Bauer Willi
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“Wahre Preise” wissenschaftlich betrachtet

Auch wenn die Aktion von Penny für den REWE-Konzern wohl gründlich nach hinten losgegangen ist, ist die Diskussion um das Thema damit noch nicht vorbei. Ich habe Prof. Peter Breunig um eine Stellungnahme gebeten. Hier seine Ausführungen:

“Die Debatte über die “wahren Preise”-Aktion von Penny hat in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erregt. Interessant dabei ist, dass ein wesentliches Ergebnis der Studie, auf der die Penny-Aktion aufbaut, bisher wenig debattiert wird: Wenn alle externen Umwelt- und Klimakosten berücksichtigt werden, sind die meisten konventionellen Lebensmittel tatsächlich günstiger als ihre ökologischen Pendants. Bei 19 von 21 Lebensmitteln lagen die “wahren Kosten” der ökologischen Varianten über denen der konventionellen Produkte. Hinzu kommt, dass der höhere Flächenbedarf des Ökolandbaus in der Studie nicht vollständig berücksichtigt worden ist. Zudem erhalten Ökoprodukte ja bereits jetzt schon politische Unterstützung im Umfang von von ca. 300 €/ha, was den Marktpreis für Ökoprodukte drückt. Bei Getreide entspricht dies beispielsweise etwa 0,06 €/kg.

Einige argumentieren, dass nicht die “wahren Kosten” (interne + externe Kosten) die relevante Bewertungsgröße von Agrarsystemen sein sollten, sondern nur die externen Kosten. Die Idee des True Cost Accountings (TCA) ist jedoch, alle Kosten eines Guts im Preis zu reflektieren, damit der Marktmechanismus nicht nur die betriebswirtschaftlichen Kosten berücksichtigt, sondern auch alle Kosten die von unseren nachfolgenden Generationen getragen werden müssen. Das Produkt mit den niedrigsten “wahren Kosten” sollte in einer idealen Situation aus einer volkswirtschaftlichen Sicht bevorzugt werden, das ist ja genau das Ansinnen des TCA-Ansatzes. Wenn die Ergebnisse der Studie wirklich alle relevanten Kosten beinhalten, wäre auf Basis dieser Studie die politische Förderung des Ökolandbaus tatsächlich zu hinterfragen.

Die Autoren argumentieren zwar, dass eine steigende Nachfrage nach Bioprodukten die Marktpreise für diese in Zukunft wahrscheinlich senken wird. Dies erscheint jedoch unwahrscheinlich, wenn man die Kostenstrukturen in der Landwirtschaft zwischen Öko und konventionell vergleicht. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auf Grund neuer Züchtungstechnologien und Innovationen wir Stickstoffdünger aus erneuerbaren Energien die Lücke zwischen den wahren Kosten eher noch größer wird.
Beschäftigt man sich stärker mit der Rolle des Ökolandbaus wird schnell klar, dass der Ansatz des True Cost Accounting Agrar- und Ernährungssystemen nicht wirklich gerecht wird: Viele Aspekte, warum ein gewisser Anteil an Ökolandbau sinnvoll ist, werden nicht abgedeckt bzw. können nicht wirklich quantifiziert werden: Förderung von Anbauinnovationen; Förderung einzelner Arten, die extensive Bewirtschaftung brauchen; weitgehende Vermeidung von Nähr- und Wirkstoffeinträgen in die Unwelt; Fokus auf handwerkliche Qualität und Genuß; Nutzung seltener genetischer Ressourcen; Unabhängigkeit des Betriebs von externen Inputs; ggfs. Einflüsse auf die Gesundheit. Es verwundert daher etwas, warum TCA von der Biobranche dennoch so unterstützt wurde und wird. Die Vorteile des Ökolandbaus sind vielmehr qualitativ als quantitativ. Gleichzeitig wird aber auch klar: den Ökolandbau als “allheilbringendes” Agrarsystem zu sehen, wie es Teile der Politik tun, ist sicherlich falsch. Vielmehr wäre es wichtig, die Schwachstellen jedes Agrarsystems offen anzusprechen und zu diskutieren und darauf aufbauend neue Ansätze zu entwickeln.

Agrarsysteme sind nicht starr, sondern müssen sich immer weiterentwickeln, egal ob konventionell oder ökologisch. Diese differenzierte Sicht scheint dem Lebensmitteleinzelhandel aber nicht zu schmecken: Penny und Co. pflegen weiterhin Vereinfachungen und schwarz-weiß-Denken, da sie ja “die Kundschaft nicht verwirren wollen”. Am Ende geht es aber im Wesentlichen nur um den Gewinn pro Quadratmeter Ladenfläche, und dafür scheint man gerne auf eine differenzierte Betrachtung und Kommunikation über die komplexen Nachhaltigkeitsfragen in der Landwirtschaft zu verzichten.”

Diese nachfolgende Studie ist ein ein Beispiel, wie der Flächenbedarf bei der Bewertung der Klimawirkung besser berücksichtigt werden kann:

https://www.ifeu.de/projekt/oekologischer-fussabdruck-von-lebensmitteln-und-gerichten-in-deutschland/

Soweit Prof. Breunig. Auf diese Thematik geht auch der nachfolgende Artikel ein, in dem auch ein tabellarische Übersicht der verschiedenen Lebensmittel zu finden ist (Twitter)

https://www.rind-schwein.de/brs-news/wahre-preise-fuer-hohe-standards.html

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64 Kommentare

  1. Mark sagt

    Zum ifeu-Projekt:
    “Teile dieser Arbeit wurden gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsi-
    cherheit im Rahmen des KEEKS-Projektes (Förderkennzeichen 03KF0037) sowie durch das Umweltbundesamt
    im Rahmen des Vorhabens „Online-Verbraucherinformation zum nachhaltigen Konsum: Wissenschaftliche
    Datenbasis für Bilanzierungsinstrumente und sozialwissenschaftliche Auswertungen“ (Förderkennzeichen
    3718163130). Dafür danken wir den Fördermittelgebern recht herzlich, insbesondere Herrn Dr. Michael Bil-
    harz vom Umweltbundesamt für seine unkomplizierte Art der Betreuung und konstruktivem Diskurs”
    Dies Bedarf wohl keines weitern Kommentars…..

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    • Bauer Fritz sagt

      Ich finde je diesen Kommentar zum Achgut-Artikel sehr realitätsnahe:
      “Ich arbeite seit 40 Jahren in der Industrie u.a. gehören Selbstkostenberechnungen zu meinem Aufgabenbereich. Ich rechne “wahre Kosten” in jeder gewünschten Höhe, unsere Verkaufs- und Marketingabteilung muss sie nur vorgeben. Wer glaubt dass Penny, oder die Bundesregierung, etwas anderes betreiben als Manipulation hat noch nie verstanden wie Preise zustande kommen. Die “wahren Kosten”… ich bin vor Lachen fast vom Stuhl gefallen….”

      Im Agrarbereich kennen wir das ja von den Aufkäufern: Wir kennen deine Deckungsbeiträge aus dem Internet, wir kennen deine Kostenstrukturen aus den diversen Agrarberichten des Bundes und der EU. Wir sagen dir daher, “wie hoch unsere – wahren- Kosten” sind = “was wir dir zu geben bereit sind.”

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  2. Christian Bothe sagt

    Schon interessant dieser aktuelle Vergleich mit konkreten Zahlen! Das haben Prof. Breitschuh und Koll. schon vor längerem analysiert ( agrarfakten.de)! Das folgende Zitat von Prof.Breuning:
    „Die Vorteile des Ökolandbaus sind vielmehr qualitativ als quantitativ.“ ist nicht nachvollziehbar und falsch! Nichtsdestotrotz sollte man dieses Gutachten den Öezdemir und seinen Mannen mal vorlegen!

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  3. ReinerStoff sagt

    Ob diese Aktion für Penny bzw. Rewe wirklich gründlich nach hinten losging wird sich noch zeigen. Eher die Tür ein weiteres Stück aufgemacht… in die Welt der Industrienahrung, natürlich nur im Sinne der Weltenrettung durch Klimaschutz und nicht etwa für die eig. Rendite!

    Die Tage war in unserer Tageszeitung, ein Interview des Profs aus Nürnberg der hinter dieser Studie und Pennyaktion steht. Er findet das alles super, maga Werbung für seine “Studie”, jedes Käseblatt usw hat darüber berichtet, “die Telefone standen nicht mehr still” usw.

    Ausgangspunkt war mal wieder eine Verbraucherbefragung, quasi ob und wieviel man denn bereit wäre als Ablass für seinen sündhaften Lebensstil beim Einkauf zu bezahlen und wie wir hier alle wissen, schreien alle Konsumenten bei solchen “folgenlosen” Befragungen “Hier, ich!” Also ist das Ganze auch ein Testballon.

    Bei Penny sind die Verantwortlichen ja auch nicht auf den Kopf gefallen, haben nur neun besonders vorteilhafte (für sie) Produkte ausgewählt, mit längerer Haltbarkeit über die Aktionswoche hinaus und von diesen deutlich weniger bestellt, also den eig. “Schaden” möglichst gering halten. Es könnte ja für die Konsumenten verstörend wirken, was die “wahren” Kosten für die Flugkiwi oder die Mandelmilch aus Kalifornien wäre!

    Also was bleibt, Greenwashing für Rewe’s Billigheimer, Publicity für den Prof und seine Modestudie, kostenlose Werbung für vegane Goldeselprodukte und auf die Trottel der konv. Landwirtschaft einzudreschen ist eh grad in Mode, schließlich geht wegen diesen die Welt unter!

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  4. evo.... sagt

    Prof. Breunig hat geschrieben:

    Vielmehr wäre es wichtig, die Schwachstellen jedes Agrarsystems offen anzusprechen und zu diskutieren und darauf aufbauend neue Ansätze zu entwickeln.

    Dazu schreibe ich mal:

    Um hierfür eine realistische Basis zu schaffen, wäre eine strikte Trennung von Bio und Konventionell sinnvoll. Erst dann kann die Leistungsfähig des ökologischen Landbaues objektiver beurteilt werden.

    Beispiel.

    Vor Jahren hieß es mal, dass 60 % der Bio-Schweine eine “konventionelle” Geburt hatten. Werden jetzt die “wahren” Kosten der Erzeugung eines konventionellen Ferkels in die “wahren ” Kosten für Bio-Schweinefleisch mit eingerechnet?

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      @evo, wenn Sie hier jetzt mehr Objektivität seitens unserer irrlichtern starrköpfigen Ideologen einfordern, so gehe ich mit Ihnen an dieser Stelle durchaus d’accord…

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        “Objektivität seitens unserer irrlichtern starrköpfigen Ideologen einfordern”

        Wie funktioniert das denn,Umerziehung??

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  5. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    „Die Vorteile des Ökolandbaus sind vielmehr qualitativ als quantitativ.“ / Zitat Breunig. –
    Wo bleiben diese super Qualitäten aktuell!? Auf den in Rede stehenden Flächen haben u.a. Funghi jetzt die Herrschaft übernommen, selbige Produkte sind als Nahrungsmittel mithin unbrauchbar, kaum mehr als Futtermittel einzusetzen. „Was nun“, werter Herr Prof. Dr.Breunig!? Das Hohelied zur BIO-Liebe und -treue wird in Jahren wie diesen zu grausamen Dissonanzen entarten.

    Eine Grundsatzfrage: Womit tätigen Penny und andere Filialisten des LEH hauptsächlich ihre Geschäfte, generieren damit ihre Umsätze/Gewinne!? – Zielmarke wie von Prof. Breunig festgestellt, „Optimierung des Gewinnes pro Quadratmeter Ladenfläche“. Richtig!

    Vorstehender Artikel widerspiegelt zunächst zwar -lobenswert- dass gerade auch die Landwirtschaft in einem stetigen Wandel ist – im O-Ton Breunigs: „Agrarsysteme sind nicht starr, sondern müssen sich immer weiterentwickeln, egal ob konventionell oder ökologisch…“

    Auch ein Prof. Breunig sieht die Landwirtschaft aber in einem offensichtlichen Scheuklappendenken alleinig in der Nahrungsmittelproduktion verhaftet, obgleich damit derzeit Mengen erzeugt werden, die niemand braucht, niemand haben will u. damit ein perfider quotaler Anteil vollkommen schmerzbefreit direkt in der Tonne landen kann, ohne jemals einen Teller gesehen zu haben.

    Genau damit werden Steuergelder nachweislich planlos, vollkommen sinnbefreit, einfach verbrannt, Unsummen an Volksvermögen vernichtet.

    Alleine die astronomischen Regulierungs- und Überwachungskosten für unsere LW verschlingen staatliche Ressourcen, die heute an anderer Stelle weit dringender, immer dringender, benötigt würden. Versteckte Subventionen, die im Gießkannenprinzip unentdeckt(?) zur krassen Selbstverständlichkeit mutierten. Das können wir alle uns schlichtweg nicht mehr leisten!!! Wer packt hier endlich an!?

    Nun, die Gretchenfrage, wer berät die Politik, wes Geistes Kind rennen die politischen Entscheidungsträger heute brav unhinterfragt hinterher!?

    Wie weit ist unsere Wissenschaft von der landwirtschaftlichen Praxis mittlerweile entfernt!? Ich empfehle hier die Lektüre in der gestrigen TopAgrar „Neue GAP: Wann darf man noch pflügen?“ Hier wird das Rad tatsächlich nochmals neu erfunden: aus rund wird künftig eckig, krumm und verbogen; wie auch immer das dann funktionieren mag. Der blanke Horror für jeden versierten Bauern fürwahr!!!

    El Niño vernichtet aktuell in Mitteleuropa unsere Ernten, dahingehend sind aber die meisten Protagonisten absolute Verdrängungskünstler. In einer der populärsten Zeitungen hierzulande -der Bürger-Bild- wird gejammert, dass die Kartoffeln knapp werden, unbezahlbar in Bälde. Diese Knolle säuft auf den Äckern sprichwörtlich jetzt ab. Die Kraut- und Knollenfäule wütet fürchterlich in den meisten Beständen. Wenn dort zwischen den Reihen das Wasser steht, sind Behandlungsmaßnahmen allerdings utopisch – sowohl im Öko-Landbau wie auch im konventionellen Bereich gleichermaßen.

    Wieviel Mindestlohn für händische Arbeit muss dato unterstellt werden im Öko-Landbau!?
    Welcher Biobauer kann sich das bei den zu erwartenden Missernten überhaupt leisten!?

    Wir Bauern müssen weg von unserem miserablen Image des hoch subventionierten Abfallproduzenten. – Was fragt also ein aufnahmefähiger Markt derzeit in rauen Mengen nach, wo wir Bauern auf frei werdenden Plätzen als maßgebliches Puzzleteil fungieren könnten!? In einem einträchtigen Für- und Miteinander mit unserem König „KUNDE“.

    Unsere Gesellschaft will überdeutlich das fossile Zeitalter hinter sich lassen, hinein ins Energiezeitalter regenerativer Energien. – Welche Chancen sehen unsere bäuerlichen Eliten hier für ihr Elektorat!? Man lässt in Reihen derer Chancen einfach verpuffen, ungenutzt!!! Woran scheitert es: Bequemlichkeit, Arbeitsscheue, an enormen Wissensdefiziten, um befähigt vernetzend denken zu können, dem Overkill finanzieller Trostpflästerchen, von unseren übermächtigen Hinterzimmern mehr als großzügig an ein handverlesenes Klientel verteilt…!? Bauern waren/sind schon immer perfekt zu missbrauchen in ihrer medialen Täter-/Opferrolle!?

    Dabei könnte man kaum mehr effizienter Ökologie und Ökonomie unter einen Hut bringen auf unseren Höfen, besser könnte das zwischenzeitlich in der Praxis nicht gelingen.

    Aktuell verrottet auch unsere Braugerste auf dem Acker, wo ein Erzeugerpreis von 30,00 €/dt hätte realisiert werden können. Jetzt ernten wir wohl allenfalls noch Futtergerste, wo ein Preisverfall von mehr als 30% sicherlich in Erwartung stehen wird. Dieses Risiko ist nämlich alleinig beim Erzeuger verortet – Handel, Mälzereien und Brauer, zeigen wenig Flexibilität sich hieran zu partizipieren. Warum auch!? – Der Energieinhalt dieser Gerste hat sich allerdings (noch) nicht verändert. Was schließen wir jetzt daraus!?

    Wann endlich, Herr Prof. Dr. Breunig, lernt eine die Politik beratende Wissenschaft, unsere Administration hierauf folgend in der Umsetzung, wie Ökologie und Ökonomie in Reihen der Landwirtschaft heute vollkommen neu zu denken ist…!?

    Am Beispiel von AdBlue kann eben dieser Schwachsinn sehr schön untermalt werden:

    Unsere hypermoderne Schleppertechnik benötigt auf dem Acker AdBlue für den dort eingesetzten Dieselkraftstoff zur Abgasreinigung, um einer gesetzlichen Willkür genüge tun zu können. Ein offensichtlicher Betrug an unserer Gesellschaft. Dieses AdBlue ist nichts anderes als Harnstoff, setzten wir selbigen anstelle dessen als Dünger ein, könnte mehr wachsen. In den Motoren förmlichst sinnlos verpulvert, löst sich dieser Dünger in Nichts auf. Schwachsinn in schönstem Purismus. Das ist alles andere als eine moderne Kreislaufwirtschaft, sondern der blanke Horror reiner Energievergeudung. – Wahnsinn, was sich die heutige Generation zu Lasten unserer Kinder- und Kindeskinder noch immer leistet!!!

    Was unsere Gesellschaft und auch unsere Wissenschaft augenscheinlich heute übrigens komplett auszublenden wissen in ihrer gebetsmühlenartigen leidigen CO2-Debatte: OHNE CO2 gibt es kein Pflanzenwachstum. PUNKT!

    „Wahre“, statistisch errechnete Preise brauchen wir Bauern nicht. – Wir brauchen vielmehr wahre verlässliche Wetterprognosen mit Halbwertzeichen von mindestens 3 Tagen. Hier versagt die hypermoderne Satellitentechnik noch immer auf ganzer Linie, während der Bauernüberwachungsstaat via Satellit unermesslich erfinderisch neue Stilbrüten zu treiben weiß.

    Festgestellt werden muss am Ende dieses Tages:
    Es geht uns ganz offenkundig gegenwärtig noch immer viel zu gut, darum können wir uns überbordenden Schwachmatismus ohne nachzudenken wohl auch leisten…

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    • Smarti sagt

      Wurzelwicht, Prof. Breunig schreibt ” innovative Ideen, wie Stickstoffdünger aus erneuerbarer Energie”… das müsste doch in Deine Richtung gehen.
      Wenn Alles einen Preis hat, einen realen oder einen ideellen, dann müsste ich doch auch der Eigentümer von meinen Erzeugnissen sein – und meine Erzeugnisse so verwenden, wie ich will ! Wenn also Erdöl verheizt werden darf – wieso darf dann Getreide nicht verbrannt werden ( richtige Technik, Filter… vorausgesetzt ). Oder wenn Mais in der Biogasanlage verstromt wird, warum nicht auch alle anderen natürlichen Produkte, die der Landwirt anbaut und erntet ?!
      Gibt es vielleicht mehrere Preise ? Einer, der dem Landwirt zugestanden wird – immer ein kleine wenig um den Pegel Gewinn/Verlust um ihn gerade noch so zum Weitermachen zu animieren…
      Und den zweiten für die Börse… den dritten Preis für den Handel uns so weiter.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Hallo Smarti – dein Resümee ist ein Volltreffer. Bravo🤩

        Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Würmer dürfen/müssen bohren…!!!

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    • Egon Meyerhoff sagt

      Ich glaube, das Zitat mit dem qualitativen statt quantitativen Vorteil war anders gemeint. Es ging nicht um die Qualität der Bio-Lebensmittel, sondern um die Art der Datenerhebung.

      Bei quantitativer Datenerhebung versucht man, ein verallgemeinerbares Ergebnis in klar definierten Zahlen zu erhalten. Die Bodenproben zur Berechnung des Düngebedarfs wären ein Beispiel für eine quantitative Datensammlung, die jedem Landwirt bekannt sein dürfte: Klar definierte Zahlen, die für jeden Boden mit der gleichen Methode erhoben werden und die sich unabhängig von den sonstigen Eigenschaften des Ackers in Gramm pro Hektar und Nährstoff ausgeben lassen.

      Bei qualitativer Datenerhebung sieht man sich hingegen einen Einzelfall möglichst genau an, um den im Detail zu verstehen. Da geht es ganz stark um langfristiges Erfahrungswissen und Zusammenhänge: Bei diesem Wetter brauche ich gar nicht den Tunnelweg nehmen, da steht die Brücke eh unter Wasser, ich fahre besser gleich den Umweg.

      Als Beispiel nennt Breunig ja z.B. die extensive Weidehaltung. Da gibt es keine Formeln, mit der man diese Weidehaltung berechnet. Da guckt man: Wir haben auf dem Wichtelacker in Wurzeltal ein bestimmtes Biotop, das würden wir gerne erhalten. Wie ist dieses Biotop entstanden? Sagen wir, durch eine bestimmte Art der Beweidung. Mit moderner Landwirtschaft lässt sich diese Beweidung aber nicht mehr wirtschaftlich durchführen. Welche Alternativen gibt es? Wer hat denn ein Interesse daran, das Biotop zu erhalten? Wie kann man die Lasten zum Erhalt dieses Biotops gerecht verteilen? Keine dieser Fragen kann man allgemein beantworten, sondern immer nur, wenn man sich die Zusammenhänge des einzelnen Biotops ansieht. (Und ein ganz großes Problem unserer Umweltgesetzgebung ist, dass man versucht, diese qualitativen Fragen quantitativ durch allgemeine Richtlinien zu lösen.)

      Und da hat Bio einfach Vorteile, weil es weniger Variablen gibt, die man verstehen muss – ich kann ja die ganzen Pflanzenschutzmittel usw. ausklammern, bei meinem Versuch, die Zusammenhänge zu verstehen. Dadurch finde ich dann unter Umständen komplett neue Ansätze, um ein Problem zu lösen, auf die ich sonst nie gekommen wäre.

      Beispiel dafür: Dave Brandt, der auf seinem Acker ein bestimmtes Schädlingsproblem dadurch gelöst hat, dass er bestimmte Kulturen mit Radieschen unterpflanzt. Das basierte auf dem Wissen von den Eigenarten bestimmter Pflanzenarten auf seinen Boden. Man kann dieses Ergebnis nicht einfach auf andere Äcker übertragen, dazu müsste man diesen Einzelfall erst durch weitere Forschungen in ein quantitatives Berechnungssystem transformieren. Ohne die vorige (aus der Not geborene) qualitative Beschäftigung mit den Radieschen hätte man aber gar keinen Ansatz für diese quantitative Forschung.

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Interessante” Sichtweise.
        “Welche Alternativen gibt es? Wer hat denn ein Interesse daran, das Biotop zu erhalten? Wie kann man die Lasten zum Erhalt dieses Biotops gerecht verteilen? Keine dieser Fragen kann man allgemein beantworten, sondern immer nur, wenn man sich die Zusammenhänge des einzelnen Biotops ansieht.”

        Nach meinem Verständnis ist das eine blubblaba – Ausreden-Definition für garnichts. Wenn ein konventioneller Betrieb seine Stickstoffemissionen aufgrund eines angrenzenden Biotops reduziert in dem er die Tierzahl oder-art anpasst, oder emissionsmindernde Maßnahmen durchführt, wie wird das dann zu dessen qualitativen Vorteil bilanziert? Ich wette gar nicht, weil es quantitativ negativ bialnziert wird.
        Ich glaube, der Versuch objektive Bewertungskriterien in eine verwaltungstechnische Form pressen zu wollen, und dies dann als Basis für oder gegen eine Form der agrarischen Erzeugung politisch nutzen zu wollen, geht komplett daneben, weil unmöglich und Ideologieaffin.

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      • Peter sagt

        wir kommen der Sache immer näher: “… begibt sich in die dortige Hauptstadt Lagado, wo er den Lord Munodi besucht. Munodi erzählt ihm, dass vor vierzig Jahren einige Leute nach Laputa gegangen seien und nach ihrer Rückkehr alle Künste, Wissenschaften, Sprachen und Handwerke auf neue Grundlagen stellen wollten; sie hätten beschlossen, in Lagado eine Akademie zu errichten, in der die Professoren sich neue Regeln und Methoden ausdächten. Da aber keine Methode bis zur Vervollkommnung gebracht worden sei, befinde sich das Land heute im Elend. Auf Munodis Vorschlag besucht G. diese große Akademie und findet zuerst einen Mann, der versucht, Sonnenlicht aus Gurken zu extrahieren; ein zweiter Forscher will menschlichen Kot in Nahrung zurückverwandeln, ein Architekt ein Haus vom Dach her nach unten bauen, ein Arzt Patienten heilen, indem er Luft durch sie hindurchbläst. In einem anderen Teil der Akademie wird ein Sprachprojekt betrieben, das den Zweck verfolgt, Verben und Partizipien zu beseitigen; Ziel eines anderen Projekts ist sogar, alle Wörter abzuschaffen. Ein Professor lehrt, Frauen sollten nach ihrer Schönheit und nach ihrer Geschicklichkeit in der Bekleidung besteuert werden. …

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        • Reinhard Seevers sagt

          Jonathan Swift war seiner Zeit eben weit voraus….er hat auch die Gefahr der moralischen Gerechtigkeit der physischen gleichgestellt….wie vorausschauend.🤗

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  6. oberländer sagt

    Wenn ich Hunger habe interessiert mich nur der Preis
    den ich beim Handel bezahlen muss .
    Der Rest ist mir wurscht !!!!

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    • Smarti sagt

      Und wenn weniger beim Handel ankommt, dann noch zu höheren Preisen – dann bestellt der Handel weniger. Weniger Überschuss, weniger Abfall – aber auch weniger für die Tafel. Wie lange wird es noch dauern, bis diese “Hungernden” aufstehen ? Bis die Idee der Tafel zusammenbricht ?

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  7. Ludwig sagt

    Der Verbraucher kauft in der Masse nach Marktpreis ein . Wenn jetzt durch die Spezialregierenden die Lebenshaltungskosten noch weiter nach oben geschraubt werden , dann kann sich der Bioanbau warm anziehen, denn dann kann keiner mehr den Mehrpreis bezahlen. Selbst die wirklichen Grünen zweifeln an den Regierenden . Mit jeder Betriebsschließung , Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit wird sich die Lage weiter verschärfen ,
    denn vor der Moral kommt das Fressen. Deutschland leistet sich mal wieder einen aussichtslosen Sonderweg. Es gibt keinen Plan noch eine Perspektive. Nur mit Angstmacherei und Brandmauern wird es nicht funktionieren, sondern die Bevölkerung zum Aufstand bringen . Ein Funke können Stromausfälle oder kalte Wohnungen sein , oder wie jetzt gerade das anstehende Heizungsgesetz.

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  8. Jochen Böhrer sagt

    Im Grunde erkennt auch Breunig diese “externen Kosten” an. Für mich sind sie eine Zahl mit der Aussagekraft einer Hausnummer. Die meisten angeblichen Kosten basieren auf Annahmen und fiktiven Zahlen mit worst-case-Faktoren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Es hat auch keinen Sinn überhaupt in eine solche Fakten-Diskussion einzusteigen.
      Am Ende kommt Svenja Schulze mit ihrer Entourage daher und sagt: Biodiversität und Artenschutz gehen allein zu Lasten der konventionellen intensiven Agararindustrie und sind damit voll auf den Preis anzurechnen. Punkt und aus! Diskussion beendet, Fakten hin oder her.
      Irgendwie scheint man immer noch nicht gecheckt zu haben, dass jede Faktendiskussion unsinnig ist, weil sie immer hinterher läuft und sich parallel gegen Gefühle behaupten muss.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Sorry, Svenja Schulze ist ja heute Steffi Lemke…bin schon nahe am “dementieren”.

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      • Bauer Willi sagt

        @Seevers, wenn Sie so weiter argumentieren, überzeugen Sie mich noch davon, diesen Blog einzustellen. Gleiches gilt auch für @Jochen Böhrer

        Wenn alles nur noch unsinnig ist, bzw. eine fachliche Gegenrede keinen Sinn macht, was bleibt dann? Dann ich ich mir Recherche und das Knüpfen neuer Kontakte auch sparen.

        “Wenn der Klügere nachgibt, regiert der Dumme”

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        • Brötchen sagt

          Bauer Willi das sind doch andere Ebenen!

          Nicht auf allen Ebenen kommt man doch argumentativ durch und bei allen “Kunden”.

          Deswegen kann man doch auf seiner Ebene tätig sein.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Wer nicht kämpft hat schon verloren.
            Zu erwarten, in kurzer Zeit das große Narrativ zu ändern, würde einen schnell resignieren lassen. Aber auf seiner Ebene seine eigene Geschichte erzählen kann schon viel bringen.
            Ich hatte hier schon erzählt, dass mir vor kurzem der Kragen geplatzt ist, als ein extrem grüner Biolehrer genau dieses Narrativ immer wieder bedient hat und die Kinder dann auch noch zu Vegetariern umerziehen wollte. Ich hatte die Lehrerschaft freundlich eingeladen, sich speziell zum Thema Düngung und wer wollte auch zur Tierhaltung direkt ein Bild zu machen: der waren nur nur eine handvoll Pädagogen gefolgt, was erstmal frustrierend war, aber der Austausch war mega und letztendlich viel länger als geplant. Die waren so beeindruckt, dass sie ihre Begeisterung in die Schule getragen haben, so dass jetzt ein weiterer Lehrer mitsamt seines BIO-LKs angefragt hat, ob sie kommen könnten. Und der extrem grüne Pädagoge (der natürlich nicht hier war) bekommt im Lehrerkollegium jetzt auch mal Gegenwind, wenn er sein NGO-Sprech raushaut.
            Mich ermutigt das, weiterzumachen und meine eigene Geschichte zu erzählen.
            @Reinhadt, solange du nur dementierst und nicht fermentierst ist doch alles gut 🙂

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            • Brötchen sagt

              Ja Hebamme vor Ort und im persönlichen Gespräch kann man viel erreichen. Hatte gestern auch eine sehr schöne Führung!
              Wenn man das große Rad drehen will, ist schon extrem schwierig!

              Letztens hatte ich Kinder und die waren extrem aufgeschlossen und wussten rel. viel.

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              • Ferkelhebamme sagt

                Kinder machen Spaß, die waren bisher extrem neugierig, haben witzige Fragen gestellt und sehr viel einfach selbst ausprobiert ( Futterautomsten, Tränken, festgestellt, dass Gerste juckt, wenn man nicht zuhört und in den Haufen springt) Vor der Begegnung mit den jungen Erwachsenen hab ich etwas Respekt, mal sehen, was da kommt. Zu verlieren haben wir ja nix, der Ruf ist eh ruiniert. Hat auch Vorteile…

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich gebe doch lediglich meine Frustration ob der andauernden Versuche wieder, sich den Faktendiskussionen entgegen stellen zu wollen oder zu müssen. Kann ja jeder machen, wie er möchte. Ich bin auch voll auf der Seite von Bauer willi, ich ahne aber schon überall die Fallstricke und unendlichen Diskussionen über diesen Fakt und jenen Fakt. Am Ende steht man wieder als Verlierer dar, weil eben neue Kampfzonen eröffnet werden, denen man sich wieder entgegen stellen muss oder will. Wie will man dem Artenschutz denn mit Fakten begegnen? Und wie verhindern, dass er als externe Kosten auftaucht?

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Miesepeter – Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

            …Das werden auch bald unsere selbstverliebten grünen Leuchttürmchen erfahren müssen. Abgerechnet wird immer am Schluss!

            Nun genug zu Ihrer persönlich destruktiven Haltung; sie haben ohnehin immer das letzte Wort. AMEN!

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            • Bauer Willi sagt

              Das kann man auch netter ausdrücken. Bitte persönliche Angriffe unterlassen.
              Danke.

          • Ertl Elisabeth sagt

            Das kommt davon, wenn man nichts von Ethik und Moral hält. Leute, die davon beseelt sind, kann man nämlich immerhin bei der Ehre packen.

        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          In den einzelnen Wortbeiträgen obsiegt hier vielleicht der Architekt; es sind bei dir aber sehr ernsthaft bemüht und gleichermaßen besorgt sehr viele Bauern u. nette Bäuerinnen unterwegs.

          Für diese mitzukämpfen, lohnt doch immer, lieber Willi. 🙂

          Scherzhaft hat Herr Seevers unlängst dafür geworben, für jedes geschriebene Wort einen Obulus zu entrichten. – So schlecht ist diese Idee tatsächlich nicht: Wie wäre es, Herr Seevers, wenn Sie zum Ende dieses Jahres in ehrlicher Wertschätzung an Willi denken!? Ich habe das unaufgefordert tatsächlich getan, das tut auch Ihnen nicht weh… 😉

          Wenn Wille das Handtuch schmeißt, wer hört Ihnen dann tagtäglich zu?

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          • Reinhard Seevers sagt

            Wenn Sie ihren ersten Text als Grundlage für die Bemessung nehmen, dann habe ich ja noch zehn Beiträge gut oder? 😎

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              …die 10 sind aber von Ihnen sehr schnell abgearbeitet, meinen Sie nicht? 😉

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        • Limes sagt

          genau Willi ohne Argumente und gesunden Menschenverstand regieren uns die Vereinfacher, Schaumschläger und Populisten. Die muß man fordern und entlarven dann kann man die Substanz erkennen.
          Bsp. letzten Samstag bei Gefragt -Gejagt im ARD. Bei dieser Sendung kommt es auf das pure Wissen an. Gast war der Hart aber fair Moderator Louis Klamroth. Dieser wurde gefragt “Was wurde zum Unwort des Jahres 2022 gekürt?”
          Zur Auswahl standen drei Antwortmöglichkeiten: A. Klimaterroristen, B. Sondervermögen und C. Gratismentalität..Klamroth antwortetet B, das Sondervermögen. Manchem/mancher verschlug es wohl die Sprache! Gut er hatten keinen Teleprompter oder Zettel zum Ablesen und Telefonjoker sind auch nicht möglich somit konnte er auch in seinem Bekanntenkreis keine Expertise einholen. Kann man die Aussagen soclher Meinungsmachern einfach so gedankenlos übernehmen. nein man muß hinterfragen und argumentieren vor allem bei den Teleprompter Persönlichkeiten auch wenn es anstrengend ist.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Für Sie, werter Herr Seevers, machen diese Diskussionen vielleicht wenig Sinn, weil Sie Hallen bauen.

        Für uns Bauern aber sehr wohl, denn wir bauen aktuell keine Hallen und Ställe mehr, weil sich ein solches Invest nur schwer amortisieren lässt bei einer derartigen Planlosigkeit mit zeitlichem OPEN END.

        Ich wundere mich tatsächlich, dass Ihre Auftragsbücher derzeit prall gefüllt sind. Die Baukonjunktur bricht derzeit nämlich ganz ordentlich ein; bereits genehmigte Bauanträge werden gestoppt…

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        • Reinhard Seevers sagt

          Landwirtschaftliches Bauen war nie am übrigen Baugeschehen gekoppelt. Die Agrarseite investiert, wenn der Einzelbetrieb für sich eine Notwendigkeit (gesetzliche Vorgaben) oder einen ökonomischen Vorteil (Effizienssteigerung oder Mengenerhöhung) sieht. Und da ich in 7 Bundesländern aktiv bin, findet sich immer einer, der die eine oder andere Maßnahme umsetzen muss oder will….
          Außerdem bin ich ein Einzelkämpfer mit geringen Ansprüchen und dem Hang zur work-life-balance….also voll trendy!
          Und nicht zu vergessen, wer im kommenden Jahr eine Förderung ins Auge fasst, muss immer im Jahr davor die Baugenehmigung beantragen, sonst ist Asche mit der Asche.😉

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          • feizelmeier sagt

            Die jüngere Generation der Bauern meint, mit den vorgebenen Förderungen den grossen Reibach zu machen. In Wirklichkeit begeben sie sich in immer stärker werdende Abhängigkeit der ständig wechselnden politischen Vorgaben. Man weiss ja heute oftmals nicht was morgen passieren wird. Diese Förderungen sind eben das süsse Gift der Versuchung, oftmals in irrsinnigem Ausmass zu investieren. Am Ende sind die Architekten und Bauhandwerker und auch die Konsumenten die Nutzniesser dieser Investitionen. Der Bauer bleibt meist auf dem Haufen Schulden sitzen, die er ja zur Förderung mitbeitragen musste.

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              • feizelmeier sagt

                Sie dürften sehr arrogant sein, Herr Architekt. mehr fällt mir zu ihrem dummen Satz nicht ein.

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                • Bauer Willi sagt

                  Bitte unterlassen Sie persönliche Beleidigungen.

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            • Arnold Krämer sagt

              Öffentliche Förderung ist immer weit überwiegend eine Förderung der Bauwirtschaft, generell des vorgelagerten Sektors. Aber jede Generation muss wohl ihre eigenen schmerzhaften Erfahrungen machen. (ein Bildungsproblem?!)
              Außerdem: Im Agrarbereich ist es wegen der weitgehenden Marktsättigung in nahezu allen Bereichen der Agrarrohstofferzeugung immer sinnvoll, grundsätzlich und wenn überhaupt dann antizyklisch zu investieren, um von einer Marktbereinigung durch Betriebs- und Betriebszweigaufgaben zu profitieren. Das Ganze ist heute aber schwieriger zu kalkulieren, weil der Staatseinfluss immer größer wird und die Verbrauchsgewohnheiten weniger stabil sind als noch vor z.B. 30 Jahren.

              • Reinhard Seevers sagt

                Förderung ist aber dann sinnvoll, wenn der Betrieb ohnehin Umweltschutzanpassungen vornehmen muss, um weiter wirtschaften zu können….das kann existenziell sein.

        • Brötchen sagt

          Wurzelwicht, kleine Sachen werden immer gebaut und wenn es ein paar Änderungsanträge sind.
          Bissl Güllesilo da, ne Platte dort usw….
          Oder einfach ne Planung für bessere Zeiten.
          Ne Pferdehalterin hat hier ne schicke Hörmannhalle gebaut mit Reitplatz und allen Pipapo und irgendwelche Mutterkuhhalter die ihr Geld in anderen Branchen verdienen soll es auch geben, da spielt Geld keine Rolle/oder wenig.

          Er hat an sich schon recht.

          Bsp. nimmt der Geflügelfleischverzehr ab?
          Ist die Geflügelhaltung “besser” als die Schweinehaltung?
          Wer steht stärker unter Beschuss?
          Was macht der eine und was macht der andere?
          Und was ist das Ergebnis?!

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          • Reinhard Seevers sagt

            ….und nicht zu vergessen, die ganzen Legalisierungen von Schwarzbauten…😎

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            • Brötchen sagt

              Oh ja 🙂

              haben wir hier auch gerade….bzw. ein Problem im Nachhinein heilen…..da hat der Architekt noch ewig zu tun…

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            “Ist die Geflügelhaltung “besser” als die Schweinehaltung?”

            Fragen wir mal nach der Meinung des Volkes, dann einfach JA, Geflügel ist das Fleisch der Vegetarier.😉

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  9. Carsten sagt

    Hallo, was haltet ihr von einer Aktion in der man die Aussagen der penny Aktion richtig stellt? Große Seite in den bekannten Tageszeitungen. Die Aktion könnte man über spenden finanzieren. Gibt ja bekannte Portale für sowas. Ich wäre dabei

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    • Jochen Böhrer sagt

      um etwas RICHTIG zu stellen, braucht man eine wissenschaftliche Ausarbeitung, welche sämtliche Berechnungen widerlegt und als getürkt entlarvt. Zum Einen wird man kaum einen Wissenschaftler finden, der durch political incorrecte nicht ideologiekonforme Studien seine Reputation und Karriere gefährdet und zum anderen wäre diese Studie noch wesentlich teurer als ihre Präsentation in ganzseitigen Anzeigen. Prof. Breuning hat sich schon weit aus dem Fenster gelehnt, indem er Konv. und Bio objektiv gegenüberstellte. Aber an der Wahrhaftigkeit der Zahlen wagte er auch nicht zu rütteln.

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      • Carsten sagt

        Das alte Spiel: du schreibst eine böse Studie dann schreib ich eine zurück? Ich habe mir die jetzt noch nicht durchgelesen. Ich denke es werden sich dort aber genug Ansätze finden die Aussagen welche penny rausgezogen hat zu Wiederlegen.

  10. Marian E. Finger sagt

    Es gab mal eine Zeit, da war die Erde fast vollständig vereist, deshalb war sie aber nicht mehr oder weniger wert als heute. Der Preis für eine Sache, wozu auch ein Planet gehört, ist eine Beurteilung, die der Mensch aus seiner anthropozentrischen bzw. egoistischen Sicht den Dingen zuweist. Man kann nicht so tun, als gäbe es einen Preis, der den Dingen immanent ist, nur das wäre der “wahrer Preis”.

    In Wirklichkeit sind Preise aber nicht wahr, sondern lediglich Verhandlungssache. Der “wahre Preis” ist also einmal mehr ein Narrativ, der dazu dient, die Taschen einiger auf Kosten anderer zu füllen. In die Mär vom wahren Preis spielt wie aktuell üblich die Moralapostelei hinein, die verschleiern soll, dass es lediglich drum geht, wer wem am meisten Geld aus der Tasche ziehen kann.

    Im übrigen ist mir gestern eine Überschrift ins Auge gefallen, dergestalt, dass EU und Bundesregierung hinter der REWE-Aktion vom “wahren Preis” stecken. Habe den Artikel aber nicht gelesen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      ….die Gamer-Branche erhält 150Millionen € zur Förderung von Computerspielen….wenn das nicht “wahre” Kosten für eine soziale Fehlentwicklung sind, dann weiß ich auch nicht.
      Die Folgekosten für die Behandlung von Spielsüchtigen, den Elektroschrott und die Energie für die Server tragen die Steuerzahler…..aber wir haben Spaß, das ist doch die Hauptsache.

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    • Arnold Krämer sagt

      Wie die Penny-Aktion politisch/wissenschaftlich/fördertechnisch einzuordnen ist, kann man hier nachlesen.

      https://www.achgut.com/artikel/eu_und_bundesregierung_zahlen_fuer_penny_aktion

      Da wird mal wieder massiv Steuergeld “verbraten”, was fehlt für Schulen, Bildung, Infrastruktur und im Geldbeutel der Bürger. Es gibt mittlerweile soviel überflüssige Lehrstühle und Forschungseinrichtungen, während es an allen Ecken und Kanten fehlt in der Pflege, im Handwerk, aber auch in den Schulen, weil sich immer weniger Studierte in den “Ausbildungskampf” mit überbehüteten, unerzogenen oder sprachunkundigen Schülern begeben wollen.
      Deshalb ja auch so fragwürdige Werbeaktionen für Quereinsteiger in den Schulbetrieb wie diese hier:

      https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/lehrerwerbung-in-baden-wuerttemberg-null-bock-kandidaten-gesucht-19089038.html

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      • Reinhard Seevers sagt

        Unser Berufsstand wird auch zunehmend von ängstlichen jungen Frauen befallen. In der letzten Ausgabe war ein Interview mit einer neuen Junior-Vertreterin der Kammer in Hannover, eine 28jährige Masterstudentin. Sie sagte u.a.:
        “auf die Frage: “Welche Wünsche/Anregungen hast du in dieser neuen Legislaturperiode?”
        Antwort:
        …”Mir macht die Aussicht auf die Zukunft aufgrund der Klimakrise große Angst. Gleichzeitig sehe ich, dass es weder an Erkenntnissen noch an technischen Lösungen mangelt, sondern dass es vor allem am Willen zur Umsetzung hapert. Mein großer Wunsch ist es, dass wir diesen Willen endlich finden, denn er ist der Schlüssel für die entschlossenen Maßnahmen, die es jetzt angesichts der eskalierenden Situation braucht. Es ist schlichtweg keine Zeit mehr für weiteres Zögern oder die Suche nach Gründen für das Nichthandeln……usw.”

        So, solche angstgetriebenen jungen Menschen werden auf die Praktiker und Planer, auf die Verwaltungen und Bauherren losgelassen….ich denke aber, sie wird kräftig gegen eine Wand laufen und zurückprallen.

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  11. Brötchen sagt

    Diese Berücksichtigung von fiktiven ideologischen Preisen/Kosten wird im wirtschaftlichen Desaster enden. Weil das andere Ende der Wurst ist Temu, da ja teilweise nicht mal Umsatzsteuer abführen.
    Und wir kleistern hier jedes Produkt mit gigantischen Zusatzkosten zu, die nix wirtschaftlich bringen.
    Vollkommen Gaga…..

    Die DDR ist man an den Fantasiepreisen untergegangen….die hat das Politbüro ausgewürfelt.
    Die Chinesen lachen sich tod und arbeiten weiter an Temu.

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  12. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Es gibt nicht “den” Ökolandbau und es gibt auch nicht “den” konventionellen Landbau. Die Fragezeichen beim Ökolandbau sind jedenfalls sehr zahlreich und es geht oftmals auch um die Prämien. Beide Produktionsrichtungen können jedenfalls nicht von den selben Verbänden vertreten werden da sie politisch völlig unterschiedlich bewertet werden. Ob z.B. der WLV oder der DBV diese Aussagen auch veröffentlicht?

  13. Frikadellen piet 44 sagt

    guten Morgen beim Thema Bio und konventionell bestehen also immer noch sehr viele Differenzen und es besteht weiterhin sehr viel Wunschdenken ich bin gespannt ob sie da irgendwann mal was dran ändern wird ich befürchte nein der Professor weiß da bestimmt mehr ich vermute er wird auch da keine guten Aussichten für die biologischen Anbauer sehen

  14. Reinhard Seevers sagt

    Wieder und wieder geht man dem Ablasshändlern auf den Leim. Während die Landwirtschaft wieder einmal öffentlich vorgeführt wird, und die “wahren” Kosten ihrer Leistung offengelegt werden, hat die Welt Spaß. Lufthansa macht Rekordgewinne, die Reisebranche zieht an und erreicht fast Vor-Corona-Niveau.
    Und der Urlauber liegt in seinem Liegestuhl und liest auf seinem Smartphon, dass die böse deutsche Landwirtschaft nicht dafür bestraft wird, dass die Welt untergeht…..und REWE, sein Lebenserhalter endlich diese Unsäglichkeit aufdeckt. Wenn er zurück ist aus dem langersehnten und verdienten Urlaub, wird er sofort seinen Teil dazu beitragen und nur noch die “wahren” Produkte kaufen.

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