Statement
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Problemlösung…

Aussage des EU-Agrarkommissar während der Sonder-Agrarministerkonferenz in Brüssel zum Thema Milchmarkt. Richtig oder Blödsinn?

 

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73 Kommentare

  1. Gast sagt

    ein Problem entsteht meist, wenn mit Steuergeldern=Bürgergeld um sich geworfen wird.

    Keine Deckelung der Flächenprämien (verhindert durch den DBV) hat ständig zu grösseren Betriebseinheiten geführt, die meinten sie könnten dann billiger anbieten.

    Falsch verstandener Tierschutz führte zu vielen Stallneubauten, fatalerweise oft einhergehend mit Spiegelung, bzw. massiver Erhöhung der Stallplätze, perverserweise Bedingung der Förderung und dabei fiel oft der tierfreundliche Weidegang weg.

    Jetzt noch mehr Geld den sinnlos agierenden Amokmelkern hinterherzuwerfen ist weder sinnvoll noch hilfreich. Einzig eine Umverteilung vorhandener Gelder, also die Agrarwende, bietet eine Lösung.

    • Andreas Schmid sagt

      Tierwohlkosten müssen auf viele Tiere verteilt werden können. Da muss, damit es sich bei den Preisen lohnt, gespiegelt werden. Tierwohlkosten werden ja nicht mal von Kretschmann gefördert. Kretschmann hat ja die Tierwohlförderung der CDU ersatzlos gestrichen.

      • Gast sagt

        Stallneubauten werden in BaWü bis zu 40% bezuschusst, wenn entsprechendes Tierwohl nachgewiesen werden kann, die andere Förderbedingung ist Nachweis der Wirtschaftlichkeit (bei Milch zur Zeit ein Witz!) und genau die beisst sich oft mit Tierwohl. Zitat afp “Bei Erfüllung der besonderen baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 der Verwaltungsvorschrift kann der Zuschuss für Vorhaben der Rinderhaltung bis zu 30 %, für alle anderen Tierarten bis zu 40 % betragen.”

        • Andreas Schmid sagt

          Mich interessiert nicht was in der Verwaltungsvorschrift steht. Mir wurde sie von Kretschmann gestrichen!!!

          • Sabine sagt

            Äh.. nur noch mal für mich, damit ich das verstehe. Würde diese Woche mein Los im Lotto gezogen und ich könnte mein Hobby ausbauen…. so richtig und ich meinen Zwergen eine Villa in die Pampa bastel mit allem Schnickschnack. Wintergarten inkl. Stereoanlage und Hühnerschaukel. Das für mich nur eine Frage von Baugenehmigung und Geld ist, aber ein Landwirt der seinen Tieren einen Palast baut, u.U. seine Förderung verliert, weil bei Ämters niemand was mit einer Hühnerschaukel oder nem Wintergarten anfangen kann?

            • Andreas Schmid sagt

              “weil bei Ämters niemand was mit einer Hühnerschaukel oder nem Wintergarten anfangen kann? ”
              Nee, weil der “grüne Kopf” von oben her sagt: Wir brauchen kein Tierwohl, wir brauchen das Geld anderswo. Förderung gibt ja auch keine Stimmen. Mit Zwang anderen gegenüber geht das leichter, und man kann das Geld dem eigenen Klientel verteilen.

          • Gast sagt

            auf das AFP hat man einen Rechtsanspruch. solange Mittel vorhanden sind und daß W. Kretschmann persönlich einen Zuschuß gestrichen hat ist tiefste Märchenschublade, wo einer sein Feindbild gegen einen oder alle Grüne ausleben will. Hat aber nix mit Realität zu tun. Genausowenig wie das geforderte Tierwohl mit Tierschutz zutun hat. Wenn ich meinen Ziegen aus Tierschutzgründen (Gefahr des Ausreissens, Entzündungen, etc.) verpasse, dann verfolgt mich das Vet.amt wie einen Terroristen, weil ich gegen angeblichen Tierschutz verstosse.

            • Sabine sagt

              Ohrmarke? Fehlt da irgendwo Ohrmarke?
              Wie ist das eigentlich mit Chip bzw. Transponder? Ich mein, Rassekatzen und Hunde werden schon lange aus Tierschutzgründen nicht mehr tätowiert, sondern gechipt. Funktioniert ganz klasse, jeder Tierarzt und jedes Tierheim hat so einen Chipleser, was die Rückführung entlaufener Tier sehr vereinfacht.
              Wäre damit die Identifizierung von Nutztieren nicht sehr viel einfacher? Ich mein, so ein Datensatz kann ja entsprechend um die notwendigen Informationen erweitert werden, auch die zusätzlichen Halsbänder könnten wegfallen.

            • Gast sagt

              @Sabine, offtopic: Die Tierkennzeichnungsverordnung wird von der EU gemacht und da sind die amtlichen Mittel zu Kennzeichnung vorgeschrieben, ein Chip ist bei Schafen und Ziegen nicht vorgesehen. Meine Freunde von http://www.uria.de kämpfen seit Jahren gegen Ohrmarken bei Rindern, sie haben den Chip, inzwischen ist er bei Rindern auch erlaubt, aber eben nur als eines von 2 verschiedenen Kennzeichen, d.h. 1 Ohrmarke bleibt ein Muss. Bei Schafen und Ziegen und Equiden (dort sind Chips Pflicht) ist wieder alles anders…

  2. bauerhans sagt

    das problem ist,dass politiker nicht erkennen wollen,dass bauern unflexible güter produzieren!

    • Gast sagt

      ich bin zwar kein Politiker, versteh es aber auch nicht: Wenn ich einen Stall mit 100 Plätzen habe, kann ich darin flexibel zwischen 10 und 100 Kühen melken und habe bei der Zwischenkalbezeit und Kraftfuttereinsatz weitere Stellschrauben auf den Markt individuell zu reagieren (so es mir finanziell möglich ist, bzw. gemacht wird).

      Ähnlich bei Weizen u.a. Ich kann viel düngen oder wenig, ich kann Ertragssorten anbauen oder Qualitätssorten.

      Wieso sollte da VW oder eine andere Industrie flexibler sein, deren Hallen müssen Autos ausspucken, obe dafür ein Markt besteht oder nicht…

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Der Unterschied ist der, dass ein VW nicht billiger wurde,

            aber die Milch ist für mich billiger geworden, wenn ich welche trinlen würde.

            Muss mal meine Frau fragen, ob der Käse auch billiger wurde, dass ich auch was davon habe.

            • Sabine sagt

              Ja, der 08/15-Käse in Plastik schon. Bei Käse ist es wie bei Wein. Du kannst da sowas wie Chateau Carton von der Domain Dubios bei Albrechts kaufen, einen guten, aber nicht besonders teuren Wein vom Winzer deiner Wahl, einen guten und teueren Wein von einem bekannten und prämierten Produzenten… oder Du hast so viel Geld, dass Du eh nicht mehr über Preise redest und deine Hausmarke sowas mit nem roten Schild ist. Ist halt alles eine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels. Aber Vorsicht! Gefälschte Lebensmittel nehmen zu, wer kann schon wirklich rausschmecken, ob z.B. der Schafskäse jetzt wirklich nur aus Zackelschafmilch hergestellt wurde?

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sabine,
              den Wein kaufe ich quasi bei mir selber, das heißt bei meiner Genossenschaft, bei der ich Mitglied bin.

              Für ein Lafite Rothschild werden Traumpreise bezahlt, wenn wir die selbe Qualität liefern würden, wären schon 20 Euro zu viel.

              https://www.ungerweine.de/chateau_lafite_rothschild_carruades_moulin_wein.htm

              Über Geschmack lässt sich Reden, manche meinen, das Getränk in der Flasche für 1,59 könne man auch schon als Wein benennen.

      • bauerhans sagt

        “Wenn ich einen Stall mit 100 Plätzen habe, kann ich darin flexibel zwischen 10 und 100 Kühen melken”

        wenn du einen stall für 100 kühe nur mit 10 kühen betreibst,rennen dir die festkosten davon……!!
        wenn der bauer für seine 50ha nen maschinenpark besitzt,der auch locker 100ha machen kann,dann sollte er rechnen,ob sich die maschinen rechnen,bevor er weiter zu unsummen zupachtet.

        • Gast sagt

          das kann man so pauschal nicht sagen, sondern wäre eine einzelbetriebliche Rechnung. Anstatt Milchbauern 14 ct zu zahlen für Milch, die sie nicht melken, sollte man sie eher bei diesen Festkosten unterstützen, wenn sie ihren Betrieb, verbunden mit nachgewiesenem Nutzen für Tierwohl und Umwelt nicht voll auslasten. D.h. statt Vollgasbauern eben der Spritsparmodus.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wie kommen sie auf 14 cent?

            58 Millionen soll es für die 4,3 Millionen Kühe in Deutschland geben,
            macht gerade mal 13,48 Euro je Kuh!

            Oder 0,001795 Cent je Liter Milch, gerechnet in Jahresmenge.

  3. Toller Spruch – den merk ich mir! Solange die Milchbauern die Vermarktung den Molkereien überlassen wird sich nichts ändern. In anderen Märkten (Getreide, Schweine, Kartoffeln…) sind wir praktisch am Weltmarkt angekommen. Keiner käme auf die Idee, den Erzeugern Hilfsprogramme anzubieten, wenn der Preis im Keller ist. Es findet eben eine Marktbereinigung statt, und das ist der einzig hilfreiche Weg zur Überwindung der Krise. Ich erinnere mal an die dramatische Lage auf dem Kartoffelmarkt Ende der neunziger Jahre. In einigen Erntejahren konnten die Kartoffeln nur unter dem Produktionspreis verkauft werden oder wurden komplett entsorgt. Viele Kleinerzeuger bedienen heute eigene, regionale Absatzmärkte und kommen damit gut zurecht. Alle anderen Kartoffelbauern haben gelernt, wie der der freie Markt funktioniert und siehe da – es klappt!

    • bauerhans sagt

      die kartoffelbauern hier arbeiten mit festen verträgen d.h. nach absoluter weisung des abnehmers und oder haben in klimatisierte lagerhallen investiert,um ganzjährig kartoffeln anzubieten.
      einer hat einen schnelllieferservice und bringt kartoffeln sogar justintime zu grossverbrauchern am samstag- oder sonntagabend.

    • Josef sagt

      Nochmal, die Milchbauern fordern keine Hilfsprogramme. Das Angebot der Nachfrage anzupassen ist in allen anderen Branchen auch üblich.

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