Bauer Willi
Kommentare 24

Positive Nachrichten

Angeregt durch einen Feldtag habe ich um einen Termin beim Forschungszentrum Jülich gebeten, um zu erfahren, was dort in Sachen Landwirtschaft geforscht wird. Prof. Schurr hat meine Fragen beantwortet. Anschließend haben wir noch die Einrichtungen des Institutes angesehen.

Ich muss sagen, ich bin begeistert! Zwei Stunden haben wir uns sehr angeregt unterhalten, nicht alles habe ich auch bis in Letzte verstanden. Was ich aber mitgenommen habe: hier wird mit großer Begeisterung (und finanziellen Mitteln)  an den Themen der Zukunft geforscht.

Wir wollen das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Und jetzt schaut euch das Video an. Dauert 20 Minuten.

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24 Kommentare

  1. Smarti sagt

    Interessant, dass sich aus der Kernforschung solche doch eigentlich ganz anderen Forschungsfelder entwickelt haben.
    Wenn man die Pflanze so umzüchten kann, dass sie mehr Stickstoff aus der Luft aufnehmen kann als die Elternpflanze – und somit mit weniger Dünger mehr wächst und damit auch mehr Sauerstoff produziert, so ist das wirklich eins positive Nachricht. Die Pflanzen, z.B. Getreide, werden ja dann vom Züchter weiter vermehrt und kommen so in den Handel.
    Damit verliert auch das “künstliche Schreckgespenst”, die Angst vor der “CO2-Schleuder Landwirtschaft” seine Macht. Landwirtschaft macht das Gegenteil – aus Kohlenstoff wird Sauerstoff und Nahrung – je mehr Stickstoff in der Luft, desto “grüner wird der Planet”.
    Wir hatten noch nie eine so gute Walnussernte wie dieses Jahr, bestimmt drei Mal mehr wie sonst. Leider sind zu viele schon am Baum verschimmelt – so dass wir kein Öl machen können und alle händisch öffnen dürfen.

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    • evo.... sagt

      Man muss jetzt auch mal prüfen, wie den Leuten die modernen Sorten bekommen. Da einen Test zu entwickeln wäre was für die Jülicher.

      Die Gentechnikfirmen arbeiten da sorgfältiger.

    • Uli Schurr sagt

      Über Stickstoff aus der Luft (Stickstoff-Fixierung) haben wir in dem Interview nicht gesprochen. Leguminosen können das ja. Tatsächlich arbeiten wir in andern Bereichen des Instituts daran, wie man Leguminosen verbessern kann

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      • Vielen Dank, dass wir ein paar Einblicke in Ihre Arbeit gewinnen konnten.
        Es passiert nicht so häufig, dass Bauer Willi sich zu einem “ich bin begeistert” hinreißen lässt.😊Da dürfen Sie sich gerne etwas drauf einbilden.
        Ich würde gerne, ein ” ich bin doch sehr beruhigt” ergänzen. Ohne Forschung im Hintergrund sind wir aufgeschmissen und werden die Probleme kaum lösen können. Die wirklichen Probleme, nicht die eingebildeten.
        Auch wenn die Fortschritte manchmal nur klein sind, lassen Sie sich bitte nicht entmutigen . Auf den 2. Teil im Gewächshaus bin ich schon gespannt.

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      • Smarti sagt

        Herr Schurr, besten Dank für die persönliche Antwort, das hat mich wirklich sehr gefreut. Auch bin ich schon gespannt auf die Fortsetzung des Interviews.
        Werden Ihnen die Forschungsthemen vorgegeben oder suchen Sie diese mit dem Team selber aus ?

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  2. Reinhard Seevers sagt

    Frage an Radio Eriwan: Wird es für die Landwirtschaft auch positive Effekte bei einer zu hohen CO2-Konzentration geben?
    Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja, wenn sie denn nicht vorher vertrocknet ist.☝
    Räusper……

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    • Dann hat die Zuckerrübe wieder Zukunft, aber nicht wegen des Zuckers, sondern wegen CO2 in Zucker als Kraftstoff verwandeln.

      Wenn der Wald das auch macht und gesund bleibt, dann dann kann er ja auch viel Wasser in die Wolken verdunsten, damit es wieder regnet.
      Hilft sich die Natur so selber?
      Bei beiden Pflanzenarten, Rüben und Bäume kann man ja die entsprechenden Genotypen im Neuanbau favorisieren.

      • Uli Schurr sagt

        Die Zuckerrübe ist ein Beispiel, wie flexibel Pflanzen in ihren Eigenschaften gezüchtet werden können. Wenn man sich ansieht, wie schnell die Entwicklung der Zuckerrübensorten in den letzten Dekaden gelaufen ist.

        Der Wald wird sich nicht selbst helfen – zumindest nicht in der Zeit, die wir Menschen haben wollen. Das ist ein anderes großes Thema: Umbau des Waldes im Klimawandel. Kleiner Tipp: https://regio-baum.org/
        Hier versuchen wir in einer privaten Initiative dem Wald zu helfen

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        • Reinhard Seevers sagt

          “Doch gerade bei uns in Deutschland hat der Wald mit Bäumen wie den Buchen, Eichen, Fichten und Kiefern einen hohen Stellenwert.”

          Der Deutsche und der Wald, das ist eine ganz lange soziologische Geschichte. Ich frage mich, ob die Überhöhung evtl. nicht ein wenig zu hoch sein könnte. Wieso nicht das Grünland als Seelen- und Weltretter? Tundra, Prärie und Wüste sind baumlos und haben einen weit größeren Anteil an der globalen Landmasse, als der “teutsche” Wald.
          Mir kommt diese Verherrlichung immer ein wenig merkwürdig daher….so mein Gefühl. Lässt sich mit der Waldrettung vielleicht mehr Geld generieren?

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            • Uli Schurr sagt

              Ich habe versucht, im Interview darzustellen, dass wir sehr viel mit praktischen Landwirten im Dialog sind. ich würde das nicht als Elfenbeinturm bezeichnen, wenn man täglich mit praktischer Landwirtschaft unterwegs ist.

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              • Dieser Versuch ist gescheitert. Alle Fragen auf konkrete Anwendungen für die Landwirtschaft gingen unter im Verweis auf die „Anderen“ und „wir sind ja die, für Grundlagenforschung“. In der heutigen Zeit muss darauf folgen: Licht aus, Kühlschrank leeren, Kaffeemaschine aus, Heizung runterfahren, Elfenbeinturm schließen. Mind. 2 Jahrzehnte waren Zeit, sich auf die Fragen von Klimaveränderungen mit all`seinen Folgen einzustellen und zu liefern. Warum haben die Menschen in diesem Land sonst einem Teil der Bevölkerung Studium und Forschung ermöglicht? Die Zeit von kurzen Dialogen mit den Praktikern ist vorbei. Machen oder Lassen…Anzug ausziehen, weißen Kittel ablegen…Latzhose und Gummistiefel anziehen; Treckerfahren lernen, Tiere versorgen, praktischen Umgang mit den Rohstoffen der Landwirtschaft neu lernen…„Oft können wir das Einfache einfach nicht begreifen, weil es uns einfach zu einfach erscheint.“

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                • Brötchen sagt

                  Ich wundere mich auch über diese Tausendsassa, was die so alles nebenbei machen.

                  Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich.

                  Vorstellbar ist vieles..

                  Wie denken eigentlich Fachleute über den Nutzwert einer Kiefernmonokultur im Karnickelsand im Vergleich zum sich selbst reproduzierenden Mischwaldes.
                  Würde mich mal interessieren.

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          • Die Deutschen sind bestimmt evolutionär aus dem Wald hervorgegangen!?!

            Man denke an die Steinzeit!
            Das ist noch alles in uns drin und deswegen leiben wir den Wald.

        • evo.... sagt

          Die Flächen für die Aufforstungen stellt dann wahrscheinlich der Prinz von Merode zur Verfügung. Nehme ich mal an.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Merode_(Adelsgeschlecht)#Belgische_und_franz%C3%B6sische_Besitzungen

          Wenn der Borkenkäfer gestoppt werden soll, wäre es fürs Erste sinnvoller Windrad- Lockdowns zu machen um wieder mehr Regen aufs europäische Festland zu bekommen. Dann könnten wir uns in Europa die Züchtung auf Trockenstress sparen, sondern lieber Richtung Regenbeständigkeit züchten.

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          • Uli Schurr sagt

            Wir unterstützen Forstbetriebsgemeinschaften in ganz Deutschland. Wir wollen damit v.a. kleine Forstbetriebe unterstützen. Auf der Webseite finden Sie weitere Informationen für Spender und für Forstbetriebs-Gemeinschaften.

  3. Frikadellen piet sagt

    moin zusammen das war ja ein sehr interessantes Gespräch und wie wir gemerkt haben gibt es noch viele Dinge die man bekannt geben müsste dann bin ich gespannt was noch kommt und vor allen Dingen das CO2 für uns Landwirte nicht so schlimm ist außer dass es wärmer wird ich bin gespannt ob du auch noch mal über Atomkraft sehen wirst das würde mich interessieren

    • Frikadellen piet sagt

      moin ich noch mal wenn das große Problem die Trockenheit sein könnte gibt’s da nicht Lösung mit der Gentechnik das ganze ein bisschen angenehmer für uns zu gestalten da wird bestimmt auch in Jülich geforscht

      • Uli Schurr sagt

        Wie arbeiten in Jülich tatsächlich in verschiedenen Richtungen an Trockenstress: ein großer Teil unserer Forschung an Wurzeln hat Bezug zu Wasserstress. Dabei ist Gentechnik ein Weg Auswahlmöglichkeiten für die Züchtung zu bekommen – es gibt einige Möglichkeiten der Züchtung die genetische Vielfalt zu geben, die unerlässlich für Züchtung ist. Keine Technologie ist ein Allheilmittel. Die Pflanzen müssen im gesamten System „funktionieren“: vom Anbau bis zu Regulierung von Verkauf.

    • Bauer Willi sagt

      @Piet
      Meines Wissens wird in Deutschland nicht mehr an Atomkraft (für Energie) geforscht. Allerdings werden radioaktive Substanzen zur Markierung eingesetzt. Da ist aber die Halbwertszeit wenige Stunden. Diesen Teil durfte ich aus Sicherheitsgründen nicht besichtigen.

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