      So sieht es aus.

      Und wenn man dann als angeblich „dummer“ Bauer was sagen will, dann kommen die mit ihrer frechen Stimme und wollen auch was wissen.
      Denn wenn sie davon keine Ahnung hätten, das wäre ja ungerecht. Oder?
      Und Ungerechtigkeit gibt es in unserer Demokratie nicht! ???

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      • Paulus sagt

        Liebe Inga,
        neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge soll es auch intelligentes Leben in den Städten geben. Bisher wurden nur Einzelfällen registriert aber die uniformierten Vorstände dörflicher Schützenvereine sind alarmiert und haben eine überörtliche Kommission ins Leben gerufen, die sich ausschließlich mit diesem Thema zu beschäftigen hat.
        Erste Ergebnisse sind nahezu erschütternd, rütteln am Weltbild der Auftraggeber und unterliegen insofern der strengen Geheimhaltung.
        Glücklicherweise gibt es, die Intelligenz betreffend eine Ausnahme, das betrifft die Stadt Berlin.

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        • Inga sagt

          Ja,
          denen muß man mal klarmachen, dass es weniger an echter Dummheit als mehr an Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit, deswegen diese widersprüchliche Einstellung der Stadtbevölkerung, die sich zu sehr von der Ökologie des Dorfes und ihrem Umfeld entfernt hat und deswegen keine Interesse mehr dafür hat!
          Deswegen können sie sich ja von den NGOs so beeinflussen lassen!
          Die Schützen sind ja oft selbst nur Städter, also welche mit anderen Berufen Paulus.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Mein lieber Paulus,
          es gibt grundsätzlich keine dummen Menschen, weder in der Stadt, noch auf dem Land, oder hat dir schon mal jemand gesagt, dass er Dumm auf die Welt kam? 😉

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  5. Sabine sagt

    Wenn wir bei dem Thema nur über LEH und über LW reden, betrachten wir zu wenig.
    Warum ist denn der Discounter so stark? Warum gibt es drei von denen an jeder Ecke in der Stadt? Wer genehmigt sowas wohl?
    Warum sind die kleinen Lebensmittelhandwerker gestorben? Vielleicht weil man z.B. keine Backstube mehr in einem Wohnviertel betreiben darf?
    Warum ist es möglich, dass es den Wurstfabriken so ins Brät regnen kann und sie ihr Gemisch aus Wasser und Separatorenfleisch immer noch Lyonner nennen dürfen?
    Oh, da gibt es ja diese Vorschriften. Tante Olga, die ihre selbstgemachte Marmelade und ihren Kuchen auf dem Kirchenbasar für den guten Zweck verkaufen will, gefährdet die Volksgesundheit. Unternehmer, die in ihren Fabriken aus Schlachtabfällen, Wasser und viel Chemie billige Wurst zaubern, sind stützen der Gesellschaft, selbst wenn sie genau die um Millionen Steuern betrügen.
    Super, oder?

    1+
    • Brötchen sagt

      Sabine! gehen sie mal zu ihrem lokalem Fleischer oder Bäcker und lassen Sie sich mal die einkaufslieferscheine zeigen.
      seperatorenfleisch, ob ich nun das Fleisch von Knochen mit dem Messer abkratze( mein Fleischer sagte….ist auch wieder eine bratwurst) oder das Maschinell geschieht?

      in der Bockwurst ist auch viel Wasser drin, sonst rechnet sich das nicht!

      war schon immer so. früher wurde viel viel mehr „abfall“ in die Wurst getan.

      ich habe mir gestern Hähnchenbrustfilets gebraten und geschmort…ablaufdatum war der 22.12.2018. waren nicht schmierig, rochen nicht mehr frisch. bis jetzt geht es mir gut.

      was das Geld verdienen betrifft….die wurstbuden, betreiben ein lukratives Geschäft, richtig verdient wird im leh und da ist der Schlüssel des Erfolges der Einkauf und die Logistik!!!!!
      weil heute niemand mehr hinter der Theke steht und drei scheiben wurst abschneidet!

      für die Logistik muss alles endverbraucherfertig verpackt und haltbar und gekennzeichnet sein!
      das schafft Tante Clara nicht.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Wenn wir bei dem Thema nur über LEH und über LW reden, betrachten wir zu wenig.
      Warum ist denn der Discounter so stark? Warum gibt es drei von denen an jeder Ecke in der Stadt? Wer genehmigt sowas wohl?“

      Wenn ein Discounter an die Türe des Rathauses klopft, wird alles mögliche unternommen, damit das Vorhaben schnellstmöglich umgesetzt werden kann, letztendlich geht es um die Versorgung der Bevölkerung. Selbstverständlich lässt sich der Bürgermeister beim ersten Spatenstich gerne ablichten.
      Längstens in einem Jahr, wenn die kleinen Händler, der Metzger und der Bäcker sein Geschäft schließt, kommt das große Wehklagen.

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      • Inga sagt

        Aber die guten Böden dienen auch der Ernährung und Versorgung der Bevölkerung.

        Da werden in so manchem Rathaus die Köpfe rauchen!

        Die fruchtbaren Böden müssen Vorrang haben bei wachsender Anzahl der Bevölkerung!.
        So ein Lager für einen Discounter kann man auch auf saure Wiesen stellen.
        Der Bauer hat Vorrang!
        Und das ist in dem Fall nicht unsozial!

        Und dem Rathaus muss es egal sein, welche Firma da ein Lager bauen will, wenn die Konkurrenz da schon eins hat, dann ist ja gut! Dann brauch nicht noch eines hin.

        Es kann doch nicht jeder machen was er will!

        Da muß man (die Stadtverordneten im Rathaus) schon Prioritäten setzen!

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ach Inga,
          im Prinzip gebe ich ihnen Recht, aber in unserer Zeit sieht man die Getreidefelder als minderwertig an, die feuchten Wiesen als ökologisch wertvoll.

          Deshalb wird der Bebauungsplan auf wertvollen Böden erstellt und die Ausgleichsfläche ebenso. Den Gemeindewald mit Kalk zu Düngen reicht neuerdings nicht mehr für einen Ausgleich. Solange die Regale der Discounter usw. mit ausländischen Lebensmittel gefüllt werden können, darf neben dem Aldi auch noch ein Penny hin.

          1+
          • Inga sagt

            1.) Ehemaliger Landwirt, duchst mich nicht zu Siezen!!!
            Mach ich mit dir auch nicht, oder magst du das nicht?

            2.)
            Wo sind da die vielen studierten Biologen und Agrarier, die da Ordnung schaffen könnten?

            Sie könnten doch den ökologischen Wert eines fruchtbaren Getreidefeldes mit beispielsweise 80 Bodenpunkten und viel Humus mit Kleintiergetümmel gegen eine gleichgroße saure und feuchte Wiese auch mit Bodenleben und mit sehr vielen ökologisch wertvollen Wildkräutern mit den dazugehörigen Kleintieren einschätzen, oder nicht?
            Wo sind die?
            Außerdem muß man noch mit kalkulieren, dass von dem Fruchtbaren Boden die selbe Menge Getreide mit viel weniger Energieeinsatz geholt werden kann als von der Sauren Wiese!
            Und in der feuchten Wiese fährt man mit den schweren Maschine viel u viel fest (unerwünschte Bodenverdichtung)

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „1.) Ehemaliger Landwirt, duchst mich nicht zu Siezen!!!
              Mach ich mit dir auch nicht, oder magst du das nicht?“

              Es ist sozusagen in mir drinne,
              dass ich hohe Persönlichkeiten grundsätzlich per SIE anspreche. 😉 🙂 🙂

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            • Inga sagt

              Ja Ehemaliger Landwirt,
              so bin ich auch erzogen worden, aber die Jung68iger an der Uni haben mich so verdorben,
              eine Frechheit!

              😉

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Eine 68iger geht auf einen Bauernhof?

              Es gibt nix was es nicht gibt. 😉

              Ho, Ho, Hồ Chí Minh, Svoboda, Dubcek. 😉

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  6. Berthold Lauer sagt

    Auch wenn Herr Niemann weiter unten eine vage Einordnung davon gegeben hat, was die Protagonisten und die Befürworter der WHES-Demos so unter „Agrarindustrie“ verstehen, vermeidet man meist eine klar definierte Festlegung. Das macht es einfacher, möglichst viele Sympatisanten hinter sich zu versammeln, da jeder sein Feindbild dann selber definieren kann. Selbst wenn ich die von Herrn Niemann genannten Gößenordnungen zugrunde lege, dann gehört meineserachtens auch dazu, um welchen Anteil an der lw. Betrieben in Deutschland es sich hier handelt. Mit diesen Demos diskreditiert man alle Betriebe, weil die unbedarften Zuschauer am Fernseher oder die Zeitungsleser und selbst die meisten Mitläufer der Demos diese Diffferenzierung nicht machen oder machen können.

    7+
  7. Ottmar Ilchmann sagt

    Liebe Mitdiskutierende, wir hatten doch exakt vor einem Jahr diese ganzen Themen schon einmal besprochen anlässlich von Willis Beitrag bei der letzen WHES-Demo. Es waren die selben Personen, die dieselben Fragen diskutiert haben. 415 Kommentare waren es damals! Es bringt jetzt nicht so viel, das alles zu wiederholen, jeder kann ja dort noch einmal nachlesen. Letztlich ist doch das Problem, dass viele eine vorgefasste Meinung haben und davon auch nicht abrücken wollen. Deshalb meine ich es ganz ernst, dass jeder sich die Demo ruhig einmal selbst anschauen sollte.

    2+
    • Arnold Krämer sagt

      Nein, Herr Ilchmann, ich war vor einem Jahr noch beruflich eingespannt und nicht dabei. Auch mancher Leser, das sind mehr als die Schreiber, ist neu dabei. Wie WHES jedes Jahr demonstriert, muss es auch gestattet sein, jedes Jahr wieder neu deren Fragwürdigkeit zu diskutieren. Und diesmal habe ich mich stark eingebracht und bin in der Sache weder von Ihnen noch von Herrn Niemann widerlegt worden.
      Und wenn sich nur Kleinigkeiten an den vorgefassten Meinungen ändern, hat sich der Aufwand schon gelohnt. Ich werde jedenfalls nicht dümmer durch diesen Blog. Sie wissen doch: Wachsen heißt Lernen. Und es gibt keine Grenzen des Lernens.

      5+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Herr Krämer, ich bin immer noch beruflich eingespannt und habe schlicht nicht die Zeit, auf alles einzugehen. Deshalb bitte mal ins Archiv schauen.

        1+
    • Obstbäuerin sagt

      Die Demo des letzten Jahres kann man sich im Video ansehen, Herr Ilchmann. Dazu kann ich nur sagen, abgesehen von den sich diametral widersprechenden Forderungen auf den Plakaten: ALLES SO SCHÖN BUNT HIER.
      Wichtiger sind jedoch die Forderungen unter denen sich die Demonstranten versammeln und die variieren von Jahr zu Jahr. Wenn man die sich die Frames, die sich in den Köpfen schon festgesetzt haben, mal genauer anschaut:

      Wir fordern: Schluss mit dem Gießkannen-Prinzip!
      Subventionen nur noch für umwelt- und klimaschonende Landwirtschaft!
      Öffentliche Gelder nur noch für artgerechte Tierhaltung!
      Mehr Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe, die gute Lebensmittel für uns alle erzeugen!

      dann kommt genau das heraus, was hier im Blog von vielen kritisiert wird, es geht nicht um DIE bäuerliche Landwirtschaft, zu der auch die konventionellen Betriebe gehören – es geht ausschließlich um Betriebe, die nach den Bio-Richtlinien arbeiten. Das heißt im Klartext, auf dieser Demo geht es um maximal 10 % der Landwirtschaft und da sind die konventionellen Weidetierhalter schon mit erfasst. Und genau deshalb habe ich auch keine Antwort von einem WIR HABEN ES SATT Befürworter auf meine Problemstellung bekommen. Das Höfesterben konventioneller kleinbäuerlicher Betriebe soll gar nicht verhindert werden, der Entzug der Fördermittel gepaart mit dem Verbot wichtiger Produktionsmittel wird das schon regeln – nur ist das vielen Demobefürwortern nicht klar.

      9+
    • Bergbäuerin sagt

      Es ginge darum zu sehen, dass der zornige Hartz IV – Empfänger, der hier demonstrierende GOOGLE-gelehrte naive Städter mit seinem sinnentleerten 60-Stunden-Job und der von Schließung bedrohte Rübenbauer hinter allem dasselbe Problem haben. Welcher Beitrag dieses Blogs hat denn die meisten nicht landwirtschaftlichen Mitdiskutanten bzw. Leser? Der Beitrag „Lieber Verbraucher“. Und wenn da Kollateralschäden entstanden sind durch ungenaues Zielen, dann muss man eben besser zielen. Demgegenüber ist doch die Diskussion darüber, ob Insekten jetzt wichtig sind wegen 5% oder 75% der Nahrung, Zeitverschwendung. Da schläft der Landwirtschaftsferne schnell aus Langweile ein bzw. solche Themen kann man aufgreifen, wenn es nichts Wichtigeres mehr gibt. Das Video über die Bepflanzung von Supermarkt-Arealen kommt da der Sache schon wesentlich näher!

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  8. Theo sagt

    Ottmar Illchmann hat hohe Honorarforderungen Bauer Willi angesprochen.
    Ich frage: Was wusste Westfleisch Willi von diesem Betrug der Bauern?
    https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/untreue-vorwurf-westfleisch-100.html

    Ich persönlich finde die Grüne Woche gut. Die Whes finde ich nicht relevant. Würde alles teurer werden, würde Gelbwesten die Demo Whes verdrängen. Einfach mal nach Frankreich schauen.

    Kritische Haltung ist immer gut wie Westfleisch zeigt und der LEH verkauft nicht zu billig sondern verdient Milliarden. Der deutsche Bauer ist tot!

    5+
  9. Eckehard Niemann sagt

    Auf der Plattform der Organisatoren von „Wir machen Euch satt“ finde ich keinerlei Forderung für Bauern: http://www.dialogstattprotest.de

    Kann ja u.a. daran liegen, dass sich die mit Raiffeisen und Schlachtereien/Molkereien verbandelte Bauernverbandsspitze längst von Erzeugerpreispolitik verabschiedet hat und im Interesse ihrer agrarindustriellen LPG-Nachfolge-Mitglieder auch weiterhin auf „Agrarfabriken statt Bauernhöfe“ setzt.
    Da gehe ich tatsächlich lieber bei der Demo „Wir haben es satt“ mit – auch wenn mir da bei vielen teilnehmenden Verbänden der Einsatz für Bauernhöfe und z.B. für faire Erzeugerpreise auch für konventionelle Bauernhöfe zu kurz kommt…

    2+
    • Sandra Harms sagt

      Herr niemann,
      es ist doch völlig egal, ob klein oder groß, bio oder konvi, bezahlt werden wir alle mies, das ist doch mal fakt. was definiv gegen eine teilname an der WHES steht wenn man konvi ist, das sich dort verbände und leute tummeln die genau das weghaben wollen, gegen eine teilname bei WHES als viehalter spricht das dort auch wider leute sind die das weg haben wollen… darum kann ich nicht nachvollziehen wie man sich mit solchen leuten gemein machen kann. thema glyphosat war letztes jahr großes thema dort, da frag ich mich, wie kann der vorstand der abl gegenüber seinen konventionellen mitgliedern eine teilname an der demo rechtvertigen…?
      Aktuell sind mehrer organisationen aus dem bereich tierschutz dabei, auch da wider, wie kann der abl vorstand das gegenüber seinen tierhaltenden mitgliedern rechtvertigen, schliesslich sinds doch grade diese verbände die gerade die kleinen vieh betriebe in große bedrängnis bringen, anfang der woche hies es noch 52% der sauen betriebe planen in den 10 jahren die aufgabe…. und da frag ich mich, wie kann das angehen, das man sich dann mit leuten zusammentut denen das kastenstandurteil zu milde, und die verlängerung der betäubungslosen ferkelkastration nich in den kram passen… es sind doch schlussendlich die gleichen leute die nachts auf den höfen umherschleichen und bilder machen…. bei allem respekt für ihre sache herr niemann, aber dort sind sogar sie fehl am platze

      13+
      • Eckehard Niemann sagt

        Liebe Frau Harms,
        ganz ehrlich: Danke für Ihren „Respekt für meine Sache“. In der Sache können und sollten wir auf dieser Grundlage ggf. weiterdiskutieren.

        2+
        • Sandra Harms sagt

          Werter herr niemann,
          in der sache gerne, da bin ich dabei.
          Angenommen, ich wäre mitglied in der abl, würde weiter meinen ackerbau betrieb mit ner hand voll mutterkühen bewirtschaften, u.a. mit 100% pflugloser betellung, in der ich auch glyphosat einsetze, und ich denke sie kennen das zusammenspiel von ölrettig und zuckerrüben vom eigenen betrieb, und wissen auch das ölrettig gerne mal weiterwächst im frühjahr. was hätten sie mir als mitglied im abl vorstand denn geantwortet, wenn ich sie angesprochen hätte warum der verband der meine interessen vertreten soll auf einer demo mitmischt wo es gegen meine interessen geht, insbesondere glyphosat. das würde mich ernsthaft mal interessieren wie man das gegenüber seinen mitgliedern rechtfertigt. herr ilchmann scheint darauf keine antwort zu haben. vielleicht sind sie ja gesprächiger.

          Zu den LPG nachvolge betrieben und dem handel mit ackerflächen, herr niemann, sie wissen doch so gut wie ich, das nach der wende plötzlich viele landbesitzer wurden, die absolut keinen bezug mehr zur landwirtschaft haben in den neuen bundesländern, machen wir uns doch mal nichts vor, wenn jemand aus der stadt plötzlich zu ackerland kommt, wird er den wohl erstmal verpachten, das geht dann solange gut, bis der jenige entweder zu wenig an pacht oder im falle einer mitgliedschaft in den genossenschaften zu wenig dividende bekommt, wenn dann noch großanschaffungen dazu kommen wie zb der kauf einer eigentumswohnung, ja dann ist doch logisch das der landbesitzer ohne bezug verkauft, genau das hat man am kapitamarkt vor jahren bemerkt und nutz das jetzt als geldanlage…. das ist eben markwirtschaft… man muss aber dazu sagen das die dorten landwirte nicht aufgepasst haben, denn regelungen wie es sie bei uns gibt, das nur aktive landwirte kaufen dürfen, scheint es in den neuen bundesländern nicht zu geben. aber deshalb die dort arbeitenden landwirte als buhmänner abzustempeln, das ist falsch. schliesslich können die nichts dafür das das ddr regime sich damals so entschlossen hat und die gesetze nun mal so sind wie sie sind. ich finde, es wäre der bessere weg, die kollegen mitzunehmen, im gespräch nach lösungen zu suchen wie familienbetrieb west mit genossenschafts betrieb ost nebeneinander und vor allem gut miteinander existieren können, denn das hauptproblem liegt ja nicht darin das einer kleiner und der andere größer ist, sondern es liegt am handel, das unsere top produkte nur so verrascht werden, und wenn wir nicht liefern zu preis x dann kommts halt aus dem ausland zu dem preis, das ist doch unser hauptproblem. Ich beobachte das seit 3 jahren ungefähr bei den kollegen die biologisch wirtschaften, da bahnt sich genau das gleiche an was wir konventionellen seit jahr und tag shon haben, neulich morgen auf welt24, werbung von aldi, was man für tolle bio produkte im regel hat… ich muss kein hellseher sein umzu wissen wo auch bei diesen kollegen die reise hingeht…

          2+
          • Marko sagt

            Zitat @Sandra Harms:
            … man muss aber dazu sagen das die dorten landwirte nicht aufgepasst haben, denn regelungen wie es sie bei uns gibt, das nur aktive landwirte kaufen dürfen, scheint es in den neuen bundesländern nicht zu geben.

            Frau Harms,
            sofern Sie vom Grundstücksverkehrsgesetz reden, dieses gilt auch bei UNS. 🙂
            Leider gibt es mehrere Möglichkeiten, dieses Gesetz zu umgehen.

            Hier mal eine der harmlosesten Variante:
            Die Bundesländer geben bezüglich der Richtlinien eine Freigrenze.
            Je nach Bundesland zwischen 0,15 bis 2 ha.
            Dies gilt pro Kaufvertrag.
            Wie gesagt, sind die Freigrenzen da recht unterschiedlich.
            Um mal beim Osten zu bleiben, Thüringen (0,25 ha) Sachsen (0,5 ha) machen es landwirtschaftlich nichtaktiven Investoren noch relativ schwer. Brandenburg, Meck-Pomm und Sachsen-Anhalt haben eine Freigrenze von 2 ha.
            Das ist schon eine Hausnummer.
            20 Flächenkäufe in einer Gemarkung unter Berücksichtigung der Freigrenze, einen Briefkasten in der besagten Gemarkung, und schon ist man aktiver Landwirt.
            Mit entsprechend Geld in der Tasche, Geduld und Willen würde das sogar bei EUCH klappen.
            Da könnt ihr aufpassen wie ihr wollt.
            Die Freigrenzen in den alten Bundesländern sind schließlich auch nicht ohne. 😉

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          • Eckehard Niemann sagt

            Liebe Frau Harms,
            ich habe schon vor mehr als einem Jahr meine Funktionen bei der AbL aufgegeben. In meiner damaligen Begründung heißt es unter anderem:

            Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten ganz vielen Bauern eine Stimme gegeben – gegenüber Agrar- und Ernährungsindustrie und auch gegenüber Raiffeisen- und Bauernverbands-Spitzen. Sie hat Bündnisse mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppen geschlossen und in betrieblicher Selbsthilfe Direktvermarktung und Biolandbau vorangebracht.

            Ich bin aber zunehmend besorgt darüber, dass sich die AbL in wichtigen Bereichen von einer bäuerlichen Interessenvertretung zu einem bloßen Teil der Natur- und Umweltschutz-Szene entwickelt. Ziemlich weit entfernt von den Bauern hat sich die AbL mittlerweile z.B. bei konventionellen Ackerbauern und auch bei Weidetierhaltern in der Frage der Regulierung von Wolfsbeständen. Im Bio-Bereich würde ich mir ebenfalls eine konsequentere Interessenvertretung von Bauern gegenüber bestimmten Entwicklungen wünschen – so zum Beispiel zur immer schwächeren Marktstellung der Biobauern innerhalb des Biosektors und zur Verdrängung von „Bauernhof-Bio“ durch immer mehr Agrarindustrie-„Bio“ oder EU-„Bio“ light.

            Die Gründe für diese Entwicklung sehe ich darin, dass die AbL sich in manchen Bereichen mittlerweile abhängig sieht von mächtigen Bündnis-Organisationen aus dem nichtlandwirtschaftlichen Bereich. Gesellschaftliche Bündnisse – wie bei der Demonstration „Wir haben es satt“ – sind für den gesellschaftlichen Einfluss von Bäuerinnen und Bauern sehr wichtig. Sie sind es aber auch nur dann, wenn sich diese Bündnisse auch wirklich für Bauern-Anliegen stark machen – und insbesondere auch für die der 90% konventionell wirtschaftenden, mittelständischen Bauernhöfe.

            Diese Unterstützung von Bündnis-Verbänden gibt es am ehesten noch im Milchbereich oder bei der Verhinderung von Gentechnik. In anderen Bereichen fehlt mir dies: Wenn z.B. gefordert wird, dass es künftig nur noch „EU-Zahlungen an Bauern gegen zusätzliche Umwelt-Leistungen“ geben dürfe, dann schadet dies den Bauern. Es reicht nicht, wenn man dann lediglich die erhöhten Kosten für solche Umwelt- und Tierwohl-Anforderungen erstattet bekäme – damit wäre ja keinerlei Einkommenswirkung verbunden.

            Die EU-Direktzahlungen der „ersten Säule“ dürfen nicht abgeschafft werden, sie müssen beibehalten werden – wenn auch mit Staffelungen und höheren Hektar-Prämien zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe und mit einer Kappungs-Obergrenze der betrieblichen Fördersummen gegenüber gesellschaftlich unerwünschten agrarindustriellen Großbetrieben (z.B. mit mehr als 500 Hektar). Denn dadurch lassen sich unerwünschte und gesellschaftsschädliche Struktur-Ergebnisse von rein marktwirtschaftlich-neoliberalen Prozessen politisch wirksam korrigieren. Sie können und müssen ein Korrektiv sein für die neoliberalen Markt-Verzerrungen, durch die agrarindustrielle Großbetriebe sonst weiter vordringen würden.

            Der Erhalt einer strukturellen Vielfalt von Bauernhöfen ist ein Wert an sich – als zu erhaltende sozioökonomische Grundlage lebendiger ländlicher Strukturen, einer vielfältigen Agrarstruktur und einer artgerechteren Tierhaltung. Zudem sind Direktzahlungen zu einem Gutteil ein Ausgleich für die höheren gesetzlichen EU-Standards gegenüber Drittländern ohne solche Standards.

            Mein Anliegen bleibt: Die AbL muss zu ihren Wurzeln als Vertretung bäuerlicher Interessen gegenüber ökonomischen „Marktpartnern“ und zugleich innerhalb gesellschaftlicher Bündnisse zurückkehren. Darüber ist jetzt eine offene und transparente Debatte angesagt.

            6+
            • Sandra Harms sagt

              Her Niemann, mir ist bekannt das sie vor über einem jahr für sich die reisleine gezogen haben. leider bleiben auch sie mir eine antwort schuldig, wie man als vorstand (damit meine ich nicht sie persönlich) seinen mitgleidern gegeübertreten kann wenn man gleichzeitig mit denen gemeinsame sache macht die die eigenen mitglieder durch immer mehr forderungen,immer häufiger werdenden fake news, usw an die wand drücken.

              Herr niemann, ich frage mich, fällt dieses verhalten den mitgliedern nicht auf, bin ich die einzigste aussenstehende die sagt, noment mal, da agiert eine interessensvertretung gegen ihrer mitglieder…. also mir kommt das alles spanisch vor… und deshalb kann ich auch nicht verstehen wie sie noch partei ergreifen können für den club…

              Zu den Zahlungen der ersten Säule, ich fände es wünschenswert eine andere staffelung zu bekommen (die ersten 30ha)…. zb das man mehrere schwellen hat, ich sage mal ganz platt, bei 25,50,75,100,150…. das würde schon ein stück mehr ausgleich bringen, man muss vorher aber mal genau gucken wie die anzahl der betriebe nach fläche ist, also wieviel % haben bis 50ha usw usw, dann muss man die schwellen festlegen, aber auch nicht au alles ewigkeit, die muss man alle 2-3 jahre mal überprüfen.
              keines falls dürfen die gelder in der zweiten säule aufgestockt werden, solange sich kommunen u.a. für dorferneuerung bedienen oder eben nabu und konsorten…

              4+
            • Brötchen sagt

              Sandra Harms 50 ha ist doch hobbylandwirtschaft. was bringt das denn, wenn sie für die 50 ha 100 Euro ja ha mehr Förderung bekommen.
              davon kann doch auch niemand leben.
              was immer in den Medien falsch dargestellt wird der grosse bekommt doch pro ha ungefähr das gleiche, wie der kleine.
              mit dem zusätzlichen Geld wird doch nur Sterbehilfe gegeben und die Leute sind wieder beschäftigt.

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            • Sandra Harms sagt

              @ brötchen
              ja es wird falsch dargestellt. völlig richtig wenn man auf den einzelnen ha guckt, das macht aber keiner, man sieht nur der kleine bekommt 500€ der große 200.000€ das wird gesehen.
              wir müssen aber mal gucken, wo die meisten betriebe von der flächen größe liegen, da wird sich garantiert der hauptteil der betriebe unterhalb von 200ha bewegen. und da ist es egal ob 50ha nun hobby sind oder nicht, spielt keine rolle. betrieb ist betrieb. und jeder betrieb der erhalten bleibt ist aus meiner sicht gut. ich finde die abstufung wie sie jetzt ist, überholt. sie muss neu gestalltet werden, damit die jenigen die weniger effiziens haben aufgrund ihrer größe nicht automatisch zu verlierern werden. wer 500ha plus x bewirtschaftet hat definitiv andere maschinen kosten als einer der 50 ha hat. und da ist es nur fair einen ausgleich zu schaffen. das geht aber nur wenn die abstufungen passen.
              um das mal vereinfach darzulegen, angenommen man bekommen jetzt für die ersten 30 ha 50€ und alles was drüber ist 45€. dann ergibt sich folgende summe für
              100 ha 30ha*50€+70ha*45€ = 4650€/100Ha = 46,50€ je ha
              200 ha 30ha*50€+170ha*45€ = 9150€/200Ha = 45,75€ je ha
              Man kann an den zahlen gut erkennen das förderung mit jedem ha weniger wird.
              Stufe ich das aber anders ab, das die kleineren betriebe besser dastehen könnte das so aussehen,
              die ersten 25Ha je 55€
              ha 25 bis ha 50 je 50€
              ha 50 bis ha 75 je 45€
              ha75 bis ha 100 je 40€
              Ab 100ha je 35€

              Daraus ergibt sich wider die rechnung für 100ha und 200ha
              100ha 25ha*55€+25Ha*50€+25ha*45€+25ha*40€ = 4750€ / 100ha =47,5€ je ha.

              200ha 4750€ aus den ersten 100ha + 100ha*35€ =8250€ /200ha = 41,25 pro ha.

              anhand dieser vereinfachten rechnung, kann man erkennen das der 100ha betrieb noch profitiert hingegen der 200ha weniger bekommt, und es wird nach wie vor mit jedem ha weniger ein 300 ha betrieb würde nur noch 39,16 pro ha bekommen.

              1+
    • Thomas apfel sagt

      Sehr geehrter Herr Niemann,
      auch an Sie die Frage wer genau sind die Agrarfabriken? Die LPG-Nachfolger auf die Sie abheben haben in den vergangenen 28 Jahren versucht erst einmal über Flächenkäufe etwas finanzielle Sicherheit für ihre Betriebe zu schaffen. In den nächsten Jahren wird es einige Auflösungsbeschlüsse geben. Die Mitglieder haben nicht von den Landkäufen profitiert und werden mit ihren Mehrheiten einige Betriebe auflösen und das Land verkaufen. Das ist bei bäuerlichen Familienbetrieben, die aufgeben müssen nicht anders. Das Vermögen aus Landbesitz führt in seiner Veräußerung zur Auflösung der Betriebe,
      Wer aber sind die neuen Erwerber? Der Geld- und Altadel ? Oder Kapitalanleger die mit ihrem Geld vor der nächsten heraufziehenden Finanzkrise in „reale Werte“ fliehen?
      In den wenigsten Fällen werden Familienbetriebe aus den alten Bundesländern die Käufer sein. Erstens ist man zu sehr in seiner Heimat verwurzelt und zweitens ist es bei der derzeitigen Preissituation nicht ohne Risiko, viel Geld in eine unsichere Zukunft zu investieren.
      Der Visionen gibt es viele, aber Leute die ernsthaft ihre Visionen mit eigenem Risiko und Geld umsetzen wenige. Flächen sind genug im Angebot, nur Kleinbauern die in echt neu starten finden sich wenige.
      In Bezug auf WMES sei vermerkt, dass es im Wesentlichen eine Initiative der Jungbauern aus den alten Bundesländern war. Also wohin zielt Ihre Kritik Herr Niemann?

      12+
      • Bergbäuerin sagt

        Die Kapitalanleger sind genau das Problem, die wahren Nutznießer des gegenwärtigen Systems. Bei uns sammelt so einer mit skrupellosen Methoden, immer gerade schön innerhalb des Gesetzes, schon seit Jahren die frei werdenden Flächen, vorerst nur, um sie teuer zu verpachten und damit neue Flächen zu erwerben, Rentenkapitalismus pur. Und davor habe ich Angst. @Paulus: Wenn nur noch die Hochbegabtesten eine Chance haben, was machen wir dann mit den weniger Begabten? Sollen die dann auf diesen Latifundien unter unwürdigsten Bedingungen Sklavenarbeit machen, wie das in Südeuropa jetzt schon geschieht?
        Und könnte es nicht sein, dass all diese „naiven Städter“ auf diesen Demos, die ja tatsächlich in ärgerlicher Weise keine Ahnung von Viehhaltung, von den wirklichen ökologischen Zusammenhängen und von den wirtschaftlichen Details haben, dass die hinter allem ein berechtigtes Unbehagen treibt, dem man zustimmen kann. Und vielleicht wären sie, wenn man bereit wäre, einmal hinter die inkompetente Oberfläche zu blicken und ihnen in ihrem instinktiven Unbehagen einmal recht zu geben, vielleicht wären sie dann auch für den schnöden landwirtschaftlichen Alltag durchaus zu interessieren. Die SoLaWis sprechen dafür ebenso wie das Urban Gardening und die Hobbylandwirte. Die Leute sind sich ihrer Entwurzelung bewusst; sie sehen, dass man mit der Reduktion der landwirtschaftlich Tätigen auf wenige Prozent übertrieben hat, nicht unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Effizienz, aber auf der sozial-emotionalen Ebene, welche als solche auch eine Realität ist. Die Bauern der 70er und 80er Jahre mögen in einer Weise geschuftet haben, wie man es heute nicht mehr will. Aber sie waren zufriedener, weil sie von ihrer Arbeit leben konnten und die diesbezügliche Perspektive gut war. Die „naiven Städter“ finden keine Sinnerfüllung in ihren Jobs, die zu oft dazu dienen, irgendeinen überflüssigen Plunder in die Welt zu setzen, der letztendlich auch nur die Kapitalanleger am Leben erhält. Es gibt eine Sehnsucht, das Leben wieder neu vom Boden her zu denken. Vielleicht sind ja diese Leute genau nicht die Schnäppchenjäger vom Discounter.
        Und weil diese kreativen landwirtschaftlichen Nischen immer so belächelt werden: Es ist nicht wichtig, wie viel Prozent der Landwirtschaft das sind, wichtig ist, ob das, was sie machen, gut ist oder nicht. Die trachten eben danach, eine direkte Verbindung zu den Konsumenten herzustellen und diese ganze Finanzwirtschaft außen vor zu lassen. Harald Welzer betont immer, dass 4% der Bevölkerung reichen, um der Gesellschaft eine andere Richtung zu geben. Ich will die gegenwärtigen Grünen sicher nicht in Schutz nehmen, die haben eine wichtige Abzweigung verpasst und sind nach Absurdistan weiter gelaufen. Aber ursprünglich haben sie mit ihren wenigen Prozent Abgeordneten alle anderen Parteien in einen ökologischen Zugzwang versetzt, der schlussendlich auch die konventionelle Landwirtschaft ökologischer gemacht hat. Und dort, wo die jetzige Landwirtschaft ökologische Schäden verursacht, tut sie es ja längst nicht mehr deswegen, weil das ökologische Bewusstsein noch nicht da wäre, sondern unter dem Druck letztendlich der Kapitalanleger, und da redet man sich eben dann auch manches schöner als es ist. Und diese Abzweigung haben die Grünen nicht gesehen.

        7+
      • Bergbäuerin sagt

        Seit 1989 heißt ja ein Betriebsgründer auch nicht mehr Investor, sondern Spekulant. Ein Investor, das ist der, der eine Software an der Börse seine Aktien im Sekundentakt kaufen und verkaufen lässt.

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        • Inga sagt

          Und wer einen Betrieb zur Weiterbewirtschftung kauft, der ist…?

          einfach Käufer oder doch

          ein Investor?,

          aber kein Spekulant, oder

          0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Werte Bergbäuerin,
          hier liegen sie falsch. Ein Investor kauft eine Firma, oder Teile davon zb. Aktien und hält die zumindest längere Zeit.

          Diejenige, die im Sekundentrakt kaufen und Verkaufen sind Spekulanten.

          1+
      • Eckehard Niemann sagt

        Mal ganz abgesehen davon, dass die im Rahmen der DDR-Agrarindustrialisierung zwangsweise geschaffenen LPG-Strukturen nach der Einheit auch von der West-Agrarindustrielobby und der Politik massiv geschützt, großenteil unrechtmäßig erhalten und durch Bodenrecht, BVVG und Subventionen massiv gepäppelt wurden:
        Diese zwangsweise und nicht ökonomisch entstandenen Groß-Strukturen, die sich Ex-SED-Kader durch Verdrängung von ehemaligen Landeignern und LPG-Beschäftigten privat angeeignet haben, sind die Voraussetzung und die Trittbretter für den Einstieg von Finanzkapital in die Ost-Landwirtschaft (gerade jetzt, wo die Ex-LPG-Leiter und danach Chefs die Altersgrenze erreichen und durch Verkauf „ihrer“ Betriebe Mehrfach-Millionen-Kasse machen). Der Rückbau auf eine vielfältige und nachhaltige, bäuerliche und standort-verbundene Landwirtschaft auch in Ostdeutschland, die wirklich für lebendige ländliche Regionen und Dörfer sorgen würde, sollte mit einer Kappung der EU-Direktzahlungs-Prämien ab 500 Hektar beginnen (das wird ja auch derzeit bei der EU-Agrarreform-Debatte aussichtsreich gefordert).
        Zum Bereich der Tierhaltung in Ost und West hier ein Auszug aus den „Tipps für den Widerstand gegen Agrarfabriken – Bauernhöfe statt Agrarfabriken“:

        „Was sind Agrarfabriken?

        „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ – so lautet ein zentrales Motto der AbL. „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ – das ist auch das Motto von mittlerweile 250 Bürgerinitiativen und Verbänden im erfolgreichen bundesweiten Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ ….

        Um mittelständisch-bäuerliche Betriebe zu erhalten, muss man einen klaren Trennungsstrich zu agrarindustriellen Strukturen ziehen und das Vordringen von Agrarfabriken verhindern.

        Deshalb wehren wir uns natürlich absolut nicht gegen Ställe an sich und schon gar nicht gegen Ställe mit artgerechter Haltung bzw. gegen Ställe in mittelständisch-bäuerlichen Strukturen, die von ihrer Lage und Dimension her die Nachbarn und die Umwelt nur unwesentlich beeinträchtigen und die rückbaubar wären auf eine artgerechtere Tierhaltung.

        Es geht uns um den Widerstand gegen agrarindustrielle Großanlagen, die allein von ihrer Größe her keine artgerechte Tierhaltung ermöglichen, die die Umwelt beeinträchtigen und die mit ihrer ruinösen Überschussproduktion die mittelständisch-bäuerlichen Betriebe weiter aus dem Markt drängen. Dies gilt zunehmend auch für Agrarfabriken im Biosektor, die mit ihrem Pseudo-Bio (vor allem auch beim „Bio-light“ der laschen EU-Bio-Verordnung) keine wirklich artgerechte Tierhaltung praktizieren und zudem echtes „Bauernhof-Bio“ verdrängen.

        Gemeinsam mit vielen Bürgern und Landwirten wehren wir uns gegen agrarindustrielle Strukturen, gegen Konzernabhängigkeiten und gegen Agrarfabriken, deren Grenze wir in Anlehnung an das Bundes-Immissionsschutz-Gesetz und das BauGB bei 1.500 Schweinemast-, 560 Sauen-, 600 Rinder- und 15.000 Geflügelplätzen sehen – auch wenn wir eher für kleinere Einheiten sind. Wir sind aber durchaus für gut strukturierte und wettbewerbsfähige Betriebe in diesem Rahmen und beileibe nicht nur für „kleinbäuerliche“ Betriebe.

        Die bisherigen Regelungen in Bau-, Verfahrens-, Immissions- oder Tierschutzrecht begünstigen die Investoren und die Agrarindustrie-Lobby (unter deren Einfluss sie ja gemacht wurden). An deren Veränderungen arbeiten wir vernetzt auf politischer Ebene sehr intensiv (und haben dabei auch schon deutliche Erfolge, z.B. bei der Novellierung des Baurechts oder der Erstellung des Tierschutzplans der Niedersächsischen Landesregierung). Gleichzeitig nutzen wir die bisherigen Regelungen möglichst effektiv und versuchen diese Regelungen durch bessere Auslegungen und bessere Urteile zu verbessern und zu erweitern. So haben wir bereits Hunderte von Agrarfabriken durch den direkten Widerstand vor Ort oder durch vorbeugende Abschreckung von Investoren verhindert.

        Wir sprechen dabei übrigens bewusst immer von der „Agrarindustrie-Lobby“ und nicht von der „Agrarlobby“…

        3+
        • Thomas Apfel sagt

          Guten Morgen Herr Niemann,
          danke für die ausführliche Einlassung. Zu den angegebenen, aus Ihrer Sicht maximalen Mastplätzen um noch als bäuerlicher Betrieb zu gelten, kann ich als viehlosere Betrieb wenig sagen. Ich betreibe einen konventionellen Obstbaubetrieb auf rund 30 ha. Für mich ist trotz der umfangreichen Texte, die Sie einstellen nicht nachvollziehbar wie ein Verband der angeblich auch konventionelle Ackerbauern und Obstbauern in seinen Reihen hat, sich in eine Reihe mit 95 % anderer Demonstranten stellt, die die Betriebsmittel der modernen Landwirtschaft (Pflanzenschutz und Mineraldünger) abschaffen wollen. Sie wissen genau, dass die Forderungen dieser Demo gerade den kleineren konventionellen Veredlungsbetrieben den Garaus macht. Und damit spannen Sie eigentlich die unwissenden aber Medien-affinen Demonstranten für eine kleine Gruppe von Betrieben ein und nehmen den Untergang anderer Erzeugergruppen zu Gunsten der von Ihnen vertretenen Weidetierhalter in Kauf.

          5+
          • Bergbäuerin sagt

            Auch Weidetierhaltung mit 4000 Tieren ist Massentierhaltung. So einer verliert dann hunderte Lämmer an Raben, weil er keinen Überblick mehr hat, um die Muttertiere zum Gebären in den Stall zu holen. Und dann sagt er halt, der Wolf ist für ihn harmlos.

            1+
        • Thomas Apfel sagt

          @Eckehardt.Niemann
          anbei noch einige Anmerkungen zur Eigentumsstruktur im Ergebnis der Bodenreform von 1946 (in der Sowjetischen Besatzungszone, nicht DDR):
          Von den rund 6,4 mio ha Ackerfläche wurden 3,2 mio ha enteignet. Dazu gehörten alle Domänen, Großgrundbesitz (die Grenze war mit 100 ha für heutig Verhältnisse sehr tief angesetzt) und Kriegsverbrecher (so die Intention).
          Die Hälfte der Flächen in Altbauernbesitz wurde nie angetastet und steht bis heute (soweit nicht verkauft) in den Grundbüchern.
          Entsprechend dem Vorkriegsstand würde im Flächenumfang der ehemaligen Domänen (600.00 ha ) Volksgüter gegründet. Deren Flächen waren und blieben staatlich.
          80 % der enteigneten Flächen wurden reprivatisiert (2,6 mio ha wurden an knapp 500.000 Personen verteilt) Es entstand der Berufstand „Neubauer“.
          Unter diesen Neubauern waren im Übrigen viele Bauern aus den deutschen Ostgebieten, die froh waren Land zu bekommen und wieder neu starten zu können.
          Die Bodenreform war in Bezug auf den staatlichen Bodenfonds Ideen früher Agrarreformer gefolgt: Der an die „Neubauern“ übergebene Boden sollte in den Bodenfonds zurückfallen, wenn der Bauer aus der Landwirtschaft aussteigt. Das ist im Wesentlichen nicht praktiziert worden, so dass 1989 zur Wende immer noch knapp 2 mio ha in Neubauernbesitz in den Grundbücher stand und jetzt zu echtem Eigentum wurde.
          Herausgedrängt, wie Sie das beschreiben konnte man nach der Wende nur durch Verkauf werden.
          Die begünstigten Käufe über die BVVG gingen in der Regel ins (per Genossenschaftsgesetz) unteilbare Vermögen und nicht an Einzelpersonen.
          Die Handhabung der frühen, geförderten Verkäufe durch Treuhand und BVVG waren vorrangig im Interesse der alten adligen Großgrundbesitzer gestaltet (man muss sich nur anschauen wer lange Zeit Geschäftsführer der BVVG war).
          Kurz nach der Wende hatten wir eine Agrarberatung engagiert, die uns den Weg in die schönen neue Welt etwas ebnen sollte. Abgesehen von dem belanglosen Müll, der da abgesondert wurde, war die Antwort der (adligen) Herrn Beraters auf folgende Frage interessant: Denken Sie, das die enteigneten Fläche komplett zurückerstattet werden ?
          Antwort: Wir die von ….. und unsere weit verzweigte Familie hatten Besitz im Norden und in Mitteldeutschland. Eine einfache direkte Rückerstattung wird rechtlich nicht gehen. Aber wir werden kaufen, und wir werden billig kaufen, darauf können Sie sich verlassen!
          Betrachten Sie die Politik der BVVG (rund 16 % der ostdeutschen Ackerfläche Standen/stehen überhaupt nur zur Veräußerung) aus diesem Blickwinkel Herr Niemann.

          2+
          • Brötchen sagt

            Thomas Apfel! vielen Dank für den fundierten Beitrag! das mit dem Adel sehe ich auch so! bisher hat das keiner so gut beschrieben. das tragische ist, die welche alle Folgen des Krieges tragen mussten, gucken immer noch in den Mond und werden noch verunglimpft! die denen wir den Krieg zu verdanken haben, sitzen wieder auf dem hohen Ross und zeigen auf die welche die kriegslasten getragen haben. mein Vater war LPG vorsitzender und hat immer selbstlos für Gemeinschaft gearbeitet, hat nie ein Stück Land besessen. ist leider früh verstorben. damals habe ich ihn nicht verstanden, jetzt ja.
            „sie verstehen nichts und das erklären sie uns noch“ Uwe steimle

            Danke dafür!

            3+
            • bauerhans sagt

              gestern abend gings im ndr um herrenhäuser und schlösser,wo sich jemand äusserte,den ich mal getroffen hatte:“ich hätte ja auch die möglichkeit gehabt,in südamerika landwirtschaft zu betreiben,aber hatte mich dann für das gut meiner familie entschieden!“
              der wär in südamerika wirtschaftlich untergegangen.

              0
            • Der Brandenburgbauer sagt

              Moin Thomas, prima Deine Antwort auf den Beitrag von Herrn Niemann. Er tut immer so als wäre er selbst da bei gewesen und
              seine Meinug die einzig wahre und richtige ist.

              0
        • Furchert, Wilfried sagt

          Hallo Herr Niemann,
          zum ersten Teil Ihres Beitrages: Da kennt sich jemand im Osten voll aus. Ich bin so einer dieser verabscheuungswürdigen Agrar-Fabrikanten. Es wäre angezeigt mit so einem vorab mal zu reden, bevor Gruselgeschichten in die Welt gesetzt werden, die am Ende noch jemand glaubt.

          2+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Wilfried, der 2. verabscheuungswürdige Agrar- Fabrikant unterstützt
            Dich voll in deinen Darlegungen.

            0
        • Arnold Krämer sagt

          Herr Niemann!
          „……..Agrarfabriken, deren Grenze wir in Anlehnung an das Bundes-Immissionsschutz-Gesetz und das BauGB bei 1.500 Schweinemast-, 560 Sauen-, 600 Rinder- und 15.000 Geflügelplätzen sehen – auch wenn wir eher für kleinere Einheiten sind.“

          Sie sollten sich einmal die Mühe machen, diese Zahlen, die im Bundes-Immissionschutzgesetz als Grenzen genannt werden, zu hinterfragen. Wie sind sie entstanden, wie sind sie begründet?
          Mit den Einkommensmöglichkeiten, mit dem Arbeitskräftebedarf (und das wäre ein halbwegs geeeigneter Maßstab für „Agrarfabriken“) mit dem Flächenbedarf von der Futterseite aber auch von der „Entsorgungsseite“ der ausgeschiedenen Nährstoffe her haben sie nichts, aber auch gar nichts zu tun.
          1500 Schweinemastplätze erfordern nur bei Haltungsbedingungen mit Stroh und Handfütterung eine Arbeitskraft. Bei Masthähnchen dasselbe Problem. Bei 600 Kühen braucht man aber 3 und mehr Arbeitskräfte je nach technischer Aussattung. Ähnliches gilt für 560 Sauen. Das passt vorne und hinten nicht zusammen in Ihrer Argumentationskette zu den „Agrarfabriken“.
          Mir ist da zuviel Ideologie und „Hass“ auf bestimmte Strukturen und Regionen im Spiel. Auch Ihre „Verteufelung“ von Integration passt nicht in meine (und die vieler Landwirte) produktionstechnische und ökonomische Erfahrungswelt.

          5+
        • Ferkelhebamme sagt

          „Es geht uns um den Widerstand gegen agrarindustrielle Großanlagen, die allein von ihrer Größe her keine artgerechte Tierhaltung ermöglichen, die die Umwelt beeinträchtigen“
          Ich habe ein Problem damit, artgerechte Haltung an der Größe eines Betriebes fest zu machen. Ich meine, diese Mega-Anlagen sind mir auch suspekt, aber das ist mehr ein persönliches Bauchgefühl. Denn so realistisch bin ich, zuzugeben, dass große Anlagen auch ihre Vorteile haben. Tierwohl hängt von der Ausführung und Einrichtung der Ställe ab, vom Management und den Menschen, die mit den Tieren arbeiten. Wieso soll das im großen Rahmen grundsätzlich schlecht sein? Große Betriebe haben sogar den Vorteil, dass sie eigene Tierärzte beschäftigen können, die immer vor Ort sind. Und Personal, dass spezifisch für einen Teilbereich zuständig ist, Experten also, wo auch immer einer vor Ort ist. Wieoft ist es denn auf kleinbäuerlichen Betrieben so, dass der Bauer quasi überall gleichzeitig sein muss, die Ernte heute oberste Priorität hat, weil es morgen regnet, im Stall es aber auch gerade ein Problem gibt? Und dem Tier ist es egal ob nebenan 20 oder 1000 Kollegen sind, Hauptsache in seinem Mikrokosmos ist alles in Ordnung. Genauso ist es mit der Umweltverträglichkeit. Diese Anlagen sind doch so weit ich weiß mit hochmodernen Luftfilteranlagen und Güllelagerungen ausgestattet. Gut, der vermehrte Verkehr durch Futterlieferungen und Güllekutschen wäre vllt. ein Argument, aber sonst? Da müssen Sie in Ihrer Argumentation schon konkreter werden.
          Und die Bestandsgrößen an den BIMSCH-Grenzen festzumachen ist ja einfach. Wenn ich jetzt aber 1000 Mastplätze an einem Standort und 600 an einem anderen habe, bin ich dann schon böser Industrieller? Oder Sauen und Mast? Dann? Gehöre ich eigentlich schon zu den Massentierhaltern, zu den Bösen? Ich weiß es nicht, ist mir aber auch egal. Wie müsste ich mit Schweinen denn aufgestellt sein, um zu den Guten zu gehören?

          2+
          • Bergbäuerin sagt

            Ein Argument dagegen wäre, dass solche Riesenbetriebe flächengebunden nur in Gunstlagen möglich sind, und wie sollen dann Betriebe in Ungunstlagen (z.B. Alpen) jemals damit konkurrieren können. Und vielleicht kommt davon dieses komische Bauchgefühl. In Ungunstlagen könnte man eben nur mit mehr Personal arbeiten, und das geht jetzt nur mehr über hohe Subventionen, die von der EU demnächst gestrichen werden sollen. Was dann? Soll man die Alpen landwirtschaftlich stilllegen? In einer Welt mit wachsendem Nahrungsmittelbedarf?
            Aber ich glaube, dass „Agrarlobby“ hauptsächlich auch so ein „Bauchgefühl-Ausdruck“ ist dafür, dass man hinter den gegenwärtigen Produktionsmethoden irgendwo Geld als Selbstzweck vermutet. Das ist grundsätzlich richtig beobachtet, nur dass dieses Geld in Wahrheit heute in den seltensten Fällen bei den Produzenten selber wohnt, nicht einmal mehr bei den großen, sondern bei Individuen, die nichts produzieren, z.B. bei den Aktionären von REWE.
            Wenn Bauern gegen dieses Bauchgefühl aber nur in Verteidigung gehen, dann nähren sie nur noch mehr den Verdacht, dass sie mit diesem Selbstzweck-Geld unter einer Decke stecken, und irgendwo stimmt es ja auch, wenn auch zu ihrem Schaden. Verteidigung ist dann so, wie wenn man im Sumpf strampelt. Wichtiger wäre, zu schauen, WOFÜR da demonstriert wird. „Bio“ ist da auch längst eher ein Bauchgefühl-Ausdruck, unter dem auch der konventionelle Direktvermarkter subsummiert ist, den ich persönlich kenne, und dessen Kühe ich schon gestreichelt habe.

            0
        • Christian Bothe sagt

          Nicht nur bei TA geben Sie solche unqualifiziete Kommentare wie auch im dem Blog.Gerade die Bemerkungen zur LW sind einfach nicht richtig und grenzen schon an Fake news. Ich kann mir da ein Urteil erlauben,weil ich dies alles mit erlebt und gestaltet habe.Die Agrarstrukturen im Osten sind nun mal so gewachsen und arbeiten effektiv und nachhaltig.Kleinbäuerliche Strukturen sind hier nicht von Bedeutung und viele Bauern arbeiten in den AG‘s und GmbH‘s mit und haben ihre Flächen verpachtet.Glauben Sie das sich da etwas ändert.Da können Sie und Ihr Verein demonstrieren so viel Sie wollen.Das ist die Zukunft.

          3+
            • Eckehard Niemann sagt

              War da nicht was, dass man nicht generell von Fake-News reden sollte, sondern sich erst nach dem Lesen – möglichst verschiedener -Quellen und Informationen eine Meinung bilden sollte?

              2+
            • Christian Bothe sagt

              Ausgerechnet den Spiegel als Literaturnachweis mit der „hervorragenden Recherchearbeit“diverser Journalisten. Ich will nicht ausfällig werden H.Niemann,aber glauben Sie wirklich solchen Mist,was die Umwandlung von Genossenschaften in seiner Gesamtheit betrifft? Im übrigen hatten wir auch VEG,VVB welche in die Marktwirtschaft überführt wurden.

              2+
            • Thomas Apfel sagt

              Hallo Herr Niemann,
              Ja, das ist schon ein schöner Kampftext aus den Zeiten in denen der Adel noch hoffte über die Aktivierung der weichenden Bodenreformbauern die Betriebe zu sprengen um an die Flächen des ehemaligen Bodenfonds aus enteignetem Großgrundbesitz zu kommen. Genau darum ging es nämlich: diese rund 16 % der Gesamtfläche wieder beim alten Eigentümer zu verankern, auch um den Preis, dass rundherum alles zu Boden geht. Da staune ich schon, das ausgerechnet der ABL sich da so engagiert.
              Ich denke, dass die Politik damals Weitblick bewiesen hat und im Gegensatz zu Ihnen erkannt hat wo die wirklichen Gräben verlaufen.
              Die im Spiegelartikel benannten Arbeitskräftezahlen sind nominell richtig, resultieren aber im Wesentlichen aus den vor der Wende den Betrieben zugeordneten ( heute eher als kommunale Aufgabenbereiche aufgefasst) Aufgaben in den Dörfern.
              Die Bauleute, Schlosser, Sozialbereichsmitarbeiter sind auch mitnichten generell entlassen worden sondern in andere Betriebe gewechselt.
              Bei uns waren rund 120 Leute in der Urproduktion beschäftigt.
              Der Gesamtbetrieb hatte aber 300 Arbeitskräfte: Bauabteilung 30 AK, Werkstatt und Ratiomittelbau 40 AK, Sozialbereich (Küche, Kindergarten, Ferienobjekte) 35 AK, Vermarktung 60 AK, Reiterhof 15 AK.
              Nur mal so als ein Beispiel.

              3+
  10. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin Sandra, Deine beiden Beiträge finde ich ganz in Ordnung. Schade ist nur das Ottmar Ilchmann darauf überhaupt nicht reagiert. Hat es Ihn die Sprache verschlagen oder muß Er noch nach Argumenten suchen??? Als Profi wie er sich immer darstellt, bin ich enttäusch von Ihm.

    0
    • Sandra Harms sagt

      Moin Brandenburgbauer,
      es ist durchaus möglich das ottmar ilchmann grade lindenstrasse guckt… von daher abwarten

      2+
    • Obstbäuerin sagt

      Hallo Brandenburgbauer, ich hab auch gedacht, da kommt noch eine hilfreiche Antwort aber war wohl nichts.

      1+
      • Arnold Krämer sagt

        Der Ottmar muss auch sonntags die Kühe melken. Bitte etwas mehr Nachsicht.

        6+
        • Eckehard Niemann sagt

          Lieber Ottmar, ich freue mich sehr über Deinen Erfolg, dass etliche Kommentatoren nicht einmal mehr die Melkzeit abwarten können, um Deine Positionen zu erfahren. Bäuerliche Qualität setzt sich offenbar auch hier durch. Mach weiter so!

          3+
  11. Sandra Harms sagt

    Die landwirte die bei der WHES mitlaufen,mitmachen,unterstüzen usw, graben sich ihr eigenes grab, denn sie machen sich gemein mit verbänden die als unterstützer und zum teil mitveranstallter,mitorganisator für diese demo auftreten, daran ist ja erstmal nichts schlechtes, aber die verbände gibt es 365 tage im jahr und da machen die ne menge unsinn, wie oft haben wir uns hier und an vielen anderen stellen über nabu,bund und co aufgeregt, wie oft haben wir festgestellt das sich vorderungen total widersprechen…. ich weiss es nicht und willi hat sicher auch nicht gezählt. es sind aber eben die verbände und ngo´s die uns mit immer mehr forderungen überziehen, unser handeln ankreiden, walbwahrheiten nutzen, usw usw usw. und diese demo ist nicht im geringsten anders. man demonstriert gegen die angebliche agrar industrie lässt sich aber gleichzeitig von industrieunternehmen aus dem agrar bereich unterstützen, schon merkwürdig das zb die bohlsener mühle mit knapp 200 mitarbeitern eine demo unterstützt wo es gegen die agrar industrie geht…. ich weis ja nicht, aber für mich sind 200 mitarbeiter definitiv industrie und nicht mehr handwerk…. Man demonstriert für artenerhalt,umweltschutz und klimaschutz, ok warum nicht ! alle drei themen sind wichtig. das dumme nur es trifft bei allem was darauf hin kommt zu erst immer die kleinen betriebe die reihenweise aufgeben…. aber man demonstriert ja genau dagegen…. also ichfinde das widerspricht sich schon wider…. wo wir schon bei den kleinen betrieben sind die man erhalten will, warum demonstriert man nicht gegen das sonst übliche bauernbashing,nicht gegen den import von billigen lebensmitteln die sich hier nur teurer herstellen lassen…. warum demonstriert man nicht gegen immer mehr auflagen die den kleinen betrieben das leben schwer machen, warum demonstriert man nicht gegen die überbordende bürokratie…. fragen über fragen…. stattdessen finden sich unter den unterstützern auch diverse tierschutz organisationen, auch hier wider, die forderungen die die zum teil haben entbehren jedlicher realität,sind tum teil völlig überzogen und weltfremd, werden sie aufgegriffen und zu gesetzen und vorschriften gemacht, na ratet mal wen es wohl zu erst trifft…. aber man demonstriert für den erhalt der kleinen betriebe… was ein widerspruch…
    Mein fazid ist, wie kann man als landwirt, egal ob bio oder konventionell, ob klein oder groß sich auf dieser demo mit den leuten die uns 365 tage im jahr das leben und handeln erschweren, uns anprangern,vordern,vordern vordern, gemeinmachen. das ist für mich das gleiche als wenn ich in ein frauenhaus serienvergawaltiger zum kaffeetrinken einlade.

    28+
    • Obstbäuerin sagt

      Du hast ja so recht, Sandra. Es reicht ein Blick auf die Förderer, Spender und Unterstützer auf der Seite von WIR HABEN ES SATT. Das ist schon ein bizarrer Haufen.

      8+
    • Eckehard Niemann sagt

      Liebe Frau Harms, Sie schreiben:
      „Mein fazid ist, wie kann man als landwirt, egal ob bio oder konventionell, ob klein oder groß sich auf dieser demo mit den leuten die uns 365 tage im jahr das leben und handeln erschweren, uns anprangern,vordern,vordern vordern, gemeinmachen. das ist für mich das gleiche als wenn ich in ein frauenhaus serienvergawaltiger zum kaffeetrinken einlade.“
      Finden Sie nicht auch, dass man sich – bei aller sachlichen Schärfe – bemühen sollte, verbal nicht zu überziehen? OK?

      3+
      • Sandra Harms sagt

        Herr Niemann,
        Es ist doch aber so, das wir permanent von genau den ngo´s medial angeprangert werden, die dort jetzt ganz vorn mit dabei sind. und ach sie werter herr niemann, wissen doch auch welche worte in den sozialen medien von den anhängern dieser verbände uns entgegenschlagen, es vergeht nicht eine einzige woche, wo es nicht zu gewalt androhungen kommt, in der letzten woche zb bei Brokser sauen, was man dort abgelassen hat, grenz an einem aufruf zum mord…
        ich bitte sie herr nieman, meine worte sind im vergleich zu den worten vieler anderer harmlos und beschreiben nur den „ist zustand“ ich gehe neimanden persönlich an, drohe mit gewallt oder rufe zum mord auf. wenn sein meinen das wäre schon sachlich schärfe, dann lasse ich sie wissen das ich noch die ruhe selbst bin, und noch lange nicht in höchstform bin.

        1+
  12. Alexander Borchert sagt

    Gegen was wird in Berlin eigentlich demonstriert?
    Geht es gegen den eigenen vollen Teller, geht es gegen günstige Ernährung, geht es wirklich um mehr Tierschutz?
    Nein.
    Es geht gegen ein gnadenloses Wirtschaftsystem des ewigen Wachstums. Und damit demonstrieren die Menschen automatisch gegen sich selbst. Höher,schneller, weiter…. Diese Menschen bekämpfen ihr System, weil jeder von uns Teil dieses Systems ist. Wenn man die Bauern angreift, dann hat das in Wirklichkeit nur Alibicharakter. Es geht eigentlich gegen das Kapital, das kein Gesicht und keinen Namen hat. Damit ist es nicht angreifbar. Wo ist die Adresse des Kapitals? Wo kann ich dem Kapital ins Auge sehen?

    Gleichzeitig steckt noch in jedem von uns ein kleiner Teufel, der genau dieses Kapital anbetet. Der ist der beste Garant dafür, dass dieses Kapital weiter sein Unwesen treiben kann. Damit sind dieses Demo´s so sinnlos. Denn wenn der eine höhere Preise fordert, meldet sich beim nächsten der Teufel zu Wort und sieht sein Kapital schwinden.
    Kein Mensch dieser Welt kann dieses System stoppen, weil ihn der eigene Teufel in diesen System gefangen hält.
    Aber es gibt große Hoffnung: Die Natur wird irgendwann stärker sein.
    Wie lange das noch dauert? Vielleicht weiss jemand von Euch, wann die Natur die Macht des Geldes bricht.?????
    Solange wird es auf alle Fälle weitergehen:
    Wenige Wachsen und viele Weichen alles auf Kosten unserer Erde……..

    4+
    • Bergbäuerin sagt

      Bravo, das bringt es auf den Punkt! Das eigentliche Angriffsziel bleibt im tabuisierten Dunkel und liegt in Wirklichkeit jenseits der Landwirtschaft. Das Unbehagen hat dort angefangen, wo man den geilen Geiz zum Wert erhoben hat. Und weil der Mensch in seinem dunklen Drange sich des rechten Weges wohl bewusst ist, hat er immer wieder das Bedürfnis, sich irgendwann irgendwo öffentlich aufzuregen. Und die Bauern sind hier nur der Kristallisationkern dafür, der zufällig sich grad anbietet. Bei anderer Gelegenheit sind es die Politiker, oder die Lehrer, oder die Kirche etc.
      Aber das, was Sie hier schreiben, Herr Borchert, das müsste man auf solchen Demos in geeigneter Sprache zum Thema machen.

      0
      • Bergbäuerin sagt

        Kürzlich habe ich in einem Streitgespräch mit einem Pro-Wolf-Aktivisten, der den Wolf als Katalysator für Artenschutz, Ökologisierung und nachhaltige Entwicklung bezeichnet hat, gesagt: „Mit dem Wolf wird das Pferd vom Schwanz aufgezäumt …. Es gibt einen ungeheuren Druck zur Intensivierung der Landwirtschaft. Wir könnten von 2/3 der konsumierten Kalorien leben, der Rest sind Verschwendung und Übergewicht. Dazu kommt noch der exzessive Fleischkonsum. Wenn wir unseren Konsum nicht in den Griff kriegen, haben wir gar keinen Spielraum für Ökologisierung.“

        0
    • Thomas Apfel sagt

      Die Natur bricht die Macht des Geldes nicht. Ihr ist das (wie der Mensch als Teil von ihr )scheißegal. Sie ist weder gut noch böse sondern gnadenlos, unerbittlich und gleichgültig.
      Wenn wir die Macht des Instrumentes Geld, das eigentlich nur den Warenaustausch erleichtern sollte, außer Kraft setzen wollten müssen wir das schon selber tun.
      Ansonsten gilt: Mensch weg, Geld weg, Problem weg.

      2+
      • Bergbäuerin sagt

        Richtig! Wenn die Natur die Macht des Geldes brechen könnte, dann hätte sie es schon getan. Gerade diese Demonstranten erschaudern ja eh schon angesichts Artenschwund, Klimakapriolen, Desertifikation etc. Und? Hat das schon irgendeinen Einfluss auf die Macht des Geldes gehabt?

        0
    • Arnold Krämer sagt

      Das Begehren, das Verlangen, die Gier des Menschen gab es auch schon, bevor das Geld als Tauschmittel erfunden wurde. Darüber wird im alten Testament in der Geschichte von Adam und Eva berichtet.
      Bei den Landwirten ist es auch nicht das Geld, was sie antreibt, sondern die Bedürfnisse allgemein und im weitesten Sinne (da sind Bauern noch ziemlich geerdet im Vergleich zu z. B. Investmentbänkern):
      Die menschlichen Bedürfnisse wachsen
      1. mit dem, was sie schon haben, ganz nach dem Motto: „Je mehr wir haben, desto mehr haben wir zuwenig“
      2. mit dem, was andere haben (hier kommt der Faktor Neid ins Spiel)
      Der Kapitalismus ist eher als Kulturleistung zu betrachten (siehe Buch von Ulrike Hermann, Wirtschaftsredakteurin der taz, „Der Sieg des Kapitals“)
      Gerade im landwirtschaftlichen Bereich hat das kapitalistische System die, die noch dabei sind (die Verpächter profitieren in hohen Maße aber auch) von harter körperlicher Arbeit, großen gesundheitlichen Belastungen, und hohen Ertragsrisiken befreit. Dafür ist ihr Arbeitsplatz einer der teuersten in der Volkswirtschaft geworden, insbesondere wenn man Viehhaltung betreibt.
      Dass im Gegenzug wirtschaftliche Risiken, psychische Belastungen zugenommen haben und Kosten externalisiert (z. B. Umweltbelastungen) wurden, will ich dabei nicht bestreiten.
      Die Landwirte möchten aber nicht mehr arbeiten und leben wie vor 50 Jahren!!!

      3+
      • Bergbäuerin sagt

        Ich glaube, Sie verwechseln Kapitalismus mit privater Marktwirtschaft. Eine stete Verbesserung der Lebensbedingungen von Bauern hat es bei uns auch schon vor 1989 gegeben. Der Kapitalismus hat schon im 19. Jahrhundert die meisten Leute ins Elend geführt, und er tut es wieder.

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        • Arnold Krämer sagt

          Nein, ich verwechsele nichts. Der Kapitalismus zeichnet sich vor allem aus durch Innovationen und durch den Ersatz von Arbeit durch Kapital (nicht Geld). In diesem Sinne ist die heutige Landwirtschaft als extrem kapitalistisch einzustufen, denn kaum ein Wirtschaftssektor hat so gewaltige Produktivitätsfortschritte erreicht wie die Landwirtschaft. Und der landw. Arbeitsplatz ist mit durchschnittlich über 500000 € ( in der Veredelungswirtschft (Schweine, Geflügel) weit über 1Mio. €) einer der teuersten in der Volkswirtschaft.

          1+
        • bauerhans sagt

          „Der Kapitalismus hat schon im 19. Jahrhundert die meisten Leute ins Elend geführt, und er tut es wieder.“

          der ungeregelte frühkapitalismus hatte sicherlich viele leute ins elend gestürzt,weil ja viele vom land wegen hungersnöten in die stadt geflohen waren und ein schier unendliches potential an arbeitskräften stand zur verfügung,was fabrikannten ausnutzten.
          aber man muss auch feststellen,dass nur der kapitalismus den wohlstand auf der welt durch eigeninitiative und innovation geschaffen hat und noch schafft.
          das elend ist,dass es heute immer weniger arbeit für weniger gebildete leute gibt,andererseits aber die soziale marktwirtschaft,die arbeitslosen auffängt,sodass sie heute nicht mehr ins elend stürzen.

          1+
          • Bergbäuerin sagt

            Die Reste des Sozialstaates machen das gerade noch, aber nicht mehr lange. Die „Gelbwesten“ werden mehr.

            0
      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Herr Krämer, dass es nicht darum geht oder gehen kann, wie vor 50 Jahren zu arbeiten, ist doch wohl klar.
        Ihre Sicht der Bedürfnisstruktur „der“ Menschen finde ich ziemlich einseitig und lückenhaft – ganz abgesehen davon, das die SOZIALE Marktwirtschaft gerade diese Einseitigkeiten und Ausrichtungen korrigieren soll und muss.
        Ob die „Kulturleistungen“ wirklich dem Kapitalismus und aktuell dem Finanz- und globalen Raubtierkapitalismus zuzurechnen sind, sollte man diskutieren vor dem Hintergrund anderer Modelle (auch innerhalb des „Kapitalismus“ und dabei auch die schlimmen Kapitalismus-Katastrophen nicht vergessen – und dabei auch die „Kulturleistungen“ des Kapitalismus in den Ländern der „3. Welt“ nicht vergessen.
        Mein Appell: Die SOZIALE Marktwirtschaft (mit ihren möglichen politischen Korrekturen des sozial und ökologisch und strukturell blinden Marktes wirklich ernst nehmen und umsetzen!

        2+
        • Eckehard Niemann sagt

          NACHTRAG: Lieber Herr Krämer, Sie haben das Buch von Ulrike Herrmann „Der Sieg des Kapitals“ recht einseitig interpretiert oder verstanden. Nachfolgend einige Passagen aus einer Rezension auf den „Nachdenkseiten“ von Wolfgang Lieb:
          „Das Buch ist, anders als sein Titel vermuten lässt, keine Kapitalismuskritik, sondern es will erklären, was Kapitalismus eigentlich ist, wie er entstanden ist und wie er funktioniert. Anders als im angelsächsischen Sprachraum wird der Begriff „Kapitalismus“ bei uns nicht gerne in den Mund genommen, man spricht lieber von „Marktwirtschaft“, das klinge „kuscheliger“. Ulrike Herrmann begründet, warum „Marktwirtschaft“ zur Beschreibung modernen Wirtschaftens unzureichend ist: Märkte gab es schon immer in der Menschheitsgeschichte, schon im Zweistromland, im römischen Reich, im kaiserlichen China, im mittelalterlichen Europa und seit Menschengedenken wurde schwunghafter Handel betrieben. Auch eine Geldwirtschaft existierte schon in der Antike, es gab Banken, schon die Bibel und der Koran beschäftigten sich mit Zinsen, es gab schon vor Jahrhunderten bargeldlosen Zahlungsverkehr und erstaunlich raffinierte „Finanzprodukte“. Und vor allem, es gab auch schon immer Wettbewerb zwischen den Völkern und Kontinenten. Man kannte die Dampfkraft schon bei den Römern und Gewinnstreben sowie Reichtum gab es zu allen Zeiten sowieso. Aber es gab keinen Kapitalismus. Was also ist Kapitalismus? Von Wolfgang Lieb.

          Um mein Urteil vorweg zu nehmen: Ulrike Herrmanns neues Buch „Der Sieg des Kapitals – Wie Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen“ ist ein gutes und interessantes Buch. Es ist lesenswert und dazu auch für den nicht wirtschaftswissenschaftlich Geschulten gut lesbar. Ulrike Herrmann bürstet viele der weit verbreiteten wirtschaftspolitischen Mythen und der gängigen ökonomischen Allgemeinplätze gegen den Strich und öffnet Sichtweisen auf wirtschaftliche Zusammenhänge, die im Laufe der letzten Jahrzehnte durch die vorherrschende Glaubenslehre des sog. „Neoliberalismus“ verstellt wurden. Es ist erhellend, dass wirtschaftliche Wechselbeziehungen einmal nicht an Hand von ökonomischen Modellen oder mathematischen Formeln dargestellt werden, sondern historisch hergeleitet und anschaulich erläutert werden. Auch wenn man nicht allen von Ulrike Herrmann vertretenen Thesen folgen mag, so liefern sie doch wichtige Denkanstöße und bringen verschüttete Alternativen zur angeblichen Alternativlosigkeit wieder ans Licht. Es ist ein Buch, das man eher einem emeritierten Wirtschaftshistoriker als Alterswerk zugetraut hätte, als einer noch relativ jungen Autorin.
          Wie ihrem letzten Buch „Hurra, wir dürfen zahlen“, kann man Ulrike Herrmanns „Sieg des Kapitals“ nur viele Leserinnen und Leser wünschen.

          „Der Begriff Kapitalismus hat den Vorteil, dass er präzise beschreibt, was die heutige Wirtschaftsform auszeichnet: Es geht um den Einsatz von Kapital mit dem Ziel, hinterher noch mehr Kapital zu besitzen, also einen Gewinn zu erzielen. Es handelt sich um einen Prozess, der exponentielles Wachstum erzeugt.“

          (S.9)

          Hohe Löhne als Triebkraft des Kapitalismus

          Warum nahm Ende des 18. Jahrhunderts – ausgerechnet auch noch vom ärmsten Teil Englands aus – eine Wirtschaftsform ihren Ausgangspunkt, die als Kapitalismus ihren Siegeszug nahezu über den gesamten Globus fortsetzte. Dass zum ersten Mal in der Geschichte Maschinen – also investiertes Geld – menschliche Arbeitskraft ersetzte, das ist für Ulrike Herrmann das Startsignal für die industrielle Revolution.

          Doch was war die Triebkraft Arbeit durch Kapital (also durch Technik) zu ersetzen?
          Es waren die relativ – also etwa gegenüber der indischen Konkurrenz – hohen Löhne der Textilarbeiter im ländlichen Nordwesten Englands. Der Lohn wurde also zur Peitsche für den technischen und industriellen Fortschritt – und das gilt bis heute.

          Doch bis in die aktuelle politische Debatte habe sich das Missverständnis gehalten, dass die Löhne sinken müssten, damit die Wirtschaft im „globalen Wettbewerb“ konkurrenzfähig bleibe. Dabei sei es doch gerade umgekehrt:

          „Nicht durch niedrige Löhne wird der Kapitalismus angetrieben, sondern durch hohe. Nur wenn die Arbeitskräfte teuer sind, lohnen sich technische Innovationen, die die Produktivität steigern und damit Wachstum erzeugen.“

          (S. 44)

          Man mag diese These vom Lohndruck vielleicht als eine zu monokausale Begründung für den Übergang der früheren Wirtschaftsformen zur Epoche des Kapitalismus relativieren, denn schließlich gab es vorher die englische Agrarrevolution, also die Landnahme seitens des niedrigen Adels, die zu höherer Produktivität und größerem allgemeinen Wohlstand führte. Doch Ulrike Herrmann schildert anschaulich, wie es nahezu sämtliche anderen Elemente des Kapitalismus, also angefangen vom Reichtum, Gewinnstreben, über Geld, Kredite, Zins, Ausbeutung, Wettbewerb oder etwa auch technisches Wissen historisch schon gab, ohne dass ein dauerhaftes Wachstum entstanden wäre. In früheren Epochen habe es jedoch keinen Zwang gegeben, in technische Verbesserungen zu „investieren“ und Wachstum zu generieren. Erst die Steigerung des allgemeinen Wohlstandes durch höhere Löhne machte die Ersetzung von Arbeitskraft durch Technik „rentabel“. Und reales Wachstum könne es eben nur durch technischen Fortschritt geben und ohne technischen Fortschritt sei der Kapitalismus am Ende. (S. 83)

          Derartige, für manchen überraschende Einblicke in das Funktionieren des Kapitalismus liefert Ulrike Herrmann Kapitel um Kapitel in ihrem neuen Buch. So klärt sie die Missverständnisse auf, etwa dass der Kapitalismus identisch wäre mit einer „Marktwirtschaft“ oder dass der Staat nur Störer des „freien“ Marktgeschehens oder dass Globalisierung etwas „völlig Neues“ sei.

          Marktwirtschaft, eine „Fiktion“

          Mit den immer höheren Investitionskosten für Eisenbahnen, Bergwerke, Stahlwerke oder Fabriken für die Massenproduktion seien Großkonzerne entstanden, die mehr und mehr marktbeherrschende Stellungen einnahmen gegen deren Größe niemand mehr ankam und die seit mehr als 100 Jahren den Markt bis auf die Nischen für die kleinen Selbstständigen „zementieren“. (S.68) Obwohl heutzutage ständig von „den Märkten“ die Rede sei, von den Finanz- über die Wohnungs- bis hin zu den Heiratsmärkten sei dieses Gerede „eine Fiktion“ (S. 75). Bei genauerem Hinsehen sei es fast unmöglich, in der offiziellen »Marktwirtschaft« namens Deutschland einen echten Markt zu entdecken. (S. 82)

          „Der Markt ist eine Spielwiese für die Kleinen. Dominiert wird die Wirtschaft von wenigen Konzernen, die große Teile des Umsatzes kontrollieren.“

          (S. 70)

          So stammten z.B. von den DAX-Unternehmen fast alle aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Weniger als ein Prozent der größten Unternehmen erwirtschafteten in Deutschland fast zwei Drittel des Umsatzes. (S. 68) Und die Großkonzerne unternähmen alles, um den Wettbewerb möglichst zu vermeiden, indem sie fusionierten, kooperieren oder vertikal integrierten.

          „Diese enorme Konzentration hat die neoliberalen Vordenker jedoch nie erschüttert. Unermüdlich predigen sie die Lehre vom freien Wettbewerb, den sie dann auch noch zur Basis der politischen Freiheit adeln.“

          (S. 69)

          Eine „freie“ Marktwirtschaft gebe es im Übrigen genauso wenig wie eine „Leistungsgesellschaft“, denn es kreisten immer die gleichen Männer durch die Aufsichtsräte und die Spitzenpositionen der großen Unternehmen. Untersuchungen des Eliteforschers Michael Hartmann hätten gezeigt, dass bei den Spitzenmanagern letztlich nicht die Fähigkeit entscheidend für die Erlangung ihrer Führungsrolle sei, sondern vor allem deren Herkunft. 85 Prozent der Vorstandsvorsitzenden der 100 größten deutschen Unternehmen stammten aus dem Großbürgertum oder dem Bürgertum, die gemeinsam nur ganze 3,5 Prozent der Bevölkerung umfassten. (S. 72).

          „Die Theorie von der »freien Marktwirtschaft« ist eine sehr mächtige politische Waffe, die wenigen Firmen und ihren Aktionären nützt.“

          3+
        • bauerhans sagt

          „und dabei auch die „Kulturleistungen“ des Kapitalismus in den Ländern der „3. Welt“ nicht vergessen.“

          DIE grossen probleme der „3. welt“sind korruption und dogmatische religiösität.

          2+
  13. Friedrich sagt

    Was sagt der NUR im Fernsehen : Nur die Fähigkeit zum Kompromiss bringt uns weiter.- Was sagt eine ZDF-Redakteurin lt. WAMS von heute in ihrer Neujahrsmail: Wer nicht Grün wählt ist ein Nazi. So ähnlich treten lt. Teilnehmern die Leute bei der „Wir haben es satt“ auf.
    Es gilt nur deren Meinung. Kompromisse kennen die nicht . Als Beispiel kann man das staats-und wirtschaftszerstörerische Verhalten von der deutschen Umwelthilfe heranziehen.
    Kompromisse können die nicht. Jetzt zeigt sich die Verlogenheit unserer Politik , die diese Organisation lt. Medien mit zwei Mill./Jahr unterstützt und die noch „Gemeinützigkeit“ anerkennt..Für mich ist das der“ Staat im Staate“. Unsere Regierenden haben diese Leute selbst gefördert und wundern sich , daß ihnen die selbst geschaffenen Gesetze zu Fall bringen. Allen braven Bürgern bleibt da bei den Wahlen nur die „Rote Karte“. Neue Leute braucht das Land ! Politik sollte sachorientiert , auf wissenschaftl. Grundlage und auch dem Volk aufs Maul schauen , denn nur dann stellt sich der Erfolg ein. Ideologien sind da fehl am Platze.

    13+
  14. Thomas Apfel sagt

    Hallo Herr Ilchmann,

    wer genau ist eigentlich „die Agrarindustrie“ ?
    – sind es die flächenarmen mittelständischen Mastbetriebe in Nord-West-Deutschland mit über 3 GVE je ha die auf Grund der Flächengröße und der teils schlechten Böden „Veredler“ geworden sind und auch keine wirkliche Alternative haben.

    – ist es die Gemeinschaft von einem Dutzend holländischer Bauern, die eine abgängige Agrargenossenschaft mit rund 2.000 ha Sandboden übernehmen, mehrere Millionen in einen modernen Freiluft-Laufstall mit 1.600 Milchkühen investiert haben und den Betrieb über Milch und Biogas wieder in schwarze Zahlen gebracht haben.

    – sind es die großen Spargelbauern um Berlin, die mit dem nötigen Kapital aus den alten Bundesländern gekommen sind und mit nicht immer netten Methoden die kleinen Direktvermarkter fast komplett verdrängt haben. Auf der anderen Seiten durch die Umgehung des LEH und die daraus resultierende Wertschöpfung und die aufgebaute Eventkultur in ihren Betrieben inzwischen sehr viel mehr Menschen sichere Arbeitsplätze geben, als vorher jemals da waren.?

    – ist es der Adel, der inzwischen in vielen Gebieten seine alten Flächengrößen fast wieder erreicht hat und im Grunde nicht anders wirtschaftet als der Großbauer, der aus dem Westen eingewandert ist oder die Agrargenossenschaft, die aus den alten Produktionsgenossenschaften der DDR entstanden ist.

    Wer oder was ist Agrarindustrie? Wie wollen Sie das Rad des Wachsens stoppen oder zurückdrehen?

    10+
    • Jochen Böhrer sagt

      „Industrie“ kommt vom lateinischen „Industria“ = Fleiß, Betriebsamkeit. Das sind doch schöne Attribute, mit denen man sich gerne schmückt. Das Gegenteil ist Faulheit und Müßiggang

      0
  15. Josef sagt

    Die Demo findet im Umfeld der Grünen Woche statt. Ist die kein „sinnloses Ritul“ ?

    2+
    • Brötchen sagt

      Die Grüne Woche ist bespassung für die Grossstadtbevölkerung und hat mit LW. Nur nebenbei zu tun. Gucken sie Mal genau hin, ich bin da jedes Jahr da.

      ja und etwas Imagepflege hauptsächlich für das verarbeitende Gewerbe, die Primärproduktion ist da nicht wirklich gefragt.

      8+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Ganz genau, und deshalb bringt sich die Primärproduktion mit dieser Demo genau am rechten Ort und zur rechten Zeit in Erinnerung bei Gesellschaft und Politik.

        2+
        • Brötchen sagt

          Wer’s glaubt wird selig! Vertane Zeit! Man kann sich auch alles schönreden.

          machen sie doch mal eine Studie, was bei der Zielgruppe ankommt, wenn denn die Zielgruppe überhaupt definiert ist.

          5+
        • Obstbäuerin sagt

          Aber geschätzte 95 % der Demoteilnehmer sind sehr landwirtschaftsfern, sonst würden sie Positionen, die derselben eher schaden, nicht vertreten.

          11+
          • Brötchen sagt

            Deswegen halt ich mich davon fern, ich wähle nicht meinen Metzger selber.
            Gutes bsp. Ist der Presseclub von heute. Die wissen nicht entferntesten von was sie reden. nach Autoindustrie, Energiewirtschaft wird nun die LW. Zerkloppt.

            8+
        • Berthold Lauer sagt

          Herr Ilchmann, welcher Teil der Primärproduktion?? Sprechen Sie für die ganze Primärproduktion?? Wieviele Primärproduzenten sind denn wirklich dabei?? Und sind die ,die dabei sind nicht eher Staffage und Alibi??

          6+
  16. Jochen Böhrer sagt

    Selten hat mir ein Beitrag von Bauer Willi so gut gefallen wie dieser. Dieser Karnevalsumzug in Berlin lebt hauptsächlich vom medialen Hype, der um ihn gemacht wird. Das Ärgerlichste dabei ist, dass die mitmachenden Bauern als Repräsentanten der deutschen Landwirtschaft dargestellt werden.

    25+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Das glaube ich Ihnen, Herr Böhrer, dass Sie das ärgert! Stellt sich die Frage, wer die deutsche Landwirtschaft repräsentiert, und ob es überhaupt DIE deutsche Landwirtschaft gibt. Im Übrigen lebt der „Karnevalsumzug“ natürlich in allererster Linie von den Zehntausenden Teilnehmern, während die Gegendemo der Sattmacher eben genau aufgrund des Mangels an Teilnehmern sanft entschlafen ist. Dieses Jahr macht das emsländische Landvolk den Versuch einer zaghaften Wiederbelebung.

      2+
      • Sandra Harms sagt

        Lieber herr Ilchmann,
        ich habe gute gründe diese demo arg skeptisch zu betrachten,gleichwohl viele themen für die man auf die strasse geht aus meiner sicht goldrichtig sind. aber wenn ich mal so gucke wer so alles dabei ist… dann wirds schon schwierig ruhig zu bleiben…. stichwort abl , die setzen sich nun ja bekannter maßen für die kleinen betriebe ein, ok damit hab ich kein problem. merkwürdig nur, warum macht die abl auf der demo gemeinsame sache mit grad denen die durch immer mehr forderungen genau die eigene klienteil an die wand drücken… soweit ich es beurteilen kann hat die abl mitglieder aus allen bereichen, also konvi und bio, ackerbau,viehalung und soger winzer sollen dabei sein, an der stelle stellt sih mir die frage wie kann ein verband wie die abl der auch konventionell wirtschaftende mitglieder hat zusammen auf ein und der selben demo gegen pflanzenschutzmittel auf die strasse gehen….? dann stellt sich mir die frage wie kann die abl die auch tierhalter in ihren reihen hat bei der demo mit verbänden gemeinsame sache machen, die die tierhaltung am liebsten weg haben wollen…. in meinen augen arg widersprüchlich….
        Wären die mitglieder der abl nicht besser bei WMES aufgehoben? wo keine verbände am start sind die unsere wirtschaftsweise permanent an den pranger stellen,wo keine ngo´s sind die bauerbashing bis zur extase perfektioniert haben…

        Herr ilchmann, ich frage mich ernsthaft wie man gemeinsame sache machen kann mit leuten die viel fordern, aber keine antworten in der tasche haben wie es funktionieren soll,wie man es finanzieren soll…. denn wir wissen doch alle, unter welchen bedingungen wir in unserem land arbeiten müssen, egal obb nun energie oder lohn kosten, ob steuern, ob auflagen,gebühren usw wir liegen ganz weit forn damit, alle um uns rum haben bis auf wenige ausnamen nicht mit diesem wust zu tun, und warten nur darauf das wir uns selbst das bein stellen… und genau das tut man als landwirt wenn man sich gemeinsam seit an seit mit denen zeigt die alles anders machen wollen,aber nicht bis zur landesgrenze denken können. daran denkt keiner,niemand spricht darüber das wir mitten in der eu leben, das wir mit der halben welt freihandel haben, nein, es geht vereinfacht gesagt um blumen und bienen…

        9+
  17. Ottmar Ilchmann sagt

    Bist du enttäuscht, Willi, dass du diesmal nicht als Redner eingeladen bist? Schade, ich hatte bei vielen Beiträgen von dir im vergangenen Jahr den Eindruck, dass du offener und gesprächsbereiter geworden bist. So schlecht war doch die Resonanz auf deinen Auftritt bei WHES gar nicht. Natürlich finden Gespräche auf allen Ebenen statt, es sind aber auch dicke Bretter zu bohren. Da braucht man Geduld und langen Atem. Selbst ein Bauer Willi dreht die agrarpolitische Diskussion nicht innerhalb eines Jahres 😉

    4+
    • Christian Bothe sagt

      Vollkommen überflüssig und Bauer Willi hat das schön formuliert.Das Ihr Verein da auch mitmacht,zeigt wie es um die AbL und ihre Ziele bestellt ist…

      7+
        • Christian Bothe sagt

          Nö,warum sollte ich das tun? Wir haben genug Fachkompetenz in der LW+ NGW und der Bauernschaft auch ohne Vereinsbindung.

          1+
    • Bauer Willi sagt

      @Ottmar,
      nein, das ist sicherlich nicht so. Und ich bin immer noch so gesprächsbereit wie immer. Aber da muss auch jemand sein, mit dem man sich unterhalten kann und der den Dialog auch sucht! Wo sind die Gesprächsangebote von WHES? Wo treffen normale Landwirte auf die Kritiker? Jeder bleibt schön unter sich. Und da meine ich durchaus beide Seiten.

      Ich werde daher während der Grünen Woche ein Streitgespräch mit Prof. Weiger vom BUND führen. Mal sehen, ob der an Landwirtschaft interessiert ist. Wenn man auf die Homepage des BUND geht, können einem da durchaus Zweifel kommen.

      Was die Resonanz angeht: Außer einem Youtube-Video war doch nichts! Und von einem „wir finden das gut“ verändert sich nichts.

      Das wir beide ganz gut miteinander können, finde ich prima und ich wünsche mir, dass das auch so bleibt. Vielleicht lädt mich ja mal die AbL zu einem Streitgespräch ein. Bisher war da „tote Hose“…Oder habt ihr Angst… 🙂 🙂
      Beim BDM war ich schon…
      Bauer Willi

      4+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Hallo Willi,
        Hubert Weiger ist ja einer der wichtigsten Repräsentanten und Hauptredner von WHES. Insofern läuft doch der Dialog! Du wirst feststellen, dass er nicht nur an Landwirtschaft interessiert ist, sondern auch ein großer Freund und Befürworter bäuerlicher Landwirtschaft ist.
        Dass die AbL dich noch nicht eingeladen hat, könnte an der Furcht vor deinen Honorarvorstellungen liegen 😉

        2+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      @Ilchmann, diese Ironie hättest Du Dir sparen können. Wer wenn nich Willi wäre in der Lage ebend diese dicken Bretter zu bohren? Du etwa , das kan ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ottmar, Schuster bleib bei Deinen Leisten!!!!

      0
        • Bauer Willi sagt

          Ich bin gespannt, wie Herr Weiger reagiert. Ich habe mir die Videos von den WHES-Demos von 2012 bis 2018 angesehen. Na ja…

          Und jetzt sage nicht, dass man bei so einer Demo halt mal „so richtig vom Leder ziehen müsste“. Kann ich ja irgendwie noch verstehen, aber es schreckt die ab, die es trifft. Entscheidend ist nicht was gesagt wird, sondern wie es beim Hörer ankommt.

          Was ein Treffen mit der AbL angeht: ich könnte mir sogar vorstellen, nur gegen ein gutes Essen (gerne auch vegetarisch oder vegan) zu kommen. Du siehst, man kann mit mir reden 🙂 🙂

          1+
  18. Obstbäuerin sagt

    Ich hab mal nachgedacht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
    Sollten Glyphosat und Neonicotinoide aufgrund der Forderungen von WIR HABEN ES SATT mit sofortiger Wirkung verboten werden, muss ich eine Lösung für unseren kleinbäuerlichen Betrieb finden. Was kann ich als Obstbauer jetzt machen? Das Unkraut mechanisch beseitigen – handhacken oder Maschine kaufen? Der Mindestlohn steigt – handhacken ist zu teuer – also Maschine kaufen auf Kredit. Schädlinge, Pilze, Viren und Bakterien bedrohen meine Ernte – umsteigen auf mehr Kupferpräperate, Schwefel und pflanzliches Pyrethrum. Letzteres wird in Afrika aus Chrysanthemen gewonnen und besetzt dort immer größere Flächen, die für die notwendige Nahrungsmittelproduktion der Afrikaner blockiert werden. Außerdem belastet die höhere Aufwandmenge an Kupferpräparaten die Umwelt, da sie schwer abbaubar sind. Darüber hinaus sind diese Mittel sehr teuer. Meine Erlöse können die Kosten in der Zukunft nicht mehr abdecken.
    Ich könnte auf Bio umstellen, weil ich dann mehr Förderung bekomme aber nach Analyse des Marktes werden gar nicht so viele Bio-Äpfel nachgefragt, der Markt ist zu. Meine Äpfel kann ich nicht teurer verkaufen, weil billige Angebote vor allem aus Polen den Preis drücken. Dort dürfen auch weiterhin die bei uns verbotenen Mittel verwendet werden.
    Meine Frage an die Akteure und Befürworter von WIR HABEN ES SATT.
    Welche Empfehlung haben sie für mich, als Kleinbauern, den sie ja unterstützen wollen ?

    11+
    • fingerphilosoph sagt

      Vielleicht kannst Du Dich nach einer zusätzlichen Einkommensquelle umsehen, zumindest solange, bis sich herausstellt, dass die BIO-Lösung für ALLE so nicht funktioniert. Vielleicht Ferien auf dem Obsthof anbieten oder für Städter formidable Bauernhochzeiten ausrichten oder so was halt. Ist vielleicht nicht gerade das, was Du Dir vorstellst, aber es besteht doch die Hoffnung, dass der grüne Hype wegen Nicht-Praktizierbarkeit in sich zusammenbricht.

      3+
      • Obstbäuerin sagt

        Danke, Fingerphilosoph, für Deine Vorschläge. In der Tat würde ich mich aus der Landwirtschaft verabschieden, wenn ich 10 Jahre jünger wäre. So bleibt mir nur die Hoffnung, dass sich die Veränderungen noch ein paar Jahre (möglichst 4 oder mehr) hinziehen und bis dahin werden wir unseren Betrieb weiterführen aber es ist ja nicht nur unser Problem. Es gibt da noch mehr Obstbauern, die so oder ähnlich betroffen wären.

        1+
  19. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, ich bin zwar öfter von langen Beiträgen hier im Blog genervt und diese sollten nicht wie in letzter Zeit zum Standard gehören. Heute muß ich aber ein mal auf diese Form zurückgreifen. In seiner Jahreszusammenfassung für 2018, hat der Chefredakteur der Bauernzeitung Dr. Th. Tanneberger, was die jährlichen Demos anlässig der Grünen Woche
    betrifft eine bemerkenenswerte Einschätzung veröffendlicht.
    “ Demo – Krach und leise Worte“
    „Ihr habt recht und wir hoffendlich bald unsere Ruhe“ – diesen Spruch dürften sich viele Landwirte bei den Nachrichten über die im Umfeld der Grünen Woche in Berlin wieder abgelaufene agrarpolitische Demonstration gedacht haben.
    Die Akteure der Bauerndemo “ Wir machen Euch satt“ verzichteten nähmlich 2018 auf die dierekte Auseinandersetzung mit den Schreihälsen von “ Wir haben es satt“und konzentrierten Ihre Kräfte auf regionale Aktionen.Während über deren Erfolge nie so richtig etwas bekannt wurde und die Bauernverbände in dieser Sache nach wie vor auf Tauchstation verharren, grölten die bevölkerungsspendenfinanzierten Lautsprecher von BUND, Greenpeace,Pete und Grünenpartei umso lauter, wasa sie von der Landwirtschaft alles (aber bitte kostenlos) erwarten und haben wollen.
    Als Lichtblick konnte man interpretieren, dass auf der Kundgebung erstmals auch Vetreter der konventionellen Landwirtschaft zu Wort kame.

    Der im Internet bekannte Blogger „Bauer Willi“ rief die Akteure zur Besonnenheit in der Agrardiskusssion auf und forderte “ miteinander zu denken und dabei öfter auch einmal aneinander zu denken“ . Ein Satz der mir über das ganze Jahr hinweg immer wieder in denSinn kam.
    Danke, Willi!

    8+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Einfach mal hinfahren, Brandenburger, ist ja nicht so weit von dir, und dir selber einen Eindruck verschaffen. Die vorgegebene Interpretation durch die bauernverbandsgesteuerten Landwirtschaftsblätter ist leider doch sehr einseitig. Schlagworte wie „Schreihälse“, „grölen“ und „Lautsprecher“ disqualifizieren einen Bericht doch schon eindeutig als billige Meinungsmache. Mir unverständlich, wie man seine Informationen aus einer solchen Quelle beziehen kann.

      2+
      • Obstbäuerin sagt

        Wenn man durch die Forderungen der Demonstration in seiner Existenz bedroht wird, braucht man keine vorgegebene Interpretation, Herr Ilchmann. Vielleicht haben Sie ja eine Idee zu meinem oben geäußerten Anliegen?

        7+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        @Ilchmann. Moin der Fokus meines Beitrages war eigendlich auf das auftreten von Willi gerichtet und wie er sich dort verhalten hat. Leider nimmst Du ja darauf keinen Bezug und verfällst gleich wieder in Medienschälte.
        Die Bauernzeitung ist im Osten unseres Landes das meist gelesene landwirtschaschaftliche Wochenblatt. Es ist nicht wie Du vermutest ein bauernverbandsgesteuert Wochenblatt. TOP-AGRAR und die vielen anderen die sich hier am Markt tummeln werden kaum wahr genommen.
        Das hat einen sehr trifftigen Grund. Hier, findet noch kritische Berichterstattung im wahrsten Sinne des Wortes statt, was den Lesern besonders gefällt. Eine der kritischten Personen dabei ist ebend dieser Chefredakteur. Da ist nichts mit billige Meinungsmache wie Du es so gerne sehen möchtest. Hier wird über Fakten berichtet.

        4+
  20. Arnold Krämer sagt

    Wer sich die Forderungen genau anschaut, wird relativ schnell erkennen können, dass es nicht so sehr um die Fragen einer effizienten, umweltschonenden, tiergerechten Produktion von Lebensmitteln geht, sondern um die Kritik an den Auswirkungen unsres Wirtschaftssystems. Höfesterben und Strukturwandel wird es auch in der Ökolandwirtschaft geben, weil das Wachsen (Lernen) und Weichen systemimmanent ist und sogar charakteristisch für unser aller Leben ist. Nur im Sozialismus waren die Strukturen bis zum endgültigen Verfall stabil. Aber alle waren materiell gleich oder fast gleich arm und die Umwelt mehr als belastet. Die deutsche Gesellschaft ist wieder auf dem Weg dahin.

    13+
    • Arnold Krämer sagt

      Es muss nicht um Kompromisse gehen, sondern um die Frage wie müssen die Rahmenbedingungen (ordnungsrechtlich und förderrechtlich) gestaltet sein, damit Übertreibungen und Fehlentwicklungen unterschiedlichster Art weitgehend verhindert werden oder sogar rückgängig gemacht werden, ohne die Menschen auf den Höfen einerseits zu überfordern und andererseits ihre Leistungsbereitschaft zu untergraben und zu zerstören.
      Die Forderungen der Veranstalter beschleunigen eher die ungewünschten Prozesse, als dass sie sie verzögern oder unterbinden. Aber vielleicht ist auch das insgeheim gewollt. Denn je größer die Unternehmen sind, um so eher kann man die klassische „Eigentumsfrage“ stellen.

      11+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Ihrem ersten Absatz stimme ich uneingeschränkt zu, lieber Herr Krämer. Das Eigentum sehe ich allerdings weniger bedroht durch die Aktivitäten der WHES-Demonstranten als durch die unerbittliche Logik des Verdrängungsprozesses in der Landwirtschaft, wie sie gerade bei uns im Nordwesten Niedersachsens zu beobachten ist. Man verliert seinen Hof schneller durch ein überzogenes Bauvorhaben als durch die Diskussion über Ringelschwänze oder Insektenschutz.

        2+
        • Arnold Krämer sagt

          @Ottmar Ilchmann
          Ja, manche Landwirte trauen sich zuviel zu. Sie beherrschen die Größe nicht. Ein Unternehmen muss aber auch nicht unbedingt groß sein, abgesehen von einer Mindestgrösse, die eine produktive Beschäftigung zulässt. Weil Einkommen in der Landwirtschaft zunächst immer überwiegend Arbeitseinkommen ist, darf es aber keine „versteckte Arbeitslosigkeit“ geben. Ein Unternehmen muss immer stark sein, sonst wird kein Geld verdient, werden keine Steuern bezahlt, aber die Produkt- und Pachtmärkte unnötig lang (in der Landwirtschaft besonders lang) belastet. Ich würde den Abl‘ern ja gerne etwas mehr erzählen zu den Themen Unternehmensführung, Wachsen, Weichen etc.

          5+
          • Paulus sagt

            @ Arnold Krämer,
            wahrscheinlich einer der klügsten und wirklich tiefgründigen Kommentare hier. Größe an sich ist ein Begriff ohne Wert. Man muss sie im Falle des Erreichens allerdings beherrschen bzw. höheren Anforderungen gewachsen sein. Bei den erfolgreichen LM-Produzenten hier im Rheinland und auch in anderen Regionen scheint mir das der Fall zu sein. Ich vermute mal, die haben sich von dem ursprünglich bäuerlichen Denken weitgehend verabschiedet und denken in ganz anderen Kategorien. Es werden wohl eher die wirtschaftlich gesunden und großen Betriebe sein, die z.B. den Wunsch nach besserer Tierhaltung und was da noch so alles im Raum steht, erfüllen können und erfüllen werden. Bei den übrigen sind umso mehr Kreativität und das Schauen über den eigenen Horizont hinweg gefragt. Ist in anderen Branchen schließlich auch nicht anders.
            Was bei mir z.B. auf Unverständnis stößt ist, dass Schweineställe mit Auslauf, aufgrund welcher VO auch immer, angeblich nicht genehmigungsfähig sind. Aber dafür demonstriert dieses angekarrte Herdenvieh ja auch nicht. Ich behaupte mal, die wissen überwiegend gar nicht für oder gegen was sie überhaupt durch die Straßen ziehen. Die üblichen Demonstrationsnomaden halt.

            1+
            • Arnold Krämer sagt

              Das Baurecht in seiner ganzen Breite (inclusive Bundesimmissionsschutzgesetz und TA Luft) wird von Bundesland zu Bundesland und dort auch noch von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich angewendet. In den Schweinehochburgen im Nordwesten ist man seit ein paar Jahren seitens der Behörden sehr restriktiv unterwegs. Dort besteht aber wegen der vorhandenen Infrastruktur rund ums Schwein auch das größte Interesse an baulichen Veränderungen im Sinne von mehr Tierwohl. Dort wird seitens der Behörden blockiert, während in den vieharmen Regionen die bauwilligen Landwirte dann oft von Bürgerinitiativen ( z. B. unterstützt von E. Niemann) ausgebremst werden.

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    • bauerhans sagt

      ich hatte um 1975 die möglichkeit,die landwirtschaft in mcpomm über private kontakte live zu erleben.
      da gabs private eigeninitiative über tauschwirtschaft,dass ich nur gestaunt habe.
      fürs rübenhacken gabs futtergetreidedeputat und ein traktorist hatte „verträge“ mit privatleuten,die ihm ihr deputat zur verfügung stellten,er versorgte sie dafür mit festagsbraten.
      auch brot aussem ho wurde massenweise verfüttert.
      um an autoersatzteile zu kommen,gabs kontakte zu taxifahrern nach berlin,die z.b. einen halben jungbullen abnahmen und dafür die gewünschten teile besorgten.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Mir hat 1991 ein ehemaliger LPG Leiter erzählt, dass sie noch einige Hühner hielten. Eier wurden an den Staat verkauft für 50 Alu Cent, im Laden wurden wiederum die selben Eier für 30 Cent gekauft, um sie anschließend sie wieder an den Staat für 50 Cent zu verkaufen. Das nenne ich mal Marktwirtschaft, davon kann der jetzige Hühnerhalter nur noch träumen.

        Derselbe Mann hat auch erzählt, wenn es seine Auto zur Wartung bringen wollte. bekam er vor 3 Tage keinen Termin. Dann sagte er nur, der Monteur solle mal nach dem Kofferraum schauen, da wäre auch noch was zur Reparatur. Bein Anblick der 2 Flaschen Wein, kam dann die Antwort, in 2 Stunden ist die Reparatur erledigt. 🙂

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