Bauer Willi
Kommentare 39

Werde ich exkommuniziert?

Ich bin katholisch und traditioneller Bauer (also konventionell). Das findet die katholische Kirche nicht gut.

https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/konventionelle-agrarwirtschaft-tritt-den-herrgott-mit-fuen

Da fehlen mir die Worte…

Euer Bauer Willi

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39 Kommentare

  1. James Taylor sagt

    Tja, dann ist Bauer Willi nun im A…, denn seit 1870 gilt die Infallibilitas, die Unfehlbarkeit.
    Also, wohin mit Dir Haeritiker?
    Vielleicht in die Hoelle? Nein, zu viel Unterhaltung.
    Vielleicht in den Himmel? Nein, Bauern haben oft Hoehenangst.
    Ich hab‘s, ab in die BOELW, den Bund Oekologische Lebensmittelwirtschaft.

    0
  2. ottmarWelker sagt

    Die Katholische Kirche im Privatradio bringt am 18.8.: Kath. Landvolk kritisiert Bienen Volksbegehren und am 19.8. Kath. Landvolk : der Vorwurf an Landwirte ist unverschämt, Frater hatte konventionelle Landwirtschaft als „Fußtritt“ für Gott bezeichnet.

    Ein jetzt pensionierter evangelischer Pfarrer brachte bei der Taufe eine Taufpatin zum Weinen, neben dem getauften Kind stehend, laut und empört rufend „werde du wenigstens nicht so ein Mensch, der die Schöpfung mit Füßen tritt.
    Irgendwo kam ihm dasselbe, als etwas widerlich empfundenes, trotzdem existierendes Unwertes in den Sinn wie dem Frater Schmidt und getroffen wurden die „Russlanddeutschen“ insgesamt.

    In den Jahren nach den 68iger hatten deren Vikargeneration die Gesellschaftkritik in die Kirche mit eingebracht, als Muss ist sie jetzt Pflicht.
    Der Irak-Iranischen Krieg endete grausam und ohne einen Sieg oder Niederlage abrupt. Kein arabischer oder Prager Frühling verhieß eine Befreiung oder gab ihm einen Sinn. Dazu aufgestachelt vom harten Kern auf beiden Seiten.

    1+
  3. Thomas Apfel sagt

    Das Gegend bei Plankstetten hat zwischen 60 und 70 Bodenpunkte, tonige, humose (3 – 7 % Corg) Kalkhaltige Böden mit bester Fruchtbarkeit bei 750 bis 850 mm Jahresniederschlag.
    Die Klöster waren schon immer Wirtschaftsunternehmen, die sich per Macht der Kirche und des ihr verbundenen Adels die besten Fleckchen angeeignet haben. Von den Klöstern ging schon im 13. Jhd. das „Bauernlegen“ des Frühmittelalters aus. Freunde der Bauern waren die Pfaffen nie. Darüber hat die Verbundenheit der Süddeutschen Bauern mit der katholischen Kirche 150 Jahre lang hinweggetäuscht. Ja, Liebe Bauern, jetzt seid ihr wieder einmal, wie schon so oft in den letzten 1.500 Jahren ein Störfaktor für die Weiterentwicklung der Kirchen. Mein Erstaunen darüber hält sich in Grenzen !
    Aus dieser Situation heraus hat dann das Kloster gut Quaken und Moralpredigen. Ansonsten sind das Begleitgesänge zum Gesamtmarketingkonzept des „BioKlosters“und wenig hilfreicher fachlicher Müll, der die Fronten verhärtet.

    12+
    • bauerhans sagt

      „Die Klöster waren schon immer Wirtschaftsunternehmen, die sich per Macht der Kirche und des ihr verbundenen Adels die besten Fleckchen angeeignet haben.“

      unser bodenkundedozent Rödel hatte uns damals darauf aufmerksam gemacht,dass die klöster um höxter/paderborn herum,eichenwald auf 70er/80er böden hatten,die bauern dort aber auf 30er schotterplatten wirtschaften mussten.

      5+
  4. Günter Reichard sagt

    Da bin ich ja richtig froh, dass den zumindest konventionellen Bauern die
    Absolution verwehrt wird, ich wollte meine zweite Frau kirchlich heiraten,
    war aber schon einmal katholisch verheiratet, also wurde mir die kirchliche
    Heirat verwehrt.
    Ich komme dann mit den Konventionellen Bauern in die Hölle und darf Kartoffeln braten.
    Schönen Abend aus Südtirol

    13+
    • Bauer Willi sagt

      Du wirst Dich wundern, wen Du alles in der Hölle triffst. Wird sicher eine interessante Runde…ich liebe Bratkartoffeln!!!

      11+
      • bauerhans sagt

        „…ich liebe Bratkartoffeln!!!“

        ich war heute abend auf Burg Vlotho im El Catillo.
        da gibts Patatas,die schmecken sagenhaft.

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        • Paulus sagt

          Bauerhans, Kartoffen mit Aioli oder sonst was zu übergießen kann jeder. Selbst ein ostwestfälisches Restaurant mit gefühlt 120 Gerichten auf der Karte.
          Die Kunst ist es eine Knolle so zuzubereiten, dass man eine Kartoffel schmeckt so wie sie nun mal schmeckt.
          Am einfachsten war das früher mit den Schweinekartoffeln aus dem Dämpfer, die schmeckten wirklich sagenhaft.
          Ich garantiere dir, ein Edelrestaurant z.B. in D‘-dorf könnte damit Erfolg haben.
          Fetter Speck, vornehm als Lardo bezeichnet, Steckrüben, Schmalz und ähnliches sind in der gehobenen Gastronomie doch schon längst angekommen bzw. unverzichtbar. Warum sollte es bei Pomme de terre pour cochons oder so anders sein?
          „Damit sie der Genuss des urwüchsigen Geschmacks in seiner vollen Tiefe erreicht und Zunge und Gaumen in Verzückung geraten, servieren wir Ihnen die Pomme de terre bewusst ohne Sel de Fleur und ohne Beurre marin.“
          Und schon fressen die Schickimickis Schweinekartoffeln. Wetten?

          4+
    • Altbauer Jochen sagt

      Lieber Günther,
      ich glaube wir landen alle mal auf der gleichen Schlingelbank
      egal was wir auf Erden geglaubt haben (oder auch nicht)
      bin auch katholisch getauft, meine Frau evangelisch,
      brat du die Kartoffeln, ich bring das Fleisch mit!
      Schönen Gruß aus dem Norden

      3+
  5. bauerhans sagt

    der pastor zur anstellung,den ich um 1990 erstmals getroffen hatte,machte mir gegenüber vorwürfe,insbesondere zur tierhaltung.
    ich hatte damals der kirche den rücken gekehrt.

    7+
  6. BerndK sagt

    Die Kirche möchte doch nur darstellen, dass neben Missbrauchvowürfen, verquerter Sexualmoral, sprudelnder Kirchensteuer, bischöflichen Prunkbauten usw., ihre Leistungen als Vorreiter der aktuellen Öko-Diskussion gewürdigt werden sollten, sozusagen als moralisches Gegengewicht zu diesen ewigen Vorwürfen. Und dass sie gar nicht so verkrustet ist, wie sie sich mir in den letzten Jahren präsentiert hat. sondern schwer innovativ und das sie sich Sorgen um die Schöpfung macht.
    Wieder ein Bausteinchen mehr, das mich an einen Austritt denken lässt.

    7+
    • Paulus sagt

      Bernd K, der Korrektheit muss ich hinzufügen, dass der Orden der Benediktiner nicht gleichzusetzen ist mit der kath. Kirche schlechthin. Es gibt da, neben allen Verfehlungen der Vergangenheit auch durchaus Lobenswertes, was ich von dem Klerus außerhalb der Ordensgemeinschaften so nicht behaupten kann. Soviel Ehrlichkeit muss sein.
      Die Äußerung dieses theologisch angelernten Fraters, den ich mal als guten Schweinehirten bezeichnen möchte, dass ein landwirtschaftlicher Lehrling zwar nicht in den Orden der Benediktiner eingetreten ist, aber „immerhin“ Jesuit geworden sei, halte ich für voll daneben.
      Dem hätte ich als Vater Abt die Ohren langgezogen.

      5+
      • Bauer Willi sagt

        @Paulus
        Dem Frater ist nichts vorzuwerfen, im Gegenteil, er ist von seiner Sache überzeugt und steht dazu. Ist für mich völlig in Ordnung.

        Was mich erschreckt ist die Tatsache, dass die Redaktion von katholisch.de dieses Interview offensichtlich bewusst geführt und mit der pauschalen Kritik nur an den konventionellen Bauern veröffentlich hat. Damit ist es in meinen Aussagen eine offizielle Verlautbarung der katholischen Kirche. Wenn das Interview im „Straubinger Tageblatt“ gestanden hätte, wäre mir das völlig egal und ich hätte es auch keines Blickes gewürdigt.

        Ende September werde ich wieder gefragt, ob ich mit Trecker und geschmücktem Wagen am Erntedankfest mitmache „weil die Leute das so nett finden“. Vor zwei Jahren haben die unser Gemüse vom Wagen geklaut. Während des Gottesdienstes, sonst hätte ich das mitbekommen. Ich habe langsam „den Kaffee auf“…

        10+
  7. Paulus sagt

    Hinter geschützten Klostermauern und in einem Umfeld aus gläubigen katholischen Abnehmern, sowie mit diversen außerlandwirtschaftlichen Geldquellen hat man gut reden. „Ora et labora“ ist bei den Brüdern schon zutreffend, wobei der Schwerpunkt eher auf labora liegt, und zwar im reinsten kapitalistischen Sinne, in der Vergangenheit z.T. sogar durchaus menschenverachtend. Benediktinerklöster waren nie etwas anderes als schnöde Wirtschaftsunternehmen, sogar Vorreiter moderner LW. Allein von Spiritualität konnten die Brüder und Schwestern nicht existieren.
    Es gibt da genügend Beispiele die ich bei Bedarf gerne erläutere. Ich bin ehemaliger Klosterschüler eines Gymnasiums der Benediktiner (mit LW) und war mangels Fahrgelegenheit Mitgefangener in einem Konvikt, hatte also sozusagen die volle Dröhnung. Im Nachhinein war und bin ich durchaus dankbar für diese Ausbildung, jetzt bin ich nicht ohne Grund Atheist. Mit seinen eher esoterischen Gefühlsduseleien darf mir dieser Frater Richard Schmidt nicht kommen.
    Und lieber Willi, bevor eine Exkommunikation ausgesprochen wird bedarf es anderer Vergehen, da musst du dich noch gewaltig anstrengen. So schnell verzichtet die Kirche nicht auf deine Taler.

    14+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Kommt man in den Himmel, wenn man bei denen einkauft?

      Das wäre wie beim Pfarr-fest, da darf der Ehemann sich einen ansaufen, ohne dass es seitens der Ehefrau Einwände gibt, sisch für ä guder Zweck. 😉

      6+
  8. Bernd Schwintowski sagt

    Ein Geistlicher, der über einen Menschen, der zu Gott gefunden hat, urteilt, „Er ist zwar kein Benediktiner geworden, aber immerhin Jesuit“, verwirkt bei mir das Recht auf Glaubwürdigkeit, denn in dessen Aussage blitzt eine absolutistische Haltung auf, die ich nicht teilen möchte.

    3+
  9. Walter Parthon sagt

    Artikel Bauernverband SW
    „Wer die Schöpfung so ausbeutet wie die konventionelle Agrarwirtschaft, habe ich gedacht, tritt den Herrgott mit Füßen. Das ist ein widermenschliches System, wir schaden uns selbst damit. Denn wir sind ja Teil der Schöpfung.“
    Frater Richard, Abtei Plankstetten
    Jetzt handeln die Bauern schon gegen den Schöpfer? Es ist schon arrogant, wenn eine katholische Abtei Menschen, die täglich so nah an der Natur sind, deren Landwirtschaft auf der Basis deutscher und europpäischer Rechtsordnungen steht, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat, die ressourcenschonender arbeitet als je zuvor, die übrigens täglich Milliarden Menschen mehr ernähren als Misereor, ein christliches Dasein abstreitet, weil sie eben dies tun: Dem Menschen mit Mitteln zum Leben dienen.
    – Ist es die Aufgabe der Kirche, Menschen auszugrenzen statt sie zu gewinnen?
    – Besteht der Ablass heute im Ökolandbau?
    – Ist das Gewissen heute grün statt rein?
    Bitte nehmt die Bauern mit!

    10+
    • Thomas Apfel sagt

      Bei den Evangelen hier bei uns im Osten hat die Antihaltung gegen die Landwirtschaft Tradition. War ja auch von den Fronten her klarer: auf der einen Seite die großen Landwirtschaftsbetriebe mit klar atheistischer ideeologischer Begleitmusik, auf der anderen Seite die Verklärung des verloren gegangenen Bauerntums. Das war der Nährboden auch für die heutige Feindseligkeit gegenüber der konventionellen Landwirtschaft. Die Kirchen hatten schon zu Ostzeiten eigene Landwirtschaftsbetriebe, meist in Zusammenhang mit Behindertenbetreuung, und haben sich als „ökologischer Gegenpol“ zur Modernen Landwirtschaft empfunden. Heute verbünden sich die Grünen, die Kirchen und sogar die Linken zu einer Allianz gegen die konventionelle Landwirtschaft.
      Zur diesjährigen „Umweltwoche“ z.B. hat unser neuer Oberbürgermeister (Linke) nichts besseres zu tun, als mit Schülern eine Radtour in den hochsubventionierten BIO_Betrieb des evang. Wichernheimes zu machen, mit dem Anspruch „wir zeigen der Jugend, wie man Landwirtschaft richtig macht“. Wir haben im Stadtkreis aber mehr als 30 größtenteils Bäuerliche Familienbetriebe, die sich mit den wirtschaftlichen Herausforderungen der LW in echt rumschlagen müssen. Die werden aber als Feinbild wahrgenommen.

      5+
        • ottmarWelker sagt

          Pfarrer Friedrich Schorlemmer, geboren 1944, hat bei einem Treffen von Kirchenmitgliedern einer evangelisch-deutschen Gemeinde in Tokio auf einer Veranstaltung im Hakone Nationalpark am Berg Fujiama 1996 sehr anschaulich die Vorgänge aus der Erinnerung anderer bei im gebliebenen Eindrücke an die vorrückende russische Armee berichtet.
          Von seinen vom Vater durch Singen beruhigten Geschwistern, der die Gefahr abwenden versuchte, der nur ausgetauschten Obrigkeiten, Hindenburg, Hitler, DDR Ministerpräsidenten und Wiedervereinigungskanzler Kohl.

          Gerade aus der VR China zum ersten Mal in Schanghai zu Besuch gewesen, fand ich Anschluß an interessante Teilnehmer, wie ihn, deutsche Juristen und Lehrer. Eine Familie war zu Besuch aus Südkorea dabei und litt unter den schon damals straken Spannungen unter Nachbarländern.

          Dass die Gegensätze Pfarrer und Arbeiter und Bauern auftraten, hat sein Beispiel gezeigt, wo jemand seinem Vater als Pfarrer heftig vorwarf die neue Lehre Darwins, dass der Mensch vom Affen abstamme, zu leugnen, abzuweichen von der Realität.
          Das Elitäre, ausgewählt zu sein und eine Dauerarbeit, Sicherheit zu haben und schnell urteilen zu können, was gut und richtig sei, als Gewinner dastehend aus eigenem Verdienst und Recht, war mir schon bei einem ehemaligen Angehörigen der Akademie der DDR Pflanzenbauwissenschaften aufgefallen.
          Krass dagegen, den Nöte einer nicht fest angestellten deutschen Dozentin zuzuhören, die den Ratschlag ihres Mannes nicht befolgt hatte und nun um ihre Anstellung bangen müsse, da sie ersetzt werden sollte von Einheimischen, trotz Erfahrung und den Verdiensten anderen Menschen etwas beigebracht und nicht weggenommen zu haben.
          Sie würde wieder so handeln müssen; gegen Karriere und Familienfrieden.
          Die lückenlos auf der homepage aufgelisteten Beiträge von F.S. bestärken mich in meinem Eindruck von damals.
          Seine Frage an mich damals als vermuteten Kenner japanischer oder asiatischer Sitten, beantwortet meine Frau mir erst neulich, indem sie öfters Papier verbrennt für die Mutter, auf Anraten der Tante, weil diese Generation glaube, dass dadurch etwas besser werde als Buddist.
          Immerhin mussten wir vor 20 Jahren, als meine Frau nach der Hochzeitfeier nachts mit brennenden Stäbchen in der Erde Ende Oktober bis zum völligen Abbrennen ausharren und frieren ohne Erklärung für das Tun.
          Ob es hilft oder nicht ist nur zu bereuen, wenn es versäumt wurde, genau wie reden ohne bessere Lösung.
          Von sich selbst ausgehen und schnell eine sinnreiche Erklärung für einen Vorgang oder Phänomän in den Raum stellen können beeindruckt oder wenn das Gegenteil eintritt, ist auch nicht schlimm, solange es selbst nicht durchgeführt wird.
          Problem nicht lösen, sondern nur die Richtung andeuten, wie Ex Verteidigungsminister Volker Rühe. Sie, die CDU, hätten als politischen Trumpf als Strategie des Generalsekretärs V. S. noch die ungelöste Frage der Zuwanderer, um Wähler an die Partei zu binden.
          Aus der Schweiz gibt uns in der Neuen Züricher Zeitung mittlerweile ein früherer Antreiber weiter Ratschläge, nämlich Aufgenommene unbedingt mit Arbeit zu beschäftigen, ohne dass er aus der Schweiz dafür bezahlen muß, wie seine eigenen Kinder seien sie nun zu behandeln.
          Da war mir ein junger Ostdeutscher lieber, der von zu Hause weg ging, gemeinsam in der Jugendherberge in Leipzig im Zimmer übernachtete, von selbst erlebten schlechten Wohnverhältnissen in Russland erzählte, von Hamburg, wo er jederzeit eine bezahlte Arbeit finden könnte, ohne weiter lernen zu müssen und BK Kohl in seiner Anwesenheit auf einer Kundgebung NICHT versprochen habe, daß bald blühende Landschaften in seinem ostdeutschen Beitrittsgebiet entstünden. Der Goldene Westen als Paradies und Traumland.
          Sprachloses Staunen bei einem weiteren Zuhörer.

          0
  10. Kirsten Wosnitza sagt

    Was ich nicht verstehe und schon gar nicht hilfreich finde ist der Ton in dem über die konventionelle Landwirtschaft geredet wird. Ein Vertreter der Kirche sollte per se das Verbindende und nicht das trennende im Blick haben. Er kann ja trotzdem fest zu seinen Überzeugungen stehen.

    16+
  11. Kirsten Wosnitza sagt

    Willi ich kann Deine Entrüstung verstehen

    Aber in dem Interview wird noch mehr behandelt als der eine Punkt.

    Was sagst Du zu den anderen Aspekten?

    1+
  12. kritischer Leser sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Aber hat der Frater nicht Recht? Seine Wortwahl ist in machen Ohren provokant, aber seine Argumente sind doch stichhaltig. Es ist doch eine unbestreitbare Tatsache, dass die (konventionelle) Landwirtschaft der letzten 80 Jahre (und immer extremer in den letzten 50 Jahren) nur sehr bedingt resourcenschonend gearbeitet hat. Diese Selbstreflektion ist doch nicht zu viel verlangt.
    Was die Gesellschaft als Ganzes begreifen muss, ist dass diese Arbeitsweise ganz entscheidend zu unserem Wohlstand beigetragen hat! Nun, da wir aber die Konsequenzen unseres Handelns und unseres Wohlstandes erkennen, müssen wir uns ganz scharf überlegen was wir daraus lernen wollen.
    Die Kirche ist (zu einem gewissen Teil) immer noch ein Teil unseres Gesellschaftssystems, insofern finde ich es nicht verwerflich wenn sie sich an der Diskussion zu diesem Prozess beteiligt.

    3+
    • Obstbäuerin sagt

      Ich lerne jetzt mal daraus, kritischer Leser, dass Du ein Bauer sein musst, denn Du sprichst ja davon, dass wir die Konsequenzen unseres Handeln erkennen müssen und was wir daraus lernen wollen. Meine Konsequenzen habe ich nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller praktischer und theoretischer Kenntnisse gegenüber dem Bio-Obstanbau bereits ohne Dich gezogen und bleibe guten Gewissens dem konventionellem Anbau treu.
      Es gibt wohl niemanden mehr in unserer Gesellschaft, der Landwirtschaft nicht besser betreiben könnte, als der konventionelle Bauer. Deshalb schlage ich vor, dass wir ein Rotationsprinzip einführen. Jeder muss im Laufe seines Lebens fünf (5) Jahre einen Betrieb übernehmen und so wirtschaften, dass er im Einklang mit seinen Forderungen all seine Vorstellungen in die Tat umsetzen muss.

      14+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Werter kritischer Leser,

      es ist nicht Ehrenrührig, auch als Landwirt einen gerechten Lohn zu fordern.

      Bei der Benediktinerabtei Plankstetten handelt es sich um ein Wirtschaftsunternehmen, wobei mir nicht klar ist, ob die Abtei und die Pater/Fater alleine sich vom Unternehmen finanziert, oder noch Geld von außerhalb kommt.

      Dass diese Arbeitsweise ganz entscheidend zu unserem Wohlstand beigetragen hat, ist bei unserer Gesellschaft noch nicht angekommen, sonst würde diese Gesellschaft die Arbeit der Bauern als wichtigsten Beruf anerkennen.

      9+
    • Bauer Willi sagt

      @kritischer Leser @Kirsten
      Es gibt mehrere Dinge, die mich im Mark getroffen haben. Ich bin in einer Minderheit, weil ich Bauer bin. Ich bin in einer Minderheit, weil ich praktizierender Christ bin und bei uns am Tisch gebetet wird. Meistens jedenfalls. Ja, über die Ressourenschonung kann und muss man reden. Gerne, dann aber bitte auch gesamtgesellschaftlich. Und Lösungen aufzeigen, wie das gehen kann. Seit zwei, drei Jahren wird über Natur- und Artenschutz intensiver gesprochen. Richtig so. dann bitte auch gesamtgesellschaftlich. Hier gibt es konkrete Lösungen: https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf
      Das waren vier Tage harte Arbeit und ich war kurz vor dem (zweiten) Herzinfarkt. Ich habe eine Petition losgelassen, mit weiteren Lösungsansätze, die allerdings sehr weitgehend sind:
      https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima
      Ja, Sie sagen sehr richtig: „Was die Gesellschaft als Ganzes begreifen muss, ist dass diese Arbeitsweise ganz entscheidend zu unserem Wohlstand beigetragen hat! “
      Lieber kritischer Leser, ich mag Sie, aber jetzt erwarte ich nach Ihrer blitzgescheiten Analyse von Ihrer Seite Lösungsvorschläge. Meine kennen Sie ja.

      Und wissen Sie, was jetzt passiert? Schweigen im Walde. Das geht mir immer so, weil Kritik eben einfacher ist als praktikable Vorschläge zu machen.

      An Kirsten: ja, der Frater sagt kluge Sachen, von denen ich auch einige prinzipiell so sehe. Die sagen manchmal auch AbL und BDM. Führt nur zu nix.

      Ach, was rege ich mich auf. Führt doch zu nix…

      10+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Wir sollen allerdings nicht verschweigen, dass es sehr wohl einzelne Landwirte gibt, denen es auch heute noch primär um ihren eigenen Profit geht. Sie entwickeln eine neue profitable Idee wie unmoralisch auch immer und bringen andere damit wirtschaftlich in Zugzwang. Und manchen von denen gelingt das sogar mit einem grünen Mäntelchen. Ich kenne selber einige. Die Landwirtschaft pauschal zu verteidigen, bringt uns auch nicht weiter. Der Großteil aber ist primär Opfer der ungezügelten Finanzwirtschaft und erst sekundär einer hedonistischen Schlemmer-Gesellschaft.

      0
      • Bauer Willi sagt

        Richtig. Es gibt Vollblut-Bauern und Vollgas-Bauern. Zweitere sind mir auch ein Gräuel. Leider werden es unter dem wirtschaftlichen Druck immer mehr und das macht mir auch Sorge.

        5+
  13. Elisabeth Ertl sagt

    Wenn man auf den Link zum Papst weiterklickt, dann liest man: Wir leben in einer falsch verstandenen Wohlstandskultur, in einem System, das die Logik des Gewinns um jeden Preis durchgesetzt hat. (Finanzkapitalismus). „Die Armen der Welt, die den Klimawandel am wenigsten zu verantworten haben, sind die Verletzlichsten und leiden bereits unter den Auswirkungen.“ Wir nicht, unsere Supermarktketten schaffen es immer, woanders etwas anzukarren. Jeder Gläubige solle Buße tun für die Übel, die er der Erde durch seinen Lebensstil oder als Beteiligter eines zerstörerischen Systems zufüge. (Was das ist, muss jeder selber wissen.) Franziskus rief zu Verhaltensänderungen im Alltag auf. Dazu gehöre etwa das Einsparen von Plastik und Papier, bewusstere Verwendung von Wasser, Lebensmitteln und Strom, Mülltrennung, sorgsamer Umgang mit anderen Lebewesen oder die Bevorzugung öffentlicher Verkehrsmittel. „Wir dürfen nicht meinen, diese Anstrengungen seien zu gering, um die Welt zu verbessern“, so der Papst.
    Dem kann ich eigentlich nur zustimmen.

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  14. Elisabeth Ertl sagt

    Vor 25 Jahren konnte man sich noch zu Recht als Pionier fühlen, wenn man sich für Biolandwirtschaft entschied. Nur hat dieser Pater offenbar seither nicht mehr nach links und nach rechts geschaut. Er hält sein Kloster einfach nur autark. Wenn seine Mitmenschen anderswo eine Missernte erleiden, hat er nichts abzugeben. Ist das christlich?

    6+
  15. Obstbäuerin sagt

    Ich bin nicht sehr vertraut mit der Finanzierung von Klöstern aber mit großer Wahrscheinlichkeit fließen da neben der Bio-Förderung der EU über das Land auch Kirchensteuern in den Betrieb. Immerhin steigen die Kirchensteuern, obwohl die Mitglieder schrumpfen und dann gibt´s ja noch den Ewigkeitsfond, den wir Napoleon zu verdanken haben. Auch wenn ich kein Kirchenmitglied bin, fühle ich mich als konventioneller Bauer von dieser Institution zu Unrecht verurteilt.

    11+
    • Paulus sagt

      Obstbäuerin, du ahnst gar nicht welche Einkommensquellen sich die Orden so alles erschlossen haben. Jeder Benediktinermönch wird z.B. zu sehr günstigen Konditionen lebensversichert, bei der Gothaer, und im Gesellschaftsrat sitzt der Abtprimas. Die proforma aufgeführten Versicherungsnehmer, treten die Versicherungssumme an den Beitragszahler, sprich den Orden ab. Ist jetzt nur ein Beispiel von vielen. Soll ich fortfahren?

      1+
  16. Bauer Fritz sagt

    Die Öko-Inquisition wird dir mit dem Segen der Kirchen (der evangelischen ohne hin schon länger und nun zunehmend auch der katholischen) schon deine konventionelle Besessenheit austreiben.
    Stell dich drauf ein künftig vor der Kirchentür mit Kreuz und Weihrauch so empfangen zu werden: „Vade retro, Satana conventionalis.“
    Das ökologische Schisma nimmt seinen Lauf. Gelesen wird in Bälde die Heilslehre aus dem Evangelium nach Habeck und Greta.

    13+
    • Bauer Willi sagt

      Bauer Fritz, wer so abfällig über die Amtskirche lästert, kommt garantiert in die Hölle. Bringst du die Spielkarten mit? Wir werden viele Bekannte treffen…
      Was ich ganz gut kann ist Mau-Mau 🙂

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Mein Gott,
        ihr müsst schon was auf dem Kerbholz haben, dass ihr euch freiwillig in die Hölle einordnet.

        In der Hölle sind nur die schlimmsten Weiber, besser soll das Fegefeuer sein. Da sollen die Frauen sein, die das Leben genossen haben. 😉 🙂

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        • Franz Müller sagt

          Also, als konventioneller Bauer ist das Fegefeuer sowieso vorprogrammiert.
          Die ganzen „Sünden“ eines langen landwirtschaftlichen Tun und Lebens im konventionellen Betrieb – müssen streng gebüßt werden.

          Wo ich mir nicht sicher bin, wie der Herrgott mit den Biobauern umgeht, die nur wegen dem „Fördergeld“ umgestellt haben. Solche Eigenschaften will man im Himmel nicht haben.

          Ich persönlich hoffe nur, dass die Läuterungszeit in der ich weile – wenigstens „umweltverträglich und nachhaltig“ ist. Nicht, dass der Himmel auch noch ein Klimaproblem wegen den vielen Bauern bekommt.

          Hölle ist nicht erstrebenswert. Alle Politiker sind dort !

          2+
      • Bauer Fritz sagt

        Lieber Willi
        Angeblich gibt es für „Aufgeschlossene“ noch viel mehr dort zu sehen …

        Ein jüngst Verstorbener findet sich selbst auf einmal in einem dunklen Gang wieder und sieht dort ein Schild: „Zur Hölle“. Neugierig folgt er diesem und trifft alsbald an eine Tür, die nicht verschlossen ist. Noch neugieriger öffnet er und traut seinen Augen nicht: Heller Sonnenschein, angenehme Temperaturen, Palmen, Meeresstrand, alle 100 Meter eine Strandbar, fröhliche Menschen tummeln sich, kurzum paradiesische Verhältnisse.

        Der gerade Verstorbene geht am Strand entlang, bis er plötzlich eine Gestalt mit einem Pferdefuß und einem Schwanz in einem Strandkorb sitzen sieht und einen Drink genießen. Er geht auf die Gestalt zu und fragt diese, ob er denn der Teufel sei. Dieser bejaht, er begrüßt den Neuankömmling in der Hölle äußerst herzlich und empfiehlt ihm eine der Strandbars, um sich dort auch einen Drink zu besorgen.

        Mit dem Sektglas in der Hand schlendert der Neuling am Strand entlang um die Hölle weiter zu erkunden. Zwischen den Dünen entdeckt er ein großes, tiefes Loch. Neugierig blickte er in die Tiefe und erschrickt fürchterlich. Er sieht am tiefen Grund von diesem Loch wimmernde, unbekleidete Menschen. Es lodert ein heißes Feuer und wilde Bestien schlagen auf die Körper der Menschen ein.

        Völlig aufgelöst und verwirrt befragt er den Teufel was denn das für ein Loch sei ? „Ach,“ meint der Teufel, „Das ist für die Christen, die wollen das so …“

        2+
      • Lady sagt

        Also ich möchte keine Panik schüren: Aber ein Geistlicher, der andere Menschen zum Kotzen findet, ist eindeutig ein Kandidat für eure Bratkartoffelrunde.
        Ok mit Glück geht er den Weg über das Fegefeuer. Kommt man danach dann doch in den Himmel?
        Irgendwie haben wir Protestanten es einfacher.

        1+

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