Bauer Willi
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Tierhaltung halbieren – im Allgäu?

Wir sind im Allgäu und machen Urlaub. Seit dem ersten Tag brummen die Traktoren durch Dorf, sei es mit Ladewagen, Ballenpresse, Mähwerk oder Schwader. Jetzt gilt es, den die Grasernte erfordert jede Hand.

Hier gibt es nur Grünland und Milchvieh. Was anderes geht hier nicht, vielleicht noch Mutterkuhhaltung oder Schafe. Die derzeitige Regierung will die Tierhaltung halbieren. Details erläutert sie nicht, also ist davon auszugehen, dass das für jede Form der Tierhaltung gilt. Es wird nicht nach Tierarten, nach Betriebsgrösse oder Haltungsform unterschieden. Jedenfalls hab ich das von Silvia Bender oder Renate Künast nicht vernommen. Und von Cem Özdemir habe ich nicht erwartet, dass er sich mit Details abgibt. Das hat bisher noch nicht auf seinen Sprechzetteln gestanden.

Nun ist es ja eigentlich logisch, dass die Halbierung der Tierhaltung in Deutschland nicht bedeutet, dass auch der Konsum von Fleisch halbiert wird. Auch das ist ein Ziel der Bundesregierung und wurde so von Silvia Bender auf einer Tagung der ISN geäußert. Ich habe Ophelia Nick gefragt, wie sie die Halbierung des Fleischkonsums hinbekommen will. Sie will es über Kantinen erreichen. Eine genauere Antwort ist sie mir schuldig geblieben.

Eine Halbierung der Tierhaltung bedeutet auch weniger organischen Dünger. Cem Özdemir plädiert für eine “Reduktion von mineralischem Dünger und mehr organischem Dünger, den unsere Tiere produzieren”. Ein klassischer Zielkonflikt, den weniger Tiere bedeutet weniger organischer Dünger. Es wäre hilfreich, wenn man  im BMEL die Aussagen von Minister und Staatssekretärinnen abstimmt, damit es unter den Landwirten nicht zu Unsicherheit kommt.

Weniger mineralischer Dünger und dazu noch weniger organischer Dünger bedeutet, dass die notwendige Düngung nicht mehr möglich ist. Weniger Nährstoffe bedeutet weniger Ertrag. Das erhöht die Abhängigkeit vom Ausland. Und das kann doch niemand ernsthaft wollen.

Also, liebes BMEL, bitte noch einmal nachdenken. Das gilt auch für die Zukunft.

Und dann noch etwas: welchen Plan habt ihr für das Allgäu und das gesamte Alpenvorland und die deutschen Mittelgebirge? Was sagt ihr den Landwirten? Worauf sollen sie sich einstellen? Oder gilt das mit der “Halbierung der Tierhaltung” hier nicht und ihr habt nur vergessen, das auch zu sagen? Kann ja mal passieren…

 

 

 

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66 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    Mir wird noch schlecht vom vielen Popcorn:
    Die Bundesregierung möchte den Anteil Wirtschaftsdünger aus Tierhaltung steigern!
    Dazu ein Schnitt aus den Jahren 2018 bis 2020, Anteil 31% am N.
    Hallo, wir haben 2022 und seitdem eine sehr deutliche, gewollte Tierzahlenreduktion! Außßerdem hat die Regierung den krassen Vieh-Bestandsabbau von 50% als Ziel. Oder sollen wir jetzt Fleisch UND Gülle importieren?

    https://www.topagrar.com/acker/news/bmel-will-keine-zuschuesse-fuer-duengemittel-zahlen-13132515.html

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  2. Stöger Karl sagt

    Hunger tut weh. Mit Nahrungsmitteln wird es noch genau so wie mit russischen Rohstoffen. Erst wenn nichts mehr da ist erkennt man deren Wert.

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  3. Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

    Auch wenn die Grünen Khmer die Halbierung der Tierhaltung durchgesetzt haben, werden sie nicht aufhören, weitere Einschränkungen zu fordern. Menschen- und Freiheitsfeinde leben richtig auf, wenn sie zerstören können, was andere über Generationen aufgebaut haben. Wer die Lüge vom anthropogenen Klimawandel glaubt, ist verloren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Wer die Lüge vom anthropogenen Klimawandel glaubt, ist verloren.”

      Ok, abgesehen davon, ob man solche Sätze unterschreiben möchte oder nicht, Fakt ist, dass durch ein Fleischverzicht in diesem Lande rein rechnerisch nicht die Welt gerettet werden kann…..andere Dinge könnten helfen, die will man der Gesellschaft aber nicht zumuten.

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  4. Smarti sagt

    Wenn es noch weniger Tiere gibt, sind auch Biogasanlagen nicht mehr rentabel, weil es zu wenig Gülle für die direkte Fütterung der Anlage oder für die Pflanzendüngung gibt.
    Der Bau einer grösseren Anlage ist/ war energieintensiv, kostete Millionen aber versorgt dann emissionsfrei viele tausende Haushalte mit Strom und Wärme.
    Was seit Jahren gefördert und gewünscht wurde und vom Landwirt mit viel Einsatz aufgebaut wurde, zerstört unser Aller Chefe und selbsternannter Schützer mal so nebenbei.

    Was aber meines Erachtens viel schlimmer ist: wenn eine Planung für die Zukunkt – der Bauer denkt weiter als die nächsten paar Jahre – nicht mehr möglich ist, dann wird nicht mehr investiert.
    Das ist dann das Ende der Landwirtschaft – oder zumindest das Ende der geförderten Landwirtschaft und somit wird der Preis von Nahrungsmitteln massiv steigen.

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    • Es lohnt sich auch mal einen Blick in die Klassenzimmer der landwirtschaftlichen Berufsschulen zu werfen. Wieviele Schüler(innen) sitzen da noch drin, und wieviele bleiben davon übrig, die den Beruf später ausüben werden? Wer auf die Bilder der Abschlussklassen schaut, der erkennt, dass die Zahl der Schüler abnimmt und die Zahl der Lehrer steigt. Im Gegenzug lohnt sich auch ein Blick in die Statistik, wieviele Landwirte(innen) das Rentenalter erreicht haben.
      Ich stelle fest, dass immer mehr Kollegen(innen) keine Lust mehr auf Gängelung, Preisdiktat, Suche nach weiteren Standbeinen….. haben. Warum ist das so, dass ein Landwirt von seinem Hof in den wenigsten Fällen leben kann? Warum muss er nebenbei Landschaftspflege, Tourismus, Waldarbeit, Winterdienst oder Ähnliches betreiben, nur damit das Geerbte fortbesteht? Welcher Heizungsbauer, Maler, Metzger hat weitere Standbeine?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das Handwerk hat die gleichen Probleme, wie die Landwirtschaft. Nachwuchsmangel, schlechtes Image, fehlende Fachkräfte, steigende Kosten, fehlendes Material….aber hohe Nachfrage (so lange die Nachfrage durch gute Konjunktur läuft).
        Eigentlich könnten Landwirtschaft und Handwerk sich zusammentun und um Menschen werben, die sich auch für handfeste Berufe interessiern, diese aber gar nicht kennen.

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        • Inga sagt

          Das kommt davon, weil die Industrie so erstrebenswert ist und war.
          Nun haben wir den Schlamassel.

          Sie mit der Natur zu identifizieren war Out.
          Sie ausnutzen war In, der Kaufmann hat das auch gelernt.
          nebenher werden für sogenannte einfache Arbeiten Billiglohnarbreiter aus dem Ausland geholt.
          Im der Pflege ist das auch so.
          Dabei soll die Arbeit an dem Menschen uns mehr Wert sein als die Arbeit am Industrieprodukt wie Auto.

          Der Bauer hat noch die Verantwortung für seinen in Generationen gewachsenen Betrieb, der durch so viel Notzeiten auch für die Städter hindurchgeholfen hat. Er hat auch Geborgenheit und Heimat bedeutet.

          Wenn mal wieder Nahrungsmangel herrschen sollte, dann sind die Bauern schuld und werden überfallen und müssen rausrücken.

          Im Handwerk wir des ähnlich sein! Wenn die Industrie mit Massenproduktion nicht mehr funktioniert, ist das Handwerk wieder mehr gefragt.

          Was läuft 8ier schief?

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Bei uns steigen die Schülerzahlen, und es sind viele Jugendliche ohne landwirtschaftlichen Hintergrund dabei. Wie viele in der Landwirtschaft ankommen werden, ist derzeit noch spannend.
        In den letzten Jahren bangten wir Klein – Hobby – Bauern um unsere zugekauften Leistungen (Frontlader zum Schafstall ausmisten, kleine Ballenpresse, Forstarbeiter mit Seilwinde)
        Heuer tauchten plötzlich gut ausgebildete und professionell ausgerüstete junge Leute auf, teilweise noch etwas ungeübt, aber Übung macht den Meister, und da üben wir uns gerne auch einmal ein wenig in Geduld und weisen freundlich auf dies und jenes hin. In der Tierarztpraxis arbeiten plötzlich zwei tüchtige junge Frauen, die betonen, dass sie Nutztiere mehr interessieren als Hund und Katz.
        Löst alles nicht die finanziellen Probleme der Landwirtschaft, aber die Fridays – for -Future – Generation fordert keineswegs nur, sondern tut.
        Französische Agrarstudenten rufen zum Boykott industrieller Landwirtschaft auf. Sie wollen keine entsprechenden Jobs mehr annehmen, sondern nur noch für eine Landwirtschaft arbeiten, die ökologisch und bäuerlich ist.
        https://www.nau.ch/news/europa/franzosische-agrarstudenten-rufen-zum-boykott-von-industriejobs-auf-66175827

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        • Reinhard Seevers sagt

          “Französische Agrarstudenten rufen zum Boykott industrieller Landwirtschaft auf. Sie wollen keine entsprechenden Jobs mehr annehmen, sondern nur noch für eine Landwirtschaft arbeiten, die ökologisch und bäuerlich ist.”

          Versteh ich nicht…wenn ich den Job nicht will, dann nehme ich ihn nicht, gehe aber nicht durch die Welt und erzähle jedem, was ich nicht will.
          Das scheint einen anderen Hintergrund zu haben.

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          • Inga sagt

            Das nennt man Demonstration!

            Die wollen öffentlich machen, dass sie gegen die industrielle Landwirtschaft sind aber für die ökologische und bäuerliche. Wo die Tiere eventuell noch individuell gehalten werden.
            Deren Erzeugnisse kosten aber dann auch!

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “Heuer tauchten plötzlich gut ausgebildete und professionell ausgerüstete junge Leute auf,”

          Wer rüstete die jungen Menschen professionell aus?

          Vergangenes Wochenende arbeiteten 2 Aktivistinnen von “wir haben es satt” auf einem BIO-Gemüsebaubetrieb in meiner Nähe.

          Fazit: Die Arbeit war hart, für das was der Betrieb erlöst.

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          • Inga sagt

            Zu solcher Erkenntnis müssen noch mehr AktivistInnen kommen.

            Ein echter Aktivist probiert das auch aus,
            das andere sind ScheinaktivistInnen.

  5. Pälzer Buh sagt

    Was mir sorgen bereitet in der Nutztierhaltung, ist die langsam aber stetig fallenden Anzahl der Tierärzte für Großvieh. Steht zumindest so im Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

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    • Inga sagt

      An einer Kleintierpraxis ist vielleicht mehr zu verdienen und man braucht nicht Nacht und am Wochenende raus und Dreckarbeit im Kuhstall machen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Genau Inga, eine Freundin von mir hat vor 30 Jahren in Hannover eine Kleintierpraxis übernommen, weil die Arbeit an Großtieren extrem anstrengend und nicht lukrativ war….und wenn du dir die Parkplätze vor den Spezial- Kleintierkliniken ansiehst, dann wird dir schwindelig. Die Leute lassen ihre Viecher für tausende von Euro operieren oder behandeln…..dafür gibt es mittlerweile Kliniken mit mehr als 30 Ärzten.

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        • Smarti sagt

          Das Tierschutzgesetz wird mittlerweile so ausgelegt, dass ein Hund / Katze / Pferd wenn es alt ist nicht “einfach” eingeschläfert wird. Vorher werden Untersuchungen und allfällige Therapien und Operationen ” man könnte das und das noch ausprobieren ” für Abertausende Euro. Das Geld nicht haben ist kein Grund – zahlt man halt 20 Jahre den Kredit ab – oder schliesst vorher eine Pferdkrankenkasse für über 1000.- Euro pro Jahr ab.
          Grosse Investorenfirmen haben den Braten gerochen und kaufen die Konkurenz ( die normalen Tierarztpraxen mit normalen Ansichten ) nach und nach auf.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Ja, das haben die Versicherer schon längst auf dem Schirm. Wenn die jungen Damen ihre Pferde nicht als Schlachttiere im Pass eingetragen haben, dann muss das Pferdchen eben bis zum bitteren Ende auf einen Gnadenhof (wenn der Bauer schlau ist, plant er das mit ein)…bis zum Tode verdienen Gnadenhofbetreiber, Tierärzte und Versicherer!! Und die jungen Damen dürfen bis ins hohe Alter dafür blechen! Hurra, die Welt verblödet und die Pferdehalter*innen sind ihres eigenen Unglückes Schmied.

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            • Ferkelhebamme sagt

              Der Schlachtstatus gilt für den menschlichen Verzehr. Wenn du einen Schlachter findest, der auch für Tierfutter schlachten darf, geht das trotzdem dort.
              Ich habe letztes Jahr ein Pferd als Zuchtstute gekauft, da hat die Besitzerin vor dem Verkauf den Schlachtstatus extra ändern lassen, weil sie nicht wollte, dass das Pferd geschlachtet wird. Dämlich. Für mich gut, hat es den Wert des Pferdes doch noch einmal erheblich gemindert.

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                • Ferkelhebamme sagt

                  Nee, die hat schon ein Neues, um es kaputt zu machen

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              • Smarti sagt

                Vielleicht ist dies auch Länderabhängig, aber ich habe im Kopf, dass in D ein Pferd ( auch Schwein, Kuh und Lamm…) nur aus einem wichtigen Grund getötet werden darf. Der einzige wichtige Grund, den es gibt ein gesundes Nutztier zu töten, ist die Nutzung als Menschennahrung.
                Deshalb stammt sämtliches Futterfleisch aus der Lebensmittelproduktion, könnte also ruhig auch 5 x D tragen.
                Will der Tierarzt ein krankes, altes Pferdchen partout nicht einschläfern, dann kann man das Tier nach Polen exportieren und ihm dort “das Gnadenbrot äh Pferdehimmel” spendieren. Ist natürlich nicht schön für den armen Oldie, noch in eine fremde Umgebung transportiert zu werden.
                Der Landwirt kann das Pferd ( auch das Haustier ) für den Eigenbedarf schlachten lassen, darf aber dann kein Gramm Fleisch abgeben. Auch nicht als Futter.
                Wir haben einen Gnadenbrothof. Der letzte Tierarzt hat nach 20 Jahren seine Grosstierpraxis geschlossen.
                Der neue überweist jedes Pferd gleich ans Tierspital ( man könnte sonst ja haftbar gemacht werden…) – und dann sind für eine Kolik-Behandlung, die vorher 200.- Euro gekostet hat schnell mal ein paar Tausender weg. Man bekommt das Pferd auch kaum mehr raus…
                Ich kann die Pferdebesitzer*innen nur warnen und Tierärzte empfehlen, schlussendlich müssen Sie es selber wissen.

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  6. Falls unser Landwirtschaftsminister auf seinen Dienstreisen die Gelegenheit bekommt eine Alm zu besuchen, dort einzukehren und dieses einzigartige Erlebnis aufzusaugen, dann sollte er erkennen, dass das Rind hier auf eine fantastische Weise dafür sorgt, dass dieser Kulturraum, diese Landschaft, offen bleibt und nicht zuwuchert. Hier braucht es keine Halbierung, sondern eine Beibehaltung der Tierzahlen. Was allerdings schwierig wird, denn die EU- Politik, die deutsche Politik und der Handel sorgen seit geraumer Zeit, dass jedes Jahr eine gravierende Zahl an Betriebsleiter-innen das Handtuch schmeissen. Im benachbarten Österreich erfahren die Bauern Unterstützung von der Gastronomie und dem Tourismus. Die haben erkannt, dass wenn die Kuh geht, auch der Tourist geht. Ich erwarte von inserem Ministerium eine rasche Trendwende von: was können wir den Bauern noch alles aufs Auge drücken? Hin zu: Wie können wir die Bauern unterstützen und sie von Fesseln befreien? Vermutlich werde ich lange darauf warten….

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  7. oberländer sagt

    Gerade gesehen youtube.com/watch?v=PZ6F5Xb_ovk

    Das darf man doch nicht mehr sagen ? oder doch

  8. oberländer sagt

    Macht es überhaupt noch Sinn über die Aktionen
    der Berliner Polit-Komödiantenbande nach zu
    denken.
    Wir werden von ihnen vorsätzlich verarscht und
    sie wollen noch das wir dafür dankbar sind.

    Schade das der Teufel Charakter hat sonst könnte man die
    ganze Bande zu ihm schicken, aber ich fürchte sowas will der nicht,
    die sind ihm zu dumm.

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    • Inga sagt

      Wir sollen der Bande dankbar sein, was bilden die sich denn ein?

      Sind die was besseres als wir?

      Warum respektieren die unserer Berufserfahrung nicht?
      Wenn das ganze System umgestellt werden muß, dann hat die Ökologie Vorrang und da hat sich der Mensch, besonders der Verbraucher unterzuordnen und dran zu halten.

      (sonst kommt Onkel Putin und schafft Ordnung)
      (nur ein Gedankengang)

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  9. Ludwig sagt

    Die Grünen haben keinen Plan , außer die Tierhaltung über den LEH fertig zu machen. Landschaftspflege um die Landschaft offen zu halten kennen die nicht. Schon in den 1970er Jahren gab es schon Landauffangbetriebe in touristisch stark besuchten Gebieten um den Wald nicht weiter vordringen zu lassen. Hierfür eignet sich die Rinderhaltung sehr gut , denn die Rinder fressen die weiter vordringenden Baumtriebe weg. Mit dem anfallenden Kot sorgen sie auch in Steilhängen für die Düngung des Grasaufwuchses. Grundsätzlich ist im Tierkot alles an Nährstoffen enthalten was die Pflanzen brauchen. Die reine Mineraldüngung bringt nur einzelne Nährstoffe wie N – P – K – Ca – MG – S auf das Land . Spurennährstoffe usw. fehlen hier. Mit dem Tierdung kommt Frischhumus auf das Land. Diesen setzen die Regenwürmer durch ihr Fressen in Dauerhumus um . Die besten Erträge kommen vom Land wenn Mineraldünger mit tierischen Dünger kombiniert werden. An hand meiner Aufzeichnungen konnte ich feststellen , daß bei dieser Düngungskombination 3 – 10 % Mehrertrag bei uns im Betrieb gegenüber der reinen Mineraldüngervariante realisiert wurde. Also Vorsicht liebe Grüne mit eurem Kleinmachen der Tierhaltung.

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    • Gerd göller sagt

      Ja, schöner kann man es eigentlich nicht erklären – aber was soll,s der kluge verbraucher will,s nicht wahrhaben die politik ist weitgehend unwissend – weil nicht glaubend – ” das es für die komplexität der landwirtschaft oft ein halbes bauernleben braucht ” ! Kostbar wird erst-wenn,s nicht mehr da ist……..

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  10. Arnold Krämer sagt

    Die Forderung nach Halbierung der Tierhaltung ist der Kumulationspunkt im Kampf gegen Massentierhaltung und Agrarindustrie. Die Anfänge dieses Kampfes sind in den 1970er Jahren zu finden und festzumachen an tatsächlichen Fehlentwicklungen in Südoldenburg, wo man es schaffte, den damaligen Rechtsrahmen besonders intensiv zu nutzen. Wer das im einzelnen nachvollziehen möchte, sollte sich das Taschenbuch von Nina Kleinschmidt und Wolf- Michael Eimler (im Antiqariat vielleicht noch erhältlich) aus dem Jahr 1984 beorgen: “Wer hat das Schwein zur Sau gemacht – Mafia-Methoden in der deutschen Landwirtschaft”.
    Ein erster staatlicher, aber gescheiterter Versuch gegenzusteuern war 1983 der Gülleerlass (Baurecht) des damaligen nieders. Landwirtschaftsministers Glup, in dem es um die Flächenbindung der Tierhaltung ging (3 Dungeinheiten/ha). Weitergehende Ansätze zur Einhegung der gewerblichen Tierhaltung in Westdeutschland verliefen dann mit dem Fall der Mauer im Sande. Die Vorbildwirkung Südoldenburgs blieb aber lange Zeit für Westdeutschland wirksam.
    Danach hat man das Fachrecht (Bauen, Düngen, Tierschutz u.a.) soweit verfeinert und differenziert, dass man damit grobe Fehlentwicklungen gebremst bzw. unterbunden hat. Gleichzeitig sind aber auch die Kosten für ganz “normale” Betriebe soweit nach oben getrieben worden, dass sie heute nicht mehr mithalten können im nationalen wie internationalen Wettbewerb.

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  11. Arnold Krämer sagt

    Diese Regierung – wie auch die Vorgängerregierung – hat keinen wirklichen Plan, um die Dinge herbeizuführen, die sie als hehre Ziele (Halbierung des Fleischkonsums, Halbierung der Tierbestände, 30% Öko-Landbau usw. usw.) für die Landwirtschaft formuliert. (immer und vorrangig mit dem nicht ausgesprochenen Ziel, Wählerstimmen zu generieren). Insofern bleibt alles Stückwerk. Die Ställe werden auch dort geschlossen, wo man sie eigentlich behalten möchte. Die EU-Agrarpolitik wird renationalisiert. Die deutschen Sonderwege mit Sonderbelastungen machen die Wettbewerbsfähigkeit kaputt. Die Familienbetriebe (im engeren Sinne) werfen das Handtuch. Der Handel macht, was er will, weshalb die Regale in den Supermärkten auch in der Krise gefüllt bleiben. Es fehlt temporär nur das Toilettenpapier. Wir werden regiert von Laienspielern, die von Planwirtschaft träumen, die Vorzüge der Marktwirtschaft jedoch auch nicht aufs Spiel setzen wollen und die Wirtkungszusammenhänge einer extrem international arbeitsteiligen und spezialisierten Land- und Ernährungswirtschaft nicht oder nur sehr begrenzt verstehen.
    Der Kronzeuge für meine forschen Behauptungen ist ausgerechnet Gregor Gysi, dessen aktuelles Buch lautet: “Was Politiker nicht sagen… weil es um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten geht.”

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    • Inga sagt

      Theoretisch geht das:

      „Hier gibt es nur Grünland und Milchvieh. Was anderes geht hier nicht, vielleicht noch Mutterkuhhaltung oder Schafe. „

      Das ist natürliches Grünland und das kann nur von Wiederkäuern benutzt und gepflegt werden.
      So und wenn man hier die Tiere nicht halbieren kann, so dann doch in irgendwelchen großen Ställen, vielleicht in Norddeutschland, für das einjährige Gras noch auf dem guten Acker angesät wird. Die müssen dann eben etwas mehr als die Hälfte abschaffen, damit das wieder um die im natürlichen Grünland lebenden Tiere kompensiert wird.

      Ein Landwirtschaftsminister muß sich auch um die verschieden Ökonischen kümmern, dem Cem traue ich das eher zu als der Renate.

      Schlaue Agraringenieure werden doch wissen, wie man die Fruchtfolge in einem Viehlosen Betrieb macht.
      Da ergänzt man den Wirtschaftsdünger mit Unter- u. Zwischensaaten + Unterarbeiten von Stroh, oder?

      Außerdem die Reste auch Biogasanlagen.
      Wo bleibt der Abfall von dem verarbeiteten Gemüse, das ja mehr anfällt, weil Fleisch wegfällt?
      Von Gemüsebratlingen oder so?
      Der Abfall kommt alle auf dem Kompost, der dem Mist gleicht oder in die Biogasanlage. Und anschließend mit dem Güllefaß auf den Acker!

  12. Bauer Fritz sagt

    NGO-Logik (powered by BMEL)

    A) Halbierung Viehhaltung = Halbierung Viehbauernanzahl = Halbierung Agrarsubventionen = Viel Geld für NGOs übrig = Viele, viele neue NGOs

    B) Agrar-NGO sagt: keinen Weizen auf Stilllegungsflächen – Insekten und Biodiversität sind uns soooooooo wichtiger als Menschen ……
    Daher unterschreiben sie sofort diese Petition und spenden sie an ….

    C) Entwicklungshilfe-NGO sagt: wenn die Leute hier hungern dann werden sie nach Europa kommen
    Daher unterschreiben sie sofort diese Petition und spenden sie an ….

    D) Zuwander-NGO sagt: wir müssen die Menschen retten, weil wir haben hier ja alles
    Daher unterschreiben sie sofort diese Petition und spenden sie an ….

    Aber nein, NGOs sind nicht geldgierig

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  13. Hansjlauppe@gmail.com sagt

    Hat auch schon mal an den Tourismus , Fremdenverkehr , gedacht ?
    Deutschlands Grüne Hügel , werden ohne Weidetierhalter , Grünlandnutzer , an Attraktivität verlieren !

  14. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    “Und dann noch etwas: welchen Plan habt ihr….”

    Dem Kanzler wird vorgeworfen “Er hätte überhaupt keinen Plan!”

    Ich glaube jeder in der Ampel erzählt über seine Sicht der Dinge, nix ist koordiniert oder als Regierungsaussage zu erkennen,einen Regierungssprecher mit verbindlicher Aussage gibts auch nicht.
    Hier müsste der Kanzler dringend eingreifen,er gibt doch die Richtlinien vor!
    Fürs Allgäu mache ich mir keine Sorgen,da passt Markus Söder auf.

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  15. Elisabeth Ertl sagt

    Wenn man keinen Mineraldünger mehr hat, wächst aber um so viel weniger, dass man den jetzigen Viehstand auch nicht aufrecht erhalten kann.
    Drum glaube ich, dass es ohne Klärschlamm nicht gehen wird.

    • Smarti sagt

      Eher Ernte ich gar nichts mehr, als dass ich Klärschlamm verwende.
      Wenn man schon sieht, was im zertifizierten Kompost für Müll enthalten ist, was kann da alles reingemischt werden… Nein Danke.
      Wir haben Wiesen im Wasserschutzgebiet, da darf nicht mal ein Rind weiden, natürlich auch kein Kunstdünger ausgebracht werden.
      Da wachsen Giftpflanzen wie Herbstzeitlosen und Klappertopf wie verrückt- noch halte ich diese einigermassen in Schach – aber eigentlich geben diese Flächen schon jetzt viel mehr Arbeit als Ertrag.
      Herr Oezdemir will ALLE Wiesen so…. da kann nicht mal mehr anständiges Futter wachsen.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ja eh, aber das mit dem Stickstoff muss man den Leuten einmal erklären: Kunstdünger oder Mist oder Klärschlamm. Mit Leguminosen allein geht es sich nicht aus.

  16. Elisabeth Ertl sagt

    Halbierung des Fleischkonsums ab welchem Zeitpunkt? Der Fleischkonsum geht ja bereits zurück!
    Ja, es fehlt die Differenzierung, das ist wahr.
    Allerdings hat es in diesen Gegenden in den 1970er Jahren sehr wohl noch Getreidebau gegeben – halt sehr sehr kleinräumig in entsprechenden Gunstlagen, und das ist heute zu aufwändig und zu teuer. Aber die Natur gäbe es schon her.
    In Österreich weiß man sogar, dass die Alpen vom Klimawandel profitieren. Die Höhengrenzen steigen und in immer mehr Tälern fängt wieder Getreidebau an. Der wird den Rückgang durch Trockenheit in den bisherigen Gunstlagen so weit wie möglich kompensieren müssen.
    Damit will ich ja gar nicht leugnen, dass diese Gebiete PRIMÄR immer Viehhaltungsgebiete waren und weiterhin sind.
    Aber man muss es nicht überspitzen, nur um eine möglichst massive Front gegen Özdemir aufzumachen, der nun einmal im Volk beliebt ist. Es besteht die Gefahr, dass man die Absicht merkt und verstimmt ist.

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    • Ferkelhebamme sagt

      „Halbierung des Fleischkonsums ab welchem Zeitpunkt?“
      Das wüsste ich auch gern. Mit einer konkreten Benennug der Zielzahl der Tierhaltung. Und das logischerweise regionsweise, beispielsweise Rinder im Allgäu zu Rinder im Ruhrgebiet, Schweine im Rheinland zu Schweine in den Alpen.
      Die formulierten Ziele sind wirr, Fahrpläne gibt es nicht.

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  17. Thomas Bröcker sagt

    Ich denke, das Allgäu ist kein Beispiel zur Demonstration der Folgen der Halbierung der Tierhaltung. Die Nutzung dieser Landschaft über Rinderhaltung entspricht ja zu nahezu 100 % den Vorstellungen der Grün/-innen. Die Weidetierhaltung wurde und wird doch auch durch die ABL als Monstranz der “richtigen” Tierhaltung vor sich hergetragen. Die herbeigeredete “gesellschaftliche Ächtung” der “Massentierhaltung” trifft auf diesen Landstrich m.E. nicht zu. Interessant finde ich allerdings die Beobachtung, dass mehr Kühe im Laufstall stehen und das Futter hingefahren wird, als dass sie auf der Weide laufen. Ohne eine gewisse Intensität ist wohl mit Milch auch kein Geld zu verdienen.

    Kam der Alois nicht auch aus dieser Ecke ?

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  18. Ferkelhebamme sagt

    „Wir müssen die Abhängigkeit von mineralischer Dünger reduzieren. Dafür brauchen wir Wirtschaftsdünger, den unsere Tiere produzieren.“ Auch Cem Özdemir (Unser Land 17.06.)
    Possentheater!
    Zeit für die nächste Tüte Popcorn

    Derweil Zitat Tönnies zum Sauenpreis:
    „Der aufgebaute Mengendruck wird durch eine verstärkte Abgabereitschaft der LAndwirtschaft weiter vergrößert.“ Da geht er dahin, der organische Dünger

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    • Smarti sagt

      Na dann mal Prost :). Die Sauerkirschen sind reif – Zeit für eine leckere Bowle.
      Immer wenn ich Deinen Namen lese, vermisse ich unsere Hofschweinchen. Es ist das erste Jahr ohne… erst war es noch gut – viel weniger Arbeit, auch wenn es nur eine Handvoll waren.

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  19. Piet sagt

    Moin Willi ich hoffe ihr habt einen tollen Urlaub habe ich eben ganz vergessen zu erwähnen viel Spaß

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  20. Inga sagt

    Im Allgäu gehört Tierhaltung im speziellen Rinderhaltung zur Kreislaufwirtschaft der dortigen Ökologie.
    Man könnte ja die Wiesen dort (bestimmt natürliches Grünland) weniger, vielleicht nur mit der dort anfallenden Gülle düngen, damit man weniger Rinder drauf halten braucht.

    Aber da sind keine Schweine oder Geflügel, weil die nur Getreidefresser sind. Die findet man dann da, wo bessere Böden sind, wo Getreide wächst. Ob man da dann die Gülle aus dem Allgäu holt, für die torlosen Betriebe wenigstens?

    • Smarti sagt

      Bei Rinderbetrieben gibt es eine Deckelung der Tierzahl pro bewirtschaftetem ha. Bei sehr hoher ( intensiver ) Tierhaltung muss Alles passen, um genug Futter für die Tiere bereitstellen zu können, sehr teures Milchleistungsfutter und Dünger müssen in Mengen gekauft werden.
      Dafür steht eine hohe Milchleistung und Fleisch. Also Geld das auf den Hof kommt und “Stickstoff” der abgeht. Gülle abzugeben hat wohl auch in Zukunft kaum jemand – anders als in den Medien dargestellt ist Gülle “das Gold” des Bauern, ein rares Gut.
      Was aber jetzt schon so ist :
      – Kuh frisst Gras – auf der Weide oder im Stall als Silo
      – Kuh macht Nahrung draus und Gülle
      – Gülle düngt Hafer und Weizen ( mit Glück Menschennahrung ) sonst ists halt für die Kuh. Wenn man den Stundenlohn nicht zu hoch ansetzt, kommt man normal “eben” raus.
      Was Ötzi jetzt ändern will:
      – Kuh frisst die Hälfte Gras, der Rest wird Energie- und Methanintensiv kompostiert oder Naturschutzgebiet
      ( vielleicht ja auch anstatt Kohle verstromt ? )
      Kuh mach halb so viel Nahrung ( gleich vierfacher Preis, siehe Gas ) und halb so viel Gülle

      – nur die Hälfte des Ackers wird gedüngt, nochmals weniger Nahrung
      und ein Teufelskreis von zu wenig Gülle,
      zu wenig Einnahmen für den Zukauf von Futter, Dünger und Diesel.
      Das ist dann Alles für die Katz.

      3
  21. Piet sagt

    Moin in der Schule oder im Studium mussten irgendwelche Äußerungen immer Sinn machen bei der Politik nicht

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