Bauer Willi
Kommentare 18

Sonntagsfrage

Lokführer streiken, Piloten streiken, Fluglotsen streiken, Erzieherinnen legen die Arbeit nieder. Warum? Sie alle wollen auf eine, aus ihrer Sicht, nicht zufriedenstellende Situation aufmerksam machen, und sei es nur, dass sie mehr Geld fordern. Bauern streiken nicht, sie sind auch keine Angestellte, sondern selbständig. Doch auch viele Bauern sind mit ihrer Situation (und den Preisen) unzufrieden und wollen darauf aufmerksam machen.

Doch wie? Das wollen wir von euch wissen. Ich könnt abstimmen oder auch Kommentare schreiben. Wäre schön, wenn sich auch Nicht-Landwirte daran beteiligen würden.

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18 Kommentare

  1. Rainer sagt

    Wir Bauern können nur gutes Geld verdienen, wenn die große Masse kapiert hat, dass wir das Angebot begrenzen müssen.
    Dies setzt aber voraus, dass man bereit ist, in Zeiten großen Mengenüberhanges-
    egal ob bei Milch oder Kartoffeln, die „Übermenge“ unterzupflügen bzw. z.B. bei Getreide
    zu überlagern und im nächsten Jahr weniger Fläche zu bestellen, oder Bio -Anbau die Menge zu reduzieren.
    Dies kann wiederum nur ein Bauer mit viel Flächen-Eigentumsanteil im Betrieb.
    Soll heißen: Weniger ist mehr!
    Stellt eure Betriebe schlanker auf und verzichtet auf hohen Pachten.
    Es können wieder mehr Bäuerliche Betriebe entstehen die wiederum
    ohne Probleme und Staatszuschüsse individuell auf die jeweiligen Markteinflüsse
    reagieren können.
    Liebe Kollegen – wir Bauern hätten es selbst in der Hand!
    Wenn es allerdings so bleibt wie bisher, dass keiner dem Nachbarn auch nur einen qm
    gönnt, werden wir den Kampf verlieren.

    3+
  2. Es wäre schon ein erster Schritt, dass sich z.B. jeder einzelne Milcherzeuger klar macht, dass er ein Produkt herstellt, das kein besonders gutes Image hat und das in dieser Menge derzeit nicht gebraucht wird.
    Ein Unternehmer hat doch kein Anrecht darauf, dass sein Produkt in egal welcher Menge zu gewinnbringenden Preisen gekauft wird!

    Als zweiter Schritt wäre dringend eine Imagekampagne notwendig. Warum kaufen die Leute Apple-Geräte oder Fendt-Traktoren? Weil sie bereits sind, nur für das gute Image mehr Geld auszugeben!
    Zugegeben, der Vergleich hinkt etwas, weil es sich um verarbeitete Produkte handelt, aber es darf die Frage erlaubt sein, warum sich unsere Berufstandsvertretung nicht mit solchen Themen beschäftigt! Zentrale Fagen sind: Worin liegt der (Mehr)nutzen für das Produkt? Warum soll Jemand Milch statt Apfelsaft kaufen? Was tun Landwirte hier im Unterschied zu Anderen?

    Leider werden die Landwirte hier allein gelassen und am Ende gibt es eben Protestaktionen wie in Brüssel, die verständlich, aber das Ergebnis der puren Verzweiflung sind!

    1+
    • Andreas Fendt sagt

      wenn man das Richtige tut, braucht man keine Imagekampagne, sondern die Nachfrage steigt, trotz aller Bemühungen verschiedener Kräfte, darunter auch viele konv. Bauern, Bio schlecht zu machen.

      Zitat „An beiden Märkten herrschen die gleichen Marktgesetze, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Während jedoch der Markt für konventionell erzeugte Milch derzeit durch einen Angebotsüberhang geprägt ist, entspricht der Bio-Milchmarkt einem Verkäufermarkt. Das Angebot reicht nicht aus, um den Bedarf der Käufer zu decken, in der Folge steigen die Preise.“

      Topagrar.com – Lesen Sie mehr auf: http://www.topagrar.com/news/Markt-Marktnews-Biomilch-Voellig-losgeloest-2494273.html

      0
      • „Wenn man das Richtige tut, …“
        1. weiss das ja anscheinend Niemand!
        2. verkauft sich Milchschnitte auch bestens, weil genügend Menschen denken das ist ein wertvolles (Kinder -) Nahrungsmittel mit viel gesunder Milch drin!
        3. warte mal bis die Konventionellen im großen Stil auf Bio umgestellt haben( die Überlegungen sind in aller Munde) dann ist der Biomilchmarkt genauso am Ende!

        2+
        • Andreas Fendt sagt

          dann verbieten wir bei Bio Kraftfutter und Maissilage in der Fütterung, was schon lange überfällig ist, und schon passt die erzeugte Menge wieder…

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          • Prima, dann kriegen wir die billige Milch halt aus dem Ausland, wo Bio völlig andere Voraussetzungen hat! Ein Blick in Richtung Biobaumwolle genügt!

            Für die Landwirte ändert sich an den Rahmenbedingungen aber gar nix!!

            1+
            • Andreas Fendt sagt

              Wenn doch Biomilch jetzt schon so gefragt ist, warum kommt sie dann nicht jetzt schon aus dem Ausland…
              manchmal sind die Dinge komplexer, in der Tat müsste bei einigen Produkten ein effektiver Aussenschutz etabliert werden, wieso sollte das nicht gehe, wenn Bauern, Verbraucher einig sind, das sie das wollen, dann werden die Politiker es auch machen.
              einfacher Ansatz, MilchgüteVO ändern und Mindestgehalt an Omega3 für Milch festlegen würde von fast alle Probleme auf dem Milchmarkt lösen. Solange Bauern meinen mit 1000er Ställen un Importfutter für China produzieren zu müssen, gehen sie m.E. vollkommen berechtigt pleite, solange sie einem Verband angehören, der das richtig findet und vorantreibt. Leider trifft es auch einige BDMler, die das schon lange erkannt haben. Kolateralschaden würde ich das nennen, denn auch die hatten seit Jahren die Chance auf Bio umzustellen. Aber immer gegen Bio hetzen und jetzt soll es einem den Arsch retten, das geht eben auch nicht.

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          • Andreas, hast du dich schonmal mit der Arla Bio-Milch befasst? Die Arla ist ja nach eigenen Angaben die größte Biomolkerei der Welt und es ist hochinteressant, wo Arla Foods überall auf der Welt und mittlerweile auch in Deutschland tätig ist.

            Nach diesem Bericht: http://dlz.agrarheute.com/arla-biomilch sucht die Arla Biomilchlieferanten, aber grundsätzlich soll die Biomilchnachfrage mit Milch aus Zentraleuropa bedient werden, also nix mit rein deutscher Biomilch.
            Zudem verliert die Arla zum Jahresende 37 dänische Biomilcherzeuger, die zusammen 18% der dänischen Biomilchproduktion erzeugen, weil die Arla deutschen Biomilcherzeugern höhere Preise bezahlt http://www.topagrar.com/news/Rind-Rindernews-Daenemark-Bio-Milcherzeuger-kuendigen-Arla-2468015.html

            Schön für die deutschen Biomilcherzeuger, aber ich befürchte, dass diese Großmolkerei soviel Macht hat (in Dänemark gibt es keine andere halbwegs bedeutende Molkerei mehr), dass sie auch wieder nur Abhängigkeiten erzeugt und bald ins nächste Land weiterziehen wird um neue Märkte mit billigerem Rohstoff zu erobern. Da ist doch nicht wirklich viel Unterschied zu den konventionellen Milcherzeugern, oder?

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    • Rainer sagt

      Fendt und Apple produziert nur die Menge die auch Vermarktet werden kann.
      Bzw. Fendt produziert erst nach Auftragseingang!
      Die Leute kaufen diese Produkte wegen der guten Qualität und Wirtschaftlichkeit-
      sprich Preis Leistung-Verhältnis.
      Was erwarten die Milchbauern?
      Als die Milch noch knapp und teuer war, und sich die Betriebsgewinne überwiegend
      im sechsstelligen Bereich bewegten, dachten doch viele, es müsse noch mehr sein und bauten (z.T. mit hohen Staatszuschüssen) neue – größere Ställe. Jetzt wundern sie sich, das der Milchpreis wegen Übermengen sinkt?
      Die leittragenden sind doch hier nur die Betriebe, die auf dem Boden geblieben sind
      und ihre Produktionsmengen nicht ins unendliche ausgedehnt haben.
      Alle anderen sind selbst schuld und sollten bitte nicht jammern. Was einige Großbetriebe allerdings auch nicht tun!

      1+
  3. Da ich nicht für mehrere Aktionen abstimmen durfte bin ich für eine große Koalition aus Leserbrief, Supermarktaktion, Trecker-Demo und Plakataktionen.

    Und das bitte mit einer großen Solidarität innerhalb des Berufsstandes. Resignation bringt übrigens auch nichts…

    3+
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Bernhard, stimmt, wir hätten noch einen Schalter „Alles zusammen“ anbieten sollen.
      Ausser Treckerdemos – die finde ich persönlich nicht geeignet um Sympathien bei Nicht-Landwirten zu gewinnen.
      Alois

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  4. Michael Haagen sagt

    Es steht schon im Vorwort.
    Landwirte sind selbständige Unternehmer. 1. Selbständig! 2. Unternehmer!
    Im Gegensatz zu Piloten, Lokführern, Erziehern. Die sind in der Regel angestellt.
    Was mache ich, wenn ich merke, meine Produkte bringen nicht den Preis, den ich gerne hätte?
    Jammern und klagen? Da kenne ich einen Metzger, der jammert, dem möchte man gerne mal einen Euro zustecken, damit er nicht verhungert. Und schwups, baut er wieder ein neues Haus.
    Wenn meine Produkte nicht den gewünschten Preis erzielen, habe ich vielleicht nicht die richtigen Produkte? Nicht die richtige Kundschaft? Ist der Markt vielleicht schon gesättigt, oder gar übersättigt?
    Das sind die Fragen, die sich ein selbständiger Unternehmer stellen muss. Wenn da 3 Landwirte mit Schlepper und Schildern vor dem Supermarkt stehen, machen die sich mehr lächerlich. Vor allem beim Einkäufer des Supermarktes, weil dem tangiert das nicht im Ansatz.

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  5. Gernot sagt

    Hallo,

    Protest wo gegen?
    Glauben die Landwirte damit Symphatien bei ihren Kunden dem Verbraucher zu wecken?

    Wenn ich etwas produziere muss ich sicher sein, dass es einen ausreichenden Markt gibt um den gewünschten Preis zu erziehlen.
    Sollte der Markt nicht vorhanden sein, oder zu viele Mitbewerber auf dem Markt dann muss ich halt durch gezieltes Marketing den Bedarf wecken oder dem Verbraucher klar machen warum mein Produkt das bessere ist und einen höheren Preis rechtfertigt.

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  6. Weder noch! Straft die dafür verantwortlichen Parteien bei der nächsten Wahl gehörig ab und wählt sie nicht ANDAUERND wieder! Das ist der einzige wirksame Weg, fürchte ich …

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  7. bauerhans sagt

    bauern sind i.d.r. so stark in ihren betrieben eingebunden,dass sie keine zeit für protest haben!
    ihnen vorzuschlagen, werbung professionell machen zu lassen,scheitert an der einsicht,dass das geld kostet.
    die aktion „heimische landwirtschaft“ ist da wohl auf dem wege.

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  8. Andreas Fendt sagt

    Ups, Alois! Kleiner Programmfehler, um das Ergebnis zu sehen, kann ich jedesmal eine neue Stimme abgeben, die auch gezählt wird….

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