Bauer Willi
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Sonne statt Kuh

Die Gesellschaft will erneuerbare Energie. Die Gesellschaft will, dass landwirtschaftliche Flächen aus der Produktion genommen werden. (Siehe Farm to fork und GAP)

Landwirte wollen von ihren Flächen leben können. Um diese Ziele zu erreichen bietet sich die Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen an. Investoren bieten zum Teil horrende Summen für die Pacht von Flächen. Von bis zu 4.000 € pro Hektar und Jahr ist die Rede.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/agrarland-photovoltaik-solarparks-investoren-101.html

Und selbst wenn es “nur” die Hälfte wäre: es gibt derzeit kaum eine landwirtschaftliche Kultur die einen so hohen Gewinn abwirft. Garantiert für 20 bis 30 Jahre.

Jetzt stellt sich die Frage, ob es angesichts des wieder zunehmenden Hungers in der Welt ethisch vertretbar ist, diese Flächen nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen. Ist es den Landwirten zu verdenken, wenn sie diese attraktiven Angebote annehmen? Kritik wegen der “Verseuchung” des Grundwassers oder der “Vergiftung” der Landschaft ist ja dann nicht mehr zu erwarten. Und die Insekten werden sich auf diesen Flächen möglicherweise auch wohlfühlen.

Wie ist eure Meinung? Was spricht für, was gegen Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Nutzflächen?

 

 

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71 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Gutes Beispiel für Bürgerwillen zur Bekämpfung des Klimawandels….Bürgerinitiative gibt sechsjährigen Kampf gegen Windkraftanlage auf.
    Auszug aus heutiger Regionalprawda:

    “Da sie kein Vertrauen zu NABU mehr habe, wird sie selbst die Daten anfordern und prüfen lassen. Hinter Wissmann, Müller und den anderen Mitstreitern liegen mehr als sechs Jahre Arbeit und Engagement. Sie hatten mehr erhofft. „Uns sind die Hände gebunden. Klagen können wir nicht. Das können nur Umweltverbände“, so Wissmann. Der Nabu habe aber signalisiert, nicht gegen das Repowering vorgehen zu wollen.

    Müller fürchtet: „Künftig wird der Bau für Projektierer noch einfacher.“ Er hat einen Blick in den Entwurf des neuen Winderlasses geworfen. „Es gilt: So schnell wie möglich und so nah wie möglich“, so Müller.”

    Die Energiewende ist (un)- möglich….

  2. Andreas Horneber sagt

    In der “Teller-Tank”-Diskussion steht die Freiflächen-Photovoltaik um (je nach Rechnung) bis Faktor 40 besser da als Energiepflanzen für Biogas. Wie knapp sind also die Flächen für Lebensmittel?

    Dächer oder Freifläche? Beides natürlich. Aber erstens reichen die Dächer nicht und zweitens brauche ich alleine für einen 5MWp-Solarpark ja schon entsprechend 500 Einfamilienhäuser mit ihrer kleinen Anlage. Von einer “Solarpflicht” will ja auch niemand etwas hören.

    Und manchmal sind größere Anlagen halt doch auch kosteneffizienter. Immerhin reden wir hier bei PV von gerade mal ca. 5 Cent/kWh.

    Für die PV spricht meiner Meinung nach auch, dass die Fläche problemlos wieder der Landwirtschaft zurückgegeben werden kann, sollte das notwendig werden. Der Boden bleibt ja relativ unberührt. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Methoden der (konventionellen) Energiegewinnung.

    • Thomas Apfel sagt

      Mit Pachtpreisen zwischen 2.700 und 3.000,- €/ha für EEG förderungsfreie Flächen wird es mit den derzeitigen 5,1 Cent je kWh schon ganz schön dünne. Höhere Angebote werden nach der Baugenehmigung i.d.R. versucht auf die o.g. Pachtpreise runterzuhandeln. Stadtwerkeverbünde, die einen großen Teil der Freiflächen finanzieren und betreiben, kalkulieren nach meiner Erfahrung nachvollziehbar und realistisch. Fonds- getriebene Investoren und Planer machen m.E. Angebote oberhalb der Seriosität. Ich bezweifle, dass diese auch nach den 2 Jahren Planung und Bürokratie umgesetzt werden, wenn die Anlage steht.
      Der Faktor 40 gegenüber Biogas setzt Speichermöglichkeiten voraus, die so noch nicht gegeben sind. Konservativ und vorsichtig geschätzt dürfte der Faktor bezogen auf in Nutzung umsetzbare Energie derzeit wohl eher zwischen 15 und 25 ggü. Biogas liegen.

      Trotzdem befürworte ich solche Lösungen, vor allem auf Grund der schlechten Wertschöpfung (Wertschätzung) der landwirtschaftlichen Urproduktion. Letztlich “verkaufe” ich Acker temporär, mit der Möglichkeit der Rückumwandlung nach Ablauf der PV-Nutzung. Das Ganze zu einem passablen Quadratmeterpreis von 6 – 8 €, je nach Preis und Laufzeit. Ich glaube, das ist nicht das schlechteste Geschäftsmodell.

      • Karl Timme sagt

        Ich habe das schon mal einfacher gesagt, aber volle Zustimmung.
        1998 habe ich mich für einen Windparkmodell stark gemacht das zu der Zeit sehr sozialistisch aufgebaut war. Ein Erfolgsmodell heute vielfach kopiert. Auch ein Pachtmodell, Privatrecht, abgekoppelt von Staatlicher Reglementierung. Mit Absicherung (Bankbürgschaft>Treuhandkonto) für Rückbau und Insolvenz.

  3. Bauherr sagt

    Ich mag über so eine Entscheidung gar nicht nachdenken. Wozu habe ich Landwirtschaft gelernt?
    Aber es widerspricht auch dem Parteiprogramm der Grünen, denn die wollen Renditen auf dem Acker begrenzen und notfalls enteignen.
    In den Hochwassergebieten will der Staat den Bauern die Flächenprämie streichen, weil die Ernte weggespült wurde und der Acker nicht ganzjährig bewirtschaftet werden kann.
    Bei dieser Grundhaltung des Staates scheint mir so eine Anlage auch nicht sicher zu sein über 20 Jahre. Das sind 4-5 Bundestagswahlen, die zu überstehen sind.

    • Brötchen sagt

      Heute sollte man eigentlich mit max. 10 Jahren Amortisation rechnen.

      Große Unbekannte bei solchen Anlagen ist die Haltbarkeit und der Reparaturaufwand. Diebstahlschutz und Vandalismusschutz…

      Ist wie mit Herdenschutz….

      Der Staat kümmert sich eigentlich um Sachen, die ihn nichts angehen und die ihn was angehen, darum kümmert er sich nicht….

      Oder alle machen mit, aber keiner was er soll……

  4. fingerphilosoph sagt

    Also ich finde, die Bauern sollen erst mal an sich selber denken, und das tun, was ihnen und ihren Familien am besten nützt. Und wenn sie Energie “anbauen” statt Lebensmittel ist das voll okay.

    So wie die Gesellschaft mit den Bauern umgeht, brauchen die Bauern keine Rücksicht auf die Gesellschaft zu nehmen. Wenn die Gesellschaft lieber von Strom als von Kartoffeln leben will, ist das doch nicht das Problem der Bauern.

    • Stadtmensch sagt

      Es ist Wahnsinn, produktives Land aus der Nutzung zu nehmen, um darauf mit immer noch großen Verlusten Energie zu sammeln und zu verteilen. Ich denke, bis Halden und Industrieanlagen oder sämtliche geeignete Fläche in den Städten mit Kollektoren ausgestattet sind, hat man genug zu tun.
      Aber nein. Ist ja viel einfacher und günstiger, sich wie immer auf der grünen Wiese auszubreiten.
      Mit der DNA des Kapitalsimus ist eine sinnvolle Anpassung einfach nicht möglich!
      Dieses Wirtschaftssystem wird getrieben von Gier (Unzufriedenheit) und Bequemlichkeit. Also wie soll das gehen? An Einsparung denkt sowieso niemand. Lieber faseln wir von E-Mobilität. Also 3 Tonnen Metall und Kunstoff in Bewegung setzen, um 80 kg Mensch zu transportieren. Was für ein Irrsinn! Dafür nehmen wir jetzt die Ackerflächen aus der Produktion!. Wir gehen eh unter, von daher ist es egal….gehts halt schneller…

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wenn bei mir die Entscheidung vor der Tür stünde, würde ich für PV entscheiden, nicht verpachten, selbst Investieren.

        Wenn die Erzeugung von Energie – bei Biogas ist es dasselbe – besser bezahlt wird, als die Erzeugung von Lebensmittel, dann stimmt was nicht bei unserer Gesellschaft.

        PV versiegelt nicht die Landschaft, wen man noch ein paar Blümchen wachsen lässt, bis die Schafe das Gras fressen, dann bekommt man noch ein Lob von den Bienenhalter.

        • Reinhard Seevers sagt

          Wenn das so richtig durchschlägt, dann kommen die Beteiligten in den Ämtern arg ins Schwitzen. Nicht wegen der vielen Arbeit, aber weil sich Naturschutz dann heftigst gegen Weltrettung wehren muss. Bis die Politik hier einen Konsens und ausreichend Verwaltungsvorschriften und Ausführungsbestimmungen geschaffen hat, da stehen schon Quadratkilometer unter Strom. 😎
          Die Ausgleichsflächen müssen auch noch rausgerechnet werden aus den Produktionsflächen, nicht vergessen bitte! ☝

        • Stadtmensch sagt

          Näherungsweise ein Drittel Ertragseinbuße durch teilweise Verschattung unter Kollektorfläche, hab ich mal irgendwo aufgeschnappt. Also Fläche muss nicht gänzlich aus der Nutzung fallen. Eine Kombination PV mit Weide oder Gemüsebau könnte man sich ja noch vorstellen, aber Ackerbau mit Staub und Spritze?
          Naja, wenn die Investoren ihr Kapital mehren wollen, und sie der Politik einreden konnten, dass unterm Strich der Einsatz von Material und Energie zu einer Reduktion des Gesamtverbrauchs führen wird, dann wird es gemacht.
          Aber sicher sind die ganau so zynisch drauf wie jedes andere “Marktsubjekt”.
          Lasst uns bis zum Untergang einfach weiter wirr durcheinander reden!

            • Stadtmensch sagt

              Mit nem Lederball mags gehen…
              Aber in so einem Trachtenverein könnte ich ein Hole-in-one nicht mal in einen Eimer schaffen. Gruselig 😉

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Da wo die Sonne fast den ganzen Tag NICHT hin scheint, wächst nicht einmal richtig Gras. deshalb müssten so viele Module wie möglich auf den Acker.
            Werden die Module senkrecht und genau nach Ost und West montiert, könnte das gehen, ob die Wirtschaftlich zu betreiben ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
            Der vielgepriesene Agroforst kann nur von denen kommen, die noch nie Landwirtschaft betrieben haben.

      • Christian Bothe sagt

        Unterstütze Ihre Auffassung voll und ganz!Habe das ja in meinem obigen Beitrag erläutert,u.a. mit 20jähriger Photovoltaik auf einer Dachflächen!

        • Stadtmensch sagt

          Also es gibt viele, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigen, als mit “Transformation” der Energiesysteme. Ist ja auch spannend.

          Die können “groß” denken und beschränken sich nicht auf 1000m Abstand-HickHack. Die alte Erzeugungsinfrastruktur wird nahtlos ersetzt durch die neue!
          Und der Bürger wird aufs Zuschauen und Zahlen beschränkt. Bei Braunkohlegwinnung oder Kernkraftnutzung wurde auch nicht auf Befindlichkeiten geachtet.

          https://www.diw.de/de/diw_01.c.821878.de/publikationen/wochenberichte/2021_29_1/100_prozent_erneuerbare_energien_fuer_deutschland__koordinierte_ausbauplanung_notwendig.html

          • Inga sagt

            Auf welche Befindlichkeit sollte man da denn achten?

            Der Staat hat die Aufgabe seine Bevölkerung mit Strom und Nahrung zu versorgen.

            Holz, Kohle, Heizöl oder Gas besorgt sich in unserer Marktwirtschaft jeder selber!

            Soll er da auch noch nach deren Befindlichkeiten achten, wo sie so wie so keine Ahnung von haben?
            Der Bürger kann froh sein, in so einem Staat zu leben,, aber auch noch Ansprüche drüber hinaus stellen, das ist eine Unverschämtheit.

            Gut man kann gegen Windräder oder Autobahnen durch den Wald sein, das darf man heutzutage, früher hätte sich das keiner getraut!
            dann muß man aber wissen warum, nicht nur wegen der Befindlichkeit oder Lust am Demonstrieren oder Lust sein sein Recht auszuüben, da muß auch Verantwortung hinter stecken!
            Oder auch gegen Atomkraft, dann muß man aber wissen, wie gefährlich die neuen Meiler hier gegenüber z.B Fukushima sind!
            Und was aus der Schließung folgt, man muß dann auch die Konsequenzen bedenken!

            Sind in den Beifindungen auch Folgenabschätzungen drin?

          • Inga sagt

            Erträgt denn der Bürger die vielen Windräder an Land, wenn wir 100%
            regenerierte Energie haben wollen?

            Die wird dann bezahlbar und ist ökologisch.
            Es geht kein Kernkraftwerk mehr in die Luft und wir sind von Ausland unabhängig!
            Dann sind wir viele Sorgen los!

            Die Windräderbauer sind verpflichtet, nicht ins Naturschutzgebiet oder Urwald zu Bauern, aber das ist jetzt bestimmt schon gesetzlich geregelt.

            Am alle Besten wäre die Version,
            in Afrika mit Photovoltaik in Sonne zu tanken, den Strom nach Skandinavien schicken, dort damit Wasser hoch pumpen um es wieder fallen zu lasen, damit da auch Strom produziert wird.
            Fachleute wissen das besser, wie es geht, aber hier braucht man keine Windmühlen in der Landschaft.
            Wäre nur mal so ein Gedanke!

      • Christoph aus der Stadt sagt

        Nur, dass die Energiewende so ziemlich das Gegenteil von “Kapitalismus” und dem damit verbundenen Freien Markt darstellt. Ein System, in dem Unternehmen ihre Erzeugnisse per gesetzlicher Abnahmegarantie zum Festpreis verkauft bekommen, per “Zwangszuschlag”, den jeder Bürger bezahlen muss, selbst dann wenn kein Bedarf besteht und das Erzeugnis kostenpflichtig “verklappt” werden muss (=negativer Strompreis), nennt sich Planwirtschaft. Und da der Zwangszuschlag (=EEG-Umlage) ja mittlerweile auch nicht mehr genug ist und auch noch Steuergeld zugeschossen werden muss, kann man sich nur wünschen, dass hier endlich mehr “Kapitalismus” und mehr “Freier Markt” Einzug hält.

        • Stadtmensch sagt

          Wie wärs wenn man sich mal verabschiedete von diesem Schwarzweiß- Markt-oder Staat-Denken?

          Ich hab keine Ahnung, aber ich traue Akteuren von beiden Seiten mittlerweile zu, dass sie sich auf vernünftige Ziele einigen können. Sind ja in der Vergangenheit genügend Fehler auf beiden Seiten gemacht und aufgearbeitet worden. Die Politik experimentiert mit neuen Rechtsformen bezüglich “Gemeinwohlökonomie” und auf Kapitalseite gibt es “kritische Aktionäre”. Umweltschutz erhält eine künstliche Lobby und hochqualifizierte Arbeitnehmer dürfen sich “Sinn” wünschen bei ihrer Tätigkeit und werten den höher als schnöden Mammon, für den man in der Größenordnung sowieso nichts mehr zu kaufen bekommt. Für mich sieht das alles immer noch besser aus, als das was die Amis teilweise in der Hinsicht veranstalten.
          Ich weiß schon.. so viel Stuss kommt raus, wenn man als Informationsquelle nur kostenlose News bei pocket filtert….

        • Arnold Krämer sagt

          Den meisten Menschen ist garnicht bewusst, wie weit die marktwirtschaftliche Ordnung durch Staatseingriffe bereits ausgehöhlt worden ist. Von Marktversagen zu reden ist deshalb immer weniger angebracht. Auch die vielen externen Kosten, die z. B. (teilweise zurecht) der Landwirtschaft angelastet werden, sind auf Politikversagen durch fehlerhafte Gesetzgebung und mangelhaftes Verwaltungshandeln zurückzuführen.
          Die EEG- Förderung (unter Rot-Grün ab 2000 eingeführt) ist ein typisches und besonders “eindrucksvolles” Beispiel. Man hat damals die Nährstoffe aus den Biogasanlagen “vergessen”, die Anlagen mit sehr geringen Lagerkapazitäten genehmigt usw. Bei den PV-Anlagen auf landw. Nutzfläche sind ähnliche “Verfehlungen” nicht zu befürchten. Die Wettbewerbsverzerrungen auf dem Bodenmarkt werden aber auch eintreten und zwar nicht weil ein Gemüsebauer oder ein Hähnchenmäster höhere Pachten bieten kann als ein Milchviehhalter, sondern weil der Staat Abnahmegarantien gibt bzw. verordnet.

        • Lady sagt

          “Nur, dass die Energiewende so ziemlich das Gegenteil von “Kapitalismus” und dem damit verbundenen Freien Markt darstellt. ”

          Absolut richtig. Die Energiewende ist ein typisches Beispiel dafür, dass staatliche Eingriffe noch mehr Probleme schaffen als sie eigentlich lösen wollten. Wenn etwas wirtschaftlich interessant ist, machen es die “bösen Kapitalisten” auch. Wenn etwas unrentabel ist , macht es der Staat durch Subventionen nicht rentabler . Stattdessen wird Steuergeld verpulvert.
          Und wie Arnold Krämer unten schreibt: Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welche Schäden sicher gut gemeinte staatliche Eingriffe unserer Wirtschaftsordnung bereits zugefügt haben.

          Ansonsten haben die Bauern natürlich alles Recht der Welt, auch PV-Anlagen auf ihren Flächen aufzustellen. Die ZKL hat es doch gerade ausgerechnet: Jeder Hektar , der nicht mehr im engeren Sinn landwirtschaftlich genutzt wird, erspart externe Kosten, Schäden, von knapp 5400 Euro . Wenn das keine Aufforderung ist, die Flächen aus der Produktion zu nehmen.
          Deswegen wird jedenfalls der Hunger in der Welt nicht zunehmen, also Skrupel muss da sicher niemand haben.
          Ich persönlich, finde den Anblick scheußlich. Und hoffe, dass wir hier in MV damit weder unsere schöne Landschaft noch alte sehenswerte Gebäude verschandeln

        • Inga sagt

          Wer soll denn die PV oder Windanlage bezahlen wenn deren Energie nicht mehr nachgefragt wird?

          Was machen wir, wenn Erdöl knapp oder nicht mehr verfügbar ist?
          Und Erdgas aus politischen Gründen auch nicht mehr?

          Dann sind wir froh, dass es diese Anlagen gibt, wie die Biogasanlagen auch.
          Und der Neid verschwindet auch!
          Aus dem Grund ist der ““Zwangszuschlag”” da!

          Für den Grünen Strom müssen wir “Zwangszuschlag” zahlen, damit er bezahlbar zur Verfügung steht, wenn wir ihn brauchen, also Planwirtschaft.

          Holz, Kohle, Öl und Gas kann man Marktwirtschaftlich regeln.

          Haben wir nicht noch mehr Planwirtschaftlich geregelt, z.B. die Sozialversicherungen…

      • Paulus sagt

        @Stadtmensch, deinen ersten beiden Absätzen kann ich folgen, du denkst aber zuviel als Ingenieur und Ökofreak, nicht als Ökonom.
        Ich werde nie vergessen wie Bauer Willi auf seinem Blog voller Stolz berichtete, seine Geno die BB, habe seinen Brotweizen zu sehr guten Konditionen nach Marokko verschifft. Den Bauern ist es doch völlig egal wo ihre Erzeugnisse landen, Hauptsache der Erlös stimmt. Da spielen Ethik und Moral überhaupt keine Rolle mehr. Ich verurteile das aber ausdrücklich nicht!
        Ich muss dir nicht sagen, dass unser Bedarf an vermeintlich “sauberer oder grüner” Energie im Zuge der großen Transformation exorbitant zunehmen wird. Es gibt hier in der Nähe größere Flächen mit PV-Anlagen. Was die Betreiber am wenigsten brauchen sind Schafe oder sonstige Viecher, das funktioniert aus verschiedenen Gründen nämlich nicht, oder nur sehr bedingt. Da ist die Motorsense mit Zweitakter angesagt.
        Ach so selbst ein etwas größerer Pkw, z.B. BMW 7 wiegt übrigens nur ca. 2 to. Ein kleiner BMW 3 wog vor ca. 35 Jahren immerhin ca. 1,8 to.

        • Stadtmensch sagt

          Im Gegensatz zu Ökonomen kann ich zwischen Preis und Wert unterscheiden.
          Vielleicht so: Preis ist ideell, Wert ist essentiell…
          Teures Gemälde eines berühmten Künstlers versus Glas Wasser wenn man am Verdursten ist. Aber solange der Planet immer noch was hergibt, spürt niemand den Unterschied. Naja…
          Ökofreak bin ich nicht. Ich mach ja mit bei dem ganzen Zirkus und brauche jetzt Schuldige 😉

          • Paulus sagt

            Genau so wie die Ökonomen sprechen wir beide von einer gefühlten Wertigkeit.
            Den Preis bestimmt der Markt, den individuellen Wert der Einzelne, der auf gewisse Produkte angewiesen ist. Ach – lassen wir das. 😉

      • Bauer Willi sagt

        Sehr gute Analyse. Und das wird so weitergehen. Der Mensch ist egoistisch und denkt nur an seinen Profit.

    • Paulus sagt

      @Fi-phil, nach meiner Wahrnehmung geht die Gesellschaft, zumindest in meinem Umfeld, mit den Bauern sehr rücksichtsvoll um. Vielleicht haben sie nicht gerade den Status den ihre französischen Kollegen genießen, aber von Missachtung oder was da sonst noch so alles suggeriert wird kann doch überhaupt keine Rede sein. Wenn ein Bauer Willi die undankbaren und geizigen Verbraucher, nebst dem LEH mal wieder als seine Lieblingsfeinde darstellt erntet er von mir nur noch ein ausgesprochen müdes Lächeln.
      Die Bauern denken nun mal in Generationen, nicht im 20-Jahre Zyklus. In 20 Jahren kann der Betreiber (der die Gelder der Investoren verpulvert) einer PV-Anlage völlig pleite sein, dann steht der Bauer da und muss auch noch den Schrott entsorgen. Ein bekanntes Bonner ehem. Vorzeigeunternehmen hat das auch schon geschafft und bei den WKA gab es das ja auch schon. Das ganze Spiel erinnert mich fatal an diesen Mr. 25% Rendite von der Deutschen Bank. Das Resultat ist bekannt.
      Als Bauer würde ich deinem Rat nicht unbedingt folgen, das geht zu schnell nach hinten los, und dann aber richtig.

      • fingerphilosoph sagt

        Paulus, nach meiner Wahrnehmung stellt die Gesellschaft an die Bauern alle möglichen, teilweise widersprüchlichen Forderungen, die so gar nicht zu erfüllen sind. Ich glaube, es war die Ferkelhebamme, die hier erzählt hat, dass man keine Baugenehmigung bekommt, wenn man seinen Stall tierwohlmäßig umbauen will, oder nur mit enormen Schwierigkeiten.
        Was ist daran rücksichtsvoll, wenn man den Bauern das Wirtschaften zunehmend unmöglich macht und sie mit immer neuen Verordnungen zwingt, schließlich das Handtuch zu werfen?

        Dein zweites Argument will ich nicht vom Tisch wischen. Kann schon sein, dass windige Investoren sich mit PV-Anlagen verspekulieren und der Bauer dann den Schrott wegräumen muss. Aber das war nicht das Thema.

        Das Thema war, ob der Bauer eine ethisch-moralische Verpflichtung hat, Nahrungsmittel anzubauen, wenn er mit PV-Anlagen ein besseres Einkommen erwirtschaften kann. Ich sage, der Bauer hat diese Verpflichtung nicht, weil es der Gesellschaft doch offensichtlich egal ist, wie viele Bauern ihre Höfe aufgeben müssen. Die Gesellschaft interessiert sich mehr für das Überleben von Feldhamstern und Insekten als für das Überleben von Bauern. Deshalb darf sich der Bauer umgekehrt auch mehr für PV-Anlagen interessieren als für das Überleben der Gesellschaft. So sehe ich das.

        • Paulus sagt

          Die Einfältigen hier haben dir zugestimmt. 😉
          Wenn es der Ferkelhebamme nicht gestattet wird einen sogen. Tierwohlstall zu bauen, muss sie ihre Stimme erheben und Frau Heinen-Esser oder Frau Klöckner anrufen. Da darf man sich nicht mehr mit schwach bemittelten örtlichen Beamten zufrieden geben. Ist jedenfalls meine Erfahrung aus der Industrie.
          Was die PV-Anlagen und WKA betrifft wird es ein Umdenken geben (müssen). Der zunehmend gesetzlich verordnete Bedarf nach grüner Energie kann unmöglich mit diesen Instrumenten geschaffen werden.
          Man darf die natürlichen Energiequellen auf Dauer nicht künstlich verteuern, ohne das es zu einem Crash kommt. Ich finde es gut, wenn z.B. ThyssenKrupp in der Wasserstofftechnologie die Führerschaft anstrebt und auch noch einen Hochofenbauer aus Luxemburg übernimmt. Das bedeutet aber nicht, dass TK demnächst in D überhaupt noch Eisen und Stahl herstellen wird. Gewisse Industriezweige werden abwandern, genau so wie deutsche Bauern schon längst erfolgreich im Ausland produzieren.

          • Paulus sagt

            @ Fi.Phil, bei euch in Frankreich denkt man übrigens etwas anders. Bei dem zweifelsfrei exorbitant steigenden Bedarf an elektrischer Energie darf diese nicht teurer – sondern muss zwingend günstiger werden. Und das, obwohl die Energiepreise bei euch z.Zt. so ca. um 50% günstiger sind als in D.
            Eine Erhöhung der Energiepreise bedeutet zwangläufig einen Rückschritt oder Stagnation auf dem Weg in die schöne grüne Welt.

            PS. Daher auch meine Skepsis was die hohen Pachtpreise für Ackerland zugunsten irgendwelcher Solarparks betrifft. Ein Geschäftsmodell, dass auf staatlichen Vergünstigungen beruht, wird scheitern.

            • Bauer Willi sagt

              Die Pachtpreise sind doch im Verhältnis zum Investment und den Erträgen Erdnüsse…Peanuts…

              Bio-Landwirtschaft ist ein Geschäftsmodell, dass auf staatlichen Vergünstigungen (ok. höhere Subventionen) beruht. Glaubst Du das Bio scheitert? Es wird scheitern, wenn die höhere Subventionen gestrichen werden.

            • Reinhard Seevers sagt

              Da ist aber auch ein wenig polemische und politische Schaumschlägerei dabei…oder fachliche Unkenntnis. Jede Baumaßnahme vergleichbarer Größenordnung mit der Vorbelastung löst derartige Verwaltungsabläufe aus. Das hätte jeder Planungsstab wissen müssen, oder wusste es auch.
              Vielleicht ist auch Bauernschläue mit im Spiel.

  5. Karl Timme sagt

    10 % Stilllegung werden doch Gesellschaftlich gefordert. Die Ökologisierung der Landwirtschaft reduziert ebenfalls die Nahrungsmittelproduktion, die Anforderungen an das Tierwohl tun ein übriges.

    Also warum nicht! Geht doch in die gleiche Richtung, Reduzierung der Nahrungsmittempoduktion in Deutschland!

    Vorteil: unabhängig vom staatlichen Einkommenstransfer mit seinen Gängelungen, Bürokratie und Kontrollen, welch ein feines Leben!

    • Inga sagt

      Höchste Zeit, dass man diese Verbraucherwünsche mal nach Machbaren analysiert, unter besonderer Berücksichtigung der Priorität von Ökologie!
      Nicht von Wirtschaft und Freizeit

  6. Christian Bothe sagt

    Eine absolute Katastrophe LN für Photovoltaik zu nutzen.Was für Typen legen so etwas fest? Das hat mit LW nichts zu tun und widerspricht der Bauernehre.Ausnahme ist für mich Agriphotovoltaik. Bin ja ein Verfechter dieser renewable Technologie. Habe ja bereits 2001 auf einen Kartoffellagerhaus 207 kwp (2000m2 Panele)installieren lassen und das Dach vermietet.Das macht für mich Sinn Solar-Installationen auf Dächern!!Diese gibt’s en masse.Unsere Bauern sollten alles daran setzen LN landwirtschaftlich zu nutzen, denn die Ernährung der Weltbevölkerung erfordert dies.

    • Ostbauer sagt

      Also ich bin da mit der Weile relativ schmerzfrei !
      Sinnvoll hin oder her. Jede außerlandwirtschaftliche Nutzung bringt bedeutend mehr Wertschöpfung ein.
      Die Pachtverträge schließt du außerdem privatrechtlich und sind inzwischen so lukrativ, dass Vater Staat und EU mal am Tüffel tuten können.
      Solange ich von der Nahrungsmittelerzeugung nicht einkömmlich leben kann und auch noch am Tropf der Steuerzahler hänge, habe ich auch keine Skrupel 50 ha an eine Solarfirma zu verpachten oder für eine Windfirma 40 ha Ablenkfütterung für Schreiadler bereit zu stellen.
      Was wollt ihr denn? Angeblich will das die “Gesellschaft” ja!!??
      Von Bauernehre kann ich nicht leben.

      • Reinhard Seevers sagt

        Ist betrieblich gesehen die richtige Einstellung. Der Berufsstand wird durch diese Forcierung weiter auseinander gerissen. Am Ende schimpfen die Nahrungserzeuger auf die Energierzeuger und damit ist ein zusätzlicher Pflock eingeschlagen in die Uneinigkeit der Landwirtschaft. Nennt sich dann Gesellschaftsvertrag.

        Steht auch so auf Seite 4 der ZKL:
        “Zu diesem Zweck entwickelt die Kommission eine Vielzahl von Vorschlägen und Empfehlungen zu verschiedenen Aspekten des Agrar- und Ernährungssystems. Sie folgen einem gemeinsamen Prinzip: Die ökologische und (tier-)ethische Verantwortbarkeit der Landwirtschaft ist am effektivsten und dauerhaftesten zu verbessern, indem die Vermeidung ihrer derzeitigen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Kosten in BETRIEBSWIRTSCAFTLICHEN NUTZEN ÜBERFÜHRT WIRD.
        Das Agrar- und Ernährungssystem muss deswegen so angelegt sein, dass die Steigerung der positiven Wirkungen und die Vermeidung schädlicher Effekte auf Klima, Umwelt, Biodiversität, Tierwohl und menschliche Gesundheit im unternehmerischen Interesse der landwirtschaftlichen Produzent:innen liegen können.”

        Ist also legitimiert und so gewollt!

      • Christian Bothe sagt

        Schwache Antwort für einen „Ostbauern“…Dann mal Agrophotovoltaik anbieten und machen, und nicht noch mit dem Windmüll beginnen möglichst noch im Wald…Aber hochwertige LN für so etwas zu verballern,ist grauenvoll und hat mit landwirtschaftlicher Ökonomie und Wertschöpfung nichts mehr zu tun,wenn das in Größenordnungen passiert!

        • Ostbauer sagt

          Agrophotovoltaik ist in meinen Augen der größte Schwachsinn den man auf seinen Flächen machen kann!!! Sch…. hoch 3. Nenn mir einen Vorteil!!
          Windkraftanlagen im Wald sind auch nicht mein Ding, aus rein rationalen Überlegungen..
          Und bei 200 kwp auf Deinen Dächern brauchst Du Dir nicht auf die Brust klopfen. Die hab ich bei mir auch und ich war kein VEG- Direktor!
          Wir reden hier schon seit Jahren nicht mehr von ” landwirtschaftlicher Ökonomie”; Wir kranken an der Wertschätzung von Grundsätzen!( Ideell und monitär)

          • Thomas Apfel sagt

            Wenn im Betrieb zum Beispiel hoher Investitionsbedarf besteht, kann man die Erträge aus einer Teilfläche, die mit Agro-Photovolaik belegt wird, durchaus in Betracht ziehen. Mit den Erträgen aus der normalen Flächenbewirtschaftung ist es momentan schwierig Irgendetwas zu stemmen. Das gilt insbesondere, wenn man z.B. 3 von 10 Jahren fast Totalausfall hatte.
            Ich würde, wegen der kurzen “Halbwertzeit” solcher politischen Festlegungen,
            eher zur abgezinsten Sofortauszahlung der Summe neigen (was die Firmen ja auch anbieten).
            Mal als Argument: Im Vergleich zu Mais brauche ich unter 5 % der Fläche für die gleiche Energieausbeute (auch wenn Mais-Vergärung Vorteile wegen der Grundlastfähigkeit hat). Die im Gasmotor neben der Wärme erzeugte elektrische Energie, wiegt den Nachteil der quasi oft verlorenen oder ineffektiven Wärmenutzung von Biogas-Anlagen nicht auf. Wenn Kraft-Wärme-Kopplung gelingt ist Bio-Gas sicher eine gute Sache, ist aber oft nicht der Fall. Daher gehört das (Biogas) eigentlich immer an Tierhaltung gekoppelt.

            • Reinhard Seevers sagt

              …ach Thomas, so lange der Verbraucher sein luftgetrockenetes Kaminholz in der Tragetasche (220,-€/Raummeter) bei Obi kauft, so lange rechnet sich das Trocknen des Scheitholzes mit Biogas….und der Verbraucher fühlt sich wohl!😎

          • Christian Bothe sagt

            Warum so sauer reagieren,Ostbauer.Was sind denn nun die Nachteile von Agrophotovoltaik???Ob Sie auch 2001 schon die 207 kwp installiert hatten? War in Thüringen der erste mit so einer Anlage und es wurde in der ARD/MDR vor Ort darüber berichtet.Hatte nichts mehr mit VEG zu tun.Hatte da bereits einen Kartoffelverarbeitungsbetrieb ( nur zur Erläuterung…).

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der Ehemalige hat auch schon 19 Jahre Erfahrung mit PV, nur waren bei mir die Dachflächen sehr viel kleiner.

              • Inga sagt

                Ein Westbauer kann sich in der Beziehung doch nicht mit einer ehemaligen LBG vergleichen!

                Bei unseren 2 mal 30kw kam auch kein Fernsehen! Na und? Andere haben das auch!

                Das ist ja so, als ob sich ein Familienvater nach Feierabend mit seinem Auto
                mit dem mähdrescherfahrenden Bauer vergleichen will!

                Der Familienvater hat deinen PC von seinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt kriegt, damit kann er seine Maschinenarbeit zum Zweck den Familieneinkommens viel leichter , im Trockenen unter Dach, zu günstigeren Zeit und viel leichter verdienen.

                Warum ist der noch neidisch auf dem Bauern seinen großen Mädrescher und Traktor.

                Da sollen sich die Grünen und NGOs , die ja soooo sozial eingeteilt sind mal kümmern, um den Sozialen Frieden.

                Wir „reichen“ Bauernkinder durften früher die einfachen Arbeiterkinder auch nicht diskriminieren.
                Nur um des lieben Friedens Willen.
                Umgekehrt schon.
                Bis heute!
                Ist das ein gerechter Staat?

              • firedragon sagt

                Wer hat den in der LW zur Zeit nicht, Ostbauer … deswegen brauchst Du Dich nicht entschuldigen …

  7. firedragon sagt

    Applaus, Applaus …
    Ich hatte mal, als es um den “Generationenvertag” ging, geschrieben, dass man mit einer wankelmütigen “Gesellschaft” keine Verträge abschließt.
    Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus, wenn ich lese, was die (deutsche) Bevölkerung angeblich so alles will:
    -Keine Energie aus fossilen Stoffen
    -Energie aus erneuerbaren Stoffen
    -keine Windräder
    -keine Solarparks
    -kein Anbau von Pflanzen, die nicht der Ernährung dienen
    -mehr Wiesen
    -keine Kühe
    -gesicherte Nahrungsgrundlage
    -mehr Ökoflächen
    usw …
    Ich lese Artikel, Forderungen, Gebote … sitze dann nur noch mit einem Fragezeichen da, weil jeder irgendwie die Welt retten will und nichts zusammenpasst. Der Mensch widerspricht sich doch irgendwie selbst.

    Wir könnten theoretisch zwei Windräder auf Eigentumsfläche (befinden sich aber nicht im ausgewiesenen Gebiet) stellen, der Gedanke dahinter – monatliches gesichertes Einkommen. Also kann ich es absolut nachvollziehen, wenn ein LW einen Teil seiner Flächen einem Investoren für gutes Geld verpachtet, da ein solches Einkommen mit herkömmlichen Ackerkulturen nicht zu erwirtschaften ist. Würde ich genauso machen.
    Warum sich Naturschützer gegen einen Solarpark aussprechen, ist mir schleierhaft. Für den Natur- und Weltenschutz ergeben sich aus so genutzten Flächen nur Vorteile:
    – Erneuerbare Energie
    – keine Kühe
    – keine Düngung
    – keine PSM
    – Lebensraum für Insekten
    – keine Bodenbearbeitung
    – keine Wegwerflebensmittel
    – Magerwiesen
    Der EINZIGE Grund, der gegen Solarparks spricht, ist die Optik.
    Wenn dieses Grund als Gegenargument irgendwo auftaucht, sind die “Natur- und Weltenschützer” in meinen Augen unglaubwürdig.

    • Reinhard Seevers sagt

      …nicht vergessen: Der Neid auf den Energiebauern ist genauso groß, wie auf den Baulandbauern! Das könnte ein Grund sein, warum viele der PV auf Ackerflächen entgegenstehen. Das läuft auf eine Bürger-PV- Anlagenverordnung hinaus, dann sind bestimmt wieder alle positiv gestimmt! 😎😀

      • firedragon sagt

        Des Menschen Neid auf einen anderen, ist höchste Anerkennung, auf dessen Erfolg.

        • Inga sagt

          Der anderen ihr Erfolg, Richitg!

          Also schlaue Leute sind nicht neidisch!

          Die gönnen den andren das Ererbte und die Begabung!
          Sogar die alten Leute im Dorf wußten das!

      • Christian Bothe sagt

        Energie „Bauern“ oder Energie „Bauland“ Bauern? Tolle Begriffe aber eine ziemliche Verunglimpfung des aktiven Bauernstandes…

        • Reinhard Seevers sagt

          Warte ab Christian, die Bauern werden sich die Begriffe selbst um die Ohren hauen, wenn der Pachtbauer um seine Ernte kämpft, seine Tiere 24/7 betreut und der Energiebauer sich derweil in seinen E-Mobil setzt und an den Gardasee fährt….fröhlich winkend!

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Mit Energie „Bauern“ oder Energie „Bauland“ Bauern, damit kann man besser Leben, als mit manchen Betitelungen, die Bauern so anhören müssen.

  8. Ein weiterer Beleg für nicht zu Ende gedachte Politik, gemacht von Theoretikern und ohne eine Planung. Ein Wirtschaftsunternehmen wäre längst am Ende. Der prognostizierte und erst kürzlich nach oben korrigierte zukünftig Strombedarf von Deutschland ist auf diesem Weg nicht zu ernten. Die notwendige Anzahl an Windkraftindustrieanlagen und Photovoltaik-Analgen bzw. -Flächen ist nicht umsetzbar mit den Menschen auf dem Land. Leider gibt es in den ländlichen Gebieten und Gemeinden jetzt einen weiteren Streitanlass mit den Freiflächenanlagen. Die Gesellschaft wird weiter gespalten und es bringt Unfrieden.

  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Es liegt wohl nicht im Ermessen des jeweiligen Landwirtes, wie die Flächen genutzt werden – in hohem quotalen Anteil bestimmen hierüber übrigens alleinig die Flächeneigentümer; und das vollkommen schmerzbefreit. Nun ja, im eigentlichen auch deren gutes Recht. – Wer immer Begehrlichkeiten an einer Fläche hegt, meldet sich nicht zuerst beim Bewirtschafter, dessen Interessen sind sodann absolut hintangestellt. Glaubt wirklich jemand, dass hierbei die Nahrungsmittelversorgung a priori diskutiert wird!?

    „Vonovia“ und „Deutsche Wohnen“ wollten zum Großkonzern fusionieren – waren hier im Entscheidungsprozess die Meinungen der Mieter ausschlaggebend!? – In der LW funktioniert das nicht anders!!!

    Maximal bis zu 50% der LN sind überhaupt photovoltaiktauglich bei einer notwendigen Südausrichtung.

    Wenn ich demgegenüber aktuell die stereotypen Verhaltensweisen wiederum vergeistigen muss, wie man die Bauern an einer Wertschätzung innerhalb der Nahrungsmittelkette teilhaben zu lassen gedenkt -Agitation unseres Gegenübers dabei extrem kurzsichtig, der unverzichtbare Weitblick stellt sich auch bei unseren Handelspartnern nicht wieder ein- so vermisse ich weitgehend eine gesunde Moral und Ethik ohnedies schon sehr lange. Ein erhebliches Maß an Frustration ist heute auf vielen Höfen förmlichst spürbar, der notwendige Elan geht mehr und mehr verlustig, überhaupt noch beherzt anpacken zu wollen. Wofür auch!? – Immer teurer Produktionsmittel einkaufen, um hernach spottbillig zu verramschen!?

    LW in Konzernstrukturen wird sich jedenfalls nicht von ethischen Gesichtspunkten dominieren lassen, da zählt einzig und allein das überreiche Manna,…. und in obigem Falle fällt dies wirklich sprichwörtlich ohne viel Zutun einfach vom Himmel!!! – Die Sonne jedenfalls schickt keine Rechnungen.

    In der Pflanze laufen auch elektrochemische Prozesse ab, mehr als genug, wo Ladungen hin und her geschoben werden. Wie bei Photovoltaik auch ist jene Energie Grundvoraussetzung, die von weit, weit herkommt. Nahrungsmittel sind heute nahezu wertlos, Energie hingegen wird immer teurer. Erübrigt sich da die Frage im Vorfeld nicht schon weit eher, welche Entscheidung der clevere Betriebswirt zu treffen hat!?

  10. Reinhard Seevers sagt

    Holler und Gaukel haben in ihrem Buch “Erneuerbare Energien-Ohne Heiße Luft” doch eindrücklich dargelegt, dass man mit Großanlagenausschöpfung = 1% der Landfläche Deutschlands und PV auf allen Dächern des Landes, lediglich einen Anteil von 20% am Gesamtverbrauch schafft….und beim Fazit kommen sie auf das Ergebnis, dass bei aller Ausschöpfung alternativer Energierzeugungsformen und bestmöglichen Bedingungen, wir nicht in der Lage sein werden uns ohne Einschränkungen, Einsparungen und Verboten selbst zu versorgen. Bis dahin haben sich einige Wenige die Taschen gefüllt und die Mehrheit darf den Müll wegräumen.

  11. Mark sagt

    “Jetzt stellt sich die Frage, ob es angesichts des wieder zunehmenden Hungers in der Welt ethisch vertretbar ist, diese Flächen nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen.” Diese Frage stellt sich überhaupt nicht! Es stellt sich eher die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, dass die Wertschöpfung bei der Produktion von “Lebensmittel” so niedrig ist das jede alternative Wertung des Produktionsfaktors Boden höher ist. Diese Frage stellt sich nicht nur bei Photovoltaik, sonder schon bei der (staatlich geförderten) Einsaat von Blühmischungen für Insekten anstatt dem Anbau von Lebensmitteln.

    • Arnold Krämer sagt

      …….und darüber hinaus werden dann irgendwann die größten Befürworter der Transformation (alles sozialistische Planwirtschaftler) auch die Eigentumsfrage bei derart genutzten Flächen stellen. Das ist meine größte Sorge. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob D die aktuell medial und politisch hoch in Kurs stehenden Sonderwege “durchhalten” kann und wird. Warten wir’s ab oder besser: Halten wir mit guten Argumenten dagegen.

    • Bauer Willi sagt

      Sach ich doch. Die Frage stellt sich! Und Du hast Sie für Dich beantwortet. Interessant finde ich die Meinungsvielfalt. Von krasser Ablehnung bis zum liberalen Kapitalismus.

  12. Reinhard Seevers sagt

    Das Kapital sucht und findet seinen Weg. Die CEOs dieser Welt sind dabei die Portfolios ihrer Aktienpakete auf Weltrettung umzubauen, die Investoren und Aktionäre lecken sich die Finger, die Unternehmen waschen sich grün und der Bürger schaut auf Spiegelflächen und Windräder und glaubt, er rette gemeinschaftlich die Welt…..und die Bauern? …welche Bauern?

  13. Birger van Delden sagt

    Die Politik begibt sich auf Glatteis wenn Sie die Landwirtschaft durch irrwitzige Auflagen auf das Abstellgleis stellt. Leider haben Politiker, die von den selben Beratern wie auch die Wirtschaft beraten wird nicht den weitblick. Wir werden noch abhängiger von China. Was dabei herum kommt sieht man doch gerade jetzt, wo sich alle Rohstoffe, Betriebshilfsmittel bis zu 80 % verteuern. Es kann mir keiner erzählen das sich die Umgebungstemperatur durch den Öko Wahn nicht erhöht wird.

    • Inga sagt

      Deswegen hat ja die Wirtschaft die grössere Lobby in der Politik.
      Selbstverständlich ist das zu kurz gedacht.

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